The Native Cooking award 2013

Deutsche Sternköche nehmen am inoffiziellen Länderwettbewerbder Köche The Native Cooking award 2013 teil, der auf Gut Knuthenlund in Dänemark a.bgehalten wird.

Am 31. August und 1. September verwandeln internationale Sternköche aus Deutschland, Belgien, Dänemark, Norwegen und Frankreich wildwachsene Beeren und Kräuter sowie lokale Zutaten nur mithilfe einer Outdoor-Küche und eines Lagerfeuers in ein Drei-Gänge-Menü, das dann von einer internationalen Jury bewertet wird.
Vielleicht gehörten auch Sie zu den vielen Gästen, die den ersten internationalen Länderwettbewerb der Köche The Native Cooking award besuchten, bei dem Michelin-Sternköche aus Dänemark, Deutschland und Österreich gegeneinander antraten? Übrigens mit Österreich als Sieger.
Auch 2013 werden Mannschaften aus verschiedenen Ländern einander mit ihren Kochkünsten herausfordern, wobei die wilde Natur der dänischen Insel Lolland die Zutaten bereitstellt. Jede Nationalmannschaft besteht aus vier Köchen, die mindestens Erfahrungen als Souschef eines mit einem Michelin-Stern ausgezeichneten Restaurant oder einem Restaurant von entsprechendem Niveau vorweisen müssen.

Außer den Kräutern und Beeren erhält jede Mannschaft Fleisch und Molkereiprodukte von Gut Knuthenlund. Darüber hinaus können sie auch lokale Zutaten anderer Hersteller verwenden, die mit Ständen auf dem Event vertreten sind. Der Wettbewerb findet im Freien in einer Outdoor-Küche statt. Nachdem die Kräuter gesammelt wurde, müssen die Köche daher im Freien auf einem offenen Grill ohne elektrisch betriebene Hilfsmittel ein Drei-Gänge-Menü zubereiten.

Die Jury besteht aus:
Vorsitzender der Jury: Jacob de Neergaard –
Jurymitglied beim weltberühmten internationalen Wettbewerb der Köche Bocuse d’Or. War neun Jahre lang Küchenchef des mit einem Michelin-Stern ausgezeichneten Restaurants Søllerød Kro.
Ehrenmitglied: Cathrine Fogel –
Maître Fromager und ambassadeur der internationalen Käsereivereinigung Guilde des Fromagers. Internationale Richterin bei Bewertung von Olivenöl und Käse. Diplom als Bewertungs- richterin der ONaOO.
Ehrenmitglied: Laurent Vanparys –
Internationaler Restaurantkritiker seit 10 Jahren, er bereist die Welt und genießt jährlich etwa 200 Gerichte, Gourmet-Blogger (Gastros on Tour mit über 6800 Followern weltweit), Mitglied der 50 Best of the World akademie, Inhaber von drei Unternehmen im kulinarischen Bereich.
Joachim Gerner, Deutschland –
Souchef in Restaurant Facil, Berlin (ein Michelin-Stern). Sieger des The Native Cooking award 2012.
Sang-Hoon Degeimbre, Belgien –
Inhaber und Küchenchef des Restaurants L ́air du Temps (zwei Michelin-Sterne).
Esben Holmboe Bang, Norwegen –
Inhaber und Küchenchef des Restaurants Maaermo (zwei Michelin-Sterne).
Christian F. Puglisi, Dänemark
Inhaber und Küchenchef des Kopenhagener Restaurants Relæ und Manfreds & Vin (ein Michelin-Stern).
Akrame Benallal, Frankreich –
Inhaber und Küchenchef des Pariser Restaurants akrame (ein Michelin-Stern).

www.facebook.com/GutKnuthenlundLolland

Physalis

Die Andenbeere wird in Deutschland immer beliebter. Das leuchtend orangene Obst, lampionähnlich in braunen Blütenblättern verpackt, ist eine köstliche Delikatesse. Das Aroma ist angenehm süß-säuerlich bis fruchtig und erinnert im Nachgeschmack an Stachelbeere und Ananas. Die zarten Früchte schmecken pur, im Obst- und Blattsalat, zu Müsli und Jogurt, aber auch in Marmelade und Kompott. Sie eignen sich für Torten, Muffins, Pfannkuchen und Panna cotta. Auch im Schokoladenfondue ist das Beerenobst ein Genuss. Püriert verfeinert die Andenbeere Soßen für süße und herzhafte Speisen. Besonders bekannt ist sie aber als essbare Dekoration – etwa für das Glas Sekt, Bowlen, Cocktails und Desserts.

