Linsen: Warenkunde

Die kleinste aller Hülsenfrüchte ist so etwas wie das
Aschenputtel unter ihren Verwandten, den Bohnen, Erbsen und Lupinen
dieser Welt. Sie kommt meist in einem unauffälligen Braun daher,
gedeiht am besten auf kargen, trockenen Böden und wächst trotz ihrer
bescheidenen Größe von maximal 50 Zentimetern selten wirklich
aufrecht. Bei Regen und Wind geht sie schnell zu Boden. Deshalb gönnt
man ihr beim Anbau auch meist eine stützende Kultur wie Hafer oder
Gerste, an der sich die Linsenpflanze mit den Ranken am Ende ihrer
feingegliederten Fiederblättchen festhalten kann.

Leider setzt sich die Bescheidenheit der Linse auch bei den Erträgen
fort. Mit mehr als 200 bis 1.000 Kilogramm pro Hektar kann man beim
Anbau nicht rechnen, wohl aber mit sehr großen jährlichen
Ertragsschwankungen. Deshalb sieht man die zarten Linsenpflanzen auf
deutschen Äckern auch nur höchst selten.

Doch wie im Märchen ist die bescheiden auftretende Linse eigentlich
ein echter Star unter den Leguminosen. Denn ihren wahren Wert hat der
Mensch schon vor über 9.000 Jahren erkannt. Im heutigen Griechenland
wurde sie zu dieser Zeit bereits gezielt angebaut, was sie zu einer
der ältesten Kulturpflanzen überhaupt macht. Und von wegen
unauffälliges Braun, die Linse kann auch ganz anders. Es gibt sie in
strahlendem rot, gelb oder grün, die schwarze Belugalinse sieht sogar
edelstem Kaviar zum Verwechseln ähnlich. Allein in Indien, wo die
Linse bereits seit Jahrtausenden hoch im Kurs steht, kann man aus
über 50 verschiedenen Sorten auswählen.

Auch die inneren Werte des vermeintlichen Aschenputtels überzeugen.
Mit einem Eiweißgehalt von bis zu 30 Prozent ist sie nach der
Sojabohne der beste Proteinlieferant unter den Hülsenfrüchten. Zudem
ist sie nahezu fettfrei und enthält stattdessen viele Ballaststoffe,
die in Verbindung mit den ebenfalls reichlich enthaltenen
Kohlenhydraten für eine angenehme, langanhaltende Sättigung sorgen.
Glaubt man kanadischen Studien, ist eine Linsenmahlzeit deshalb vor
sportlichen Wettkämpfen sogar besser für die Ausdauerleistung als
die üblicherweise empfohlenen Nudeln oder Kartoffeln.

Bleibt die Frage, ob man die Linse besser geschält oder ungeschält
genießt. Denn wie so oft stecken in der Schale die meisten
Nährstoffe und vor allem der Geschmack, weshalb die kleineren Sorten
mit hohem Schalenanteil oft aromatischer schmecken. Auf der anderen
Seite sind geschälte Linsen leichter verdaulich. Das macht sie für
Menschen mit empfindlicher Verdauung attraktiv.

Noch schwerer zu beantworten ist aber die Frage, wie man die Linse
genießen möchte: auf schwäbische Art mit Spätzle, scharf als
indisches Dal oder türkisch pikant als Linsensuppe. Märchenhafte
Geschmackserlebnisse sind auf jeden Fall nicht ausgeschlossen.
Jürgen Beckhoff, www.aid.de/

Superfoods für Superblöde?

Superfoods sind buchstäblich in aller Munde. Die Medien sind voll mit Berichten über die trendigen Lebensmittel. Im Bekanntenkreis werden eifrig neue Chiasamen-Rezepturen ausgetauscht. Kollegen tunen ihr Müsli mit Acai- und Aroniabeeren. Und der Lebensmitteleinzelhandel stockt zügig die Regale mit Granatäpfeln und Algen, Amaranth-, Quinoa- und Hirseprodukten auf. Superfoods haben längst den Sprung vom staubigen Reformhausregal in den heimischen Supermarkt und den Discounter geschafft.

