Sektkunde

Der Sekt zu Silvester – warum heißt dort „trocken“ süß?

Der Jahreswechsel kommt, es knallen die Böller, das Feuerwerk und auch die Sekt-Korken. Schön ist, wenn es knallt, aber aus Genießergründen vielleicht doch nicht? Bei einem guten Sekt ist es schade, weil beim Knallen und dem anschließend praktisch unvermeidlichen Schäumen aus der Flasche viel Perlung, oder wie die Fachleute sagen Mousseux, verloren geht. So sage ich frech, knallen oder nicht, es kommt auf die Qualität an. Ganz raffiniert wäre natürlich, man lässt in größerer Runde ein einfacheres Gewächs um 12 Uhr knallen und reicht dann ein edleres sanft geöffnet hinterher. Aber vielleicht ist das zu akademisch doch vielleicht einen Versuch wert. Auf jeden Fall gibt es neben den großen und bekannten Marken viele ganz ausgezeichnete Winzersekte.

Leider recht irreführend sind die Geschmacksbezeichungen bei Sekt, die gar nicht konform gehen mit dem, was man von Wein kennt.
„Trocken“ heißt bei Sekt mild bis fast schon süß. Auf was muss man dann achten, wenn es wirklich trocken sein soll? Was heißt „brut“ oder „extra dry bzw. extra trocken“? Man denkt, aha, jetzt trocken? Nein, leider gefehlt. Letzteres bedeutet 12 bis 17 g/l Restzucker, in etwa soviel wie halbtrockener Wein. Denn bei Wein reicht trocken nur bis maximal 9 g/l Restzucker.

Hier die gesetzlichen bzw. EU-weiten Regelungen zur Geschmacksbezeichnung von Sekt bzw. des Zuckergehalts:

brut nature (naturherb): kein Zuckerzusatz. Der Zuckergehalt des fertigen Erzeugnisses liegt unter 3 Gramm/Liter
extra brut (extra herb): zwischen 0 und 6 g/l Zuckergehalt
brut (herb): unter 12 g/l Zuckergehalt
extra dry (extra trocken, sehr trocken): zwischen 12 und 17 g/l
trocken (dry, sec): zwischen 17 und 32 g/l
halbtrocken (medium dry, demi sec): zwischen 32 und 50 g/l
mild (süß, doux): mehr als 50 g/l

Trocken steht bei Sekt also für gut süß, zwischen 17 und 32 g/l Zucker. Das bedeutet bei Wein – bis 18 g/l Liter zählt bei Wein als halbtrocken – schon gut abgerundet. Trockener Sekt liegt also noch darüber. Das Ganze ist etwas verwirrend, hat sich aber so entwickelt, und wenn man es weiß, dann doch kein Problem. Also: Prosit! Finden Sie den richtigen Tropfen.

Was ist Sekt, was Schaumwein, was ist Champagner oder Crmeant:

Sekt oder Qualitätsschaumwein?
Dieser ist nicht auf die Herstellung im Inland oder deutsche Grundweine beschränkt. Die Bestimmungen gelten EU-weit, auch für Produkte aus Drittländern, wenn sie entsprechend hergestellt wurden. Das fertige Produkt muss mindesten 10 Vol.% Alkohol enthalten. Inländischer Qualitätsschaumwein oder Sekt muss eine zweite Gärung durchlaufen haben. Ferner sind je nach Herstellungsverfahren gewisse Mindestlagerzeiten vorgeschrieben. Erzeugnisse unterhalb dieses Qualitätslevels dürfen nur als Schaumwein verkauft werden.

Was ist Qualitätsschaumwein b.A. (bestimmte Anbaugebiete) oder Sekt b.A.?
Dazu müssen die Grundweine zu 100% aus dem benannten Gebiet kommen. Außerdem muss sich das Produkt einer amtlichen Prüfung unterziehen und erhält eine amtliche Prüfungsnummer (A.P. Nr.). Entsprechendes gilt für Rebsorten-Sekte und die Angabe kleinerer Gebiete wie Ortsnamen oder Lagen. Bei letzteren müssen 85% des Grundweins aus dem kleineren Gebiet, jedoch stets zu 100% aus dem bestimmten Anbaugebiet stammen.

