Test: Tiefkühlspinat

Tiefkühlspinat – viele Produkte nur „durchschnittlich“ –
Unterschiede bei Vitaminen und Schadstoffen, hoher Salzgehalt in Cremespinat

Für die aktuelle Februarausgabe der Zeitschrift KONSUMENT hat der Verein für Konsumenteninformation (VKI) 20 Proben Tiefkühlspinat getestet, darunter elf Blattspinate und neun Cremespinate. Geprüft wurde einerseits der Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen, andererseits aber auch die Belastung mit den Schadstoffen Nitrat, Chlorat, Cadmium und Blei. Bei den Cremespinat-Produkten wurde darüber hinaus auch die Zusammensetzung untersucht sowie der Kochsalzgehalt festgestellt. Am Ende erhielten fünf Spinate eine „gute“ oder „sehr gute“ Gesamtbewertung, 13 ein „durchschnittlich“ und zwei ein „weniger zufriedenstellend“.

„Spinat liefert eine Reihe wichtiger Nährstoffe“, erklärt VKI-Ernährungsexpertin Katrin Mittl. „Wird er jedoch über längere Zeit gelagert, verliert er an Farbe, Geschmack und Vitaminen.“ Auch Sorte, Erntezeitpunkt und die Verarbeitung zu Tiefkühlspinat haben Einfluss auf den Vitamin- und Mineralstoffgehalt. Je nach Produkt und Hersteller kann es hier im Endprodukt zu großen Schwankungen kommen, wie der aktuelle VKI-Test zeigt.

Auch bei der Belastung mit Schadstoffen fielen die Ergebnisse unterschiedlich aus. Erfreulich: Bei Cadmium und Blei kann grundsätzlich Entwarnung gegeben werden – alle Proben waren unauffällig. Größere Differenzen ergab die Laboruntersuchung hingegen beim Nitratgehalt der Produkte. Am wenigsten Nitrat wurde im „Iglo Cremespinat“ gefunden (60mg/kg), am meisten im „Echt Bio Blattspinat“ (1490mg/kg). Wer 200g des Echt Bio-Produkts zu sich nimmt, überschreitet damit bereits die von der Weltgesundheitsorganisation WHO festgesetzte duldbare tägliche Aufnahmemenge (ADI = Acceptable Daily Intake).

„An sich ist Nitrat ungefährlich“, erklärt VKI-Expertin Mittl. „Beim Zubereiten und längeren Warmhalten kann es sich jedoch in Nitrit umwandeln, woraus wiederum krebserregende Nitrosamine entstehen können. Spinat sollte deshalb am besten noch tiefgefroren in den Topf gegeben, sorgfältig erhitzt, aber nicht länger warmgestellt werden. Reste sollten rasch abgekühlt und spätestens am nächsten Tag verbraucht werden. Auch Vitamin C wirkt der Bildung von Nitrosaminen entgegen. Ein Glas Fruchtsaft zur Mahlzeit oder Obst als Dessert sind daher zu empfehlen.“

Bei Cremespinat empfiehlt sich zudem auch ein Blick auf die Inhaltsstoffe. Cremespinat besteht zu ca. 80 Prozent aus passiertem Spinat, der Rest setzt sich aus entrahmter Milch bzw. Magermilchpulver, Pflanzenöl, Gewürzen und Stärke zusammen und wird oft mit reichlich Salz erzeugt. Mit einer 200g-Portion ist bei den meisten Produkten die empfohlene tägliche Kochsalzzufuhr bereits zu einem Drittel ausgeschöpft. Nur „Ja! Natürlich Feiner Cremespinat“ und „Spar Natur Pur Bio-Cremespinat“ waren im Test weniger salzig.

SERVICE: Den ausführlichen Testbericht gibt es im Februar-KONSUMENT und online unter www.konsument.at

Feta und Salzlakenkäse im Test

Gute Ergebnisse im Labor, Mängel bei der Kennzeichnung

Nicht jeder Käse, der in Salzlake gereift ist, darf sich „Feta“ nennen. Eine EU-Verordnung von 2002 regelt, dass nur Käse, der vom griechischen Festland bzw. der Insel Lesbos stammt und ausschließlich aus Schaf- oder Ziegenmilch besteht, als „Feta“ verkauft werden darf. Ob sich die Hersteller daran halten, hat der Verein für Konsumenteninformation (VKI) anhand von 14 ausgewählten Produkten nachgeprüft – mit positivem Resultat: Kuhmilchbestandteile wurden nur dort gefunden, wo sie auch auf der Zutatenliste angeführt waren.

