Öffnen, probieren, umtauschen – was ist im Supermarkt erlaubt?

Der März-KONSUMENT informiert über Rechte und Pflichten beim Einkauf

Ein paar Trauben kosten, die Tüte Gummibärchen noch vor der Kassa öffnen und die Bierkiste mit dem Einkaufswagen nach Hause fahren? Beim Einkaufen im Supermarkt ist vieles, aber nicht alles erlaubt. In der Märzausgabe der Zeitschrift KONSUMENT fasst der Verein für Konsumenteninformation (VKI) die wichtigsten Regeln zusammen und erklärt, was Verbraucherinnen und Verbraucher beachten sollten.

· Ist es erlaubt, noch nicht bezahlte Produkte zu öffnen oder zu verkosten? Hier ist auf jeden Fall Vorsicht angebracht, denn rein rechtlich ist die Sache klar: Solange eine Ware nicht bezahlt wurde, gehört sie dem Händler. In der Praxis wird es meist toleriert, wenn einzelne Produkte noch vor der Kassa konsumiert werden – solange sie im Anschluss ordnungsgemäß bezahlt werden. Ähnliches gilt auch für das Verkosten von offener Ware: Wenn ein bestimmtes Maß nicht überschritten wird, wird es in vielen Supermärkten geduldet. Erlaubt ist die Verkostung aber, streng genommen, nicht.

· Darf ich Ware betasten oder drücken, um sie zu prüfen? Verbraucherinnen und Verbraucher haben das Recht, Ware zu prüfen, bevor sie sie kaufen – solange die Ware bzw. die Verpackung durch die Prüfung nicht beschädigt wird. Auch hier sollte man aber vorsichtig sein und sich im Zweifel lieber beim Personal erkundigen.

· Bitte umtauschen? Auch wenn Konsumentinnen und Konsumenten oft dieser Meinung sind – ein Recht darauf, ein irrtümlich gekauftes Produkt gegen ein anderes umzutauschen, gibt es nicht. Anders verhält es sich, wenn sich z.B. nach dem Öffnen der Käsepackung herausstellt, dass das Lebensmittel verschimmelt ist. Dann muss der Händler die verdorbene Ware zurücknehmen.

· Ist es zulässig, wenn das Personal meine Einkaufstasche kontrolliert? Grundsätzlich gilt: Weder das Supermarktpersonal noch Mitarbeiter eines Security-Dienstes dürfen gegen den Willen einer Kundin oder eines Kunden die Einkaufstasche kontrollieren. Bei einem begründeten Verdacht kann das Personal jedoch verlangen, dass der oder die Betreffende so lange bleibt, bis die Polizei kommt. Und die darf dann auch in die Tasche schauen.

· Was ist, wenn etwas kaputt geht? Wer im Supermarkt versehentlich etwas fallen lässt, muss für den Schaden gerade stehen. Auch hier zeigen sich viele Händler in der Praxis jedoch kulant. Probleme gibt es meist nur, wenn teure Waren zu Bruch gehen. Bei größeren Schäden haben Kundinnen und Kunden gegebenenfalls aber auch die Möglichkeit, ihre private Haftpflichtversicherung einzuschalten.

· Darf ich den Einkaufswagen mit nach Hause nehmen? Den schweren Einkauf schnell mit dem Wagen nach Hause schieben? Keine gute Idee. Einkaufswagen gehören der Lebensmittelkette und sind teuer in der Anschaffung. Allein in Wien müssen jedes Jahr rund 130.000 verstreute Einkaufswagen wieder eingesammelt werden. Wer das Geschäft bzw. den Parkplatz mit dem Einkaufswagen verlässt und dabei erwischt wird, muss daher unter Umständen mit einer empfindlichen Strafe rechnen.

Den ausführlichen Bericht gibt es im März-KONSUMENT und online unter www.konsument.at.

Fachvokabular Sensorik

Praxisleitfaden zur Beschreibung von Lebensmitteln mit allen Sinnen – produktübergreifendes Grundlagenvokabular und produktgruppenspezifische Fachvokabularien

Die DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) hat in Zusammenarbeit mit dem Ausschuss für Lebensmittelsensorik eine neue Fachpublikation herausgegeben. Das von Experten entwickelte „Fachvokabular Sensorik“ stellt einen Praxisleitfaden zur Beschreibung von Lebensmitteln mit allen Sinnen dar. Das von Wissenschaftlern entwickelte Nachschlagewerk ist eine wichtige Arbeitsgrundlage für Sensoriker aus Wissenschaft und Praxis.

