ÖKO-TEST Obstsalate zum Mitnehmen

Keime und Schimmelpilze to go

Sind Obstsalate zum Mitnehmen praktische Vitaminbomben oder eklige Keimschleudern? Dieser Frage ist das ÖKO-TEST-Magazin in der aktuellen März-Ausgabe nachgegangen. Das Resümee: Obst to go enthält weniger Vitamine, ist teilweise vergammelt und dreimal so teuer wie selbst gemachter Obstsalat.

Die aktuelle Untersuchung des ÖKO-TEST-Magazins zeigt, dass viele fertig gekaufte Obstsalate nicht zu empfehlen sind. Einige Produkte im Test waren so verdorben, dass die geschulten Sensoriker sie gar nicht mehr probieren wollten. Zudem sind viele auch wahre Keimschleudern: Mit Ausnahme von einem Produkt überschritt jede Marke zumindest einen Richtwert der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) für Hefen und Schimmelpilze. Bei den Enterobakterien – das sind Keime, die bei empfindlichen Personengruppen zu Magen-Darm-Beschwerden führen können – hat das Labor in manchen Proben sogar Werte über dem Warnwert der DGHM gemessen.

Das Verbrauchermagazin hat zudem den Gehalt an Vitamin C messen lassen. Denn Obst verliert, nachdem es aufgeschnitten wird, Vitamine. Es zeigte sich, dass viele Proben nicht mehr frisch sind. Viel Flüssigkeit im Becher ist ebenso ein Zeichen für mangelnde Frische.

ÖKO-TEST empfiehlt, die Obstsalate besser selber zu machen. Denn die sind nicht nur frischer und gesünder, sondern auch erheblich billiger: Die Produkte to go kosten das Doppelte bis Dreifache.

Das ÖKO-TEST-Magazin März 2016 gibt es im Zeitschriftenhandel.

Nahrungsergänzungsmittel

Immer mehr Menschen nehmen ergänzend zur täglichen Nahrung Vitamin- und Mineralstoffpräparate ein. Grundsätzlich sind sie sich möglicher Risiken bewusst, hat eine Studie der Leibniz Universität Hannover gezeigt. Die Wissenschaftler hatten eine bundesweite Befragung von 1.070 Verwendern von Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) im Alter von 18 bis 93 Jahren durchgeführt. Sie prüften das Konsumverhalten und erkundigten sich nach den Motiven für die Einnahme. Zudem bestimmten sie die individuelle Nährstoffaufnahme aus NEM und bewerteten diese unter toxikologischen Aspekten.

Nach Schätzungen nehmen 18 bis 60 Prozent der Erwachsenen in Deutschland regelmäßig Nährstoffsupplemente ein. Die meisten (80 %) nannten gesundheitliche Gründe für den Konsum. 86 Prozent gaben an, die Packungshinweise und die Dosierung zu berücksichtigen. 93 Prozent waren sich möglicher Risiken bei einer langfristig erhöhten Zufuhr bewusst. Bei den Mineralstoffen nahmen die Befragten am häufigsten Magnesiumpräparate zu sich (59 %), gefolgt von Kalzium (37 %), Zink (34 %) und Selen (23 %). Bei den Vitaminen hatte Vitamin C den höchsten Stellenwert (53 %), gefolgt von Vitamin E (45 %) und den meist gemeinsam eingenommenen Vitaminen B6, B12 und Folsäure (44 %).

Nach den Modellrechnungen führt die Einnahme von Nährstoffpräparaten in der Regel nicht zu einer übermäßigen Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen. Bei Vitamin A, Folsäure, Kalzium und Zink gab es in Einzelfällen Überschreitungen der Obergrenze für eine sichere Gesamtaufnahme (Tolerable Upper Intake Level, UL). Bei Magnesium dagegen erreichten oder überschritten mehr als 22 Prozent der Personen, den UL-Wert von 250 mg pro Tag. Mögliche Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Beschwerden und Durchfall.
Heike Kreutz, www.aid.de

