Maximal 10% Zucker in Frühstücksflocken

Kinder-Frühstücksflocken: Real und Hipp nehmen ihre größten Zuckerbomben vom Markt – foodwatch fordert gesetzliche Zuckergrenze

Die Supermarktkette Real und der Babynahrungshersteller Hipp haben umstrittene Frühstücksflocken für Kinder vom Markt genommen. Real räumte seine „Drachen Honeys“ aus den Filialen und will zudem „möglichst zeitnah“ den Zuckergehalt weiterer Sorten senken, Hipp stellte die Produktion seiner Kinder-„Knusperflakes“ ein. Bei einem Marktcheck der Verbraucherorganisation foodwatch im September 2012 hatten die Produkte schlecht abgeschnitten: Die „Drachen Honeys“ lagen mit 45 Gramm Zucker pro 100 Gramm auf dem dritten Platz im Ranking der zuckrigsten Flocken für Kinder, auch die drei Hipp-Produkte belegten mit einem Zuckergehalt zwischen 34 und 41 Prozent vordere Plätze. „Die ersten als Kinder-Müsli getarnten Süßigkeiten sind jetzt aus den Regalen verschwunden. Nestlé, Kellogg’s, Aldi und Co. sollten sich an Real und Hipp ein Beispiel nehmen“, erklärte Anne Markwardt, Kinderlebensmittelexpertin bei foodwatch. „Doch noch immer sind mehr als 90 Prozent der Frühstücksflocken für Kinder wahre Zuckerbomben. Damit sich alle Produkte verbessern, brauchen wir eine gesetzliche Zuckergrenze: Nur noch solche Frühstücksflocken, die maximal 10 Prozent Zucker enthalten, dürfen an Kinder vermarktet werden.“

Ein Marktcheck von foodwatch hatte im September 2012 gezeigt, dass fast ausnahmslos alle Flocken, die gezielt für Kinder vermarktet werden, überzuckert sind und nicht die Ansprüche an ein kindgerechtes Frühstück erfüllen. In jeder zweiten Packung im foodwatch-Test steckten mindestens 30 Prozent Zucker. Nicht einmal 6 Prozent der 143 untersuchten Produkte wiesen einen Zuckergehalt von unter 10 Prozent auf. Hipp hatte foodwatch kurz vor Veröffentlichung des Marktchecks mitgeteilt, seine Kinder-Frühstücksflocken vom Markt nehmen zu wollen. Zum 30. Oktober lief die Produktion der „Knusperflakes“ aus. Ebenfalls Ende Oktober strich die Supermarktkette Real die „Drachen Honeys“ aus ihrem Flocken-Sortiment. Andere Real-Kinderprodukte, wie etwa die „Bärigen Schoko-Flakes“ mit 28 Prozent Zucker, liegen hingegen weiter in den Regalen.

„Einige Lebensmittelhersteller reagieren auf die öffentliche Kritik – aber längst nicht alle“, sagte Anne Markwardt. „Damit alle Hersteller aufhören, Kindern Süßigkeiten als ausgewogene Lebensmittel unterzujubeln, brauchen wir gesetzliche Vorgaben für Kinderlebensmittel: Unausgewogene Produkte wie überzuckerte Frühstücksflocken dürfen nicht länger als geeignet für Kinder dargestellt und mit Comicfiguren oder Spielzeugbeigaben für Kinder attraktiv gemacht werden.“ Die sogenannten ,Cerealien‘ für Kinder sind häufig sogar zuckriger als Kuchen oder Schokokekse. Für die Industrie sind die Flocken mit der billigen Zutat Zucker ein einträgliches Geschäft – für die Gesundheit der Kinder jedoch fatal. In Deutschland gelten bereits 15 Prozent der Kinder als zu dick, 6 Prozent sogar als fettleibig (adipös).

Über eine E-Mail-Aktion auf www.foodwatch.de/aktion-nestle haben bereits mehr als 28.000 Verbraucher Nestlé aufgefordert, nur noch Frühstücksflocken mit maximal zehn Prozent Zucker an Kinder zu verkaufen.

