Frischer Lauch

Viele kennen Lauch bzw. Porree nur in der Suppe oder im Eintopf. Doch das aromatische Gemüse hat viel mehr zu bieten. Die zarten Stangen des Sommerlauchs sind ideal für Rohkost und Salate, schmecken aber auch zu Pasta, im Risotto, im Gratin oder überbacken im Auflauf.

Für eine schnelle Gemüsebeilage zu Fisch und Fleisch wird der weiße Schaft in Ringe geschnitten und in wenig gesalzenem Wasser mit einer Prise Zucker acht Minuten gedünstet. In Kombination mit Sellerie, Möhren und Petersilienwurzel wird er als Suppengrün verwendet. Auch für Quiche und pikante Muffins ist das Gemüse geeignet. Dabei ist Porree ernährungsphysiologisch sehr wertvoll. Er enthält unter anderem reichlich Ballaststoffe, Vitamin C, B-Vitamine, Folsäure, Mineralstoffe wie Kalium und Kalzium und ist mit rund 30 Kalorien pro 100 g kalorienarm. Für den typischen Geschmack, der an Zwiebel erinnert, sind schwefelhaltige Verbindungen verantwortlich.

Porree ist im Mittelmeergebiet beheimatet und war schon den alten Ägyptern bekannt. Der kräftige Schaft bleibt weißlich, da im Anbau immer wieder Erde aufgeschüttet wird und er somit kein Tageslicht erhält. Jetzt finden Verbraucher frischen Sommerlauch, der hellere Blätter und schlanke Schäfte hat. Winterlauch wird frühestens im Oktober geerntet, hat dunkle grüne Blätter und dickere Stangen. Der Geschmack ist herzhafter als bei Sommerporree.

Vor der Zubereitung müssen die Stangen gründlich von Sand und Erde gesäubert werden. Dazu werden zunächst der Wurzelansatz, die grünen Enden und eventuell grobe äußere Blätter entfernt. Das Gemüse lässt sich nährstoffschonend waschen, indem man den Schaft der Länge nach bis zur Mitte einschneidet, fächerartig auseinanderbiegt und unter fließendem Wasser abspült. Achten Sie beim Einkauf auf Frische und Qualität. Das Laub sollte kräftig grün und die Wurzeln fest, nicht eingetrocknet oder bräunlich verfärbt sein. Im Gemüsefach des Kühlschranks lassen sich die Stangen rund eine Woche aufbewahren. Augrund des intensiven Geruchs ist eine getrennte Lagerung von anderen Lebensmitteln zu empfehlen.
Heike Kreutz, www.aid.de

Kräuter – Urlaub

Kräuterwanderungen, Workshops, Kräuter-Treatments – dieser Sommer steht im Hotel Steiner in Obertauern ganz im Zeichen der kleinen Pflänzchen, die die sanften Almen der Region übersäen. Eine hauseigene Kräuterexpertin macht die Gäste mit der wohltuenden Wirkung von Kräutern und Heilpflanzen vertraut.

Familie Steiner vom gleichnamigen 4-Sterne-Hotel in Obertauern hat sich für diesen Sommer Besonderes ausgedacht. „Die Almwiesen rund ums Hotel sind ein Paradies für Kräutersammler“, erzählt Hausherrin Andrea Steiner. „Wir möchten unseren Gästen näher bringen, welch große Schätze hier auf 1.700 m gedeihen.“

Die hauseigene Gesundheitstrainerin und TEH-Praktikerin Maria Eisenhut begeben sich mit einer ordentlichen Portion Fachwissen und Begeisterung mit den Gästen auf Wanderschaft, um die heilsamen Pflänzchen in der nahen Umgebung aufzuspüren. Beim anschließenden Workshop zeigt die Expertin, wie man diese zu schmackhaftem Kräutersalz, Salaten oder Tees verarbeitet.

Im Wellnessbereich lassen sich die Teilnehmer mit speziellen Treatments verwöhnen: Ein Aufguss mit Kräuteressenzen und Klangschalen sorgt für die perfekte Entspannung. Beim „Grüne Erde Kosmetik Workshop“ werden Salben und Cremes unter professioneller Anleitung selbst hergestellt. Stressgeplagte können bei einer „Phantasiereise“ mit Kräuterelementen den Alltag komplett loslassen.

PACKAGE
„Eine duftende Auszeit“ (buchbar 09.-12.07.2015)
3 Übernachtungen inkl. Hotel Steiner All-Inklusiv Genussküche, leichte, geführte Kräuterwanderung mit anschließender Frischkräutersalzherstellung, Entspannungsaufguss mit Klangschalen und Kräuteressenzen, Kosmetikworkshop und Phantasiereise mit Kräuterelementen, ab € 248,- p.P. im DZ.

Hotel Steiner**** Obertauern, Familie Steiner, Römerstraße 45, A-5562 Obertauern,
Tel: +43 (0)6456 / 7306, Fax: +43 (0)6456 / 747045, info@hotel-steiner.at, www.hotel-steiner.at

Marcus Langer

Oliver Heilmeyer setzt auf Regionalität und freut sich über Zuwachs in der Küche

Der Spreewald gehört zu den Zentren des Meerrettichanbaus in Deutschland und findet natürlich auf unterschiedliche Weise Einzug in die regionale Küche. Oliver Heilmeyer, Chefkoch des Hotels BLEICHE RESORT & SPA, aktuell wieder mit einem Stern vom Guide Michelin und vom Restaurantführer Gault&MiIlau 2015 mit 16 Punkten ausgezeichnet, sieht im Meerrettich immer wieder ein heimisches Gemüse, das sich vielseitig verwenden lässt. Der Meerrettich kommt als Wurzel ganz harmlos daher, geschnitten oder gerieben aber entfaltet er seinen unglaublichen und unnachahmlichen Geschmack.