Doch was ist ein Superfood? Das „Oxford English Dictionary“ beschreibt den Begriff Superfood als „ein nährstoffreiches Lebensmittel, das als für Gesundheit und Wohlbefinden besonders förderlich erachtet wird“. Eine klare, fachliche Definition aber fehlt. Das wiederum erweist sich als Glücksfall für die Industrie, die stetig neue vermeintlich ultragesunde Produkte auf den Markt bringt. Laut „Die Welt“ ist die Verkaufsmenge von Chiasamen in den letzten beiden Jahren rapide angestiegen. Verkaufte der deutsche Lebensmittelhandel zu Beginn des Imports im Jahr 2013 gerade einmal 20 Kilogramm des wertvollen Samens, waren es 2015 bereits knapp 664 Tonnen. Es scheint, als greife der gesundheitsbewusste Verbraucher tief in die Tasche, um sein Verlangen nach mehr Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Energie mit exotischen Produkten aus aller Welt zu stillen.

Doch wissenschaftliche Untersuchungen zu den Lebensmitteln selbst sind selten. Die postulierten gesundheitsfördernden Eigenschaften einiger Inhaltsstoffe indes sind nicht neu. Und so geraten bei all dem Wirbel um die neuartigen, exotischen Superfoods aus Asien und Südamerika die Vorzüge der heimischen Nährstoffwunder in Vergessenheit. Hinsichtlich der Nährstoffzusammensetzung, des Preises und der Verfügbarkeit sind diese den regionalen Vertretern aber nur selten überlegen. Den heimischen Nährstoffwundern allein fehlt das übertriebene Marketing. Auch Heidel-, Johannis- und Holunderbeeren, Hagebutten, Karotten und Kürbis liefern jede Menge Ballaststoffe, Vitamine, Mineralstoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe. Wurzel- und Knollengemüse wie Topinambur, Rote Beete, Pastinaken und verschiedene Kohlsorten wie Grünkohl, Rosenkohl, Rotkohl oder Kohlrabi sind ebenso wichtige Nährstofflieferanten, die unseren Speiseplan bereichern. Im Vergleich zu den enorm gehypten Chiasamen sind Leinsamen als Omega-3-Fettsäuren- und Ballaststoffquelle eine günstige, nicht weniger wirkungsvolle Alternative.

Die Quintessenz: gesundheitsfördernde Effekte lassen sich durch den Verzehr einzelner, zum Teil überteuerter Produkte nicht erzielen. Exotische Superfoods erweitern die Palette unserer täglichen Lebensmittelauswahl, sind aber kein Allheilmittel. Die grundlegende Empfehlung, möglichst frische und unverarbeitete Lebensmittel zu konsumieren und auf Abwechslung und Vielfalt zu achten, bleibt also. Wer weiß, vielleicht entpuppt sich ja die ein oder andere längst vergessene heimische Gemüsesorte als kleines Geschmackswunder für den eigenen Speiseplan.

TEST: Bio- versus konventionelle Lebensmittel

Das Fazit der Stiftung Warentest aus 50 Lebensmitteltests mit Bio- und konventionellen Lebensmitteln: Bei der Qualität sowie in Aussehen, Geruch und Geschmack liefern sich Bio- und herkömmliche Kost ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Bioobst und Biogemüse sind aber selten mit Pflanzenschutzmitteln belastet, außerdem engagieren sich Bioanbieter meist stark für Tierschutz.

Insgesamt ist die Qualität sowohl von Bio- als auch von konventionellen Lebensmitteln gestiegen. Die getesteten Produkte bekamen in beiden Gruppen häufiger „gute“ und „befriedigende“ Gesamturteile und weniger „ausreichende“ und „mangelhafte“. Bio ist aber nicht automatisch besser, schmackhafter oder gesünder als herkömmliche Lebensmittel. Das zeigt der Vergleich von 1020 herkömmlichen Lebensmitteln mit 217 Bioprodukten.

