Lebensmittelkennzeichnung

Vom Farbstoff über Konservierungsstoffe bis hin zu Geschmacksverstärkern hat das Rätselraten über Inhaltsstoffe bei Bestellungen von in Lebensmitteln im Internet künftig ein Ende: Seit dem 13. Dezember müssen verpackte Lebensmittel in den Ländern der Europäischen Union (EU) besser gekennzeichnet werden. Dies gilt für die Waren in Läden, aber auch für Lebensmittelprodukte, die übers Internet EU-weit feilgeboten werden: Die Pflichthinweise im Internetshop müssen vor einer verbindlichen Bestellung – also bereits bei der Warenpräsentation – deutlich sichtbar sein. Auch alle anderen von der EU vorgeschriebenen Informationen sind stets gut lesbar zu platzieren. „Einzige Ausnahme ist das Mindesthaltbarkeitsdatum, das auch künftig beim Internetkauf fehlen darf“, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Verbraucher müssen sich jedoch beim Einkaufen und Bestellen in virtuellen Lebensmittelläden zum Teil noch gedulden. Die neuen Vorschriften werden schrittweise umgesetzt: Für Fleisch tritt eine neue Herkunftskennzeichnung erst April nächsten Jahres in Kraft. Andere Regeln bei der Nähwertkennzeichnung gelten erst in zwei Jahren. Die Verbraucherzentrale NRW skizziert die wichtigsten Deklarationspflichten für Lebensmittel im Online-Handel:

Exakte Produktbezeichnung: Die Ära bloßer Fantasienamen ist passé. Künftig muss ein Lebensmittel mit seiner verkehrsüblichen Bezeichnung und nicht mit einem werbewirksam kreierten Namen im Internet genannt werden. Kunden erfahren dann, dass sich hinter einem „Erdbeertraum“ ein Milchmischgetränk aus Magermilch mit Erdbeergeschmack verbirgt oder dass es sich bei einer „NRW-Torte“ um eine Sahne-Mandel-Biskuittorte mit Landesemblem handelt.

Zutatenliste und Zusatzstoffe: Künftig ist bei verarbeiteten Lebensmitteln auch ein Zutatenverzeichnis Pflicht, das über die Zusammensetzung des Produkts informiert. Hierbei müssen die verwendeten Zutaten klar benannt werden. Statt der ungenauen Bezeichnung „mit Farbstoff“ muss ein solcher Zusatz exakt mit „E 100“ oder „Kurkumin“ gekennzeichnet werden. Auch Warnhinweise bei der Verwendung von Azofarbstoffen, erhöhten Koffeingehalten oder Süßungsmitteln, die bei übermäßigem Verzehr abführend wirken können, dürfen künftig nicht fehlen.

Allergene und Nano-Material: Auch die 14 Stoffe, die am häufigsten allergische Reaktionen hervorrufen können, müssen künftig bei verpackten Lebensmitteln in der Zutatenliste besonders – also farblich, fett oder kursiv – hervorgehoben werden. Wie über Allergene in loser Ware genau informiert werden muss, ist derzeit noch offen und wird von den einzelnen Mitgliedstaaten im Detail geregelt. Zutaten, die in Form von technisch hergestellten Nanomaterialien verwendet werden, müssen mit dem Zusatz „Nano“ verbindlich gekennzeichnet sein.

Kalorien- und Nähwertangaben: Hersteller bleibt noch bis Mitte Dezember 2016 Zeit, um Kaloriengehalt und die sechs Nährstoffe: Fett, gesättigte Fettsäuren, Kohlenhydrate, Zucker, Eiweiß und Salz zur besseren Orientierung der Kunden verbindlich in einer übersichtlichen Tabelle anzugeben – und zwar immer auf 100 Gramm oder 100 Milliliter bezogen. Händler, die diese Angaben freiwillig liefern, müssen allerdings dann schon ab Januar die genannten Nährwerte angeben und somit etwa den Salzgehalt statt wie bisher die Natriummenge nennen. Dies erspart Verbrauchern künftig umständliches Umrechnen.