Die Andenbeere ( Physalis peruviana ) ist ursprünglich im Hochland Perus und Chiles beheimatet. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gelangte die Frucht nach Südafrika zum Kap der guten Hoffnung und bekam dort ihren zweiten Namen, nämlich Kapstachelbeere. Sie gehört zur Familie der Nachtschattengewächse und ist eng mit der Tomate und der Kartoffel verwandt. Nach der Befruchtung der Blüte bilden die feinen Blütenblätter einen laternenförmigen Kelch, in dem die Frucht geschützt heranwächst. Die Physalis ist reif, wenn die Beeren orange-gelb und die Blütenblätter bräunlich gefärbt sind.

Vor dem Verzehr entfernt man zunächst die bräunlichen Blütenblätter. Die Beeren werden sorgfältig gewaschen, um die äußere klebrige Schicht zu entfernen. Die dünne Fruchthaut und die kleinen weichen Kerne im Fruchtfleisch sind essbar.

Die Andenbeere ist ganzjährig im Handel erhältlich, aber die Hauptsaison liegt zwischen November und Juni. Achten Sie beim Einkauf auf Qualität. Die Beeren sollten fest und goldgelb bis orange gefärbt, aber nicht schrumpelig sein. Früchte mit dunkelbraunen Blättern sind nicht mehr frisch. Im Kühlschrank ist die exotische Ware einige Tage haltbar.

Die Andenbeere kann auch im eigenen Garten angepflanzt werden. Sie braucht wie die Tomate einen warmen und sonnigen Standort, stellt aber an den Boden kaum Ansprüche. Die krautige Pflanze wird bis zu 1,50 Meter hoch und die Stängel müssen an Stäben oder Rankgittern aufgebunden werden. Von August bis Oktober kann geerntet werden. Übrigens darf die Andenbeere nicht mit der Lampionblume (Physalis alkekengi), auch unter dem Namen Blasenkirsche bekannt, verwechselt werden. Sie ist eine Zierpflanze, deren Früchte nicht essbar sind.
Heike Kreutz, www.aid.de

Wild, Waldbeeren und Pilze sicher genießen

Da Wild-Fleisch in der Regel zäher ist als das von Schlachttieren, sind in der Wildküche Marinaden beliebt: Essig, Wein oder Buttermilch können das Fleisch zarter und saftiger machen – Wild immer ganz durchgaren

Die Saison für frisches Wild hat begonnen. Sie dauert je nach Tierart bis Januar. Und wer sich in Wald und Flur auskennt, kann in den nächsten Wochen noch Beeren und Pilze sammeln gehen. Sie harmonieren gut mit dem Fleisch von Reh, Hase und Co. Die VERBRAUCHER INITIATIVE e. V. bietet Informationen über Essbares aus freier Wildbahn sowie Tipps für einen sicheren Genuss und eine wohlschmeckende Zubereitung.

„Gerichte mit Wildfleisch sind eine besondere Gaumenfreude und bereichern in der kalten Jahreszeit den Speiseplan“, so Alexandra Borchard-Becker, Ernährungswissenschaftlerin bei der VERBRAUCHER INITIATIVE gegenüber Gourmet Report. Wildfleisch kann z. B. über Jäger, Wildhändler oder gut sortierte Supermärkte bezogen werden. Es stammt nicht immer aus freier Wildbahn, oft wird sogenanntes Gatterwild angeboten. Da Wild-Fleisch in der Regel zäher ist als das von Schlachttieren, sind in der Wildküche Marinaden beliebt. Essig, Wein oder Buttermilch können das Fleisch zarter und saftiger machen. Wegen der häufiger auftretenden Krankheitserreger muss es stets vollständig durchgegart werden. Drückt man es mit dem Finger leicht ein, gibt fertig gegartes Wildfleisch nicht mehr nach. Der beim Anstechen austretende Fleischsaft sollte nicht mehr rosa sein.

„Der meist kräftig-herbe Wildgeschmack passt hervorragend zu Gemüse der Saison wie Kohl oder Pilzen, aber auch zu süß-säuerlichem Obst und Wildbeeren“, empfiehlt die Ernährungswissenschaftlerin. Wilde Pilze lassen sich mit Speisepilzen, Beeren und mit anderen Früchten bestens kombinieren. Für die ungetrübte Freude an herbstlichem Pilzragout oder dem Beerenkompott sollten Sammler sich genau auskennen und umsichtig handeln. Wer in die Pilze geht, sollte die essbaren und die tödlich giftigen Arten zweifelsfrei erkennen können. Wegen der dramatischen Folgen eines Fehlgriffs gilt für Pilze und Beeren immer: Im Zweifel Hände weg! Als Sammelorte sollten abgelegene Stellen bevorzugt werden, denn an Straßenrändern und auf Industriebrachen ist die Belastung mit Umweltschadstoffen oft hoch. In Naturschutzgebieten und bei gefährdeten Arten herrscht absolutes Pflück-Verbot. Gesammelte Pilze sollten gleich verarbeitet oder kurz erhitzt und eingefroren werden. Aus Wildbeeren
lässt sich Kompott, Konfitüre, Gelee oder Saft herstellen.