Was die Belastung mit Pflanzenschutzmitteln anbelangt, ist Bioware mit Abstand am saubersten. Sie ist jedoch nicht vor Schadstoffen gefeit. Die Tester fanden sogar potenziell krebserregende Substanzen, zum Beispiel in schwarzem und grünem Tee und in Leinöl, beides aus dem Bioladen. Bio-Nudeln überschritten den Höchstgehalt für ein Schimmelpilzgift, in Bio-Sonnenblumenöl wiesen die Tester kritische Mineralöle nach.

Im Geschmack steht es unentschieden. Blinde Verkostungen zeigen, dass Bio nicht besser abschneidet als andere Ware. Bioanbieter arbeiten aber oft transparent und kennen ihre Lieferanten gut. Sie setzten sich mehr für das Tierwohl ein, obwohl auch im Biosektor industrielle Großbetriebe entstanden sind, z.B. für Legehennen. Doch insgesamt ist Biofleisch für Tierfreunde die bessere Wahl. Die aufwendige Tierhaltung nach Ökokriterien hat aber ihren Preis. Auch bei anderen Produkten kostet Bioware meist mehr als herkömmlich produzierte.

Der ausführliche Artikel Biolebensmittel erscheint in der Dezember-Ausgabe der Zeitschrift test und ist auch unter www.test.de/bio-oder-konventionell abrufbar.

Kinderlebensmittel

Schnelle und gesunde Mahlzeiten für die ganze Familie

Im Alltagsstress zwischen Job und Haushalt kann das Kochen für die ganze Familie zur lästigen Pflicht werden. Schnelle Hilfe für eilige Ernährungsbewusste verheißen vermeintlich gesunde Fertigprodukte speziell für Kinder – vom Müsli bis zur Tomatensuppe. Doch selten halten sie, was sie versprechen: Meist sind Kinderlebensmittel kein Stück gesünder als andere Produkte, dafür aber oft viel süßer und teurer. Dass Kinder eigentlich gar keine Extrawurst brauchen und sich auch frische Familienmahlzeiten im Handumdrehen zubereiten lassen, zeigt der Ratgeber „Bärenstarke Kinderkost – Einfach, schnell und lecker“ der Verbraucherzentrale NRW.

Das komplett überarbeitete Buch ermutigt Mütter und Väter, gesunde Gerichte auf den Tisch zu bringen. Dabei setzt der Ratgeber auf eine vollwertige Ernährung mit Obst, Gemüse, Getreide, Milchprodukten, Fisch, Fleisch und Eiern. Rund 100 erprobte Rezepte vom Frühstück bis zum Abendbrot helfen bei der Erstellung eines ausgewogenen Speiseplans mit schmackhaften Gerichten – ganz ohne Extrawurst.

Der Ratgeber kostet 12,90 Euro und ist in den örtlichen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW erhältlich. Für zuzüglich 2,50 Euro für Porto und Versand wird er auch nach Hause geliefert.

Bestellmöglichkeiten:
Online-Shop: www.vz-ratgeber.de, Telefon: 0211/3809-555, E-Mail: ratgeber@vz-nrw.de, Fax: 0211/3809-235, Post: Versandservice der Verbraucherzentralen, Himmelgeister Straße 70, 40225 Düsseldorf.

Martina & Moritz

Martina & Moritz informieren

Liebe Gourmet Report Leser, sehr geehrte Damen und Herren,

„Lieblingsgerichte und Küchenschätze“ heißt das neue Begleitbuch zu unserer Sendung: Eine kulinarische Reise durch deutsche Länderküchen. Und in ganz neuer Aufmachung: die „Kochwerkstatt“

Lange hat es gedauert, aber das Warten hat sich gelohnt: Das neue Begleitbuch ist höchst appetitlich angerichtet und mit viel Liebe zum Detail gestaltet – einerseits aufwändig, andererseits zurückhaltend und übersichtlich. Es bringt die Rezepte und Informationen, die wir in unserer 2012 begonnenen Reihe „Länderküche“ in unserer Sendung in lockerer Folge vorgestellt haben und die derzeit wiederholt werden. (Die Regionen von NRW folgen in einem zweiten Band Anfang nächsten Jahres.)