Der Einsatz menschlicher Sinnesorgane zu Prüf- und Messzwecken (Sensorik) ist in vielen Unternehmen der Lebensmittelbranche elementarer Baustein in der Produktentwicklung und Qualitätssicherung. Sensorische Prüfungen sind vergleichbar mit sogenannten Attributprüfungen, bei denen wesentliche Eigenschaften von Produkten mit Worten beschrieben und in ihrer Ausprägung und Intensität ermittelt werden. Neben den sensorischen Fertigkeiten ist daher insbesondere auch die Versprachlichung der Sinneseindrücke durch die eingesetzten Prüfpersonen ein wesentlicher Faktor für die Validität von Ergebnissen. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass die sprachliche Ausdrucksfähigkeit der Prüfer einen hohen Unsicherheitsgrad im Rahmen sensorischer Prüfungen darstellt. Die geografische Herkunft, der soziale Hintergrund, die Ausbildung und Berufserfahrung sowie die aktuellen Tätigkeiten der Fachkräfte führen zwangsläufig zu einem unterschiedlichen Sprachgebrauch und erschweren eine einheitliche und zielgerichtete Kommunikation. Da ein unternehmensübergreifend definierter sensorischer Fachwortschatz nicht existiert, bleibt das Umsetzen der Sinneseindrücke in Sprache jedem Sensoriker selbst überlassen, wodurch in Projekten wertvolle Zeit und Ressourcen verschwendet werden.

Vereinheitlichung der sensorischen Fachsprachen
Der DLG-Ausschuss Sensorik hat sich mit der Vereinheitlichung der sensorischen Fachsprachen beschäftigt und in Zusammenarbeit mit renommierten Sensorikexperten aus dem deutschsprachigen Raum eine erste Publikation zu diesem Thema erstellt. Das „Fachvokabular Sensorik“ bildet den Einstieg in die komplexe Thematik, die sensorischen Wahrnehmungen sprachlich zu vereinheitlichen. Die Veröffentlichung beinhaltet neben Grundlagen zur sensorischen (An)Sprache von Lebensmitteln, ein produktübergreifend angelegtes Grundlagenvokabular sowie zehn produktgruppenspezifische Fachvokabularien. Die Vokabularien umfassen jeweils, strukturiert nach den sensorischen Prüfmerkmalen Aussehen, Textur/Haptik, Geruch/Aroma und Geschmack/Grundgeschmack, beschreibende Begriffe, ihre Definitionen und Referenzmaterialien, die für Panelschulungen eingesetzt werden können. „Sensoriker aus Wissenschaft und Praxis erhalten mit der DLG-Publikation „Fachvokabular Sensorik“ ein praktisches Arbeitsmittel, eine Nachschlagemöglichkeit und ein Schulungsinstrument, das die betriebliche Praxis erleichtert“, Projektleiterin Bianca Schneider-Häder, DLG-Fachzentrum Lebensmittel.

Das „Fachvokabular Sensorik“ ist erhältlich unter www.DLG-Verlag.de sowie im Buchhandel (ISBN 978-3-7690-0835-7 ; 59,90 Euro)

Schulessen mit Warnhinweis versehen

Undercover-Journalist Günter Wallraff sieht nach den jüngsten Enthüllungen in Schulküchen besonders die Kommunen in der Pflicht. Schulverpflegern rät er offen zu provokanten Aktionen. „Ich finde, man könnte Kommunen, Schulen und Eltern durchaus mit A-, B- und C-Standards beim Essen konfrontieren“, sagt Wallraff im Interview mit der Wirtschaftsfachzeitschrift gv-praxis (dfv Mediengruppe).

Der Preis für ein Essen nach Standard C würde zum Beispiel bei weit unter 3 Euro liegen. Zum Einsatz kämen hier überwiegend billige Fertigprodukte, bei denen das Mindesthaltbarkeitsdatum zu Teil mehrfach verlängert werde – etwa durch tiefkühlen. „Hier sollte vielleicht ähnlich wie bei Zigaretten ein Warnhinweis draufstehen, wie beispielsweise „Essen auf eigene Gefahr“.“ Da würden Eltern ins Grübeln kommen, ist der Enthüllungsjournalist überzeugt.

Er ermutigt Schulverpfleger ausdrücklich, das Preisdumping offensiv anzusprechen und gegebenenfalls mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen zu untermauern. „Wenn bei Ausschreibungen am Ende trotz aller Qualitätsbekundungen immer nur der Allerbilligste den Zuschlag erhält, ist das ein Unding“, so Wallraff gegenüber gv-praxis. Schulverpfleger würden da automatisch in die Versuchung kommen, bestimmte Praktiken zuzulassen, wie etwa am Personal oder beim Einkauf zu sparen.

