Pistazien

Je grüner, desto besser

Sie sind sie ein beliebter Partysnack, eine edle Zutat in Backwaren und eine farbenfrohe Dekoration auf Pralinen. Die Rede ist von Pistazien, den Samen der Steinfrüchte des Pistazienbaumes. Die hellgrünen, teilweise auch lila Kerne sind mal rund, mal mandelförmig oder mal oval und zeichnen sich durch ihren milden, nussigen Geschmack aus.

In der Küche haben Pistazien in vielen Bereichen ihre Nischen erobert. Gehackt oder als Ganzes werden sie gerne in Kekse eingebacken. In Baklava oder Mozartkugeln sind sie unverzichtbar, in der Mortadella ebenfalls. Beliebte Pistazien-Begleiter sind Honig und Minze, Marzipan und Schokolade. Und in pikanten Speisen sind vor allem Zutaten aus dem Orient wie Couscous ihre Partner. Manches Mal dienen die grünen Kerne als Hingucker, vor allem in Kombinationen mit Kontrastfarben. Auf der schwarzen Schokopraline, dem roten Himbeerkuchen oder mit gelbem Safranreis machen sie sich besonders gut.

Pistazienkerne haben mit knapp 600 Kilokalorien pro 100 Gramm einen hohen Energiewert. Sie bestehen nämlich zu gut 50 Prozent aus Fett, größtenteils aus ungesättigten Fettsäuren. Dass die kleinen grünen Dinger dennoch von Ernährungswissenschaftlern als gesunde Zwischenmahlzeit empfohlen werden, liegt auch ihren anderen inneren Werten: Mit mehr als 20 Prozent enthalten Pistazien besonders viel Eiweiß. Auch Vitamine aus der B-Gruppe, Folsäure, Kalium und Eisen sind in erwähnenswertem Umfang enthalten. „Wer sich selbst bei der Pistazienknabberei disziplinieren möchte, sollte zu ungeschälten Kernen greifen“, rät Harald Seitz vom aid infodienst. „Das mindert das Verzehrtempo und damit oft auch die Menge, die man nascht. Außerdem fördert das gemeinsame Knacken der Kerne die Kommunikation.“

Der Pistazienbaum hat vom Nahen Osten zunächst den Mittelmeerraum erobert. Spätestens seit der Antike wurde er gezielt angebaut. Heute sind nach dem Iran die USA und die Türkei die weltweit größten Hersteller. Pistazien sind meist teurer als Mandeln, Haselnüsse und Co. Das liegt an der aufwändigen Ernte und Verarbeitung und daran, dass ein Pistazienbaum nur jedes zweite Jahr reiche Ernte bringt.

Hierzulande sind Pistazien mit oder ohne Schale, naturbelassen oder gesalzen und geröstet ganzjährig erhältlich. Gerade im Advent gibt es sie mancherorts als lose Ware. Appetitlich-grüne Farbe ist das deutlichste Qualitätszeichen. Bei ungeschälten Pistazien sollten möglichst viele der harten Außenschalen an der Naht aufgesprungen sein. Große, lange Kerne gelten als besonders aromatisch. Pistazien, die einen muffigen Geruch verströmen oder alt aussehen, lässt man besser liegen. An ihnen haben sich bereits Schimmelpilze, sogenannte Aflatoxine, gebildet. Diese sind hitzebeständig und bereits in kleinen Mengen gesundheitsschädlich. Zuhause werden die empfindlichen Schätzchen am besten kühl und trocken gelagert. Einmal geöffnete Packungen dürfen nicht zu lange herumliegen.
Eva Neumann, www.aid.de

Vorverpacktes Obst und Gemüse oft unerwünscht

Lieber lose Ware

Obst, Gemüse und Fleisch werden immer häufiger in Plastik vorverpackt verkauft. Das bietet dem Handel viele Vorteile. So ist die Ware zum Beispiel einfacher zu transportieren und zu stapeln. An der Kasse geht es schneller, da nicht mehr gewogen werden muss. Verbraucher hingegen würden gerne auf unnötige Verpackungen beim Einkauf von Obst und Gemüse verzichten und so dazu beitragen, das Müllaufkommen zu verringern. Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) mit rund 1.000 Teilnehmern.