Damals haben wir uns aufgemacht, die Regionen unseres Landes besucht und nach den kulinarischen Spezialitäten gesucht. Wir waren überall in den Küchen unterwegs, immer auf der Suche nach dem verlorenen Geschmack. Und wir haben wunderbare Gerichte gefunden. Es waren selten die üppigen Festtagsessen, die uns beeindruckten, viel öfter die kargen Gerichte der Armut, die erfinderisch und kreativ macht. Zubereitet aus den wenigen und bescheidenen Zutaten, die es in den einzelnen Regionen typischerweise schon immer, auch in schlechten Zeiten gab.

Allerdings haben wir diese Rezepte nur ganz selten eins zu eins übernommen. Wir leben heute anders, unsere Ansprüche, unsere Vorlieben haben sich geändert, überhaupt unser Geschmack, unser Blick auf die Dinge: Wir essen nicht mehr so schwer, so mächtig, so derb. Wir bevorzugen leichtere, bekömmlichere Fette, haben längst fremde, sogar exotische Gewürze und neue Kochmethoden in unseren Alltag aufgenommen. Wir haben heutzutage ausgefeilte Technik zur Verfügung, die uns ein ganz anderes Kochen erlaubt.

Wir haben vergessene und verlorene Rezepte aufgespürt, versucht, ihre Wahrheit, ihren Charakter zu entdecken und zu erfassen. Haben sie dann entschlackt und erleichtert in zweierlei Sinn: einerseits um Kalorien, andererseits um Zeit und Mühe zu sparen. Aber natürlich waren wir dabei stets bestrebt, authentisch zu bleiben, die Seele der Gerichte zu erhalten.
„Edition Essentials“, Heidelberg 2014, 22.00 €

Sie können das Buch ab sofort bei uns bestellen und bekommen dazu ein Pasta-Maß als Lesezeichen, außerdem signieren und widmen wir es ganz nach Wunsch!

Gleiches gilt für das bei der Stiftung Warentest erschienene Buch „Kochwerkstatt“, dessen 2. Auflage komplett neu bearbeitet und ergänzt wurde (zu finden unter -weitere Bücher-). Die Verständlichkeit des Buches durch eine besser gegliederte und klare Führung, viele Marginalien und Querverweise machen die Neu-Ausgabe zu einem großen Gewinn.
Das schreibt der Verlag: „Martina Meuth und Bernd „Moritz“ Neuner-Duttenhofer erklären mit viel Witz und Sachverstand, wie moderne Technik oder alte Gerätschaften beim richtig guten Kochen helfen. Mit vielen Rezepten, Tipps und Praxisbeispielen geben sie neue Einblicke in ihre ganz persönliche Kochwerkstatt. Ein Kochbuch für alle, die es genau wissen wollen!“
Stiftung Warentest, 2. Auflage, Berlin 2014, 39,90 €

Wenn Sie beide Bücher bestellen, gibt es keine Versandkosten – übrigens perfekte Weihnachtsgeschenke! –> www.apfelgut.de

Mit herzlichen Grüßen und den besten Wünschen für einen angenehmen Spätherbst,

Martina & Moritz

PS: Bitte besuchen Sie auch unsere anderen Internet-Seiten:
www.martinaundmoritz.de/
www.facebook.com/apfelgut
www.facebook.com/martinaundmoritz

