Nutzen Nahrungsergänzungsmittel nur dem Hersteller?

Forscher untersuchten verschiedene Nahrungsergänzungsmittel auf ihren Nutzen für die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Sie fanden heraus, dass keines der untersuchten Zusätze eine überzeugende positive Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System hatte.

Nahrungsergänzungsmittel erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Welchen Nutzen sich die Konsumenten von diesen versprechen, ist unterschiedlich. Einige Vitamin- und Mineralstoffpräparate sollen beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen. Oftmals ist der Nutzen dieser Zusätze jedoch nicht belegt. Um den Einfluss von bestimmten Nahrungsergänzungsmitteln auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit und das allgemeine Sterberisiko zu untersuchen, führten 39 Wissenschaftler aus Kanada, den USA und Frankreich gemeinsam eine Studie durch.

Gesünder Essen ist besser als jedes Nahrungsergänzungsmittel

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Sind Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll?

Calcium-Brausetabletten zum Frühstück, Vitamin D-Kapseln zum Mittag und abends Folsäure und Isoflavone – welche Nahrungsergänzungsmittel sind für wen und wann gesundheitlich sinnvoll? Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat auf dem BfR-Forum „Nahrungsergänzungsmittel – Ein Trend ohne Risiko?“ über Nutzen und mögliche Risiken von Nahrungsergänzungsmitteln sowie zum Konsumverhalten verschiedener Verbrauchergruppen informiert. „Das Wissen ist für die Risikokommunikation wichtig, denn eine zu hohe Dosis an Vitaminen und Mineralstoffen kann in einigen Fällen der Gesundheit schaden“, sagte BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „Bei einer abwechslungsreichen Ernährung erhält der Körper in der Regel alle Nährstoffe, die er braucht. Es gibt nur wenige Ausnahmen: Beispielsweise Folsäure für Frauen mit Kinderwunsch und Schwangere.“ Das BfR-Forum vermittelte den Teilnehmenden eine differenzierte Sichtweise in Bezug auf Nahrungsergänzungsmittel. Die Regulation von Nahrungsergänzungsmitteln, die gesundheitliche Risikobewertung von Vitamin D sowie von pflanzlichen Nahrungsergänzungsmitteln (Botanicals) und die Risikokommunikation zum Thema wurden diskutiert.

Nahrungsergänzungsmittel sind für gesunde Personen, die sich abwechslungsreich und ausgewogen ernähren, in der Regel überflüssig. Bei ausgewogener Ernährung bekommt der Körper alle Nährstoffe, die er braucht. Dagegen kann der unkontrollierte Konsum von Nahrungsergänzungsmitteln mit gesundheitlichen Risiken verbunden sein. Verbraucherinnen und Verbraucher sind deswegen für einen achtsamen Umgang mit Nahrungsergänzungsmitteln zu sensibilisieren und sollten auch über mögliche Risiken aufgeklärt werden.

Bei einer überhöhten Vitamin D-Aufnahme durch hochdosierte Präparate können unerwünschte Wirkungen wie die Bildung von Nierensteinen oder Nierenverkalkung auftreten. Allgemein wird die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Vitamin D nur dann empfohlen, wenn eine unzureichende Versorgung nachgewiesen wurde und wenn eine gezielte Verbesserung der Versorgung weder durch die Ernährung noch durch die körpereigene Vitamin D-Bildung durch Sonnenbestrahlung zu erreichen ist. Zu Risikogruppen einer Unterversorgung mit Vitamin D zählen Personen, die sich bei Sonnenschein kaum oder gar nicht bzw. nur mit gänzlich bedecktem Körper im Freien aufhalten oder Personen mit dunkler Hautfarbe. Zu den Personen, die nicht ausreichend und regelmäßig in die Sonne gehen, gehören insbesondere mobilitätseingeschränkte, chronisch kranke und pflegebedürftige ältere Menschen (Pflegeheimbewohner, geriatrische Patienten, Osteoporose- und sturzgefährdete Senioren). Gestillte und nicht-gestillte Säuglinge bekommen im Rahmen der kinderärztlichen Versorgung je nach Maßgabe für einen bestimmten Zeitraum spezifische Präparate mit Vitamin D zur Rachitisprophylaxe verschrieben.