Alkoholische Getränke und Energy-Drinks: Der Alkoholgehalt bei Bier, Wein oder Mixgetränken muss ab 1,2 Volumenprozent auf der Verpackung beziehungsweise bei dem Produkt im Internet angegeben werden. Zur Orientierung: Bier hat ungefähr einen Alkoholgehalt von fünf Prozent, Wein etwa 12 Prozent und Spirituosen um 40 Prozent. Zudem sind bei Energy-Drinks die Warnhinweise zum erhöhten Koffeingehalt sowie der Hinweis, dass die Powergetränke nicht für Kinder, schwangere und stillende Frauen geeignet sind, künftig ebenfalls Pflicht.

Ausnahme Mindesthaltbarkeitsdatum: Einziger Unterschied zum stationären Handel ist, dass die Angabe des Mindesthaltbarkeits- und des Verbrauchsdatums beim Onlinehandel nicht vorgeschrieben sind. Hilfreich ist jedoch, wenn der Online-Händler freiwillig kundtut, wie lange seine Lebensmittel bei Anlieferung mindestens haltbar ist. Verbraucher sollten stets vorsichtig sein, wenn diese Informationen bei empfindlicher Ware fehlen.

Worauf Verbraucher beim Online-Kauf von Lebensmittel achten sollten, zeigt eine interaktive Grafik der Verbraucherzentrale NRW im Internet unter www.vz-nrw.de/lebensmittelshop.

Was sich 2013 ändert

Verbindliche Höchstmengen und neue Kennzeichnungsregelungen für Energy-Drinks

Am 2. Juni 2013 tritt die Zweite Verordnung zur Änderung der Fruchtsaftverordnung und anderer lebensmittelrechtlicher Vorschriften in Kraft. Die Verordnung legt verbindliche Höchstmengen für die in Energy-Drinks verwendeten Stoffe Koffein, Taurin, Inosit und Glucuronolacton fest. Damit wird die Ausnahmeregelung abgelöst, nach der Hersteller für Getränke mit diesen Inhaltsstoffen bisher eine Genehmigung für jedes Produkt beantragen mussten. Die neue Verordnung sorgt für mehr Klarheit und Rechtssicherheit, was den Zusatz dieser Stoffe betrifft. Die einheitlichen Höchstmengen, die für alle diese Getränke gleichermaßen gelten, tragen zu einem verbesserten gesundheitlichen Verbraucherschutz bei. Die Höchstmengen entsprechen denen, die bisher durch die Ausnahmeregelungen nach dem Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch festgelegt sind. Neu geregelt wird außerdem die Kennzeichnung von Energy-Drinks: Mussten bisher nur verpackte Energy-Drinks mit der Angabe „erhöhter Koffeingehalt“, gefolgt von der Angabe der Koffeinmenge in Milligramm pro 100 Milliliter, gekennzeichnet werden, gilt diese Kennzeichnungspflicht nun auch für „lose“ abgegebene koffeinhaltige Erfrischungsgetränke. Darunter sind Getränke zu verstehen, die beispielsweise in Gaststätten oder Diskotheken im Glas an Gäste abgegeben werden. Die Angabe wird zum Beispiel in der Getränkekarte oder mit einem Aushang erfolgen.

Neue Regelungen für Farbstoffe in Lebensmitteln

Ab 1. Juni 2013 gelten neue Regelungen für die Lebensmittelfarbstoffe Chinolingelb (E 104), Gelborange S (E 110) und Cochenillerot A (Ponceau 4R – E 124). Sie schränken die Verwendungsmöglichkeiten der Stoffe bei der Herstellung von Lebensmitteln stark ein. Nachdem die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA die Stoffe neu bewertet hatte, wurden die bisherigen Zulassungen revidiert, um sicherstellen zu können, dass die Stoffe nur in gesundheitlich unbedenklichen Mengen aufgenommen werden. Bereits seit dem 20. Juli 2010 müssen diese Farbstoffe durch einen besonderen Hinweis – „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“ – gekennzeichnet werden.

