Copenhagen Cooking & Food Festival

Copenhagen Cooking & Food Festival macht den Großraum Kopenhagen im August zu einem großen kulinarischen Festival

Essen mit Monet im Museum Ordrupgaard, zusammen mit 1200 anderen mitten im Herzen der Stadt auf der Straße speisen oder im größten Strohballengarten der Welt eine Pop-up-Küche besuchen. Das und noch viel mehr steht auf dem Programm, wenn Copenhagen Cooking & Food Festival vom 19.-28- August zehntägige Feierlichkeiten einleitet, um die dänische Gastronomieszene und Esskultur ins Rampenlicht zu rücken. Das diesjährige Festival wird mit über 120 Veranstaltungen das bis jetzt größte sein.

In den letzten zwölf Jahren ist Copenhagen Cooking zu einem der größten kulinarischen Festivals in Skandinavien avanciert. Dieses Jahr wird es so groß wie nie zuvor, da Copenhagen Cooking sich mit der Food Organization of Denmark zusammengeschlossen hat, um das Festival unter einem neuen Namen zu organisieren: Copenhagen Cooking & Food Festival.
Das Festival richtet sich an alle, die gutes Essen lieben, und präsentiert während der zehn Tage über 120 einzigartige Veranstaltungen. Rund 100 000 Besucher nehmen jedes Jahr teil, um Kopenhagens kulinarische Szene sowie die dänische Esskultur zu feiern.

Essbare Insekten, Ramen-Suppe und Straßenessen
Sie können an einem geführten Degustationsmenü mit essbaren Insekten teilnehmen, lernen, wie Sie Ihre eigene japanische Ramen-Suppe mit Zutaten aus der Region zubereiten, oder die Kopenhagener Esskultur auf den Straßen feiern, wenn die einflussreichsten Köche Dänemarks Ihnen eine Kostprobe der dänischen Gastronomie geben – von einem Degustationsmenü mit dänischem Smørrebrød (auch bekannt als belegte Brote) bis zu einem Acht-Gang-Abendessen, das ausschließlich aus dänischen Schalentieren besteht. Außerdem laden mehrere Köche und Foodies Sie zu einem außergewöhnlichen Gourmet-Erlebnis zu sich nach Hause ein.

Während des Festivals werden noch weitere Straßenessen hier und da in Kopenhagen auftauchen, die verschiedene Restaurants und Lebensmittelhersteller veranstalten werden. Das größte ist das Erntefest in Frederiksberg, wenn 1200 Personen auf einem der größten Straßenzüge, der Frederiksberg Allé, die zu diesem Zweck gesperrt sein wird, unter offenem Himmel essen werden.

Gigantische Foodparty im Meatpacking District
Ganz neu in diesem Jahr ist ein neues kulinarisches Epizentrum, der CPH Food District, das im Herzen des Kopenhagener Meatpacking Districts entsteht. Ein 10 000 m2 großes Gelände wird vom 19.-21. August in eine große kulinarische Party verwandelt. Sie können skandinavische Cocktails mit den besten Barkeepern Kopenhagens mixen und die Kunst der Fermentation lernen, wenn frisches Gemüse in Kraut oder Kimchi verwandelt wird. Sie können auch zuschauen, wie die besten Köche Dänemarks, wie Rasmus Kofoed vom Restaurant Geranium, das mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet wurde, Jakob Mielcke von Mielcke & Hurtigkarl und Nicolai Nørregaard von Kadeau, in einem von dänischen Restaurantkritikern organisierten Wettbewerb um den Titel „Bestes Gericht des Jahres“ konkurrieren.

Insekten als Lebensmittel

Unsicherheiten bei Produktion, Verarbeitung und Verzehr

Immer mehr Menschen interessieren sich für essbare Insekten als alternative Eiweißquelle. Daher hat sich die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) mit den potenziellen Risiken bezüglich Produktion, Verarbeitung und Verzehr beschäftigt. Das Gutachten basiert auf wissenschaftlichen Veröffentlichungen, Bewertungen aus den Mitgliedstaaten sowie Informationen, die von betroffenen Interessengruppen zur Verfügung gestellt wurden.

Noch sind Insekten als Lebens- und Futtermittel ein Nischenprodukt in der Europäischen Union. Dabei können sie große Vorteile für Umwelt, Wirtschaft und Lebensmittelsicherheit haben. Mehr als 2.000 Insektenarten, meist aus tropischen Ländern, sind essbar. Das größte Potenzial für die Verwendung als Lebens- und Futtermittel in der Europäischen Union haben Stubenfliegen, Mehlwürmer, Grillen und Seidenraupen, so die EFSA.

