Deutsche Bauern verdienten weniger

Einkommen europaweit am stärksten gesunken

Im europäischen Vergleich ist das Einkommen der deutschen Landwirte im vergangenen Jahr am stärksten gesunken. Das lassen erste Schätzungen des Statistischen Amts der Europäischen Union, kurz Eurostat, vermuten. Sie basieren auf Daten der nationalen Behörden der EU-Mitgliedstaaten. Das Realeinkommen berücksichtigt die Inflationsrate und ist auf eine Vollzeitarbeitskraft hochgerechnet, auch wenn es sich um Teilzeitarbeit oder Saisonarbeit handelt.

Insgesamt ist das landwirtschaftliche Einkommen in der EU im Vergleich zum Vorjahr pro Arbeitskraft um 4,3 Prozent gesunken. Je nach Land war die Entwicklung allerdings unterschiedlich. In 13 Mitgliedstaaten ist das Einkommen je Arbeitskraft gestiegen, wobei der höchste Anstieg in Kroatien (+21,5 %), Lettland (+14,3 %) und Griechenland (+12,1 %) zu verzeichnen war. Auch in Frankreich (+8,8 %), Italien (+8,7 %) und Belgien (+8,2 %) hat der Verdienst zugelegt.

In 15 EU-Mitgliedstaaten ist das Einkommen dagegen zum Teil beträchtlich gesunken. Den Spitzenplatz nimmt Deutschland mit einem Rückgang von knapp 38 Prozent ein, was die landwirtschaftlichen Familien hierzulande sehr belastet. Es folgen Polen (-23,8 %) sowie Luxemburg, Dänemark, das Vereinigte Königreich und Rumänien mit einem Rückgang von je 19 bis 20 Prozent. Nachbarländer wie Niederlande (-4,7 %) und Österreich (-2,6%) hatten ein leichtes Minus im Vergleich zum Vorjahr.

Die Gründe für die unbefriedigende Lage sind vermutlich vor allem im europäischen Agrarmarkt zu suchen. So hat der Produktionswert für Milcherzeugnisse um 14,9 Prozent, bei Schweinen um 8,9 Prozent abgenommen. In den Produktionswert gehen Produktionsvolumen und Preise für das Erzeugnis ein. Bei den pflanzlichen Erzeugnissen hat der Produktionswert von Zuckerrüben (-26 %) und Körnermais (-24,5 %) stark abgenommen, da einige Mitgliedstaaten im Sommer von der Dürre betroffen waren. Offenbar konnten die bäuerlichen Betriebe vor allem in Deutschland weniger Gewinn erwirtschaften, obwohl die Preise für Energie, Schmierstoffe und Futtermittel im Jahr 2015 vergleichsweise gering waren.
Heike Kreutz, www.aid.de

Weitere Informationen:

http://ec.europa.eu/eurostat/web/products-press-releases/-/5-15122015-BP

Ernährung im Wandel

Weniger Obst und Saft, mehr Wasser und Kaffee

Der Lebensmittelverzehr der Deutschen hat sich in den vergangenen sechs Jahren nur wenig geändert. Deutlich mehr Menschen entscheiden sich jedoch für eine vegetarische Ernährungsweise. So lautet das Fazit des Nationalen Ernährungsmonitorings (NEMONIT). Für die aktuelle Untersuchung haben Wissenschaftler des Max Rubner-Instituts (MRI) Daten von 1.840 Probanden im Alter von 14-80 Jahren aus dem Befragungszeitraum 2008-2012 mit den Daten der Nationalen Verzehrsstudie II (Befragungszeitraum 2005-2007) verglichen. Die Teilnehmer machten zweimal telefonisch ausführliche Angaben zu ihrem Verzehr in den vergangenen 24 Stunden. Auch die Zufuhr an Energie und Nährstoffen sowie der Körpermassenindex (BMI) wurden berechnet.

