Neue Mitarbeiter sofort melden, sonst ist’s Schwarzarbeit

Bei Verstößen drohen bis zu fünf Jahre Haft

Für die Branchen der Fleischwirtschaft, des Gast- und des Schaustellergewerbes gilt bereits seit 2009 die Sofortmeldepflicht bei den Sozialversicherungen. Das bedeutet, jeder Beschäftigte muss bei Arbeitsantritt bereits gemeldet sein.
Schwarzarbeit ist Betrug an den Sozialkassen und verursacht auch in der gesetzlichen Unfallversicherung massive Beitragsausfälle. Und nicht nur das: Hatte ein Schwarzarbeiter einen Arbeitsunfall, muss die Berufsgenossenschaft zahlen und wird anschließend versuchen, sich das Geld vom Unternehmen zurückholen. Das gilt dann auch für Heilbehandlungskosten und Geldleistungen, die erst in Zukunft anfallen.

Wer die Arbeitnehmeranteile an den Sozialversicherungsträger nicht abführt, begeht eine Straftat. Es drohen Freiheitsstrafen bis zu fünf, in besonders schweren Fällen sogar bis zu zehn Jahren. Wird Schwarzarbeit festgestellt, müssen Unternehmer die Sozialversicherungsbeiträge nachzahlen. Die Ansprüche verjähren erst nach 30 Jahren. Und weil sich die Sozialversicherungsträger gegenseitig unterrichten, fordern vermutlich auch die Renten- und Krankenversicherung die Nachzahlung unterbliebener Abgaben.

Was ist Schwarzarbeit?
Arbeitgeber müssen der Einzugsstelle oder der Datenstelle der Träger der Rentenversicherung für jeden in der Kranken-, Pflege-, Rentenversicherung oder nach dem Recht der Arbeitsförderung kraft Gesetzes versicherten Beschäftigten bestimmte Angaben melden. Schwarzarbeit leistet, wer Dienst- oder Werkleistungen erbringt oder ausführen lässt und dabei steuer-, sozialversicherungs- oder bestimmte gewerberechtliche Pflichten verletzt oder Sozialleistungen erhält, ohne seine sich aufgrund der Dienst- oder Werkleistungen ergebenden Mitteilungspflichten zu erfüllen. Eine nicht ordnungsgemäße Beitragsentrichtung wird bereits vermutet, wenn der Versicherte nicht gemeldet wurde – auch dann schon, wenn gegen die Sofortmeldepflicht verstoßen wurde. Auf ein bewusstes Verschulden des Unternehmers kommt es dabei nicht an.

Zusammenfassend:
• Führen Unternehmer die Arbeitnehmeranteile an den Sozialversicherungsträger nicht ab, begeht sie eine Straftat. Es drohen Freiheits- oder Geldstrafe.
• Auch Schwarzarbeiter sind Beschäftigte. Und Beschäftigte sind gesetzlich unfallversichert.
• Bei einem Arbeitsunfall hat der Schwarzarbeiter Anspruch auf die gleichen Leistungen der Berufsgenossenschaft wie ein Arbeitnehmer, für den der Arbeitgeber die Beiträge gezahlt hat.
• Die Berufsgenossenschaft hat das Recht, ihre Ausgaben für die Heilbehandlung und Rehabilitation des Schwarzarbeiters und gegebenenfalls auch für Rentenzahlungen vom Unternehmer zurückzuholen.

www.deutsche-rentenversicherung.de.

Über 2.000 Weinveranstaltungen in Deutschland

Exakt 2.266 Terminhinweise für Weinveranstaltungen in ganz Deutschland wurden dem Deutschen Weininstitut (DWI) für seine neueste Ausgabe der Broschüre „Wein aktiv erleben“ gemeldet. Dies sind 132 Veranstaltungen mehr als im vergangenen Jahr.

Sie reichen von Weinfesten, -präsentationen und -messen über weinkulturelle oder -kulinarische Veranstaltungen bis hin zu Weinerlebnistagen. Hier findet jeder Weinfreund etwas für seinen Geschmack.