Potenzielle biologische (Bakterien, Viren, Parasiten, Pilze etc.) und chemische Risiken (Schwermetalle, Toxine, Hormone etc.) der aus Insekten gewonnenen Lebens- und Futtermittel hängen von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören die Produktionsverfahren, die Nahrung der Insekten, die jeweilige Lebenszyklus-Phase und Spezies sowie die Verarbeitungsmethoden.

Wenn Insekten mit zugelassenen Futtermitteln versorgt werden, entspricht das mikrobiologische Gefahrenpotenzial dem anderer nicht-verarbeiteter Eiweißquellen.

Das Risiko für die Umwelt schätzt die EFSA ähnlich ein wie bei anderen Tierproduktionssystemen. Es bleiben allerdings große Datenlücken, sodass weitere Untersuchungen notwendig sind. So liegen zur Übertragung von chemischen Schadstoffen von verschiedenen Substraten auf Insekten kaum Ergebnisse vor. Bisher gibt es keine systematischen Untersuchungen zum Insektenverzehr durch Tier und Mensch.
Heike Kreutz, www.aid.de

Weitere Informationen:
www.efsa.europa.eu/sites/default/files/scientific_output/files/main_documents/4257.pdf

Honig

Der Tee mit Zitrone verlangt nach einer Extra-Portion Süße, das Früchte-Quark-Dessert könnte eine Abrundung vertragen oder dem Salatdressing fehlt der letzte Pfiff. All das sind ideale Gelegenheiten, statt zur Zuckerdose mal zum Honigglas zu greifen. Die goldenen Tropfen bringen nicht nur Süße, sondern auch noch ganz eigene Geschmacksnoten mit ins Spiel.

In der deutschen Honigverordnung sind alle Anforderungen an das Produkt Honig genau festgeschrieben. Diese Bezeichnung darf nur der natursüße Stoff tragen, den Bienen erzeugen, indem sie Nektar oder Sekrete von lebenden Pflanzenteilen oder auf lebenden Pflanzen befindliche Sekrete von Insekten aufnehmen, mit eigenen spezifischen Stoffen kombinieren und umwandeln, in Waben speichern und dort reifen lassen. Seit Juli diesen Jahres schließt das übrigens auch Pollen mit ein.

Rund ein Kilogramm Honig verzehrt jeder Bundesbürger im Jahr. Im Handel sind weit mehr als 50 Sorten in diversen Verarbeitungsqualitäten erhältlich. Sie unterscheiden sich unter anderem in der Farbe, der Konsistenz und natürlich dem Geschmack. Von cremigem, hell-beigem, mildem Rapshonig bis zu zähflüssigem, braunem, harzig-malzigem Tannenhonig reicht die Palette.

Seine unglaubliche Vielfalt verdankt Honig zunächst der botanischen Herkunft. Blütenhonig wird aus Nektar hergestellt. Ausgangsstoff für die würzigen, meist dunkleren Honigtauhonige ist das zuckerhaltige Sekret (Honigtau) von Insekten, die auf den jeweiligen Pflanzen leben. Darüber hinaus gibt es Honige aus Nektar und Honigtau, sowie Honige unterschiedlichen botanischen Ursprungs. Die Honigarten unterscheiden sich darüber hinaus nach Herkunft, Gewinnungsart, Angebotsform oder Zweckbestimmung.

Für viele Verbraucher zählt allerdings vor allem das Aroma. „Das lässt sich auf dem Frühstücksbrot oder pur am besten erschmecken“, empfiehlt Harald Seitz, Ernährungswissenschaftler beim aid infodienst. „Und wer sich nicht entscheiden kann, gönnt sich einen Vorrat aus mehreren Gläsern.“ Beim Kauf gilt es aber, genau hinzuschauen. Das Glas darf keine Risse und die Banderole am Deckel keine Beschädigungen aufweisen. „Qualitativ hochwertiger Honig zeichnet sich durch gleichmäßige Farbe und zähflüssige oder feincremige Konsistenz, sowie einen honigtypischen Geschmack und Geruch aus“, zählt Seitz auf. Gut verschlossen kann Honig an einem trockenen, kühlen, dunklen Ort bis zu zwei Jahre gelagert werden.