Die Ernährungsweise der Deutschen hat sich demnach nur geringfügig verschoben. Der Verzehr von Fleisch und Wurstwaren, Gemüse, Backwaren, Getreide- und Milchprodukten ist in den vergangenen sechs Jahren nahezu gleich geblieben. Männer und Frauen essen jedoch rund 14 Prozent weniger Obst und Obsterzeugnisse als in den Jahren 2005-2007. Damit werden die allgemeinen Empfehlungen von zwei Portionen Obst (je 125 g) am Tag deutlich unterschritten. Der Konsum von Obstsäften und Nektar ist um 37 Prozent gesunken. Dafür wird mehr Wasser (+ 10 %) beziehungsweise Kaffee und Tee (+ 15 %) getrunken. Frauen greifen öfter zu Süßigkeiten und nehmen mehr Fette und Öle auf, konsumieren aber weniger Bier. Unabhängig vom Geschlecht hat sich die Energie- und Proteinaufnahme nicht verändert. Die Zufuhr an Fetten ist jedoch um 6 Prozent gestiegen und an Kohlenhydraten um 6 Prozent gesunken.

Der Anteil der Vegetarier lag 2012 bei fast zwei Prozent, vor einigen Jahren waren es nur halb so viele. Die Anzahl der Menschen, die Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, hat geringfügig von 24 auf 25 Prozent zugenommen. Es gab jedoch keine Hinweise auf eine insgesamt gesündere Ernährungsweise. Der durchschnittliche Körpermassenindex (BMI) ist lediglich bei den Männern im Vergleich zu den Daten 2005-2007 um ein Prozent gestiegen. Nach Einschätzung der Befragten hat sich ihr Gesundheitszustand in den vergangenen Jahren nicht geändert.
Heike Kreutz, www.aid.de

Weniger Deutsche Enten 2013

Die Produktion von Enten ist im Jahr 2013 deutlich gesunken: Von Januar bis Oktober lagen die Schlachtungen bei 35.819 Tonnen – knapp 25 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Diese Entwicklung sei auf stagnierende Schlachtereiabgabepreise und die hohen Kosten für Futtermittel zurückzuführen, vermutet Marktinfo Eier und Geflügel (MEG). Infolge der geringeren Produktion haben die Importe um 13 Prozent zugenommen, während die Exporte um über 40 Prozent gesunken sind.

Enten und Ententeile kommen gerne als Festtagsbraten auf den Tisch. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt seit dem Jahr 2010 konstant bei etwa 900 Gramm. Rund 60 Prozent der Einkäufe werden in den Monaten Oktober, November und Dezember getätigt. Aber auch zu Ostern greifen Feinschmecker häufiger zum edlen Geflügel. Insgesamt gesehen ist die Käuferreichweite aber gering: Weniger als jeder zehnte Haushalt hat im Jahr 2012 einmal frisches Entenfleisch eingekauft, bei gefrorener Ware waren es knapp 13 Prozent.

Die Barbarie-Ente, auch Fleisch- oder Flugente genannt, hat ein mageres festes Fleisch. Die weiblichen Tiere sind 1,8 bis 2 Kilogramm, die männlichen 3-4 Kilogramm schwer. Im November 2013 mussten Verbraucher beim Erzeuger für ein Kilogramm Barbarie-Ente 8,86 Euro zahlen. Das waren 20 Cent mehr als im November 2012. Beim Verkauf an Einzelhandel, Metzger und Gastronomie lagen die Preise bei 6,24 Euro und damit 15 Cent höher als im Vorjahr.
Heike Kreutz, www.aid.de

Weitere Informationen:
aid-Heft „Geflügelfleisch“, Bestell-Nr. 1006, Preis: 3,00 Euro, www.aid-medienshop.de

Wachstum der Kettenhotellerie in Deutschland verliert an Dynamik

Das Wachstum der 50 umsatzstärksten Hotelgesellschaften in Deutschland hat sich 2011 abgeschwächt. Für 2012 sind einige Unternehmen pessimistisch. Dies geht aus dem exklusiven Ranking in der morgigen Ausgabe der AHGZ – Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung (Verlagsgruppe Deutscher Fachverlag) hervor. Berücksichtigt wurden dabei ausschließlich Gesellschaften, die mehr als ein Hotel betreiben.

