Beim Flugticket-Preis wird getrickst

„Versprochene“ billige Flugpreise werden bei Online-Buchungen oft nicht gehalten. Kosten für gängige Kreditkarten oder immer öfter für Gepäck verteuern teilweise den Flugpreis erheblich. Das darf aber nicht sein. Kunden müssen bei Online-Flugbuchungen sofort den Endpreis mit allen anfallenden Kosten erfahren. Ein AK Test bei zehn Online-Buchungsportalen und Airlines zeigt: Nur zwei haben den echten Endpreis angegeben. Versicherungen werden aggressiv beworben.

Die AK erhob den Preis für eine Online-Flugbuchung für einen günstigen Hin- und Rückflug für zwei Personen Wien-Berlin bei sieben Reisbuchungsportalen (Edreams, Opodo, Expedia, Ebookers, Fluege.de, Restplatzboerse.at TUI) und bei drei Fluggesellschaften (AUA, Lufthansa, AirBerlin/Flyniki). Überprüft wurde, ob die gesetzlichen Regeln eingehalten werden. Demnach müssen die Anbieter alle Kosten, die unvermeidbar und vorhersehbar sind, sofort in den Endpreis einrechnen und über Zusatzkosten informieren.

Der AK Test zeigt: Sechs Anbieter gaben zwar den Endpreis an, aber bloß vier verrechneten keine Kosten für Kreditkartenzahlung. Nur AUA und Lufthansa haben alle Bestimmungen eingehalten. Es entstanden keine Zusatzkosten für Kreditkartenzahlung. Im Endpreis war auch ein aufzugebendes Gepäck enthalten und angegeben. Bei TUI und Restplatzbörse wurde der Endpreis auch sofort angegeben. Es entstanden keine Zusatzkosten für Kreditkartenzahlung, allerdings fehlte beim Suchergebnis die Info über die Kosten des nicht enthaltenen Gepäcks. FlyNiki/Air Berlin und Ebookers gaben immerhin noch sofort den Endpreis an. Bei beiden wurden bei Kreditkartenzahlung jedoch Zusatzkosten verrechnet, was unzulässig ist. Überdies wurde bei beiden nicht sofort über die Kosten eines aufzugebenden Gepäcks informiert.

Bei den restlichen vier (fluege.de, Edreams, Expedia, Opodo) wurden Extrakosten bei Zahlung mit einer gängigen Kreditkarte verrechnet, und der angegebene Endpreis war nicht korrekt. Er stimmte nur bei Zahlung mit unüblichen Zahlungsmitteln wie Entropay oder VisaElectron. Bei fluege.de und Edreams fehlten außerdem die Kosten fürs Gepäck.

Eine unzulässige Voreinstellung der Versicherung wurde bei keinem Anbieter gefunden. Außer Expedia boten alle eine oder mehrere Versicherungen an. Bei Opodo, Fluege.de, Ebookers und Air Berlin musste man die angebotene Versicherung extra ablehnen. Ein Beispiel: Bei Fluege.de gingen für vier Versicherungen sieben Pop-Up-Fenster mit Warnhinweisen auf. Es waren auch drei Jahresverträge mit einer unzulässigen automatischen Verlängerungsklausel dabei, bei denen sich die Jahresprämie im zweiten Jahr eigentlich verdoppelt. Die AK hat eine Verbandsklage gegen den Versicherer eingebracht.

AK Fazit: Preisvergleiche für Flugtickets-Buchungen werden Konsumenten schwer gemacht. Die Vorschrift, dass der echte Endpreis angegeben werden muss, wird nicht eingehalten. Billigflüge sind nicht immer billig. Der bei der Suche gefundene Flugpreis ist oft nicht der echte Endpreis. Zusatzkosten, etwa für Gepäck oder Kreditkarten, verteuern den Preis. Überdies darf für Zahlungsmittel nichts extra verlangt werden.

Mehr Transparenz bei Online-Flugbuchungen nötig!
Flugticketpreise bei Online-Buchungen werden oft intransparent und rechtlich unzulässig dargestellt. Das zeigt eine aktueller AK Test. Die AK fordert daher, dass die Anbieter die rechtlichen Regeln einhalten. Nur mehr Transparenz bei den Preisen macht echte Preisvergleiche möglich.

Konkret verlangt die AK:
+ Anbieter müssen Gesetze einhalten: Die Anbieter müssen endlich die einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen einhalten und bereits bei der Suche – so wie das die EU Verordnung vorsieht – den Endpreis richtig angeben, also mit allen unvermeidbaren und vorhersehbaren Kosten und ebenso allfälligen Zusatzkosten, etwa für ein aufzugebendes Gepäck. In einem von der AK geführten Verbandsklagsverfahren gegen fluege.de hat das Oberlandesgericht Wien in diesem Punkt rechtskräftig festgestellt, dass es nicht ausreicht, eine kostenlose Zahlungsmöglichkeit mit einer nicht gängigen Kreditkarte anzubieten.