Die synthetisch hergestellte Form des Vitamins Folat wird als „Folsäure“ bezeichnet. Folsäure wird in Nahrungsergänzungsmitteln und zur Anreicherung von Lebensmitteln verwendet. Frauen, die schwanger werden wollen oder könnten, und Frauen im ersten Schwangerschaftsdrittel empfiehlt das BfR, ergänzend zu einer folatreichen Ernährung Folsäure in Form von Nahrungsergänzungsmitteln einzunehmen. Dadurch kann das Risiko eines Neuralrohrdefekts („offener Rücken“) beim Kind verringert werden. Für die Allgemeinbevölkerung ist dagegen die Einnahme von Folsäurepräparaten nur empfehlenswert, wenn eine unzureichende Versorgung medizinisch nachgewiesen wurde. Es gibt keine wissenschaftlichen Belege für einen Nutzen von Folsäuresupplementen oberhalb der Mengen, die für eine bedarfsgerechte Versorgung notwendig sind. Folatverbindungen sind natürlicherweise in pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln wie beispielsweise Grünkohl, Feldsalat oder Hühnerei enthalten.

Aus allen Teilen der Welt sind mittlerweile Nahrungsergänzungsmittel aus Pflanzen-, Algen-, Pilzen- oder Flechtenextrakten (sogenannte „Botanicals“) über das Internet leicht zugänglich geworden. Daten zu deren Sicherheit für die menschliche Gesundheit und den Eigenschaften einer Vielzahl der darin enthaltenen bioaktiven Substanzen sind allerdings nur in beschränktem Umfang verfügbar. Dies bringt Herausforderungen mit sich sowohl bei der Durchführung von Risikobewertungen der aktiven Verbindungen als auch bei der Ableitung von sicheren Zufuhrmengen für diese Stoffe.

Verbraucherinnen und Verbrauchern ist oftmals nicht bekannt, dass Nahrungsergänzungsmittel zu den Lebensmitteln zählen und nicht zu den Arzneimitteln, obwohl sie ebenfalls als Tabletten, Dragees oder Pulver angeboten werden. Anders als Arzneimittel durchlaufen Nahrungsergänzungsmittel kein Zulassungsverfahren, sie unterliegen nur einer Registrierungspflicht beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Für ihre Sicherheit sind ausschließlich die Hersteller verantwortlich. Wie bei anderen Lebensmitteln auch erfolgt die Überwachung des Verkehrs von Nahrungsergänzungsmitteln einschließlich der Kontrolle der Produktkennzeichnung und der Einhaltung von lebensmittelrechtlichen Bestimmungen durch die amtliche Lebensmittelüberwachung der Bundesländer.

Wie gesund ist Rhabarber?

Dr. Susanne Fink-Tornau, Ernährungsberaterin und Ökotrophologin beim Reformwarenhersteller Natura

„Von April bis Juni dauert die Rhabarbersaison. Das Stangengemüse ist reich an Vitaminen und Mineralstoffen wie Vitamin C und K, Eisen, Kalium und Phosphor. Während Eisen und Vitamin K unter anderem die Blutbildung unterstützen, wirkt Kalium verdauungsfördernd und entwässernd. Doch leider enthält Rhabarber auch den Inhaltsstoff Oxalsäure. Diese geht mit wichtigen Mineralstoffen wie etwa Calcium Verbindungen ein, welche die Darmschleimhaut nicht aufnehmen kann und größtenteils unverdaut ausscheidet. Zusätzlich besteht die Gefahr, dass sie zu Nieren- oder Blasensteinen führen. Wer unter entsprechenden Erkrankungen, Gicht oder Rheuma leidet, sollte daher lieber auf Rhabarber verzichten. Allen anderen rate ich, die Stangen vor dem Verzehr zu erhitzen, da dies die Wirkung der Oxalsäure abschwächt. Anschließend das Kochwasser mit der gelösten Säure wegschütten. Dadurch erhalten die Stangen zudem einen milderen Geschmack. Kein Wunder also, dass Rhabarber vor allem in Form von Kuchen, Marmeladen oder Kompott auf den Tisch kommt. Da alle Varianten viel Zucker enthalten, helfen alternative Süßungsmittel wie Stevia, Kalorien zu sparen. Zusätzlich empfehle ich Vanille- oder Kokosblütenzucker, die sehr gut mit dem säuerlichen Geschmack des Rhabarbers harmonieren. Wer mag, fügt noch einen Hauch Ingwer oder Zimt hinzu. Zum Andicken von Kompott bieten sich Johannisbrotkernmehl oder Guarkernmehl aus dem Reformhaus an. Beide Bindemittel sind geschmacksneutral und lassen sich kalt anrühren. Die Kombination mit Joghurt oder frisch zubereiteter Vanillesoße sorgt für zusätzliche Calcium-Zufuhr.“