Positivliste für Aromastoffe in Lebensmitteln

Ab 22. April 2013 gilt eine EU-weite Positivliste für Aromastoffe, die in Lebensmitteln verwendet werden dürfen. Aromastoffe, die nicht auf der Liste stehen, dürfen nach einer Übergangsfrist von 18 Monaten nicht mehr verwendet werden. Unter Aromastoffen versteht man Stoffe mit Geschmack und/oder Geruch gebenden Eigenschaften, die zur Herstellung von Aromen eingesetzt werden. Rechtsgrundlage für die Positivliste mit über 2100 zulässigen Aromastoffen ist die EU-Verordnung (EG) Nr. 1334/2008. Für weitere rund 400 Aromastoffe fehlt noch die abschließende Bewertung durch die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA. Diese Stoffe gelten seit langem als gesundheitlich unbedenklich und dürfen bis zur abschließenden Bewertung vorläufig weiter verwendet werden.

Michelin startet Webseite

Als Suchmaschine, bei der Mehrfachkriterien erfasst werden können, ermöglichen es die neue Internetsite http://restaurant.michelin.de und die dazugehörige mobile Anwendung Internet- und Smartphone-Benutzern, Restaurants in allen Geschmacksrichtungen und Preisklassen auszuwählen und auch ihre Bewertung einzustellen. MICHELIN Restaurants bietet außerdem allen Gastronomen die Chance, sich im Internet und in der mobilen Applikation umfassend vorzustellen und somit Sichtbarkeit und Bekanntheitsgrad auszubauen.

Michelin setzt weiter auf die Strategie, seine digitalen Angebote auszubauen, und startet in Deutschland seinen neuen Online-Service MICHELIN Restaurants. Damit möchte das Unternehmen den Bedürfnissen und neuen Gewohnheiten der Verbraucher gerecht werden und gleichzeitig einen hohen Qualitätsstandard bieten. MICHELIN Restaurants ist sowohl als Internetsite als auch in Form einer App für Apple und Smartphones mit dem Betriebssystem Android verfügbar. Beim Start des Dienstes steht den Nutzern eine umfangreiche Auswahl von über 5.000 Adressen in ganz Deutschland zur Verfügung: Häuser für jeden Geldbeutel, jeden Geschmack und jeden Anlass. Die Suchmaschine ermöglicht die Erfassung unterschiedlicher Kriterien wie Anschrift, Küchenrichtung, Budget oder Stichwörter und ist damit sehr umfassend. Hinzu kommen ausführliche Beschreibungen jedes Restaurants, ein Magazin und ein Newsletter.

Empfehlungen des Guide MICHELIN klar durch Siegel gekennzeichnet: „Guide MICHELIN – getestet und empfohlen“
Die über 2.000 Empfehlungen der Inspektoren des Guide MICHELIN sind damit eindeutig gekennzeichnet. Internet- und Smartphone-User erfahren in der Rubrik „Kommentar der Michelin Inspektoren“ Wissenswertes, das von echten Profis zusammengetragen wurde. Die Empfehlungen des Guide MICHELIN werden auch in Zukunft das Ergebnis der Basisarbeit der Michelin Inspektoren sein, die im Unternehmen fest angestellt sind, anonym in den Restaurants speisen und stets ihre Rechnung bezahlen. Die Empfehlungen des Guide MICHELIN, der seit über einem Jahrhundert unabhängig ist, werden weiter bestehen und auch künftig eine zuverlässige Referenz für Restaurantbesucher und Reisende sein.

Nutzerbewertungen werden mit großer Sorgfalt behandelt
Mit dem Angebot, selbst Bewertungen abgeben zu können, erfüllt Michelin eine hohe Erwartung der Benutzer. Das Unternehmen legt dabei Wert auf seriöse Kommentare, die von entsprechenden Argumenten gestützt werden. Hierzu müssen sich die Benutzer vorher anmelden und in ihrem Kommentar das Datum des Tages angeben, an dem sie das bewertete Restaurant besucht haben. Bevor die Bewertungen freigegeben und online veröffentlicht werden, werden sie von Michelin gesichtet: Diskriminierende und verleumdende Kommentare werden so ausgeschlossen.

