Maikäfersuppe

Eklig oder köstlich? Ein vergessenes Traditionsgericht

In weiten Teilen der Welt sind Insekten ein gängiges
Nahrungsmittel, während bei vielen Europäern allein die Vorstellung
ein Ekelgefühl hervorruft. Dabei ist der Verzehr der Krabbeltiere
auch hierzulande keine neue Entwicklung. Bis Mitte des vergangenen
Jahrhunderts waren einige wenige Insektengerichte auch in Deutschland
verbreitet. So kam in Nordhessen und Thüringen saisonal
Maikäfersuppe auf den Tisch, die einen ähnlichen Geschmack wie
Krebssuppe haben soll (die Autorin hat es nicht selbst ausprobiert;
Anmerkung der Redaktion). Die schwerfälligen Brummer waren auch als
Frühlingsdessert, geröstet und kandiert in Konditoreien erhältlich.
Daran erinnern heute nur noch die Schoko-Maikäfer – ohne
Insektenbestandteil.

Im Magazin für die Staatsarzneikunde aus dem Jahr 1844 wird die
Maikäfersuppe als „vortreffliches und kräftiges Nahrungsmittel“
beschrieben. Hier ist nachzulesen, wie man sie am besten zubereitet.
Zunächst werden die Maikäfer lebend von den Bäumen gesammelt – pro
Portion rund 30 Tiere. Sie sollten kein Eichenlaub gefressen haben, da
sie ansonsten bitter schmecken. Vor der Zubereitung wäscht man die
Käfer und entfernt die hornartigen Flügel und Beine. Anschließend
werden sie mit einem Mörser zerstoßen, in heißer Butter angeröstet
und in einer Fleischbrühe gekocht. Die Suppe wird vor dem Essen
passiert und mit etwas Mehlschwitze und Eigelb gebunden. Oft wurde
Maikäfersuppe mit geschnittener Kalbsleber sowie Schnittlauch
verfeinert und geröstetem Weißbrot serviert.

Maikäfer gehören zur Gruppe der Blatthornkäfer und verbringen vier
Jahre ihres Lebens als Engerling in der Erde. Erst dann schlüpfen die
grau-bräunlichen Jungkäfer, die sich überwiegend von Blättern der
Laubbäume wie Buche und Eiche ernähren. Seit einigen Jahren treten
die Tiere wieder häufiger auf, aber Massenvermehrungen sind nur noch
selten zu beobachten. Früher waren Maikäfer so zahlreich, dass sie
gezielt bekämpft und eben auch gegessen wurden.

Heike Kreutz

http://www.aid.de/inhalt/insekten-558.html

Jetzt für den INTERNORGA Zukunftspreis 2016 bewerben!

Der INTERNORGA Zukunftspreis geht 2016 in die sechste Runde und ist bei Unternehmen und Institutionen, die besonders zukunftsweisend handeln, begehrter denn je. 2015 zählte die INTERNORGA rekordverdächtige 120 Bewerbungen. Der Preis, der in insgesamt vier Kategorien vergeben wird, hat sich als eine der wichtigsten Auszeichnungen im Außer-Haus-Markt etabliert. Die Kategorie „Trendsetter Unternehmen – Artisan“ würdigt nach der erfolgreichen Premiere in 2015 auch kommendes Jahr wieder Handwerksbetriebe, die Tradition mit Innovation verknüpfen. Bewerbungen oder Empfehlungen für die sechste Ausgabe der begehrten Branchen-Trophäe können ab sofort unter www.internorga.com/zukunftspreis eingereicht werden.

Der Außer-Haus-Markt entwickelt sich rasant weiter und profitiert überdurchschnittlich von Innovationen – vor allem Neuentwicklungen mit Fokus auf Nachhaltigkeit sind in den letzten Jahren zum Motor der Branche avanciert. Neue Wege gehen, Perspektiven eröffnen und Maßstäbe setzen: Mit dem INTERNORGA Zukunftspreis zeichnet die Leitmesse bereits seit 2011 Produkte, Dienstleistungen oder Strategien aus, die ein Zeichen in puncto Zukunftsverträglichkeit und Nachhaltigkeit setzen. Der Branchen-Award bietet Unternehmen und Institutionen einen exklusiven Rahmen, um ihr Engagement und ihre Innovationskompetenz zu präsentieren. Wie vielfältig Nachhaltigkeit sein kann, zeigen die bisher eingereichten Ideen, die vom naturverbundenen Hotel-Konzept über Initiativen zur Einsparung von CO2 oder Lebensmittelabfällen, regionale Vermarktungsstrukturen bis hin zur Öko-Bäckerei reichen.