Hipp gewinnt den Goldenen Windbeutel 2012

Zuckrige Instant-Tees bewirbt Hipp als geeignete Getränke für Kleinkinder schon ab dem 12. Monat – diese Irreführungskampagne haben Zehntausende Verbraucher zur dreistesten Werbelüge des Jahres gewählt. Das ist das Ergebnis der Online-Abstimmung auf www.abgespeist.de ,dem foodwatch-Portal gegen Etikettenschwindel. Für seine Zuckergranulat-Tees „Früchte“, „Waldfrüchte“ und „Apfel-Melisse“ erhält Hipp heute (Dienstag, 19. Juni) den Goldenen Windbeutel 2012. Aktivisten der Verbraucherorganisation foodwatch werden den Negativpreis am Vormittag persönlich am Unternehmenssitz des Babynahrungs-Herstellers im bayerischen Pfaffenhofen (Ilm) verleihen.

129.229 Verbraucher haben bei der Wahl zum Goldenen Windbeutel 2012 ihre Stimme abgegeben. Das Ergebnis:

Platz: Instant-Tees ab dem 12. Monat von Hipp (44.013 Stimmen/34,1 Prozent)
Platz 1: Viva Vital Hackfleisch-Zubereitung mit pflanzlichem Eiweiß von Netto-Markendiscount (35.549 Stimmen/27,5 Prozent)
Platz 2: Becel pro.activ von Unilever (28.686 Stimmen/22,2 Prozent)
Platz 3: Clausthaler von Radeberger (13.104 Stimmen/10,1 Prozent)
Platz 4: Landlust Mirabelle & Birne von Teekanne (7.877 Stimmen/6,1 Prozent)

Hipp bewirbt seine Instant-Tees als geeignet für Kleinkinder ab dem 12. Lebensmonat – trotz des Zuckergehalts von umgerechnet zweieinhalb Stück Würfelzucker pro fertiger 200-Milliliter- Tasse. Experten hingegen empfehlen, kleinen Kindern nur ungesüßte Getränke zu geben. „Zuckergranulat mit Wasser aufgegossen: Eltern ein solches Produkt für Kleinkinder zu empfehlen ist unverantwortlich und passt in keiner Weise zu dem so oft betonten Anspruch von Hipp, ,kindgerechte‘ und ,gesunde‘ Produkte anzubieten“, kritisierte Oliver Huizinga von foodwatch.

Bereits im Mai 2012 hatte foodwatch die Hipp-Tees kritisiert und eine E-Mail-Aktion an den Hersteller gestartet. Mehr als 10.000 Verbraucher beschwerten sich direkt bei Unternehmenschef Claus Hipp. Das Unternehmen kündigte daraufhin an, seine Zuckergranulat-Tees nicht länger als „Durstlöscher“ zu bewerben. In einer Antwort an Verbraucher bezeichnete sie Hipp stattdessen als „Genussmittel“, die „gut für die Seele“ der Kinder seien. Nach Bekanntgabe der Nominierung für den Goldenen Windbeutel versprach der Hersteller, die Produkte bis Ende des Jahres durch neue Produkte ohne Zuckerzusatz ersetzen zu wollen.

„Vom vermeintlich gesunden Durstlöscher zum Genussmittel für die Seele – diese bemerkenswerte Umdeutung zeigt, dass die Unternehmen offenbar nur durch den öffentlichen Druck der Verbraucher reagieren“, sagte Oliver Huizinga von foodwatch. Es sei richtig, die völlig überflüssigen und für Kleinkinder ungeeigneten Zuckergranulat-Tees aus dem Sortiment zu nehmen. Inwieweit die Nachfolgeprodukte dem Hipp-Anspruch von „kindgerechten“ und „gesunden“ Produkten genügen werden und ob der Protest wirklich einen Fortschritt für die Verbraucher bringt, lasse sich jedoch noch nicht beurteilen: Das Unternehmen hat die Zusammensetzung der Ersatzprodukte noch nicht bekannt gegeben. „Eigentlich gibt es keine Notwendigkeit, andere Produkte zu entwickeln, denn Hipp hat geeignete Kleinkind-Getränke längst im Sortiment: die guten alten Teebeutel“, so Oliver Huizinga. Bis zur Markteinführung der Ersatzprodukte will Hipp seine Zucker-Instant-Tees offenbar weiterhin wider besseres Wissen im Kleinkind-Sortiment und mit der Empfehlung ab dem 12. Lebensmonat verkaufen.

