Rote Trauben als Antidepressivum?

Depressionen sind immer noch in vielen Fällen unzureichend therapiert. Dies liegt auch daran, dass die Erkrankung noch immer schlecht verstanden ist. Die Komplexität verschiedenster Gründe und Auslöser, Begleiterkrankungen und Lebenserfahrungen gestalten eine schablonenhafte Therapievorlage, die bei jedem wirken könnte, schlicht unmöglich. Umso wichtiger ist es, die Abläufe im Gehirn der von Depressionen betroffenen Menschen besser zu verstehen. Dr. Lu von der chinesischen Shanxi Medical University und Kollegen ermittelten nun in einer Übersichtsstudie die bisher bekannten Zusammenhänge zwischen einem Eiweißstoff namens Sirt1 (vom englischen silent information regulator 1) und Depressionen. Sirt1 ist involviert in eine Vielzahl von Prozessen, vom Stummschalten einzelner Gene, über generelle Aspekte des Zellzyklus wie Wachstum und Alterung, hin zu Fett- und Zuckerstoffwechsel oder dem Umgang mit sogenanntem oxidativem Stress in den Zellen. Damit wird Sirt1 mehr und mehr zu einem kritischen therapeutischen Ziel für ganz unterschiedliche Erkrankungen. Eine kürzlich durchgeführte Studie zeigte interessanterweise auch, dass Sirt1 deutlichen Einfluss auf Depressionen hat und entsprechend auch hierfür zu einem wichtigen Behandlungsziel werden könnte.

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