Die 106-seitige DIN-A5 Broschüre kann ab sofort gratis im DWI-Online-Shop unter www.deutscheweine.de oder per E-Mail an winzerfeste@deutscheweine.de bestellt werden. Wer den Postweg bevorzugt, schickt eine Karte an: Deutsches Weininstitut, Postfach 1764, 55007 Mainz

Alle Weinevents online und als App „Weinziele“ Zusammen mit weiteren Veranstaltungen, die sich im Laufe des Jahres aktuell ergeben, sind alle Termine auch im Internet abrufbar, unter www.veranstaltungen.deutscheweine.de. Dort gibt es weiterführende Informationen zu den Events und den Veranstaltern. Darüber hinaus bietet das DWI mit der App „Weinziele“ eine kostenlose mobile Weinevent- und Winzersuche für alle Smartphones.

PayPal mit Sicherheitsproblem

Sehr überrascht war der Autor diese Zeilen, als er heute eine email von PayPal bekam. Ich benutze einen sogenannten catch all email account. Das bedeutet, ich ordne eine email Adresse jedem Händler zu. So kann ich nachverfolgen, wer diese benutzt.

Bei Amazon lautet die email amazon@34.de, bei Paypal lautet sie ebay1@34.de. Für nichts anderes benutze ich diese email Adresse. Und heute bekam ich dann eine email an die korrekte Adresse, die mich aufforderte, mein Konto zu bestätigen. Auf dem ersten Blick sehr echt, auf dem 2. Blick nicht. Auch die Seite, auf die man geleitet wird, sieht sehr echt aus. Ich habe sie sofort an Firefox als Phishing Seite gemeldet.

Goldene Regel: Niemand wird Sie auffordern, Ihr Konto im Internet zu bestätigen! So wie keine Bank Sie anruft und nach der TelefonPin fragt!

Ein Bild von der email:
https://www.facebook.com/gourmetreport/photos/a.427082738123.197268.168996673123/10152171663728124/?type=1&theater

Die Blaue Gans im neuen Glanz

Vor fast genau einem Jahr wurde das
burgenländische Gourmet-Highlight „Zur blauen Gans“ ein Raub der
Flammen. Viel wurde im letzten Jahr über die Zukunft des Restaurants
im Seepark Weiden spekuliert.

Oliver Wiegand vom Fossil zur blauen Gans

Wie dem Falstaff gemeldet wurde, soll die „blaue Gans“ nun im
April ihre Türen wieder öffnen. Nach Differenzen mit dem bisherigen
Chefkoch Alain Weissgerber, hat der Seepark-Betreiber Bernhard Göschl
nun mit Oliver Wiegand einen jungen Koch gefunden, der einen starken
Bezug zur „Blauen Gans“ hat. Wiegand hat jahrelang an der Seite von
Weissgerber gekocht und betreibt derzeit den Purbacher
Feinschmeckertreff „Fossil“. Göschl und Wiegand stehen unmittelbar
vor Vertragsabschluss, der aber dem Vernehmen nach nur noch Formsache
sein dürfte.

Zurück zu den kulinarischen Wurzeln

„Die Leitung der „Blauen Gans“ ist bereits ein lange gehegter
Wunsch, der nun zur Realität wird“, so Wiegand zum Falstaff. Der
gebürtige Salzburger pflegt einen aromenstarken, aber nicht
überladenen Stil und verwendet regionale Produkte genauso wie
Klassiker der französischen oder asiatischen Küche. Das neue
kulinarische Konzept für die „Blaue Gans“ soll vor allem Hotel– und
Stammgäste aus der Region zufrieden stellen. Göschl schwebt eine
gehobene regionale Gasthausküche als Basis vor, die Wiegand mit
seiner Kreativität noch verfeinern soll. Wiegand wird eng mit dem
Hotel zusammenarbeiten und auch Frühstück und Mittagsmenüs anbieten.
Am Abend soll es seine bekannten Überraschungsmenüs mit drei bis acht
Gängen geben und außerdem wird er für den, über dem Restaurant
liegenden, „Club 119“ regionale Tapas kreieren.