Anlass zu Kritik gab es dagegen beim Salzgehalt, der bei einigen Käsen deutlich höher ausfiel, als auf der Verpackung angegeben. Wegen dieser und anderer Mängel bei der Kennzeichnung wurden am Ende nur drei der 14 Produkte als „gut“ bewertet, alle anderen erhielten ein „durchschnittlich.“ Sämtliche Ergebnisse im Detail gibt es ab 30.07. in der Augustausgabe der VKI-Zeitschrift KONSUMENT.

Während die mikrobiologische Untersuchung im aktuellen Test gut ausfiel, war die Produktdeklaration bei einem Großteil der ausgewählten Proben mangelhaft. Insgesamt 11 Produkte verstießen gegen eine oder mehrere geltende Vorschriften. „Problematisch sind vor allem Angaben, die bei Konsumentinnen und Konsumenten zu Missverständnissen führen, wie etwa falsche Angaben zum Salzgehalt“, kritisiert VKI-Ernährungsexpertin Birgit Beck. „Der Gesetzgeber toleriert hier Abweichungen von bis zu 20 Prozent, dennoch wurden diese Werte bei sechs Produkten teilweise deutlich über-, manchmal aber auch unterschritten.“

Besonders salzig war der Feta von S-Budget mit rund 4 Gramm Salz pro 100 Gramm Käse – was bereits zwei Drittel der Tagesdosis entspricht. Aber auch der Käse von Ja!Natürlich und Salakis wies einen hohen Salzgehalt auf (3,2 Gramm pro 100 Gramm). Weniger Salz enthielten der Feta von Lyttos (1,5 Gramm) sowie der „Hirtenkäse“ von Eridanous und der Salzlakenkäse Patros Natur (jeweils 1,9 Gramm).

„Wegen des hohen Salz- und Fettgehalts ist es ratsam, Salzlakenkäse grundsätzlich eher sparsam zu verwenden“, erklärt VKI-Expertin Beck. „Wer Wert auf echten Feta legt, sollte dabei auf das g.U.-Zeichen achten, das eine geschützte Ursprungsbezeichnung anzeigt und garantiert, dass es sich um das Originalprodukt aus Griechenland handelt.“ Auf die Packung allein sei dagegen kein Verlass, so Beck. „Auch Salzlakenkäse aus Kuhmilch, der wenig mit echtem Feta zu tun hat, wirbt häufig mit blau-weißer Griechenland-Idylle. Solche Produkte kommen dann als ‚Hirtenkäse’, ‚Käse nach griechischer Art’ oder ‚Balkanart’ in den Handel.

SERVICE: Den ausführlichen Testbericht gibt es in der Augustausgabe der VKI-Zeitschrift KONSUMENT und online unter www.konsument.at.

Bessere Kennzeichnung auf Lebensmitteln

Künftig Salzgehalt statt Natriumwert

Wer vermeiden will, dass stark gesalzene Fertigsuppen oder Tiefkühlpizzen auf seinem Teller landen, suchte bislang auf der Verpackung nach dem Anteil der würzenden Zutat vergebens. Wenn überhaupt war der Salzgehalt bei den Nährwertangaben im Natriumwert versteckt. „Viele Hersteller machten sich bisher nicht die Mühe, neben dem Natrium auch den Anteil der weißen Streuwürze in ihren Fertiggerichten anzugeben. Doch Verbraucher brauchen verlässliche Angaben, denn zu viel Salz im Essen ist für den menschlichen Organismus schädlich“, kritisiert die Verbraucherzentrale NRW. Jeder Deutsche nimmt täglich im Schnitt sieben bis neun Gramm Salz zu sich. Mehr als sechs Gramm pro Tag können Herz und Kreislauf auf Dauer nicht verkraften. Viele Menschen haben mit hohem Blutdruck und einem steigenden Schlaganfallrisiko zu kämpfen. Die Gefahr dieser Zivilisationskrankheiten kann durch weniger Salz in der eigenen Ernährung reduziert werden.“ Eine neue Kennzeichnungspflicht ab Ende des Jahres soll Konsumenten helfen, sich beim Lebensmitteleinkauf im Laden besser zu orientieren und ihnen ermöglichen, ihren Salzkonsum leichter zu regulieren:
Kennzeichnungsrevolution auf der Verpackung: Bislang war es Herstellern freigestellt, ob sie den Salzgehalt in ihren Fertig-Pizzen, Pasta-Gerichten und Co. auf den Verpackungen angeben. Wenn, mussten Hersteller dies zwingend in Form des Natriumwerts, einem Mineralstoff im Salz, tun, konnten die Salzmenge aber zusätzlich nennen. Ein Gramm Natrium entspricht rund 2,5 Prozent Gramm der weißen Würze. Kundige Verbraucher mussten also meistens rechnen, um den wahren Salzgehalt in der Suppe von der Verpackung ablesen zu können. Ab 13. Dezember kann der Rechner in der Tasche bleiben: Ab dann muss bei der freiwilligen Kennzeichnung der Salz- statt des Natriumanteils EU-weit auf der Verpackung angegeben werden. Aber erst ab Ende 2016 müssen sich sämtliche Hersteller an diese Vorgabe halten. Immer mehr Lebensmittelfirmen nehmen bereits im Vorfeld nicht nur die neue Regelung, sondern auch die damit beabsichtigte Gesundheitsförderung ernst: Sie stellen schon jetzt die Kennzeichnung auf ihren Lebensmittelverpackungen für Verbraucher nachvollziehbar um und reduzieren sogar in vielen Fällen den Salzanteil in ihren Gerichten.