Der Nettoumsatz aller Top-50-Hotelgesellschaften hat im Jahr 2011 um 5,4 Prozent auf insgesamt 7,08 Mrd. Euro zugelegt. Damit fällt das Plus aber kleiner aus als 2010, als der Nettoumsatz gegenüber dem Krisenjahr 2009 um 13,5 Prozent gestiegen ist. Der durchschnittliche Zimmerumsatz ist um 1,9 Prozent gestiegen. Ernüchternd wirkt der Blick auf die Kennziffern durchschnittliche Zimmerbelegung und durchschnittlicher Nettozimmerpreis: Beide liegen im Minus. So ist die Zimmerrate 2011 im Vergleich zum Vorjahr im Schnitt um 1,5 Prozent gesunken, von 85,55 Euro auf 84,23 Euro. Die Auslastung ging im Schnitt um 0,6 Prozent zurück, von 63,7 Prozent auf 63,3 Prozent.

Für das laufende Jahr sind die Hoteliers eher skeptisch. Die Unternehmen, die eine Umsatzprognose für 2012 abgegeben haben, erwarten im Durchschnitt ein Minus von 7,6 Prozent.

Spitzenreiter behaupten ihre Positionen

Obwohl es einige erhebliche Verschiebungen bei den Umsätzen gab, hat sich auf den vorderen Plätzen die Reihenfolge der 50 umsatzstärksten Hotelgesellschaften nicht verändert. Spitzenreiter ist und bleibt Accor Deutschland. Unter den verschiedenen Marken der Gruppe, von Formule 1 bis Novotel, werden in Deutschland rund 330 Hotels betrieben. 819 Mio. Euro Umsatz haben Accors Eigen- und Pachtbetriebe im vergangenen Jahr zusammen erwirtschaftet. Da Accor generell einen höheren Franchise-Anteil ansteuert, der Umsatz der Franchisenehmer aber im Ranking nicht einfließt, steigt der berücksichtigte Umsatz mit plus 0,5 Prozent nur wenig.

Auf Platz zwei liegt Best Western Deutschland mit 189 Häusern und 632,2 Mio. Euro Nettoumsatz. Das entspricht einem Umsatzplus von 11,9 Prozent.

Die Intercontinental Hotels Group (IHG), deren Deutschland-Umsatz um 4,7 Prozent gesunken ist, bleibt trotzdem mit einem Erlös von 511,5 Mio. Euro auf Platz drei. Karl-Heinz Pawlizki, Vice President Global Operations, Planning & Performance, erklärt den Umsatzrückgang mit Betriebsunterbrechungen in zwei Hotels sowie dem Abgang des Hauses in Köln, das nun Dorint betreibt.

Auf- und Absteiger

Einen gewaltigen Umsatzsprung von mehr als 42 Prozent hat Motel One gemacht. Damit klettert die Budgetdesign-Kette im Ranking von Platz 21 auf Platz 16. Ebenfalls aufgerückt ist die Althoff-Gruppe mit ihren 4- und 5-Sterne-Hotels – von Rang 26 auf 23. Abgerutscht von Platz 24 auf 32 ist die Starman Hotels Deutschland GmbH, die die Le-Méridien-Häuser führt und zum Starwood-Konzern gehört. Starman hat die Häuser in München und Nürnberg verloren und entsprechend Umsatz eingebüßt. Überholt wurde Starman von der schnell wachsenden B&B-Gruppe. Die Budgetkette hat die Zahl ihrer Hotels hierzulande von 37 auf 43 erhöht – und behält die hohe Schlagzahl bei, wie die acht Neueröffnungen 2012 zeigen.

Neueröffnungen

Am stärksten wächst 2012 Best Western, das mit 15 neuen Hotels an den Start geht. Die spektakulärste Neueröffnung, die offiziell noch für dieses Jahr angekündigt ist, ist aber das Waldorf Astoria der Hilton-Gruppe. Das neue Flaggschiff in Berlin soll nach mehreren Terminverschiebungen vor dem Jahreswechsel seine Pforten öffnen. Allerdings wird in der Branche spekuliert, dass Hilton doch erst 2013 die ersten Gäste seiner Edelmarke in Deutschland empfangen wird.