Er hat viele Namen: Im süddeutschen Raum wird er Kren genannt, er heißt aber auch Bauernsenf, Fleischkraut, Krien, Märek, Mirch, Pfefferwurzel, Rachenputzer, Waldrettich und wurde schon in der Antike auch als Medizin geschätzt.
Neben der Gurke ist der Meerrettich das meistbekannte Gewächs im Spreewald, der hier besonders gut gedeiht und frisch verarbeitet werden kann. Gerade im Winter liefert er zahlreiche Vitamine und gehört in der Region deshalb auch zu einer gesunden und bekömmlichen Küche. Er eignet sich zum Würzen von Kürbissuppen, eingelegten Gurken, ganz traditionell als Sahnemeerrettich zu gekochtem Rindfleisch oder Fisch.

Auch in der Gourmetküche findet er sich wieder. Das Gericht in der Bleiche heißt aktuell „Spreewälder Erde“, welches das hiesige Anbaugebiet symbolisiert: „Wir stellen die Erde mit geriebenem Pumpernickel dar, ‚pflanzen‘ darauf zartes Rübengemüse und verfeinern das Ganze mit Meerrettichschaum. Der intensive typische Geschmack soll in der Kombination erhalten bleiben. Auch mit Sahne abgeschmeckt, zum Beispiel als Panna cotta oder als Eis, eignet sich Meerrettich hervorragend“, so Heilmeyer.
Die ganz jungen Meerrettichwurzeln, die als besondere Zutat bei Bauer Steffen Glöss im Nachbarort Vetschau geerntet werden, konfiert (Niedertemperaturgaren) er dafür über Nacht im Würzsud.

Alles wird mit dem Küchenteam vorab probiert und abgestimmt, damit gerade die „scharfen Sachen“ gezähmt und zum Genuss werden können.
Deshalb freut sich Küchenchef Oliver Heilmeyer, der für zwei à la carte- und acht Hotel-Restaurants verantwortlich ist, besonders über zusätzliche Unterstützung. Seit Kurzem steht dem bisher 7-köpfigen Team in der Gourmetküche des Sternerestaurants 17fuffzig nun auch Souschef Marcus Langer zur Seite. Mit ihm ist die gesamte Küchencrew des Hotels auf 22 Personen angewachsen.

Der gebürtige Görlitzer, Jahrgang 1985, war zuletzt und seit Herbst 2009 bei Nils Henkel im Gourmet Restaurant Lerbach im Althoff Schlosshotel Lerbach/Bergisch Gladbach als Souschef tätig, davor zwei Jahre im Restaurant „La Societe“ in Köln. Im Spreewald hat er mit seiner Familie eine neue Heimat gefunden und beschäftigt sich hier nun auch stark mit dem, was die fruchtbare Region Außergewöhnliches zu bieten hat.

Wenn die Schokolade nicht mehr schmeckt

Wenn ein Kind in Deutschland in seine Weihnachtsschokolade beißt, hat vielleicht auf einem anderen Teil der Erde ein anderes Kind geschuftet, um den Kakao hierfür zu ernten. Denn elf Prozent aller Mädchen und Jungen auf der Welt sind Opfer von Kinderarbeit. Das sind 168 Millionen Kinder.

Subsahara-Afrika ist von Kinderarbeit besonders betroffen. Gleichzeitig ist diese Region der größte Kakaoproduzent der Erde. Das Nachhaltigkeitsprogramm UTZ hat dort mehr als 285.000 Kakao-Farmen zertifiziert und versucht, seiner Verantwortung in Bezug auf Kinderarbeit so gut wie möglich gerecht zu werden. Das Verbot ist selbstverständlicher Bestandteil des sogenannten Code of Conduct. Dieser legt die ökonomischen, sozialen und ökologischen Kriterien für eine UTZ-Zertifizierung fest. Trotzdem: Kinderarbeit kommt vor.

Die Hauptursache von Kinderarbeit ist Armut. Dagegen kann ein einzelner Akteur nichts ausrichten. UTZ als NGO will selbst noch mehr tun, braucht aber Unterstützung. Von der Weltgemeinschaft, den einzelnen Staaten und der Industrie.

Gerade zu Weihnachten, wenn Schokoladenprodukte unsere Supermarktregale sprengen, verdient diese Problematik erhöhte Aufmerksamkeit. Deutschland zählt sowohl beim Verbrauch von reinem Kakao als auch von kakaohaltigen Süßigkeiten im Weltvergleich zu den Spitzenreitern. Wir würden uns freuen, wenn Sie die Diskussion rund um die Eindämmung von Kinderarbeit weiter voranbringen und das Thema Kinderarbeit in Ihre vorweihnachtliche Agenda aufnehmen könnten.

Weitere Details zu UTZ Certified und seine Bemühungen zur Abschaffung von Kinderarbeit können Sie der hier folgenden Hintergrundinformation entnehmen.

UTZ CERTIFIED GEGEN KINDERARBEIT
Der Code of Conduct: Null-Toleranz gegenüber Kinderarbeit
Das Verbot von Kinderarbeit ist analog den Richtlinien der ILO (Internationale Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen) im Code of Conduct von UTZ Certified niedergeschrieben. Dieser Kriterienkatalog formuliert die ökonomischen, sozialen und ökologischen Anforderungen, die Kaffee-, Tee- und Kakao- Farmer erfüllen müssen, um die UTZ-Zertifizierung zu erhalten. Die Einhaltung des Code of Conduct hat für UTZ höchste Priorität. Die zertifizierten Farmer werden regelmäßig sowohl durch ein UTZ-eigenes Kontrollsystem als auch von unabhängigen Auditoren überprüft.

Prävention: Schulungen und Aufklärung
Im Mittelpunkt des UTZ-Programmes stehen jedoch nicht Kontrollen, sondern Trainings und Schulungen. Die meisten von ihnen drehen sich um die Frage „Wie geht gute Agrarpraxis?“. UTZ zeigt den Farmern Anbaumethoden, die ihren Ertrag und letztlich auch ihr Einkommen erhöhen helfen. Denn nur dadurch kann UTZ sein Hauptziel erreichen: Die Lebensumstände der zertifizierten Farmer maßgeblich zu verbessern. Damit würde der Einsatz von Kindern als Arbeitskräfte auf lange Sicht unnötig.