Weitere Informationen unter www.natura.de

Kartoffel Wissen

Kartoffeln sind reich an lebenswichtigen Inhaltsstoffen
Kartoffeln gelten für viele nur als Sättigungsbeilage. Doch sie darauf zu beschränken, ist mehr als unverdient. Im Gegenteil: Kartoffeln sind wahre Wunderknollen. Und eigentlich ein unentbehrliches Nahrungsmittel. Neben der sättigenden Stärke, die dringend benötigte Kohlenhydrate für Gehirn und Muskeln liefert, verfügen sie über lebensnotwendige Proteine, jede Menge Vitamine und viele Mineralstoffe. Außerdem enthalten sie wichtige Ballaststoffe und so gut wie überhaupt kein Fett. Optimal also für alle, die nicht nur auf eine gesunde Ernährung, sondern auch auf ihr Gewicht achten müssen.

Wer Kartoffeln nicht ausschließlich als fettreiche Pommes Frites, Bratkartoffeln oder Reibekuchen zubereitet, der nutzt ein gesundes und leckeres Lebensmittel. Kartoffeln bestehen zu gut drei Vierteln aus Wasser. Das macht sie generell zu einem kalorienarmen Nährstofflieferanten – 100 Gramm enthalten gerade einmal etwa 70 Kilokalorien (kcal). Verglichen mit den anderen klassischen Beilagen Reis (95 kcal) und Nudeln (150 kcal) schneiden Kartoffeln also wesentlich besser ab und tragen ihren Ruf als nährstoffarme Dickmacher völlig zu unrecht.

Kartoffeln enthalten hochwertige Proteine
Ganz im Gegenteil: Sie liefern wichtige Kohlenhydrate, hochwertiges Eiweiß und verschiedene Vitamine, vor allem des B-Komplex. Die moderne Ernährungswissenschaft empfiehlt besonders den Konsum hochmolekularer Kohlenhydrate, z. B. in Form von Stärke, wie sie in Kartoffeln vorkommt. Die bestehen nämlich zu etwa 15-16 Prozent aus verdaulichen Kohlenhydraten. Während dem Körper der Einfachzucker ( < 1 Prozent) direkt als Energie zur Verfügung steht, wird die sättigende Wirkung den langen Kohlenhydratketten der Stärke zugeschrieben.

Wichtig ist auch die Rolle als Eiweißlieferant. Zwar enthalten Kartoffeln mit zwei Prozent recht wenig Eiweiß, dafür sind die Aminosäuren aber besonders hochwertig. Der Körper kann diese Proteine nämlich relativ leicht in körpereigene Eiweiße umwandeln. Daneben punktet die Knolle noch mit einer beträchtlichen Menge an B- und C-Vitaminen. Vitamine regulieren den Stoffwechsel und stärken das Immunsystem. Allein zwei Drittel des täglichen Bedarfs an Vitamin C, dem z. B. eine vorbeugende Wirkung gegen Erkältungen zugeschrieben wird, kann durch drei bis vier große Kartoffeln gedeckt werden. Zudem kommen die Vitamine B1 und B2 in überdurchschnittlicher Menge vor. Von den anderen Vitaminen der B-Gruppe, u. a. wichtig für Haut, Haare und Nägel, enthalten Kartoffeln Niacin und Pantothensäure sowie Vitamin B6.

Nährwerte satt
Die schmackhaften Knollen trumpfen aber auch mit einem wahren Cocktail an Mineralstoffen und Spurenelementen, Ballaststoffen und sogenannten sekundären Pflanzenstoffen auf. So sind Kartoffeln reich an Calcium und Kalium, Magnesium, Eisen, Kupfer, Mangan, Zink, Phosphor sowie Carotinoiden und natürlichen Phenolen. Magnesium benötigt der Körper u. a. zur Aktivierung des Stoffwechsels und zur Verbesserung der Zelldurchblutung. Eisen und Kupfer sind für die Blutbildung unentbehrlich, ebenso wie Mangan für den Phosphorstoffwechsel. Auch Carotinoide spielen eine wichtige Rolle bei zahlreichen metabolischen Prozessen. Zudem besitzen die Pflanzenpigmente, die auch in den meisten farbigen Gemüsesorten wie Karotten, Spinat oder Paprika vorkommen, wichtige antioxidative Wirkungen, die das Krebsrisiko senken können. Da der menschliche Körper Carotinoide nicht selbst produzieren kann, müssen sie über die Ernährung aufgenommen werden.