Maximal sechs Gramm pro Tag: Gesundheitsbewusste Konsumenten sollten darauf achten, dass sie insgesamt nicht mehr als einen Teelöffel Salz pro Tag zu sich nehmen. Der größte Teil davon wird nicht beim Kochen ins Essen gestreut, sondern er steckt bereits verarbeitet in Wurst, Käse, Brot und Fertiggerichten. Die eindeutige Salzkennzeichnung auf den Produkten macht es Verbrauchern nun leichter, den Überblick über die Zufuhr zu behalten. Gering Gesalzenes enthält 0,3 Gramm Salz in hundert Gramm. Bei verarbeiteten Lebensmitteln mit der fünffachen Menge – 1,5 Gramm Salz – ist die Ausschau nach einer salzärmeren Variante empfehlenswert. Meistens gibt es auch weniger gewürzte Produkte – allerdings meist bei einem anderen Hersteller.

Wissenswertes rund um die neuen Kennzeichnungsregeln von Salz und Tipps zum Konsum finden Interessenten in einem Special der Verbraucherzentrale NRW im Internet unter www.vz-nrw.de/salz

Industriebäcker salzen zu stark

Industriell gebackenes Brot enthält zu viel Salz! Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung der Verbraucherzentrale NRW von 274 Broten und Brötchen. Im Sommer hatten ihre Tester die Zutatenliste von Erzeugnissen aus Supermarktregalen und Backautomaten hinsichtlich des Salzgehalts geprüft. Der tägliche Salzkonsum sollte nach anerkannten Ernährungsempfehlungen fünf bis sechs Gramm nicht überschreiten Laut Stichprobe weist eine Scheibe geschnittenes Brot (cirka 50 Gramm) mit bis zu einem Gramm Salz einen viel zu hohen Anteil auf: „Wer pro Tag drei bis vier Scheiben von abgepacktem Brot aus dem Supermarkt oder vom Discounter verzehrt, nimmt mit dieser Menge bereits zwei Drittel der empfohlenen Tagesdosis an Salz zu sich – den Anteil in Wurst und Käse noch nicht mitgerechnet“, schlägt Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, Alarm. Um das Risiko gefährlicher Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu minimieren, rät der Verbraucherzentralenchef dringend zum Griff nach salzärmeren Alternativen, die beim Check im Handel in jeder fünften Brottüte aufgespürt wurden.

Verbraucher gelingt es jedoch nicht nur bei den Broten von der Backstraße, sondern grundsätzlich bei verarbeiteten Lebensmitteln kaum, den Salzgehalt selbst zu ermitteln, da der Würzanteil auf der Verpackung in der Regel als Natriumwert angegeben wird. Wie viel Salz den industriellen Brotrezepten beigemengt wurde, mussten die Prüfer der Verbraucherzentrale NRW deshalb erst umrechnen: 1 Gramm Natrium = 2,54 Gramm Salz. Ihr Richtwert hierbei: 100 Gramm Brot sollen nicht mehr als 1,1 Gramm Salz beziehungsweise 0,45 Gramm Natrium enthalten.

Kritisch unter die Lupe genommen hatten die Verbraucherschützer den Salzanteil in 67 Weizenbroten und -brötchen,
65 Weizen-/Roggenmisch-, 30 Mehrkorn-, 98 Vollkorn- und 14 Pumpernickelbroten. Das Ergebnis ist besorgniserregend: Vier von fünf der untersuchten Tagesrationen (213) enthielten mehr als zwei Gramm Salz – und übertrafen bereits mehr als ein Drittel der täglichen Maximaldosis. Bei elf Broten aus dem Weizen-, Misch- und Mehrkornsortiment hatten die industriellen Bäcker im Schnitt mit drei Gramm pro Tagesportion sogar richtig tief ins Salzfass gegriffen. Lediglich die Vollkornvarianten schnitten deutlich verträglicher ab: Nur ein Produkt aus vollem Korn und Schrot war übersalzen.