Darüber hinaus betreibt UTZ Aufklärungsarbeit. Trainer vor Ort erklären den Farmern die negativen Folgen von Kinderarbeit und vermitteln, wie Bildung für alle Mitglieder einer Gesellschaft zu mehr Wohlstand führen kann. UTZ möchte mit diesen Maßnahmen einen positiven Kreislauf anstoßen und ein Umdenken fördern. Denn am Anfang eines jeden Kinderlebens soll der Schulbesuch stehen und nicht der Einsatz als vollwertige Arbeitskraft auf den Kakaofeldern.

Der Fall der Fälle: Maßnahmen
Trotz des klar formulierten Verbots im Code of Conduct, den regelmäßigen Kontrollen der Farmer und den Schulungen vor Ort: Es gab und es gibt Fälle von Kinderarbeit auf UTZ-zertifizierten Farmen.
Aus diesem Grund setzt UTZ mit der neuesten Auflage des Code of Conduct auf ein noch engmaschigeres Kontrollnetz.

Mehrere zertifizierte Farmer finden sich als Gruppe zusammen und benennen einen Verantwortlichen für das Thema Kinderarbeit. Diese Person dokumentiert alle Fälle. Außerdem entwickeln die Farmer gemeinsam einen Aktionsplan, um die Kinderarbeit auf ihren Farmen zu minimieren. Neben einer Ausweitung von präventiven Schulungen eignen sich hierfür auch folgende Maßnahmen: Die Erstellung von Geburtsurkunden für jedes auf der Farm geborene Kind hilft zum Beispiel langfristig bei der Identifikation von Kinderarbeit. Auch die Schaffung von Arbeitsstellen für Frauen sorgt dafür, dass ausreichend Arbeitskräfte vorhanden sind und die Farmer nicht auf die Mitarbeit von Kindern ausweichen müssen. Der Aktionsplan hält die Farmer also an, ihren Alltag gemäß den UTZ-Richtlinien eigenverantwortlich zu gestalten bzw. die Richtlinien besser umzusetzen.

Besonders zum Tragen kommt das neu geschaffene System des Kinderarbeits-Beauftragten aber vor allem, wenn akute Fälle von Kinderarbeit auftreten. Die Gruppe kann dann schnell eingreifen und eine Lösung aktiv vorantreiben. Dabei werden die Farmer von staatlichen und nicht-staatlichen Einrichtungen vor Ort unterstützt. UTZ Certified baut sein Netzwerk an Kooperationspartnern und Experten kontinuierlich aus, damit jeder Fall von Kinderarbeit gesondert geprüft und besonnen gehandhabt wird. So wird unter Einbindung aller Beteiligten und von Fall zu Fall entschieden, mit welcher (Zwischen)Lösung dem jeweiligen Kind am besten geholfen ist.
Bei den regelmäßigen Überprüfungen der zertifizierten Farmen wird demnach mittlerweile nicht nur kontrolliert, ob akute Fälle von Kinderarbeit vorliegen, sondern auch, wie mit vorangegangenen Fällen umgegangen wurde und ob die gewählten Maßnahmen wirksam sind.

Das UTZ-Netzwerk: Unterstützung vor Ort
Bei der Unterstützung vor Ort setzt UTZ auf die Zusammenarbeit mit Organisationen, die die Gepflogenheiten des jeweiligen Landes oder der Region am besten kennen.

In Afrika kooperiert UTZ Certified zum Beispiel mit der ICI (International Cocoa Initiative). Die ICI wurde 2002 gegründet und ist die führende Organisation für den Schutz von Kindern in den Kakao-Anbauländern. Sie versucht die Kakao-Industrie, die Zivilgesellschaft und die Regierungen vor Ort einzubinden, um Kindern eine bessere Zukunft – ohne Kinderarbeit – zu ermöglichen.

Auch Hivos ist eine Partnerorganisation von UTZ Certified. Hivos leistet Entwicklungshilfe in über 26 Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika. Mit dem Ziel einer freien, fairen und nachhaltigen Welt arbeitet die Organisation daran, dass alle Menschen die gleichen Rechte genießen und gleichen Möglichkeiten bekommen, um ihr Leben selbst gestalten können. Eines ihrer zahlreichen Tätigkeitsfelder ist der Kampf gegen Kinderarbeit. Die Hivos-Sektion in Südafrika beispielsweise wird am Tag der Menschenrechte am 10. Dezember 2014 an zahlreichen Aktionen in verschiedenen afrikanischen Ländern rund um dieses Thema mitwirken.

Dem Thema Armut widmet sich eine weitere Partnerorganisation von UTZ Certified: Oxfam. Oxfam ist eine internationale Entwicklungsorganisation, die weltweit Menschen mobilisiert, um Armut aus eigener Kraft zu überwinden. Der Name Oxfam steht für Oxford Committee for Famine Relief. Die Organisation wurde 1942 in Großbritannien gegründet. Oxfam leistet Nothilfe bei Krisen, Konflikten, Klima- und Naturkatastrophen und fördert langfristige Projekte, die Menschen in armen Ländern stärken und unterstützen.
Darüber hinaus ist UTZ Mitglied beim Forum Nachhaltiger Kakao. Das Forum Nachhaltiger Kakao wurde im Juni 2012 ins Leben gerufen, um die Situation der Kakaobauern in den Anbauländern zu verbessern und einen nachhaltigen Anbau der Kakaobohnen zu fördern. Es handelt sich um einen Zusammenschluss der deutschen Bundesregierung, der deutschen Süßwarenindustrie, dem deutschen Lebensmittelhandel, NGOs und standardsetzenden Organisationen (Fairtrade, Rainforest Alliance und UTZ Certified).

