Test Grüntee

VKI testet Grüntee: Leichte Kratzer am gesunden Image – Nur fünf von 20 Tees weitgehend frei von Schadstoffen

Grüner Tee erfreut sich zunehmender Beliebtheit, auch weil er in dem Ruf steht, der Gesundheit besonders zuträglich zu sein. Ob und wie gesund ein Tee jedoch tatsächlich ist, hängt nicht unwesentlich von seiner Belastung mit Schadstoffen ab. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat jetzt 16 Grüntees im Beutel und vier Matcha-Tees (feines Pulver aus getrockneten Grünteeblättern) unter die Lupe genommen. Dabei hat das Image des gesunden Tees ein paar Kratzer hinnehmen müssen: Nur ein Viertel der geprüften 20 Tees war weitgehend frei von Schadstoffen und erhielt eine „sehr gute“ bzw. „gute“ Bewertung.

Abzüge in der Bewertung gab es für jene Tees, die Anthrachinon oder aromatische Kohlenwasserstoffe enthielten. Anthrachinon ist im Tierversuch krebserregend. Diese Substanz ist wasserlöslich und geht zu etwa einem Drittel in den Aufguss über. Gefunden wurde es in größeren, aber gerade noch zulässigen Mengen in Sir Winston Tea, Teekanne und Twinings sowie in den Bio-Tees von Cupper und Spar Natur Pur.

Aromatische Kohlenwasserstoffe (MOAH) fanden sich in auffälligen Mengen in den Beuteltees von Mayfair und Dennree sowie im Pulver von Imogti, dm Das Gesunde Plus und Sticklembke. Mineralölrückstände sind zwar grundsätzlich schlecht wasserlöslich aber bei Matcha-Tees, die man im Wasser anrührt, werden die im Pulver enthaltenen Schadstoffe mitgetrunken. Deshalb wurde bei diesen Produkten eine Belastung mit MOAH strenger bewertet.

Die mit „sehr gut“ und „gut“ bewerteten Grüntees sind nicht nur weitgehend frei von Schadstoffen, sondern liegen mit fünf bzw. zehn Cent pro Beutel auch im kostengünstigen Bereich der Preisskala. Lediglich das „sehr gute“ Matcha-Produkt fällt mit 53 Euro pro 100 Gramm aus der Rolle. Generell zeigte sich im Test, dass die Matcha-Tees preislich wesentlich höher ansetzen (ab 29 Euro pro 100 Gramm).

SERVICE: Den vollständigen Test sowie die Stellungnahmen der Unternehmen gibt es in der Jännerausgabe des Testmagazins KONSUMENT sowie unter www.konsument.at.

ÖKO-TEST Rooibos-Tee

Unkraut vergeht nicht

Rooibostee gilt als lecker und gesund. Das ist er jedoch nicht unbedingt, wie eine aktuelle Untersuchung von ÖKO-TEST zeigt. Denn viele Tees sind erheblich mit giftigen Pflanzenstoffen belastet. Gut zwei Drittel der von ÖKO-TEST untersuchten Tees schießen deutlich über den Zielwert des Bundesinstituts für Risikobewertung hinaus. Einziger Lichtblick sind drei Bio-Tees.

Das südafrikanische Nationalgetränk Rotbuschtee schmeckt mild und enthält kein Koffein. Deshalb wird er oft am Abend oder von Familien mit Kindern getrunken. Leider sind die Tees erheblich mit Pyrrolizidinalkaloiden (PA) belastet, wie ein neuer Test in der August-Ausgabe des ÖKO-TEST-Magazins zeigt. Pflanzen bilden diese Stoffe zum Schutz vor Fraßfeinden. Doch bestimmte PA gelten – bereits in sehr kleinen Mengen – als leberschädigend und krebserregend. Mittlerweile ist bekannt, dass sie nicht aus den Teepflanzen selbst stammen, sondern durch mitgeerntete PA-haltige Unkräuter eingetragen werden. Das lässt sich nur verhindern, indem die unerwünschten Pflanzen von Anfang an beseitigt werden. Dafür sind aber Schulungen der Arbeiter unerlässlich.