Kümmel tut dem Magen gut

Kümmel darf im Gewürzregal und in der Hausapotheke nicht fehlen. Der „Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ an der Universität Würzburg hat den Wiesenkümmel zur Arzneipflanze des Jahres 2016 gewählt. Denn er wird in der Naturmedizin bei Magen-Darm-Beschwerden und bei Völlegefühl eingesetzt. Kümmel fördert die Magensaftsekretion und die Durchblutung der Magen- und Darmschleimhaut. Vor allem aber vertreibt die Heilpflanze Blähungen, wirkt krampflösend und hemmt das Wachstum schädlicher Keime. Linderung bei Reizdarmsyndrom schafft Kümmelöl. Rein äußerlich wird es im Säuglings- und Kleinkindalter bei Blähungen angewandt. Das reine Kümmelöl wird durch Wasserdampfdestillation aus den getrockneten Früchten gewonnen. Die klare, farblose bis gelbe Flüssigkeit enthält 60 Prozent Carvon, Hauptwirkstoff des Kümmels.

Die Zubereitung der Kümmelfrüchte als Tee ist milder, aber auch schwächer wirksam. Es werden ein bis zwei Teelöffel Kümmelfrüchte in einem Mörser kurz angestoßen, damit das ätherische Öl austreten kann. Danach mit einer Tasse heißem Wasser übergießen und abgedeckt zehn Minuten ziehen lassen.

In der Küche ist das Gewürz weit verbreitet, auch wenn es nicht jeder mag. Kümmel hat ein leicht süßliches, an Anis erinnerndes Aroma mit einer gewissen Schärfe. Es verfeinert Gebäck, Brot, Sauerkraut, Kartoffel- und Kohlgerichte und macht deftige Eintöpfe bekömmlicher. Ein Klassiker ist Harzer Käse mit Zwiebelvinaigrette und Kümmel („Handkäs mit Musik“).

Der Echte Kümmel ( Carum carvi ), auch Wiesenkümmel genannt, ist eine zweijährige Pflanze aus der Familie der Doldenblüter. Sie wächst in gemäßigten Zonen Europas und Asiens wild auf Wiesen. Allerdings wird bei wenig Erfahrung vom Sammeln abgeraten, da der Kümmel giftigen Doldenblütern wie der Hundspetersilie und dem Wiesenschierling zum Verwechseln ähnlich sieht. Hauptanbaugebiete sind Südfrankreich, Holland, England, Mitteldeutschland, Schweden, Russland und Ägypten wird die Gewürzpflanze auch angebaut. Für medizinische Zwecke sind nur die Früchte interessant, die ätherisches Öl enthalten.
Heike Kreutz, www.aid.de

Warum macht Buttermilch schön?

Ob als Wellnessdrink, Maske oder Bad – Buttermilch ist in puncto Schönheit ein echtes Multitalent. Grund hierfür sind ihre wertvollen Bestandteile: Proteine, Milchfett und Vitamine beugen in ihrer Kombination dem Austrocknen der Haut vor. Die Nährstoffe versorgen, beruhigen und schützen vor Hautalterung. Besonders das Eiweiß unterstützt eine straffe, elastische Haut. Die Eiweißbausteine werden auch von der Körpermuskulatur benötigt, die wiederum Voraussetzung für ein jugendliches Auftreten ist. Gleichzeitig ist Buttermilch sehr figurfreundlich: Mit einem Fettanteil von höchstens einem Prozent ist sie kalorienarm.

Die vielen B-Vitamine begünstigen das Zellwachstum und wirken sich so positiv auf Haare, Nägel und Haut aus. Im Darm wirken Milchzucker und Milchsäurebakterien, die die Verdauung fördern und positiv auf die Darmflora wirken. Das kann das Immunsystem stärken und den Teint frischer aussehen lassen.

Tipp: Buttermilch schmeckt pur leicht erfrischend säuerlich. Das Beautygetränk ist auch in verschiedenen Geschmacksrichtungen erhältlich oder lässt sich mit pürierten Früchten oder Säften ganz einfach zu einem Shake verwandeln.