Der Zusammenhang zwischen Kinderarbeit und der Produktion von Kakao ist augenfällig: In der Region Subsahara-Afrika tragen Kinder das größte Risiko, Opfer von Kinderarbeit zu werden. Und genau aus dieser Region stammt der Großteil des Kakaos auf dem Weltmarkt, allen voran von der Elfenbeinküste sowie aus Ghana und Nigeria. Auch UTZ-Certified ist in diesen Ländern aktiv. Sie gehören neben den ebenfalls subsaharischen Staaten Sierra Leone und Uganda sowie Indonesien zu den Top-Erzeugerländern von UTZ-zertifiziertem Kakao.
Die Hauptursache von Kinderarbeit ist Armut. Viele Familien können es sich schlicht nicht leisten, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Ein einzelner Akteur wird dieses Problem niemals lösen können. UTZ alleine wird nie dafür sorgen können, dass Kinder nirgendwo auf der Welt mehr als Arbeitskräfte eingesetzt werden oder den heute betroffenen Kindern besser geholfen wird.

Daher müssen alle an einem Strang ziehen und ihre Bemühungen verstärken: Die Weltgemeinschaft mit der ILO genauso wie die einzelnen Regierungen und die internationalen Organisationen, die vor Ort sind oder mit den betroffenen Ländern Beziehungen unterhalten. Aber auch die Partner aus der Industrie. Sie können sich verpflichten, noch größere Mengen an nachhaltig angebautem Kakao zu verwenden und Organisationen wie UTZ Certified so unterstützen.

Eine umfassende Stellungnahme von UTZ Certified zum Thema Kinderarbeit inklusive der einzelnen im Code of Conduct aufgeführten Maßnahmen ist hier abrufbar (in englischer Sprache): https://www.utzcertified.org/attachments/article/2174/Final_UTZ Certified Position Paper on Child Labor.pdf?template=gk_corporateinnerfooter

UTZ Certified
UTZ Certified ist ein Programm und Gütesiegel für den nachhaltigen Anbau von Kaffee, Kakao und Tee. Mit dem UTZ- Programm erlernen die Farmer geeignete Anbaumethoden und erhalten Anreize für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und den verantwortungsbewussten Umgang mit Mensch und Umwelt. Dadurch trägt UTZ Certified dazu bei, dass sich der Ertrag, das Einkommen und die Lebensbedingungen der Farmer verbessern und die natürlichen Ressourcen geschont werden. Die Kriterien und Richtlinien der UTZ-Zertifizierung sind im Code of Conduct festgeschrieben. UTZ Certified hat sich zum Ziel gesetzt, den nachhaltigen Anbau von Kaffee, Kakao und Tee zur natürlichsten Sache der Welt zu machen. Bis 2020 sollen durch gemeinsame Anstrengungen mehrerer Nachhaltigkeitsprogramme 50 Prozent der gesamten Kaffee-, Kakao- und Teeproduktion nachhaltig sein.

utzcertified.org

Blick hinter die Kulissen eines Malediven-Resorts

Nichts als Sand unter den Füßen und Salzwasser drum herum. Die Bewirtung eines Sechs-Sterne Resorts in den Malediven stellt Hotel-Logistiker vor herausfordernde Aufgaben. Die Barfuß-Insel Kanuhura im Lhaviyani-Atoll, circa 40 Flugminuten von Male entfernt, gewährt exklusive Einblicke.

Mit dem Buffetrestaurant „Thin Rah“, dem A La Carte Restaurant „Olive Tree“ uns dem Strandrestaurant „Veli Café“ betreibt das Resort drei Gourmet-Restaurants. Hinzu kommt eine vorgelagerte, unbewohnte Insel, auf der jeden Mittag Grillspezialiäten und Picknicks serviert werden. Doch woher kommen die vielen frischen und hochwertigen Zutaten?

Ein Kräutergarten auf indischer Erde
Die meisten Kräuter und einige Gemüsesorten, die in die Töpfe des Resorts wandern, werden direkt auf der Insel im eigenen Garten angebaut. Dabei ist der trockene, sandige Boden in der warmen, salzigen Luft nur schwer zu bewirten. Kurzum importierten die Chefköche zum Anlegen des Gartens fruchtbare Erde aus Indien. Der Dünger stammt von der Abwasseraufbereitung und Abfälle liefern nährstoffreichen Kompost. Heute sprießen im „Chef’s Garden“ mehrere Arten von Basilikum und Minze, Zitronengras, Curryblätter, Rucola, Spinat, Bananenbäume, Okra, Prinzessbohnen, Salat, Passionsfrucht und Aloe Vera. Zudem gedeihen exotische Arten wie der Pandanus-Baum, dessen Blätter als Gewürz genutzt werden, oder die chinesische Kohlart Pak Choy. Frisch geerntet kommen die Kräuter und Früchte in den verschiedenen Kulinarik-Oasen des Kanuhura zum Einsatz. Zu einem der Höhepunkte des Genussaufenthalts zählt ein „Chef`s Garden“-Dinner, bei dem die Speisen direkt im illuminierten Garten serviert werden.

Auch typisch maledivische Produkte, die auf den rund 1.200 Inseln erwirtschaftet werden, werden in den Küchen auf Kanuhura reichlich und kreativ genutzt: An erster Stelle Fisch, was bei einem Staatsgebiet von 90 Prozent Wasser nicht erstaunt. Verschiedene Thunfische, Red Snapper, Oktopus, Makrele, Seezunge, auch als Fischgulasch, -rouladen oder –suppe zubereitet, kommen fangfrisch auf den Tisch. Als Beilagen schmecken Kokosnuss, Bananen, Papaya, Süßkartoffel, Maniok, Brotfrucht, Zwiebeln, Chilli, Mais und Hirse.

Planung ist alles
Die Beschaffung aller anderen Zutaten bedarf hinsichtlich Zeitpunkt und Herkunft einer ausgeklügelten Versorgungskette, denn die Wege zum ausländischen Festland und zur Hauptstadt Male sind weit. Zweimal die Woche kommen per Dohni (Versorgungsboot) Waren aus Male an. Eilige, leichte Lieferungen fliegen die Piloten des Maldivian Air Taxi mit dem Wasserflugzeug ein. Die Importe stammen meist aus Thailand, Sri Lanka oder Dubai. Rind- und Lammfleisch bezieht die Einkaufs-Abteilung aus Australien, Südafrika oder Dubai. ZwölfVoll- und Teilzeitmitarbeiter stellen rund ums Jahr sicher, dass es den Gästen an nichts mangelt und die Versorgungskette möglichst effizient ist.