Dass diese Strategie derzeit nicht funktioniert, zeigen die Testergebnisse von ÖKO-TEST: 19 der insgesamt 22 untersuchten Rooibos-Tees haben einen erhöhten Gehalt an Pyrrolizidinalkaloiden und überschreiten den Zielwert, den das Bundesinstitut für Risikobewertung festgelegt hat, um das bis zu 35-Fache. Lediglich drei Bio-Tees sind empfehlenswert, weil sie nur Spuren von PA aufweisen. Damit zeigen sie, dass es durchaus möglich ist, Rotbuschtee mit geringerer Pflanzengiftbelastung herzustellen.

Das ÖKO-TEST-Magazin August 2016 gibt es im Zeitschriftenhandel.

Welcher Tee passt zu welchem Essen?

Schwarz, Weiß, Grün – Der richtige Tee für jeden Geschmackstyp

Alle Teesorten stammen von den Blättern der gleichen Pflanze – doch Tee ist nicht gleich Tee. Es gibt eine fast unendliche Auswahl verschiedener Variationen. Doch worin unterscheiden sich diese Sorten? Für wen eignen sich welche Tees am besten. Und wann und zu welchen Anlässen schmeckt welcher Tee am Besten? Natalia Panne, Gründerin des Teeversands www.tea-exclusive.de kennt die Antworten und stellt fünf beliebte Teesorten vor.

Schwarzer Tee
Schwarzer Tee gehört zu den beliebtesten und vielseitigsten Teesorten. Wer Kaffee mag und grundsätzlich intensive Geschmacksrichtungen bevorzugt, für den eignen sich ebenfalls schwarze Tees mit den charakteristischen malzigen und kräftigen Aromen, erklärt Natalia Panne. Wer einen passenden Begleiter zu pikanten Fleischgerichten sucht, sollte ebenfalls einmal einen schwarzen Tee probieren. Aber auch zum Dessert kann die Kombination mit schwarzem Tee ganz neue Aromen hervorzaubern.

Weißer Tee
Weißer Tee schmeckt allen, die feine, zarte und unverfälschte Aromen mögen. Er ist außerdem sehr einfach zuzubereiten und eignet sich daher auch für hektischere Zeiten im Beruf oder Alltag. „Ein guter weißer Tee kann lange ziehen, wird trotzdem nicht bitter und schmeckt auch kalt noch hervorragend“, erklärt Natalia Panne. Durch diese Eigenschaften ist er gut für Menschen geeignet, die über den Tag mehr Flüssigkeit zu sich nehmen möchten, aber sich mit Wasser nicht richtig anfreunden können. Weißer Tee passt außerdem sehr gut zu milden Speisen, Geflügel, Süßwasserfisch und leichten Desserts mit Mandeln oder Kokosnuss.

Grüner Tee
Grüne Tees sind sehr vielseitig, denn neben milden Sorten existieren auch sehr intensive Tees. Je nach Art der Zubereitung entstehen viele weitere Geschmacksnuancen im zubereiteten Aufguss. Liebhaber der asiatischen Küche und von Fischgerichten finden im Bereich der Grüntees mit Sicherheit mehr als nur eine Lieblingssorte. Grüntee passt immer gut zu Gemüse, Fisch, Meeresfrüchten und Reis. Ein Geheimtipp sowohl für Grüntee-Anfänger aber auch -Profis ist der Monkey King Grüntee mit seinem milden Geschmack bei gleichzeitig langanhaltenden blumigen Aromen.

Matcha
Wer vor einem kräftigen Grüntee-Geschmack mit durchaus herben Noten nicht zurückschreckt, viel arbeitet, lange wach bleiben möchte und voll mit dem Trend gehen möchte, dem empfiehlt Natalia Panne japanischen Matcha-Tee. Der zu einem feinen Pulver zerriebene Grüntee besitzt einen hohen Koffeingehalt, doch unterscheidet sich die Wirkung des Matchas deutlich von der des Kaffees. „Matcha wirkt langsam, langanhaltend und dreht den Organismus nicht auf, wie man es manchmal bei einem starken Espresso verspürt“, erläutert Panne.