Die 24-seitige Broschüre „Wild & Wildpflanzen“ stellt heimische Wildarten vor, informiert über die besondere Rolle der Jäger und wirft einen kritischen Blick auf exotische Fleischsorten. Sie gibt einen Überblick über heimische Kräuter, Beeren und Pilze. Hinweise zum Sammeln und Lagern der wilden Genüsse ergänzen das Angebot. Das Heft kann für 4,00 Euro (inkl. Versand) unter www.verbraucher.com bestellt oder für 2,50 Euro heruntergeladen werden.

Flavours of Chile

Chile präsentiert hochwertige Lebensmittel und gastronomische Vielfalt am 30. Oktober in Hamburg

Auf dem Programm stehen ein Seminar über chilenische Lebensmittel. Aus Chile präsentieren sich 25 Unternehmen der Lebensmittelbereiche Wein, Fisch und Meeresfrüchte, Trockenfrüchte und Nüsse, Olivenöl, Frischfrucht sowie Unternehmen, die Gourmet- und Fair-Trade-Produkte herstellen und vertreiben. Unter folgendem Link finden Interessierte die komplette Liste der teilnehmenden Unternehmen zum Download: www.prochile.cl/flavoursofchilealemania/pdf/Flavours_30Okt_Chilenische_Unternehmen.pdf

Anschließend lädt der chilenische Spitzenkoch Rodolfo Guzmán, Küchenchef des Restaurants Boragó in Santiago, zu einem Galadinner und erläutert dabei den Gästen den Ursprung und die Verwendungsmöglichkeiten der Zutaten. Auf dem Menü stehen unter anderem Jakobsmuscheln mit Roter Bete und Maqui-Beeren aus Patagonien, Chilenische Königskrabbe mit Tortilla sowie ein süßer Abschluss mit Veilcheneis. Seine gehobene Küche steht stellvertretend für die moderne chilenische Gastronomie, die einheimische Ursprünge mit internationalen Einflüssen kombiniert.

„Ziel der Veranstaltung ist es, die Vielfalt an qualitativ hochwertigen Lebensmitteln aus Chile zu präsentieren und die sehr guten Handelsbeziehungen zu Deutschland weiter auszubauen. Das Exportvolumen chilenischer Güter nach Deutschland ist 2011 im Vergleich zu 2010 um 30 Prozent angestiegen. Ein großer Teil der exportierten Güter sind Lebensmittel – allen voran Wein, Fisch und Meeresfrüchte sowie landwirtschaftliche Produkte. Die Lebensmittelproduktion ist der zweitwichtigste Wirtschaftssektor nach der Förderung von Rohstoffen“, betont Bettina Stengel, Direktorin des Exportförderungsbüros ProChile in Deutschland im Gourmet Report Gespräch.

Chile steht im weltweiten Ranking der Lebensmittelexporteure auf dem 16. Platz und möchte in 2015 zu den Top 10 gehören. Deutschland ist weltweit der zehntgrößte Absatzmarkt für chilenische Lebensmittel und Getränke. Wein, Obst und Gemüse, Trockenfrüchte oder Tiefkühlprodukte sind seit Langem auf dem deutschen Markt erhältlich. Einen zollfreien Import von Produkten aus Chile nach Deutschland ermöglicht das seit 2003 bestehende Handelsabkommen „Economic Partnership Agreement“ zwischen der Europäischen Union und Chile.

Fünf verschiedene Klimazonen von der weltweit trockensten Wüste im Norden bis zum Eis im Süden des Landes, die unterschiedlichen Höhenlagen und die Temperaturunterschiede ermöglichen die hohe Produktvielfalt Chiles. Während im Osten die Anden das Land abschirmen, reguliert der seichte Pazifikwind von der Küste die Temperaturen. Durch die natürlichen Grenzen ist Chile vor Schädlingen und Krankheiten aller Art geschützt und ist daher beispielsweise frei von Fruchtfliegen. Chile weist sehr fruchtbare Böden auf, die mit den mediterranen verglichen werden und dafür sorgen, dass Produkte von höchster Qualität das Land verlassen.