+ Keine Extrakosten für Kreditkarten: Für die Verwendung von Zahlungsmitteln, etwa Kreditkarten oder auch andere Zahlungsmittel wie PayPal, dürfen keine Extrakosten verrechnet werden. Das ist nach dem Zahlungsdienstegesetz verboten. Trotzdem kamen bei einigen Anbietern bei Zahlung mit einer gängigen Kreditkarte noch zum Teil erhebliche Kosten dazu. So betrugen die Zusatzkosten für einen Hin- und Rückflug für zwei Personen bei fluege.de knappe 100 Euro, bei Edreams immerhin fast 60 Euro. Die AK hat im Juni eine Klage gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) gegen travel24.com anhängig gemacht, bei der der auch gegen den Verstoß gegen das Zahlungsdienstegesetz geltend gemacht wird. Die AK prüft weitere Klagen.

+ Informationen verbessern: Gepäck kostet immer öfter extra. Die Informationen der Anbieter sind unzureichend und stark verbesserungsbedürftig. Es wird immer seltener, dass die günstigsten Tarife ein Freigepäck inkludieren. Oft ist es sogar besser, den nächstteureren Tarif zu wählen, bei dem ein Freigepäck inkludiert ist.

+ Vorauswahl für Gepäck bereits bei Flugsuche anzeigen: Damit endlich Preistransparenz für den Kunden gegeben ist, sollte bereits bei der Flugsuche ausgewählt werden können, ob ein Gepäckstück aufgegeben werden soll. Damit werden nur mehr solche Flüge angezeigt, bei denen ein Gepäckstück inkludiert ist. Die Zubuchung von Gepäckstücken kann die Kosten für einen Flug wesentlich verteuern, insbesondere dann, wenn der Konsument erst bei Flugantritt auf Flughaften entdeckt, dass der von ihm gebuchte Flug kein Freigepäck beinhaltet. Das kann aufgrund der teilweise dürftigen Angaben durchaus vorkommen.

SERVICE: Den AK Test „Online-Flugbuchung“ gibt’s unter wien.arbeiterkammer.at

Fluege.de meint dazu in einer Stellungnahme:
Richtig ist, dass auf Fluege.de stets der Endpreis angezeigt wird. Die nach der Suchanfrage dargestellten Angebote enthalten – beginnend mit dem günstigsten Angebot – alle notwendigen Bestandteile des Flugpreises und entsprechen somit auch dem tatsächlichen Endpreis. Die jeweiligen Angebotsbedingungen sind dabei schon auf der ersten Übersicht zu sehen. Werden während der Buchung einzelne Bedingungen, etwa die Bezahlmethode, geändert, kann dies den vorher angezeigten Endpreis beeinflussen (es handelt sich dann schlichtweg um ein neues Angebot). Dabei möglicherweise anfallende Zahlungsentgelte, etwa bei Kreditkartenzahlungen, werden in aller Regel von den Airlines erhoben und von Fluege.de in gleicher Höhe an den Kunden weitergereicht. Die gesetzlich erforderliche kostenfreie Zahlart auf Fluege.de ist die weit verbreitete Lastschrift. Optional hinzubuchbare Angebote, wie Bordmenüs oder Übergepäck werden ebenso von den Airlines separat in Rechnung gestellt und können daher von Fluege.de nur nach expliziter Auswahl des Kunden in den Endpreis eingerechnet werden.
Fluege.de weiter: Wir empfehlen außerdem, den ausländischen (gemeint ist österreichischen – die Red.) Urheber des Tests „AK“ (Arbeiterkammer) in Ihrem Artikel näher zu erläutern, da dieser doch wichtige Fakt völlig untergeht. So ist auch das „AK-Fazit“ mit „Überdies darf für Zahlungsmittel nichts extra verlangt werden“ für den deutschen Markt nicht richtig.“

Gourmet Report meint dazu: man muss die Art der Zahlung bei Fluege.de unten links per Hand einstellen.

Versteckte Fette in vermeintlich Gesundem

Auch Lebensmittel, die als gesund gelten, können einen hohen Fettgehalt aufweisen. Das ist das Fazit einer stichprobenartigen Untersuchung des VKI an insgesamt 31 Produkten. Geprüft wurden u.a. vegetarische Aufstriche, Salate, Bio-Knabbereien, Müsliriegel und Sandwiches. Bei rund einem Drittel der getesteten Nahrungsmittel lag der Fettgehalt dabei über 20 Prozent. „Dieses Ergebnis zeigt einmal mehr, wie wichtig konsumentenfreundliche Nährwertangaben sind“, erklärt VKI-Projektleiterin Birgit Beck. „Leider wurde eine klare Kennzeichung – etwa in Form der Lebensmittelampel – in Österreich bisher nicht umgesetzt.“ Sämtliche Testergebnisse im Detail und weitere Informationen zum Thema gibt es unter www.konsument.at sowie ab 28.08. in der Septemberausgabe der Zeitschrift KONSUMENT.
Schon ein Blick auf die Zutatenliste zeigt: Fett steht bei vielen Lebensmitteln erstaunlich weit oben. „Und zwar auch bei Produkten, bei denen man das nicht von vornherein vermuten würde“, informiert VKI-Expertin Beck. Bio-Bananenchips von Spar natur pur etwa enthalten einen Fettanteil von rund 32 Prozent. Viel Fett fanden die Tester aber z.B. auch im Bio Vitalgebäck mit Kürbiskernen von Hofer, in der Magermilchjoghurt-Erdbeer Schokolade von Yogurette, im Müsli-Mix von Balisto sowie mehreren anderen Produkten.