Erstickungsgefahr von Kleinkindern durch Nüsse

Erstickungsgefahr von Kleinkindern durch Nüsse

BfR empfiehlt Verbraucherhinweis auf Verpackungen

Dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) liegen Daten vor, nach denen es sich bei von Kleinkindern verschluckten Fremdkörpern oftmals um Nüsse, insbesondere Erdnüsse handelt. Das Risiko, Nüsse oder Nussteile zu verschlucken, die dann in die Atemwege gelangen, ist für Kleinkinder signifikant höher als das Risiko, Kleinteile von Spielzeug zu verschlucken. Nüsse können aufgrund ihrer Form und geringen Größe sowie öligen Oberfläche leichter in die Luftröhre und die tiefen Bereiche der Luftwege gelangen als andere Lebensmittel. „Nicht nur in der Vorweihnachtszeit knabbern kleine Kinder Nüsse oft nebenbei beim Spielen. Es ist somit wichtig, Eltern, Erzieherinnen und Erzieher, Großeltern und sonstige Aufsichtspersonen über das Risiko einer Erstickungsgefahr zu informieren“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. Auf den Verpackungen von Nüssen sollte ein Verbraucherhinweis wie „Achtung. Nüsse können in die Atemwege von Kindern gelangen“, aufgedruckt werden.

Geraten verschluckte Fremdkörper in die Atemwege, spricht man von Aspirationsunfällen. Diese können zu schweren Gesundheitsschäden oder in seltenen Fällen zum Erstickungstod führen. Im Kindesalter ist das Risiko des ungewollten Verschluckens in die Lunge besonders hoch, da Kinder unter vier Jahren generell gern Gegenstände in den Mund nehmen. Für Spielzeug besteht deswegen eine Kennzeichnungspflicht. Auf den Verpackungen befindet sich der Warnhinweis, dass Kleinteile verschluckt werden können. Für Nüsse besteht eine solche Kennzeichnungspflicht bislang nicht.

Aspirationsunfälle werden in Deutschland nicht systematisch erfasst. Vereinzelt werden sie von Ärzten an die deutschen Giftinformationszentren gemeldet und dort als Fremdkörperaspiration unter „Vergiftung“ miterfasst. Anders als das Verschlucken von Chemikalien müssen Fremdkörperaspirationen nicht beim BfR gemeldet werden, da keine giftigen Bestandteile freigesetzt werden. Aus Sicht des BfR zeigen die neueren Zahlen der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Pneumonologie das Unfallrisiko sowie das Unfallverhältnis von Nüssen zu anderen Kleinteilen bzw. Spielzeugteilen deutlich auf. Im Zeitraum von 2004 bis 2005 wurden an sechs Kliniken 98 Fremdkörperaspirationen dokumentiert. In mehr als der Hälfte der Fälle (50 Meldungen) hatten Kinder eine ganze Nuss oder Teile davon verschluckt. In 29 dieser Fälle handelte es sich um Erdnüsse. In 16 Fällen wurden andere Nahrungsbestandteile wie z.B. Karottenstückchen verschluckt, und in zehn Fällen waren Spielzeugteile in die Atemwege gelangt. Damit ist das Risiko von Kleinkindern, Nüsse in die Atemwege zu bekommen, signifikant höher als das Risiko, dass Spielzeugteile in die Luftröhre gelangen.

Das BfR empfiehlt, auf Nuss-Verpackungen einen Hinweis zu drucken, etwa „Achtung. Nüsse können in die Atemwege von Kindern gelangen“, um die Verbraucherinnen und Verbraucher über das Risiko zu informieren. Eine Kennzeichnungspflicht sollte geprüft werden. Zudem weist das BfR darauf hin, dass Nüsse, insbesondere Erdnüsse, nicht in die Reichweite von jüngeren Kindern gehören. Sie sollten Nüsse ausschließlich in ruhigen Essenssituationen unter Aufsicht von Erwachsenen verzehren. Sollte dennoch ein Nussteil in die Atemwege gelangen und anhaltender Husten oder Atemprobleme entstehen, ist der Notarzt zu rufen. Auch in der BfR-Broschüre „Risiko Vergiftungsunfälle bei Kindern“, die in der BfR-Pressestelle kostenfrei bestellt werden kann, gibt das BfR Tipps, welche Maßnahmen im Falle des Verschluckens von Fremdkörpern ergriffen werden sollten.