Beeren obst
Obst

Die Mehrheit der Befragten (76 %) bevorzugt Obst und Gemüse, das nicht abgepackt ist. Lediglich vier Prozent kaufen es lieber in der Verpackung. 85 Prozent sind sogar bereit, ihren eigenen Beutel zum Einkauf mitzunehmen, um Müll zu sparen. 62 Prozent bemängeln, dass man bei abgepackter Ware nur selten die gewünschte Menge bekommt.

75 Prozent der Kunden begrüßen Angebote für regionale Obst- und Gemüsesorten. Und die Gurke darf auch krumm sein. Mehr als 90 Prozent würden auch Lebensmittel kaufen, die bislang nicht in den Handel gekommen sind. 49 Prozent wären bei einem günstigeren Preis bereit, Obst und Gemüse mit äußeren Mängeln zu kaufen. Für 42 Prozent wäre auch der gleiche Preis in Ordnung. Knapp 80 Prozent der Befragten würden auf bestimmtes Obst, Gemüse und Backwaren verzichten, wenn dadurch weniger Produkte weggeworfen werden.

Der Naturschutzbund fordert den Handel auf, dem Kunden einen möglichst verpackungsfreien Einkauf zu bieten. Schon jetzt können Verbraucher einiges tun, um den Verpackungsmüll zu reduzieren. Bevorzugen Sie den Wochenmarkt oder Supermärkte, die viel lose Ware kaufen. Bringen Sie eigene Beutel für Obst, Gemüse und Backwaren mit. Fordern Sie im Supermarkt mehr unverpackte Waren ein. Wer den Verpackungsmüll im Geschäft lässt, kann ein Zeichen setzen.
Heike Kreutz, www.aid.de

Stiftung Warentest: Grüner Tee

Keiner von 25 Tees ist frei von Schadstoffen

Ob lose, in Beuteln oder Kapseln – keiner von 25 grünen Tees im Test ist frei von Schadstoffen. Sieben sind so stark belastet, dass sie „mangelhaft“ abschneiden, sieben weitere sind „ausreichend“. Für Teetrinker lässt sich ein Gesundheitsrisiko bei einigen Schadstoffen nicht ausschließen. Fünf Produkte im Test sind nur sehr gering belastet. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest in der Oktober-Ausgabe ihrer Zeitschrift test, für die sie 25 grüne Tees auf deren Schadstoffbelastung untersucht hat.

Besonders auffällig sind die potenziell krebserregenden Substanzen Pyrrolizidinalkaloide und Anthrachinon. Einen gesetzlichen Grenzwert für Pyrrolizidinalkaloide gibt es nicht, aber eine Tageszufuhr, die als wenig bedenklich gilt. So sollte ein 60 kg schwerer Erwachsener langfristig nicht mehr als 0,42 Mikrogramm täglich aufnehmen. Bei sechs Produkten im Test wird dieser Wert schon mit einer beziehungsweise zwei Tassen täglich überschritten. Eine akute Gesundheitsgefahr besteht nicht. Ein Risiko lässt sich aber nicht ausschließen, wenn Teetrinker dauerhaft hochbelastete Produkte trinken. Alle Tees im Test sind mit Anthrachinon belastet. Den gesetzlich festgelegten Höchstgehalt überschreitet kein Produkt. Tee sollte dennoch so wenig wie möglich davon enthalten.

Vier der fünf „guten“ Grüntees sind Bioprodukte. Zwei weitere Bio-Tees schneiden „befriedigend“ ab, drei „ausreichend“. Einer der schlechtesten Tees im Schadstofftest ist ein loser Tee aus dem Asia-Laden. Die Tester fanden von einem Pestizid höhere Rückstände als zulässig. Der Tee hätte nicht verkauft werden dürfen.

Der ausführliche Schadstofftest Grüner Tee erscheint in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift test oder unter www.test.de/tee abrufbar.

Sauerkraut

Sauerkraut: Sauerkraut ist ein typisch deutsches Wintergemüse, das auch im Ausland sehr bekannt ist. In englischsprachigen Ländern werden die Deutschen gerne als „Krauts“ bezeichnet. Das saure Gemüse muss aber nicht immer klassisch mit deftigem Fleisch wie Kasseler und Eisbein kombiniert werden. Es schmeckt auch in einer leichten Suppe mit Lachs, in der Quiche, im Auflauf, zu Lamm, Geflügel und geräuchertem Fisch. Das Kohlgemüse schmeckt aber auch in der Lasagne und in einer Schupfnudelpfanne mit Zwiebeln und Speck. Leicht und lecker ist ein Rohkostsalat mit Sauerkraut, fein geraspelten Äpfeln, Möhren und einem Joghurtdressing. Gewürze wie Kümmel, Chili, Majoran, Piment und Wacholder geben dabei eine immer neue Note.