Die Wahl zum Goldenen Windbeutel lief vom 22. Mai bis zum 18. Juni 2012 auf www.abgespeist.de
foodwatch vergab den Preis für die dreisteste Werbelüge des Jahres bereits zum vierten Mal. 2011 wählten die Verbraucher die „Milch-Schnitte“ von Ferrero zum Windbeutel-Sieger, 2010 erhielt die Molkerei Zott die Negativ-Auszeichnung für ihren „Monte Drink“, 2009 Danone für seinen probiotischen Joghurt „Actimel“.

Nominiert für den "Goldenen Windbeutel" 2012

Wer bekommt den „Goldenen Windbeutel“ 2012? Einen Monat lang können Verbraucher auf der Internetseite www.abgespeist.de darüber abstimmen, welches Produkt eines Lebensmittelherstellers die dreisteste Werbelüge des Jahres darstellt.

Die Verbraucherorganisation foodwatch hat fünf Produkte nominiert:

Becel pro-activ von Unilever, das Medikament zum Aufs-Brot-Schmieren: Eine Margarine mit hochkonzentriert zugesetzten Pflanzensterinen, die den Cholesterinspiegel senkt. Trotz aller Hinweise auf Risiken und Nebenwirkungen und völlig unklarer Langzeitfolgen verkauft Unilever das Produkt frei für jedermann im Supermarkt. Und nimmt damit in Kauf, dass auch Gesunde ohne Not an ihren Blutwerten herumdoktern. Zudem ist der Nutzen von Becel pro-activ ungeklärt – denn ob der Verzehr tatsächlich zu weniger Herzinfarkten führt, hat Unilever nicht einmal untersucht. Oliver Huizinga von foodwatch: „Becel pro.activ sollte nur auf Rezept und in der Apotheke verkauft werden.“
Teekanne Landlust Mirabelle & Birne, das Land-Imitat vom Fließband: „Wie aus dem eigenen Garten“? Von wegen! Bei dem Teekanne-Produkt handelt es sich um einen Standard-Industrie-Früchtetee, der nur teurer verkauft wird. Ohne Aromen würde der Tee auch nicht nach Mirabelle schmecken: Denn die haben es nur als Abbildung auf die Packung, nicht aber in den Teebeutel geschafft. Oliver Huizinga von foodwatch: „Ist der Schwindel erst entlarvt, herrscht statt Landlust nur noch Landfrust bei den Teekanne-Kunden.“
Viva Vital Hackfleisch-Zubereitung mit pflanzlichem Eiweiß von Netto Marken-Discount, das gestreckte Hack: 30 % Fleisch werden ersetzt durch billiges, mithilfe von Weizen schnittfest gemachtes Wasser. Die laut Werbehinweis „30 % weniger Fett“ sind damit keine Besonderheit, sondern logische Folge des Streckens – und rechtfertigen keineswegs den Preisaufschlag von mehr als 30 % gegenüber reinem Hack bei Netto. Zudem ist der Hinweis irreführend: Im Vergleich mit frischem Hack von Bedien-Theken, wo in der Regel magereres Fleisch verwendet wird, hat das gestreckte Produkt sogar meist mehr Fett und nicht weniger. Oliver Huizinga von foodwatch: „Hier geht es nicht um weniger Fett oder eine Reduktion des Fleischkonsums, sondern schlicht um mehr Brutto für Netto.“
Clausthaler Classic von Radeberger, das „alkoholfreie“ Bier mit Alkohol: Enthält 0,45 Vol.-Prozent Alkohol, weshalb das Gebräu in anderen Ländern auch korrekt als „low alcohol“ (alkohol“armes“) Bier gekennzeichnet ist. Nur dort, wo kein Gesetz die Schummelei mit der „alkoholfrei“-Etikettierung verbietet, verkauft Redeberger seine Kunden für dumm. Oliver Huizinga von foodwatch: „Clausthaler ginge so einfach schwindelfrei: Mit der Bezeichnung ,alkoholarm‘.“
Hipp Instant-Tees Früchte, Waldfrüchte und Apfel Melisse, die Zuckertees für Kleinkinder: Werden von Hipp ab dem 12. Lebensmonat empfohlen. Doch die Instant-Zucker-Tees bringen es auf umgerechnet zweieinhalb Stück Würfelzucker pro 200-Milliliter-Tasse. Das ist nicht nur überflüssig, weil es Tee auch ungesüßt gibt – es widerspricht auch allen Empfehlungen für die Ernährung von Kleinkindern. Und es passt ganz und gar nicht zum Anspruch von Unternehmenschef Claus Hipp, der sich für die Herstellung „gesunder“ und „kindgerechter“ Produkte „verbürgt“. Oliver Huizinga von foodwatch: „Um Profit zu machen, dient Hipp Eltern Zuckertee als empfehlenswertes Kindergetränk an. Verantwortliches Marketing sieht anders aus.“