Lebensmittel in der EU gehören zu den sichersten weltweit

30 Jahre EU-Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel

Im Jahr 2008 wurden aufgrund des Schnellwarnsystems europaweit 28 gefährliche Produkte vom Markt genommen.

Lebensmittel in der EU gehören zu den sichersten weltweit. Dafür sorgt seit 30 Jahren das EU-Schnellwarnsystems für Lebens- und Futtermittel RASFF. Ob Weinpanscherei, BSE, Dioxin in Hühnern oder Melamin in Milchprodukten, bei schwerwiegenden Gesundheitsrisiken benachrichtigen sich die RASFF-Teilnehmerländer umgehend, wenn sie Produkte von Markt nehmen, zurückrufen oder Sofortmaßnahmen erforderlich sind. Aus dem jüngsten Jahresbericht des Schnellwarnsystems geht hervor, dass 2008 etwa 7000 Fälle insgesamt gemeldet wurden. 528 erweisen sich als ernste Warnungmeldung und hatten zur Folge, dass ein gefährliches Produkt vom Markt genommen wurde. 102 davon kamen aus Deutschland. Die meisten Warnmeldungen betrafen mit Erdöl verunreinigtes Sonnenblumenöl aus der Ukraine, Melamin verseuchte Milchprodukten aus China und Dioxin-Spuren in Schweinefleisch aus Irland.

EU‑Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou sagte: „RASFF ist eine der Erfolgsgeschichten des integrierten EU‑Konzepts für die Lebensmittelsicherheit; die Möglichkeiten der Kommunikation und der Kooperation kommen hier voll zum Tragen.“ Neben den 27 EU-Mitgliedstaaten neben auch die EU-Kommission, die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA sowie Norwegen, Liechtenstein und Island an RASFF teil.

In mehr als vier von zehn Meldungen 2008 wurden Erzeugnisse gemeldet, die an der EU‑Außengrenze wegen eines Risikos für die Lebensmittelsicherheit abgewiesen wurden. In solchen Fällen informiert das System das betreffende Drittland, damit sich der Vorfall nicht wiederholt. 2008 gingen 2342 Informationsmeldungen an Drittstaaten, die bedenkliche Erzeugnisse aus diesen Ländern betrafen. Wird ein schwerwiegendes und anhaltendes Problem entdeckt, sendet die EU-Kommission ein Schreiben an die nationalen Behörden der betreffenden Drittstaaten, in dem sie diese zur Ergreifung von Abhilfemaßnahmen auffordert, wie die Streichung der Unternehmen von der Liste zugelassener Betriebe, der Verhinderung der Ausfuhr oder der Verschärfung der Kontrollen. Im Jahr 2008 betraf die Mehrzahl (62 Prozent) der Warnmeldungen Erzeugnisse mit Ursprung in der EU, und die meisten Probleme wurden bei Kontrollen auf dem Markt festgestellt. In dieser Meldungskategorie betreffen die am häufigsten gemeldeten Vorfälle potenziell krankheitserregende Mikroorganismen, Schwermetalle und Mykotoxine in Lebens- bzw. Futtermitteln.

Grillen mit Holzkohle im Haus ist lebensgefährlich!

Grillen mit Holzkohle im Haus ist lebensgefährlich!

BfR warnt vor Gefahr von Kohlenmonoxid-Vergiftungen

Im Rahmen der gesetzlichen Mitteilungspflicht für Vergiftungen wurden dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) acht tödlich verlaufene Vergiftungsfälle mit Kohlenmonoxid gemeldet. In allen Fällen waren in Innenräumen Holzkohlegrills unsachgemäß und wahrscheinlich auch zu Heizzwecken betrieben worden. „Offensichtlich weiß ein Teil der Bevölkerung nicht, wie gefährlich offene Feuerstellen im Innenraum sind“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „Der Holzkohlegrill ist etwas für einen gemütlichen Abend im Freien. Er taugt keinesfalls für die Zubereitung von Grillgut im Innenraum oder gar als Heizgerät. Selbst die Nutzung der Restwärme im Innenraum nach dem Grillen kann lebensgefährliche Vergiftungen verursachen.“