Vier Preiskategorien
Der INTERNORGA Zukunftspreis wird in vier Preiskategorien verliehen. Seit 2015 ist die Kategorie „Trendsetter Unternehmen – Artisan“ mit dabei. Sie zeichnet Handwerksbetriebe wie Fleischer oder Bäcker aus, die traditionelle Herstellungsweisen mit innovativen Technologien und nachhaltigem Wirtschaften verknüpfen. Die Kategorie „Trendsetter Unternehmen – Gastronomie & Hotellerie“ richtet sich an Unternehmen aus Hotellerie, Gastronomie, Catering oder Gemeinschaftsverpflegung. Sie sollen zeigen, wie sich unternehmerisches Handeln und zukunftsgerichtetes Wirtschaften zum Beispiel durch ökologische Rohstoffgewinnung, Ressourcen- und Energieeffizienz oder faire Handelsbeziehungen vereinen lassen. Allen Ausstellern der INTERNORGA stehen die Rubriken „Trendsetter Produkt – Nahrungsmittel & Getränke“ und „Trendsetter Produkt – Technik & Ausstattung“ offen: Die erste Kategorie prämiert innovative Nahrungsmittel und Getränke, die sich durch biologisch wertvolle Rohstoffe, hohe Qualität oder faire Produktionsbedingungen auszeichnen. „Trendsetter Produkt – Technik & Ausstattung“ würdigt intelligente Lösungen, die langlebig und effizient im Einsatz und in der Nutzung von Energie und Materialien sind. Zu dieser Kategorie zählen auch technische Neuerungen, die Arbeitsprozesse optimieren und so neue Maßstäbe setzen.

Bewerbungen und Empfehlungen unter www.internorga.com/zukunftspreis
Unternehmen und Institutionen können sich bis zum 15. Januar 2016 bewerben oder über Empfehlungen teilnehmen. Die Bewerbungsunterlagen und Informationen zum Bewertungsverfahren sind unter www.internorga.com/zukunftspreis verfügbar. Zur Teilnahme berechtigt sind sowohl Aussteller (Kategorie „Trendsetter Produkt“) als auch Besucher (Kategorie „Trendsetter Unternehmen“) der INTERNORGA. Aus allen Bewerbungen wählt eine unabhängige Expertenjury drei Finalisten aus. Die Gewinner der einzelnen Kategorien erhalten die begehrte Auszeichnung im März 2016 im Rahmen der festlichen Eröffnungsgala am Vorabend der INTERNORGA.

Im Jahr 2015 nahmen die AICHINGER GmbH (Kategorie „Trendsetter Produkt Technik & Ausstattung“), die Ludwig Stocker Hofpfisterei GmbH (Kategorie „Trendsetter Unternehmen – Artisan“), das Regionale Netz LWL-Kliniken Münster / Lengerich (Kategorie „Trendsetter Unternehmen – Gastronomie und Hotellerie“) und die Agora America GmbH – Solpuro Guacamole (Kategorie „Trendsetter Produkt – Nahrungsmittel & Getränke“) den INTERNORGA Zukunftspreis entgegen.

Die Mitglieder der Fachjury
Wer beim INTERNORGA Zukunftspreis das Rennen macht, entscheidet die Fachjury mit renommierten Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Den Vorsitz hat Dr. J. Daniel Dahm. Er ist international anerkannter Experte für nachhaltige Entwicklung, Beiratsmitglied der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler und Geschäftsführer des Ethisch-Ökologischen Ratings der Goethe-Universität. Weitere Jury-Mitglieder sind Dipl. Ing. Carl-Otto Gensch, Experte im Bereich der Nachhaltigkeitsbewertung von Technologien und Unternehmensstrategien am Öko-Institut in Freiburg und Rainer Roehl, Fachmann für Bio-Zertifizierung von Großküchen und Restaurants sowie die Trendforscherin Hanni Rützler. Bernd Aufderheide, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hamburg Messe und Congress GmbH, komplettiert die Jury.

www.internorga.com

Expertentipp Food-Pairing

Partnersuche in der Küche: Food-Pairing

Nicht nur im wahren Leben, auch beim Verzehr von Speisen und Getränken muss „die Chemie stimmen“. Die Kunst, einzelne Zutaten zu wohlschmeckenden Partnern auf den Tellern zu machen, nennt man Food-Pairing. Dabei können die Aromen einzelner Nahrungsmittel, die auf den ersten Blick nicht zusammen passen – herzhafter Bacon und süße Schokolade beispielsweise – miteinander harmonieren und sich gegenseitig verstärken. Excellence-Koch Alo Theis von der Kochschule Kochbar Berlin erklärt in den Küchentrends, wie sich Nahrungsmittel-Paare wissenschaftlich berechnen lassen. Außerdem zeigt er, welche modernen Zubereitungstechniken es gibt und wie Food-Pairing unseren Alltag bereichern kann. Geschmacksexplosionen sind garantiert!