Umfangreiches Angebot für Gastronomen: kostenloser Basiseintrag und kostenpflichtiges Premiumpaket
Mit der Nutzung des Gratisangebots von MICHELIN Restaurants profitieren Gastronomen von der umfassenden Erfahrung von Michelin im Internet und bei Mobilanwendungen, um ihr Restaurant zu bewerben. Mit dem Premiumpaket für 69 Euro zzgl. MwSt. im Monat haben sie zudem die Möglichkeit, mehr Inhalte (Beschreibungen, Fotogalerien, Speisekarten, Grußwort des Küchenchefs usw.) über ihr Lokal einzustellen, ihr Haus prominenter darzustellen und ihren Bekanntheitsgrad zu steigern und somit neue Kunden zu werben.

Glutamat

Der Trick mit dem Glutamat: Verbraucher werden bei der Kennzeichnung oft getäuscht – „Glutamatfrei“ heißt nicht, dass Fertigessen ohne Geschmacksverstärker ist – Kein Produkt, das „ohne Glutamatzusatz“ gekennzeichnet war, war frei von geschmacksverstärkenden Stoffen

Tütensuppe oder Fertiggerichte „frei von Geschmacksverstärkern“ verspricht oft die Werbung. Aber: Im Essen sind dann meist Zutaten enthalten mit geschmacksverstärkender Wirkung, zum Beispiel Hefeextrakt. „Wenn auf der Verpackung ‚ohne zugesetztes Glutamat‘ steht, ist das zwar richtig. Aber eigentlich tricksen die Produzenten und täuschen damit die Konsumenten“, sagt AK Konsumentenschützer Heinz Schöffl im Gourmet Report Gespräch. Eine AK Analyse von 26 Produkten zeigt: „Ohne Zusatz von Geschmacksverstärkern“ heißt nicht glutamatfrei. Positiv: Wird Hefeextrakt als glutamathältige Zutat verwendet, ist die Menge an Glutamat meist niedriger als bei direkt zugesetztem Glutamat. Die AK will mehr Klarheit bei der Kennzeichnung.

Glutamat als geschmacksverstärkender Zusatzstoff ist in sehr vielen verarbeiteten Produkten enthalten. „Es verleiht den Lebensmitteln eine deutlich würzige Note, wird aber aufgrund der so häufigen Verwendung in der Lebensmittelindustrie von vielen Konsumeinen sehr kritisch beurteilt“, weiß Schöffl von Verbrauchern, obwohl Glutamat gut erforscht ist und als unbedenklich gilt.

Die AK hat 26 Produkte wie Wurst, Snacks (Chips, Erdnusslocken), Tiefkühlpizza, Packerlsuppe oder Fertiggerichte von der Lebensmittelversuchsanstalt Klosterneuburg auf den Glutamatgehalt prüfen lassen. Einerseits ging es um Produkte, bei denen Glutamat als Zusatzstoff zugesetzt war. Anderseits waren es Produkte, die mit Hefeextrakt produziert wurden. Es wurde dabei ermittelt, mit wie viel Glutamat Verbraucher in diesen Produkten zu rechnen haben. Das Ergebnis zeigt: Kein Produkt, das „ohne Glutamatzusatz“ gekennzeichnet war, war frei von geschmacksverstärkenden Stoffen, weil es zum Beispiel Hefeextrakt enthält. „Viele Konsumenten rechnen gar nicht damit, dass Hefeextrakt eine glutamathältige Zutat ist“, betont Schöffl.
Gourmet Report meint: „Wenn Verbraucher das wüssten, würden sie vermutlich eine Hefeextrakt Allergie entwickeln.“

Wird beispielsweise Hefeextrakt in den Produkten verwendet, ist der Gehalt an Glutamat niedriger, als wenn Glutamat als Zusatzstoff verwendet wird. Ein Beispiel: Ist in einem Teller Tütensuppe Glutamat drinnen, sind es 0,5 Gramm. Ist Hefeextrakt enthalten, sind es nur 0,026 Gramm. Dafür aber Hefeextrakt.