Die Internet-Abstimmung läuft bis zum 18. Juni 2012 auf www.abgespeist.de , dem foodwatch-Portal gegen Etikettenschwindel.
Der „Goldene Windbeutel“ wird 2012 zum vierten Mal vergeben. Die bisherigen Gewinner: Milch-Schnitte von Ferrero (2011), Monte Drink von Zott (2010), Actimel von Danone (2009).

Greenpeace: Neuer Gentechnik-Ratgeber „Milch für Kinder“

Greenpeace: Neuer Gentechnik-Ratgeber „Milch für Kinder“

Hipp und Humana sind führend bei gentechnikfreier Babymilchnahrung

Immer mehr Hersteller von Babymilchnahrung und Schulmilch verarbeiten Milch von Kühen, die kein Futter aus Gen-Pflanzen erhalten. Dieses Ergebnis einer Umfrage unter Herstellern veröffentlicht Greenpeace heute in dem neuen Einkaufsratgeber „Milch für Kinder“. Von den großen Herstellern von Milchnahrung ist Hipp klarer Vorreiter. Auch Humana, Deutschlands zweitgrößte Molkerei und bekannter Produzent von Milchnahrung, will wesentliche Teile des Angebots umstellen. Dagegen ist bei Produkten von Nestlé und Milupa Gentechnik im Kuhfutter weiterhin Standard. Auch die Praxis bei Herstellern von Schul- und Trinkmilch unterscheidet sich stark.

„Verbraucher lehnen Gentechnik auf dem Acker und im Essen ab. Das gilt auch für Eltern, die für ihre Kinder Milchprodukte kaufen. Danach sollten sich alle Hersteller richten“, fordert Alexander Hissting, Gentechnikexperte von Greenpeace. Milchkühe fressen neben Gras und Heu auch Kraftfutter, das oft Sojaschrot enthält. Die Forschung sieht derzeit in Milch von Tieren, die Gen-Pflanzen gefressen haben, kein Risiko für Verbraucher. Die Freisetzung der Gentechnik auf Feldern gefährdet vor allem die Umwelt und die langfristige Sicherung der Ernährung. So belegen neue Untersuchungen des US-Wissenschaftlers Charles Benbrook, dass durch den Einsatz von Gen-Soja noch mehr Gift auf die Äcker gespritzt wird.

Johannes Doms von der Hipp-Geschäftsleitung sieht sich bestätigt: „Trotz aller Anstrengungen der Gentechnik-Industrie, mit teilweise fragwürdigen Methoden Fakten zu schaffen und die Welt mit gentechnisch veränderten Organismen zu verseuchen, wird die Firma Hipp im Sinne ihrer Unternehmensphilosophie ihr Ziel weiter durchsetzen, Lebensmittel ohne jegliche Nutzung von freigesetzten Gen-Pflanzen zu produzieren.“

Soja für die Viehfütterung in Deutschland wird vor allem aus Südamerika eingeführt. Doch etwa 70 Prozent der weltweiten Produktion sind gentechnisch verändert. Daher behaupten viele Lebensmittelhersteller, die Umstellung sei nicht möglich. Dem widerspricht Jochen Koester, Gründer von TraceConsult in Genf, der einzigen Beratungsfirma in Europa für den Handel mit gentechnikfreier Rohware: „Allein Brasilien kann den gesamten, realistisch vorstellbaren Bedarf Europas an gentechnikfreiem Sojaschrot decken. Vor allem der europäische Einzelhandel hat es sogar in der Hand, dieses Angebot positiv zu beeinflussen, wenn er diese Qualität stärker nachfragt.“