Gesund fasten

Wer sich etwas Gutes tun will, der fastet. Nicht nur, weil man dadurch Fett abbauen und den Stoffwechsel in Schwung bringen kann – auch giftige Stoffe, die sich abgelagert haben, können ausgeschieden werden. Der Darm regeneriert sich, und die Stimmung steigt. Fastende können sich richtig euphorisch fühlen. Wie das Fasten funktioniert, zeigt die folgende Übersicht.

Forscher bestätigen den Nutzen
Wissenschaftliche Erkenntnisse untermauern heute, was schon lange überliefert ist: Durch Fasten kann sich der Körper ganzheitlich regenerieren. Gleichzeitig kann man den ungesunden Seiten des modernen Lebensstils entgegenwirken und einen Impuls erhalten, mehr für die eigene Gesundheit zu tun. Der Körper erholt sich wieder von den Folgen einer ungesunden Ernährung mit Fast Food und zu viel Fett, Zucker und Zusatzstoffen. Es ist, als werde beim Computer der Reset-Knopf gedrückt – man bekommt eine Chance, sich durch den bewussten Verzicht auf das Essen von Überflüssigem und Belastendem zu befreien.

Verschiedene Kuren
Nicht jeder fastet gleich: Täglich nur Tee, Wasser oder Säfte trinken und Brühe schlürfen, das ist vor allem für üppigere, dabei aber gesunde Menschen geeignet. Und so gibt es je nach Konstitution die passende Kur, die oftmals auch von einem Therapeuten begleitet wird. Dies ist etwa bei der F.X. Mayr-Kur der Fall, bei der unter anderem festere Brötchen mit Milch gekaut werden. Hat man einen empfindlichen Magen, kann eine Trinkkur durch Haferschleim oder Ähnliches ergänzt werden. Es ist ebenfalls möglich, mit Molke zu fasten. Wer krank ist, sollte den Hausarzt um Rat fragen und mit ihm gemeinsam überlegen, ob und wenn ja wie am besten gefastet wird.

Darauf sollte man achten
Wer richtig vorbereitet ist und sich an bestimmte Regeln hält, kann wieder mehr Energie durch das Fasten gewinnen:
1. Peu à peu loslegen und erst einmal nur leicht Bekömmliches wie Reis und Gemüse essen.
2. Viel Flüssigkeit – bis zu drei Liter pro Tag – kurbelt die Ausscheidung über Niere und Darm an. Geeignet sind zum Beispiel Kräutertees, Wasser oder Gemüsebrühe.
3. Zigaretten, Kaffee und das Glas Wein zwischendurch sollten tabu sein.
4. Der Darm kann mit Hilfe eines natürlichen Passagesalzes wie F.X. Passage SL aus der Apotheke entlastet werden. Es wird in Wasser aufgelöst und fördert die Entleerung und Reinigung, die ein Gefühl von Leichtigkeit zur Folge haben.
5. Mehr als sonst zu schlafen und sich Ruhe zu gönnen, fördert die positiven Effekte der Fastenkur.
6. Auch beim Sport lieber entspannt joggen statt sich hektisch im Fitnessstudio zu überfordern.
7. Ein Saunabesuch, warme Duschbäder und ausgiebige Spaziergänge in der Natur machen den Körper wieder frisch und fit.
8. Feste Nahrung gut kauen – so lautet das Motto nach den Tagen des Verzichts.
9. Das Ende der Fastenkur sollte der Beginn einer neuen Art der Ernährung sein – jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen, auf gesunde Mischkost umzustellen.
10. Wie lange man das Fasten verträgt, das ist unterschiedlich und sollte mit dem Arzt besprochen werden. Wer gesund ist, kann rund eine Woche lang lediglich trinken.