Kohlenmonoxid entsteht durch unvollständige Verbrennung von kohlenstoffhaltigem Material. Mangelnde Luftzirkulation im Innenraum erhöht die Konzentration des giftigen Gases. Geöffnete Fenster oder Türen bieten keine Sicherheit. Da beim Grillen mit Holzkohlegrillgeräten in Innenräumen die Verbrennungsgase nicht direkt über Kaminsysteme abgeleitet werden, besteht die Gefahr von schweren Vergiftungen, weil sich das Gas im Raum unbemerkt verbreitet. Kohlenmonoxid ist geruchlos, farblos und nicht reizend. Daher löst es keinen Warneffekt beim Menschen aus. Das Gas ist leichter als Luft und kann sich durch Sauerstoffverdrängung leicht in der Umgebung anreichern. Rasch und unbemerkt wird es über die Lunge aufgenommen.

Kohlenmonoxid ist ein Blutgift, das den Sauerstoff aus der Bindung am roten Blutfarbstoff Hämoglobin verdrängt. Kinder reagieren sehr viel empfindlicher auf Kohlenmonoxid als Erwachsene und zeigen daher schneller Vergiftungssymptome. Bei leichten Vergiftungen leiden die Patienten unter Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrensausen, Sehstörungen, Erbrechen, Kurzatmigkeit, Muskelschwäche und erhöhtem Herzschlag. Bei mittelschweren bis schweren Vergiftungen zeigen die Betroffenen meist eine kirschrot-gesunde Hautfarbe, die den wahren Gesundheitszustand verschleiert. Besonders wenn Alkohol getrunken wurde, wird die Situation häufig falsch eingeschätzt. Doch es besteht hier Lebensgefahr, und die Betroffenen müssen so schnell wie möglich vom Notarzt durch Sauerstoffgabe und Beatmung behandelt werden.

Im Jahr 2008 wurden dem BfR im Zuge der ärztlichen Meldungen von Vergiftungen leichte und mittelschwere Fälle von Kohlenmonoxid-Vergiftungen gemeldet. Die in den vergangenen Wochen angezeigten Todesfälle zeigen jedoch, dass unsachgemäß verwendete Holzkohlegrills im Innenraum ein weiteres, möglicherweise nicht erkanntes, Gefahrenpotenzial bergen. Sogar die Nutzung der Restwärme des verlöschenden Holzkohlegrills im Innenraum kann lebensbedrohliche Vergiftungen verursachen.

Seit wenigen Jahren sind kohlebeheizte Tischgrills im Handel, die auch für die Nutzung im Innenraum beworben werden und den Eindruck erwecken, dass offene Feuerstellen im Innenraum ohne direkten Abzug ungefährlich sind. Zur Verharmlosung der Gefahren können auch Werbemaßnahmen beitragen, die Grillparties im Wohnzimmer zeigen. Recherchen des BfR lassen vermuten, dass in einigen Fällen die Betroffenen durch solche Spots angeregt wurden, bei Regen ihre eigenen Grillparties nach innen zu verlegen und die Restwärme des Grills zum Heizen zu nutzen.

Das BfR weist nachdrücklich daraufhin, dass Holzkohlegrills wegen der erheblichen Vergiftungsgefahr durch Kohlenmonoxid nicht im Innenraum verwendet werden dürfen. Das gilt auch, wenn Türen und Fenster geöffnet sind, weil die Belüftung nicht ausreicht.