Oolong
Der Oolong besitzt von allen Tees vielleicht den größten Reichtum an Geschmacksnuancen und Aromen. Den Geschmack kann man als delikat bezeichnen mit vielen blumigen Nuancen. “Besonders dunkle Oolong-Tees besitzen ein breites Geschmacksspektrum, das je nach Sorte von würzig, fruchtig bis hin zu reifen Früchten und dezenter Süße reicht”, erläutert Panne. Besonders beliebt ist Oolong-Tee bei Menschen, die feine, blumige Aromen wie Flieder oder Orchidee mögen. Durch seine Vielfalt gibt es aber meist für jeden Geschmack eine passende Sorte. In Kombination mit Speisen ist allerdings Fingerspitzengefühl gefragt: Leichte Oolongs mit blumigen oder fruchtigen Aromen passen nicht zu schweren, stark gewürzten Speisen. Zu leichten Schweinefleischgerichten, Jakobsmuscheln, Scampi und Garnelen finden sich aber durchaus passende Kombinationen.

Stiftung Warentest: Grüner Tee

Keiner von 25 Tees ist frei von Schadstoffen

Ob lose, in Beuteln oder Kapseln – keiner von 25 grünen Tees im Test ist frei von Schadstoffen. Sieben sind so stark belastet, dass sie „mangelhaft“ abschneiden, sieben weitere sind „ausreichend“. Für Teetrinker lässt sich ein Gesundheitsrisiko bei einigen Schadstoffen nicht ausschließen. Fünf Produkte im Test sind nur sehr gering belastet. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest in der Oktober-Ausgabe ihrer Zeitschrift test, für die sie 25 grüne Tees auf deren Schadstoffbelastung untersucht hat.

Besonders auffällig sind die potenziell krebserregenden Substanzen Pyrrolizidinalkaloide und Anthrachinon. Einen gesetzlichen Grenzwert für Pyrrolizidinalkaloide gibt es nicht, aber eine Tageszufuhr, die als wenig bedenklich gilt. So sollte ein 60 kg schwerer Erwachsener langfristig nicht mehr als 0,42 Mikrogramm täglich aufnehmen. Bei sechs Produkten im Test wird dieser Wert schon mit einer beziehungsweise zwei Tassen täglich überschritten. Eine akute Gesundheitsgefahr besteht nicht. Ein Risiko lässt sich aber nicht ausschließen, wenn Teetrinker dauerhaft hochbelastete Produkte trinken. Alle Tees im Test sind mit Anthrachinon belastet. Den gesetzlich festgelegten Höchstgehalt überschreitet kein Produkt. Tee sollte dennoch so wenig wie möglich davon enthalten.

Vier der fünf „guten“ Grüntees sind Bioprodukte. Zwei weitere Bio-Tees schneiden „befriedigend“ ab, drei „ausreichend“. Einer der schlechtesten Tees im Schadstofftest ist ein loser Tee aus dem Asia-Laden. Die Tester fanden von einem Pestizid höhere Rückstände als zulässig. Der Tee hätte nicht verkauft werden dürfen.

Der ausführliche Schadstofftest Grüner Tee erscheint in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift test oder unter www.test.de/tee abrufbar.

ÖKO-TEST Schwarzer Tee

Problemstoffe in der Tasse:

Das Labor fand in den schwarzen Tees bis zu 20 Pestizidrückstände!

Schwarze Tees stecken oft voller Pestizide und anderer Schadstoffe. Dieses Resümee zieht das ÖKO-TEST-Magazin in der neuen September-Ausgabe. Ein türkischer Tee ist sogar so hoch belastet, dass er nicht hätte verkauft werden dürfen. Das Verbrauchermagazin kritisiert zudem, dass viele Anbieter nicht ausreichend belegen konnten oder wollten, dass sie sich um faire Löhne und menschenwürdige Verhältnisse in den Anbauländern bemühen.

Die Arbeit auf den Teeplantagen in den klassischen Anbaugebieten ist eine Schufterei und noch immer Handarbeit, die vor allem von Frauen durchgeführt wird. Die Löhne sind oftmals nicht existenzsichernd. ÖKO-TEST wollte wissen, was Teehersteller tun, um die Menschen in den Ursprungsländern zu unterstützen. Es zeigte sich, dass nur wenige bereit oder in der Lage waren, konkrete Fakten zu den Arbeits- und Anbaubedingungen vorzulegen. Einige Anbieter führten Unternehmensgrundsätze, Lieferantenkodizes oder den Verhaltenskodex des Deutschen Teeverbandes als Nachweis für ihre Anstrengungen ins Feld. Keines dieser Papiere sieht jedoch eine unabhängige, externe Kontrolle vor.