Weniger essen statt völlig zu verzichten
Auch eine reduzierte Ernährung kann einen Effekt bringen, wenn Fasten nicht möglich oder erlaubt ist. Auf dem Speiseplan können Joghurt, Reis, gedünstetes Gemüse oder Haferschleim stehen. Wichtig ist es jedoch, den Darm zu reinigen, Belastendes zu meiden, sich zu bewegen und sich gut auf das Fasten vorzubereiten, indem man die Regeln beachtet.

www.heilfasten-tipps.de

Feste verdauen – Weihnachtsessen unter der Lupe

Das weihnachtlichen Festessen

Leider wirken sich die Genüsse oft auf die Verdauung aus: Magenzwicken, Verstopfung und allgemeines Völlegefühl stellen typische Folgen dar. „Zu große Mengen an Fett und Zucker überfordern den Magen-Darm-Trakt“, weiß auch Dr. Susanne Fink-Tornau, Ernährungsberaterin und Ökotrophologin beim Reformwarenhersteller Natura. „Jedoch gelingt es in der Regel bereits mit kleinen Verhaltensregeln und Hilfsmitteln, unbeschwert durch die Weihnachtszeit zu kommen.“

Genuss mit Bedacht
Zunächst einmal hilft es, sowohl große Mahlzeiten als auch Naschereien wie Lebkuchen und Co. langsam und bewusst zu genießen. Denn der bekannte Spruch „Gut gekaut ist halb verdaut“ hat seine Berechtigung: Neben der mechanischen Zerkleinerung sorgen Enzyme im Speichel für eine Vorverdauung und spalten beispielsweise Kohlenhydrate wie Stärke auf. Dieser Vorgang entlastet Magen sowie Darm und beugt anschließendem Völlegefühl vor. „Wer über die Feiertage das Trinken nicht vergisst, unterstützt ebenfalls die Darmtätigkeit“, ergänzt Dr. Fink-Tornau.

Darmfreundlicher Ballast
Oft gestaltet sich die Ernährung in den Tagen um Weihnachten alles andere als ausgewogen. Während fett- und zuckerhaltige Lebensmittel überwiegen, kommt vitamin- und ballaststoffreiche Kost häufig zu kurz. Vor allem letztere Inhaltsstoffe übernehmen für die Verdauung eine wichtige Funktion. „Um Ballaststoffe abzubauen, müssen Bakterien der Darmflora harte Arbeit leisten“, verdeutlicht die Ernährungsberaterin. „Auf diese Weise regen entsprechende Lebensmittel aktiv die Darmtätigkeit an.“ Über Flohsamen oder Baobabfruchtpulver lassen sich pflanzliche Ballaststoffe gezielt zuführen. Daneben hat Dr. Fink-Tornau noch einen weiteren Tipp: „Für verdauungsfreundliche Weihnachtskekse können Hobbybäcker einen Teil des Mehls durch den Ballaststoff Inulin ersetzen.“

Fett besser verdauen
Vom allseits beliebten Verdauungsschnaps raten Experten übrigens ab. Zwar entspannt Alkohol die Magenmuskulatur kurzzeitig, doch gleichzeitig hemmt er die Magen-Darm-Tätigkeit und behindert den Fettabbau. Eine Linderung des Völlegefühls erzielen vor allem bestimmte Kräuter und Bitterstoffe, die es allerdings auch ohne Alkohol gibt. Fenchel-, Ingwer- oder Pfefferminztee etwa wirken anregend und krampflösend. Auch Artischocken dienen als natürlicher Magenbitter. In ihnen enthaltene Gerb- und Bitterstoffe unterstützen die natürlichen Verdauungsvorgänge und regen den Gallenfluss an.

„Eine besonders reiche Auswahl an natürlichen Verdauungshelfern finden Verbraucher übrigens im Reformhaus“, fügt Dr. Fink-Tornau abschließend hinzu.

www.natura.de

Probiotik hilft nur der Industrie

Probiotische Kulturen stärken die Abwehrkräfte – das zumindest versprechen zahlreiche Werbespots und Zeitschriftenreklamen. Doch fördern die zugeführten Keime tatsächlich die Gesundheit? Hinter dem Begriff Probiotika verbergen sich vielerlei Bakterien- sowie einige Hefekulturen, die natürlicherweise auch im Darm vorkommen und hier fester Bestandteil des darmeigenen Immunsystems sind. Unter bestimmten Bedingungen gerät die körpereigene Darmflora aus dem Gleichgewicht. So stört beispielsweise eine häufige Antibiotikaanwendung das Wachstum nützlicher Keime, während eine zucker- und stärkereiche Ernährungsweise die Ansiedlung von Fäulniserregern fördert. Eine geschwächte Darmflora bietet den Boden für Durchfallerkrankungen, Verdauungsbeschwerden und wirkt sich teilweise auch auf Krankheiten wie entzündliche Darmerkrankungen oder Darmkrebs aus. Eine gezielte Zufuhr bestimmter Probiotikastämme kann das Gleichgewicht im Darm regulieren und unter Umständen auch den Verlauf verschiedener Erkrankungen beeinflussen.