Doch Wallraff sieht gemeinsam mit RTL-Journalistin Stefanie Albrecht auch die Politik in der Pflicht, denn nicht alle Eltern können sich heute ein hochwertiges Essen zu einem adäquaten Preis für ihren Nachwuchs leisten. Neben bundesweiten Qualitätsstandards sehen die beiden deshalb höhere Subventionen für die Schulverpflegung als ein Mittel, das Mensaangebot langfristig zu verbessern. Einige Nachbarländer wie Norwegen würden hier bereits mit gutem Beispiel vorangehen.

Das „Team Wallraff“ hatte Anfang Juni mit seiner RTL-Reportage bundesweit für Entsetzen gesorgt. Aufgedeckt wurden unter anderem Missstände in Schulküchen. Das vollständige Interview mit Günter Wallraff und Stefanie Albrecht ist in Ausgabe 7-8/2015 der gv-praxis zu lesen.

Versteckte Gebühren bei Online-Flugportalen

„Service Fee“ sorgt bei Konsumentinnen und Konsumenten für Ärger

In der Werbung versprechen Flugportale ihren Kunden den günstigsten Preis. Doch dieses Versprechen wird in der Praxis nicht immer gehalten. Alleine beim Europäischen Verbraucherzentrum Österreich (EVZ) gehen derzeit jede Woche rund 20 bis 30 Verbraucherbeschwerden ein. Der Grund: Zahlreiche Buchungs-Webseiten (darunter z.B. fluege.de, flugladen.at oder airline-direct.de) verrechnen am Ende des Buchungsvorgangs eine zusätzliche „Service Fee“. „Diese Gebühr wird häufig nur auf bestimmte Zahlungsmittel aufgeschlagen und ist am Beginn der Buchung nicht ersichtlich“, kritisiert EVZ-Juristin Dr. Barbara Forster. „Eine solche Vorgehensweise ist nicht nur intransparent, sondern widerspricht auch den rechtlichen Vorgaben.“

Ein typisches Beispiel aus der Beratungspraxis des EVZ: Bei der Buchung eines Fluges von Wien nach Barcelona hatte eine Konsumentin auf fluege.de zunächst die voreingestellte Zahlungsoption „fluege.de Mastercard“ ausgewählt. Als sie schließlich auf eine Zahlung per Visa Kreditkarte wechselte, stellte die Plattform eine zusätzliche Gebühr von 39,98 Euro in Rechnung. „Ein solches Vorgehen ist bei Online-Flugportalen leider gängige Praxis“, so Reiserechtsexpertin Forster.
„Die Portale sind verpflichtet, mindestens eine kostenlose Bezahlmethode anzubieten. Oft handelt es sich dabei jedoch um Zahlungsmittel, die wenig bis kaum verbreitet sind. Für alle anderen Optionen fallen dann zusätzliche Gebühren an.“

Eine Gebühr, die nur auf bestimmte Zahlungsinstrumente angewendet wird, widerspricht dem 2009 in Kraft getretenen Zahlungsdienstegesetz (ZaDiG). Manche Flugportale argumentieren, es handle sich bei der „Service Fee“ in Wahrheit um eine reguläre Buchungsgebühr, wie sie auch von Reisebüros verrechnet wird. „In diesem Fall müsste die Gebühr jedoch ohne Unterschied bei allen Buchungen anfallen“, erklärt Barbara Forster. „In unseren Augen handelt es sich hier um eine versteckte Kreditkartengebühr.“

EVZ unterstützt bei Forderung nach Rückerstattung
Servicegebühren sind für Konsumentinnen und Konsumenten ein großes Ärgernis. Manche übersehen die Gebühr kurz vor Abschluss der Buchung und fühlen sich im Nachhinein von höheren Kosten überrumpelt. Andere nehmen die „Service Fee“ bewusst in Kauf, selbst wenn das ursprüngliche Schnäppchen dadurch vielleicht sogar teurer ausfällt, als wenn derselbe Flug direkt bei der Airline gebucht worden wäre. „Am Ende des Buchungsvorgangs haben die Betroffenen bereits sämtliche Daten eingegeben und wollen den Prozess nicht noch mal von Neuem starten“, so Forster.

Wurde bei der Flugbuchung eine nicht klar ausgewiesene oder von der Zahlungsart abhängige Servicegebühr verrechnet, bietet das Europäische Verbraucherzentrum Hilfestellung bei der Rückerstattung dieser Kosten. Beschwerdefälle können dem EVZ – samt Dokumentation des Bestellvorganges mit Screenshots – via Onlineformular übermittelt werden: http://europakonsument.at/de/page/beschwerdeformular .

