Weihnachten für Allergiker

Wie hilfreich ist die Allergenkennzeichnung?

Während der Adventszeit erfüllt der herrliche Duft von frisch gebackenen Plätzchen, Stollen oder auch frischen Bratäpfeln den Raum. Doch nicht jedem versüßen solche Leckereien den dunklen Winter. Für Allergiker kann ein Biss in ein Haselnussplätzchen bereits ein Kribbeln im Mund, ein Anschwellen des Halses oder sogar Atemnot und Kreislaufkollaps bedeuten. Welche Möglichkeiten bietet die seit Ende 2005 verpflichtende Kennzeichnung von Allergenen auf Lebensmitteletiketten? Steht Allergikern einer beschwerdefreien, genüsslichen Weihnachtszeit nun nichts mehr im Wege?

Etwa acht Prozent der Kinder und vier Prozent der Erwachsenen reagieren in Deutschland allergisch auf Lebensmittel. Zu den Hauptverursachern in der kalten Jahreszeit zählen Nüsse, Erdnüsse, Äpfel und die klassischen Weihnachtsgewürze wie Anis, Zimt und Kardamom. Aber auch Allergien gegen (Weizen-)Mehl, Kuhmilch und Eier – den Grundzutaten für das meiste Weihnachtsgebäck – erschweren Betroffenen die Weihnachtszeit. Nicht zu vergessen sind hierbei auch mögliche Kreuzallergien. So können Pollenallergiker, die an einem „Birkenpollen-Nuss-Kernobst-Syndrom“ erkrankt sind, ebenfalls allergisch auf Weihnachtsgebäck reagieren. Bei einer Gräser- bzw. Getreidepollenallergie kann zudem eine Kreuzreaktion mit Weizenmehl oder Erdnüssen auftreten. Beifußallergiker sollten zudem bei den Gewürzen Zimt, Anis und Kardamom aufpassen.

Die Gefahren lauern vor allem in gekauftem Gebäck. Denn hier ist für den Allergiker nicht immer ersichtlich, ob allergieauslösende Bestandteile enthalten sind. Eine Erleichterung scheint hier zunächst die relativ neue Verpflichtung zur Allergenkennzeichnung zu bringen: Seit dem 25.11.2005 müssen 12 Lebensmittelgruppen, die zu den wichtigsten allergieauslösenden Zutaten gehören (Allergene), auf verpackten Lebensmitteln angegeben werden. Auch wenn diese Kennzeichnungspflicht ein wichtiger Schritt für Allergiker ist, hat diese Regelung ihre Grenzen. Denn es gibt bislang noch keine einheitliche Lösung für ungewollte Verunreinigungen bei der Lebensmittelproduktion. Hier gilt die Allergenkennzeichnung nicht. Keine Entwarnung gibt es darüber hinaus für Gewürzallergiker. Die Zutaten von Gewürzmischungen müssen nur dann einzeln aufgelistet werden, wenn mehr als 2 Prozent davon im Lebensmittel enthalten sind. Allergiker, die auf Nummer sicher gehen wollen, greifen daher am besten selbst zu Backschürze und Teigroller und genießen ihre eigenen Weihnachtsplätzchen auf diese Weise gleich doppelt.

Weitere Informationen zu diesem Thema und wie Sie durch Selberbacken problematische Zutaten leicht ersetzen können, finden Sie unter: http://www.phytodoc.de/news/

Basiswissen – Allergien

Als Allergie (griechisch „die Fremdreaktion“, von altgriechisch „anders, fremd“ und, „die Arbeit, Reaktion“) bezeichnet man eine überschießende Abwehrreaktion des Immunsystems auf bestimmte und normalerweise harmlose Umweltstoffe (Allergene), die sich in typischen, durch entzündliche Prozesse ausgelösten Symptomen äußert. Auslöser einer Allergie sind oft körperfremde Eiweiße. Problematisch sind vor allem Pollen, Insektengifte, Arzneimittel sowie Bestandteile in Lebensmitteln und kosmetischen Produkten. Den Begriff „Allergie“ führte 1906 erstmals der österreichische Kinderarzt Clemens von Pirquet in die medizinische Fachsprache ein. Er unterschied damit schädliche Überreaktionen von nützlichen Reaktionen des Immunsystems.