Für eine prophylaktische Stärkung der Darmflora eignen sich besonders sauer fermentierte Nahrungsmittel wie Naturjoghurt, Buttermilch oder Sauerkraut. Ungeeignet sind hingegen viele der im TV oder in Zeitschriften beworbenen probiotischen Joghurts. Diese enthalten oft zu viel Zucker sowie Zusatzstoffe, die den Darm möglicherweise zusätzlich schädigen. Bei verschiedenen Erkrankungen wie chronischer Diarrhö, Darmpilzinfektionen, Neurodermitis, Magenschleimhautentzündung oder Colitis ulzerosa kann auch die gezielte Einnahme bestimmter Probiotikapräparate aus der Apotheke hilfreich sein. Diese sind dank einer speziellen Ummantelung resistent gegenüber Magensäure sowie Gallensalzen und gelangen in hoher Anzahl an den Wirkort. Da nicht jeder Bakterienstamm gleichermaßen geeignet ist, sollte die Einnahme in Absprache mit dem Arzt erfolgen. In einigen Fällen wie bei unerklärlichen Verdauungsbeschwerden oder einem beständigen Blähbauch kann eine vorausgehende Stuhluntersuchung Aufschluss geben, welche Keimstämme einer gezielten Unterstützung bedürfen.

Einen Überblick über die Bedeutung der Darmflora für die Gesundheit und welchen Nutzen Probiotika bringen können, bietet das neue 2-seitige Miniposter „Probiotika“, das ab sofort im Medienshop unter www.fet-ev.eu erhältlich ist.

Glutenfreie Lebensmittel

Immer häufiger finden Verbraucher glutenfreie Lebensmittel in den Supermarktregalen. Diese Produkte sind speziell für Menschen mit einer Unverträglichkeit für das Getreideeiweiß entwickelt worden und nicht für jeden geeignet, informiert die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Produkte können als „glutenfrei“ gekennzeichnet werden, wenn sie höchstens 20 Milligramm Gluten pro Kilogramm enthalten. Inzwischen tragen zahlreiche Teig- und Backwaren, aber auch Milchprodukte das Zeichen der durchgestrichenen Ähre auf dem Etikett. Für Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit, auch Zöliakie genannt, sind diese Produkte eine große Erleichterung beim Lebensmitteleinkauf. Für andere Konsumenten bringt eine glutenfreie Ernährung, die teilweise mit großen Einschränkungen verbunden ist, aber keine gesundheitlichen Vorteile. Zudem müssen die Konsumenten für die Spezialprodukte meist einen deutlich höheren Preis zahlen.

Menschen mit Reizdarm und anderen Magen-Darm-Beschwerden sollten die Ursachen erst durch einen Arzt abklären lassen. Des Weiteren haben die Verbraucherschützer beobachtet, dass einige Hersteller ohnehin glutenfreie Lebensmittel mit dem Label auszeichnen und teurer verkaufen. Dazu zählen beispielsweise Hartkäse, Zartbitterschokolade, Bonbons und Kartoffelchips.

Zöliakie ist eine Nahrungsmittelunverträglichkeit gegen das Getreideeiweiß Gluten, an der rund ein Prozent der deutschen Bevölkerung leiden. Der Verzehr des Eiweißes führt bei Patienten zu einer Veränderung der Darmschleimhaut und dadurch zu einer gestörten Nahrungsaufnahme, begleitet von Durchfällen und Gewichtsverlust. Gluten ist in Weizen, Roggen, Gerste und Hafer und daraus hergestellten Waren enthalten. Betroffene müssen sich lebenslang glutenfrei ernähren.
Heike Kreutz, www.aid.de

ÖKO-TEST: Mittel gegen Blähungen

Wenn ein Baby unter Bauchschmerzen oder Dreimonatskoliken leidet, würden viele Eltern nahezu alles tun, um zu helfen. Doch Mittel gegen Blähungen sind laut einer aktuellen Untersuchung des Verbrauchermagazins ÖKO-TEST nicht zu empfehlen. Denn es gibt keine überzeugenden Wirksamkeitsbelege für diese Präparate. Zudem enthalten manche umstrittene Hilfsstoffe.