Verbraucher, denen faire Löhne und menschenwürdige Verhältnisse wichtig sind, können sich aber laut ÖKO-TEST an bestimmten Labels orientieren. So wiesen acht Tees im Test Siegel wie Fairtrade oder Naturland aus, die die Einhaltung und unabhängige Kontrolle von sozialen und ökologischen Standards vorschreiben.

Ein bitteres Fazit zieht ÖKO-TEST zudem aufseiten der Inhaltsstoffe. Knapp die Hälfte der Produkte fällt durch. Einer der Gründe dafür sind Pestizide. Die Marke Öztürk Tee Yaprak Filiz Cayi Schwarzer Tee enthielt mehr als 20 Rückstände verschiedener Insekten- und Unkrautvernichter, darunter zwei Stoffe in so hohen Mengen, dass gesetzliche Grenzwerte überschritten wurden. Das Labor fand in einigen Tees aber auch das krebsverdächtige Anthrachinon, das sich allerdings nur schlecht im Teegetränk löst, sowie giftige Pflanzenstoffe, sogenannte Pyrrolizidinalkaloide. Zwei Marken wiesen eine deutliche Belastung mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) auf. Auch Aluminium ist, gerade in Beuteltee, ein Thema.

Das ÖKO-TEST-Magazin September 2015 gibt im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 4,50 Euro.

ÖKO-TEST Kräutertees

Pflanzengifte kommen nicht über die Zutaten der Kräutertees, sondern über mitgeerntete Pflanzen ins Produkt.

Kräuter-, Kamillen- und Pfefferminztees sind teilweise erheblich mit Schadstoffen belastet. Zu diesem Ergebnis kommt das Verbrauchermagazin ÖKO-TEST, das für die aktuelle Novemberausgabe 23 Produkte ins Labor geschickt hat. Mehr als die Hälfte der konventionellen Marken enthielt lebergiftige und krebserregende Substanzen über dem Tagestoleranzwert.

Konventionelle Kräutertees haben es ganz schön in sich. In der chemischen Analyse fand das von ÖKO-TEST beauftragte Labor in 12 Produkten verschiedenste Spritzgifte. In einem Tee war etwa mehr von einem Antischimmelmittel zu finden als gesetzlich zulässig ist. In vier Kamillentees wurden erhöhte Mengen eines Herbizids gefunden, das als Bestandteils eines Entlaubungsmittels traurige Berühmtheit im Vietnamkrieg erlangte. Nur drei konventionelle Marken waren frei von Pestiziden. „Sehr gut“ machen sich auch fast alle Bio-Tees, in denen Spritzgifte gar nicht oder nur in Spuren nachgewiesen werden konnte.

Die meisten Bio-Tees enthalten ebenso keine Pyrrolizidinalkaloide. Das sind sekundäre Pflanzenstoffe, die Pflanzen zum Schutz vor Fraßfeinden selbst bilden. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) können diese Stoffe das Erbgut verändern und Krebs verursachen. Zudem ist bekannt, dass sie lebergiftig wirken, die langfristige Aufnahme kann in einer Leberzirrhose enden.

Wer bei Tee auf der sicheren Seite sein will, sollte daher laut ÖKO-TEST entweder zu Bio-Tees greifen oder konventionelle Produkte abwechselnd mit anderen Flüssigkeiten trinken.

Das ÖKO-TEST-Magazin November 2014 gibt es im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 4,50 Euro.

Tee

Tee bietet mehr als Genuss und Entspannung

In der kalten Jahreszeit ist Tee ein besonderer Genuss: Er wärmt und bringt ein bisschen Ruhe in die vorweihnachtliche Hektik. Und mit jedem Schluck kann man seinem Körper zudem etwas Gutes tun, denn die Blätter der Teepflanze Camellia sinensis liefern wertvolle Inhaltsstoffe. So enthalten sie große Mengen des Mineralstoffs Fluorid, der Karieserkrankungen vorbeugt und somit zur Zahngesundheit beiträgt. Für Geschmack und Farbe sind maßgeblich die Polyphenole verantwortlich.