Grüntee als Rheumahoffnung

Ein Grüntee-Extrakt hilft möglicherweise gegen
entzündliche Gelenkerkrankungen wie rheumatoide Arthritis, berichtet
die „Apotheken Umschau“.

Forscher um Salahuddin Achmed von der
Universität Michigan (USA) konnten aus dem grünen Tee einen Gerbstoff
isolieren, der im Labor auf Gelenkschleimhautzellen
entzündungshemmend wirkt.

Sollte sich der Effekt auch im lebenden
Organismus zeigen, wäre die Substanz ein vielversprechender Kandidat
für die Therapie der rheumatoiden Arthritis. Diese entsteht durch
Abwehrreaktionen des eigenen Immunsystems gegen den Gelenkknorpel.

Gendefekt verantwortlich für chronische Darmentzündungen?

Ein kanadisch-amerikanisches Forscherteam vermutet, dass eine bestimmte Genvariante die Entstehung einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung begünstigt, berichtet heute die Diplom Ernährungswissenschaftlerin Judith Männich von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e. V. aus Aachen.

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa treten sowohl innerhalb von Familien als auch in bestimmten ethnischen Gruppen gehäuft auf, was auf einen genetischen Zusammenhang schließen lässt. Aktuelle Studienergebnisse eines kanadisch-amerikanischen Forscherteams bestärken diese Vermutungen. Die Untersuchungen zeigten klare Zusammenhänge einer bestimmten Genvariante und dem Auftreten einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung. Es handelt sich dabei um Interleukin, einen Botenstoff des Immunsystems, der zum einen Bakterien bekämpft und zum anderen in Entzündungsprozesse involviert ist (1).

Im Rahmen der Studie untersuchte das Forscherteam um Richard Duerr das Erbgut von 547 Patienten mit Morbus Crohn und verglich dieses anschließend mit dem Erbgut von 548 gesunden Personen. Hierbei zeigten sich deutlich genetische Unterschiede, wobei die gesunden Kontrollpersonen eine entscheidende Genvariante viermal häufiger besaßen als die Erkrankten.

In weiteren Untersuchungen an Tieren zeigte sich, dass das Fehlen dieser Genvariante eine verminderte Antwort auf Entzündungsreize im Darm zur Folge hat. Die Forscher erhoffen sich daraus neue Ansatzpunkte in der Arzneimittelforschung, die möglicherweise den entzündlichen Prozess unterbinden.

Eine Testreihe mit einem Antikörper zeigte bereits erste Erfolge. Durch die Schlüsselrolle des Interleukins im Immunsystems könnten weitere Ansatzpunkte für die Behandlung und Therapie anderer Autoimmunerkrankungen erfolgen. Durch eine individuell angepasste Ernährungstherapie, beispielsweise einer leichten Vollkost, lassen sich deutliche Verbesserungen des Allgemeinzustandes von Patienten erzielen, betont die Ernährungswissenschaftlerin abschließend. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.ernaehrungsmed.de

Literatur:
(1) Richard Duerr et al. : A Genome-Wide Association Study Identifies IL23R
as an Inflammatory Bowel Disease Gene Science 1 December 2006: Vol.
314. no. 5804, pp. 1403 – 1405 DOI: 10.1126/science.1136668

Der Kampf gegen den Jetlag

Airbus meldet Patent für innovatives Wellness-System an Bord an

Der europäische Flugzeughersteller
Airbus will seine Langstrecken-Passagiere in Zukunft ohne lästigen
Jetlag und völlig entspannt am Ziel ankommen lassen. Pulsierende
Elektromagneten sind, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist
http://www.newscientist.com , des Rätsels Lösung.