Die getesteten Mittel zum Einnehmen setzen auf den Wirkstoff Simeticon. Dieser soll den Magen-Darm-Trakt entschäumen. Ob dies die Beschwerden lindert, ist zweifelhaft. Denn weniger Schaum bedeutet nicht automatisch weniger Luft im Darm. Wenigstens sind keine Nebenwirkungen zu erwarten.

Umso ärgerlicher, dass einige Präparate den Hilfsstoff Natriumbenzoat enthalten. Dieser Konservierungsstoff steht in Verdacht, relativ häufig Allergien auszulösen. Kinder bis zu zwei Jahren können ihn außerdem noch nicht richtig verstoffwechseln, so dass er schlimmstenfalls Gehirnschäden verursachen kann, was allerdings bei den üblicherweise verwendeten Mengen nicht zu erwarten ist. Alle Mittel zum Einnehmen sind außerdem mit Aromazusätzen und künstlichen Süßstoffen aufgepeppt.

ÖKO-TEST rät, Mittel gegen Blähungen nur dann zu verwenden, wenn der Kinderarzt dies ausdrücklich empfiehlt. Wenn der Bauchnabel richtig verheilt ist, können auch sanfte Massagen der Bauchdecke helfen. Dabei können Eltern jedoch auf spezielle Öle und Cremes mit Kümmelöl verzichten, weil der Körper über die Bauchdecke so gut wie gar nichts davon aufnimmt.

Kulturelle Fettnäpfchen im Ausland

Weiße Tennissocken in Trekking-Sandalen, Brustbeutel, Bauchtaschen, um den Hals baumelnde Kameras und ein stetig wandernder Blick auf der Suche nach Orientierung und Sehenswertem – es gibt eine Reihe von Merkmalen, die den typischen Touristen auf den ersten Blick als solchen entlarven. Doch auch wer nicht diesem oft skizzierten Stereotypen entspricht und sich nicht auf Anhieb als Tourist zu erkennen gibt, kann im Ausland in so manches Fettnäpfchen treten, das ihm letztendlich doch den Stempel „Tourist“ einbringt. Schuld sind ein paar kulturelle Eigenheiten, die man oft erst dann kennen lernt, wenn man Land und Leute im Alltag erlebt.

Kein Cappuccino nach zwölf in Italien
Latte Macchiato, Espresso und Cappuccino sind auch in Deutschland längst keine Fremdwörter mehr: Die italienische Kaffeekultur hat sich bereits ihren Weg gen Norden gebahnt und ist auch aus deutschen Cafés kaum mehr wegzudenken. Doch wer meint, dadurch bereits die beste Schule durchlaufen zu haben, um auch in Italien als erfahrener Kaffeeliebhaber zu glänzen, der irrt. Während man hierzulande zu jeder Tages- und Nachtzeit Latte Macchiato und Cappuccino trinken kann, ist der Genuss von Milchkaffeegetränken nach zwölf Uhr mittags in Italien tabu. Grund dafür ist die weit verbreitete Ansicht, dass Kaffeegetränke mit Milch wegen des starken Sättigungseffekts bereits eine volle Mahlzeit darstellen. Espresso hingegen ist zu jeder Tageszeit sehr beliebt und am Morgen kann man in Ruhe seinen Cappuccino genießen, ohne dabei schräge Blicke zu kassieren. Wer es noch ein bisschen authentischer will und noch dazu ein wenig Geld sparen möchte, der trinkt seinen Kaffee – wie die meisten Italiener – im Stehen an der Bar. Kaffeekränzchen im Sitzen, oft in der Nähe beliebter Sehenswürdigkeiten, deuten meist auf eine Ansammlung von Touristen hin. Dieser Fauxpas wird oft mit einer saftigen Rechnung bestraft.

