78 Prozent der Deutschen wollen kein Genfood

Forsa-Studie: 78 Prozent der Deutschen wollen kein Genfood

Nach den jüngsten Ergebnissen einer von Slow Food beim Forschungsinstitut Forsa in Auftrag gegebenen Studie sind nach wie vor 78 Prozent der Deutschen eindeutig gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel. Sogar 85 Prozent lehnen auch die Verfütterung von gentechnisch manipulierten Pflanzen an Nutztiere ab. Nicht irrationale Angst, sondern der Respekt vor der Natur ist der am meisten genannte Grund für die Ablehnung.

Der NABU fordert seit Jahren eine ökologische Sicherheitsforschung, welche die Auswirkungen der Gentechnik auf Natur- und Umwelt untersucht sowie ein Forschungskonzept zur Agrogentechnik, das sich mit Fragen aus der Anbaupraxis beschäftigt.

NABU-Präsident Olaf Tschimpke: „Wir wünschen uns ein Forschungsprogramm, das die ökologischen Fragen beim Thema Gentechnik wirklich angeht. Dazu brauchen wir jedoch ein Programm, das mit Natur- und Verbraucherschützern gemeinsam aufgestellt und diskutiert wird, damit es dann am Ende auch von allen akzeptiert werden kann.“

Obwohl das Bundesforschungsministerium seit vielen Jahren die Biosicherheitsforschung mit hohen Summen fördere, sei über grundsätzliche Fragen bislang nicht nachgedacht worden. Weder gebe es ausreichende Untersuchungen zu der Wirkung des im Genmais enthaltenen Giftes auf Bienen, Schmetterlinge und Käfer noch habe man sich mit der Frage befasst, welche Risiken für Wasserorganismen bestehen. Dabei gibt es bereits heute Forschungsergebnisse aus den USA, die ein Risiko für Gewässersysteme nahelegen.

NABU und Slow Food kritisierten, dass eine der wichtigsten Fragen im Vorfeld des Gentechnik-Treffens gar nicht zur Debatte steht: Welche Art von Landwirtschaft wollen wir überhaupt? Ist die momentan praktizierte industrialisierte Landwirtschaft mit ihrem hohen Anteil an Spritz- und Düngemitteln überhaupt gesellschaftlich wünschenswert, nachhaltig und zukunftsfähig? „Solange diese Fragen nicht beantwortet sind, wird die Gentechnik weiter nur die Kassen von Saatgutkonzernen füllen, aber nicht den Hunger in der Welt stillen“, so NABU-Präsident Tschimpke.

Slow-Food-Unterstützer und „Jahrhundertkoch“ Eckart Witzigmann: „Ich habe nichts gegen Forschung und Innovationen. Aber für mich als Koch hat immer das Produkt im Mittelpunkt gestanden. Und da setze ich auf natürliche Lebensmittel. Genmanipulierte Produkte kommen bei mir nicht in die Küche und auf den Tisch. Ich fürchte auch um die Vielfalt der Produkte, wenn die Bauern nur noch wenige Saatgutarten von immer weniger Herstellern verwenden dürfen. Ich gehöre zu den Menschen, denen es nicht zuletzt um Ethik geht, und ich finde es unerhört, wenn uns Politiker und Wissenschaftler als Angsthasen hinstellen, weil wir derartige Eingriffe in die Natur aus tiefer Überzeugung ablehnen.“

NABU und Slow Food sprachen sich ferner für eine strengere Kontrolle der Steuergelder aus, die in die Gentechnikforschung fließen. Es sei zu beobachten, dass kritische Wissenschaftler, die einen stärkeren Fokus auf die Risiken und Unsicherheiten der Technologie haben, von Mitteln aus dem Forschungsministerium wenig abbekommen.

Die komplette Forsa-Umfrage ist unter http://www.slowfood.de/w/files/pdf_neu/meinungen_zu_gentechnik_190509.pdf verfügbar.