Eine Alternative zu Online-Portalen ist die Buchung direkt bei der Airline. Der Vorteil liegt nicht zuletzt darin, dass diese auch im Falle von Problemen (z.B. Änderung der Flugzeiten, Stornierung) meist leichter erreichbar sind. Forster: „Schlechte Erreichbarkeit zählt bei Flugportalen ebenfalls zu den häufigen Beschwerdegründen. Salopp formuliert: Die Portale bieten trotz ,Service Fee‘ oft wenig Service.“

SERVICE: Informationen und Hilfestellung gibt das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) Österreich unter www.europakonsument.at oder unter 01/588 77 81

Auf diesen Artikel schreibt uns fluege.de:
Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Irritation haben wir Ihren Online-Artikel „Versteckte Gebühren bei Online-Flugportalen“ (http://www.gourmet-report.de/artikel/346439/Versteckte-Gebu776hren-bei-Online-Flugportalen.html) wahrgenommen. Dieser Artikel basiert im Wesentlichen auf einer OTS-Meldung des Vereins für Konsumenteninformation/Europäisches Verbraucherzentrum: „EVZ: Versteckte Gebühren bei Online-Flugportalen“ (http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20150512_OTS0024/evz-versteckte-gebuehren-bei-online-flugportalen). UNISTER Travel ist Betreiber der Website Fluege.de sowie Mutterhaus des Airline-Direct.de-Betreibers Travel Viva.

Im Artikel werfen Sie unter anderem unseren Portalen vor, Service-Entgelte abhängig von der Zahlart erst am Ende der Buchung auszuweisen. Dies ist falsch.

Fluege.de sucht für seine Kunden das stets beste Angebot von bis zu 750 Airline-Partner aus unterschiedlichsten Datenbanken heraus und bereitet Preise, Steuern, Gebühren und die immer mehr werdenden Zusatzservices übersichtlich und vergleichend auf.

Mit der jüngsten Version seiner Buchungsstrecke erfüllt Fluege.de nicht nur die gesetzlichen Vorgaben, sondern dürfte zu den technologischen Vorreitern bei der komplexen Darstellung von Flügen im Online-Reisevertrieb gehören. Die nach der Suchanfrage dargestellten Angebote enthalten – beginnend mit dem günstigsten Angebot – alle notwendigen Bestandteile des Flugpreises und entsprechen somit auch dem tatsächlichen Endpreis. Weitere Informationen dazu auch unter:http://presse.unister-travel.de/unistertravel-artikel/unister-travel-bekennt-sich-zu-preistransparenz-volle-preisklarheit-auf-fluege-de-2/

Wichtig: Werden während der Buchungsauswahl einzelne Kriterien, etwa die Bezahlmethode, geändert, kann dies den vorher angezeigten Endpreis beeinflussen. Prinzipiell ist das Service-Entgelt regulärer Bestandteil unserer dargestellten Flugangebote und zwar unabhängig der Zahlart, entfällt jedoch bei Nutzung unserer Kundenkarte, der Fluege.de Mastercard GOLD. Das dieses Kundenangebot und seine Darstellung richtig ist, bestätigte auch jüngst das Landgericht Leipzig:

http://presse.unister-travel.de/unistertravel-artikel/weiterhin-gruenes-licht-fuer-exklusive-kundenkarte-von-fluege-de/

Somit ist unser Service-Entgelt per se nicht an eine bestimmte Zahlungsart gekoppelt, sondern wird getrennt von dieser erhoben. Was je nach Zahlart variieren kann, ist ein Zahlungsentgelt. Dieses wird jedoch in aller Regeln von den Airlines erhoben und Reisebüros haben auf deren Höhe keinen Einfluss. Diese Zahlungsentgelte sind Bestandteil des Tickets, das es zu vermitteln gilt.

Wir bitten Sie hiermit um Richtigstellung unter Einbezug dieser Erläuterungen, idealerweise noch heute (27.05.2015) bis
18 Uhr.

Die Bedingungen, zu denen Online Reiseleistungen zu vermitteln sind, sind gewiss nicht trivial. Kontaktieren Sie uns gerne schon vorab, sollten Sie Rückfragen zur Online-Reisevermittlung haben. Gerne nehmen wir im Sinne unserer zufriedenen Kunden Feedback auf und beleuchten mit Ihnen zusammen etwaige mögliche Unklarheiten bei der Online-Buchung von Flügen. Diese Erläuterungen haben wir auch dem Konsumentenschutz zukommen lassen.

Wir freuen uns über eine Berücksichtigung dieser Erläuterungen.

Was ist eigentlich ein Bäcker?