Echt schwedisch

Gårdsnära hilft bei der Suche nach lokal produzierten Produkten

Wer seinen Urlaub in Schweden verbringt, möchte oft auch möglichst „Typisch Schwedisch“ essen und dennoch nicht jeden Tag ein Restaurant aufsuchen. Der Blick auf die Etiketten im Supermarkt verrät aber nicht selten, dass so manche Rohwaren eine lange Reise hinter sich gebracht haben, bevor sie im Regal gelandet sind. Für Schweden ist das selten ein Problem, da viele genau wissen, was welche Hofläden in der näheren Umgebung ihres Wohnortes anzubieten haben.
Aber auch für Urlauber gibt es nun Abhilfe: Die Website http://de.gardsnara.se präsentiert Hofläden und Produzenten aus ganz Schweden, die echt schwedische Produkte anbieten – ohne künstliche Zusätze und oft sogar in Bioqualität. Besucher der Website, die in deutscher Sprache und auch angepasst für Tablets und Smartphones zur Verfügung steht, können hier entweder nach Region oder nach Produktgruppe nach den einzelnen Anbietern suchen. Zudem gibt es eine Suchfunktion für die am nächsten gelegenen Hofläden zum aktuellen Standort. Dabei ist die auf der Website vertretene Produktpalette so abwechslungsreich und vielfältig wie das Angebot der schwedischen Küche – angefangen bei Milch, Brot und Eiern über Fisch, Fleisch und Käse bis hin zu Marmeladen und Säften, Obst und Gemüse und sogar Schaffellen. Und wer sich nicht sicher ist, welche Zutaten und Gerichte nun wirklich „Typisch Schwedisch“ sind, kann sich auf der Website http://www.tryswedish.com inspirieren lassen. Hier gibt es zahlreiche Infos, Stories und Rezeptvorschläge rund um die beliebtesten Zutaten der Schweden. Und natürlich wird hier auch verraten, wann welche Produkte am liebsten verspeist werden. Echt Schwedisch eben.

Wie beschwert man sich korrekt im Restaurant?

Es kommt eher selten vor – jedoch manchmal gerät auch der Restaurantbesuch zur Enttäuschung. Dann steht der Gast vor der Frage, wie beschwert man sich richtig, ohne dabei unfair zu werden

Bookatable und Gourmet Report geben Tipps für die passende Beschwerde in der Gastronomie

Eine aktuelle Bookatable-Umfrage hat ergeben: 96 Prozent aller Restaurantgäste halten schmutziges Geschirr in der Gastronomie für unverzeihlich. Unsaubere Lebensmittel sind für neun von zehn Gästen ein absolutes Tabu. Und auch wenn gute Gastronomen alles für die Zufriedenheit ihrer Gäste tun, passiert es gelegentlich doch, dass nicht alles perfekt passt.
Klassiker: Das Essen ist nicht warm genug, der Kellner hat die falsche Bestellung aufgenommen oder das Essen schmeckt einfach nicht. Fehler, die zwar durchaus passieren können, aber trotzdem aus Gästesicht angesprochen werden sollten. Doch wie sieht die passende Reklamation im Restaurant aus? Wie beschwert man sich richtig, ohne die Contenance zu verlieren?

Eine Frage des Stils
Schon in der Bibel heißt es: „Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein“ – soll heißen: Fehler können jedem passieren. Das sollte sich jeder Gast grundsätzlich vor Augen führen, bevor er das Servicepersonal an den Tisch ruft, um die Arbeit des Kochs oder anderer Mitarbeiter im Restaurant zu beanstanden.
Die Devise lautet: Stil bewahren! Alleine durch die Tatsache, dass im Restaurant das Essen und der Service bezahlt werden muss, hat niemand das Recht beleidigend oder ausfallend zu werden. Die passende Beschwerde wird daher in ruhigem Ton, freundlich und vor allem höflich vorgetragen. Wichtig: Sie muss nicht immer objektiv sein, denn natürlich ist der Gästeeindruck ein subjektives Erlebnis, das man auch so artikulieren kann. Und doch: Höfliche Beschwerden werden wesentlich ernster genommen und führen am Ende auch eher zu einem Ergebnis – etwa dadurch, dass die Rechnung erstattet oder der Gast mit einem guten Wein des Hauses entschädigt wird.