Für den Einkaufsratgeber bewertete Greenpeace 55 Hersteller. Bioprodukte werden immer ohne Gentechnik im Tierfutter hergestellt. Bei Schul- und Trinkmilch gehen unter anderen „Landliebe“ von FrieslandCampina und Ehrmann/Saliter mit der Schulmilch „Creck“ voran. Die Auskunft verweigerte neben anderen der Hersteller der Schulmilchmarke „Joe Clever“, Vogtlandmilch. Der Einsatz von Gen-Pflanzen ist hier ebenso wahrscheinlich wie bei Milch von „Bärenmarke“ von Hochwald und „Weihenstephan“ von Müllermilch. Der Einkaufsratgeber ist kostenlos erhältlich unter www.greenpeace.de/milch-fuer-kinder und Tel. 040-30618-120.

Deutschlands Babys schmeckt Bio am besten

Neues von der BioFach 2009: Zweistelliges Umsatzwachstum im Baby Bio-Markt

Deutschlands Babys schmeckt Bio am besten

Eine Erhebung des Marktforschungsinstituts Nielsen hat ergeben, dass Eltern bei Baby-Menüs für Kleinkinder ganz klar auf das Bio-Angebot setzen. Über 12 Monate wurde sowohl im deutschen Einzelhandel als auch im Drogeriemarkt der Umsatz nach Einzelartikeln und Geschmackssorten bei Baby-Menüs beobachtet.

Auf Platz 1 der umsatzstärksten Baby-Menüs liegt die Geschmacksrichtung Bio-Spaghetti Bolognese des Pfaffenhofener Babynahrungsherstellers Hipp. Gleich drei weitere Baby-Bio-Menüs belegen die Platzierungen zwei bis vier. An fünfter Stelle kommt das Baby-Menü in der Geschmacksrichtung „Gemüse-Reis mit zarter Pute“ von Bebivita, dessen Zutaten nicht aus rein biologischem Anbau stammen. Alle aufgeführten Baby-Menüs entsprechen der Diätverordnung, welche die Inhaltsstoffe und Zusammensetzung von Lebensmitteln für Kinder bis drei Jahre regelt. Der Babynahrungshersteller Hipp führte 1956 als Erster den Anbau von Obst und Gemüse auf naturbelassenen Böden ein und brachte 1959/60 das erste Baby-Bio-Menü im Glas auf den Markt.

ÖKO-TEST Bio-Limonaden

Mach mal Brause

Öko-Brausen wie die Bionade sind hipp und gelten als gesund. Tatsächlich versprechen aber viele Anbieter mehr, als ihre Bio-Limonaden halten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Frankfurter Verbrauchermagazins ÖKO-TEST. Hauptkritikpunkt der Warentester: Viele Limos sind zu süß und enthalten jede Menge Zusatzstoffe. Die vollständigen Untersuchungsergebnisse von 13 verschiedenen Marken sind in der aktuellen Januar-Ausgabe des ÖKO-TEST-Magazins veröffentlicht. Das Heft erscheint am 02. Januar 2008 und kostet 3,50 Euro.

In einer Bio-Limo stecken sage und schreibe 11 Stück Würfelzucker pro 330 ml, auch andere Produkte sind zu süß. Denn eigentlich erwartet der Verbraucher, dass die trendigen Erfrischungsgetränke deutliche weniger Zucker enthalten als herkömmliche Limonaden. Auch mit Aromastoffen sparen die Hersteller nicht: Nur vier Bio-Brausen kommen ohne aus, der Rest hilft mit natürlichen Aromen nach. Wobei „natürlich“ nicht heißt, dass die Aromen immer nur aus echten Früchten stammen. Viele Aromen werden mithilfe von Enzymen und Bakterien hergestellt.

Insgesamt, so das Fazit der Tester, können einige Bio-Trendlimos durchaus eine willkommene Alternative zum üblichen Zuckerwasser sein. Als Durstlöscher, die in großen Mengen getrunken werden, eignen sich aber Mineralwasser, ungesüßte Tees und Saftschorlen besser.