Gutes Handwerk braucht Leidenschaft, Know-how & Zeit und keinen „Angriff“ auf die Verbraucher

Gemeinsame Stellungnahme der Berufsorganisation Die Bäcker. Zeit für Geschmack e.V. und Slow Food Deutschland e. V. zur neuen Marketingkampagne des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks

Am 5. Mai 2015, pünktlich zum „Tag des Deutschen Brotes“, startete der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks eine Verbraucheroffensive unter dem Motto: „Schluss mit dem inflationären Gebrauch des Begriffs Bäcker!“ Gestützt auf das traditionelle Bäckerwappen mit den von zwei Löwen getragenen gekreuzten Schwertern und dem Zusatz „Deutsche Innungsbäcker“ soll der Öffentlichkeit präsentiert werden, „wer hierzulande das beste Brot backt“. Ziel ist es, dem Verbraucher von nun an „eine klare Orientierung im undurchsichtigen Wettbewerb zu bieten“.

Die Organisationen Die Bäcker. Zeit für Geschmack e. V. und Slow Food Deutschland e. V. begrüßen die Initiative, Verbraucherinnen und Verbraucher nicht länger im Dunkeln tappen zu lassen und ein für alle Mal zu klären, was unter dem Begriff Bäckerei eigentlich zu verstehen ist. Um bei der Frage „Was genau macht einen Bäcker aus?“ Orientierung zu schaffen, wäre vorab allerdings ein ehrlicher und offener Diskurs über die Stärken und Schwächen der Bäckerbranche sinnvoll gewesen. Die anstehende Werbekampagne, zu der auch ein TV-Werbespot unmittelbar vor der „Tagesschau“ gehört, schüttet nun leider ,das Kind mit dem Bade aus‘. Man präsentiert ein neues, historisches Qualitätssiegel und macht es sogleich wieder unglaubwürdig, weil es von allen genutzt werden kann, die Mitglied in der Innung und somit im Zentralverband sind.

Chance vertan? Zumindest wird diese Marketing-Offensive die bereits begonnene, öffentliche Diskussion der interessierten und engagierten Brotesser beflügeln.

Ein Aspekt soll an dieser Stelle noch einmal hervorgehoben werden. Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks vertritt alle „Bäckereien“, sofern sie Mitglieder der Innung sind, unabhängig von Betriebsstruktur, Fertigungsmethode und Handwerkskunst.

Die Offensive des Zentralverbands hat zwei Ziele. Zum einen will man das Angebot der Back-Discounter, Back-Shops und SB-Bäcker ins Fadenkreuz nehmen. Unstrittig ist, dass die von den Discountern erzeugten, positiv besetzten Bilder von „frisch gebackenen“ Produkten tatsächlich gegen die guten Sitten verstoßen würden – gäbe es solche denn wirklich noch. Doch an solche Sitten, die sich dem Abwärtsstrudel von Ethik und Moral widersetzen, glaubt ein Großteil der Konsumenten schon lange nicht mehr.

Das zweite Ziel der Kampagne wirft zahlreiche Fragen auf, insbesondere wenn Peter Becker, Präsident des Zentralverbandes dazu erklärt:
Mit dem Bäckerwappen haben Innungsbäcker die große Chance, gemeinsam und einheitlich für alle sichtbar zu ihren Werten zu stehen und dem Verbraucher auf den ersten Blick erkennbar zu zeigen, wer hierzulande das beste Brot backt. Je mehr Bäcker sich unter dem Wappen zu Handwerk und Qualität bekennen, desto stärker ist die Botschaft an den Verbraucher.

Welche Qualitätsaussage steht hinter dieser Botschaft? Bisher ist die einzige Voraussetzung, um Innungsbäcker zu werden, das Tragen eines Meistertitels. Bringt dieser Meistertitel unweigerlich Qualität in die Backstube? Jetzt wird uns suggeriert: Je mehr Bäcker das neue Wappen
Siegel nutzen, umso größer wird die Anzahl „bester Brote“ am Markt sein. Die Masse macht’s mal wieder?
Das „Bekenntnis zu Handwerk und Qualität“ unter dem neu aufpolierten Wappen wird, so steht zu befürchten, die weitere Image-Erosion des Backhandwerks wohl nicht aufhalten können. Insbesondere dann nicht, wenn das „Stehen zu den Werten“, zu denen sicherlich Verantwortungsbewusstsein und Aufrichtigkeit zählen, noch nicht in der Führungsspitze der Berufsvertretung angekommen ist. So steht etwa das Motto „Regionalität und Vielfalt gegen Einheitsbrot“, das vom Zentralverband zum „Tag des Deutschen Brotes“ zelebriert wird, im krassen Widerspruch zu Aussagen des Verbandspräsidenten Peter Becker. Beispielsweise zu dessen Äußerung (im Magazin ,Brot‘ 1/2014):
Mir ist völlig egal, ob das Getreide aus Amerika, aus der Ukraine oder der Magdeburger Börde stammt. Ich brauche einfach den optimalen Rohstoff.