Es braucht bei der Kennzeichnung mehr Transparenz, verlangt die AK. Werden glutamathältige Stoffe wie Hefeextrakt verwendet, sollen Hersteller das nicht „verschleiern“. Denn Angaben wie „ohne geschmacksverstärkende Zusatzstoffe“, „ohne Glutamatzusatz“ oder „ohne künstliche Geschmacksverstärker“ sind missverständlich, da sich Verbraucher häufig ein völlig glutamatfreies Produkt erwarten.
Gourmet Report meint: Einfach keine Fertiggerichte mehr kaufen, dann gibt’s auch keine Probleme mit irgendetwas. Glutamat dürfte das kleinste aller Probleme in Fertiggerichten sein. Hier noch ein alter Artikel zur Ungefährlichkeit von Glutamat: www.kochmesser.de/component/name,Freispruch-fuer-Glutamat/option,com_gourmet/task,article/id,6296

SERVICE: Die Erhebung Glutamat in Lebensmitteln unter www.arbeiterkammer.at

Neulich wollte eine sehr ernährungsbewusste Freundin zu meiner Verblüffung keine Kaktusfeige (so eine Art Fertiggericht der Natur) mehr essen, weil ich ihr die Inhaltsstoffe mitteilte: u.a. Flavonole, Alpha-Tokopherol, Phyllochinon, Pantothensäure, Pyridoxin, Riboflavin, Betanin, Indicaxanthin und der Hammer: E 162 ist auch dabei!

Reisen mit Tieren

Ausweispflicht für Hund und Katz im Ausland – ADAC: Rechtzeitig an Impfungen denken

Wer mit seinem Haustier verreisen möchte, muss eine Reihe von Vorschriften beachten. Denn innerhalb und außerhalb der EU gibt es unterschiedliche Einreisebestimmungen für Tiere. Der ADAC empfiehlt Reisenden,

sich rechtzeitig über die unterschiedlichen Vorschriften zu informieren und mindestens einen Monat vor der Abreise an die obligatorischen Impfungen beim Tierarzt zu denken. Alle Besonderheiten zum Thema Grenzpapiere für Tiere hat der ADAC in einer Grafik zusammengestellt.

Innerhalb der EU müssen Vierbeiner eindeutig gekennzeichnet sein. Dazu ist seit dem 3. Juli 2011 ein Mikrochip Pflicht. Bei Tieren, die vorher gekennzeichnet wurden, wird auch die noch gut lesbare Tätowierung anerkannt. Außerdem sind ein EU-Heimtierausweis und eine Tollwut-Schutzimpfung vorgeschrieben. In Finnland, Großbritannien, Irland und Malta ist zusätzlich eine Behandlung gegen Bandwürmer vorgeschrieben. Durch diese Maßnahmen soll verhindert werden, dass die Tiere Krankheiten einschleppen oder verbreiten.

Der EU-Heimtierausweis wird vom Tierarzt ausgestellt. Neben Angaben zum Tier und seinem Besitzer ist darin der tierärztliche Nachweis über die gültige Tollwut-Impfung enthalten. Für deutsche Haustiere bedeutet dies, dass die Erstimpfung mindestens 21 Tage vor Grenzübertritt durchgeführt worden sein muss. Bei regelmäßigen Nachimpfungen entfällt diese Frist.

Bei der Einreise in Nicht-EU-Länder gelten länderspezifische Besonderheiten, die vor der Abreise zu erfragen sind. Für die Schweiz und Liechtenstein genügt jedoch der EU-Heimtierausweis mit Mikrochip und eingetragener Tollwutimpfung.

Bei der Wiedereinreise aus Ländern mit EU-gleichgestelltem Tollwutstatus wie zum Beispiel Norwegen, Schweiz, Liechtenstein, Kroatien, Australien, USA und Kanada gelten die gleichen Bestimmungen wie innerhalb der EU.