Sauerkraut ist ein durch Milchsäuregärung haltbar gemachter Weißkohl. Das Verfahren ist schon Hunderte von Jahren alt: Zunächst wird der frische Kohl von den äußeren Blättern und dem holzigen Strunk befreit und in feine Streifen geschnitten. Man mischt ihn mit ein bis zwei Prozent Kochsalz und gibt ihn in einen Gärtopf. Jede Schicht wird gestampft, bis der Zellsaft austritt. Weitere Zutaten wie Zucker, Kümmel, Wacholderbeeren und Weinblätter können hinzugegeben werden. Im Zellsaft vermehren sich die Milchsäurebakterien und bringen den Weißkohl zum Gären. Der enthaltene Zucker wird in Milchsäure umgewandelt, die für den sauren Geschmack verantwortlich ist und das Kraut haltbar macht. Dieser Prozess dauert vier bis sechs Wochen. In dieser Zeit muss der Behälter abgedichtet sein, damit kein Sauerstoff an das Kraut gelangt.

Sauerkraut ist reich an wertvollen Ballaststoffen, Mineralien und Vitaminen wie Vitamin C. Deswegen aßen in früheren Zeiten die Menschen das Gemüse in den Wintermonaten, denn frisches Obst und Gemüse war nur selten zu haben. Die Seefahrer nahmen es als Proviant mit auf das Schiff, um der Vitamin-C-Mangelkrankheit Skorbut vorzubeugen. Als die Methoden zur Haltbarmachung von Lebensmitteln immer besser wurden, verlor der sauer eingelegte Weißkohl an Bedeutung und galt bald als Arme-Leute-Essen. Heutzutage wird das Sauerkraut wieder häufiger in der Küche verwendet. Es stammt meist aus regionaler Produktion und ist zudem mit nur 18 Kilokalorien pro 100 Gramm besonders kalorienarm.

Ein gutes Sauerkraut hat eine angenehme Säure, eine helle Farbe und ist leicht knackig. Das gesunde Wintergemüse ist lose in Fleischereien, im Reformhaus und manchmal auf dem Wochenmarkt erhältlich. Im Supermarkt finden Verbraucher Sauerkraut in eingeschweißten Kunststoffbeuteln oder als Dauerkonserve in Dosen.
Heike Kreutz, www.aid.de

Das sind die miesesten Hotels in Deutschland

Ein mieses Hotel macht jede Urlaubsfreude zunichte. Größte Urlaubskiller sind dreckige Zimmer, abgewohntes Mobiliar, miserables Frühstück und unfreundlicher Service. Das Reiseportal HolidayCheck.de hat aus seiner Datenbank die unbeliebtesten Hotels Deutschlands gefiltert. Häuser, die besonders selten von Gästen weiterempfohlen werden und geringsten Werte in Kategorien wie Service, Zimmer und Gastronomie aufweisen.

Hotel im Volksgarten Oberhausen** / Oberhausen
Schon bei der Ankunft verschlägt es manchem Reisenden ob der brüchigen Fassade die Sprache. Zudem wird der Gast unfreundlich empfangen. Schlechte Laune scheint in diesem Hotel die Regel zu sein. Reisende berichten, dass die Wirtin bei jeder Gelegenheit lautstark ihre Angestellten kritisiere. Die Zimmer schildern Gäste als primitiv eingerichtet, mit etlichen lebenden und toten Nachtfaltern und löchrigen Bettlaken.