Regelmäßiger Verzehr nicht nur von fix und fertig hergestelltem Brot, sondern generell von verarbeiteten Lebensmitteln führt zu einem übermäßigen Salzkonsum, bei dem die empfohlene maximale Tagesdosis von sechs Gramm Salz leicht überschritten wird. Der emsige Griff zum Salzstreuer wirkt sich auf Dauer auf die Gesundheit aus: „Ein übermäßiger Konsum von Kochsalz ist Gift für den Blutdruck und erhöht das Risiko gefährlicher Herz- und Kreislauferkrankungen. 2,5 Gramm Salz pro Tag weniger reduzieren die Erkrankungsgefahr um fast 25 Prozent, ohne dass dadurch nennenswert Geschmack und Genuss beeinträchtigt werden“, rät Müller im Gourmet Report Gespräch zu einer salzärmeren Ernährung.

Der NRW-Verbraucherzentralenvorstand appelliert an Bäckereiindustrie und -handwerk, den Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung zu folgen und generell den Salzanteil im Brot auf 1,5 Prozent – bezogen auf den Mehlanteil – zu reduzieren. „Ganz gleich ob industriell oder handgeknetet: Falls sich die Brotbäcker nicht bewegen und freiwillig auf die starke Prise Salz verzichten, müssen Grenzwerte für den Salzgehalt der diversen Brot- und Backwaren künftig gesetzlich festgelegt werden“, fordert Klaus Müller.

Detaillierte Untersuchungsergebnisse zum Salzgehalt in abgepackten Broten sind im Internet veröffentlicht unter www.vz-nrw.de/salzimbrot

FAZIT: Industrielle Lebensmittel meiden, es gibt auch gute Bäcker. Wenn schon industrielle Brote, dann nur Vollkornbrote!

KONSUMENT: Salz in Lebensmittel

Wie kann man den Salzkonsum
einschränken, wenn doch allein 80 Prozent des Salzes, das wir zu uns nehmen, aus
verarbeiteten Lebensmitteln stammt und der Kochsalzgehalt erst ab 2016 auf dem
Etikett angegeben werden muss? Welche verarbeiteten Lebensmittel enthalten viel
Salz? Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat den Kochsalzgehalt von 32
Lebensmitteln im Labor analysiert und einige Überraschungen erlebt.

So finden sich
unter den größten „Salzsündern“ nicht nur übliche Verdächtige wie etwa die Salami-
Pizza oder generell Fertiggerichte. Gerechnet an der täglichen Verzehrmenge wird das
meiste Salz über Brot und Gebäck aufgenommen. Doch auch die vom VKI analysierten
Süßigkeiten enthalten Salz. Selbst wenn Schokoriegel und Vollkornkekse auf die
tägliche Salzbilanz nur geringen Einfluss haben: Wohl kaum jemand rechnet hier
damit.
Alle Details zum Test und Ernährungstipps gibt es auf www.konsument.at und
im Juli-KONSUMENT.

Das meiste Salz steckt in Semmeln, gefolgt von Mischbroten. In Österreich wird viel Brot und
Gebäck gegessen, dementsprechend hoch ist die Salzaufnahme aus dieser Produktgruppe.
Die Bäcker sind sich inzwischen des Problems bewusst und setzen auf eine freiwillige
Beschränkung. Betriebe, die den Salzgehalt ihres Gebäcks schrittweise reduzieren, sind auf
der Website www.lebensmittelgewerbe.at zu finden.
Weniger überraschend war, dass man mit einer Pizza im ungünstigsten Fall 95 Prozent der
empfohlenen täglichen Maximalzufuhr an Salz ausschöpft. Dass aber der Salzgehalt von
Fertig-Röstgemüse erstaunlich hoch sein kann, klingt neu. Auch der analysierte
Buttermilchkäse sorgte für einen Überraschungseffekt: Wer etwas mehr als drei Scheiben
davon verspeist (60 g), nimmt gleichzeitig rund 1 Gramm Kochsalz auf.

Nicht mehr als sechs
Gramm Salz täglich, oder einen gestrichenen Teelöffel voll, empfehlen Ernährungsgesellschaften.
Österreicherinnen und Österreicher konsumieren laut Ernährungsbericht
2008 – im Durchschnitt – aber 8 bzw. 9 Gramm. Einen niedrigen Salzgehalt hatte im Test
dagegen Mozzarella. „Generell raten wir dazu, öfter mal Frisches zu essen – Gemüse,
Joghurt oder Frischkäse haben nur einen geringen Salzgehalt – bzw. anders zu würzen:
auch Petersilie, Pfeffer, Schnittlauch oder Dill geben den Speisen Aroma“, empfiehlt VKIErnährungswissenschafterin
Katrin Mittl.

