EN Japanese Brasserie, Greenwich Village, New York City

Wir hatten uns diesmal vorgenommen, selber Neues zu entdecken. Das Essengehen in New York City ist ganz anders als in Europa. Es gibt viel mehr authentische Restaurants. Manchmal zu sehr und manchmal glauben die nur, sie wären authentisch. Aber meist sind die Restaurants, wenn es denn bessere sind, sehr teuer. Diesmal haben wir ein – nach eigener Aussage authentisches – japanisches Restaurant besucht, die EN Japanese Brasserie. Nun ja, auch in Japan ist ja die Restaurantszene sehr vielfältig. Eigentlich wollten wir ja nur Spaß haben und lecker und gut essen!

O-Banzei – Kyoto style Vorspeisen

Wie die meisten teuren Restaurants in New York City ist das EN sehr dunkel. Warum das so ist, weiß ich nicht. Angenehm war, dass es nicht so eng bestuhlt war. Wir hatten sogar zu Dritt einen Tisch für sechs Personen. (Für sechs wäre er schrecklich eng gewesen).
Wir hatten einen sehr strengen, aber auch wissenden amerikanischen Kellner. Er konnte uns alles über japanisches Essen und Alkoholika erzählen. Er wusste sogar wie man alles betonte und brachte mir die richtige Aussprache bei. Wir nannten ihn deswegen Sensei (Lehrer). Wir bestellten beim Sensei ein Kaiseki Menü Soyo Kaze. (Das spricht man nicht wie das bucklige Tier aus, sondern eher wie Kase). Kaze kostet 80 $ ++. Ich bestellte ohne Sake Begleitung, das gab beim Sensei etwas schlechte Stimmung. Als ich dann aber die handgemachten (teuren) alkoholfreien „Cocktails“ bestellte, sowie für meine Frau ein gutes Glas trocknen Sake, entspannte sich die Situation wieder.

Menü – EN Japanese Brasserie, Greenwich Village, New York City

Das Menü fing mit drei Schalen O-Banzei, kalten, veganen Vorspeisen aus Kyoto an. Keine der Vorspeisen begeisterte uns.

Danach kam das Sashimi. Der asiatische Kellner – nicht der Sensei – füllte unsere Sojasossenschale auf, als ob der Fisch darin Runden drehen sollte. Dann verschwand er mit der Sojasauce. Ob mancher Gast die trinkt?

Sashimi

Zu unserem Erstaunen kamen dann jeweils zwei Stück Fisch, mit einem Zitronenschnitzel garniert. Der eine Fisch war Lachs. Lachs gilt ja eigentlich in traditionellen japanischen Restaurants als no go, dekadente ausländische Erfindung. Aber der Lachs war richtig lecker! Genauso wie das Wasabi, das wohl frisch gemacht war. Überhaupt nicht, weil sehr hart, schmeckte der Großaugen Thunfisch. Vielleicht war der mebashi (danke, Sensei) falsch geschnitten?

Mebashi Meguro Sashimi

Jetzt kam der marinierte Kabeljau, sicher das Highlight des gesamten Kaisekis.

Kabeljau

Nach dem Kabeljau kam hausgemachter frischer Tofu. Dieser schmeckte neutral und fühlte sich im Mund wie Magerquark an. Auch die Sosse, die man draufträufeln sollte, half nicht, Geschmack reinzubringen. Die Portion war aussergewöhnlich groß. Keiner von uns aß das auf. Wo es doch sei leckere Tofugerichte gibt!

Frisches Tofu

Jetzt kam Bio-Hühnchen auf dem heissen Stein. Der Stein war wirklich sehr heiss und das Hühnchen trocknete prima darauf aus. Neben der unangenehmen Geruchsentwicklung von verbrannten Fleisch war das erneute Töten auf dem heissen Stein wenig sinnvoll. Wer hat solche Ideen? Wenn Grünzeug auf dem Stein fiel, war es auch gleich hinüber 🙁 Wir hatten Hunger und aßen brav auf.

Bio Hühnchen auf heissen Stein

Nun kamen Soba Nudeln ohne Einlage in Dashi Brühe. Ein freudloser Gang! Wie aus einem buddhistischen Kloster.

Soba

Am Ende gab es eine Kugel Anko-Eiskrem aus roten Bohnen.
Wir sehnten uns nach einer Misosuppe, etwas Reis und zum Ende Früchte als Erfrischung. Das Essen erinnerte uns an japanische Restaurants in Rotchina. Noch während wir das Eis aßen, fragte der Sensei, ob es noch was sein darf. Ich sagte danke nein und bekam die Rechnung während des Essens überreicht. Ich wollte fragen, ob ich noch aufessen darf, verkniff es mir jedoch.

Anko Eis – Roten Bohnen Eiskrem

Und günstig war der Spaß nicht. Wir zahlten zu dritt fast 350 $ und waren nicht besonders glücklich!

Die Rechnung

Wären wir doch wieder in unseren Dim Sum Palast Jing Fong gegangen!

https://www.enjb.com/

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