Hotel Continental Pfälzer Hof / Koblenz
Die zentrale Lage direkt am Bahnhof scheint das Beste an diesem Hotel zu sein. Alles andere widert Gäste an: „An der Zimmertür war schon die Klinke lose. Im Zimmer selber kaputter und schmutziger Teppich, lose Fußleisten und Steckdosen, verrauchte Gardinen/Vorhänge, kaputte Mini-Bar. Überall Staub. Die Silikon- und Fliesenfugen im Bad mit Schimmel überdeckt.“

Pension Stresemannstraße 115 / Hamburg
„Check-In im Heizungskeller in zwei Minuten, Bezahlung im Voraus ohne Besichtigung.“ So schildert ein Gast sein Erlebnis. Noch nicht einmal die Hausnummer stimmt. Die Pension liegt in der Stresemannstraße 83 und entpuppt sich als Altbauwohnung mit fünf Zimmern. „Dusche und WC unhygienisch und viel zu klein. In die Gemeinschaftsdusche muss man halb nackt durch den Flur, da man sich in der Dusche vor Platzmangel nicht ausziehen kann.“

Hotel Markgraf*** / Markgrafenheide
Gegrüßt wird hier nie, schreiben etliche Gäste. Eine solch unfreundliche Behandlung haben viele noch nicht erlebt. Beim Frühstück empfinden sich Gäste nur als Störfaktor des Personals. Die Zimmer sind klein mit veraltetem Mobiliar und durchgelegenen Matratzen. Selbst der Hotelprospekt verrät sein Alter: Telefon-Preise noch in Deutscher Mark.

Hotel Zollhof / Hamburg
Das kommt den Gästen gleich merkwürdig vor: „Man muss vorab bezahlen und unterschreiben, dass man innerhalb von 15 Minuten nach Einchecken die Zimmer überprüft hat, sonst könnte man nicht mehr stornieren.“ Im Zollhof wirke die Zimmereinrichtung wie auf Flohmärkten zusammengesucht. „Vor der Bettenbenutzung hat es uns richtig gegraut, da wir beim Zurückschlagen der Decke eine feine Dreckschicht auf dem Laken bemerkten.“

Villa Seegarten & Pirat / Lohme auf Rügen

Angelockt fühlen sich Gäste allein durch den Namen „Villa“ und den Hinweis auf „Bäderarchitektur“. Doch tatsächlich berichten sie von zu kleinen Zimmern mit muffigem Bad. Bei Regen tropft es von der Decke. „Obwohl andere Zimmer frei waren, wurde nur ein ausrangierter Mayonnaise-Eimer darunter gestellt. Die Wandtapete ließ erahnen, dass dies nicht das erste Mal passierte.“ Zum Frühstück heißt es lapidar: Man wurde satt.

Hotel Am Stuttgarter Eck** / Berlin
Personal war anwesend – gelächelt hat niemand. So bezeichnet ein Gast knapp die Atmosphäre: Das Zimmer war groß aber dreckig. Im Bad fehlten Haken, also landeten die Handtücher auf dem Boden. Eine Nachttischlampe war zwar vorhanden, aber keine Steckdose dafür. „In der Toilette waren die Hinterlassenschaften vom Vorgänger, unter dem Bett wurde unserer Meinung nach nur einmal im Jahr geputzt, unser Ausblick zum Innenhof wurde vom Müll im Baum getoppt!“

Hotel Eifelgold Rooding**** / Simmerath
Außen hui, innen pfui! Dieser Spruch scheint hier exakt zu treffen. „Das ganze Hotel macht einen veralteten und miefigen Eindruck“, schreiben Urlauber und berichten von fehlender Kundenfreundlichkeit: „Bei Reklamationen wird entgegnet – wenn es nicht passt, können Sie gehen; auch bei anderen Gästen sind solche verbalen Entgleisungen passiert.“ Über den Wellnessbereich heißt es: „Obwohl der Bademantelservice voll berechnet wurde, musste man alles einzeln anfordern.“

Potsdamer Inn Hotel*** / Berlin
Hier graut es den Gästen: Fluchtwege waren mit Betten zugestellt. Schockiert berichten sie von ihren Zimmern: Bierflaschen vom Vorgänger standen noch auf den fleckigen Teppichböden. Die Toilette war mit Urinflecken nur so übersäht. Selber schuld: „Dabei hatten wir dieses Hotel nur gebucht, weil es einen kostenlosen Parkplatz anbot“, heißt es verzweifelt.

Hotel Pension Klaer** / Speyer
Negativer Höhepunkt ist ein Plastik-Duschcontainer mit Dusche und WC im Zimmer. Das Mini-Waschbecken befindet sich an der Außenwand des Containers. Betätigt man die Spülung der Toilette, ertönt ein ohrenbetäubender Lärm. So richtig sauber war dieser Badcontainer nicht, die Kunststoffwände wiesen zahlreiche Tropfflecken unbestimmter Herkunft und Alters auf.