Harmonie und Spannung: Das System Food-Pairing

Welche Nahrungsmittel-Paare gut zusammen passen, lässt sich wissenschaftlich berechnen. Insgesamt gibt es sieben Aromapaare – von fruchtig und säuerlich, über holzig, herb, bis hin zu röstartig, erdig. „Wenn Zutaten mindestens in einer dominanten Aromastruktur übereinstimmen, bilden sie ein harmonisches Paar“, erklärt Alo Theis. So wie Milch, Butter, Ei und Getreide. Sie teilen bis zu 50 Aromastoffe. Zu viele der ähnlich duftenden Aromen hingegen sorgen für Langeweile, wie im Fall von Spargel und Butter. Hier können Food-Fans eine gewisse Spannung erzeugen, indem sie das Spargelwasser mit Zitronensaft verfeinern.

Moderne Zubereitungstechnik „Sous-vide“
Längst werden Speisen nicht mehr zwingend am Herd zubereitet. Um Zutaten bei möglichst niedriger Temperatur möglichst schonend zu garen, bereiten die Köche von heute Fisch, Fleisch und Gemüse mit Hilfe der „Sous-vide“-Methode zu. Dabei garen sie die Zutaten im Wasserbad, verschweißt in einer Vakuumverpackung. „Das hat den Vorteil, dass keinerlei Flüssigkeit entweichen kann, wodurch kein wertvolles Aroma verloren geht“, weiß Theis. Außerdem lässt sich die Temperatur des Wassers präzise kontrollieren, sodass eine perfekte Gartemperatur eingehalten werden kann.

Die Alltagstauglichkeit von Food-Pairing
Dank Food Pairing werden neue, kreative Geschmackswelten eröffnet: Rindfleisch mit Popcorn, Erbsen-Kartoffelbrei mit Marmelade oder Schokomousse mit Röstzwiebeln. Die Idee funktioniert aber nicht nur bei exotischen Gerichten. Sie lässt sich auch auf Alltagsprodukte anwenden. „Um Nudeln mit Tomatensauce eine besondere Note zu verleihen, brauch man sie nur mit etwas Orangenschale und Zitronenabrieb aufpeppen“, empfiehlt Theis. Ebenfalls sehr delikat die Kombination aus Lammfleisch und Erdbeere, Kartoffel und Muskat oder Feige und Basilikum.

Vegan in Topform – Das Kochbuch

Im März 2014 erschien nun auch das Kochbuch zu Braziers Buch ‚Vegan in Topform‘. Der erfolgreiche Ironman-Triathlet – Brendan Brazier hat darin über 200 rein pflanzliche Rezepte geschrieben und gesammelt.

In Braziers neuem Kochbuch sind allerdings nicht nur Kochrezepte und Informationen über vegane Sportlerernährung enthalten. Ausführlich recherchierte Themen wie z.B. die ökologischen Vorteile der veganen Ernährung werden auf verschiedenen Ebenen detailliert erklärt. So gibt es Informationen über Probleme wie Landwirtschaftliche Nutzflächen, Fossile Brennstoffe, Wasser und Luftqualität, jedoch werden direkt Lösungsvorschläge im Bezug auf die Ernährungsweise angesprochen. So stellt Brazier vegane und nicht vegane Lebensweise unter verschiedenen Gesichtspunkten in den direkten Vergleich: Kosten, Nährstoffdichte und Emissionen werden in anschaulichen Diagrammen verglichen.

Aber natürlich gibt es auch in diesem Buch ein (zumindest kurzangeschnittenes) Kapitel über die Ernährungsweise des bekannten Sportler – seine sogenannte Thrive-Diät (Thrive=Aufblühen/Gedeihen), dessen Richtlinien wie folgt lauten:

  1. Vermeiden Sie biologische Anleihen: Beziehen Sie Energie aus der Nahrung, nicht durch Stimulanzen.

  2. Ernähren Sie sich von Nahrung mit einer hohen Nettoenergie: Die Investition macht sich vielfach bezahlt.

  3. Bestreiten Sie einen hohen Anteil Ihrer Ernährung aus Rohkost oder durch Nahrungsmitteln die bei niedrigen Temperaturen gegart wurden.

  4. Bevorzugen Sie basenbildende Nahrungsmittel

  5. Meiden Sie die üblichen Auslöser von Nahrungsmittelallergenen.

Nach den oben beschriebenen Einführungskapiteln gibt es dann noch einige Seiten Nahrungsmittelkunde oder wie der Autor es nennt eine Liste mit der „Basisaustattung an Vorräten“. Dabei werden auf die gesundheitlichen Nutzen verschiedener Lebensmittel wie einige Gemüsearten, Pseudogetreide, Öle oder Nüsse eingegangen. Außerdem werden zahlreiche Superfoods vorgestellt.