Chilenische Gourmetprodukte

Chile bietet eine breite Palette an Produkten, die ausschließlich im eigenen Land wachsen oder dort angebaut und weiterverarbeitet werden. Zunehmend werden die hochwertigen Erzeugnisse und naturbelassenen Produkte sowohl in Chile als auch auf dem deutschen Markt als Gourmetprodukte vertrieben. Hervorzuheben ist hier besonders die traditionelle Gewürzmischung Merkén des in Chile einheimischen Mapuche-Volks. Die Mischung wird aus der besonderen Chili-Sorte Cacho de Cabra und Koriandersaat hergestellt. Aufgrund seines unverkennbaren Aromas wird Merkén vermehrt auch in der Weiterverarbeitung von Fisch zu Gourmetprodukten eingesetzt. Geräucherter Lachs oder Forelle mit Merkén in Olivenöl ist eine nachgefragte Delikatesse. Einzigartig ist auch der Rotwein der Rebsorte Carménère, die ursprünglich aus dem Bordeaux-Weinbaugebiet stammt und heute nur noch in Chile angebaut wird. Zu weiteren besonderen Gourmetprodukten zählen neben Olivenöl das herzschonende Avocadoöl, aromatischer Honig der chilenischen Scheinulme aus der Gegend von Valdivia, Beeren wie die Maqui-Beere aus Patagonien oder die zuckerarme Carica-Papaya aus dem Limarí-Tal im chilenischen Norden.

Weitere Informationen zu „Flavours of Chile“ in Hamburg finden Interessierte unter www.prochile.cl/flavoursofchilealemania/.

Sanddorn

Im Spätsommer leuchten die kleinen orangeroten bis gelben Beeren an den Sanddornbüschen. Die „Zitrone des Nordens“, wie das Wildobst wegen des hohen Vitamin-C-Gehalts auch genannt wird, ist ein ganz besonderer Genuss. Sanddornbeeren haben einen herben, samtigen, aber kräftig sauren Eigengeschmack und werden daher in der Regel nicht pur gegessen. Stattdessen lässt sich das Obst beispielsweise hervorragend zu Marmelade oder Gelee verarbeiten – etwa in Kombination mit Aprikosen, Orangen oder Äpfeln. Dabei schmeckt die nordische Spezialität nicht nur als Brotaufstrich, sondern auch zu Lamm, Wild und Käse.

Für einen erfrischenden Saft werden die Beeren gewaschen und mit Wasser und etwas Honig kurz aufgekocht. Anschließend filtert man den heißen Saft durch ein Passiertuch und füllt ihn ab. Der saure Geschmack lässt sich auch durch einen Schuss Apfelsaft etwas abmildern. Ein Spritzer Sanddornsirup macht aus einem Glas Wasser oder Milch eine fruchtige Erfrischung. Das Mark der herb säuerlichen Beeren schmeckt im Müsli, Jogurt oder Quark, zu Vanilleeis, im Obstsalat oder im Gebäck. Eine Delikatesse ist eine cremige Zucchini-Sanddorn-Suppe mit Kartoffeln und Schmand.

Sanddorn gehört zu den Ölweidengewächsen. Die Sträucher wachsen an den Ufern von Gebirgsbächen, in Flusstälern und vor allem an den Küstenstreifen von Nord- und Ostsee. Wer Sanddorn aus dem eigenen Garten genießen möchte, muss mindestens ein weibliches und ein männliches Exemplar pflanzen. Denn sie sind keine Selbstbestäuber. Nur die weiblichen Pflanzen bilden die Früchte. Die Ernte ist mühsam, da der Strauch dornig ist und die Früchte schnell platzen. Die Beeren können gepflückt, abgeschüttelt oder abgestreift werden. Die Ernte sollte nicht zu spät erfolgen, da mit zunehmender Fruchtreife der Säure- und Vitamin-C-Gehalt abnehmen.
Heike Kreutz, www.aid.de

Weitere Informationen:
aid-Heft „Obst“, Bestell-Nr. 61-1002, Preis: 4,00 Euro, www.aid-medienshop.de

Der Holunder ist reif

Jetzt sind die schwarzen Holunderbeeren reif und hängen in dichten Trauben an den Ästen. Vor dem Verzehr muss das Wildobst erhitzt werden, um giftige Inhaltsstoffe zu zerstören. Darauf weist der aid infodienst hin.