Calcium und Phosphor sind für die Festigkeit der Zähne und der Knochen von großer Bedeutung. Phosphor ist zudem ein wichtiger Baustein für Nerven und Energie liefernde Verbindungen in den Muskeln. Calcium spielt bei der Blutgerinnung und für den Herzrhythmus eine wichtige Rolle. Ballaststoffe erzeugen einen lang anhaltenden Sättigungseffekt, da sie vom Magen und Darm nur langsam verdaut werden können. Zudem regen sie das Verdauungssystem an und üben eine positive Wirkung auf Herz und Kreislauf aus. Andere Inhaltsstoffe bekämpfen Bakterien, Viren und Pilze, senken den Cholesterinspiegel, wirken gegen Entzündungen und beeinflussen den Blutzuckerspiegel oder die Immunreaktionen des Körpers positiv.

Dämpfen ist besonders schonend
Besonders viele Vitamine und Nährstoffe liegen direkt unter der Schale. Sie sind äußerst empfindlich und werden bei unsachgemäßer Behandlung schnell zerstört. Um beim Kochen nicht zu viel davon zu verlieren, sollten die Kartoffeln möglichst mit Schale gekocht und erst danach gepellt werden. Am besten erhalten bleiben die wertvollen Inhaltsstoffe bei schonender Dämpfung.

Vegane Ernährung

Bedarfsdeckung nur mit Vitaminergänzung

Veganer praktizieren die strengste Form einer vegetarischen Ernährung. Da sie jegliche Form der Tierhaltung ablehnen, verzichten sie auf alle Lebensmittel tierischen Ursprungs. Also neben Fleisch auch auf Milchprodukte, Eier und Honig. Diese Einstellung wirkt sich auch auf andere Lebensbereiche aus. Anstatt Leder und Wolle tragen Veganer Kleidung und Schuhe aus pflanzlichen und synthetischen Materialien und bei Kosmetika und Arzneimitteln achten sie auf tierfreie Bestandteile.

Daten der Nationalen Verzehrsstudie zufolge bezeichnen sich in Deutschland knapp 80.000 Menschen (0,1 Prozent der Bevölkerung) als Veganer, überwiegend Frauen. Dank neuer Produktentwicklungen gibt es heute für reine Pflanzenköstler ein reichhaltiges Lebensmittelsortiment. Fleisch ersetzen sie durch Tofu, texturierte Sojaprodukte oder Seitan (ein Produkt aus Weizeneiweiß) und statt Kuhmilch trinken sie zum Beispiel Hafer-, Soja- oder Mandeldrinks.
Eier lassen sich in vielen Rezepturen durch Sojamehl oder Seidentofu (frischer Tofu mit hohem Feuchtigkeitsgehalt) austauschen.

Da einige Nährstoffe in pflanzlichen Lebensmitteln in geringeren Konzentrationen oder gar nicht vorkommen, ist es erforderlich, dass Veganer sich intensiv mit ihrer Ernährung auseinandersetzen und ihren Speiseplan bewusst zusammenstellen. So lassen sich Defizite bei der Nährstoffzufuhr vermeiden.

Das größte Risiko für eine Unterversorgung besteht beim Vitamin B12, das in pflanzlichen Lebensmitteln kaum vorkommt. Dieses Vitamin wird unter anderem für die Zellteilung benötigt. Ein Mangel führt deshalb zu Blutarmut und langfristig zu Schäden am Nervensystem. Veganer können ihren Bedarf nur über angereicherte Lebensmittel (z. B. Sojadrinks, Frühstückscerealien) und Nahrungsergänzungsmittel decken. Letztere sollten eine Zufuhr von 10 Mikrogramm Vitamin B12 pro Tag sicherstellen. Veganer, die auf Nummer sicher gehen möchten, sollten zusätzlich alle zwei bis drei Jahre ihre Vitamin B12-Versorgung durch eine Blutuntersuchung prüfen lassen. Calcium ist ein weiterer Mineralstoff, der in pflanzlichen Lebensmitteln seltener vorkommt.