Die Magneten sollen im Sitz und in den Fußrastern eingebaut werden und
Frequenzen zwischen zehn und 20 Hertz im Zehn-Minuten-Takt abgeben.
„Pulsierende elektromagnetische Felder haben aufgrund ihrer Materie
durchdringenden Eigenschaften große Wirkung auf jede Zelle des Körpers.
Therapeutische Magnetfelder beeinflussen den Ionenfluss an der
Zellmembran positiv“, erklärt Johannes Schmeelk, der gemeinsam mit Eric
Prenzel die Patenschrift eingebracht hat, im pressetext-Interview. Dies
habe unter anderem eine Verbesserung des Energiehaushaltes aller
Körperzellen und eine Reaktivierung funktionsmüder Zellen zur Folge.
„Zudem wird der Ausgleich des vegetativen Nervensystems gefördert – das
spielt beim Stressabbau und beim Jetlag eine Rolle – und es kommt zu
einer Optimierung der Sauerstoffausnutzung aus den roten Blutkörperchen
und zu einer Verbesserung der Durchblutung.“ Das wirke wiederum als
Trombosevorbeugung. „Auch die Neigung der Blutplättchen zu verkleben,
die so genannte Thrombozythenaggregation, wird herabgesetzt.“ Darüber
hinaus gebe es viele weitere positive Einflüsse auf den Organismus und
es kommt zu einer Stärkung des Immunsystems.

„Ob und wie die Anwendung des Systems im Flugzeug genau erfolgen wird,
ist bisher noch nicht eindeutig geklärt“, meint Prenzel. Eine Überlegung wäre ein automatisch gesteuerter
Impuls. Auch ob diese Anwendung nur in der First Class oder eventuell
auch in einzelnen Sitzen in der Economy-Klasse angeboten wird, wird noch
geprüft.

„Airbus setzt alles daran, die Kabinen in Zukunft noch
passagierfreundlicher zu machen“, meint Prenzel. Dazu gehöre auch eine
komplette Neuausrichtung der derzeit bestehenden Standards. Die
Schlagworte heißen: angepasster Luftdruck – derzeit herrscht ein
Kabinendruck, der etwa 2.500 bis 3.000 Meter Seehöhe entspricht –
erhöhte Raumluftfeuchtigkeit, angenehme Farbgebung in der Kabine und
optimierte Innenraumbeleuchtung. „Es geht prinzipiell darum, dem
Passagier den Stress im Flugzeug wegzunehmen und ihn zur Ruhe zu
bringen, so dass er entspannt am Zielort ankommt“, so der Ingenieur, der
bei Airbus http://www.airbus.com beschäftigt ist. „Ehe solche Systeme
zur Anwendung kommen, werden sie auf Herz und Nieren überprüft, um
allfällige Probleme oder Gefahren absolut auszuschließen.“ Wolfgang Weitlaner

Stress verzögert Wundheilung – Sauerstoff regt sie wieder an

Stress verzögert die Wundheilung. Zumindest bei Mäusen ist dieser Satz zutreffend, wie ein Forscherteam der University of Illinois in Chicago UIC http://www.uic.edu festgestellt hat. Extra Sauerstoff kann die Wundheilung allerdings wieder beschleunigen, berichten die Wissenschaftler.
Der Dentalforscher Phillip Marucha und sein Forscherteam von UIC College of Dentistry haben festgestellt, das psychischer Stress die Verheilung bei offenen Wunden bei Mäusen um mehr als 45 Prozent verzögert. Verantwortlich dafür ist eine ganze Reihe zellulärer und genetischer Abläufe, berichten die Experten. „Jene Zellen, die normalerweise Gewebe nachbilden, konnten nicht differenzieren wie sie das unter normalen Umständen tun“, erklärt Marucha. Als die Tiere mit Überdruck-Sauerstoff behandelt wurden, setzte die Wundheilung allerdings wieder normal ein.

Nach Erkenntnissen der Forscher entzieht der Stress dem Gewebe Sauerstoff. „Sauerstoff aktiviert allerdings die Entzündungszellen des Immunsystems und dadurch beginnt der Heilungsprozess zu laufen“, erklärt Marucha. Darüber hinaus verhindern Sauerstoffderivate die Bildung von Bakterien in Wunden. Wolfgang Weitlaner