Gehört es nicht zu den ureigenen Fähigkeiten souveräner Bäcker, aus regionalen Rohstoffen gutes Gebäck herzustellen? Genau hier liegt einer der wichtigsten Unterschiede zwischen handwerklicher und industrieller Fertigung. Gutes Handwerk drückt sich dadurch aus, dass Bäcker und Bäckerinnen mit ihrem Wissen, Know-how und Zeit in der Lage sind, die Herstellungsverfahren an die Rohstoffqualität anzupassen, ohne auf industriell aufbereitete Vorprodukte und gedopte Mehle zurückgreifen zu müssen. Auf der Grundlage schöpferischen handwerklichen Könnens erschafft ein guter Bäcker individuelle Produkte mit Charakter. Das ist es, was die Kunden von einem Handwerksbäcker erwarten. Und wie sieht es mit der Kompetenz und Ehrlichkeit aus, wenn Verbandspräsident Becker im gleichen Artikel formuliert:
Bioanbau … hat nichts mit Qualität zu tun, das sind ideologische Ansprüche. …Der konventionelle Anbau ist heute so vernünftig, da überdüngt keiner.

Nach Aussage von Becker ist also die von vielen Seiten dringend geforderte Reduzierung der Stickstoffdüngung überflüssig? Haben wir uns die Nitratbelastung unserer Gewässer und die daraus erwachsende Kostensteigerung für die Aufbereitung des Trinkwassers, als Folge unzeitgemäßer und kurzsichtiger Praxis der Stickstoffdüngung, nur eingebildet? Dabei steht diese Praxis unmittelbar im Zusammenhang mit der Forderung der Backbranche nach einem ,optimalen‘ Rohstoff.

Wo fängt eigentlich das Verständnis von Qualität an, wenn nicht bei den Folgen unserer Arbeit? Woran lässt sich Verantwortung ablesen, wenn man vor den ökologischen, ökonomischen und sozialen Auswirkungen der Erzeugung unserer Rohstoffe die Augen verschließt und notfalls den hiesigen Bauern den „Schwarzen Peter“ überlässt, weil man den ,optimalen‘ Rohstoff ja auch aus der Ukraine importieren kann?

Immer wieder stellt sich die Frage, wessen Interessen Präsident Becker und sein Zentralverband eigentlich vertreten. So auch als Becker 2012 die „Aufhebung der Blockadehaltung“ gegen die Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen forderte. Weiß der Mann, dass die übergroße Mehrheit seiner Kunden partout und völlig zu Recht keine gentechnisch manipulierten Rohstoffe auf dem Acker und in Brot und Backwaren wünscht?

Wie lange wollen richtige Bäcker eine solche Interessensvertretung noch hinnehmen und mit ihren Innungsbeiträgen finanzieren? Inklusive der kostspieligen, zweifelhaften Werbekampagnen? Oder woher stammen die Mittel für die sündhaft teuren TV-Spots direkt vor der Tagesschau?

Der Ursache allen Übels, dem systematisch erzwungenen ,Größenwahn‘ – ob nun die Größe der Brötchen betreffend oder die der Wachstumsrate der Betriebe – lässt sich nur mit ,Enkel-fähigen‘ Visionen zur Zukunft handwerklicher Betriebe begegnen. Offensichtlich hat der Mangel an diesen, den Zentralverband zur Organisation einer Kampagne verleitet, die den Verbraucher zum Narren halten will.

Heinrich Wächter

Benimmkurs auf dem Weg zum Profi –
Knigge-Seminar mit Heinrich Wächter für die U15 des FC Schalke 04

„Was nützt uns das beste Menü,
wenn wir nicht einmal wissen,
wie wir geschickt mit Messer und Gabel umgehen?“

So lautete die Fragestellung beim Knigge-Seminar mit Kochprofi Heinrich Wächter.
Der „Bürger des Ruhrgebiets“, bekannt und ausgezeichnet für sein soziales Engagement,
fokussiert sich einmal mehr auf den Schalker Nachwuchs.
Im Dezember letzten Jahres lud das Courtyard by Marriott Gelsenkirchen bereits zur gemeinsamen Back-Spendenaktion für Schalke hilft! ein.
In einem zweiten Schritt der Kooperation bat Heinrich Wächter nun die U 15 zu Tisch.
Unter Leitung von Willi Landgraf und Mathias Schober, Chef der Knappenschmiede,
machte Heinrich Wächter den Schalker Nachwuchs fit für die richtigen Regeln bei Tisch.
Auf dem Programm standen dabei nicht nur Knigge-Benimmregeln, sondern auch eine kleine Einführung in die Ernährungslehre, Rezeptkunde und den Service.
Nach einem theoretischen Teil ging es dann raus in die Praxis – an den Grill!