Diesen sekundären Pflanzenstoffen, zu denen Gerbstoffe, Flavonoide und Catechine gehören, wurden in den letzten Jahren viele positive Wirkungen zugeschrieben, unter anderem der Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, das Abtöten von Keimen und das Hemmen von Entzündungen. Die Catechine, die hauptsächlich in grünem Tee enthalten sind, wirken vermutlich krebsvorbeugend. Mit dem Eisen aus der Nahrung bilden sie allerdings schwer lösliche Komplexe, die der Körper nicht aufnehmen kann. Menschen mit niedrigen Eisenblutwerten sollten Tee daher nicht unmittelbar zu den Mahlzeiten trinken, sondern mindestens eine Stunde warten.

Dosierung und Ziehzeit sind je nach Sorte und gewünschter Wirkung ganz unterschiedlich. Ein Blick auf die Verpackung verrät in der Regel die richtige Menge und Ziehzeit. Darüber hinaus spielen auch die Lagerung des Tees, die Teekanne sowie die Wasserqualität beziehungsweise der Härtegrad eine wichtige Rolle. Für optimalen Teegenuss sollte das Wasser am besten frisch aus der Leitung kommen und anschließend zum Kochen gebracht werden, damit eventuell vorhandene Mikroorganismen inaktiviert werden. Für die Zubereitung von schwarzem Tee gießt man das kochende Wasser über die Teeblätter oder den Aufgussbeutel. Bei grünem Tee lässt man es auf 70-80 °C abkühlen, da er sonst bitter schmecken kann.

Ob ein Tee als schwarzer, grüner, weißer oder Oolong-Tee auf den Markt kommt, hängt von dem Grad der Fermentation, also der natürlichen Gärung, ab. Die Blätter des schwarzen Tees beispielsweise sind komplett fermentiert, die des grünen Tees gar nicht und bei Oolong-Tee wird der Fermentationsprozess gestoppt. Auch das Anbaugebiet oder Ursprungsland hat aufgrund der vorherrschenden klimatischen Bedingungen und Bodengegebenheiten Einfluss auf die Teesorte. Alle Sorten stammen übrigens von den Blättern der Teepflanze Camellia sinensis, die vorwiegend in den Hochlagen der Tropen und der Subtropen wächst. Beim kommerziellen Anbau werden die Pflanzen durch regelmäßiges Stutzen auf Hüfthöhe gehalten – dies verhindert das Blühen der Pflanzen und erleichtert zudem die Ernte, die häufig in Handarbeit erfolgt. Wichtig für die Qualität des Tees sind die festgelegten Zeitabstände bei der Ernte, denn nur so können neue Sprosse nachwachsen und die Pflückreife erreichen.
Heike Stommel, www.aid.de

Tee-Tipps

Wie erkennen Sie hochwertige Teesorten? Worauf sollten Sie bei der Lagerung von Tee achten und wie sieht die optimale Zubereitung aus? Natalia Panne, Tee-Expertin von www.tea-exclusive.de , gibt hilfreiche Tipps:

Qualität erkennen
Die Produktion von Tee ist eine Wissenschaft für sich und benötigt viel Erfahrung. Angefangen beim Anbau, über die Ernteweise und den Erntezeitpunkt sowie die anschließende Verarbeitung bis hin zur Lagerung und dem Transport bestimmen zahlreiche Faktoren das Endergebnis. Hochwertige Tees erkennen Sie in der Regel daran, dass sie lose und ohne künstliche Aromen erhältlich sind.
Meist besitzen handverarbeitete Tees eine höhere Qualität, als maschinell gefertigte Sorten, so Natalia Panne, von www.tea-exclusive.de. Durch die traditionelle, maschinenfreie Verarbeitungsform ist gewährleistet, dass nur die geeignetsten Blätter für den jeweiligen Tee in die Tasse kommen.
Hilfreich beim Kauf können außerdem bestimmte Qualitätsbezeichnungen, wie FBOP (Flowery Broken Orange Pekoe) sein, die einen Tee guter Qualität mit Knospen- und Blattspitzenanteil bezeichnet. Der sogenannte „First Flush“ stammt aus der ersten Tee-Ernte eines Jahres. First Flush-Tees sind besonders mild und frisch im Geschmack.