Kanuhura – Luxus auf leisen Sohlen
Die Barfuß-Insel Kanuhura im Lhaviyani Atoll (40 Minuten per Wasserflugzeug nördlich von Male) gilt als Inbegriff wahr gewordener Urlaubsträume. Mehrfach ausgezeichnet besticht das Sechs-Sterne Resort durch sein Ursprünglichkeit und maledivische Gastfreundschaft im legeren Luxus-Ambiente. Auf der Insel gibt es 100 Villen darunter 18 auf dem Wasser. Sie bestehen aus natürlichen Materialien und gliedern sich nahtlos in die Umgebung ein. Handbearbeitetes Holz, Raffia-bast und Bambus dominieren die Einrichtung. Alle Domizile verfügen über ein großzügiges Open-Air-Bad mit freistehenden Badewannen. Ein eigener Villa Host übernimmt organisatorische Angelegenheiten wie Buchung von Sportaktivitäten und erfüllt auch außergewöhnliche Gästewünsche.

Sun Resorts Limited ist eine etablierte mauritische Hotelgruppe. Ihre Flaggschiffe sind die beiden 6-Sterne-Resorts Le Touessrok auf Mauritius und Kanuhura auf den Malediven. Zudem besitzt und führt Sun Resorts auf seiner Heimatinsel das Designhotel Long Beach (5 Sterne), das Sugar Beach (5 Sterne) sowie La Pirogue (4+ Sterne). Im Oktober 2012 nahm das Ambre Hotel (4 Sterne) seinen Betrieb unter der Sun Resorts Flagge auf. Hochwertig und modern ausgestattete Zimmer, ein facettenreiches Freizeitprogramm, Service mit Liebe zum Detail sowie ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis sind Eckpunkte der Unternehmensphilosophie. Die Sun Resorts engagieren sich zudem in den Bereichen Soziales, Ökologie und Qualitäts-Management. So erhielt das Le Touessrok als erstes Hotel der Insel die ISO 9001:2008-Zertifizierung.

www.sunresortshotels.com

Japans außergewöhnliche Museen

Das „Land der aufgehenden Sonne“ bietet nicht nur imposante Landschaften, faszinierende Großstädte und historische Tempelanlagen – es kann auch mit außergewöhnlichen Museen und Ausstellungen aufwarten.

Weltweit einzigartig dürfte das Omiya Bonsai Art Museum in Saitama, im Ballungsgebiet von Tokio, sein. Die Züchtung von Bonsai-Pflanzen gehört in der Region zu den traditionellen Erwerbszweigen. Das erst 2010 eröffnete Haus präsentiert die schönsten und oft äußerst wertvollen Pflanzenkunstwerke, aber auch Töpfe, Steine und Malereien mit Bonsai-Motiven. Es versteht sich zudem als Zentrum zur Förderung der Bonsaikultur und unterhält ein Archiv, das die Entwicklung vom neunten Jahrhundert bis in die Gegenwart zeigt. In der näheren Umgebung können Besucher in zehn Bonsaigärten die edel getrimmten Bäume und Pflanzen bewundern. www.bonsai-art-museum.jp

Liebhaber der Mangakultur werden sich im Kyoto International Manga Museum wohl fühlen. Es beherbergt ca. 300.000 Mangas und Comics aus der ganzen Welt, von den neusten Ausgaben bis hin zu den ersten Veröffentlichungen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Ausstellung ist in mehrere Sektionen unterteilt, von der Geschichte des Mangas und dessen soziale Bedeutung, über Anime, die „bewegten“ Mangas und Cosplays bis hin zum gesamten Entwicklungs- und Produktionsprozess. Jeder Bereich wird auch in englischer Sprache erklärt. www.kyotomm.jp

Nicht jedes Land kann von sich behaupten, ein Museum zu haben, das von einem international renommierten Modedesigner initiiert und geleitet wird: Issey Miyake ist einer der Direktoren des 21_21 Design Sight Museum, im „Tokyo Midtown“ Komplex. Das über- und unterirdisch jeweils nur eingeschossige Gebäude steht inmitten der Hochhäusern des Tokioter Stadtteils Roppongi. Dieses avantgardistische Museum mit einem Dach aus gefaltetem Stahl und der längsten Doppelglasscheibe der Welt nimmt sich dem Thema Design mit all seinen Facetten an. Noch bis 20. Januar 2013 werden die Werke des renommierten japanischen Grafikers Ikko Tanaka gezeigt. Im Jahr 2013 stehen dann beispielsweise eine interaktive Ausstellung über die Bedeutung von Design im Alltag sowie eine weitere über die Wirkung und den Einfluss von Farben auf dem Programm. www.2121designsight.jp

Das National Museum of Emerging Science and Innovation (Miraikan) ist ein neuer Typus von Wissenschaftsmuseum, das die Besucher direkt mit dem Wissen des 21. Jahrhunderts verbindet. Für Spezialisten und Laien bietet es ein Forum, um die zukünftige Rolle von Wissenschaft und Technik neu zu definieren. Hier geht es unter anderem um Innovationen in den Bereichen Umwelt, Biowissenschaften und Informationstechnologien. Besucher können zum Beispiel eine DNA durch ein Mikroskop betrachten, sich auf eine virtuelle Reise mit einem Raumschiff begeben, um auf die Erde von oben zu blicken oder mit einem der beliebten japanischen Roboter kommunizieren. Im März beginnt eine Sonderausstellung über Geld „It’s all about money“ – hier haben Besucher die Möglichkeit, an Experimenten teilzunehmen, die das persönliche Verhältnis zum Geld und dessen Einfluss auf die individuellen Verhaltensweisen aufzeigen. Die Test wurden von Neuro- und Wirtschaftswissenschaftlern sowie Psychologen entwickelt. Die Ausstellung wird sich aber auch mit all den positiven und negativen Auswirkungen des Geldes auf die Gesellschaft befassen. www.miraikan.jst.go.jp