In dieser Zeit kann es – vor allem bei Produkten mit hohem Traubenzuckergehalt – durchaus passieren, dass der Honig kristallisiert. Das erschwert manch eine Küchenanwendung. Im Wasserbad bei bis zu vierzig Grad lässt sich Honig ohne Qualitätsverlust erhitzen und wird so wieder geschmeidig. Wer in einem Rezept Haushaltszucker durch Honig ersetzen möchte, muss beachten, dass dieser eine höhere Süßkraft hat und die im Rezept angegebene Flüssigkeitsmenge um rund 20 Prozent reduziert wird. Entsprechend müssen die Mengenverhältnisse angepasst werden.
Eva Neumann, www.aid.de

Kornelkirsche

Kornelkirsche ist keine Kirsche

Im Herbst können Feinschmecker die herb-säuerliche Kornelkirsche genießen. Die roten kirschenähnlichen Früchte werden meist verarbeitet gegessen – in Konfitüre, als Kompott, Saft, Sirup oder im Gebäck. Das Wildobst lässt sich sehr gut mit Birne und Apfel kombinieren, um die Säure zu mildern. Eingekocht oder als Chutney wird die Kornelkirsche gerne zu Wild gereicht. Aus noch unreifen orangefarbenen Früchten lassen sich „falsche Oliven“ herstellen – perfekt zu Pizza und Salat. Eingelegt in Salzwasser und gewürzt mit Lorbeerblättern und Fenchelsamen verlieren sie ihre Bitterstoffe und werden weich. Die entkernten und getrockneten Kornellen können auch Früchteteemischungen verfeinern.

Die Kornelkirsche ( Cornus mas ) wird auch Herlitze oder Gelber Hartriegel genannt und ist in Mittel- und Südeuropa beheimatet. Sie gehört zur Familie der Hartriegelgewächse und ist nicht mit der Kirsche verwandt. Der baumartige Strauch oder Kleinbaum ist häufig in lichten Wäldern, am Waldrand, in Hecken und Parkanlagen zu finden. Das Holz ist sehr hart und so schwer, dass es im Wasser sinkt.

Da die Kornelkirsche sehr früh im Jahr blüht, ist sie für Insekten eine gute Nahrungsquelle. Die ovalen Früchte reifen ab September. Sie werden gerne von Vögeln gefressen und so werden auch ihre Steinkerne verbreitet.

Das Fruchtfleisch enthält viel Vitamin C und B-Vitamine, Kalium, Kalzium und Eisen. Auch in der Naturheilkunde sind die Früchte bekannt. Sie wirken leicht fiebersenkend und werden als Hausmittel bei Darmerkrankungen, Durchfall und Erbrechen genutzt.

Kornelkirschen reifen meist über einen Zeitraum von vier bis fünf Wochen. Die richtige Erntezeit ist, wenn die Früchte fast von selbst abfallen. Am besten schüttelt man die Pflanze in regelmäßigen Abständen und sammelt die reifen Früchte auf ausgebreiteten Tüchern. Das Entsteinen der rohen Früchte ist nicht einfach. Es empfiehlt sich, die Kornellen mit wenig Wasser zu kochen und durch ein Sieb zu streichen.
Heike Kreutz, www.aid.de

Frank Ochmann

Die Madenbeißer – Gourmetküche auf neuen Wegen

Ob Heuschrecken im Schokomantel, gebratene Wanzen oder geröstete Mehlwürmer: Insekten sind für Frank Ochmann gängige Zutaten seiner Gerichte. Im Audi.torium spricht der 50-Jährige über seine tägliche Arbeit als Insektenkoch. Den mutigen Gästen serviert Ochmann auch einige frisch zubereitete Kostproben seiner Kochkunst.

Am Mittwoch, 8. Oktober 2014, im Audi.torium Ingolstadt

eine weitere Veranstaltung ist am Samstag, 25. Oktober 2014:
Französisches Menü im AVUS
Das Team des Restaurants AVUS präsentiert ein französisches Vier-Gänge-Menü aus Variationen von der Fine-de-Claire-Auster, Ochsenschwanz-Essenz unter der Blätterteighaube, Étouffée-Taube mit Trüffel und Gänseleber sowie Tarte Tatin mit Vanille-Eiscreme.