Deutsche Kantinen wieder besser besucht

Im vergangenen Jahr haben deutsche Unternehmen dank der guten Konjunktur wieder mehr Personal eingestellt. Davon profitierten auch die Kantinen, die sich über mehr zahlende Gäste freuen konnten. Mit einem Erlösplus von 5,2 Prozent (Vj. 2,6 Prozent) war die „Verpflegung am Arbeitsplatz“ Wachstumsmotor der Catering-Branche. Absolut gesehen macht dieses Segment etwa die Hälfte aller Umsätze (48,5 Prozent) von Deutschlands führenden Cateringunternehmen aus. Zu diesen Ergebnissen gelangt die Wirtschaftsfachzeitschrift gv-praxis (Deutscher Fachverlag) in ihrer aktuellen und exklusiven Branchenerhebung für 2011, in deren Rahmen 31 Cateringunternehmen befragt wurden.

Insgesamt erwirtschafteten diese Unternehmen, so ein weiteres Resultat, knapp 3,0 Mrd. Euro (ohne Mwst.) mit 5.044 Verträgen und erzielten ein Erlösplus von 5,2 Prozent. Zweistellig (plus 11,3 Prozent) wuchs der Bereich „Neue Märkte“, der 8,3 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht. Beispielsweise die Stadien- und Eventgastronomie zählen zu diesem Segment.

Die befragten Entscheider zeigen sich laut Studie mit dem Jahr 2011 zufrieden: 64,3 Prozent bewerten die Gewinnsituation als sehr gut oder gut, 32,1 Prozent nannten sie zufriedenstellend.

Top 3 Cateringunternehmen
Vom wertmäßigen Wachstum der befragten Cateringunternehmen, die über 60.000 Mitarbeiter beschäftigen, entfällt der größte Teil auf drei multinationale Dienstleistungskonzerne: Sodexo (plus 25,1 Mio. Euro), Compass Group (plus 22,2 Mio. Euro) und Aramark (plus 17,0 Mio. Euro). Allein diese Top 3 generierten 2011 fast 1,45 Mrd. Euro Umsatz, das entspricht einem Anteil am Gesamtumsatz von 48,7 Prozent.

Verdrängungsprozess verschärft sich
Das Jahr 2011 war geprägt durch mehr Wettbewerbs- und Kostendruck auf Auftraggeberseite, während die Gäste durch Ehec-Skandal und Atomunfall in Japan hochgradig sensibilisiert waren. Steigende Qualitätsanforderungen und zunehmende Preissensibilität auf Auftraggeber- und Gästeseite mussten in Einklang gebracht werden. Die Studie von gv-praxis zeigt auch, dass der Anteil des „echten“ Neugeschäfts signifikant gesunken ist – das heißt, jeder zweite Vertrag kommt derzeit von einem Mitwettbewerber. Der Verdrängungsprozess ist groß. Die Vertragspartner überprüfen ihre Dienstleister in immer kürzeren Abständen per Ausschreibung und wünschen immer individuellere Anforderungen, so der Tenor der Branchengrößten.

Nachhaltigkeit ist gefragt
Das dominierende Thema bei den über 5.000 Kunden heißt Nachhaltigkeit – von regionalen Einkaufsquellen bis hin zu bio-zertifizierten Lebensmitteln. Kernaussage hier: Nur wenn die Qualität überzeugt, ist der Gast zu Mehrausgaben bereit. Die Durchschnitts-Bons pro Gast liegen zwischen 3,61 Euro und 4,53 Euro pro Menü.

Aussichten 2012
Für das Jahr 2012 erwarten 88 Prozent der befragten Manager bessere Umsätze, 79 Prozent rechnen mit besseren Gästezahlen als vor zwölf Monaten (Befragungszeitpunkt: März). Allerdings befürchten 39 Prozent eine schlechtere Kostensituation.