„Als Faustregel gilt, dass nicht mehr als 30 Prozent des täglichen Energiebedarfs durch Fett gedeckt werden sollten“, erklärt Birgit Beck. „Doch oft nehmen wir Fett zu uns, ohne es richtig zu merken.“ Rund zwei Drittel der Tagesration, so die Expertin, werde in Form von versteckten Fetten konsumiert. „Das heißt, in Form von Fetten, die für Konsumentinnen und Konsumenten mehr oder weniger ‚unsichtbar’ sind.“

Umso wichtiger sei eine einfach verständliche Kennzeichnung auf der Verpackung, meint die Ernährungswissenschaftlerin. Doch wer auf eine fettarme Ernährung achten möchte, dem wird es derzeit nicht leicht gemacht. So müssen etwa die Angaben auf der Packung erst auf die tatsächlich konsumierte Portionsgröße umgerechnet werden. Nicht nur werden diese auf den Produkten oft nicht angegeben – häufig werden sie auch künstlich klein bemessen. „So lassen sich auch fette Produkte gesünder rechnen, als sie sind“, erklärt Beck.

Eine mögliche Lösung für dieses Problem ist die in Großbritannien bereits erfolgreich eingeführte Lebensmittelampel. Durch ein simples Farbleitsystem wird dabei angegeben, wie hoch der Anteil an Fett, gesättigten Fettsäuren, Salz und Zucker in einem bestimmten Produkt ist. „Die Ampel ist auch wissenschaftlich gut abgesichert und hat sich in der Praxis bewährt“, berichtet Birgit Beck. „Dennoch hat man sich in Österreich bedauerlicherweise bis heute nicht dazu durchringen können, sie umzusetzen.“

Den ausführlichen Test Versteckte Fette gibt es unter www.konsument.at sowie in der Septemberausgabe der Zeitschrift KONSUMENT

Mirko Reehs neues Kochbuch

Mirko Reehs neues Kochbuch ist da: „Lecker vegetarisch“

Sie sind der Renner! Mirko Reehs vegetarische Kochkurse haben Kult-Status. Jetzt endlich hat der Frankfurter Koch die beliebtesten Rezepte ohne Fleisch und Fisch zusammen getragen und durch viele neue Kreationen ergänzt. Dabei heraus gekommen ist ein Kochbuch, das ins Leben passt: „Lecker vegetarisch“, erschienen im Cocon Verlag, Hanau. Wie kreativ und unkompliziert die Rezepte und die Zubereitung all‘ der Köstlichkeiten sind, darüber freuen sich nicht nur Menschen, die sich vegetarisch ernähren. Ob Suppen und Salate, Hauptspeisen und Snacks, Kuchen und Desserts – alles ist verblüffend leicht zu realisieren. Für alle, die es ganz genau wissen wollen, sind Zubereitungszeit und Schwierigkeitsgrad angegeben. „Alle Rezepte sind so aufgebaut, dass selbst Gelegenheits-Täter am Herd gut damit zurecht kommen“, sagt Mirko Reeh.

Die Mischung ist so bunt wie ein prall gefüllter Obstkorb. Da trifft das Asiatische Zucchini-Süppchen auf ein Handkäs- Carpaccio mit Salsa Schmand, und das Kichererbsencurry stimmt ein auf ein feuriges Himbeer-Chili-Eis zum Nachtisch. Einen besonderen Hinweis verdienen auch die „Basics“. Wer sie beherrscht, ist gut gerüstet für den Küchenalltag. Und damit’s nicht langweilig wird, sind viele erprobte Variationen gleich mit angegeben. Ob angesagte Schäumchen, Variationen vom Frischkäse oder fantasievolle Brot-Kreationen – Mirko Reeh kennt sie

alle. Jetzt nachzulesen in „Lecker vegetarisch“ auf 160 Seiten mit vielen tollen Farbfotos. Erhältlich für EUR 14,80,- unter ISBN 978-386314-231-5 (portofrei Bestellink)

Mirko Reeh im Internet unter www.mirko-reeh.com

KONSUMENT: Salz in Lebensmittel

Wie kann man den Salzkonsum
einschränken, wenn doch allein 80 Prozent des Salzes, das wir zu uns nehmen, aus
verarbeiteten Lebensmitteln stammt und der Kochsalzgehalt erst ab 2016 auf dem
Etikett angegeben werden muss? Welche verarbeiteten Lebensmittel enthalten viel
Salz? Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat den Kochsalzgehalt von 32
Lebensmitteln im Labor analysiert und einige Überraschungen erlebt.

So finden sich
unter den größten „Salzsündern“ nicht nur übliche Verdächtige wie etwa die Salami-
Pizza oder generell Fertiggerichte. Gerechnet an der täglichen Verzehrmenge wird das
meiste Salz über Brot und Gebäck aufgenommen. Doch auch die vom VKI analysierten
Süßigkeiten enthalten Salz. Selbst wenn Schokoriegel und Vollkornkekse auf die
tägliche Salzbilanz nur geringen Einfluss haben: Wohl kaum jemand rechnet hier
damit.
Alle Details zum Test und Ernährungstipps gibt es auf www.konsument.at und
im Juli-KONSUMENT.