Kampf um das Essen von morgen

ZDF Dokukanal, Donnerstag, 09.10. um 12:30 Uhr

Köstlichkeiten in Gefahr – Kampf um das Essen von morgen

Trotz Gammelfleisch, Pestizid-Alarm und Genfood-Angst ernähren wir uns heute gesünder und bequemer als je zuvor. Nie war Fleisch so billig, Gemüse so frisch und Obst in solcher Vielfalt zu haben wie heute.

Doch wie soll das weitergehen? Was tun, wenn Tierhaltung zum Hygieneproblem wird, Gemüseanbau zum Umweltproblem und die Lust auf neue Genüsse nicht mehr zu stillen ist? Droht das Ende von Viehstall und Weide? Angesichts immer häufiger auftretender Seuchen unter Nutztieren scheint die traditionelle Art der Fleischproduktion in Gefahr. Wissenschaftler gehen deshalb sowohl der Frage nach, wie schwerwiegend die Konsequenzen von Bedrohungen wie BSE für die Zukunft der Rinderzucht ist, als auch, welche Risiken für den Menschen bestehen und wie man diese minimieren kann. Schon lange bevor der Klimawandel zuschlägt und den Gemüsebauern durch Dürre und Hitze das Leben schwer macht, haben sich moderne Züchter von der Natur verabschiedet und sich von Wind und Wetter unabhängig gemacht. Holland gilt als das Pionierland der Gewächshauszüchtung. Tomaten werden unter UV-Licht in hektargroßen Hitec-Hallen ohne keimbelastete Erde und natürliche Feinde gezüchtet. Sieht so die einzige Möglichkeit aus, künftig Gemüse anbauen zu können? Und wird genmanipuliertes „Designer-Gemüse“ künftig sogar Impfungen ersetzen können?

Kampf um das Essen von morgen

ZDF Dokukanal, Mittwoch, 08.10. um 20:30 Uhr

Köstlichkeiten in Gefahr – Kampf um das Essen von morgen

Trotz Gammelfleisch, Pestizid-Alarm und Genfood-Angst ernähren wir uns heute gesünder und bequemer als je zuvor. Nie war Fleisch so billig, Gemüse so frisch und Obst in solcher Vielfalt zu haben wie heute.

Doch wie soll das weitergehen? Was tun, wenn Tierhaltung zum Hygieneproblem wird, Gemüseanbau zum Umweltproblem und die Lust auf neue Genüsse nicht mehr zu stillen ist? Droht das Ende von Viehstall und Weide? Angesichts immer häufiger auftretender Seuchen unter Nutztieren scheint die traditionelle Art der Fleischproduktion in Gefahr. Wissenschaftler gehen deshalb sowohl der Frage nach, wie schwerwiegend die Konsequenzen von Bedrohungen wie BSE für die Zukunft der Rinderzucht ist, als auch, welche Risiken für den Menschen bestehen und wie man diese minimieren kann. Schon lange bevor der Klimawandel zuschlägt und den Gemüsebauern durch Dürre und Hitze das Leben schwer macht, haben sich moderne Züchter von der Natur verabschiedet und sich von Wind und Wetter unabhängig gemacht. Holland gilt als das Pionierland der Gewächshauszüchtung. Tomaten werden unter UV-Licht in hektargroßen Hitec-Hallen ohne keimbelastete Erde und natürliche Feinde gezüchtet. Sieht so die einzige Möglichkeit aus, künftig Gemüse anbauen zu können? Und wird genmanipuliertes „Designer-Gemüse“ künftig sogar Impfungen ersetzen können?

Köstlichkeiten in Gefahr – Kampf um das Essen von morgen

ZDF dokukanal, Montag, 06.10. um 10:35 Uhr.

Köstlichkeiten in Gefahr – Kampf um das Essen von morgen

Trotz Gammelfleisch, Pestizid-Alarm und Genfood-Angst ernähren wir uns heute gesünder und bequemer als je zuvor. Nie war Fleisch so billig, Gemüse so frisch und Obst in solcher Vielfalt zu haben wie heute.