Das Menü kostet 69 € pro Person. Für Ihre Reservierung stehen wir Ihnen gerne unter Tel. 0841 89 41071 zur Verfügung.

Audi.torium Ingolstadt www.audi.de/de/brand/de/audi-forum-ingolstadt.html#page=/de/brand/de/audi-forum-ingolstadt/gastronomie.html

Fruchtfliegen

Fruchtfliegen haben mit der Lebensmittelhygiene zu tun

Die nur zwei Millimeter großen Fliegen der Gattung Drosophila tauchen überall dort auf, wo Obst, Fruchtsäfte und Küchenabfälle offen lagern – besonders beliebt sind faule Stellen. Im matschigen Fruchtfleisch finden die ausgeschlüpften Larven ideale Lebensbedingungen, sodass schon nach wenigen Tagen ganze Schwärme weiterer junger Fliegen um das reife Obst zu finden sind.

Beate Ebbers von www.aid.de schreibt:
Ihr Anblick verdirbt uns nicht nur den Appetit. Fruchtfliegen können auch Fäulnis- und Hefebakterien übertragen und sollten deshalb aus Küche und Speisekammer möglichst verbannt werden. Doch wie wird man die Plagegeister wieder los?

Die vielfach zu hörende Empfehlung, ein mit Essig, Obstsaft und Spülmittel gefülltes Glas offen stehen zu lassen, um die Fruchtfliegen darin zu ertränken, ist keine gute Idee. Denn genau damit werden die kleinen Insekten erst in die Küche gelockt. Die einzige wirkungsvolle Maßnahme ist, den unbeliebten Insekten die Nahrungsgrundlage zu entziehen. Lassen Sie deshalb in den warmen Sommermonaten keine Früchte und Säfte offen herumliegen bzw. -stehen, sondern lagern Sie diese gut verschlossen und verpackt. Leergetrunkene Saftgläser sollten möglichst gleich gespült werden. Entfernen Sie Abfälle sofort, reinigen Sie die Behälter gründlich und sorgen Sie auch für saubere Arbeitsflächen.

Nicht nur Fruchtfliegen, auch andere Vorratsschädlinge sind im Sommer häufig anzutreffen. So kann sich zum Beispiel die Dörrobstmotte bei warmen Temperaturen besonders schnell vermehren. Der dämmerungsaktive Kleinschmetterling hat es, wie der Name vermuten lässt, auf Trockenobst, Nüsse, Schokolade und Getreide aller Art abgesehen und legt gerne in Ecken und Spalten in der Nähe von Lebensmitteln seine Eier ab. Die geschlüpften Larven können im schlimmsten Fall ganze Vorratsschränke befallen. Wer umherfliegende Falter in seiner Küche entdeckt, sollte Ausschau nach verpuppten Larven halten und auch diese so rasch wie möglich entfernen.

Mehlwurm, Grille, Heuschrecke

Werbeaktion der Mongos Restaurants in Bochum, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Frankfurt, Hamburg und Köln: Hier können Gäste im Rahmen einer Test-Aktion ab heute bis zum 27. Januar kostenlos geröstete Grillen, Mehlwürmer und Heuschrecken kosten – solange der Vorrat reicht

Urteilt man nach ihren Gesichtern, scheint der Verzehr von Insekten bei den Bewohnern des Dschungelcamps trotz Dauer-Magenknurrens nicht sehr hoch im Kurs stehen.
Doch ist es wirklich so schlimm? In vielen Ländern der Welt stehen Grille, Mehlwurm und Co. regelmäßig auf dem Speiseplan, sind dort so normal wie Brot und Butter hierzulande und gelten sogar als Delikatesse. Über den Nährwert und die Umweltfreundlichkeit von Insektenfleisch lässt sich ohnehin nicht streiten – es enthält deutlich mehr Kalzium, Eisen, Vitamine und Eiweiß als Rind- oder Schweinefleisch. Und auch in punkto CO2- und Amoniak-Ausstoss bei der Produktion haben die Insekten die Nase respektive Fühler gegenüber Rind und Schwein deutlich vorn.

Spricht also eigentlich alles für die kleinen Krabbler, oder? Dann also ran an den Speck – oder besser gesagt: die Proteine. Die Mongo’s-Restaurants in Bochum, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Frankfurt, Hamburg oder Köln laden ihre Gäste zu einer ganz besonderen Test-Aktion ein: Ab heute bis zum 27. Januar können die Mongo’s-Gäste kostenlos Grille, Mehlwurm oder Heuschrecke probieren – solange der Vorrat reicht.