Etikett: Kochsalzgehalt = Natriumgehalt x 2,5
Wenn das meiste Salz „versteckt“ in Lebensmitteln lauert, sollte das Etikett über den
Salzgehalt informieren. Doch erst ab 2016 muss der Kochsalzgehalt verpflichtend
angegeben werden. Derzeit müssen Hersteller statt des Kochsalzgehaltes lediglich den
Natriumgehalt angeben. Diesen müssen Konsumenten aber erst mit 2,5 multiplizieren, um
auch den tatsächlichen Kochsalzgehalt zu erhalten.

Vorsicht Salzsünder

Zu viel Salz ist ungesund. Besonders verarbeitete Lebensmittel sind oft sehr salzreich, hat eine Untersuchung von Stiftung Warentest gezeigt. Die Lebensmitteltester prüften 74 verarbeitete Produkte auf ihren Salzgehalt – darunter Aufbackbrötchen, Fischstäbchen, Räucherlachs, Rotkohl und Tiefkühlpizza. Das Resultat: Mit nur einer Portion von vielen dieser Nahrungsmittel nehmen Verbraucher bis zu 80 Prozent der täglich vertretbaren Salzmenge von 6 Gramm auf. Die größten Salzbomben sind mit knapp 8 Gramm pro Portion Matjesfilets nordischer Art, die traditionell in Salzlake konserviert werden.

Auch Gerichte von „Essen auf Rädern“ sind häufig zu salzreich: Fünf von sechs Hauptgerichten lieferten fast die empfohlene tägliche Maximalzufuhr. Bei Tiefkühlnudelgerichten variierte der Salzgehalt stark je nach Produkt. Im Allgemeinen werden 80 Prozent des verzehrten Salzes durch verarbeitete Lebensmittel aufgenommen, erklärt Stiftung Warentest. Ein Drittel des Salzkonsums geht auf Backwaren wie Brot und Brötchen zurück, auch wenn diese gar nicht salzig schmecken. Weitere Quellen sind Wurst, Fleischwaren, Käse und Fertiggerichte. Wer etwa zum Frühstück zwei Aufbackbrötchen isst, hat bereits ein Drittel der empfohlenen Menge aufgenommen (2,2 g).

In Deutschland wird gerne zum Salzstreuer gegriffen. Frauen nehmen durchschnittlich 6,5 Gramm Salz und Männer sogar 9 Gramm Salz pro Tag zu sich. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt aber nicht mehr als 6 Gramm, was einem gestrichenen Teelöffel entspricht. Wer mit der Nahrung zu viel Salz aufnimmt, hat insbesondere im Alter ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine salzreiche Kost treibt nicht nur den Blutdruck in die Höhe, sondern beeinträchtigt auch die Elastizität der Blutgefäße sowie die Herz- und Nierenfunktion.

Verbraucher können auf dem Etikett nur schwer erkennen, wie viel Salz im Lebensmittel enthalten ist. Meist ist der Natriumwert angegeben, der mit dem Faktor 2,5 multipliziert den Salzgehalt verrät. Erst im Jahr 2016 tritt die neue Nährwertkennzeichnung in Kraft. Dann sind die Hersteller verpflichtet, bei verarbeiteten Lebensmitteln die Salzmenge pro 100 g anzugeben. Dabei ist eine salzarme Ernährung nicht schwer. Lebensmittel wie frisches Obst und Gemüse, Jogurt, Quark und Frischkäse, Müsli, purer Fisch und pures Fleisch sind nahezu salzfrei. Salzen Sie bei Tisch nicht nach und würzen Sie lieber mit Kräutern wie Petersilie, Rosmarin, Schnittlauch und Thymian.
Heike Kreutz, www.aid.de

Volkskrankheit Bluthochdruck – Weniger Salz hilft

BfR empfiehlt Senkung des Salzgehaltes von verarbeiteten Lebensmitteln als Maßnahme gegen Bluthochdruck.