Gute pflanzliche Quellen sind grüne Gemüse (z. B. Grünkohl, Brokkoli, Fenchel), Nüsse und Samen (vor allem Mandeln und Sesam, auch in Form von Mus) sowie calciumreiche Mineralwässer (mindestens 150 mg/l).

Für Schwangere, Stillende und Kinder ist eine reine Pflanzenkost nicht geeignet, denn der wachsende Organismus hat einen besonders hohen Nährstoffbedarf und ein Mangel kann irreversible Schäden verursachen. Wer sich in dieser Lebensphase dennoch vegan ernähren möchte, sollte sich auf jeden Fall durch einen Ernährungswissenschaftler, Oecotrophologen oder Diätassistenten beraten lassen.
Dr. Maike Groeneveld, www.aid.de

Weitere Informationen:
www.was-wir-essen.de/gesund/alternative_ernaehrungsformen.php

Vegetarier

„Fruchtfleisch ist das beste Fleisch“. Immer mehr Menschen leben nach diesem Motto vegetarisch. Spätestens seitdem die Bücher „Tiere essen“ des amerikanischen Schriftstellers Jonathan Safran Foer und Karen Duve’s „Anständig essen“ zu Bestsellern wurden, ist die vegetarische Ernährung sozusagen in der Mitte der Gesellschaft angekommen.
Während Vegetarier früher eher Außenseiter waren und sich nicht selten für ihre fleischlose Kost rechtfertigen mussten, sind es heute oft die Fleischesser, die in Verteidigungsposition gehen müssen, wenn sie ein Stück Fleisch auf ihrem Teller haben. Beide Autoren beschäftigten sich intensiv mit der Erzeugung von Fleisch und wurden dadurch zu engagierten Tierschützern und Vegetariern.

Tierschutz ist nur einer von vielen Gründen, weswegen sich Menschen der vegetarischen Ernährung zuwenden. Wer auch mit diesem Gedanken spielt, sollte wissen, dass eine fleischlose Kost durchaus alle lebensnotwendigen Nährstoffe liefern kann, wenn der Speiseplan abwechslungsreich genug ist. Milch und Milchprodukte sollten nicht fehlen, denn sie liefern unter anderem Protein, B-Vitamine und Calcium. Auch Eier sind eine wertvolle Quelle für Protein und für das wichtige Vitamin B12, das in pflanzlichen Lebensmitteln nicht vorkommt. Mit zwei bis drei Eiern pro Woche und etwa drei Portionen Milchprodukten pro Tag, z. B. einem Glas Milch, einem Becher Jogurt und ein bis zwei Scheiben Käse lässt sich eine ausreichende Zufuhr sicherstellen.

Hülsenfrüchte wie (Soja-)Bohnen, Erbsen, Linsen und daraus hergestellte Produkte sind eine gute Ergänzung des Speiseplans, weil sie wertvolles pflanzliches Protein und wichtige Mineralstoffe wie Eisen enthalten. Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln verwertet unser Körper schlechter als jenes aus Fleisch. Das lässt sich durch sinnvolle Kombinationen ausgleichen: Enthält eine Mahlzeit neben pflanzlichen Eisenquellen (z. B. Blattgemüse) gleichzeitig Vitamin C (z. B. Obst, Fruchtsaft), kann der Organismus den für die Blutbildung wichtigen Mineralstoff besser ausnutzen.

Kaffee und schwarzer Tee sollten dagegen besser zwischen den Mahlzeiten getrunken werden, denn sie enthalten Substanzen, die die Eisenaufnahme behindern.
Viele Vegetarier verzichten auf Fleisch, essen aber trotzdem noch Fisch. Dieser trägt zur Versorgung mit Jod, Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren bei. Wer Fisch meidet, sollte Jodsalz verwenden und seinen Bedarf an Omega-3-Fettsäuren am besten mit Raps-, Lein- oder Walnussöl sowie dementsprechend angereicherten Produkten (z. B. Margarine) decken.
Dr. Maike Groeneveld, www.aid.de

Weitere Informationen:
Was sonst bei der fleischlosen Lebensmittelauswahl zu beachten ist, erfahren Sie unter:
http://www.was-wir-essen.de/gesund/alternative_ernaehrungsformen.php

Joghurt – ein echtes Multitalent

Er ist nicht nur lecker, sondern auch sehr gesund: Joghurt punktet durch seine vielen Nährstoffe und ist ein wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung. Ob pur, im Salatdressing oder als Shake verarbeitet – Joghurt ist ein echtes Multitalent und passt zu fast jeder Mahlzeit: Er verfeinert das Müsli am Morgen, füllt als Zwischenmahlzeit den Magen und ist auch als Dessert einen Löffel wert.