Ganz cool in Ordnung: Aquintell Bio Apfel Lemongras

Die Schlußlichter: Honey Saps Lemon plus Aloe Vera und Rhön Sprudel Bio-Rhöni Zitronen-Limonade schnitten im Test nur mit „ausreichend“ ab, unter anderem deshalb, weil sie etwa 9 Stück Würfelzucker enthalten und damit viel zu süß sind.

Die „10 Goldenen Regeln“ des Bio-Mentorings

Von Kollegen für Kollegen. Unter diesem Motto präsentiert die CMA Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH seit 2005 das Bio-Mentoren-Netzwerk für Großküchen und Gastronomie. Anlässlich des bundesweiten Netzwerktreffens in München und Pfaffenhofen im April 2007 veröffentlichen CMA und ÖGS nun die „10 Leitlinien der Bio-Mentorinnen und Bio-Mentoren“. Die Leitlinien stehen ab sofort im Internet unter www.bio-mirzuliebe.de zur Verfügung.

Welches berufliche Profil muss ein Bio-Mentor mitbringen, welche Eigenschaften zeichnen ihn aus? Diese und weitere Faktoren definieren die Leitlinien. „Festgelegt wurden die `10 Goldenen Regeln des Bio-Mentorings´ in gemeinsamer Abstimmung der Bio-Mentoren“, erklärt Julia Davids, CMA-Marketingreferentin Ökologischer Landbau. Der regelmäßige Austausch zwischen den einzelnen Mentoren ist ein elementarer Bestandteil des Netzwerks. „Da die Mentoren aus der gesamten Bandbreite der Außer-Haus-Verpflegung – aus Krankenhäusern, Studentenwerken, Betriebscasinos, Restaurants, Hotels und Altenheimen – stammen, bieten die Netzwerktreffen nicht nur die Gelegenheit zu Berichterstattung und Diskussion, sondern auch für viele neue Ideen und Eindrücke.“

Die Netzwerktreffen finden daher regelmäßig im Betrieb oder Restaurant eines der Bio-Mentoren statt. Gastgeber waren diesmal Josef Holzer, Leiter der Betriebsgastronomie des Baby-Nahrungsmittelherstellers HiPP in Pfaffenhofen, und Hubert Bittl, Küchenleiter in der Versicherungskammer Bayern in München. Neben einer Besichtigung der beiden Betriebsrestaurants konnten die Bio-Mentoren auch einen Blick hinter die Kulissen der Firma HiPP als weltweit größtem Verarbeiter von biologischen Rohstoffen werfen.

Im Fokus: die Zukunft
Einstimmig wurde während des Treffens beschlossen: Ein besonderer Schwerpunkt für die Arbeit der Bio-Mentoren im Jahr 2007 liegt in der Nachwuchsförderung. Erste Projekte mit Berufsschulen und Nachwuchsköchen wurden in diesem Jahr bereits umgesetzt, wie beispielsweise die Veröffentlichung des Leitfadens „Voll wertvoll – Voll Bio“ des Sophie-Scholl-Berufskollegs Duisburg. „Ziel der Bio-Mentoren ist es, bei den Auszubildenden ein grundsätzliches Interesse für Bio zu schaffen“, sagt Sabine Jörg, Referatsleiterin Ökologischer Landbau bei der CMA. „Bio ist lecker, und Bio ist machbar – diese Erkenntnis nehmen die zukünftigen Köche und Küchenleiter so nachhaltig mit in ihr Berufsleben.“ Daher steht für die Bio-Mentoren in diesem Jahr ein verstärktes Engagement in Berufsschulen und für Auszubildende auf dem Programm.

„Bio. Mir zuliebe“ in der 3. Runde
Das Bio-Mentoren-Netzwerk ist Teil der aktuellen CMA-Kampagne Bio. Mir zuliebe. 16 Bio-Mentoren stehen mit ihrer Fachkompetenz und jeder Menge Bio-Erfahrung interessierten Kollegen mit Rat und Tat zur Seite. Die CMA-Kampagne bietet bereits im dritten Jahr Großküchen- und Gastronomiebetrieben viele weitere Serviceangebote für den erfolgreichen Einsatz von Bio-Produkten: Zu den Topsellern zählen die individuellen Vor-Ort-Beratungen. Zweiter wichtiger Baustein sind die Mitarbeiter-Schulungen. Aktionstage mit Promotionteams vervollständigen schließlich das Angebot.