Eine einzigartige Kombination von Museum und Hotel bietet das Benesse Art Site Naoshima, indem es auf kongeniale Weise Natur, Architektur und Kunst verbindet. Der vom Stararchitekten Tadao Ando errichtete Komplex aus vier Gebäuden besticht durch ungewöhnliches Design und beherbergt mehrere Museen, die teilweise unter der Erde liegen. Das Benesse House Museum zeigt moderne Kunstwerke, die die Künstler teilweise direkt vor Ort geschaffen haben. Doch diese sind nicht nur im Museum zu bewundern, sondern auch im Hotel und an den Stränden der Seto-Inlandsee, die das Gebiet umsäumen. Im nahegelegenen Waldstück werden im Ufan-Museum Objekte des gleichnamigen renommierten Künstlers Lee Ufan ausgestellt, und das Chichu-Art Museum präsentiert neben Bildern von Claude Monet die faszinierenden Raum-Licht-Installationen des kalifornischen Künstlers James Turrell und die minimalistischen Werke von Walter de Maria. Die mit Kunst ausgestatteten Hotelzimmer sind übrigens in den unterschiedlichen Gebäuden verteilt und bieten herrliche Ausblicke auf die üppige Natur. www.benesse-artsite.jp/en

Ayurveda Ernährung

Sind Sie Vata, Pitta oder Kapha? Das ist die Frage, wenn es um die richtige Ernährung im Ayurveda geht – Im Ayurveda wird viel Wert auf regelmäßige Mahlzeiten und bewusstes Essen gelegt

Ayurveda steht für die traditionelle indische Medizin, nach der bis heute etwa 80 Prozent der indischen Bevölkerung behandelt werden.
br> Der Begriff beruht auf „Ayus“ und „Veda“, was mit „Wissenschaft vom (gesunden) Leben“ übersetzt werden kann. Die ayurvedische Lehre geht davon aus, dass fünf Elemente alle Lebensvorgänge auf der Erde steuern: Raum, Luft, Feuer, Wasser und Erde. Jeder Mensch weist eine individuelle Ausstattung mit den fünf Elementen auf. Sie bestimmen seine Charaktereigenschaften und sein Erscheinungsbild, wobei sich grob drei Typen – auch Doshas genannt – unterscheiden lassen: Vata, Pitta und Kapha.

Das Ziel der Ernährung besteht darin, die Doshas durch eine entsprechende Lebensmittelauswahl in ein Gleichgewicht zu bringen, indem die schwächeren Doshas gestärkt werden. Insgesamt ist die Ernährung im Ayurveda pflanzlich betont. Der Speiseplan setzt sich aus Gemüse, Hülsenfrüchten, Obst, Vollkorngetreide, Milchprodukten und Nüssen zusammen und wird mit vielen Gewürzen schmackhaft zubereitet. Fleisch, Fisch, Eier und Käse spielen eine untergeordnete Rolle. Die Lebensmittel sollten frisch zubereitet werden, von Konserven und Tiefkühlkost wird abgeraten.

Im Ayurveda wird viel Wert auf regelmäßige Mahlzeiten und bewusstes Essen gelegt. Die Mahlzeiten sollen in einer ruhigen Atmosphäre und ohne Ablenkungen eingenommen werden.
Aus ernährungsphysiologischer Sicht ist der abwechslungsreiche Speiseplan und die reichliche Verwendung von Hülsenfrüchten und Gewürzen positiv. Die ayurvedische Ernährung ist als Dauerkost geeignet, wenn neben gegartem Gemüse und Obst auch unerhitzte Früchte und Salate sowie ausreichend Milchprodukte einbezogen werden. Die starke Orientierung an den Dosha-Typen ist mit westlichen Maßstäben nicht zu begründen.
Dr. Maike Groeneveld, www.aid.de

Lanzarote für Feinschmecker und Genießer

Wer hätte das gedacht: Der sonnigen Kanareninsel Lanzarote verdanken wir zahlreiche Köstlichkeiten für Genießer. Auf dem fruchtbaren Vulkanboden gedeihen Weine von besonderer Qualität, Fleisch stammt vorwiegend aus Freilandhaltung, Käse wird in Handarbeit hergestellt. Der Atlantik rundherum ergänzt das Angebot um edles Flor de Sal, fangfrischen Fisch und Meeresfrüchte. Urlauber können die lokalen Spezialitäten nicht nur in Bars, Bodegas und Restaurants genießen, sondern auch deren Entstehung mitverfolgen: Direkt bei den Produzenten, aber auch im Rahmen von Foodfestivals, Weinseminaren und Kochkursen wird Interessierten die Entwicklung der Rohstoffe vom Ursprung bis zur Veredelung nähergebracht.

Fantasievoller Weinanbau ohne Maschinen

Die vier lanzarotinischen Weinanbaugebiete La Geria, San Bartolomé/Tías, Tinajo und Yé-Haría befinden sich auf extrem fruchtbarer Erde aus meterdicker Vulkanasche, Lapilli genannt. Da es nur selten regnet, haben die Bauern eine besondere Technik entwickelt, um auch geringste Mengen Wasser zu konservieren: Sie setzen die Rebstöcke in bis zu drei Meter tiefe Einzelkrater, von Mauern geschützt vor Passatwinden und Austrocknung. Nachts saugen die von der Sonne aufgeheizten Gesteinsschichten die Feuchtigkeit aus der Luft auf und speichern so jeden einzelnen Tropfen. Die Anordnung der Reben macht das Einsetzen technischer Hilfsmittel unmöglich, die Weinherstellung erfolgt ausschließlich manuell. Entsprechend hoch ist die Qualität von Sorten wie Malvasia, Moscatel Burrablanca und Diego (weiß) oder Listán Negro und Negramoll (rot). Vinophile können sich von den hervorragenden Resultaten nicht nur bei Degustationen überzeugen, sondern auch Führungen durch namhafte Bodegas wie „Martinón“, „Los Bermejos“ oder „Stratvs“ unternehmen. Letztere hat für ihren Dessertwein 2012 die Auszeichnung „bester Muskateller der Welt“ erhalten. Das älteste Weingut der Kanaren, „El Grifo“ in San Bartolomé, ist seit 1775 in Familienbesitz und beherbergt darüber hinaus ein Weinmuseum.