Stichprobe zu Apfel-Preisen in Supermärkten: Merkwürdiger Einheitspreis

Viele Supermärkte setzen auf ein merkwürdiges Einheits-Preissystem: Für lose Äpfel müssen Kunden meist 1,99 Euro pro Kilo berappen – egal, zu welcher Jahreszeit, egal, welche Sorte sie in den Beutel stecken. Auch dass wie in dieser Saison eine überaus gute Ernte für billigere Preise gesorgt hat, beeindruckt die Ketten nicht. Bei verpackter Ware dagegen herrscht meist billigere Preisvielfalt. Das zeigt eine Stichprobe, bei der die Verbraucherschützer die Obsttheken von Supermarkt-Ketten unter die Lupe nahmen.

Ein Apfel ist ein Apfel ist ein Apfel. Jedenfalls dann, wenn er als lose Ware in Supermärkten wie Real, Rewe oder Netto, Kaufland oder Kaiser’s angeboten wird. In diesem Fall gilt: Ob Braeburn, Pink Lady oder Gala Royal, ob zwischengelagert im Winter oder im Herbst praktisch vom Baum in den Handel gefallen, ob in der Region geerntet oder weitgereist aus Übersee – fast stets kostet ein eigenhändig in den Beutel gepackter Apfel 1,99 Euro pro Kilogramm. Das ergab eine Stichprobe, bei der die Düsseldorfer Verbraucherschützer Obsttheken von fünf Supermarkt-Ketten sichteten.

Rund zehn Apfelsorten der Klasse I hatte zum Beispiel Real als lose Ware im Sortiment, den heimischen Elstar, einen Granny Smith aus Italien oder eine Pink Lady aus Frankreich – alle zu 1,99 Euro das Kilo. Ein ähnliches Stillleben bot sich bei Kaufland: Zehn Sorten – derselbe Preis. Die Cent-genaue Einigkeit fand sich ebenfalls bei den Konkurrenten Netto, Rewe und Kaiser’s.

Und das erstaunt. Denn wer über die Einheitspreis-Waagen hinaus schaut, trifft auf eine andere Apfel-Welt. Schon am Beginn der Vermarktungskette verkaufen die großen Erzeugerorganisationen wie Elbe-Obst und Bodenseeobst preislich stark differenziert. Die Sorten Boskoop und Cameo beispielsweise starteten vergangene Saison mehr als doppelt so teuer wie Jonagold.

Auch auf Großmärkten wie dem Düsseldorfer klaffen die Sorten-Preise auseinander. So notierten die Tester der Verbraucherzentrale NRW, dass für Jazz fast das Vierfache zu berappen war wie für Elstar. Und ebenso variierten die Sortenpreise auf den Wochenmärkten und in den Bioläden bei loser Ware heftig. Oftmals von 99 Cent bis 2,99 Euro pro Kilo.

Kurios: Selbst die Einheitspreis-Verfechter machen Unterschiede – allerdings nur bei vorgepackten Äpfeln. Die nämlich befinden sich – oftmals in der Qualitäts-„Klasse II“ – im heftigen Preis-Wettbewerb. Wer zum Zwei-Kilo-Beutel oder Six-Pack in der Schale greift, zahlt dabei im Vergleich zur gleichen losen Sorte meist deutlich weniger.

Ein Beispiel : Die Ein-Kilo-Schale Gala (Klasse I) war bei Real mit 1,49 Euro ein Viertel billiger als die selbst Abgewogenen (Klasse I). Bei einigen Anbietern sank so der Kilo-Preis von 1,99 Euro bis auf 86 Cent.

Verantwortlich für das merkwürdige 1,99-Euro-System, so lassen die Ketten verlauten, seien angeblich die Kunden. Die nämlich „kaufen oftmals mehrere Sorten gemischt in einem Beutel“ (Kaiser`s). Das sei auch bei Real „grundsätzlich gelebte Praxis“, sodass es an der Waage mittlerweile nur noch eine Taste für lose Äpfel gebe.