Vielfältig und beliebt
Joghurt wird aus pasteurisierter Milch hergestellt, die mit speziellen Milchsäurebakterien versetzt und gereift wird. Diese sogenannten „Joghurtkulturen“ bilden aus Milchzucker Milchsäure und machen die Milch dick. Ebenso wie Milch besteht Joghurt hauptsächlich aus Wasser, Eiweiß und leicht verwertbarem Fett. Je nach Fettgehalt wird unterschieden zwischen einem Magermilchjoghurt mit maximal 0,5 Prozent Fett, einem fettarmen Joghurt mit 1,5 – 1,8 Prozent Fettanteil und einem herkömmlichen Joghurt mit mindestens 3,5 Prozent Fett. Ein Sahnejoghurt enthält mindestens zehn Prozent Fett.
Im Supermarkt finden sich zudem diverse Sorten zur Auswahl: stichfester oder cremiger Joghurt, probiotischer Joghurt, Natur- oder Fruchtjoghurt und auch Trinkjoghurt sowie Joghurtgetränke wie Ayran und Lassi. Unter den Joghurts mit Fruchtgeschmack sind die roten Sorten am beliebtesten, sprich Kirsche und Erdbeere. Kaum ein anderes Milchprodukt ist in vergleichbarer Vielzahl von Geschmacks- und Fettstufenvarianten erhältlich – und kaum ein anderes Milchprodukt ist so beliebt: 2011 verzehrte jeder Deutsche 18,1 Kilogramm an Joghurt und Joghurtprodukten.

Ein Plus an Gesundheit
Joghurt schmeckt nicht nur lecker, sondern ist auch gesund. Sein Gesundheitsplus steckt dabei, wie bei allen Milchprodukten, besonders in den Nährstoffen: hochwertiges Eiweiß für starke Muskeln, Calcium für Knochen und Zähne, viele Vitamine wie A, B2, B12 und D sowie Mineralstoffe und Spurenelemente. Joghurt enthält zusätzlich Milchsäurebakterien, die im menschlichen Darm eine gesunde Darmflora fördern und Verdauungsproblemen vorbeugen. Zudem ist Joghurt auch für Figurbewusste ideal. Er macht satt, ist mit circa 75 Kalorien pro 100 Gramm kalorienarm und fällt kaum ins Gewicht. Der hohe Kalziumgehalt von Joghurt kann sogar die Fettverbrennung im Körper ankurbeln.

Gefrorene Erfrischung
Joghurt lässt sich nach Lust und Laune variieren und zu anderen Milchprodukten weiterverarbeiten. Was sich bereits vor einiger Zeit als Trend entwickelt hat, erfreut sich weiterhin wachsender Beliebtheit: Frozen Joghurt. Er ist eine bekömmliche und kalorienarme Alternative zum herkömmlichen Eis. Frozen Joghurt wird aus Joghurt hergestellt und kann mit verschiedenen Früchten und Soßen verfeinert werden. In sämtlichen Variationen ist der Frozen Joghurt herrlich erfrischend.

Schönheitspflege mit Joghurt
Das Milchprodukt erfrischt den Körper nicht nur von innen, sondern pflegt auch von außen. Ein Joghurtanteil in Kosmetikprodukten zaubert ein frisches und durchfeuchtetes Hautbild. Das Milchsäureprodukt gilt aufgrund enthaltener Mineralstoffe, Eiweiß und Calcium als natürlicher Schönmacher. Besonders für sensible und reife Haut ist eine Joghurtbehandlung empfehlenswert. Daher stehen Produkte wie Gesichtsmasken und Badezusätze mit Joghurt seit längerem hoch im Kurs. Doch auch pur eignet sich das Sauermilchprodukt und ist eine günstige und natürliche Alternative zu Masken aus der Drogerie: einfach den Naturjoghurt auf Gesicht und Dekolleté verteilen und etwa 20 Minuten einwirken lassen. Die Augenpartie sollte dabei ausgespart werden. Anschließend kann die Gesichtsmaske mit warmem Wasser abgewaschen werden. Durch die Feuchtigkeit und den Fettanteil schafft Joghurt auch bei leichtem Sonnenbrand Abhilfe. Ein Joghurtwickel wirkt kühlend, schmerzlindernd und entzündungshemmend.