Kleine Kinder sollten keine Rohmilch trinken

Hofbesuch ohne Bauchschmerzen

Das BfR rät: Kleine Kinder sollten keine Rohmilch trinken

Bauernhöfe sind gerade in der Sommerzeit beliebte Ausflugsziele für Kindergartengruppen und Schulklassen. Manchmal hat der Ausflug jedoch unerwünschte Folgen: Dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) werden immer wieder Krankheitsausbrüche gemeldet, die durch den Verzehr von Rohmilch während solcher Ausflüge ausgelöst werden.
Rohmilch kann Krankheitserreger wie EHEC-Bakterien oder Campylobacter enthalten. Die Bakterien lösen Infektionen aus, die insbesondere bei kleinen Kindern zu schweren gesundheitlichen Schäden führen können.
Milch ist ein hochwertiges Lebensmittel mit vielen Nährstoffen, die Kinder zum Wachsen brauchen. Aber: „Rohmilch sollte unbedingt vor dem Verzehr ausreichend erhitzt werden, damit Kinder nicht an einer Lebensmittelinfektion erkranken“, empfiehlt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des BfR.

Das BfR erhält über das bundesweite Erfassungssystem für Lebensmittel, die an Ausbrüchen beteiligt sind (BELA), immer wieder Informationen über Krankheitsausbrüche, die nach Rohmilchverzehr auf Bauernhöfen aufgetreten sind. Die Infektionen werden durch Campylobacter oder EHEC-Bakterien verursacht und können vor allem bei Kindern schwere Durchfall-Erkrankungen auslösen und in Einzelfällen auch zu Nierenschäden führen.

EHEC-Bakterien, eine besondere Form von Coli-Bakterien, kommen unter anderem im Darm von Rindern vor und werden mit dem Kot ausgeschieden.
Da Milch beim Melken mit Rinderkot in Kontakt kommen kann, lässt sich eine Verunreinigung mit Bakterien nicht ausschließen. Beim Menschen können sie schwere blutige Durchfälle auslösen. Vor allem bei kleinen Kindern droht als Folge einer Infektion das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS), das zu bleibenden Nierenschäden und sogar zum Tod des infizierten Kindes führen kann. Bei Erwachsenen kann eine Infektion mit EHEC-Bakterien hingegen auch unerkannt bleiben, weil keine Symptome auftreten.

Campylobacter sind Bakterien, die in der Natur weit verbreitet sind und ebenfalls im Darm von Wild-, Haus- und Nutztieren vorkommen. Sie sind bedeutende Erreger von Durchfall-Erkrankungen des Menschen und werden vor allem über tierische Lebensmittel übertragen. Jährlich werden in Deutschland mehr als 50.000 Campylobacteriose-Fälle gemeldet. Kleine Kinder unter fünf Jahren sind besonders betroffen.

Neben EHEC und Campylobacter können noch weitere Krankheitserreger wie Salmonellen, Listerien und Erreger des Q-Fiebers in Rohmilch gelangen. Durch eine ausreichende Erhitzung der Milch, beispielsweise durch Pasteurisieren oder Abkochen, lassen sich Lebensmittelinfektionen jedoch verhindern. Auch Milch, die bei Bauernhofbesuchen direkt an Ort und Stelle verzehrt wird, sollte wärmebehandelt sein. Vor dem Verzehr von Speisen und Getränken sollten die Kinder außerdem ihre Hände gründlich waschen, weil auch durch den Tierkontakt Infektionserreger übertragen werden können.

Aus Gründen des gesundheitlichen Verbraucherschutzes ist in Deutschland die Abgabe von Rohmilch an Verbraucher grundsätzlich verboten. Eine Ausnahme bilden Betriebe, die von der zuständigen Behörde die Genehmigung bekommen haben, Rohmilch unter der Bezeichnung „Vorzugsmilch“ abzugeben – vorausgesetzt die rechtlichen Anforderungen werden erfüllt. Dazu zählen beispielsweise monatliche mikrobiologische Kontrollen. Ebenso dürfen milcherzeugende Betriebe „Rohmilch ab Hof“ an Verbraucher abgeben, wenn sie die Abgabe den Behörden gemeldet haben. Außerdem muss an der Abgabestelle der deutliche Hinweis „Rohmilch, vor dem Verzehr abkochen“ angebracht sein.