Verboten ist das nicht. Denn rechtlich liegt die Preisgestaltung in der Hand des Einzelhandels. Überaus ärgerlich allerdings: Verbrauchern ist es so verwehrt, bei loser Ware eine billigere Apfelsorte zu wählen. Wer sparen will, muss zur umweltschädlicheren Variante, also zum Apfel unter Plastik greifen, die obendrein oft nur in Klasse-II-Qualität offeriert wird.

Besonders betroffen davon sind in diesem Jahr die Freunde gängiger Sorten wie Golden Delicious, Jonagold und Elstar. Schließlich hat eine überaus gute Ernte für günstigere Preise gegenüber dem Vorjahr gesorgt: im Schnitt um bis 20 Cent je Kilo, weit mehr noch bei Jonagold. Doch bei loser Ware kassieren die meisten Supermärkte unbeeindruckt weiterhin 1,99 Euro ab.

Den Hauptgrund dafür sehen Kenner der Branche in dem Misstrauen, das Märkte gegen Kundschaft und Mitarbeiter hegen: Obstkäufer könnten beim Auswiegen und Auszeichnen teurere Sorten in den Beutel mischen, was an der Kasse unentdeckt bliebe.

„Mehr Fachpersonal für Obst und Gemüse“, empfiehlt da Dr. Egon Treyer. Der Geschäftsführer der Marktgemeinschaft Bodenseeobst, einer der größten Erzeugergemeinschaften von Äpfeln, kann über den 1,99-Euro-Einheitspreis nur den Kopf schütteln: „An der Fleischtheke hat schließlich auch jede Wurstsorte ihren eigenen Preis.“

Test: Räucherlachs

Räucherlachs:Für 14,80 Euro „mangelhaft“, für 1,40 Euro „gut“

Von 18 Räucherlachs-Produkten schnitt ausgerechnet die lose Ware von der Frischetheke am schlechtesten ab: der mit 14,80 Euro pro 100 Gramm eingekaufte irische Wildlachs aus dem KaDeWe entpuppte sich als Zuchtfisch und war verdorben. Das test-Qualitätsurteil: „mangelhaft“. Für die Januar-Ausgabe ihrer Zeitschrift test hat die Stiftung Warentest Räucherlachs, davon14 Produkte Zuchtlachs, 4 aus ökologischer Aquakultur und 4-mal Wildlachs, darunter einmal lose Ware, getestet.

Mit zwei Zuchtlachs-Produkten liegt Friedrichs vorn: 100 Gramm „guter“ Räucherlachs aus konventioneller Zucht kosten 4,00 Euro, aus ökologischer Aquakultur 5,30 Euro. Sensorisch am besten und aus Ökozucht ist der „gute“ bio-verde (Naturland) Nordadlantiklachs für 5,50 Euro. Auch „gut“, aber deutlich günstiger ist der Farmlachs von Lidl und Aldi (Süd) für je 1,40 Euro.

Dass wilder Lachs gezüchtetem überlegen ist, belegt der Test nicht. Der beste Wildlachs schneidet im Test nur „befriedigend“ ab. Er kommt von Stührk und kostet 3,80 Euro pro 100 Gramm.

Minuspunkte gaben die Tester für blaue Impfflecken, Hautreste, Gräten, undefinierbare braune Flecken oder Scheiben, die beim Entnehmen zerreißen. Für einen leicht bitteren und leicht brennenden Nachgeschmack gab es ebenso Punktabzüge wie für eine erhöhte Keimzahl, die ein Zeichen von schlechter Kühlung oder mangelnder Hygiene sein kann. Insgesamt war das Ergebnis aber deutlich besser als vor acht Jahren. Damals waren 10 von 22 Produkten verdorben.

Der ausführliche Test Räucherlachs findet sich in der Januar-Ausgabe der Zeitschrift test und unter www.test.de/lachs.