Von den eher „gewöhnungsbedürftigen“ Zubereitungsarten à la Dschungelcamp nehmen die Mongo’s-Köche dankenswerter Weise auch Abstand. Im Mongo’s werden die Insekten kross geröstet und mit einem leckeren Dip gereicht.
Das Mongos legt gegenüber Gourmet Report wert auf die Tatsache, dass sich kein Mehlwurm zwischen den Zutaten des Frischebuffets verirren kann: Sie werden nicht als Teil des sogenannten Food-Markts angeboten und auch nicht zusammen mit den anderen Zutaten an den Frontcooking-Stationen im Restaurant, sondern separat in der Küche zubereitet, so der Sprecher der Restaurants.

www.mongos.de

Insekten statt Beefsteak

FAO wirbt für Akzeptanz in der westlichen Welt

Als wertvolle Proteinquelle haben Insekten in vielen Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas eine lange Tradition: Heuschrecken am Spieß werden beispielsweise in den Straßen und Märkten von Kairo angeboten. Und sie sind nicht mehr oder weniger unappetitlich anzusehen, als gegrillte Garnelen. Angesichts der aktuellen Probleme in der Ernährungssicherung greift auch die Welternährungsorganisation FAO in Rom das Thema Insekten als Nahrungsmittel auf.

Denn für rund 2,5 Milliarden Menschen ist der Verzehr von mehr oder weniger großen Krabbeltieren bereits Teil ihrer täglichen Ernährung – ähnlich wie der Konsum von Fleisch oder Fisch in den westlichen Industrienationen.
Einige Larvenarten oder geröstete Termiten gelten bisweilen als wahre Delikatessen. Rund 1.700 Arten aus den Ordnungen der Käfer, Schmetterlinge, Bienen, Wespen und Ameisen, sowie Grashüpfer, Termiten und Zikaden werden nach Angaben der FAO weltweit verzehrt.

Insekten seien eine exzellente Quelle nicht nur für Protein, sondern auch für Fett und Mikronährstoffe. Die Zusammensetzung der Aminosäuren passe hervorragend zu den aktuellen Empfehlungen der FAO und der Weltgesundheitsorganisation WHO. Aber nicht nur die eigene Versorgung könne für viele Menschen durch den Verzehr von Insekten gesichert werden. Auch durch die Zubereitung und den Verkauf an der Straße entstünden zusätzliche Einkommensmöglichkeiten.

Zudem sieht die FAO einen positiven Effekt auf die Artenvielfalt, denn sobald Arten einen wirtschaftlichen Nutzen erbrächten, sorge man sich ungleich besser um deren Erhaltung. Und das ist wiederum für viele Pflanzenarten im Hinblick auf Bestäubungsleistungen zum Überleben notwendig. Der wichtigste Nutzen für die Umwelt liege aber darin, dass der zunehmende Druck auf Weideflächen durch Viehherden eingedämmt werden könnte, wenn eine geringere Abhängigkeit vom Fleischverzehr bestehe. Deshalb versucht die FAO nun eine erhöhte Aufmerksamkeit auf diese alternativen Nahrungsquellen zu lenken, indem sie die weltweiten Aktivitäten auf diesem Gebiet erfasst und eine effektive Kommunikationsstrategie vorschlägt.

In Entwicklungsländern sei eine Rückbesinnung auf diese wichtige Nahrungsquelle erforderlich, während in der westlichen Welt Verarbeitungstechnologien entwickelt werden sollten, um Insekten als akzeptable Nahrungsquelle zu etablieren.
Friederike Heidenhof, www.aid.de

Weitere Informationen: www.fao.org

Sie wollen nur naschen

Die Deutsche Wildtier Stiftung: Toleranz gegenüber Wespen – sie wollen nur naschen

Das Leben der Arbeiterinnen ist hart! Wespen schleppen unermüdlich Insekten wie Fliegen, Mücken und Motten ins Nest, um damit die Larven-Brut zu füttern. Kurz vor ihrem Tod im Herbst, geraten die fleißigen Arbeiterinnen dann häufig mit den Menschen in Konflikt. „Dabei kommen sie nur an unsere Kaffeetafeln, um ein wenig Süßes zu naschen“, sagt Birgit Radow, Geschäftsführerin der Deutschen Wildtier Stiftung. Sie fordert Toleranz und Solidarität mit den Arbeiterinnen.