Tanzende Kühe und Käser für einen Tag Große industrielle Landwirtschaft ist auf Lanzarote glücklicherweise Mangelware. So erfolgt Viehzucht lediglich in kleinen Strukturen mit viel Raum für jedes einzelne Tier – egal ob Ziege, Schaf, Kuh, Schwein oder Kaninchen. Das Ergebnis sind Fleisch- und Milchprodukte von bester Qualität. Einer der Vorzeigebetriebe ist die „Finca de Uga“. Vorrang haben für Käsemeister Don Francisco Fabelo Marrero Komfort und Wohlbefinden seiner Schützlinge: So läuft etwa den ganzen Tag Musik im Stall. Wichtig ist ihm aber auch das Endergebnis. Die bunte Vielfalt reicht von Frischkäse über eine Mischung von Ziegen- und Schafsmilch bis hin zu Schimmelkäse. Zahlreiche Auszeichnungen zeugen von Hingabe und Engagement der Hersteller. Der Käse wird im Geschäft der „Bodega Stratvs“ verkauft. Weitere Käsereien, die man besuchen kann, inklusive Führungen: „Quesería Montaña Blanca“, „Quesería El Faro“, „Quesería Rubicón“ und „Flor de Teguise“.

Blüten aus weißem Gold in einzigartiger Landschaft Bereits 1895 begann Vicente Lleó Benlliure mit dem Bau der Salinen von Janubio an der Südwestküste Lanzarotes. Seitdem ist die größte Salzgewinnungsanlage der Kanaren in Familienbesitz. Benötigt wurde das „weiße Gold“ vor allem für die Pökel- und Fischkonserven-Industrie sowie die Vermarktung von Salzlake für die Konservierung von Fisch an Bord der Schiffe. Aufgrund des Rückgangs der Fischerei, der neuen Kältetechniken und der ausländischen Konkurrenz im Salzgeschäft musste die Produktion massiv reduziert werden. Trotz allem bemüht sich Familie Padrón Lleó nach wie vor, die jahrhundertealte Tradition sowie die damit verbundenen Arbeitsplätze zu erhalten: durch den Abbau  von natürlichem, ökologischen Meersalz aus dem Atlantik ohne Konservierungsmittel oder Zusatzstoffe. Die Salinas de Janubio haben sich mittlerweile zu einer einzigartigen Naturlandschaft und einem Ökosystem mit halophiler, also salzliebender, Vegetation entwickelt. Außerdem nutzen Wiedehopf und Wüstengimpel sie als Brutgebiet. Meersalz und seit 2012 ganz neu Flor de Sal, die edle Salzblüte, gibt es zu kaufen in der „Bodega de Sal“ direkt bei den Salinen.

Grill-Spektakel mit Vulkanfeuer Am heißesten Punkt des Timanfaya-Nationalparks mit seinen Feuerbergen gelegen, bietet das Restaurant „El Diablo“ seinen Besuchern ein Koch-Event der Extraklasse: Alle angebotenen Speisen wie Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte werden auf einem echten Vulkanofen gegrillt. Genau genommen handelt es sich dabei um ein sechs Meter tiefes Loch mit darüber gebautem Rost. Dort werden Temperaturen von bis zu 400 Grad nur mithilfe der Hitze aus den Tiefen der Erde erreicht. Den Eingang zum Lokal markiert César Manriques Eisenskulptur „Feuerteufelchen“. Der berühmte Insel-Künstler hat auch die Architektur des Hauses entworfen, einen Rundbau aus Lavagestein mit riesigen, verglasten Panoramafenstern. Sie bieten sensationelle Aussichten auf die Mondlandschaft des Nationalparks.

Runzelkartoffeln, Kanarenspargel, frischer Fisch Die Küche auf Lanzarote hält zahlreiche Überraschungen bereit: So ist die Kanareninsel etwa ein beliebtes Anbaugebiet für grünen und weißen Spargel, der jeweils im Juni/August und Dezember/Januar geerntet wird. Weitere Gemüsesorten, die auf Lanzarote prächtig gedeihen und meist in schmackhaften Eintöpfen weiterverarbeitet werden, sind Zucchini, Kürbis, Zwiebeln, Erbsen, Mais, Tomaten und Kartoffeln, aus denen die typischen papas arrugadas hergestellt werden: Runzelkartoffeln mit Meersalz-Kruste. Sie sind aus der lanzarotinischen Küche nicht wegzudenken und werden stets mit einer der beiden Soßen mojo rojo aus roter Paprika und Chili sowie mojo verde aus Petersilie, Knoblauch und Olivenöl gereicht. Dazu schmeckt besonders gut Kaninchen (conejo), Lamm (borrego oder cordero) oder Zicklein (cabrito) aus dem Ofen. Ebenso frischer Fisch, entweder a la plancha (gegrillt) oder in einer dicken Salzkruste. Zu den beliebtesten Sorten zählen Tunfisch (atún, bonito), Dorade (dorada), Sardellen (boquerones), Seehecht (merluza) und die besondere Spezialität Papageifisch (vieja). Da Meeresfrüchte in den Restaurants oft gefroren eingekauft werden, empfiehlt sich die Nachfrage, ob Gambas, Garnelen oder Muscheln wirklich frisch sind und aus der Umgebung stammen.