Neuauflage der DGE-Beratungs-Standards

Neuauflage der DGE-Beratungs-Standards

Qualitätssicherung in der Ernährungskommunikation

Im Bereich der Ernährung werden häufig sehr gegensätzliche
Standpunkte vertreten, die nicht nur Verbraucher, sondern auch
Ernährungsfachkräfte verunsichern. Damit Aussagen in der
Ernährungsberatung wissenschaftlich belegt und einheitlich sind,
veröffentlicht die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.
(DGE) die Beratungs-Standards, mit denen die Qualität in der
Ernährungskommunikation verbessert wird. Aktuell ist die
Neuauflage der DGE-Beratungs-Standards erschienen. Das Gesamtwerk
wurde inhaltlich komplett überarbeitet und neu strukturiert. Auch
grafisch kommen die Standards neu und ansprechend gestaltet
daher. Sie beinhalten sowohl nährstoff- als auch
lebensmittelbezogene Empfehlungen, Richtlinien für die Ernährung
von bestimmten Bevölkerungsgruppen oder bei ausgewählten
Krankheitsbildern, bewerten bestimmte Ernährungsweisen und vieles
mehr. Erstmals aufgenommene Themen sind z. B.
Energiestoffwechsel, sekundäre Pflanzenstoffe, Konzept der
Dreidimensionalen Pyramide, Health Claims, Kurzversion zur
DGE-Leitlinie Fett, Reizdarmsyndrom und Gestationsdiabetes.

Die didaktisch aufgebaute Lose-Blatt-Sammlung umfasst die Kapitel

* Nährstoffbezogene Empfehlungen
* Lebensmittelbezogene Empfehlungen
* Präventive Aspekte der Ernährung
* Ernährung bestimmter
* Diätetik – Ernährung für ausgewählte Krankheitsbilder
* Beratungsmethodik (Lieferung mit folgendem Update)
* Gemeinschaftsverpflegung

Die DGE-Beratungs-Standards wurden mit dem „Koordinierungskreis
der öffentlich geförderten Ernährungsaufklärung“[1] abgestimmt und
weiterentwickelt. Diesem Koordinierungskreis gehören neben der
DGE folgende Institutionen an: aid infodienst, Bundesanstalt für
Landwirtschaft und Ernährung, Bundesministerium für Ernährung,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Bundesministerium für
Gesundheit, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung,
Länderministerien, Verband der Landwirtschaftskammern und der
Verbraucherzentrale Bundesverband e. V. Damit wird deutlich, dass
zu den Aussagen in den Beratungs-Standards ein Konsens innerhalb
der öffentlich geförderten Ernährungsaufklärung in Deutschland
besteht.

Die Herausgabe der DGE-Beratungs-Standards als
Lose-Blatt-Sammlung hat den Vorteil, dass eine regelmäßige
Ergänzung in Form von „Updates“ möglich ist, die die Aktualität
der Inhalte gewährleisten. Mit der Bestellung ist deshalb die
Verpflichtung zur Abnahme der Ergänzungslieferungen – Updates –
verbunden. Zu beziehen sind die DGE-Beratungs-Standards ab sofort
für 39,00 EUR zzgl. 3,00 EUR Versandkosten unter der Artikel-Nr.
120500 beim DGE-MedienService[2] unter
http://www.dge-medienservice.de , Tel.: 0228 9092626,
Fax: 0228 9092610, mailto:info@DGE-MedienService.de. Das
Abonnement kann nach Bezug von zwei fortlaufenden
Ergänzungslieferungen (0,30 EUR pro Blatt) jederzeit gekündigt
werden.

Bessere Informationen für Allergiker

Bessere Informationen für Allergiker

Umfassendes Verbraucher-Informationssystem soll Allergiker beim Einkauf im Fleischer-Fachgeschäft besser über allergene Stoffe informieren.

„Gute Verbraucherinformationen werden beim Einkauf immer wichtiger, insbesondere für Allergiker. Mit der Initiative des Deutschen Fleischerverbands wird nun auch bei loser Ware ein weiterer Schritt in die richtige Richtung getan.“ betonte der Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Gert Lindemann anlässlich der Zusage von Fördermitteln heute in Berlin.

Für sein Projekt, ein umfassendes Verbraucher-Informationssystem zur Deklaration allergener Stoffe bei loser Ware im Fleischerhandwerk zu entwickeln, erhält der Deutsche Fleischer-Verband Fördermittel in Höhe von rund 100.000 Euro aus dem Innovationsprogramm des Bundesverbraucherministerium. So müssen sich Allergiker in Zukunft nicht auf verpackte Lebensmittel beschränken, sondern können das vielfältige Angebot der lose abgegebenen Lebensmittel nutzen.

„Der Deutsche Fleischer-Verband hat seine Vorstellungen frühzeitig mit den Betroffenen abgestimmt“, lobte Lindemann die Initiative. Die Notwendigkeit eines solchen Systems sei allein deshalb gegeben, weil in Deutschland gut ein Drittel aller Fleischerzeugnisse als lose Ware abgeben würden, erklärte Manfred Rycken, Präsident des Deutschen Fleischer-Verbands.