Lagerung von Tee
Lagern Sie ihre Tees am besten an einem dunklen Ort, luftdicht verpackt und geschützt vor Feuchtigkeit und Wärme. So bleiben die Aromen des Tees länger erhalten und sie können mit jeder Tasse den Geschmack aufs Neue erleben. Optimal geeignet für die Lagerung sind gut schließende Aluminiumdosen. Sie schützen ihren wertvollen Inhalt auch zuverlässig vor Fremdgerüchen.
Je nach Teesorte ist eventuell eine etwas andere Lagerung empfehlenswert. „Matcha-Tee beispielsweise ist sehr empfindlich und sollte nach dem Anbruch im Kühlschrank aufbewahrt und recht schnell aufgebraucht werden,“ empfiehlt Tee-Expertin Natalia Panne.

Heißes Wasser, und dann…? – Die richtige Zubereitung
„Die Qualität einer guten Tasse Tee hängt zu 20 Prozent vom Tee selbst ab und zu 80 Prozent vom verwendeten Wasser“, stellte bereits Zhang Dafu, ein Teemeister der Qing-Dynastie fest. Verwenden Sie daher bei der Zubereitung von Tee immer frisch aufgekochtes Wasser. Optimal geeignet ist mineralienreiches Wasser mit weichem bis mittelhartem Härtegrad.
Auch die Wassertemperatur spielt eine entscheidende Rolle bei der Zubereitung von Tee. Die Temperatur muss an die jeweilige Teesorte angepasst sein, damit die Aromen und Inhaltsstoffe erhalten bleiben. Für schwarzen Tee können Sie frisch aufgekochtes Wasser mit einer Temperatur von 95 Grad Celsius benutzen. Empfindliche japanische Grüntees sollten sie jedoch nur mit 60 Grad Celsius heißem Wasser aufgießen. Lassen Sie daher das Wasser nach dem Aufkochen abkühlen.

Als Orientierung dient diese Übersicht, bezogen auf eine Wassermenge von 1 bis 1,5 Liter Wasser:
Wassertemperatur direkt nach dem Aufkochen ~ 95°C (Ideal für Schwarzen Tee)
Wassertemperatur 1 min nach dem Aufkochen ~ 80°C (Grüne und Weiße Tees)
Wassertemperatur 3-4 min nach dem Aufkochen ~ 70°C (Grüne und Weiße Tees)
Wassertemperatur 8-9 min nach dem Aufkochen ~ 60°C (japanische Grüne Tees)

Ebenfalls wichtig ist die Ziehzeit, die der jeweiligen Sorte angepasst sein sollte. Beachten Sie die Zubereitungsempfehlungen für ein gutes Ergebnis.

Qualitativ hochwertige Tees lassen sich übrigens mehrfach aufgießen. Je nach Sorte können Sie die Teeblätter drei bis fünfmal verwenden und mit jedem neuen Aufguss einen anderen Charakter des Tees und verschiedene Aromen entdecken.

Hipp gewinnt den Goldenen Windbeutel 2012

Zuckrige Instant-Tees bewirbt Hipp als geeignete Getränke für Kleinkinder schon ab dem 12. Monat – diese Irreführungskampagne haben Zehntausende Verbraucher zur dreistesten Werbelüge des Jahres gewählt. Das ist das Ergebnis der Online-Abstimmung auf www.abgespeist.de ,dem foodwatch-Portal gegen Etikettenschwindel. Für seine Zuckergranulat-Tees „Früchte“, „Waldfrüchte“ und „Apfel-Melisse“ erhält Hipp heute (Dienstag, 19. Juni) den Goldenen Windbeutel 2012. Aktivisten der Verbraucherorganisation foodwatch werden den Negativpreis am Vormittag persönlich am Unternehmenssitz des Babynahrungs-Herstellers im bayerischen Pfaffenhofen (Ilm) verleihen.