Das meiste Salz steckt in Semmeln, gefolgt von Mischbroten. In Österreich wird viel Brot und
Gebäck gegessen, dementsprechend hoch ist die Salzaufnahme aus dieser Produktgruppe.
Die Bäcker sind sich inzwischen des Problems bewusst und setzen auf eine freiwillige
Beschränkung. Betriebe, die den Salzgehalt ihres Gebäcks schrittweise reduzieren, sind auf
der Website www.lebensmittelgewerbe.at zu finden.
Weniger überraschend war, dass man mit einer Pizza im ungünstigsten Fall 95 Prozent der
empfohlenen täglichen Maximalzufuhr an Salz ausschöpft. Dass aber der Salzgehalt von
Fertig-Röstgemüse erstaunlich hoch sein kann, klingt neu. Auch der analysierte
Buttermilchkäse sorgte für einen Überraschungseffekt: Wer etwas mehr als drei Scheiben
davon verspeist (60 g), nimmt gleichzeitig rund 1 Gramm Kochsalz auf.

Nicht mehr als sechs
Gramm Salz täglich, oder einen gestrichenen Teelöffel voll, empfehlen Ernährungsgesellschaften.
Österreicherinnen und Österreicher konsumieren laut Ernährungsbericht
2008 – im Durchschnitt – aber 8 bzw. 9 Gramm. Einen niedrigen Salzgehalt hatte im Test
dagegen Mozzarella. „Generell raten wir dazu, öfter mal Frisches zu essen – Gemüse,
Joghurt oder Frischkäse haben nur einen geringen Salzgehalt – bzw. anders zu würzen:
auch Petersilie, Pfeffer, Schnittlauch oder Dill geben den Speisen Aroma“, empfiehlt VKIErnährungswissenschafterin
Katrin Mittl.

Etikett: Kochsalzgehalt = Natriumgehalt x 2,5
Wenn das meiste Salz „versteckt“ in Lebensmitteln lauert, sollte das Etikett über den
Salzgehalt informieren. Doch erst ab 2016 muss der Kochsalzgehalt verpflichtend
angegeben werden. Derzeit müssen Hersteller statt des Kochsalzgehaltes lediglich den
Natriumgehalt angeben. Diesen müssen Konsumenten aber erst mit 2,5 multiplizieren, um
auch den tatsächlichen Kochsalzgehalt zu erhalten.

Bunte Eier im Handel

Mindesthaltbarkeitsdatum bei loser Ware oft Fehlanzeige – Gekochte und gefärbte Eier im Handel

Der Griff nach fertig gekochten und fix bemalten Eiern im Handel wird immer beliebter: 160 Millionen bunte Hühnereier wanderten allein letztes Jahr zu Ostern – entweder fertig verpackt aus Supermärkten oder Dis­countern, aber auch einzeln erstanden in Bäckereien, Metzgereien und am Marktstand – über die Ladentheke ins Osterkörbchen. „Wo das gekochte Ei herkommt, wie die Henne gehalten wurde, welche Farb­stoffe verwendet wurden und wie alt es ist – solche Angaben sind für Händler, die die vorgekochte, bunte Pracht lose anbieten, meist jedoch ungelegte Eier“, erklärt die Verbraucherzentrale NRW mit Blick auf eine Stichprobe im Handel. „Damit Verbraucher einschätzen können, wie lange ein gekauftes gekochtes Ei genießbar ist, brauchen sie auch bei verzehrfertigen, bemalten Eiern im Einzelhandelsgeschäft oder auf dem Wochenmarkt verlässliche Angaben“, plädieren die Verbraucherschützer zumindest dafür, bunte Eier nicht ohne Mindesthaltbarkeitsdatum anzu­bieten.

Folgende Hinweise helfen Kunden, ein unbedenkliches Osterei im bunten Sortiment zu finden:
Kennzeichnungsvorschriften: Gefärbte und gekochte Eier unter­liegen nicht der strengen Kennzeichnungspflicht, die EU-weit für rohe Eier gilt. Zudem wird auch noch zwischen verpackter und loser Ware unterschieden. Bei verzehrfertigen bunten Eiern im Karton oder in der Plastikschale müssen Mindesthaltbarkeitsdatum, Ver­kehrsbezeichnung, Stückzahl oder Gewichtsangabe, Name und Anschrift des Anbieters sowie das Zutatenverzeichnis angegeben sein. Zudem sind auf der Packung auch noch die verwendeten Farb­stoffe aufgelistet. Bei lose angebotener Ware auf Wochenmärkten, in Bäckereien und Metzgereien reicht es, wenn auf einem Schild neben den bunten Eiern lediglich der Hinweis „mit Farbstoff“ steht. Doch selbst diesen Hinweis suchen Kunden oftmals vergeblich.
Mindesthaltbarkeitsdatum: Im Winter gelegt – zu Ostern verspeist, dass industriell bemalte Eier erst im Methusalem-Alter auf dem Frühstückstisch landen, ist nicht ungewöhnlich. Denn damit die zer­brechliche Schale beim Kochen nicht kaputtgeht, werden die Laden­eier erst drei bis acht Wochen später gekocht und gefärbt. Sind sie mit einem bunten Anstrich versehen, gilt für sie noch ein Mindest­haltbarkeitsdatum von 36 Tagen. Dies wird bei abgepackten Eiern auch angeben. Bei losem Verkauf ist hingegen das Haltbarkeits­datum bei vier von fünf Händlern nicht das Gelbe vom Ei.
Herkunft und Haltungsform: Dies muss bei gekochten Eiern im Handel nicht angegeben werden. Während Kunden bei verpackter Ware jedoch trotzdem zuverlässig erfahren, dass die bunt gefärbten Produkte überwiegend aus Bodenhaltung stammen, schlagen Anbie­ter loser Ware lieber ein Ei über diese kundenfreundliche Informa­tion: Nur jeder vierte Händler rückt bei seiner losen Produktpalette mit der Haltungsform heraus. Mau ist es hingegen beim gesamten Angebot um die Herkunft bestellt: Wo die Hühner ihre Eier gelegt haben, erfahren Kunden weder im Supermarkt oder beim Discoun­ter, noch im Fachgeschäft oder auf dem Markt.