Essenszeit in Spanien
In Spanien wird das Abendessen regelrecht als soziales Ereignis zelebriert: Die Familie kommt zusammen oder man trifft sich mit Freunden, um in geselliger Runde zu essen. Ein typisch spanisches Abendessen kann sich oft über Stunden hinziehen und beginnt erst spät am Abend: Vor neun Uhr sieht man keine Einheimischen, sondern ausschließlich hungrige Touristen im Restaurant. Wen vor neun schon der Hunger plagt, muss damit rechnen, direkt als Tourist abgestempelt zu werden. Wenn der Kellner gleich mit der deutschen Speisekarte anrückt, kann man davon ausgehen, das Klischee des Touristen perfekt bedient zu haben. Um dem entgegenzuwirken, hilft es oftmals schon, sich am Tagesrhythmus der Einheimischen zu orientieren und alles etwas gemütlicher angehen zu lassen.

Keine Weißwurst nach zwölf in Bayern
Bayern ist für den Rest Deutschlands auch irgendwie Ausland. Südlich des so genannten Weißwurstäquators werden Traditionen gepflegt, die im Rest des Landes auf Unverständnis stoßen und vor Ort das „Mia san mia“-Gefühl stärken. Auch die Vorliebe der Bayern für deftiges Essen ist allseits bekannt. Ob Haxn, Hendl oder Weißwurst – als Tourist kann man sich vor Ort durch sämtliche Spezialitäten futtern, ohne gleich als Nicht-Bayer entlarvt zu werden. Vorsicht ist lediglich bei der Weißwurst geboten: Die kommt bei den Einwohnern des Freistaats nach zwölf Uhr mittags nicht mehr auf den Tisch. Diese Regel stammt vermutlich aus einer Zeit, in der die leicht verderbliche Speise noch nicht gekühlt werden konnte und daher so schnell wie möglich verzehrt werden musste. Auch die Verzehrweise ist eine Kunst für sich: Die Brühwürste, die meist in Gesellschaft von süßem Senf, Brezn und Weißbier zu finden sind, müssen zunächst mit Messer und Gabel vom Darm befreit werden. Fortgeschrittene Weißwurstgenießer beherrschen die Kunst des „Zuzelns“, wobei das Fleisch mit Mund und Zähnen aus dem Darm herausgesaugt wird.

Regenschirme in Japan
Wer in Japan mit einem tropfenden Regenschirm durchs Kaufhaus rennt, riskiert gleich zweierlei Ausrutscher. Wenn ihn nicht der nasse Boden zu Fall bringt, wird er doch prompt für seinen kulturellen Fauxpas bestraft und als Tourist abgestempelt, denn in japanischen Kaufhäusern gibt es eine wichtige Regel: Bei Regen darf der tropfnasse Schirm nicht schutzlos mit ins Kaufhaus genommen werden. Statt des guten alten Schirmständers, der in Japan wahrscheinlich ein großes Schirmchaos auslösen würde, stehen hier am Eingang Angestellte bereit, die Hüllen für die nassen Regenschirme verteilen. So kann man auch als Tourist in Japan in ein trockenes Shoppingvergnügen starten.

Argentinischer Busverkehr
Öffentliche Verkehrsmittel sind meist die beste Lösung, um vor Ort von A nach B zu gelangen und noch dazu den Alltag der Einheimischen kennen zu lernen. Wer in Argentinien vom Fleck kommen möchte, sollte vorher ein paar auffällige Winktechniken einstudieren. Die bloße Präsenz an einer offiziellen Bushaltestelle bewegt argentinische Busfahrer noch lange nicht zum Anhalten. Als Reisender mit öffentlichen Verkehrsmitteln muss man dem Busfahrer früh genug durch ausschweifende Bewegungen Interesse signalisieren, bei ihm einzusteigen. Wer dann auch noch das passende Wechselgeld parat hat, um sein Ticket zu bezahlen, kann sein Ziel erreichen, ohne als Tourist aufzufallen.