129.229 Verbraucher haben bei der Wahl zum Goldenen Windbeutel 2012 ihre Stimme abgegeben. Das Ergebnis:

Platz: Instant-Tees ab dem 12. Monat von Hipp (44.013 Stimmen/34,1 Prozent)
Platz 1: Viva Vital Hackfleisch-Zubereitung mit pflanzlichem Eiweiß von Netto-Markendiscount (35.549 Stimmen/27,5 Prozent)
Platz 2: Becel pro.activ von Unilever (28.686 Stimmen/22,2 Prozent)
Platz 3: Clausthaler von Radeberger (13.104 Stimmen/10,1 Prozent)
Platz 4: Landlust Mirabelle & Birne von Teekanne (7.877 Stimmen/6,1 Prozent)

Hipp bewirbt seine Instant-Tees als geeignet für Kleinkinder ab dem 12. Lebensmonat – trotz des Zuckergehalts von umgerechnet zweieinhalb Stück Würfelzucker pro fertiger 200-Milliliter- Tasse. Experten hingegen empfehlen, kleinen Kindern nur ungesüßte Getränke zu geben. „Zuckergranulat mit Wasser aufgegossen: Eltern ein solches Produkt für Kleinkinder zu empfehlen ist unverantwortlich und passt in keiner Weise zu dem so oft betonten Anspruch von Hipp, ,kindgerechte‘ und ,gesunde‘ Produkte anzubieten“, kritisierte Oliver Huizinga von foodwatch.

Bereits im Mai 2012 hatte foodwatch die Hipp-Tees kritisiert und eine E-Mail-Aktion an den Hersteller gestartet. Mehr als 10.000 Verbraucher beschwerten sich direkt bei Unternehmenschef Claus Hipp. Das Unternehmen kündigte daraufhin an, seine Zuckergranulat-Tees nicht länger als „Durstlöscher“ zu bewerben. In einer Antwort an Verbraucher bezeichnete sie Hipp stattdessen als „Genussmittel“, die „gut für die Seele“ der Kinder seien. Nach Bekanntgabe der Nominierung für den Goldenen Windbeutel versprach der Hersteller, die Produkte bis Ende des Jahres durch neue Produkte ohne Zuckerzusatz ersetzen zu wollen.

„Vom vermeintlich gesunden Durstlöscher zum Genussmittel für die Seele – diese bemerkenswerte Umdeutung zeigt, dass die Unternehmen offenbar nur durch den öffentlichen Druck der Verbraucher reagieren“, sagte Oliver Huizinga von foodwatch. Es sei richtig, die völlig überflüssigen und für Kleinkinder ungeeigneten Zuckergranulat-Tees aus dem Sortiment zu nehmen. Inwieweit die Nachfolgeprodukte dem Hipp-Anspruch von „kindgerechten“ und „gesunden“ Produkten genügen werden und ob der Protest wirklich einen Fortschritt für die Verbraucher bringt, lasse sich jedoch noch nicht beurteilen: Das Unternehmen hat die Zusammensetzung der Ersatzprodukte noch nicht bekannt gegeben. „Eigentlich gibt es keine Notwendigkeit, andere Produkte zu entwickeln, denn Hipp hat geeignete Kleinkind-Getränke längst im Sortiment: die guten alten Teebeutel“, so Oliver Huizinga. Bis zur Markteinführung der Ersatzprodukte will Hipp seine Zucker-Instant-Tees offenbar weiterhin wider besseres Wissen im Kleinkind-Sortiment und mit der Empfehlung ab dem 12. Lebensmonat verkaufen.

Die Wahl zum Goldenen Windbeutel lief vom 22. Mai bis zum 18. Juni 2012 auf www.abgespeist.de
foodwatch vergab den Preis für die dreisteste Werbelüge des Jahres bereits zum vierten Mal. 2011 wählten die Verbraucher die „Milch-Schnitte“ von Ferrero zum Windbeutel-Sieger, 2010 erhielt die Molkerei Zott die Negativ-Auszeichnung für ihren „Monte Drink“, 2009 Danone für seinen probiotischen Joghurt „Actimel“.

Nominiert für den "Goldenen Windbeutel" 2012

Wer bekommt den „Goldenen Windbeutel“ 2012? Einen Monat lang können Verbraucher auf der Internetseite www.abgespeist.de darüber abstimmen, welches Produkt eines Lebensmittelherstellers die dreisteste Werbelüge des Jahres darstellt.