Preise und Empfehlungen: Die billigsten bunten Eier kosten pro Stück 12 bis 15 Cent beim Discounter. Im Supermarkt zahlen Kun­den zwischen 14 und 40 Cent für ein verpacktes Ei. Mit 20 bis 60 Cent für pro Stück lassen sich Anbieter im Fachgeschäft, Bio-Laden oder auf dem Wochenmarkt das Kochen und Färben recht teuer bezahlen. Im Schnitt sind die bunten Eier jedoch nicht teurer als die rohen. Fürs österliche Ess-Vergnügen muss man also nicht selbst zum Farbtopf greifen, da Qualität und Verzehr der fix und fertigen Ostereier – auch bei langer Lagerung – unbedenklich sind. Bunte Eier ohne Mindesthaltbarkeitsdatum sollten Kunden jedoch besser links liegen lassen! Verbrauchern, die Wert legen auf deu­tsche Eier aus artgerechter Tierhaltung, empfiehlt die Verbraucher­zentrale NRW, „am besten selbst Hand anzulegen und für die indi­viduelle Prozedur natürliche Eiermalfarben zu wählen“.

Weitere Informationen zur Haltbarkeit und zum Färben der fragilen Ware gibt’s kostenlos in den örtlichen Beratungsstellen der Verbrau­cherzentrale NRW oder im Internet unter www.vz-nrw.de/haltbarkeit.

VKI-Test: Haltbarkeit Feinkostkäse

Alle getesteten Proben frei von Listerien und Salmonellen

Hält vorverpackter Käse aus dem Feinkost-Selbstbedienungsregal so lange, wie auf dem Etikett angegeben? Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) ist dieser Frage
aufgrund von Konsumentenbeschwerden nachgegangen und hat 13 Produkte aus
Wiener Supermärkten auf Keime untersucht.

Die Käseproben wurden bis zum letzten
Tag der Mindesthaltbarkeit gelagert und nachfolgend mikrobiologisch untersucht. Die
gute Nachricht: Sämtliche Proben waren frei von krankheitserregenden Salmonellen
und Listerien. Auch die Untersuchung auf Schimmel und Hefen brachte großteils
erfreuliche Ergebnisse zutage. Bei zwei Käseproben war allerdings die
Mindesthaltbarkeitsfrist zu lange angesetzt, sie waren zu diesem Zeitpunkt bereits
stark mit Hefen belastet und nicht mehr zum Verzehr geeignet.

Details zum Test gibt
es ab dem 23.2. im März-KONSUMENT sowie auf www.konsument.at
„Die Lebensmitteltests des VKI zeigen immer wieder, dass gegen Ende der
Mindesthaltbarkeit manche Produkte nicht mehr einwandfrei sind. Auch wenn das Ergebnis
des aktuellen Tests überwiegend positiv ausfällt, raten wir dazu, Käse mit möglichst langer
Mindesthaltbarkeit zu kaufen und diesen auch fachgerecht – gemäß Angabe auf der
Verpackung – zu Hause zu lagern. Und so simpel es auch klingen mag: Vor dem Verzehr zu
schauen und zu riechen, ob der Käse noch in Ordnung ist, kann kein Fehler sein“, so VKIErnährungswissenschafterin
Birgit Beck.

Details zum Test gibt es ab dem 23.2. in der Märzausgabe des Testmagazins KONSUMENT
sowie online auf www.konsument.at

ZU VIEL SALZ IN MIKROWELLEN-MENÜS

Fertiggerichte für die Mikrowelle enthalten immer noch zu viel Salz: Das hat die Verbraucherzentrale NRW erneut in einer Stichprobe Grünkohl, Gulasch oder Geschnetzeltem festgestellt. Im Schnitt liefert eine Portion mit mehr als vier Gramm bereits zwei Drit­tel der täglich empfohlenen Salzmenge (sechs Gramm) für Erwach­sene. „Der Salzanteil in den zubereiteten Mahlzeiten für die schnelle Küche ist im Vergleich zu unserer letzten Untersuchung im Oktober 2010 immer noch gesundheitlich bedenklich. Viele Hersteller ignorie­ren die Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung und haben die Salzmenge in ihren Gerichten sogar noch erhöht“, erklärt die Verbraucherzentrale NRW: „Wer regelmäßig ein fix und fertiges Gericht aus der Mikrowelle verzehrt, hat mit einer Portion oft schon die gesamte Tagesdosis von sechs Gramm intus“. Ein hoher Konsum von Kochsalz sei jedoch Gift für den Blutdruck und erhöhe das Risiko gefährlicher Herz- und Kreislauferkrankungen.