Die Rezepte sind in verschiedene Kategorien gegliedert:

  • Getränke

  • Frühstück

  • Salate

  • Suppen und Beilagen

  • Aufstriche, Dips, Saucen und Dressings

  • Hauptgerichte

  • Gemüse

  • Snacks zum Knabbern

  • Energieriegel und -gels

  • Desserts

Es gibt zwar sehr viele Bilder, jedoch nicht zu jedem Rezept. Trotzdem sind die Rezepte sehr anschaulich dargestellt. Arbeitszeit und Portionsgröße sind zu jedem Gericht angegeben.

Das Hauptaugenmerk der Rezepte liegt auf ihrem gesundheitlichen Nutzen. Folge davon ist allerdings, dass teilweise mit sehr teuren Zutaten (viele Superfoods oder z.B. Mesquite-Pulver, Dulse Algen, Hanföl), sehr speziellen Zutaten, die in Deutschland schwer zu erhalten sind (z.B. Sacha Inchi, Enoki-Pilze, Yacon-Wurzel) gekocht wird und aufwendige Zubereitungsmethoden (z.B. Dörren) gebraucht werden. Zu den meisten Gerichten gehören sehr lange Zutatenliste, 15 oder mehr Nahrungsmittel sind dabei kein Einzelfall.

Trotzdem bin ich sehr angetan von dem Buch. Die Rezepte sind wirklich interessant, gerade wegen ihres großen „Health-Factors“. Man lernt viele neue Zutaten und Zubereitungsmethoden kennen und von den nachgekochten Speisen war ich sehr positiv überrascht. Ausprobiert habe ich den Kombucha-Mojito, das Knuspermüsli mit geröstetem Chia, Ingwer und Birne, das Ahorn-Cayenne-Tahina-Dressing und die aktive Falafel. Dafür musste ich einige Zutaten besorgen (z.B. Hanföl, Hanfprotein, Stevia-Blätter, Chiasamen, Paranüsse), das Ergebnis konnte sich allerdings sehen lassen. Bis auf die Falafel, die mich nicht so überzeugt hat (vielleicht aber auch nur, weil ich sie mir anders vorgestellt hatte – der typische Geschmack von Kichererbsen hat gefehlt, da die Hauptzutat Paranüsse sind), waren alle Speisen sehr lecker. Das Knsupermüsli bei dem ich vor der Zubereitung schon befürchtet hatte, dass es bei mir schlecht werden würde (es soll zwei Wochen haltbar sein) weil ich es nicht aufessen würde, hielt gerade mal zwei Tage, bevor es alle war und ich machte direkt neues.

Jetzt bin ich schon sehr gespannt darauf weitere Rezepte nachzukochen. Gebackene Pastinaken mit Kokos-Fenchelsauce, Paprika-Grünkohlchips, die rohen Maca-Kekse und das Cantalope-Ingwer-Eis sind nur einige Besipiele.

Ein weiterer Vorteil für Allergiker und allgemein sensible oder gesundheitsbewusste Menschen ist, dass in den Rezepten vollkommen auf mögliche Allergene wie Gluten, Mais, Weizen und Soja verzichtet wird. Ich finde es sehr inspirierend ein ganzes Buch zu sehen, dass ohne diese vermutlich schädlichen Nahrungsmittel auskommt. Jedoch gibt es einen kleinen Wiederspruch: Auf dem Buchrücken wird Hefe mit bei diesen „potenziell allergieauslösenden“ Lebensmitteln aufgeführt, Hefeflocken werden jedoch dann in einigen Rezepten verwendet. Vielleicht war mit Hefe ja nur die zum Backen gemeint 😉

Wer schnelle, einfache vegane Rezepte sucht, die ohne großes Tam Tam zubereitet werden können, hat bei Vegan in Topform vermutlich das falsche Buch vor sich liegen. Diejenigen, die sich allerdings gerne mit dem Thema Ernährung, mit spannenden exotischen Lebensmitteln und Superfoods und mit ihrem Körper auseinandersetzten, die dabei keine Kosten und Mühen scheuen, werden mit dem Buch sehr gut zurechtkommen. Brendan Brazier scheint kein Lebensmittel zu sich zu nehmen, was nicht auch einen Nutzen für seinen Körper hat, was natürlich auch der Idealfall sein sollte. Nach einfach nur leckeren, aber nicht unbedingt gesunden Rezepten sucht man hier also vergebens. Die Gerichte haben eine extrem hohe Nährstoffdichte und mit der riesigen Auswahl an Rezepten wird nicht nur auf die Bedürfnisse von Leistungssportlern eingegangen. Doch schon allein wegen der Anfangskapitel mit den gelungenen Erklärungen und anschaulichen Vergleichen ist das Buch zu empfehlen. Gioia Romanowski