Während der Nachwuchs proteinhaltige Insektennahrung braucht, mögen die Arbeiterinnen mit der Wespen-Taille gern Süßes. Beim Naschen versetzt die schwarz-gelbe Wespen-Power die Gäste einer Kaffeetafel leicht in Panik. „Die Angst vor einem Angriff ist jedoch unbegründet, wenn man sich richtig verhält“, sagt Birgit Radow. „Nicht nach ihnen schlagen, nicht in ihrem Nest stören oder sie zerquetschen!“ Wespen sind die ungeliebten Insekten des Hochsommers. Die Gefahr, die von ihnen ausgeht wird weit überschätzt, ihr Nutzen nicht gesehen. „Sie halten uns viele Plagegeister vom Leib und sind nur für Allergiker gefährlich“, sagt die Geschäftsführerin der Deutschen Wildtier Stiftung. So schleppen die Arbeiterinnen der Gemeinen Wespe viele tausend Insekten – zum größten Teil Fliegen – als Nahrung ins Wespennest.

Wer Wespen nicht zu Kaffee und Kuchen einladen will, kann vorbeugen. Eine halbierte Zitrone mit Gewürznelken spicken oder ein Sträußchen Basilikum aufstellen. Dieses Aroma finden die Arbeiterinnen abstoßend, während sie den süßlichen Duft von Parfüm schätzen. Außerdem fliegen sie auf die Farben blau, gelb und weiß. Die Luftwirbel, die von Ventilatoren erzeugt werden, machen sie aggressiv. Wer aus Dosen trinkt, muss besonders vorsichtig sein. Am besten einen Strohhalm benutzen! Gläser nach jedem Schluck abdecken. „Drehen Sie den Spieß doch einfach um und laden Sie die Arbeiterinnen ein!“, sagt Birgit Radow. „Decken Sie einen Wespen-Tisch mit Obst oder Marmelade, um die Tiere abzulenken. Er sollte allerdings weit genug von der Kaffeetafel entfernt stehen.“

Übrigens: Die im Herbst geborene junge Königin überlebt die Arbeiterinnen und startet im nächsten Frühjahr mit einem neuen Volk einen neuen Lebenszyklus.

Ohne Bienen nichts zu essen

Fleißige Nutztiere sorgen nicht nur für Honig-Genuss

Jetzt summen und brummen sie wieder durch die Luft. Etwa 750.000 Bienenvölker mit jeweils bis zu 60.000 Bienen sind in Deutschland unterwegs, um Blütennektar zu sammeln und daraus Honig zu machen. Dahinter steckt ein Menge Arbeit: Bis zu 10 Millionen Blüten muss eine Biene anfliegen, um ein Kilo Honig zu erzeugen. Dabei legt sie etwa 40.000 Kilometer zurück – so viel wie einmal um die Erde. Doch Bienen sorgen nicht nur für süßen Honig. Nach Rindern und Schweinen gelten die fleißigen Insekten als drittwichtigste Nutztiere. Denn rund 85 Prozent der landwirtschaftlichen Erträge sind von der Bestäubung durch Bienen abhängig – von Obst und Gemüse bis zu Futterpflanzen für Tiere.

So große Leistungen können die kleinen Nutztiere nur erbringen, weil sie perfekt zusammen arbeiten – fast als wären sie ein einziger Organismus. Grund genug, den fleißigen Bienen mit Respekt zu begegnen. Angst muss man dagegen vor Bienen nicht haben. Sie stechen selten und erscheinen kaum am Kaffeetisch. Wie man Bienen und Wespen unterscheidet und wie man sich Insekten gegenüber verhalten sollte, zeigen unsere Infokästen.
Mehr Wissenswertes über Bienen und Honig gibt es auch auf den Website www.bihophar.de und www.heimathonig.de .

Kurzer Sommer als Mädchen für alles
Im Gegensatz zu Wespen, Hummeln und Hornissen überlebt ein Teil des Bienenvolkes den Winter. Die Königin und etwa 6.000 bis 8.000 Arbeitsbienen überwintern im Stock. Im Frühjahr werden die Tiere bei Außentemperaturen über 10 Grad wieder aktiv. Die Königin beginnt Eier zu legen, in Bestzeiten bis zu 2.000 Stück am Tag. Zunächst übernehmen die Winterbienen die Brutpflege. Nach und nach werden sie jedoch durch die neu schlüpfenden Sommerbienen ersetzt.