Untersucht wurden die Kalorien- und Nährwerte auf den Verpackun­gen von 117 Tellergerichten (81 Fertigmenüs, 23 Konserven, 13 Tief­kühlgerichte) von deftiger Hausmannskost bis hin zu Light-Menüs. Bei fast allen Mahlzeiten für die Mikrowelle (98 Prozent) war – sofern angegeben – im Verhältnis zur empfohlenen Tagesmenge für eine Hauptmahlzeit zu viel Salz in Suppe und Soße. Erkennen konnten dies die Kunden selten: Kaum ein Produkt nannte den Salzgehalt der Ein-Portionen-Packung. 107 Menüs warteten immerhin mit dem Nat­riumwert auf, der – erst mit dem Faktor 2,54 multipliziert – kundigen Konsumenten den wahren Salzgehalt verriet. Bei zehn Fertiggerich­ten fehlten die aufschlussreichen Nährwertangaben komplett.

Bereits vor anderthalb Jahren hatte die Verbraucherzentrale NRW die Salzmenge in 103 Menüschalen für die Mikrowelle genauer unter die Lupe genommen: Auch damals war der Gehalt der Küchenwürze in den Fertigspeisen mit ebenfalls 98 Prozent zu hoch. Trotz Gesund­heitsbedenken streuen Hersteller weiterhin ungerührt reichlich Salz in ihre Fertiggerichte.

Fertiggerichte werden von Konsumenten nicht nur wegen ihrer Rezeptur, sondern in erster Linie auch mit Blick auf den Kalorienge­halt ausgewählt. In punkto Salzmenge oftmals eine fatale Entschei­dung: Denn in Relation waren die Kalorienangaben bei der deftigen Hausmannskost im aktuellen Test eher niedrig, die Salzwerte hin­gegen viel zu hoch: bei 99 von 107 Mikrowellen-Menüs weit mehr als das Doppelte. Bei 25 Gerichten übertraf der genannte Salz- den Brennwert sogar um das Fünffache.

Um sich beim Kauf von verarbeiteten Lebensmitteln nicht von fehlen­den oder überbetonten Produkteigenschaften leiten zu lassen, sollten Verbraucher verstärkt auf den angegebenen Natriumwert auf den Verpackungen achten und dann zum Taschenerchner greifen: Denn die Salzmenge ist stets 2,5-mal höher als der angegebene Natrium­gehalt. Fertiggerichte ohne Angaben lässt man besser gleich im Supermarktregal links liegen. Insgesamt sollten pro Tag von einem Erwachsenen nicht mehr als sechs Gramm Kochsalz konsumiert werden.

Erst ab Ende 2016 muss innerhalb der Europäischen Union – also auch in Deutschland – die Salzmenge bei verarbeiteten Lebensmit­teln pro hundert Gramm und pro Portion auf der Verpackung verbind­lich angegeben werden. „Zu spät“, mahnt die Verbraucherzentrale NRW: „Im Hinblick auf die gesundheitlichen Risiken von allzu hohem Salzkonsum muss die Produktinformation auf den Packungen sofort verbessert und vor allem transparent für Kunden werden.“

Konsumenten von Fertiggerichten leben gefährlich

Wer sich regelmäßig am Genuss von fix und fertig zubereite­tem Gulasch oder Geschnetzeltem in herzhafter Sauce erfreut, nimmt mit einem Tellergericht bereits die empfohlene Tagesmenge an Salz zu sich – so das alarmierende Ergebnis einer Stichprobe der Verbraucher­zentrale NRW.

Den Salzgehalt in Fertigmenüs für die Mikrowelle hatten die Verbrau­cherschützer im August/September in verschiedenen Supermärkten und Discountern genauer unter die Lupe genommen. Im Fokus standen 103 Tellergerichte mit Hausmannskost, deren Kalorien- und Hauptnährwerte in einer Tabelle auf der Verpackung aufgelistet waren. Lediglich bei sechs Packungen war ausdrücklich die Salzmenge für die jeweilige Rezeptur angegeben. Bei 84 Menüs stießen die Tester statt auf Salz lediglich auf den Natriumgehalt. Bei 13 Produkten suchten die Tester beides vergebens.

Innerhalb der Europäischen Union – also auch in Deutschland – muss die Salzmenge bei verarbeiteten Lebensmitteln bislang nicht auf der Verpackung verzeichnet werden. Stattdessen geben viele Hersteller die Salzmenge in Form des Natriumwerts – der nur ein chemischer Bestand­teil von Kochsalz ist – auf der Packung an. Dazu sind sie jedoch nicht verpflichtet. Fatale Crux hierbei: Wer sich über den Salzanteil im jeweili­gen Produkt informieren möchte, muss erst den Natriumwert mit dem Faktor 2,54 multiplizieren, um den wahren Salzgehalt zu erfahren.