440 Seiten, ISBN: 978-3-944125-17-6 – 29,00 € Bestellink portofrei

 

Weitere Buchbesprechungen von Gioia Romanowski unter www.gourmet-report.de/archiv/gioia/

Gesund schmeckt nicht

USA Studie: Kinder essen weniger gern Lebensmittel, von denen sie wissen, dass sie gesund sind – Einer neuen Studie zufolge denken Kinder, dass Lebensmittel nicht gleichzeitig gesund sein und gut schmecken können

Wenn es darum geht, Kinder dazu zu bringen, sich gesund zu ernähren, sollten Eltern lieber nichts über die Vorzüge gesunder Ernährung sagen und darauf verzichten, Kindern zu erzählen, dass bestimmte Lebensmittel sie groß und stark machen.

Einer neuen, von Professor Ayelet Fishbach an der Universität Chicago Booth School of Business geleiteten Untersuchung zufolge lehnen Kinder gesunde Nahrung einfach deshalb ab, weil sie wissen, dass sie gut für ihre Gesundheit ist. Sobald sie das wissen, gehen sie davon aus, dass das Essen nicht gut schmecken kann.

In dem Artikel „If it’s Useful and You Know it, Do You Eat? Preschoolers refrain from Instrumental Food” (etwa: „Wenn es gesund ist und du weißt es, isst du es dann auch? Kindergartenkinder lehnen gesundes Essen ab“), der in der Fachzeitschrift für Konsumforschung „Journal of Consumer Research” veröffentlicht wird, zeigen Fishbach und Michal Maimaran von der Kellogg School of Management an der Northwestern University, dass Kindergartenkinder weniger geneigt sind, Nahrungsmittel zu sich zu nehmen, wenn ihnen gesagt wird, dass diese ihnen dabei helfen, ein bestimmtes Ziel zu erreichen, wie zum Beispiel zu wachsen oder lesen zu lernen.

„Kindergartenkinder scheinen zu denken, dass Nahrungsmittel nicht gleichzeitig zwei Funktionen erfüllen können, dass sie nicht gesund sein und gut schmecken können”, sagt Fishbach. „Daher bringt der Hinweis, dass das Essen von Karotten sie groß oder schlauer macht, die Kinder nicht dazu, Karotten zu essen. Wenn Sie möchten, dass Ihre Kinder Karotten essen, empfiehlt es sich, beim Anbieten der Karotten nur zu erwähnen, dass sie gut schmecken oder einfach nichts weiter zu sagen.”

Die Untersuchungen ergänzen fünf Versuche mit 270 Kindergartenkindern, in welchen jeweils ein Versuchsleiter Bildergeschichten über ein Mädchen vorlas, das eine kleine Mahlzeit zu sich nahm. In einigen Geschichten hatte sie Interesse an den Lebensmitteln, weil sie gesund waren, in anderen, weil sie gut schmeckten und in manchen wurde kein Grund für ihr Interesse an den Lebensmitteln erwähnt.

In jedem Fall aßen die Kinder mehr von einem Nahrungsmittel, wenn kein Grund erwähnt worden war, warum man es essen sollte, oder wenn es als schmackhaft dargestellt worden war, als wenn sie dachten, dass das Nahrungsmittel gesund sei.

„Unsere Studie bezog sich auf ganz kleine Kinder, und wir sollten bedenken, dass der Geschmack für ältere Kinder aufgrund ihrer ausgeprägteren Selbstkontrolle bei der Entscheidung für ein Lebensmittel eine geringere Rolle spielt, so Fishbach im Gourmet Report gespräch. „Auf der anderen Seite kennen die meisten von uns Teenager, die nur sechs verschiedene Lebensmittel essen, was bedeuten könnte, dass ihr Denken mit dem von kleinen Kindern vergleichbar ist.”

http://www.chicagogsb.edu/

Bewusste Nahrungsmittelwahl

Drei Tipps für eine bewusste Nahrungsmittelwahl -Gesunde Ernährung muss nicht kompliziert sein

