Restaurant Empfehlungen Buenos Aires 2022

Essen gehen in Buenos Aires: Dank der 50Best hat man den Eindruck, Südamerika bewegt sich auf höchsten kulinarischen Niveau. Auch La Liste empfiehlt einige Restaurants in Buenos Aires.

Reifeschrank-ELENA-Steak-House-Buenos-Aires-

Wir benutzen die App von LaListe, die uns gute und sehr gute Restaurants in der Nähe aufzeigt. Was in Berlin gut klappt, ist in Buenos Aires eher eine Katastrophe. Jede zweite LaListe Empfehlung ist eine Pizzeria. Wenn man die Fotos sieht, möchte man eher wegrennen: 1 kg Käse auf einem Teigfladen. Das hat was mit den USA zu tun, aber nichts mit der Spezialität aus Neapel. LaListe ist da mal wieder unbrauchbar.

La Parolaccia in Puerto Madero (Teller kam so)

Den ersten Tag waren wir trotzdem bei einem Italiener, im La Parolaccia in Puerto Madero, einer Restaurantkette. Man sitzt sehr schön draussen, aber auf verschmutzten Stühlen und dreckigen Tischen. Der Service hat einen arroganten Touch. Wir hatten Hunger. Wir bestellten Vitello Tonnato und 2 x Pasta. Das Essen war gut, die sonstige Erfahrung schlecht. Die Pasta war al dente. Nur der Parmesan zu den Nudeln erinnert an den Ersatz von Miracoli. Wir zahlten 4620 ARS, ca. 46 US$. Für das, was wir hatten, etwas übertrieben. Aber es schmeckte. Allgemein gibt es aufgrund der vielen Einwanderer viele italienische Restaurants.

Ich las von den Tango Tänzern von San Telmo, die Sonntags auf offener Strasse tanzen. Die fanden wir nicht, aber einen gigantischen Kunsthandwerks- und Flohmarkt. Und die sagenhaft hübsche Markthalle in San Telmo. Wir aßen bei einem sympathischen Belgier doppelt gebackene Pommes für 6 USD.
Bei einem zweiten Besuch fanden wir auch die Tango Tänzer. Ein Paar hat filmenswerte Tangotänze vorgeführt.

LaListe empfiehlt an der (etwas touristischen) Markthalle die Imbissbude „Nuestra Parilla“. Ich hatte nur in Erinnerung, dass es eine Spezialität gäbe und kein Internet. Es gab aber mehrere Spezialitäten. Typisch für das Haus sei „xy“ (ich habe es vergessen. Gegrilltes Teil vom Schwein. Entweder als Sandwich oder als Portion. Wir nahmen je eins. Okay, das Fleisch war sehr unterschiedlich. Teilweise mit feinem Schmelz, aber oft so hart, dass man es nicht kauen konnte. Das hatten wir öfter in Buenos Aires. Etwas Zeitung ist auch noch in des Sandwich gerutscht. Zeitung schmeckt bitter, wissen wir jetzt. Das kostete für uns zwei incl. 1 Bier und 1 Wasser 20 US$. Das Geld war es nicht wert. Die gesuchte Spezialität war übrignes eine Grillwurst, habe ich später nachgelesen.

Sehr gutes Eis bei Etzio

Am 3. Tag liefen wir an der Sushi Fabric vorbei und meine Frau sagte, das sähe hübsch aus. Sie hatten als Fisch nur Hamachi und Lachs. Sind wir nicht direkt am Atlantik? Meine Frau bestellte Ceviche und Sushi. Alles was ich wollte, gab es nicht. Ich bestellte dann nichts, was gut war, da meine Frau zu viel bestellte.
Alles was kam, hatte nichts mit Spezialitäten aus Japan zu tun. Der Sushi-Reis war süsslich, aber gottseidank nicht zerkocht! Viel Mayo und Philadelphia. Das Ceviche war wohl okay. Das ganze dauerte im leeren Laden zwei Stunden mit lauter Technomusik im Hintergrund. Die erste Rechnung lautete über 8000 ARS. Die dritte Rechnung war dann korrekt 4500. (= 45 USD), aber auch viel Geld für was wir hatten.

Ich hatte Hunger und holte mir bei einem der Kettenläden sechs verschiedene Empanadas a 49 ARS (0,5 USD). Ich mochte bisher Empanadas nicht. Hier schmeckten alle gut! Für 300 ARS (3 USD) war ich glücklich. Gute, neue Erfahrung!

Eis gibt es an jeder Ecke, aber anders als in Montevideo, fast nie gut. Eine gute Ausnahme war die Eisdiele Etzio. Preise wie überall, aber viel bessere Qualität1 Da lohnt sich ein weiterer Weg.