Wer aus Ländern ohne gleichgestelltem Tollwutstatus wieder in die EU einreisen möchte, muss noch vor der Abreise in Deutschland einen Tollwut-Antikörpertest bei seinem Tier durchführen lassen. Dieser darf frühestens 30 Tage nach der Impfung stattfinden. Das gilt für Länder wie Kosovo, Mazedonien, Albanien, Montenegro, Serbien, Türkei, Ägypten, Marokko oder Tunesien.

Der ADAC weist Hundebesitzer darauf hin, dass in einigen Ländern zusätzlich für Hunde Leinenpflicht und teilweise auch Maulkorbzwang besteht.

Weitere Information finden Sie unter http://www.presse.adac.de

Fischerzeugnisse: Seit 2012 oft in Latein

Seit dem 1. Januar 2012 ist die Kennzeichnung von Fischerzeugnissen neu geregelt. Viele Produkte müssen sowohl mit dem deutschen als auch mit dem lateinischen Namen ausgezeichnet werden, meldet das Fisch-Informationszentrum (FIZ).

Das gilt beispielsweise für Fisch an der Frischfischtheke, Räucherfisch und viele Tiefkühlprodukte.
Der Hinweis kann auf dem Preisschild, aber auch auf Plakaten oder Postern stehen. Theragra chalcogramma ist beispielsweise der Alaska-Seelachs, Salmo salar der Lachs und Clupea harengus der Hering. In einigen Fällen endet der wissenschaftliche Name mit dem Kürzel „spec.“ (Mehrzahl: „spp.“) für Art beziehungsweise Spezies. So ist Gadus spp. ein Fisch der Gattung Kabeljau, die Art ist aber nicht genau benannt. Wer es genau wissen will, fragt nach, ob es sich etwa um einen Atlantischen Kabeljau (Gadus morhua) oder Pazifischen Kabeljau (Gadus macrocephalus) handelt.

Das Jahr 2012 bringt noch weitere Änderungen mit sich: So müssen beispielsweise Tiefkühlprodukte, die vor dem Verkauf aufgetaut und als frische Ware an der Bedientheke gehandelt werden, ab sofort mit dem Hinweis „aufgetaut“ gekennzeichnet sein. Das gilt aber nicht für roh verzehrte Fischereierzeugnisse und solche, die nach dem Auftauen geräuchert, gesalzen, gegart oder mariniert wurden.
Heike Kreutz, www.aid.de

Horst Lichter

Seine Karriere als TV-Koch begann er beim WDR. Inzwischen ist Horst Lichter Deutschlands lustigster Fernsehkoch. Zu seinem 50. Geburtstag zeichnen die Autoren Gisbert Baltes und Uwe Knak ein Porträt der Frohnatur aus dem rheinischen Rommerskirchen.

„Wer Spaß machen will, braucht auch eine ernste Seite“ – sagt Lichter über seine zwei Leben, die von schweren Schicksalsschlägen gekennzeichnet sind. Erst stirbt seine Tochter, er selber entkommt gleich zweimal nur knapp dem Tode. Nach zwei gescheiterten Ehen beginnt Lichter sein Leben so zu ändern, „das es wirklich ein Leben wurde“.

Der Film zeigt, wie er sich von Rommerskirchen und seiner „Oldiethek“ mit samt seinem Restaurant trennt und im Schwarzwald ein neues Leben anfängt. Die Kamera zeigt ihn hinter den Kulissen der TV-Show „Lafer, Lichter, Lecker!“ – und begleitet Horst Lichter auch zu den wichtigsten Stationen seines Lebens, u.a. in den Braunkohletageabbau und auf einen Schrottplatz, wo er einst hart arbeiten musste.

Promis und Weggefährten erzählen, warum sie Lichter so mögen, Mutter Margret schildert Lichters Kindheit und seine Frau Nada erzählt von dem Hobbys Autos und Motorrädern ihres „großen Kindes“. Lichter selbst nimmt vor der Kamera kein Blatt vor den Mund. Neben den ernsten Seiten bietet der Film auch viel zum Lachen: die Höhepunkte aus Lichters Solo-Bühnenprogramm „Kann denn Butter Sünde sein?“ sowie zahlreiche TV-Ausschnitte von seinen lustigsten Begegnungen mit Thomas Gottschalk bis Reinhold Messner. „Horst Lichter – Die zwei Leben“ – das Porträt über den Komiker in der Küche.