Doch ist eine bewusste Ernährung wirklich so kompliziert, dass wir einer ständigen Erinnerung daran bedürfen?
Eigentlich heißt die Antwort nein, denn für die richtige Lebensmittelauswahl ist es ausreichend, ein paar wesentliche Grundsätze zu berücksichtigen.
Die grundlegenden Schlagworte sind „abwechslungsreich“, „natürlich“ und möglichst „wenig industriell verarbeitet“. Wer querbeet aus allem schöpft, was die Natur bietet, braucht keinen Gedanken daran zu verschwenden, von irgendeinem Nährstoff zu wenig zu bekommen. Gemüse, Obst, Pilze, Fleisch, Fisch, Eier und Nüsse sind gehaltvoller als jede Multivitamintablette. Zudem sind frische, natürliche Nahrungsmittel keine Mogelpackungen. Eine Orange oder ein Rinderfilet liefern nur das, was man erwartet – ohne versteckte Fette, ohne zugesetzten Zucker und ohne künstliche Aromen. Unbewusst zu viel Fett und Zucker zu sich zu nehmen, ist mit natürlichen Nahrungsmitteln kaum möglich. Zumal diese keine zugesetzten Geschmacksverstärker und Aromastoffe enthalten, die uns heimlich zum Mehressen verführen.
Wer sich fragt, welche Produkte wenig verarbeitete sind, stellt sich am besten die Frage: „Gab es das Nahrungsmittel bereits, bevor die Industrie in unser Leben trat?“ Die Herstellung von Brot, Käse und Ölen war schon in der Antike verbreitet. Doch hätten unsere Vorfahren ohne industrielle Technologien den Fettgehalt im Käse reduzieren, eine Tütensuppe kreieren oder gar die breite Palette an Zusatzstoffen gewinnen können? Wer bei dieser Frage immer noch unsicher ist, wirft einen Blick auf die Zutatenliste. Erinnern Zutaten mehr an den Chemieunterricht in der Schule als an das heimische Gewürzregal oder drängt sich Zucker in der Aufzählung auf die vorderen Plätze, dann heißt es „zurück ins Regal“.

Mit den drei Grundsätzen „abwechslungsreich“, „natürlich“ und „wenig industriell verarbeitet“ ist es nicht schwer, im Supermarkt die richtig Lebensmittelauswahl zutreffen. Wer es allerdings noch etwas genauer wissen möchte, erfährt weitere Tipps auf der Ernährungspyramide „Bewusste Ernährung“, die als A1-Poster oder als Miniposter im Onlineshop unter www.fet-ev.eu erhältlich ist.

Dipl.troph. Christine Langer

Bei Wissler essen und Afrika helfen

Eine besondere Gelegenheit, ein romantisches Valentinstag Dinner im besten Restaurant Deutschlans, dem Vendome zu ersteigern – Küchenchef Joachim Wissler

Der gesamte Auktionserlös kommt einer Initiative zugute, die sich der Bekämpfung des Hungers in Afrika verschrieben hat.
Durch diesen einzigartigen ‘money-can’t-buy’-Abendessensgutschein trägt das Restaurant Vendome seinen Teil zur Beseitigung des Hungers in Afrika bei.

Das Restaurant in Bergisch Gladbach bei Köln ist eines von insgesamt 34 renommierten Restaurants der prestigeträchtigen Liste der ‘World’s 50 Best Restaurants“, die sich bereit erklärt haben, für die preisgekrönte Wolhltätigkeitsorganisation Farm Africa einen Gutschein zu spenden.

Der Preis, ein Abendessen für zwei Personen inklusive Weinbegleitung, wird durch eine Online-Auktion von Farm Africa (siehe Link unten) versteigert, um Geld für die lebensverändernde Arbeit in Ostafrika zu sammeln.

Die Auktion startet am 2. Februar und ist ein ‘Muss’ für anspruchsvolle Restaurantgäste weltweit, die das Vendome besuchen möchten. Der erfolgreiche Ersteigerer hat die Gelegenheit, ein besonderes Abendessen im Vendome zu genießen verbunden mit der Gewissheit, dass der Gesamtbetrag der Auktion von Farm Africa genutzt wird, eines der dringlichsten Probleme überhaupt auf dieser Welt zu bekämpfen: den Hunger.

Weitere Informationen zur Auktion sowie den anderen teilnehmenden Restaurants finden sie unter: : www.foodforgoodauction.org

Vendomes Farm Afrika-Unterstützung ist Teil einer umfassenderen Verpflichtung des Nahrungsmittel- und Gastronomiesektors, Farm Africa bei dem Vorhaben zu unterstützen, den Hunger zu beseitigen. Im August letzten Jahres hat dazu einer der führenden britische Michelin-Sterne-Köche, Ashley Palmer-Watts**, eine Gruppe von drei britischen Köchen und Gastronomen auf einen herausfordernden sechseinhalb Tage-Anstieg zur Spitze des höchsten Berges Afrikas geführt, den Kilimandscharo. Der strapaziöse Treck hat der Wohltätigkeitsorganisation sehr viel Geld eingebracht, welches Teil ist der großen Summe von über £500.000 (ca. 606.000 Euros), die vom Nahrungsmittel- und Gastronomiesektor in diesem Jahr für Farm Africa gesammelt worden ist.