Was wäre die Suppe ohne das Salz? Der Zusatz von Salz bei der Verarbeitung von Lebensmitteln hat vielfachen Nutzen: Salz kann sowohl die Haltbarkeit als auch den Geschmack verbessern, es ist außerdem an vielen elementaren Stoffwechselprozessen in unserem Körper beteiligt. Aber ein Zuviel des Guten schädigt die Gesundheit. Ein hoher Salzkonsum kann den Blutdruck in die Höhe treiben und begünstigt Herz-Kreislauferkrankungen. Durch eine geringere Salzaufnahme kann der Blutdruck bei vielen Personen gesenkt werden. Nach einer gemeinsamen Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), des Max Rubner-Instituts (MRI) und des Robert Koch-Instituts (RKI) nimmt die Mehrheit der deutschen Bevölkerung zu viel Salz auf. Ausschlaggebend ist jedoch nicht der Griff zum Salzstreuer. Es sind vor all em Brot, Milchprodukte (z.B. Käse), Fleisch- und Wurstwaren. Diesen Lebensmitteln wird nicht nur Salz bei der Herstellung zugesetzt, sie werden außerdem viel verzehrt. Vor dem Hintergrund, dass fast die Hälfte der deutschen Erwachsenen (44 % Frauen, 51 % Männer) einen erhöhten Blutdruck haben, empfiehlt das BfR den Salzgehalt in verarbeiteten Lebensmitteln zu reduzieren.

Die durchschnittliche Salzaufnahme der deutschen Bevölkerung ist zu hoch. Besonders junge Männer, Kinder und Jugendliche verzehren zu viel Salz. Da es einen Zusammenhang zwischen hohem Salzkonsum und Bluthochdruck gibt, empfehlen MRI, RKI und BfR die Salzaufnahme in der Bevölkerung zu verringern. Eine salzreduzierte Ernährung ist aber nicht einfach umzusetzen, da Salz in fast allen verarbeiteten Lebensmitteln vorkommt.

Zu den Lebensmitteln, über die besonders viel Salz aufgenommen wird, gehören Brot, Milchprodukte (z.B. Käse) sowie Fleisch- und Wurstwaren. Innerhalb dieser Lebensmittelgruppen gibt es jedoch Unterschiede. Produkte, bei denen Salz zur Konservierung verwendet wird, wie beispielsweise Salami, weisen besonders hohe Salzgehalte auf. Hartkäse ist salzreicher als Frischkäse. Auch Knabbereien oder Soßen enthalten oft viel Salz. Da diese Lebensmittel jedoch deutlich seltener bzw. in geringeren Mengen als die oben genannten Nahrungsmittel verzehrt werden, tragen sie nur einen geringen Teil zur gesamten Salzaufnahme bei.

Eine Empfehlung an die Verbraucher, verarbeitete Lebensmittel in geringerem Maße zu verzehren, ist schwer realisierbar, da sie in Deutschland einen festen Bestandteil der Ernährung ausmachen. Deshalb empfiehlt das BfR den Salzgehalt in verarbeiteten Lebensmitteln zu verringern. Verbraucher sollten außerdem Salz im Haushalt generell nur mäßig verwenden, um zusätzliche Salzeinträge zu vermeiden. Eine Anpassung an den milderen Salzgeschmack kann durch eine schrittweise Reduktion erfolgen. So können Gaumen und Zunge an den abgeschwächten Geschmack gewöhnt werden.

Die blutdrucksenkende Wirkung einer salzreduzierten Ernährung kann durch körperliche Aktivität, Gewichtsreduktion, gemüse- und obstreiche Kost und das Meiden von Alkohol unterstützt werden.

ZU VIEL SALZ IN MIKROWELLEN-MENÜS

Fertiggerichte für die Mikrowelle enthalten immer noch zu viel Salz: Das hat die Verbraucherzentrale NRW erneut in einer Stichprobe Grünkohl, Gulasch oder Geschnetzeltem festgestellt. Im Schnitt liefert eine Portion mit mehr als vier Gramm bereits zwei Drit­tel der täglich empfohlenen Salzmenge (sechs Gramm) für Erwach­sene. „Der Salzanteil in den zubereiteten Mahlzeiten für die schnelle Küche ist im Vergleich zu unserer letzten Untersuchung im Oktober 2010 immer noch gesundheitlich bedenklich. Viele Hersteller ignorie­ren die Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung und haben die Salzmenge in ihren Gerichten sogar noch erhöht“, erklärt die Verbraucherzentrale NRW: „Wer regelmäßig ein fix und fertiges Gericht aus der Mikrowelle verzehrt, hat mit einer Portion oft schon die gesamte Tagesdosis von sechs Gramm intus“. Ein hoher Konsum von Kochsalz sei jedoch Gift für den Blutdruck und erhöhe das Risiko gefährlicher Herz- und Kreislauferkrankungen.