Slow Food Messe

Die dritte deutsche Slow Food Messe stellt die Herkunft der Lebensmittel in den Mittelpunkt

„Wissen, was man isst“ lautet das Motto von Slow Food. Und wenn man es wirklich wissen will, muss man sich auch darüber informieren können, woher das kommt, was wir im Einkaufskorb und auf dem Teller haben. Die dritte deutsche Slow Food Messe „Markt des guten Geschmacks“, die vom 2. bis 5. April 2009 in der Neuen Messe Stuttgart stattfindet, wird deshalb nicht nur ausschließlich Produkte anbieten, deren Rückverfolgbarkeit gewährleistet ist, sondern dieses Thema auch im Rahmen eines begleitenden Kongresses aufgreifen. Dabei soll es um geschützte Herkunftsbezeichnungen gehen und darum, dass die entsprechenden EU-Siegel auch in Deutschland stärker genutzt werden. In Italien und Frankreich sind sie längst eine Selbstverständlichkeit.

Schon jetzt zeigen die Aussteller-Anmeldungen, dass bei der Messe 2009 die Zahl der zuletzt über 300 Aussteller noch überschritten werden wird, auch wenn Slow Food noch strengere Maßstäbe bei den Qualitätskriterien anlegt und auch bereits Anfragen, bei denen es um konventionelle Produkte ging, abgewiesen hat. Slow Food Deutschland und die Landesmesse Stuttgart rechnen auch mit steigenden Besucherzahlen. Im April 2008 wurden 71.000 Besucher in den Messehallen registriert, von denen die allermeisten auch den „Markt des guten Geschmacks“ aufsuchten.

Schon jetzt ist absehbar, dass noch mehr der 73 regionalen Slow-Food-Convivien mit Gemeinschaftsständen die ganze Breite der guten und nachhaltigen Genüsse in Deutschland präsentieren werden. Aber auch ausländische Aussteller haben sich schon gemeldet. Es wird noch mehr Angebote geben, regionale Spezialitäten an einer langen Tafel, die sich durch die gesamte Messehalle erstreckt, zu probieren. Neu geordnet wird das Wein-Segment; Vinothek und ausstellende Winzer werden in einem Bereich vertreten sein.

Das Rahmenprogramm enthält neben dem Kongress über Herkunftskennzeichnung die bei Slow Food üblichen und bewährten Elemente, nämlich Geschmackserlebnisse, Verabredungen zum Essen, Vorträge und Diskussionsforen zu gesunder Ernährung. Im Anschluss wir auch wieder eine „Slow Tour“ als Genussreise angeboten.

Fliegen in den USA unsicherer als geglaubt?

Luftfahrt-Sicherheit: Katastrophales Studienergebnis zurückgehalten – NASA befragt 24.000 Piloten zu Vorfällen

In den USA scheint es
wesentlich öfter gefährliche Situationen im zivilen Luftverkehr zu
geben, als die Behörden das wahrhaben wollen. Zu diesem Schluss kommt
eine Studie, die von der NASA in Auftrag gegeben wurde. Mehr als 24.000
Piloten wurden zu Zwischenfällen befragt, die sich im Zeitraum zwischen
2001 und 2005 ereignet hatten. Das Projekt wurde vor knapp einem Jahr
beendet. Wie der Branchendienst WTOP-News http://www.wtopnews.com
berichtet, dürfen die Ergebnisse der Studie nun allerdings nicht
veröffentlicht werden. Die Lieferunternehmen wurden dazu angehalten, die
Daten von ihren Rechnern sofort und komplett zu löschen.

Die 8,5 Mio. Dollar teure Untersuchung zum Thema „Luftfahrtsicherheit“
wurde nur aufgrund eines anonymen Informanten, der mit dem Inhalt des
Papiers vertraut war, publik gemacht. „Die Studie wurde aus Gründen der
öffentlichen Sicherheit nicht publiziert,“ meinte der stellvertretende
Nasa-Direktor Thomas Luedtke. Die Freigabe der Daten könne das
öffentliche Vertrauen in die Fluggesellschaften und die
Luftfahrtindustrie sowie Piloten, die an der Studie mitgearbeitet haben,
in eine tiefe Krise stürzen. Zudem befürchte man finanzielle Einbußen
seitens der Unternehmen, die im Luftfahrtgeschäft tätig sind.