Leckere Hähnchenkeulen mit BBQ-Sauce, Brotsalat mit Rinderstreifen,
Gemüse und Kartoffeln im Silberkleid, aber auch frische Bandnudeln und Schokoladenkuchen gab es zu vernaschen. Die kleineren Nachwuchsspieler durften sich dabei an der eingedeckten Tafel von den größeren Mannschaftskameraden bedienen lassen. Getreu dem Motto: wer bei Schnick, Schnack, Schnuck gewinnt, ist besser dran.

Christoph Behrens

Zum 22. Mal fand der Wettbewerb um den „Maritim Pokal für Auszubildende“ statt. 24 Maritim Azubis des dritten Lehrjahres, acht Köche und je acht angehende Restaurant- und Hotelfachleute, hatten sich bereits im vergangenen Jahr für die Endausscheidung des jährlich stattfindenden Pokals qualifiziert. Nun wurden im Maritim Hotel Bremen die Sieger ermittelt.

An zwei Tagen kämpften die Finalisten um den begehrten Pokal in ihrem Fachbereich und mussten ihr Können in Theorie und Praxis unter Beweis stellen. Der Ablauf glich dem der IHK-Abschlussprüfung, die für die Auszubildenden bald bevorsteht – der „Azubi Pokal“ eignete sich somit als perfekte Vorbereitung.

Den Titel des besten angehenden Restaurantfachmann sicherte sich Christoph Behrens aus dem Maritim Hotel Magdeburg, der hier 2010 seine Lehre begann.

www.maritim.de

Essen bei Zahnschmerzen

„Dental Food“ heisst das Kochbuch von Dr. med. dent Eva Schaefers – Die erfahrene Zahnärztin sowie Köchin aus Neigung und Leidenschaft, wird in ihrer Praxis immer wieder mit den Seufzern von Patientinnen und Patienten konfrontiert: „Ach, Frau Doktor, was kann ich überhaupt noch essen?“

Das kann doch nicht sein, dachte sie sich, der wahre Genuss liegt schließlich nicht im Verzicht! Und so hat sie sich hingesetzt, nachgedacht und in ihrer Küche ausprobiert, was auch Patienten mit Multiband-Apparaturen, Implantaten, Kombiniertem Zahnersatz, Parodontitis oder gar in Übergangssituationen nach akuten therapeutischen Maßnahmen nicht nur schmeckt, sondern beim Kochen und Essen Genuss verschafft.

In zehn Kochepisoden stellt sie nicht nur raffinierte Rezepte vor, die sicher auch denen schmecken werden, die keine Probleme mit den Zähnen haben, sondern erzählt darüber hinaus amüsante Geschichten zu den Rezepten und deren Hobbyköchen.

Das interessante Buch hat 144 Seiten mit farbigen Bildern und kostet jetzt 3 Euro, statt 14,95 vorher. Hier versandkostenfrei bestellen: 978-3-86541-359-8

Eva Schaefers ist in der Berliner Kochszene bekannt, da viele Köche zu ihr gehen.

Kaffee Campus in Hamburg

Auf dem Kaffee Campus der Deutschen Röstergilde auf der COTECA wird die Praxis gezeigt: Vom perfekten Rösten und der professionellen Verkostung bis zur erfolgreichen Existenzgründung

Kaffee-Experten und Branchenneulinge können im Rahmenprogramm der COTECA Tea, Coffee and Cocoa Global Industry Expo in Hamburg vom 20.-22. September praktischen Unterricht auf dem Kaffee Campus der Deutschen Röstergilde nehmen. Die Deutsche Röstergilde lädt die Besucher dazu ein, aktiv mit den hochwertigen Produkten und den Maschinen umzugehen und zeigt die Praxis von der Röstkunde bis zur Barista-Zertifizierung.

Die Teilnehmer kreieren aus Rohkaffeespezialitäten der Deutschen Röstergilde eine besondere Filterkaffeemischung, die sie anschließend rösten, verkosten und bewerten. An der Espresso- und Brewbar üben sie sich in der Kunst der perfekten Brühung von verschiedenen Espresso- und Kaffeespezialitäten. Es werden zudem professionelle Kaffeeverkostungen, die Cuppings, angeboten. Verschiedene Rohkaffeehändler präsentieren dabei ihre Spezialitäten. Laien werden in einem speziellen Workshop an das Cupping herangeführt. Die theoretischen Grundlagen werden auf dem Kaffee Campus in Fachvorträgen vermittelt. Experten informieren über die Trends beim Rösten und Zubereiten, die technische Entwicklung der Espressomaschine, über Kaffeeursprungsländer und weitere aktuelle Themen aus der Branche.