Der Genuss von Joghurt lohnt sich folglich in vieler Hinsicht. Das Multitalent sorgt für mehr Wohlbefinden, schöne Haut und erfrischenden Genuss. Besonders lecker sind regionale Produkte. Das Identitätskennzeichen auf der Verpackung gibt Auskunft über die Herkunft des Sauermilchproduktes. Das Zeichen „BY“ innerhalb der Ellipse kennzeichnet Produkte, die in der Region Bayern verarbeitet oder verpackt wurden.

Einen besonderen Erfrischungstipp zum Nachmachen hat die Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft (LVBM): Der Limoncello-Shake ist lecker und erfrischend. Weitere Anregungen für den Joghurtgenuss bietet die LVBM auf ihrer Website www.milchland-bayern.de. Dort gibt es viele Rezepte für Süßspeisen, Desserts und erfrischende Getränke mit Joghurt.

Wissen Sie wieviel Milch gesund ist?

Der Expertentipp im Mai klärt auf, welche Menge an Milchprodukten pro Tag zu einer ausgewogenen Ernährung beiträgt.

Der Expertentipp im Mai – Die Experten der Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft klären jeden Monat Fragen rund um die Milch
Katharina Rau, Ernährungswissenschaftlerin der LVBM zu der Frage: Wie viel Milch braucht ein Mensch am Tag, um sich ausgewogen zu ernähren?

Milch und Milchprodukte enthalten hochwertiges Eiweiß, gut verwertbare Kohlenhydrate, leicht verdauliches Fett sowie zahlreiche Mineralstoffe und Vitamine. Besonders reich sind sie an den Vitaminen der B-Gruppe (B2, B12), die am Stoffwechsel von Fett, Einweiß und Kohlenhydraten beteiligt sind und das Nervensystem, die Immunabwehr und die Blutbildung positiv beeinflussen. Vitamin B12 ist zudem wichtig für Zellteilung und Wachstum. Außerdem sind Milchprodukte ein Lieferant von lebenswichtigen Mineralstoffen. Besonders herausragend ist ihr hoher Calcium-Gehalt – dem wichtigsten Baustein unserer Knochen und Zähne.

Jeder, ob groß oder klein, sollte daher täglich drei Portionen Milchprodukte zu sich nehmen! Bereits ein Glas Milch (200 ml), ein Becher Joghurt (200 g) und zwei Scheiben Hartkäse (60 g) über den Tag verteilt decken den Tagesbedarf an Calcium. Neben der Milch selbst bieten sich als weitere Lebensmittel Joghurt, Kefir, Buttermilch, Quark oder Käse an. Die Milch kann natürlich auch in einem leckeren Rezept verarbeitet sein. Auf www.milchland-bayern.de findet man zahlreiche Anregungen für das Kochen mit Milchprodukten.

Kleiner Tipp: Wer sich beim Kauf von Milchprodukten bewusst für ein regionales Produkt entscheiden möchte, sollte sich das Identitätskennzeichen auf der Verpackung anschauen. Qualitativ hochwertige Produkte, die beispielsweise in der Region Bayern hergestellt und verarbeitet oder verpackt wurden, erkennt man dabei an dem Zeichen „BY“ innerhalb der Ellipse.

Veranstaltungshinweis: 55. Internationaler Tag der Milch
Am 1. Juni findet der 55. Internationale Tag der Milch statt. Das Milchland Bayern feiert den Tag dieses Jahr in Wasserburg am Inn in Verbindung mit den 125-jährigen Firmenjubiläen der Molkereien Bauer und Meggle. Neben Informationen rund um die Milch und einem bunten Showprogramm in der Wasserburger Innenstadt gibt es auch allerlei zum Probieren, zum Beispiel einen Milchdrink an der Milchbar.

ÖKO-TEST KOMPAKT Essen & Genuss

Was der Körper wirklich braucht: Einer amerikanischen Studie zufolge steigt das Risiko, vorzeitig zu sterben um 2,4 Prozent, wenn man Multivitaminpillen schluckt. Schlimmer wird es sogar, wenn man Folsäure regelmäßig einnimmt, weil sich dann dieser Prozentsatz auf 5,9 erhöht. Durch Folsäure steigt etwa für Männer das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken. Anders ist die Situation jedoch bei Schwangeren. Hier ist die Einnahme wiederum sinnvoll, weil Folsäure schwere Missbildungen bei Babys verhindern kann. Kein Wunder, dass Verbraucher verunsichert sind, ob sie überhaupt Vitamin- und Mineralstoff-Präparate schlucken sollen. Das neue ÖKO-TEST KOMPAKT Vitamine & Mineralstoffe informiert Sie, was sinnvoll ist und von welchen Produkten man besser die Finger lassen sollte.