„Nicht verbraucherfreundlich und höchst bedenklich“, geißelt die Ver­braucherzentrale NRW die bisherige Praxis. Ein hoher Konsum von Kochsalz sei Gift für den Blutdruck der Bevölkerung und erhöhe das Risiko gefährlicher Herz- und Kreislauferkrankungen: „Mit durchschnitt­lich 4,35 Gramm Salz liefert ein Tellergericht mehr als zwei Drittel der täglichen Maximalmenge von sechs Gramm für Erwachsene“, rechnen die Verbraucherschützer vor, „tatsächlich wird diese Menge in einigen Fällen schon beim Genuss einer Fertigmahlzeit locker erreicht.“
So enthielten in der Stichprobe etwa die von TV-Koch Schuhbeck krei­erten „Nürnberger Rostbratwürstchen auf Apfelkraut“ den Spitzenwert von 7,21 Gramm an salziger Würze. Sein „Backofenleberkäse in Braten­sauce“ wies gerade mal 0,2 Gramm weniger, nämlich 7,01 Gramm an Salz auf. Eine Portion „Schweinegulasch in pikanter Sauce“ der Han­delskette REWE deckte mit 6 Gramm exakt die höchstens empfohlene Tagesmenge ab.

Fertiggerichte werden von Konsumenten nicht nur wegen ihrer Rezeptur, sondern auch mit Blick auf den Kaloriengehalt ausgewählt. In punkto Salzmenge ist dies oftmals eine fatale Entscheidung: Bei der deftigen Hausmannskost im Test waren die Kalorien der einzelnen Gerichte eher niedrig, die Salzmenge hingegen viel zu hoch: bei 89 von 90 Mikrowel­len-Menüs weit mehr als doppelt so hoch, in 15 Fällen übertraf der genannte Salz- den Brennwert sogar um das Fünffache.

Einzige Orientierungshilfe für Verbraucher bislang, um sich über den Salzgehalt von Fertigmenüs zu orientieren: Neben dem Natriumgehalt wird eine Prozentangabe genannt, diese sollte nur wenig höher liegen als die entsprechende Prozentangabe neben den Kalorien. Produkte ganz ohne Angaben lässt man besser gleich im Supermarktregal liegen.

„Es ist für jeden Konsumenten, insbesondere jedoch für übergewichtige und ältere Personen, wichtig, dass der Salzanteil in allen Fertigprodukten deutlich reduziert wird. Zudem sollte dieser spezielle Wert zusätzlich zum Natriumgehalt auch deutlich auf den Verpackungen angegeben werden“, fordert die Verbraucherzentrale NRW ein präventives Umden­ken von der Lebensmittel verarbeitenden Industrie.

ESL-Milch

ESL-Milch im Test – „länger haltbar“ statt „länger frisch“ – Neun Produkte
ähneln Haltbarmilch – klare Kennzeichnung von ESL-Milch nötig – ESL heisst „extended shelf life“

„Länger frisch“, „länger frisch genießen“ und ähnlich heißt es auf den
Packungen von ESL-Milch. ESL steht für „extended shelf life“ und bedeutet
längere Haltbarkeit im Regal. Dort nimmt die „länger frische“ Milch
zusehends mehr Platz ein. Der Anteil von ESL-Milch an Trinkmilch beträgt
mittlerweile nahezu 34 Prozent. Um festzustellen, ob diese tatsächlich so
lange haltbar ist wie angegeben, hat der Verein für Konsumenteninformation
(VKI), der das Testmagazin Konsument herausgibt, 29 Proben Milch am letzten
Tag des Mindesthaltbarkeitsdatums mikrobiologisch untersuchen lassen.
Darüber hinaus wurden die Milchproben sowohl von Experten als auch von Laien
verkostet. Mikrobiologisch waren die Proben bis auf eine Ausnahme
einwandfrei. Auch in geschmacklicher Hinsicht gab es keine Beanstandungen.
Allerdings waren neun getestete Proben, darunter vier Bioprodukte, bei der
Herstellung so stark erhitzt worden, dass sich in dieser Hinsicht nahezu
kein Unterschied zu einer Haltbarmilch ausmachen lässt. Offen ist zudem die
Frage der Kennzeichnung: Zutreffender wäre es, ESL-Milch als „länger haltbar“
und nicht als „länger frisch“ zu bezeichnen.