Der anonyme Nasa-Mitarbeiter berichtet darüber, dass die Zahl der
Beinahe-Kollisionen am Boden und in der Luft, Zusammenstöße mit Vögeln,
Zwischenfälle mit randalierenden Passagieren, Feuer und Rauch an Bord,
ausgefallene Triebwerke und heftige Turbulenzen doppelt so hoch sei, wie
es seitens der Flugaufsichtsbehörde FAA dargestellt werde. Als besonders
kritisch wurde von vielen Piloten auch jene Situation dargestellt, bei
der in letzter Sekunde vor der Landung Änderungen angeordnet wurden.

In Deutschland sind gefährliche Ereignisse im Flugverkehr an die
Bundesstelle Fluguntersuchung BFU http://www.bfu-web.de zu melden. „Dazu
gehören etwa Unfälle, Störungen und schwere Störungen wie etwa
Beinahe-Zusammenstöße“, erklärt ein BFU-Experte.
Aus den Rechtsvorschriften ergebe sich eine Meldepflicht unter Androhung
von Sanktionen bei Nichteinhaltung. Gemeldet werden müssen solche
Störungen von Piloten, dem Flugzeughalter oder anderen Stellen. Dies sei
in der deutschen Luftverkehrsordnung festgelegt. Die Meldepflicht
besteht sowohl im Ereignisstaat der Störung als auch in dem Staat, in
dem das Luftverkehrsmittel angemeldet ist. „Am Ende des Jahres werden
von der BFU Abschlußberichte veröffentlicht. Einmal monatlich geben
Bulletins Auskunft über die Ereignisse“, so der Experte. Die
Abschlussberichte und die Bulletins sind online einsehbar. Zum konkreten
Sachverhalt in den USA wolle man allerdings keinen Kommentar abgeben,
erklärt der BFU-Sprecher gegenüber pressetext.

Währenddessen sind die Wogen in den USA hoch geschlagen: Die Nasa betont
mit Nachdruck, dass es zu keinem Zeitpunkt während der Datenerfassung
einen Anlass gegeben hätte, die Flugaufsichtsbehörde FAA zu
verständigen. Umgekehrt gab es seitens der FAA bereits im April 2003
Bedenken darüber, dass die Nasa-Studie derart dramatisch von den eigenen
Sicherheitsuntersuchungen abweiche. FAA-Sprecherin Laura Brown zweifelte
daraufhin die Methodik der Nasa-Studie an. „Die FAA ist zuversichtlich,
dass sie Sicherheitsprobleme bereits erkennt, bevor es zu Unfällen
kommt“, wehrt sich die FAA. Die Nasa-Untersuchungen seien absolut
zuverlässig, betont Nasa-Flugsicherheitsexperte Robert Dodd. Die
Untersuchung sei von langer Hand vorbereitet und akribisch durchgeführt
worden. Auch die Zahl der Rückmeldungen sei mit 80 Prozent sehr hoch.

Ursprünglich wurde die Nasa-Umfrage unter dem Titel „National Aviation
Operations Monitoring Service“ vom Weißen Haus in Auftrag gegeben, um
die Zahl der tödlichen Flugunfälle innerhalb von zehn Jahren um 80
Prozent zu reduzieren. Als Präsident Bush ankündigte, erneut bemannte
Raumflüge durchzuführen, wurde die Untersuchung aus finanziellen Gründen
gestoppt und auf Eis gelegt. In der Zwischenzeit haben sich bereits
Politiker zu Wort gemeldet, die eine Veröffentlichung der Daten fordern.
„Wenn Fluglinien nicht sicher sind, dann will ich das wissen“, ließ der
Abgeordnete Brad Miller vom Repräsentantenhaus verlautbaren. Die
Weigerung der Nasa die Daten zu veröffentlichen, verbreite einen üblen
Geruch, kommentierte der Politiker. Das NASA Ames Research Center in
Kalifornien hat nun jedoch angekündigt, zum Jahresende den Bericht mit
den Umfragen zu veröffentlichen.( Wolfgang Weitlaner )