Die Verbraucherorganisation foodwatch hat fünf Produkte nominiert:

Becel pro-activ von Unilever, das Medikament zum Aufs-Brot-Schmieren: Eine Margarine mit hochkonzentriert zugesetzten Pflanzensterinen, die den Cholesterinspiegel senkt. Trotz aller Hinweise auf Risiken und Nebenwirkungen und völlig unklarer Langzeitfolgen verkauft Unilever das Produkt frei für jedermann im Supermarkt. Und nimmt damit in Kauf, dass auch Gesunde ohne Not an ihren Blutwerten herumdoktern. Zudem ist der Nutzen von Becel pro-activ ungeklärt – denn ob der Verzehr tatsächlich zu weniger Herzinfarkten führt, hat Unilever nicht einmal untersucht. Oliver Huizinga von foodwatch: „Becel pro.activ sollte nur auf Rezept und in der Apotheke verkauft werden.“
Teekanne Landlust Mirabelle & Birne, das Land-Imitat vom Fließband: „Wie aus dem eigenen Garten“? Von wegen! Bei dem Teekanne-Produkt handelt es sich um einen Standard-Industrie-Früchtetee, der nur teurer verkauft wird. Ohne Aromen würde der Tee auch nicht nach Mirabelle schmecken: Denn die haben es nur als Abbildung auf die Packung, nicht aber in den Teebeutel geschafft. Oliver Huizinga von foodwatch: „Ist der Schwindel erst entlarvt, herrscht statt Landlust nur noch Landfrust bei den Teekanne-Kunden.“
Viva Vital Hackfleisch-Zubereitung mit pflanzlichem Eiweiß von Netto Marken-Discount, das gestreckte Hack: 30 % Fleisch werden ersetzt durch billiges, mithilfe von Weizen schnittfest gemachtes Wasser. Die laut Werbehinweis „30 % weniger Fett“ sind damit keine Besonderheit, sondern logische Folge des Streckens – und rechtfertigen keineswegs den Preisaufschlag von mehr als 30 % gegenüber reinem Hack bei Netto. Zudem ist der Hinweis irreführend: Im Vergleich mit frischem Hack von Bedien-Theken, wo in der Regel magereres Fleisch verwendet wird, hat das gestreckte Produkt sogar meist mehr Fett und nicht weniger. Oliver Huizinga von foodwatch: „Hier geht es nicht um weniger Fett oder eine Reduktion des Fleischkonsums, sondern schlicht um mehr Brutto für Netto.“
Clausthaler Classic von Radeberger, das „alkoholfreie“ Bier mit Alkohol: Enthält 0,45 Vol.-Prozent Alkohol, weshalb das Gebräu in anderen Ländern auch korrekt als „low alcohol“ (alkohol“armes“) Bier gekennzeichnet ist. Nur dort, wo kein Gesetz die Schummelei mit der „alkoholfrei“-Etikettierung verbietet, verkauft Redeberger seine Kunden für dumm. Oliver Huizinga von foodwatch: „Clausthaler ginge so einfach schwindelfrei: Mit der Bezeichnung ,alkoholarm‘.“
Hipp Instant-Tees Früchte, Waldfrüchte und Apfel Melisse, die Zuckertees für Kleinkinder: Werden von Hipp ab dem 12. Lebensmonat empfohlen. Doch die Instant-Zucker-Tees bringen es auf umgerechnet zweieinhalb Stück Würfelzucker pro 200-Milliliter-Tasse. Das ist nicht nur überflüssig, weil es Tee auch ungesüßt gibt – es widerspricht auch allen Empfehlungen für die Ernährung von Kleinkindern. Und es passt ganz und gar nicht zum Anspruch von Unternehmenschef Claus Hipp, der sich für die Herstellung „gesunder“ und „kindgerechter“ Produkte „verbürgt“. Oliver Huizinga von foodwatch: „Um Profit zu machen, dient Hipp Eltern Zuckertee als empfehlenswertes Kindergetränk an. Verantwortliches Marketing sieht anders aus.“

Die Internet-Abstimmung läuft bis zum 18. Juni 2012 auf www.abgespeist.de , dem foodwatch-Portal gegen Etikettenschwindel.
Der „Goldene Windbeutel“ wird 2012 zum vierten Mal vergeben. Die bisherigen Gewinner: Milch-Schnitte von Ferrero (2011), Monte Drink von Zott (2010), Actimel von Danone (2009).