Das Trinkgeld – Gradmesser der Zufriedenheit
Ein Spiel dauert 90 Minuten und abgerechnet wird eben zum Schluss. Wenn sich also weder Koch noch Servicepersonal für eine höflich vorgetragene Reklamation interessieren, gibt es immer noch die Möglichkeit, die Unzufriedenheit über das eigentlich obligatorische Trinkgeld auszudrücken. Kurz gesagt: Wer schlecht bedient wird, darf ruhig auf das Trinkgeld verzichten und beim Bezahlen auch noch einmal darauf hinweisen, warum er sich das Restgeld auf Heller und Pfennig zurückgeben lässt. Der vorher vielleicht unfreundliche Kellnerwird sein Verhalten eventuell doch noch einmal überdenken, wenn sein Geldbeutel darunter leidet.

Auf den richtigen Zeitpunkt kommt es an
Wer sein Essen oder den Service in einem Restaurant beanstanden möchte, sollte das in jedem Fall sofort dann tun, wenn ihm ein Missstand auffällt. Hintergrund: Wer bis zum Schluss wartet, vermittelt schnell den Eindruck, eigentlich doch nur den Rechnungsbetrag drücken zu wollen. Folge: Wenn die Vorspeise nicht geschmeckt hat, bietet es sich an, dies beim Servieren der Hauptspeise zu äußern. Und wenn der Wein korkt, sollte man das gleich nach dem ersten Schluck bemängeln und sofort eine neue Flasche verlangen – nicht erst, wenn die Flasche bereits geleert ist.

Tassilo Keilmann

Es kommt eher selten vor, dass sich hinter einem Internet-Unternehmer ein Quantenphysiker verbirgt. Dr. Tassilo Keilmann lebt diese Kombination: Er ist promovierter Physiker und Geschäftsführer des Online-Portals „Wellness Heaven“.

Zunächst folgte Keilmann seiner Berufung zum
Physiker und legte den Grundstein zu einer
glänzenden Wissenschaftskarriere: Physikstudium an
der LMU München, Master an der Universität
Cambridge, Diplom an der École Normale
Supérieure Paris – und das alles nicht einmal in vier
Jahren, von 1999 bis 2003. Nach einem Abstecher zu
McKinsey forschte er am Max-Planck-Institut für
Quantenoptik in Garching bei Nobelpreisträger
Theodor Hänsch und wurde mit „summa cum laude“
promoviert. Mehrere renommierte Stipendien
(Studienstiftung des deutschen Volkes, Deutscher
Akademischer Austauschdienst, Max Planck Gesellschaft, Cambridge European Trust) unterstützten ihn auf dieser Laufbahn. Schließlich wurde er an der LMU München zum Akademischen Rat ernannt, wobei er sich zwei Jahre lang seinen Forschungsprojekten in Theoretischer Physik widmete.
Doch verließ er den abgesicherten Weg einer Stelle auf Lebenszeit und verwirklichte mit der Gründung von Wellness Heaven seinen eigentlichen Lebenstraum.

Bereits mit 16 Jahren hatte er seine erste Website programmiert und während des Studiums mehrere Internet-Portale gegründet. Aus dieser Passion entstand in Verbindung mit einer intensiven Reiseleidenschaft die Geschäftsidee von Wellness Heaven. 2006 gründete Keilmann dieses Online-Portal, das sich im Laufe der Jahre zu einem florierenden Unternehmen entwickelt hat: Es ist der objektiven und transparenten Beurteilung von Wellness-Spitzenhotels verpflichtet und
beschäftigt inzwischen 18 Hoteltester. Tassilo Keilmann selbst hat bereits 218 Wellnesshotels getestet und dabei 374 Massagen beurteilt.

Heute ist Wellness Heaven www.wellness-heaven.de der führende Wellness Guide im deutschsprachigen Raum, der jährlich 12 Millionen Mal aufgerufen wird und 2,49 Millionen Unique Visits vorweisen kann. Im Fokus der Website stehen Hotels in Deutschland, Österreich, Italien und auf den Malediven.