Preise für Urlaube auf Kreta im Sinkflug

Urlauber profitieren von der anhaltenden griechischen Finanzkrise. Die Preise für Pauschalreisen in das beliebte Mittelmeerland sind im Buchungsmonat März ungewöhnlich stark gesunken. Von allen anderen Ferienzielen weist nur Thailand einen ähnlichen Preissturz auf. Dies zeigt das aktuelle Urlaubspreis-Barometer des Reiseportals HolidayCheck.de. Der monatliche Preisindex wertet die Daten von mehr als 20.000 tatsächlich gebuchten Reisen aus. Der Durchschnittspreis aller Buchungen lag im März lediglich 0,7 Prozent über Vorjahresniveau.

Im Durchschnitt aller Griechenland-Reisen bezahlten die Urlauber bei gleicher Aufenthaltsdauer 6,0 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Noch deutlicher wirkt sich der Preisverfall auf den Inseln aus: Sommerferien auf Kreta beispielsweise kosteten gar 11,3 Prozent weniger. Nur etwas billiger als 2011, nämlich 0,7 Prozent, waren Pauschalreisen nach Mallorca sowie mit minus 1,3 Prozent nach Fuerteventura. Die Preise für Teneriffa blieben stabil bei 0,0 Prozent Veränderung, während sie für Gran Canaria um 2,7 Prozent stiegen. Teurer wurden auch Ziele wie Ägypten und die Türkei. Reisen in diese Länder kosteten jeweils 4,1 Prozent mehr.

Fernreiseziele wie Thailand und die Dominikanische Republik sind derzeit günstiger als noch vor einem Jahr zu buchen. Die Durchschnittspreise sanken um 5,8 und 1,8 Prozent.

HolidayCheck.de

ÖKO-TEST Pommes frites

Etikettenschwindel mit Palmöl

Die Acrylamidbelastung bei Pommes frites ist gesunken. Diese gute Nachricht kann das Frankfurter Verbrauchermagazin ÖKO-TEST vermelden, das 20 Produkte im Labor genau untersuchen hat lassen. Allerdings, so die schlechte Nachricht, enthält fast jedes zweite Produkt trotzdem noch zu viel von dem Schadstoff. Dieser entsteht wenn stärkehaltige Lebensmittel stark erhitzt werden. Im Tierversuch, mit großer Wahrscheinlichkeit aber auch beim Menschen, löst er Krebs aus.

Das sind leider nicht die einzigen Kritikpunkte an den Kartoffelstäbchen. Die Laborergebnisse entlarven zudem einen Etikettenschwindel: Zwei Anbieter versprechen auf der Verpackung, reines Sonnenblumenöl zu verwenden. In Wirklichkeit sind die Pommes frites aber mit einer Mischung aus Sonnenblumenöl und 20 bzw. 35 Prozent Palmöl vorfrittiert. Palmöl gilt dabei als eher ungünstig für die Ernährung und wenig nachhaltig im Anbau. Außerdem kann es mit Schadstoffen belastet sein. Umso pikanter: Real wirbt damit, dass die Pommes in einem „hochwertigen Öl“ vorgebacken sind. Der Laboranalyse zufolge handelt es sich allerdings um reines Palmöl.

Jürgen Stellpflug, Chefredakteur des ÖKO-TEST-Magazins, fügt hinzu: „Leider gibt es einige Anbieter, die ihre Produkte mit verschiedensten Zusätzen versehen, darunter Stabilisatoren und Farbstoffe. Dass es auch ohne geht, zeigt aber erfreulicherweise die Mehrheit der Hersteller.“

ÖKO-TEST rät, beim Kauf von Tiefkühl-Pommes auf das enthaltene Fett zu achten. Die Kennzeichnung „mit Sonnenblumenöl“ ist ein guter Hinweis, dass kein Palmöl drin steckt – allerdings ist das auch nicht immer verlässlich, wie der Test zeigt. Die Kartoffelstäbchen sollten im Ofen bei maximal 200 Grad (Umluft 180 Grad) gebacken werden. Höhere Temperaturen fördern die Bildung von Acrylamid.

Das ÖKO-TEST-Magazin Mai 2011 gibt es seit dem 29. April 2011 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.