Als Reaktion auf Vendomes großzügige Spende sagte Pam Williams-Jones, Farm Africas Direktorin für Fundraising und Kommunikation:
„Wir sind begeistert über diesen großzügigen Beitrag, der uns helfen soll bei unserer Mission, den Hunger ein für alle Mal zu beseitigen. Während ein Restaurant wie das Vendome weit von afrikanischen Dörfern entfernt zu sein scheint, verbindet uns das Thema Zubereitung und das Teilen von Essen. Deswegen ist es außerordentlich erfreulich zu sehen, dass ein Restaurant wie das Vendome die Notwendigkeit der Hungerbekämpfung erkannt hat und durch solch eine einzigartige Bereitschaft beim Fundraising demonstriert hat, unsere lebensverändernden Projekte zu unterstützen. Unser größter Dank gilt deswegen jedem Einzelnen vom Vendome, dies möglich gemacht zu haben.“

Essen aus dem 3-D-Drucker?

Drucken statt Kochen

Der 3-D-Druck ist beim Verbraucher angekommen. Bis jetzt waren es – außer in Fachkreisen – kleine Gebrauchsgegenstände und meist war kein wirklicher Aufreger dabei, so dass man es sich getrost leisten konnte, dieses Phänomen noch nicht allzu nahe an sich heran zu lassen. Aber es ist zu befürchten, dass sich das ändert: „Food Printing“ wird zum Thema. Forscher drucken inzwischen Schokolade, Süßigkeiten und weiche Nahrungsmittel. Die Eigenschaften von Schokolade seien perfekt für den Nahrungsdrucker, der mit liquiden und weichen Materialien funktioniert und im additiven Verfahren druckt, also Schicht für Schicht, berichtet die Internetseite der ARD. Die US-amerikanische Cornell-Universität forscht bereits seit Jahren auf diesem Gebiet und hofft, dass 3-D-Drucker so beliebt werden wie ein PC und in jedem Haushalt künftig neben dem Mixer stehen. In den Niederlanden hat man mit Weingummi und Keksen experimentiert.

Der Wissenschaftler Kjeld van Bommel sei davon überzeugt, dass der Food Printer die Ernährungswelt revolutionieren werde, so die ARD.
Die Anwendungsgebiete, die von den Essensdruck-Pionieren ins Auge gefasst werden, lassen den Traditions-Esser schaudern: Bereits 2015 sollen Pflegeheime für Senioren und Patienten, die nicht mehr gut kauen oder schlucken können, mit Lebensmitteldruckern ausgestattet werden, die pro Minute ein Gericht herstellen können. Astronauten müssen bisher vakuumverpackte Speisen mit heißem Wasser genießbar machen. Die Raumfahrtorganisation NASA will den Nahrungsdrucker weiterentwickeln. Ziel: Jeder druckt nach seinen Bedürfnissen. Beginnen will man erst einmal mit einer Pizza. Andere Wissenschaftler sehen Potenzial für die Welternährung. Die 3-D-Drucktechnik soll breit verfügbare Materialien wie Algen, Gras oder Insekten zu einer essbaren Nahrung verarbeiten können.

Die Forschungen, die sich der „Bioprinting“-Technik widmen, gehen noch weiter. Bei diesem Verfahren sollen lebende Zellen, sogenannte „Biotinte“, zu Fleisch verarbeitet werden. Eine amerikanische Firma hat bereits Erfahrung auf diesem Gebiet und züchtet mit dieser Technik bisher Gewebe für die medizinische Forschung. Warum also nicht auch Fleisch? Man könnte weniger Tiere halten und diverse Auswirkungen der Tierhaltung verringern. Nach Informationen der britischen Tageszeitung The Guardian verbraucht die Herstellung von Laborfleisch 96 Prozent weniger Treibhausgase und 55 Prozent weniger Energie. Außerdem benötige das Drucken gerade einmal vier Prozent Wasser im Vergleich zur herkömmlichen Fleischproduktion. Ein erstes Ministück Fleisch konnten die Forscher 2012 bereits drucken. Potenzielle Kunden könnten Vegetarier sein oder Menschen, die aus religiösen Gründen auf Fleisch verzichten.

Was die Verbraucher dazu sagen werden ist kaum einschätzbar. Die ethische Einstellung der Gesellschaft ist eventuell ebenso ein Hindernis, wie die Frage der Sicherheit und Nachhaltigkeit der Ausgangssubstanzen.
Britta Klein, www.aid.de

MISTURA

Peruanische Gastronomie-Messe MISTURA in Magdalena del Mar an der Costa Verde

Die wichtigste Gastronomie-Messe Perus wird in diesem Jahr vom 6. bis 15. September 2013 in Magdalena del Mar stattfinden. Der Veranstaltungsort wird das „Village Dakar“ sein, welches für das „Dakar“ Rennen errichtet wurde und nun für diese größte und wichtigste Gastronomie-Messe zur Verfügung steht.