Oster Essen

Fisch am Karfreitag, aber kein Lamm zu Ostern – Umfrage: Während Fisch am Karfreitag relativ häufig ist, kommt Lammbraten an Ostern nur selten auf den Tisch

Traditionelle Ostergerichte sind weniger beliebt als vielfach angenommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Gesundheitsmagazins „Apotheken Umschau“. Am häufigsten gibt es noch Fisch am Karfreitag. Dieser ist bei der Hälfte der Befragten (49,5 Prozent) – im überwiegend katholischen Bayern sogar bei etwas mehr als drei Viertel (76,6 Prozent) – fester Bestandteil des österlichen Speiseplans.

Anders sieht es beim „Osterlamm“ aus: In Form von Kuchen bäckt es zu Ostern laut eigener Aussage traditionell immerhin etwa jeder Fünfte (21,3 Prozent). Als Fleisch kommt es deutlich weniger häufig auf den Tisch. Lediglich etwas mehr als jeder Zehnte (11,9 Prozent) erklärt, dass es zu Ostern „meist“ Lammbraten zum Essen gibt.

Das Ende der Fastenzeit führt der aktuellen Erhebung zufolge auch längst nicht bei jedem zu Ess-Exzessen: Dass an den Osterfeiertagen so richtig geschlemmt wird, ohne auf Kalorien, Fett oder Cholesterin zu achten, erklären nur etwas mehr als vier von zehn (42,4 Prozent) der Befragten.

Pizza auf Platz 1

Pizza auf Platz 1, Sushi & Co. auf dem Vormarsch

Eine Auswertung der knapp 9 Millionen bislang getätigten Bestellungen von Lieferheld-Kunden belegt, dass Pizza Deutschlands beliebtestes Lieferessen ist. Konkurrenz kommt aber von der asiatischen Küche, die weiter an Popularität gewinnt. Deutsche Küche landet abgeschlagen auf dem letzten Platz.

Bei 28% aller Bestellungen wird Pizza gewünscht, dies hievt den runden Teigfladen auf den ersten Platz der Beliebtheitsskala in Deutschland. Umgekehrt bedeutet dies aber auch: 72% haben andere Vorlieben als Margherita, Tonno oder Quattro Stagioni. Insofern sollte die vereinfachende Berufsbezeichnung „Pizzabote“ eigentlich der Vergangenheit angehören. Besonders stark ist mittlerweile asiatische Küche gefragt: Addiert man die getrennt ausgewerteten Sushi-Bestellungen zur restlichen asiatischen Küche zu, kommt man auf einen stattlichen Anteil von 21% für die Asia-Fans. Indisch, Amerikanisch (Burger), Griechisch und Türkisch sind zwar auch beliebt, können aber mit italienischer und asiatischer Küche nicht mithalten. Ganz zu schweigen von Schnitzel, Kohlroulade & Co.: Deutsche Küche wird mit einem Anteil knapp unter 1% äußerst selten bestellt.

Den Asiaten kommt der Mega-Trend „Gesunde Ernährung“ zugute, denn die fernöstliche Küche gilt als leicht und bekömmlich. Genau danach verlangen die Konsumenten: Nach einer Forsa-Umfrage geben aktuell 74% der deutschen Frauen an, sich immer oder überwiegend gesund zu ernähren. Dies gilt ebenfalls für immerhin 52% der deutschen Männer. Und der Markt reagiert entsprechend. Ernährungsbewusste Menschen finden mittlerweile ein immer breiteres Angebot an Speisen, ob vegetarisch, vegan oder leichte Kost. Dieser Trend macht auch beim Lieferessen nicht halt, insbesondere in Großstädten schießen Angebote für gesundes Essen, das nach Hause kommt, aus dem Boden.

Gesunde Ernährung ist zwar der große Trend, aber (noch) nicht das Maß aller Dinge: Laut Forsa geben 45% der Deutschen an, bei der Essensauswahl zu allererst nach dem Kriterium „Geschmack“ zu entscheiden, für nur 35% genießt die „Gesundheit“ Priorität.