Am 4. Tag wollten wir ernsthafter sein und wählten das Mishiguene. Eine jüdische Immigrantenküche. Platz 29 der 50 Best in Lateinamerika. Ein sehr quirliges Restaurant. Wir wurden draussen platziert. Man sitzt bei sehr lauter Musik, einer Mischung aus Klezmer, Free Jazz und Balkan Brass unter einer Markise, die uns vor dem Regen, aber nicht den staubigen Windböen schützte. Direkt nebenan tobt der Verkehr auf einer 4-spurigen Strasse. Mein kleiner Sohn war begeistert, die Müllabfuhr, die Busse und die vielen tatütatas zu beobachten. Das große Zehngang-Menü, was wir eigentlich nehmen wollten, muss man vorbestellen. Das 6 Gang Menü war unspannend, also wählten wir aus der Karte. Der sympathische, englischsprechende Maitre stoppte mich. Vier Gerichte würden reichen. Dazu Wasser und 1 Glas Wein bestellt. Sonst sprach niemand englisch und die Kommunikation war schwer. Internet war defekt.
Wir hatten Baba Ganush (okay), Shrimps Muhamara (gut), Shishbarak (Ravioli – sehr gut) und Bureka (Kartoffel-Trüffel Auflauf – okay). Fotos gibt es nicht, weil es zu dunkel war.
Das Essen war solala. Wer wirklich elaborierte israelische Küche essen möchte, dem sei Gal Ben Mosche in Berlin empfohlen. Das ist dann doch eine ganz andere Kategorie.
Wir zahlten 9500 ARS (95 USD). Wechselgeld bekamen wir nicht raus. Aber der Bezahlvorgang dauert fast so lange wie das Essen, da das Restaurant fürchterlich unorganisiert ist. Aber nett sind sie. Nochmal hin? Ja, vielleicht, aber nicht so bald. In Berlin würde das Restaurant nicht besonders erwähnt werden, aber in der Schlüterstrasse oder Mitte auch gut laufen.

Tanta Argentina von Gaston Acurio

Gleich in der Nähe des Alvear Art Hotels, in dem wir wohnten, befindet sich das Tanta Argentina von Gaston Acurio, dem bekanntesten Küchenchef Lateinamerikas. Acurio hat mittlerweile mit seiner deutschen Frau Astrid zusammen 40 Restaurants weltweit. Wir waren gleich zweimal dort. Ein unkompliziertes Restaurant mit gut gemachten Soulfood. Sehr günstig, freundlicher Service und handwerklich gut gemachtes Essen wie Ceviche, Dumplings und andere Spezialitäten. Da kann man für kleines Geld hingehen.

Rib Eye

In den 50best, aber auch in La Liste wurde das Elena im Four Seasons in Ricoletta genannt. Man muss umständlich reservieren und der nächste freie Tisch war in drei Tagen. Als wir dann in das hübsche Restaurant kamen, war dieses leer. Es war auch kaum besetzt, als wir gingen. Merkwürdig. Hier der ausführliche Artikel: Elena Buenos Aires.
Man kann dort hingehen. Man braucht es aber nicht.

Auster

Der kulinarische Höhepunkt war zweifelsohne das CHILA in Puerto Madero. Essensmässig auf Sterneniveau, im Service gerne belehrend, aber durchaus freundlich. Auch über das Chila in Buenos Aires gibt es einen eigenen Artikel. Unbedingt reservieren.

Tomate im Don Julio Buenos Aires

Großen Spaß machte das Steakhouse Don Julio in Palermo. Ein großes, quirliges Restaurant. Es ist auf Platz 13 der weltbesten Restaurants laut 50best. Diese Bewertung ist übertrieben, aber wir hatten dort ein recht anständiges Steak zu relativ normalen Preisen. Herausragend waren die Tomaten. Hier ist unser Besuchsbericht: Don Julio Steakhouse in Buenos Aires.

Schwarztauschen ist in Argentinien nicht verboten

Richtig günstig wird Buenos Aires, wenn man sein Geld nicht in der Bank, sondern schwarz tauscht. Lesen Sie „Geldwechseln in Buenos Aires“.

Fazit: Buenos Aires sollte man unbedingt besuchen. Kulinarisch ist die Metropole nicht so interessant, aber quirlig und macht viel Spaß.
Wir hatten nun gedacht, wir würden die besten Steaks der Welt finden, waren aber im großen und ganzen schwer enttäuscht. Meist waren die Steaks sehr hart und nicht auf dem Punkt gegrillt. Vielleicht sind wir aber auch nicht die Steak Experten. Die gemischte Steakplatte bei Thomas Kammeier im THE CORD würde ich den meisten südamerikanischen Steaks klar vorziehen. Jedoch noch besser schmeckt mir das Fleisch in einem guten Yakiniku in Japan. Persönliche Referenzen sind hier sicher auch ausschlaggebend.

Geld wechseln in Buenos Aires – ein sich lohnendes Abenteuer

2022 – aktuelle Einreisebedingungen Buenos Aires

Alvear Art Hotel Buenos Aires – Hoteltest

demnächst: Buenos Aires Tipps

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Restaurant Empfehlungen Buenos Aires

Zusammenfassung

Restaurant Empfehlungen Buenos Aires – Essen gehen in Buenos Aires: Dank der 50Best hat man den Eindruck, Südamerika bewegt sich auf höchsten kulinarischen Niveau. Auch La Liste empfiehlt einige Restaurants in Buenos Aires

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