Events und Festivals – Lanzarote feiert sich und seine Köstlichkeiten

21. bis 30. September 2012:

Semana Enogastronómica Saborea Lanzarote del Mar y el Vino/Fisch und Wein-Festival

11. November 2012:

Día Europeo del Enoturismo/Europäischer Tag des Weintouristen

9. bis 18. November 2012:

Semana Enogastronómica Saborea a Lanzarote de la Tierra y el Vino/Food- und Weinwoche gewidmet den Produkten der Erde

30. November bis 2. Dezember 2012:

Festival Enogastronómico Saborea Lanzarote/Food- und Weinfestival in Villa de Teguise

Februar 2013:

Feria de Queso/Käsefest in Playa Blanca

April 2013: Muestra Gastron&oac
ute;mica de los Granos de Lanzarote/Gemüse-Gastronomie-Show in Haría

April/Mai 2013:

Sonidos Líquidos Festival/Wein und Musik in den Weingütern

Juni 2013:

Wine Run in La Geria

Juli 2013:

Semana Enogastronómica Saborea Lanzarote de la Tapa y el Vino/Tapas-Festival in Puerto del Carmen

August 2013:

Fiesta de la Vendimia/Weinlese-Fest in La Geria

Infos und Termine unter http://www.saborealanzarote.com/

ÖKO-TEST: torffreie Blumenerde

Durch den Torfabbau werden Moore zerstört. Dabei können Moore doppelt so viel CO2 speichern wie alle Wälder der Erde. Deshalb ist es wichtig, dass Verbraucher beim Einkauf im Gartencenter auf torffreie Erde achten, um das Ökosystem Moor zu schützen. Eine aktuelle Analyse des Verbrauchermagazins ÖKO-TEST zeigt, dass zwar neun von zehn der untersuchten torffreien Blumenerden auch tatsächlich als „torffrei“ bezeichnet werden können. In einem Produkt fand das Labor jedoch erhebliche Anteile an Torf. Auch die anderen enthielten kleine Mengen, was auf eine Verunreinigung durch die Mischanlagen zurückzuführen ist.

ÖKO-TEST bemängelt aber, dass die Hersteller sehr intransparent arbeiten: Keiner konnte einen Prüfbericht darüber vorlegen, ob und wie kontrolliert wird, dass in torffrei deklarierten Produkten tatsächlich kein Torf enthalten ist. Auch auf die Frage, woher der Torf in den torfhaltigen Produkten aus dem weiteren Sortiment stammt, erhielt das Verbrauchermagazin von keinem Anbieter einen harten Nachweis. Hier wäre etwas mehr Transparenz wünschenswert.

Die Laboranalyse brachte außerdem ans Licht, dass in drei Blumenerden Cadmium in nicht unerheblicher Menge steckt. Dieses Schwermetall kann von den Pflanzen aufgenommen werden. In einer Blumenerde wurden polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe gefunden. Einige Verbindungen, die zu dieser Stoffgruppe gehören, sind krebserzeugend. Ein weiterer Kritikpunkt: Zwar haben alle Anbieter den Gehalt an löslichen Nährstoffen, Salzgehalt und pH-Wert auf der Verpackung deklariert, aber nicht immer haben die Labore auch jene Werte gefunden.

Das ÖKO-TEST-Magazin April 2012 gibt es seit dem 30. März 2012 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.

Deutschland entdeckt Noahs Früchte

Die Firma A&D Food (Armenien und Deutschland) aus Brühl präsentiert den deutschen Feinschmeckern seit kurzem Konfitüren und süß eingelegte Früchte aus dem biblischen Ararat Tal in Armenien. Früchte, die weder genetisch verändert noch gezüchtet wurden – Noahs Früchte.

Weit im fernen Kaukasus unter den Füßen des stattlichen Berges Ararat breitet sich das gleichnamige Tal in Armenien aus. An dieser Stelle hat Noah einst die Erde nach der Sintflut mit den geretteten Tieren und Pflanzen wiederbelebt. Ein Tal, das paradiesische Voraussetzungen für die natürliche Reifung der Noahs Früchte bietet. Die vulkanische Erde, die frische Bergluft auf 2000m Höhe über dem Meeresspiegel, das Bergquellwasser und die über drei hundert Sonnentage im Jahr verleihen den Früchten einen unvergleichbaren Geschmack.

Deshalb werden Obst und Gemüse in Armenien wie ein Heiligtum geschätzt und ohne Zusatzstoffe verwendet. Durch Nichts darf der einmalige Geschmack der Früchte überschattet werden. Eine Aprikosenkonfitüre soll den Geschmack der prunus armeniaca (lateinisch für Aprikose, wortwörtlich armenische Pflaume) unmittelbar wiedergeben und die Pfirsichkonfitüre den Pfirsichgeschmack. Deswegen brauchen und enthalten diese Konfitüren keine zusätzliche Aromen oder künstliche Farbstoffe.
Eine Besonderheit ist auch der Verzicht auf Pektin – das für Konfitüren übliche Geliermittel. Stattdessen werden die Früchte in Armenien traditionell nur lange geköchelt. Dadurch erhalten sie eine ungewöhnlich zarte Konsistenz.

Alles beginnt mit der sommerlichen Erntezeit, wenn die Früchte sonnengereift sind und von den Obstbauern bei traditionellem Gesang eingesammelt werden. Jede Frucht wird handverlesen und sorgfältig selektiert. Nur die besten Früchte dürfen ins Glas. Sie werden mit der Hand gewaschen, geschnitten und in kleinen Mengen eingekocht.

Die Vielfalt der Noahs Früchte spiegelt sich in der bunten Geschmackswelt der A&D Konfitüren wieder. Neben den ungewöhnlichen Walnuss-, Kürbis- und hellen Kirschen- glänzen die Klassiker wie Feigen- oder Quittenkonfitüren mit ihrem unschlagbaren Geschmack. Gepaart mit bestimmten Käsesorten bieten sie eine unvergessliche Gaumenfreude: wie zum Beispiel Aprikosen mit Parmesan, Feigen, Walnüsse mit Roquefort, Pfirsiche mit Cheddar oder helle Kirschen mit Emmentaler. Auch zum Kuchen backen eignen sich die Konfitüren hervorragend. Sie verleihen dem Kuchen einen Hauch der sommerlichen Frische.

www.ad-food.de