Die Sommerbienen erfüllen in ihrem nur vier bis sechs Wochen dauernden Leben nacheinander verschiedene Aufgaben. Während der ersten zehn Tage sind sie für das Putzen des Stockes zuständig und füttern ab dem dritten Tag zugleich die neue Brut. Nach gut zehn Tagen sind ihre Wachsdrüsen so weit ausgereift, dass sie beim Bau der Waben helfen. Erst nach zweieinhalb Wochen Stockdienst geht es raus in die Natur zum Pollen- und Nektarsammeln.

Männliches Schicksal: verwöhnen, befruchten und sterben

Im Sommer wächst das Bienenvolk auf 30.000 bis 60.000 Tiere an. Dazu zählen etwa 500 bis 2.000 Drohnen. Die männlichen Tiere können nicht selbst fressen, sondern werden von den Arbeitsbienen nur zu einem Zweck gepäppelt: zum Befruchten der Königin. Höhepunkt ihres kurzen Lebens ist der Hochzeitsflug mit der Königin. Danach werden die Drohnen von den Arbeiterinnen bei der so genannten „Drohnenschlacht“ aus dem Stock vertrieben und sterben.

Die Königin speichert den Samen. Er reicht aus, um während ihrer Lebenszeit von drei bis fünf Jahren jährlich 100.000 bis 200.000 Eier zu legen. Die Königin entsteht übrigens aus einer ganz normalen Bienenlarve. Sie wird jedoch ausschließlich mit dem speziellen, eiweißreichen Futtersaft „Gelee Royale“ gefüttert. So wird sie bis zu dreimal größer als Arbeiterinnen und ist als einzige fruchtbar.

Wie die Bienen Honig machen
Bienen sammeln den Nektar der Blüten und den zähflüssigen Honigtau von Bäumen. Doch wie entsteht daraus Honig? „Der Nektar oder Honigtau wird von Biene zu Biene weitergereicht“, erklärt Heinrich Schulze, Honig-Experte von Bihophar, „und jede reichert ihn mit Enzymen an, die einen Teil des gesundheitlichen Wertes von Honig ausmachen. Zugleich entziehen sie dem flüssigen Nektar Wasser.“ Erst wenn der Wassergehalt weniger als 20% beträgt, wird der Honig zum Reifen in die Waben eingelagert und mit einer festen Wachsschicht verdeckelt. Schulze ist Geschäftsführer des größten deutschen Honigabfüllers Fürsten-Reform. Er ist mit Honig aufgewachsen, da schon sein Vater und Großvater das seit über 75 Jahren bestehende Familienunternehmen leiteten. Bis heute ist er fasziniert vom Fleiß der Bienen, denn eine Biene muss eine Million Blüten anfliegen, um 300 Gramm Blütennektar zu sammeln, woraus schließlich 100 Gramm Honig entstehen.

Wussten Sie schon, dass Bienen eines Volkes immer die gleichen Blüten anfliegen, bis der Nektar dieser Sorte in der Umgebung erschöpft ist? Durch diese Trachtstetigkeit der Bienen ist es möglich, nahezu reinen Rapshonig oder Heidehonig zu ernten.

Keine Angst vor Bienen und Co.
Schwirren am Kaffeetisch im Freien schwarz-gelbe Insekten herum, sind das in der Regel keine Bienen, denn Bienen interessieren sich kaum für Lebensmittel. Meistens handelt es sich um Deutsche Wespen oder Gemeine Wespen. Am besten hilft es, Ruhe zu bewahren. Wespen stechen nur wenn sie sich bedroht fühlen – und heftige Bewegungen können Wespen als Bedrohung verstehen. Bei Wespen beliebte Lebensmittel sollten möglichst abgedeckt und süße Getränke mit einem Strohhalm getrunken werden. Auf jeden Fall sollte man Kindern den Mund sorgfältig abwischen. Man kann zudem für die Wespen einen Teller mit überreifen Weintrauben, Schinken oder Süßspeisen etwas abseits stellen. Allergiker können sich durch eine Hyposensibilisierung vor heftigen Reaktionen auf Insektenstiche schützen.

Auch kochmesser.de ist Imker. Auf dem großen Firmengelände von kochmesser.de in Wildau südlich von Berlin leben seit Anfang des Jahres 2 Bienenvölker.