Im Rahmen des Projektes soll zunächst ein standardisierter Produktkatalog entwickelt werden, in dem Informationen zu den wichtigsten fleischerhandwerklichen Erzeugnissen aufgeführt sind. Die allergenen Stoffe und die Zusatzstoffe können betriebsspezifisch angegeben werden. Durch dieses einfache Basissystem soll die flächendeckende Anwendung erleichtert und befördert werden.

In einem zweiten Schritt soll ein webbasiertes System erstellt werden, welches eine individualisierte Aufnahme von Produkten in das Register und deren inhaltliche Anpassung durch jedes einzelne Fleischer-Fachgeschäft ermöglicht. Damit soll das innovative System der Vielfalt regionaler, traditioneller und individueller fleischerhandwerklicher Erzeugnisse Rechnung tragen und diese fördern.

Die Förderung des Vorhabens ist Teil des Aktionsplans des BMELV gegen Allergien www.aktionsplan-allergien.de

AK warnt vor Telefonwerbung von ausländischen Lotterien

Vorsicht vor Telefonanrufern, die Lose der süddeutschen Klassenlotterie verkaufen, warnt die AK. Zuerst wird mit einem Gewinn gelockt, dafür soll der Konsument seine Bankdaten bekannt geben. Erst später wird klar, dass er an einer sechsmonatigen Klassenlotterie für monatlich etwa 62 Euro teilnehmen soll. Wer vorschnell seine Kontonummer hergibt, dem können die Preise abgebucht werden.

„Telefonwerbung ist ohne ausdrückliche Einwilligung des Konsumenten verboten“, sagt AK Expertin Ulrike Ginner, „die Tricks sind unfair.“ Sie rät: „Geben Sie keine persönlichen Daten am Telefon preis und fragen Sie nach den Daten des Anrufers.“

Achtung: Wer bei einer ausländischen Lotterie mitspielt, macht sich strafbar. Laut Glückspielgesetz drohen Strafen bis zu 7.500 Euro. Zudem müssten ausländische Gewinne versteuert werden.

Derzeit melden sich verärgerte KonsumentInnen in der AK, dass ihnen per Telefonmarketing Lose der süddeutschen Klassenlotterie (SKL) verkauft werden. Die Rufnummer wird dabei entweder unterdrückt oder aber bei einer identifizierbaren Nummer ist diese für Rückrufe nicht mehr erreichbar. Die Anrufer sind sehr hartnäckig. „Vermutlich werden Call-Center eingesetzt, die auf Provisionsbasis arbeiten und daher an Geschäftsabschlüssen interessiert sind“, sagt Ginner.

„Konsumenten werden häufig überrumpelt“, so Ginner. Bei den Klassenlotterie-Anrufen läuft es so ab: Zunächst wird der Konsument neugierig gemacht, er habe bereits 2.000 Euro oder sogar 5.000 Euro gewonnen. Wenn er seine Bankdaten bekannt gibt, würde ihm das Geld überwiesen. Erst nach und nach kommt es ans Licht: Der Konsument soll an einer sechsmonatigen Klassenlotterie teilnehmen, wobei er monatlich etwa rund 62 Euro bezahlen soll. Auch wer sehr vorsichtig ist und nach Rückrufnummern fragt, bekommt falsche Telefonnummern, oder eine Rückrufmöglichkeit wird verneint. „Aufpassen ist angesagt, denn die Daten werden nur gebraucht, um die Lospreise abzubuchen“, sagt Ginner.

Tipps der AK:
Knausern Sie mit Ihren persönlichen Daten am Telefon wie Adresse, Geburtsdatum, Kontonummer.
Fragen Sie nach den genauen Daten des Anrufers.
Fühlen Sie sich durch unerbetene Anrufe belästigt, können Sie eine Anzeige bei der zuständigen Fernmeldebehörde machen. Ein Muster finden Sie auf der AK Homepage.
Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Kontoauszüge. Sie haben jedenfalls 42 Tage Zeit, um die Kontoeinziehung zu widerrufen.
Wenden Sie sich an die AK, wenn Sie in die Falle getappt sind. Es gibt einen Musterbrief für den Rücktritt vom Vertrag auf der Homepage.