Untersucht wurden die Kalorien- und Nährwerte auf den Verpackun­gen von 117 Tellergerichten (81 Fertigmenüs, 23 Konserven, 13 Tief­kühlgerichte) von deftiger Hausmannskost bis hin zu Light-Menüs. Bei fast allen Mahlzeiten für die Mikrowelle (98 Prozent) war – sofern angegeben – im Verhältnis zur empfohlenen Tagesmenge für eine Hauptmahlzeit zu viel Salz in Suppe und Soße. Erkennen konnten dies die Kunden selten: Kaum ein Produkt nannte den Salzgehalt der Ein-Portionen-Packung. 107 Menüs warteten immerhin mit dem Nat­riumwert auf, der – erst mit dem Faktor 2,54 multipliziert – kundigen Konsumenten den wahren Salzgehalt verriet. Bei zehn Fertiggerich­ten fehlten die aufschlussreichen Nährwertangaben komplett.

Bereits vor anderthalb Jahren hatte die Verbraucherzentrale NRW die Salzmenge in 103 Menüschalen für die Mikrowelle genauer unter die Lupe genommen: Auch damals war der Gehalt der Küchenwürze in den Fertigspeisen mit ebenfalls 98 Prozent zu hoch. Trotz Gesund­heitsbedenken streuen Hersteller weiterhin ungerührt reichlich Salz in ihre Fertiggerichte.

Fertiggerichte werden von Konsumenten nicht nur wegen ihrer Rezeptur, sondern in erster Linie auch mit Blick auf den Kalorienge­halt ausgewählt. In punkto Salzmenge oftmals eine fatale Entschei­dung: Denn in Relation waren die Kalorienangaben bei der deftigen Hausmannskost im aktuellen Test eher niedrig, die Salzwerte hin­gegen viel zu hoch: bei 99 von 107 Mikrowellen-Menüs weit mehr als das Doppelte. Bei 25 Gerichten übertraf der genannte Salz- den Brennwert sogar um das Fünffache.

Um sich beim Kauf von verarbeiteten Lebensmitteln nicht von fehlen­den oder überbetonten Produkteigenschaften leiten zu lassen, sollten Verbraucher verstärkt auf den angegebenen Natriumwert auf den Verpackungen achten und dann zum Taschenerchner greifen: Denn die Salzmenge ist stets 2,5-mal höher als der angegebene Natrium­gehalt. Fertiggerichte ohne Angaben lässt man besser gleich im Supermarktregal links liegen. Insgesamt sollten pro Tag von einem Erwachsenen nicht mehr als sechs Gramm Kochsalz konsumiert werden.

Erst ab Ende 2016 muss innerhalb der Europäischen Union – also auch in Deutschland – die Salzmenge bei verarbeiteten Lebensmit­teln pro hundert Gramm und pro Portion auf der Verpackung verbind­lich angegeben werden. „Zu spät“, mahnt die Verbraucherzentrale NRW: „Im Hinblick auf die gesundheitlichen Risiken von allzu hohem Salzkonsum muss die Produktinformation auf den Packungen sofort verbessert und vor allem transparent für Kunden werden.“

Konsumenten von Fertiggerichten leben gefährlich

Wer sich regelmäßig am Genuss von fix und fertig zubereite­tem Gulasch oder Geschnetzeltem in herzhafter Sauce erfreut, nimmt mit einem Tellergericht bereits die empfohlene Tagesmenge an Salz zu sich – so das alarmierende Ergebnis einer Stichprobe der Verbraucher­zentrale NRW.

Den Salzgehalt in Fertigmenüs für die Mikrowelle hatten die Verbrau­cherschützer im August/September in verschiedenen Supermärkten und Discountern genauer unter die Lupe genommen. Im Fokus standen 103 Tellergerichte mit Hausmannskost, deren Kalorien- und Hauptnährwerte in einer Tabelle auf der Verpackung aufgelistet waren. Lediglich bei sechs Packungen war ausdrücklich die Salzmenge für die jeweilige Rezeptur angegeben. Bei 84 Menüs stießen die Tester statt auf Salz lediglich auf den Natriumgehalt. Bei 13 Produkten suchten die Tester beides vergebens.

Innerhalb der Europäischen Union – also auch in Deutschland – muss die Salzmenge bei verarbeiteten Lebensmitteln bislang nicht auf der Verpackung verzeichnet werden. Stattdessen geben viele Hersteller die Salzmenge in Form des Natriumwerts – der nur ein chemischer Bestand­teil von Kochsalz ist – auf der Packung an. Dazu sind sie jedoch nicht verpflichtet. Fatale Crux hierbei: Wer sich über den Salzanteil im jeweili­gen Produkt informieren möchte, muss erst den Natriumwert mit dem Faktor 2,54 multiplizieren, um den wahren Salzgehalt zu erfahren.