Wann darf es Champagner heißen?
Die Bezeichnung entspricht einem Qualitätschaumwein b.A. Die Grundweine müssen zu 100% aus der Champagne, die Gegend um Reims und Epernay, in Frankreich stammen. Zur Herstellung sind nur drei Rebsorten erlaubt: Pinot noir = blauer Spätburgunder, Pinot Meunier = Schwarzriesling und Chardonnay. Die „Ausfuhr“ von stillem Champagner-Wein ist nur in Flaschen erlaubt, so dass andernorts kein Champagner hergestellt wird. Die Verwendung des Wortes Champagner oder anklingende Worte dürfen für andere Sekte, Weine oder Herstellungsverfahren nicht verwendet werden.

Was ist Crémant?
Durch den Schutz von Champagner wurde die schon zuvor für gehobenen französischen Schaumwein gebräuchliche Bezeichnung Crémant EU-weit zugelassen. Sie gilt grundsätzlich nur für weiße oder rosé Schaumweine mit geschützten geographischen Angaben oder Ursprungsbezeichnungen, in Deutschland also für Schaumweine, die den Voraussetzungen für Sekt b.A. entsprechen. Die Trauben müssen von Hand gelesen worden sein. Die Reifung auf der Flasche und Hefe nach der zweiten Gärung muss mindestens neun Monate betragen. Ferner gibt es Vorschriften für die schonende Pressung. Es dürfen nicht mehr als 100 l Most aus 150 kg Lesegut gewonnen werden. Hinzu kommen Grenzen für Süße und Schwefel.

Wann ist es Flaschengärung?
Bei dieser Angabe muss die zweite Gärung in der Flasche erfolgt sein. Dort muss das Erzeugnis mindestens neun Monate Reifung durchlaufen haben. Die Bezeichnung ist nur bei Sekt, also bei Qualitätsschaumwein oder Qualitätsschaumwein b.A. zulässig.
Quelle: www.bonvinitas.com

Andreas von Rosen

Als geschäftsführender Gesellschafter entwickelte Andreas von Rosen das Rheingauer Weingut Friedrich Altenkirch seit 2005 zum Premium-Anbieter von Steillagenweinen. Ab sofort geht der ehemalige Banker mit seiner Firma Rosen & Rosen eigene Wege: Unter der Marke Puremonde veredelt er hochwertige Weine aus ganz Deutschland zu hervorragenden Sekten.

„Da ich selber keinen Wein anbaue, kann ich beim Einkauf meiner Grundweine kompromisslos auf Qualität setzen“ – das ist es, was Andreas von Rosen an seiner neuen Sektproduktion besonders schätzt. Während der sieben Jahre, die der Unternehmer die Geschicke des Lorcher Weinguts Friedrich Altenkirch maßgeblich bestimmte, entdeckte er seine Liebe zum Schaumwein. Nun brennt er darauf, die Puremonde Sekte nach seinen eigenen Vorstellungen zu verwirklichen. „Möchte man Wein herstellen, ist man immer auf ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren und Menschen angewiesen. Mal ist die Ernte schlecht, mal hat der Kellermeister andere Vorstellungen als man selbst. Mit meiner neuen Marke bekomme ich genau das Produkt, das ich haben möchte: Gemeinsam mit Fachleuten suche ich hochwertige Grundweine aus Deutschland aus, die ich in Zusammenarbeit mit einer renommierten Sektkellerei zu Premium-Sekten veredele.“

Die Erfahrungen, die von Rosen im Weingut Altenkirch gesammelt hat, möchte er nicht missen: „Es hat mir großen Spaß gemacht, Altenkirch zu dem zu machen, was es heute ist. Es war eine Herausforderung, die Weine und Schaumweine aus Steillagen nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland zu etablieren. Aber ich denke, das ist uns hervorragend gelungen, und ich verlasse das Weingut mit einem guten Gefühl“, so der Unternehmer. Der Erfolg gibt ihm Recht: In den letzten Jahren konnten die Weine von Altenkirch nicht nur internationale Verkoster überzeugen, sondern räumten auch auf den weltweit wichtigsten Weinwettbewerben wie Decanter World Wine Awards und AWC Wien zahlreiche Gold- und Silbermedaillen ab. Was als nächstes geplant ist? „Es wird bald einen Riesling-Secco geben, und irgendwann möchte ich meinen eigenen Jahrgangssekt machen!“, so von Rosen.

Andreas von Rosens neuester Coup, die Sekte Puremonde Perles und Puremonde Grande Perles, sind ab Juli bei ausgesuchten Händlern und über www.genussgut.de

erhältlich. Weitere Informationen finden Sie unter www.puremonde-sekt.de