Zu den neun ESL-Milch-Proben, die aufgrund der starken Erhitzung während der
Produktion Haltbarmilch ähneln, zählen u.a. Almsana, Clever und Milbona,
aber auch Bioprodukte wie Bio+ und BioBio. „Gerade bei Bio-Produkten ist es
so, dass die Erwartungshaltung der Konsumenten jene ist, dass das Produkt
möglichst naturbelassen ist. Davon kann in dieser Hinsicht aber wohl kaum
eine Rede sein“, kritisiert VKI-Ernährungsexpertin Birgit Beck. „Wer auf
Nummer sicher gehen und im Regal nicht irrtümlich zu einer
,Nahezu-Haltbarmilch‘ greifen möchte, dem bleibt derzeit nur übrig,
ESL-Milch zu kaufen, bei der der Zusatz ,filtriert‘ angegeben ist. Denn wie
der Test zeigt, wurden die filtriert hergestellten Produkte einer geringen
Hitzebelastung ausgesetzt und somit schonender hergestellt – wobei es auch
bei der Hocherhitzung unterschiedlich schonende Verfahren gibt. Wie schonend
diese Milch aber letztlich hergestellt wurde, können Konsumenten abseits
solcher Tests derzeit nicht in Erfahrung zu bringen. Dazu fehlt es einfach
an der nötigen Kennzeichnung.“ Das hat auch damit zu tun, dass die ESL-Milch
ein neuartiges Produkt ist und im Österreichischen Lebensmittelcodex noch
nicht erfasst ist. „Hier wäre es dann auch zutreffender, ESL-Milch als
,länger haltbar‘ und nicht als ,länger frisch‘ zu bezeichnen“, so Beck.

ESL-Milch ist ebenso wie pasteurisierte Milch nicht völlig keimfrei und muss
daher gekühlt aufbewahrt werden. „Im Kühlschrank hält diese ungeöffnet 18
bis 30 Tage. Geöffnet ist sie aber ebenso wie pasteurisierte Milch innerhalb
von drei bis vier Tagen aufzubrauchen“, informiert
VKI-Ernährungswissenschafterin Birgit Beck.

Weitere Informationen zum Thema gibt es unter www.konsument.at sowie im
Oktober-Konsument. Fragen zu ESL-Milch beantwortet der VKI zudem unter der
Ernährungshotline 0810 810 227 (Mo-Fr 9-15 Uhr, aus ganz Österreich Euro
0,0676/min), die in Zusammenarbeit mit dem Fonds Gesundes Österreich
betrieben wird.

Mehr Klarheit bei der Lebensmittel-Kennzeichnung

Abstimmung über Lebensmittel-Kennzeichnung im EU Parlament

Leicht auffindbar, klar und verständlich soll die Lebensmittel-Kennzeichnung sein, verlangt die AK. „Verbraucher werden gerade bei Lebensmittel-Informationen allzu oft am Schmäh gehalten“, kritisiert AK Konsumentenschützer Heinz Schöffl. Die EU Verbraucherinformations-Verordnung regelt die Lebensmittel-Kennzeichnung neu. Heute, Mittwoch, 16. Juni, stimmt das EU Parlament in erster Lesung darüber ab. „Gut, dass endlich einheitliche Regeln bei der Etikett-Mindestschriftgröße kommen und dass die Nährwertkennzeichnung verpflichtend wird. Von den EU-Parlamentariern verlangen wir, dass sie sich für eine konsumentenfreundliche Nährwertkennzeichnung in Form einer farblichen Ernährungsampel einsetzen“, sagt Schöffl. Außerdem sollten Herkunftsland und bei offen verkaufter Ware zusätzlich auch alle Zutaten angegeben werden.

„Positiv ist, dass trotz Einwand der Lebensmittelwirtschaft alle derzeit vorgeschriebenen Kennzeichnungselemente bleiben, da sie für die Information der Konsumenten unerlässlich sind“, betont Schöffl. Auch dass Mindestschriftgrößen vorgesehen werden, für die sich die AK eingesetzt hat, wird die Lesbarkeit der Kennzeichnung verbessern.

„Wir wollen für die Konsumenten aber auch eine einfache, verlässliche und verständliche Art der Nährwertkennzeichnung. Das sollte in Form einer Ampelkennzeichnung sein, insbesondere für Produkte, bei denen der Konsument den Zucker- oder Fettgehalt nicht so leicht erkennt, also etwa bei Fertiggerichten, Snacks, Sandwiches, zuckerhältigen Erfrischungsgetränken“, sagt Schöffl. Die Ernährungsampel informiert in Farbe über Fett, gesättigte Fette, Zucker und Salz – rot heißt viel, gelb moderat und grün wenig. Die Ampel sollte auf der Vorderseite des Produkts sein. „Der Konsument soll auf einen Blick sehen können, ob das Produkt ein Fit- oder ein Schlappmacher ist“, so Schöffl. „Jetzt wären die EU-Parlamentarier am Zug, die so einen Vorschlag beschließen sollen“, verlangt Schöffl.

Kritisch sieht die AK am EU-Entwurf, dass es noch keine zwingende Kennzeichnung der Herkunft gibt. „Das ist konsumentenunfreundlich. Konsumenten ist es für ihre Kaufentscheidung wichtig, woher das Produkt und seine wesentlichen Bestandteile sind. Das belegen auch unsere Tests“, sagt Schöffl, „wir erwarten uns hier, dass uns hier die Parlamentarier klar unterstützen.“

Bei der Kennzeichnung offen abgegebener Produkte beanstandet die AK, dass nur allergieauslösende Zutaten und der Zusatzstoff Schwefeldioxid zwingend angegeben wird. Die AK verlangt, dass bei offen verkauften Waren über die Zutaten informiert werden muss.