„Nicht verbraucherfreundlich und höchst bedenklich“, geißelt die Ver­braucherzentrale NRW die bisherige Praxis. Ein hoher Konsum von Kochsalz sei Gift für den Blutdruck der Bevölkerung und erhöhe das Risiko gefährlicher Herz- und Kreislauferkrankungen: „Mit durchschnitt­lich 4,35 Gramm Salz liefert ein Tellergericht mehr als zwei Drittel der täglichen Maximalmenge von sechs Gramm für Erwachsene“, rechnen die Verbraucherschützer vor, „tatsächlich wird diese Menge in einigen Fällen schon beim Genuss einer Fertigmahlzeit locker erreicht.“
So enthielten in der Stichprobe etwa die von TV-Koch Schuhbeck krei­erten „Nürnberger Rostbratwürstchen auf Apfelkraut“ den Spitzenwert von 7,21 Gramm an salziger Würze. Sein „Backofenleberkäse in Braten­sauce“ wies gerade mal 0,2 Gramm weniger, nämlich 7,01 Gramm an Salz auf. Eine Portion „Schweinegulasch in pikanter Sauce“ der Han­delskette REWE deckte mit 6 Gramm exakt die höchstens empfohlene Tagesmenge ab.

Fertiggerichte werden von Konsumenten nicht nur wegen ihrer Rezeptur, sondern auch mit Blick auf den Kaloriengehalt ausgewählt. In punkto Salzmenge ist dies oftmals eine fatale Entscheidung: Bei der deftigen Hausmannskost im Test waren die Kalorien der einzelnen Gerichte eher niedrig, die Salzmenge hingegen viel zu hoch: bei 89 von 90 Mikrowel­len-Menüs weit mehr als doppelt so hoch, in 15 Fällen übertraf der genannte Salz- den Brennwert sogar um das Fünffache.

Einzige Orientierungshilfe für Verbraucher bislang, um sich über den Salzgehalt von Fertigmenüs zu orientieren: Neben dem Natriumgehalt wird eine Prozentangabe genannt, diese sollte nur wenig höher liegen als die entsprechende Prozentangabe neben den Kalorien. Produkte ganz ohne Angaben lässt man besser gleich im Supermarktregal liegen.

„Es ist für jeden Konsumenten, insbesondere jedoch für übergewichtige und ältere Personen, wichtig, dass der Salzanteil in allen Fertigprodukten deutlich reduziert wird. Zudem sollte dieser spezielle Wert zusätzlich zum Natriumgehalt auch deutlich auf den Verpackungen angegeben werden“, fordert die Verbraucherzentrale NRW ein präventives Umden­ken von der Lebensmittel verarbeitenden Industrie.

EU kritisiert Salzgehalt in deutschem Brot

Die Europäische Kommission bedroht die Brotkultur in Deutschland. Denn wenn es nach den Bürokraten in Brüssel geht, ist in Deutschland hergestelltes Brot ab sofort ungesund, da es im Vergleich zu anderen Brotsorten in Europa salzreich ist. Im Zusammenhang mit den Nahrungsmittel-Kennzeichnungsplänen wurde über einen Grenzwert des im Brot enthaltenen Salzes beraten. Jedes Brot, das diesen Wert überschreitet, darf nicht mehr als „gesund“ beworben werden. Damit wäre deutsches Brot ungesund!

Ruf des deutschen Brotes in Gefahr

Vor dem Hintergrund der neuen Nährstoffprofile auf der Verpackung von Lebensmitteln stand auch der Salzgehalt in Brot auf dem Prüfstand. Deutsches Brot ist Spitzenreiter, wenn es um das enthaltene Salz geht. Der Bäckerhandwerk-Verband sieht den guten Ruf des deutschen Brotes in Gefahr. Denn mit Überschreitung der durch die EU vorgegebenen Salzmenge darf das Brot nicht mehr als gesund deklariert werden.

Gründe für die Salz-Einschränkung

Die Gesundheitspolitiker in Brüssel wollen durch eine Einschränkung des Salzkonsums die gesunde Ernährung in Europa forcieren. Für salzsensitive Menschen mit Bluthochdruck könnte ein niedriger Salzkonsum gesundheitsfördernd wirken. Wenn diese Personen beim Brot-Kauf den Salz-Anteil klar aus dem Nährwertprofil ablesen könnten, wäre das ein Vorteil.

In Deutschland werden nach Angaben des Deutschen Bäckerhandwerks 300 Sorten Brot und 1.200 Sorten Kleingebäck hergestellt. Aufgrund dieser Tatsache und der heftigen Proteste der deutschen Bäcker lenkte die EU-Kommission nun ein und plant, etwas höhere Grenzwerte festzulegen.

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