Doch wie soll das weitergehen? Was tun, wenn Tierhaltung zum Hygieneproblem wird, Gemüseanbau zum Umweltproblem und die Lust auf neue Genüsse nicht mehr zu stillen ist? Droht das Ende von Viehstall und Weide? Angesichts immer häufiger auftretender Seuchen unter Nutztieren scheint die traditionelle Art der Fleischproduktion in Gefahr. Wissenschaftler gehen deshalb sowohl der Frage nach, wie schwerwiegend die Konsequenzen von Bedrohungen wie BSE für die Zukunft der Rinderzucht ist, als auch, welche Risiken für den Menschen bestehen und wie man diese minimieren kann. Schon lange bevor der Klimawandel zuschlägt und den Gemüsebauern durch Dürre und Hitze das Leben schwer macht, haben sich moderne Züchter von der Natur verabschiedet und sich von Wind und Wetter unabhängig gemacht. Holland gilt als das Pionierland der Gewächshauszüchtung. Tomaten werden unter UV-Licht in hektargroßen Hitec-Hallen ohne keimbelastete Erde und natürliche Feinde gezüchtet. Sieht so die einzige Möglichkeit aus, künftig Gemüse anbauen zu können? Und wird genmanipuliertes „Designer-Gemüse“ künftig sogar Impfungen ersetzen können?

Slow Food zur Gentechnik-Novelle

Der Vorstand von Slow Food Deutschland nimmt die zweite und dritte Lesung der Novelle zum Gentechnikgesetzt zum Anlaß für einige grundsätzliche und aktuelle Feststellungen

1. Slow Food tritt als internationale Vereinigung weltweit für einen Verzicht auf gentechnisch veränderte Nutzpflanzen ein. Die Menschheit hat es über die Jahrtausende verstanden, durch natürliche Züchtung Pflanzen weiter zu entwickeln. Ein risikobehafteter Eingriff in die Genstrukturen ist nicht notwendig, um die Ernährung der Menschheit sicher zu stellen.

2. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts FORSA für Slow Food hat 2005 ergeben, dass drei Viertel der Deutschen gentechnisch veränderte Lebensmittel ablehnen. In neueren Meinungsumfragen geht dieser Trend sogar nach oben. Man sollte den Verbrauchern keine Lebensmittel aufzwingen, die sie nicht wollen.

3. Die ersten Erfahrungen mit der grünen Gentechnik in anderen Ländern sind durchweg negativ. Beispiele:
– Amerikanische und kanadische Bauern, die nun über eine 10jährige Erfahrung verfügen, berichten, dass, entgegen ursprünglichen Versprechen, die Ernte-Ausbeute gesunken, der Pestizidbedarf gestiegen und die Nährstoffdichte der Produkte geringer geworden ist.
– Die Suizidrate der Bauern in Indien verdeutlicht die Brutalität der Abhängigkeit gutgläubiger Menschen von falschen Versprechungen der Biotechnologiebranche
– Die negativen Beispiele der letzten Jahre bei Mais, Reis, Erbsen zeigen deutlich, welch große gesundheitliche Risiken noch bestehen.
– Die FAO erklärt, dass mit GMO die Welternährungsproblematik nicht gelöst werden kann.

4. Slow Food ist für die gentechnische Forschung auf Gebieten wie der Pharmakologie, wo sie wirklich dem Fortschritt dienen kann.

5. Slow Food befürchtet, dass eine Ausweitung gentechnisch veränderter Nutzpflanzen die Biodiversität uind damit die Wahlfreiheit zusätzlich bedroht und den Prozess der Monopolisierung des Saatgutes bei einigen wenigen Herstellern beschleunigt. Die Folge ist, dass den Bauern die Verfügung über ihr wichtigstes Produktionsmittel entzogen wird.