Gastgewerbeumsatz im April 2010 real um 2,0% gesunken

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, setzten die Unternehmen des Gastgewerbes in Deutschland im April 2010 nominal 1,0% mehr und real 2,0% weniger um als im April 2009. Der Umsatz im Gastgewerbe war im April nach Kalender- und Saisonbereinigung nominal 0,7% und real 1,0% niedriger als im Vormonat.

Der Umsatz im Beherbergungsgewerbe wuchs im April 2010 nominal um 7,9% und real um 1,3% gegenüber April 2009. In der Gastronomie wurden nominal 2,8% und real 4,0% weniger als im Vorjahresmonat umgesetzt. Innerhalb der Gastronomie stieg der Umsatz der Caterer nominal um 0,7%, real gingen die Umsätze um 0,3% zurück.

Von Januar bis April 2010 setzte das Gastgewerbe in Deutschland nominal genauso viel und real 2,8% weniger um als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

www.destatis.de

Acrylamidbelastung in Weihnachtsgebäck gesunken

foodwatch-Test: Acrylamidbelastung in Weihnachtsgebäck gesunken – Wenige Ausreißer mit unnötig hohen Werten – Testverlierer Allos-Bio-Lebkuchen

Die Acrylamidbelastung in Lebkuchen und Spekulatius ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Das ist das Ergebnis eines Tests der Verbraucherrechtsorganisation foodwatch. Allerdings sind nach wie vor einzelne Produkte mit unnötig hohen Mengen der krebsverdächtigen Substanz im Handel. So sind die Testverlierer, die Bio-Elisen Lebkuchen von Allos mit einem Acrylamidwert von 510 Mikrogramm pro Kilogramm und die Frenzel Echte Pulsnitzer Delikatess Lebkuchen (430 Mikrogramm) 20 bis 30 Mal so stark belastet wie die Testsieger (Bahlsen Contessa Schokolade und Bahlsen Grandessa Oblaten Lebkuchen, jeweils 16 Mikrogramm).

Insgesamt hat foodwatch elf Lebkuchen- und sechs Spekulatiusprodukte in einem unabhängigen Labor untersuchen lassen. Nur bei zwei Produkten ist die Belastung im Vergleich zum Vorjahr signifikant gestiegen. Alle Ergebnisse sowie die Vergleichswerte aus den vergangenen sieben Jahren sind unter www.foodwatch.de/acrylamid veröffentlicht.

„Die meisten Hersteller in unserem Test haben die Acrylamidbelastung inzwischen weitgehend im Griff“, erklärte der stellvertretende foodwatch-Geschäftsführer Matthias Wolfschmidt. „Es zeigt Wirkung, die Werte zu veröffentlichen und dabei die Namen der Produkte zu nennen – umso unverständlicher, wenn die Lebensmittelkontrollbehörden ihre Werte geheim halten.“ foodwatch fordert eine unverzügliche namentliche Veröffentlichung der Behördendaten sowie eine Kennzeichnung der Belastung auf der Verpackung. Eine Reduktion des Acrylamidgehalts auf Werte von unter 50 Mikrogramm bei Lebkuchen und Spekulatius sei für die Hersteller möglich, so Wolfschmidt. Die unverbindlichen, behördlichen „Signalwerte“ dagegen – 1.000 Mikrogramm für Lebkuchen, 416 für Spekulatius – seien absurd hoch: „Die Signalwerte sind keinerlei Anreiz für die Hersteller, sich zu verbessern – und dabei geht es bei Acrylamid darum, so wenig wie nur irgendwie möglich zu sich zu nehmen.“

Acrylamid kann beim Frittieren, Backen oder Braten stärkehaltiger Produkte entstehen. Im Tierversuch löst die Substanz Krebs aus und schädigt das Erbgut; die Gefahr für den Menschen ist noch nicht abschließend geklärt. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) legt lediglich unverbindliche „Signalwerte“ fest, die sich an den am höchsten belasteten Produkten orientieren.