Auch die Berlin School of Coffee ist auf der COTECA vertreten und bietet auf dem Kaffee Campus spannende Workshops an. Dazu gehören Einweisungen in die ideale Einstellung der Maschinen, Kaffee- und Brühtheorien, Gießtechniken und eine Einführung in die Latte Art. Wer möchte, kann sein Baristawissen mit einem Zertifikat krönen und direkt vor Ort eine SCAE Barista Level I Prüfung ablegen. Neueinsteiger erhalten zudem Tipps für die Existenzgründung und profitieren von der Expertise der erfahrenen Referenten, die über Kostenkalkulationen, Equipment, Zertifizierungen, Brandschutzvorgaben und vieles mehr informieren.

Die Anmeldungen zu den Cuppings und Röstworkshops der Deutschen Röstergilde erfolgen vor Ort auf der COTECA. Die Seminare der Berlin School of Coffee können unter folgendem Link bereits gebucht werden: http://berlinschoolofcoffee.de/BSOC/coteca/

Deutsche Kantinen wieder besser besucht

Im vergangenen Jahr haben deutsche Unternehmen dank der guten Konjunktur wieder mehr Personal eingestellt. Davon profitierten auch die Kantinen, die sich über mehr zahlende Gäste freuen konnten. Mit einem Erlösplus von 5,2 Prozent (Vj. 2,6 Prozent) war die „Verpflegung am Arbeitsplatz“ Wachstumsmotor der Catering-Branche. Absolut gesehen macht dieses Segment etwa die Hälfte aller Umsätze (48,5 Prozent) von Deutschlands führenden Cateringunternehmen aus. Zu diesen Ergebnissen gelangt die Wirtschaftsfachzeitschrift gv-praxis (Deutscher Fachverlag) in ihrer aktuellen und exklusiven Branchenerhebung für 2011, in deren Rahmen 31 Cateringunternehmen befragt wurden.

Insgesamt erwirtschafteten diese Unternehmen, so ein weiteres Resultat, knapp 3,0 Mrd. Euro (ohne Mwst.) mit 5.044 Verträgen und erzielten ein Erlösplus von 5,2 Prozent. Zweistellig (plus 11,3 Prozent) wuchs der Bereich „Neue Märkte“, der 8,3 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht. Beispielsweise die Stadien- und Eventgastronomie zählen zu diesem Segment.

Die befragten Entscheider zeigen sich laut Studie mit dem Jahr 2011 zufrieden: 64,3 Prozent bewerten die Gewinnsituation als sehr gut oder gut, 32,1 Prozent nannten sie zufriedenstellend.

Top 3 Cateringunternehmen
Vom wertmäßigen Wachstum der befragten Cateringunternehmen, die über 60.000 Mitarbeiter beschäftigen, entfällt der größte Teil auf drei multinationale Dienstleistungskonzerne: Sodexo (plus 25,1 Mio. Euro), Compass Group (plus 22,2 Mio. Euro) und Aramark (plus 17,0 Mio. Euro). Allein diese Top 3 generierten 2011 fast 1,45 Mrd. Euro Umsatz, das entspricht einem Anteil am Gesamtumsatz von 48,7 Prozent.

Verdrängungsprozess verschärft sich
Das Jahr 2011 war geprägt durch mehr Wettbewerbs- und Kostendruck auf Auftraggeberseite, während die Gäste durch Ehec-Skandal und Atomunfall in Japan hochgradig sensibilisiert waren. Steigende Qualitätsanforderungen und zunehmende Preissensibilität auf Auftraggeber- und Gästeseite mussten in Einklang gebracht werden. Die Studie von gv-praxis zeigt auch, dass der Anteil des „echten“ Neugeschäfts signifikant gesunken ist – das heißt, jeder zweite Vertrag kommt derzeit von einem Mitwettbewerber. Der Verdrängungsprozess ist groß. Die Vertragspartner überprüfen ihre Dienstleister in immer kürzeren Abständen per Ausschreibung und wünschen immer individuellere Anforderungen, so der Tenor der Branchengrößten.

Nachhaltigkeit ist gefragt
Das dominierende Thema bei den über 5.000 Kunden heißt Nachhaltigkeit – von regionalen Einkaufsquellen bis hin zu bio-zertifizierten Lebensmitteln. Kernaussage hier: Nur wenn die Qualität überzeugt, ist der Gast zu Mehrausgaben bereit. Die Durchschnitts-Bons pro Gast liegen zwischen 3,61 Euro und 4,53 Euro pro Menü.

Aussichten 2012
Für das Jahr 2012 erwarten 88 Prozent der befragten Manager bessere Umsätze, 79 Prozent rechnen mit besseren Gästezahlen als vor zwölf Monaten (Befragungszeitpunkt: März). Allerdings befürchten 39 Prozent eine schlechtere Kostensituation.