WDR, Freitag, heute, 21:00 – 21:45 Uhr (VPS )

Nano-Lebensmittel müssen künftig gekennzeichnet werden

Beschluss des EU-Parlaments zur Kennzeichnung von Nano-Lebensmitteln ist ein Anfang. Aigner und Röttgen müssen Nano-Datenbank einrichten

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßte die heute vom EU-Parlament verabschiedete Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel, die Nano-Materialien enthalten. „Wenn ab Herbst 2014 auf Verpackungen die Bezeichnung `nano` steht, können Verbraucher endlich selbst entscheiden, ob sie Lebensmittel, die Nano-Teilchen enthalten, kaufen wollen oder nicht“, sagte Jurek Vengels, Nano-Experte des BUND. „Das EU-Parlament hat erneut einen wichtigen Schritt hin zu mehr Transparenz und Verbraucherschutz im Lebensmittelbereich getan“, so Vengels.

Nano-Materialien werden als Rieselhilfen in Lebensmitteln wie Salz oder Brühe oder zur Verkapselung von Wirkstoffen in Konservierungsmitteln, Farbstoffen und Vitaminen verwendet. Um die Haltbarkeit von Lebensmitteln zu verlängern, werden winzige Nano-Partikel auch als UV-Filter in Verpackungsmaterialien und für antibakteriell wirkende Beschichtungen eingesetzt. Bekannt ist, dass Nano-Materialien im Vergleich zu größeren Partikeln oftmals veränderte Eigenschaften aufweisen. Mögliche Risiken bei Aufnahme der winzigen Teilchen über den Magen-Darm-Trakt sind bisher jedoch kaum erforscht.

Nach Kosmetika sind Lebensmittel die zweite Produktgruppe, bei der künftig gekennzeichnet werden muss, ob sie Nano-Materialien enthalten. „In vielen anderen Produkten wie Reinigungsmitteln, Baumaterialien oder Kleidung können Nano-Materialien jedoch weiterhin eingesetzt werden, ohne dass der Verbraucher es weiß“, kritisierte Vengels.

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner und Umweltminister Norbert Röttgen müssten die Einrichtung einer öffentlich zugänglichen Datenbank veranlassen, die sichtbar mache, in welchen Produkten Nano-Materialien enthalten seien. Röttgen habe sich zwar für ein solches Register ausgesprochen, passiert sei bisher jedoch nichts. In Frankreich und Belgien werde die Einrichtung eines solchen Nano-Registers bereits diskutiert.

Eine vom BUND im Internet unter www.bund.net/nanodatenbank eingerichtete Nano-Datenbank informiert über Nano-Partikel in über 600 Produkten.

KLM: Das Reisen in der Business-Klasse

KLM Royal Dutch Airlines hat 1974 als erste Fluggesellschaft überhaupt einen Extra Service für Economy-Vollzahler eingeführt: FFF („Full Fare Facilities“) als Vorläufer der Business-Klasse. Die Gäste konnten an separaten Schaltern einchecken, ihr Gepäck wurde bevorzugt abgefertigt und sie erhielten mehr Service an Bord. FFF-Passagiere erkannte man leicht an den gelben Punkten auf ihren Tickets und Bordkarten, auch ihre Sitze waren entsprechend gekennzeichnet. 1952 führte KLM die Serviceklassen Tourist und First auf Flügen nach New York und Montreal ein – mit unterschiedlichem Fluggerät: Für die Tourist Class wurde die Lockheed Super Constellation mit 81 Sitzen eingesetzt, für die First Class die DC-6B mit einigen Betten und Schlafsesseln. Nach 1958 löste dann die preisgünstigere Economy-Klasse die Tourist Class ab und 1960 gab es erstmals eine Zweiklassen-Konfiguration mit First und Economy Class in der neuen, vierstrahligen DC 8-32.

www.klm.de