6. Dass es bereits in vielen Ländern diesen Anbau gibt, ist Realität. Die Frage ist also nicht, ob es eine Koexistenz zwischen gentechnischem und gentechnikfreiem Anbau geben darf, sondern ob die gentechnikfreie Landwirtschaft eine echte Chance hat, sich langfristig dagegen zu behaupten.

7. Slow Food Deutschland begrüßt vor diesem Hintergrund die am 25. Januar 2008 im Bundestag zur Abstimmung stehende Gentechniknovelle als ein Optimum dessen, was angesichts der EU-Rahmenbedingungen möglich ist. Es gibt bisher keinen Anlass, an dem Bekenntnis von Minister Seehofer zu zweifeln, dass er selber die so genannte grüne Gentechnik ablehnt. Auch dass die SPD zu einer klaren Position gegen Genfood gefunden hat, ist zu begrüßen. Slow Food wird die Politiker beim Wort nehmen.

8. Die nun eröffnete Möglichkeit, gentechnikfreie Produkte als solche zu kennzeichnen, eröffnet Chancen für Produzenten und Verbraucher, die genutzt werden müssen. Es gibt keinen Grund, die Zukunft schwarz zu malen, auch wenn diese Lösung nicht in allen Details perfekt sein sollte.

9. Slow Food wird sich weiterhin mit gewaltfreien Mitteln für die Ablehnung von Genfood in der öffentlichen Meinung einsetzen. Slow Food Deutschland beteiligt sich am 22. bis 24. August an dem Freiluft-Rockfestival gegen Gentechnik bei Schwäbisch Hall.

10. Slow Food unterstützt das Entstehen gentechnikfreier Regionen auf freiwilliger Basis.

Vier von fünf Deutschen sagen Nein zu Genfood

Mehr als drei Viertel, nämlich 79 Prozent der Bundesbürger lehnen gentechnisch veränderte Bestandteile in der Nahrung ab. Das ergab eine Meinungsumfrage für „Slow Food“, das Magazin von Slow Food Deutschland. Das Meinungsforschungsinstitut „Forsa“ hatte am 18. und 19. Juli 1.001 Bürger befragt. Nur 17 Prozent gaben an, dass ihnen diese Frage egal ist, wenn der Preis stimmt. Im Osten ist die Ablehnung von Genfood im Osten mit 70 Prozent nicht ganz so signifikant. Am höchsten ist die Ablehnungsquote bei den Altersgruppen zwischen 30 und 59 Jahren mit 83 Prozent.
Angesichts der Debatte um die Frage, ob man beim Einkauf Produkte aus dem eigenen Land bevorzugen sollte, teilen 62 Prozent der Deutschen die Auffassung, dass man sich stärker auf Produkte aus der eigenen Region besinnen sollte. West und Ost unterscheiden sich hier nur gering.

Zu einer erregten öffentlichen Debatte und Protestaktionen von Bauern hatten Aktionen von Discountern geführt, die Milch weit unter dem Einstandspreis verkauft hatten. Slow Food wollte wissen, wie die Verbraucher zu den Preisen für Lebensmittel stehen. 84 Prozent der Deutschen wollen, dass die Landwirte angemessen für ihre Produkte bezahlt werden. Für nur zwölf Prozent ist es am wichtigsten, dass die Produkte billig sind.

Slow Food, die in 90 Ländern der Erde aktive „Lobby des Geschmacks“, sieht sich durch die Umfrage in seinen Anliegen bestätigt. Es geht der 1986 in Italien gegründeten Vereinigung vorrangig um die Bewahrung regionaler Produkte und Ernährungstraditionen und darum, dass die Bauern für ihre Arbeit gerecht entlohnt werden. Slow Food wird in seinen Anliegen unter anderem von seinem prominentesten Mitglied, dem britischen Thronfolger Prinz Charles unterstützt.

Internet: www.slowfood.de