Pflaumen, Zwetschgen und Co.

Im Frühjahr erfreuen Pflaumenbäume das Auge mit herrlichen Blüten, jetzt tragen sie Früchte: Es ist Pflaumenzeit. Der Begriff „Pflaume“ steht gleichzeitig für die ganze Obstart und für einige Unterarten. Kaum eine Obstart ist so vielfältig. Neben diversen dunkelroten bis violetten Pflaumensorten zählen auch die gelbgrünen Mirabellen, die grünen Renekloden und die violetten Zwetschgen dazu.

Pflaumen und Zwetschgen lassen sich jedoch kaum unterscheiden. Ein Unterscheidungsmerkmal ist die Form. Zwetschgen sind eher länglich, Pflaumen etwas runder. Außerdem löst sich bei Zwetschgen der Stein besser und das Fruchtfleisch ist fester. Deshalb werden sie auch eher zu Kompott, Kuchen und Mus verarbeitet.

Pflaumenbäume gehören zur Gattung „Prunus“, die sämtliche Steinobstarten umfasst und wiederum zur großen Familie der Rosengewächse (Rosaceae) zählt. Der Begriff „Zwetschge“ geht auf das romanische Wort „damascena“ zurück, was „Frucht aus Damaskus“ bedeutet, denn die Frucht gelangte vermutlich bereits ca. 100 v. Chr. von Syrien über Griechenland nach Nordeuropa.

Ernährungsphysiologisch gesehen ist die abführende Wirkung von großer Bedeutung, was unter anderem auf den hohen Ballaststoffgehalt der Früchte zurückzuführen ist. Weitere Besonderheiten sind die hohen Gehalte an Beta-Carotin und Kalium. Die dunklen Schalen sind zudem reich an den sekundären Pflanzenstoffen Flavonoiden. Weil die Früchte reif am besten schmecken, sollte man bereits beim Einkauf darauf achten, dass sie ausgefärbt und nicht zu hart sind.

Frische Früchte haben eine glatte Haut und einen gleichmäßigen Reifbelag. Dieser Belag – auch als Duftfilm bezeichnet – besteht übrigens aus natürlichem Wachs und kann eigentlich mitgegessen werden. Da sich darin aber Umweltschadstoffe ansammeln können, ist es besser, ihn vor dem Verzehr abzureiben oder abzuwaschen. Einwandfreie Früchte sind einige Tage haltbar, insbesondere wenn sie kühl gelagert werden. Entkernte Pflaumen lassen sich gut einfrieren. So sind sie auch im Winter noch Boten aus dem Sommer, der eigentlich keiner war.
( Dr. Maike Groeneveld )

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