Auf der Messe MISTURA treffen sich alle Akteure der verschiedenen gastronomischen Bereiche, vom kleinen Landbauern, Köchen, Bäckern hin zu Restaurants und Kochschulen um die große Vielfalt der in Peru verfügbaren Nahrungsmittel und der großartigen peruanischen Küche vorzustellen und zuzubereiten. Es wird 10 Tage lang ein großes Fest gefeiert umrahmt von folkloristischen Darstellungen aus den verschiedenen Landesteilen. Weitere Informationen auf http://www.mistura.pe/Noticias
Peru im Internet: www.peru.travel

Currywurst hat 8 Stück Zucker!

Der Mensch liebt es von Natur aus süß, denn zuckerreiche Früchte versprachen in Urzeiten schnelle Energie. Viele Nahrungsmittel enthalten heute jedoch Zuckermengen, die dem Körper auf Dauer schaden können. Die neue Anschauungskarte „Zuckergehalt verschiedener Lebensmittel“ zeigt, wo sich diese verbergen.

Zucker ist ein schneller Energielieferant, besonders für das Gehirn. Doch eine übermäßige Zufuhr wirkt sich an vielen Stellen des Körpers schädlich aus. Bereits im Mund trägt Zucker – besonders in Kombination mit Fruchtsäuren – zur Kariesentstehung bei. Im Darm können größere Mengen das Darmmilieu verändern und die Ansiedlung unerwünschter Keime fördern. Besonders Darmpilze fühlen sich in einer solchen Umgebung wohl. Im Blutkreislauf angekommen führt der Zucker zur Freisetzung von Insulin, das unter anderem den Fetteinbau in das Fettgewebe fördert und den Fettabbau hemmt. Dauerhaft erhöhte Insulin- und Blutzuckerspiegel wiederum begünstigen die Entwicklung eines Diabetes mellitus Typ 2.

Es gibt folglich einige Gründe, den eigenen Zuckerkonsum im Rahmen zu halten. Doch die Zuckerdose einfach beiseite zu stellen reicht allein nicht aus, denn Zucker versteckt sich in einer Vielzahl von Lebensmitteln. Dabei müssen diese nicht einmal süß schmecken. So können in einer Portion Currywurst umgerechnet etwa acht Stück Würfelzucker stecken, in einem Hamburger etwa drei Stück. Auch vermeintlich gesunde Nahrungsmittel können erhebliche Mengen des schnellen Energielieferanten enthalten. Eine Flasche Smoothie liefert durchschnittliche etwa zehn Stück Würfelzucker, in einer Schüssel Früchtemüsli verbergen sich annähernd acht Stück. Einige probiotische Drinks, die die Darmflora eigentlich fördern sollen, tragen mit durchschnittlich vier Stück Zucker eher zu einem ungünstigen Darmmilieu bei. Und wer würde erwarten, dass eine Portion Ananas aus der Dose etwa so viel Zucker wie ein großer Schokorigel enthält. Wer oft zu verarbeiteten Lebensmitteln und süßen Limonaden greift, nimmt auf diesem Weg leicht ein komplettes Packet Zucker pro Woche zu sich.

Mit einer bewussten Einschränkung zuckerhaltiger Produkte lässt sich auf Dauer auch der Hunger auf Süßigkeiten verringern. Häufiger Zuckerkonsum reizt die Geschmacksknospen der Zunge und führt zu einer Desensibilisierung. Um den Süßgeschmack zu befriedigen, sind folglich immer höhere Zuckermengen notwendig. Wer besonnen bei verarbeiteten Produkten auf die Verpackungsangaben schaut, kann versteckte Zuckerfallen leicht entlarven und seine Geschmacksnerven wieder sensibilisieren. Lebensmittel mit weniger als 5 Gramm Zucker pro 100 Gramm beziehungsweise Getränke mit weniger als 2,5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter sind empfehlenswert. Lebensmittel mit mehr als 12,5 Gramm Zucker pro 100 Gramm beziehungsweise Getränke mit mehr als 6 Gramm Zucker pro 100 Milliliter sollten möglichst Ausnahmen bleiben.

Für einen schnellen Überblick zeigt die Anschauungskarte „Zuckergehalt verschiedener Lebensmittel“ wie viel Würfelzuckerstücke sich in ausgewählten Lebensmitteln verbergen. Diese und weitere Beratungsunterlagen zum Thema Nahrungsmittel sind im Medienshop unter www.fet-ev.eu erhältlich.