Hotelpreise purzeln in den Keller

Hotelpreise purzeln in den Keller – Sinkende Nachfrage und starker Anstieg der Kapazitäten

Seit dem 11. September 2001 hat
es keinen derartigen Sturz von Hotelpreisen mehr gegeben.
Durchschnittlich sind die Preise im ersten Halbjahr 2009 um 17 Prozent
zurückgegangen. Zur sinkenden Nachfrage kam noch der starke Anstieg der
Hotelkapazitäten erschwerend hinzu. Das sind die Grundergebnisse des
Hotelpreisindex vom Online-Anbieter Hotels.com
www.gourmet-report.de/goto/hotels-com für
den Zeitraum Januar bis Juni 2009. In der Studie wurden die
Buchungsdaten von 78.000 Hotels in 13.000 Standorten berücksichtigt.

„Trotz der Wirtschaftskrise und der vorhergesagten schlechten Lage, hat
sich das Jahr im Tourismus als nicht allzu schlecht erwiesen“, so Arne
Erichsen, Director Market Management D/A/CH von Hotels.com. Die Übernachtungszahlen liegen deutlich über den Prognosen,
die Anfang des Jahres vorhergesagt wurden. Das Gesamtbild bezeichnet
Erichsen „als grau mit einem Silberstreif“. Markant ist auch die
Tatsache, dass einige Hochpreis-Destinationen – so etwa das sehr
beliebte London – deutlich günstiger geworden sind. Die Themse-Metropole
rangiert auch nicht mehr unter den weltweit zehn teuersten
Destinationen. „Ein Schnäppchen ist London deswegen aber nicht
geworden“, meint Erichsen. Es sei zu erwarten, dass in London die Preise
auch langsam wieder nach oben gehen werden, meint der Experte. Das
konnte man in den vergangenen Jahren auch deutlich bemerken.

Ein echtes Schnäppchen am Hotelmarkt ist, so Erichsen, beispielsweise
Berlin. Hier liegt der durchschnittliche Zimmerpreis bei 76 Euro. Sehr
günstig könne man auch in Ungarn, Tschechien und Polen nächtigen. Trotz
der Preisrückgänge in Wien – insgesamt um 25 Prozent – gehöre die
Donaumetropole als günstigste Stadt Österreichs nicht zu den „richtigen
Schnäppchen“, wie Erichsen meint. „Eine Ausnahme bildet Graz, dessen
Hotelpreise im Vergleich zum Vorjahr sogar um neun Prozent gestiegen
sind.“

Eine besondere Überraschung ist für Erichsen Las Vegas. „Die meisten
Reisenden gehen davon aus, dass die Glücksspiel-Metropole in der Wüste
von Nevada ein sehr teures Pflaster ist. Das ist allerdings ganz und gar
nicht der Fall“, so der Experte. Die Hotellandschaft der glamourösesten
Stadt der USA hat sich seit Beginn der Rezession im Vorjahr deutlich
verändert. Durch den massiven Rückgang des Kongresstourismus 2008 ist es
zu einem drastischen Rückgang der durchschnittlichen Übernachtungspreise
gekommen, da die Hoteliers versuchten, die Belegraten so hoch wie
möglich zu halten. Eine Entspannung schien jedoch nicht in Sicht. Die
Kongresse und Veranstaltungen gingen weiter zurück. Zudem kam es zu
einem Einbruch des US-Tourismus. „Im Vergleich zum Vorjahr sind die
Hotelpreise um 20 Prozent auf durchschnittlich 63 Euro gesunken.“

In Dubai, das bis zum 2. Quartal 2009 zu einem der teuersten Reiseziele
zählte, sind die Hotelpreise ebenfalls um 23 Prozent gesunken. Für den
Experten von Hotels.com weise das auf den starken Rückgang der
Geschäftsreisen weltweit hin. Günstiger sind auch die Zimmerpreise in
New York geworden, das ebenfalls nicht mehr zu den teuersten Städten
zählt. Nur drei Städte haben in den ersten sechs Monaten des Jahres
einen Preisanstieg erfahren: In Rio der Janeiro stiegen die Preise im
Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17 Prozent auf 135 Euro, in Jerusalem
um acht Prozent auf 121 Euro und in Istanbul um einen Prozent auf 112
Euro. Wolfgang Weitlaner