Die Tests

• Orangensaft: Wer Vitamine naschen möchte, muss nicht immer Obst schälen. Orangensaft ist ein schmackhafter Vitamin-C-Lieferant. Viele Produkte im Test bestehen mit guten Noten. Manche sind jedoch im Geschmack etwas schwach, wie eine sensorische Untersuchung zeigt.
• Folsäure: Ein Mangel an Folsäure – gerade zu Beginn einer Schwangerschaft – kann zu schweren Schäden beim Fötus führen. Folsäurepräparate helfen bei der Vorsorge. An den Mitteln hat ÖKO-TEST wenig zu kritisieren.
• Fluoridtabletten: Kinder sollten Fluorid erhalten, um ihre Zähne vor Karies zu schützen. Deshalb verschreiben Kinderärzte Fluoridtabletten. An den meisten Produkten gibt es nichts auszusetzen. Punktabzug gibt es jedoch für ein Produkt, das den Farbstoff Chinolingelb enthält, der mit einer Beeinträchtigung der Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern in Verbindung gebracht wird.
• Multivitaminpräparate: Vitamine und Mineralstoffe in Tablettenform werden als Rundum-sorglos-Paket zum Erhalt der Gesundheit verkauft. Doch immer mehr Studien zeigen: Mit dem Nutzen solcher Produkte ist es nicht weit her, die Risiken sind nicht zu unterschätzen. Bei der ÖKO-TEST-Analyse enttäuschen die Multivitaminpräparate: zu hohe Dosierungen und fragwürdige Auslobungen sorgen für viele „mangelhafte“ und „ungenügende“ Gesamturteile.
• Vitaminpräparate für Schwangere: Werdenden Müttern bietet die Industrie eine Reihe von Produkten an, damit es dem Fötus nicht an wichtigen Nährstoffen mangelt. Die Anbieter schießen jedoch über Ziel hinaus.
• Zink plus C: Zink wird oft als Wirkstoff gegen Erkältungen angepriesen. Der Nutzen von Zinkpräparaten ist jedoch keinesfalls belegt. Um etwaige positive Wirkungen bei Erkältungen erzielen zu können, enthalten die von ÖKO-TEST untersuchten Produkte viel zu wenig Zink.
• Vitamin D: Angeblich soll Vitamin D vor Krebs und weiteren Erkrankungen schützen. Zugleich gelten viele Leute als unterversorgt. Doch im Test konnten nur wenige Produkte überzeugen.
• Calcium und Vitamin D3: Menschen, die an Osteoporose leiden, brechen sich die Knochen oft schon aus dem geringsten Anlass. Kombipräparate aus Vitamin D und Calcium sollen vorbeugen oder Knochenschwund aufhalten. Der Nutzen der Arzneimittel ist belegt, die Nahrungsergänzungspillen kann man sich dagegen sparen.

Aus dem Inhalt
• Steckbrief Vitamine: Vitamin C ist wohl das bekannteste, doch auch die anderen zwölf Vitamine sind für den Menschen mehr als wichtig. Die ÖKO-TEST-Übersicht zeigt, wofür sie gut und notwendig sind, welche Mengen gebraucht werden und in welchen Lebensmitteln sie stecken.

• Roh oder erhitzt? Bei der Frage, ob Rohkost oder Gegartes verträglicher ist, kommt es auf die Produkte an. Manche Nährstoffe lösen sich nicht aus den Lebensmitteln, wenn man sie nicht gart. Hält man allerdings Gemüse zu lange warm, gehen empfindliche Vitamine verloren.

• Keine simplen Ratschläge: Immer wieder gibt es Schlagzeilen, wonach laut einer Studie irgendeine Kost besonders gesund sein soll: Knoblauch schützt angeblich vor Infektionen, Brokkoli vor Krebs. Das klingt leider viel zu schön, um wahr zu sein. ÖKO-TEST erklärt, wie diese Studien zu bewerten sind.

Das aktuelle ÖKO-TEST KOMPAKT Vitamine & Mineralstoffe gibt es seit dem 9. März 2012 im Zeitschriftenhandel. Es kostet 3,90 Euro.