Holunder ist eine Bereicherung auf dem Speiseplan und aufgrund des hohen Vitamin-C-Gehalts auch sehr gesund. Die Früchte lassen sich zu Saft, Sirup, Punsch oder Gelee verarbeiten – auch in Kombination mit Äpfeln, Zwetschgen, Birnen oder Brombeeren. Zudem gibt eine herb-fruchtige Holundersoße Wild, Geflügel und Gegrilltem eine besondere Note. Die köstlichen Beeren verfeinern Pfannkuchen, Muffins oder Milchshakes und der Holundersaft ist die Grundlage für eine erfrischende Holundersuppe an heißen Sommertagen.

Vor dem Verzehr müssen die Wildfrüchte allerdings erhitzt werden. Insbesondere unreife Beeren, die Samen und grünen Pflanzenteile des Holunders enthalten das giftige Glycosid „Sambunigrin“. Diese Substanz kann Magenbeschwerden, Erbrechen und Durchfall auslösen. Beim Kochen wird der Schadstoff zerstört. Da auch die Samen der reifen Beeren hohe Gehalte aufweisen, sollten sie nicht zu Marmelade verarbeitet werden. Stattdessen sollte man die Beeren besser zu einem Saft verarbeiten, der zu Gelee verkocht werden kann, so der aid infodienst.

Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra), auch Holderbaum oder Fliederbeere genannt, ist vor allem an Waldrändern, Flussufern und in Feldhecken zu finden. Der Baum kann bis zu sieben Meter hoch werden. Der richtige Erntezeitpunkt ist wichtig: Erst wenn nahezu alle Beeren einer Dolde voll ausgereift, also blauschwarz gefärbt sind, kann die ganze Dolde mit einer Schere abgeschnitten werden. Nach dem Waschen streift man die Beeren mit einer Gabel von den Rispen. Die Früchte sollten direkt nach der Ernte verarbeitet werden, da sie ansonsten durch Gärprozesse ungenießbar werden können.
Heike Kreutz, www.aid.de

Berberitze – vielseitiges Wildobst

Heutzutage ist die Berberitze weitestgehend aus der deutschen Küche verschwunden. Dabei schmecken die roten Beeren erfrischend säuerlich und haben ein feines fruchtiges Aroma. Das Wildobst eignet sich hervorragend für die Zubereitung von Marmelade, Gelee, Mus und Sirup.

Für einen leckeren Saft werden Berberitzen in wenig Wasser weich gekocht, mit einem Tuch ausgepresst, erhitzt und mit Zucker oder Honig vermengt, bis dieser sich aufgelöst hat. Die Früchte schmecken gedünstet in einem farbenfrohen Salat mit Möhren und Mandelblättchen oder in einem Rucola-Pesto zu Baguette.

In der orientalischen Küche wird die Berberitze zum Würzen von Reis, Geflügel und Fisch verwendet. Selbst im getrockneten Zustand sind die Beeren noch weich und lassen sich gut verarbeiten. Feinschmecker können sie im Müsli, im Kuchen und pur als Vitaminspender in der kalten Jahreszeit genießen.

Die Berberitze, auch Sauerdorn genannt, ist in Deutschland weit verbreitet. Im Spätsommer leuchten die kräftig roten, länglichen Beeren in lichten Wäldern, an trockenen Hängen und Straßenrändern. In Parks und in Gärten sind die dornigen Sträucher häufig als Heckenpflanze zu finden. Noch bis zum Oktober kann das Wildobst geerntet werden. Viele denken, die Früchte seien giftig. Dabei wurde die Berberitze bereits im Mittelalter als Lebensmittel und Heilpflanze verwendet. Die Früchte sind reich an Vitamin C sowie Mineralstoffen und wirken antibakteriell, sodass der Saft beispielsweise gegen Zahnfleischentzündungen helfen soll.
Heike Kreutz, www.aid.de

Schwarze Holunder in der Küche und als Arznei

Man darf die Beeren nicht direkt vom Strauch naschen, weil sie giftig sind und zu Erbrechen, Magenbeschwerden sowie Durchfall führen können. Erst durch das Erhitzen werden die Beeren genießbar.

Die kleinen schwarzen Beeren wirken unscheinbar, aber die Früchte des Holunderbuschs haben es in sich und sind vielfältig verwendbar. Die Zeitschrift daheim in Deutschland gibt in ihrer August/September-Ausgabe einen umfassenden Überblick, wie nützlich diese Pflanze ist. Eine Grundregel gilt es aber zu beachten: Man darf die Beeren nicht direkt vom Strauch naschen, weil sie giftig sind und zu Erbrechen, Magenbeschwerden sowie Durchfall führen können. Erst durch das Erhitzen werden die Beeren genießbar.

Am bekanntesten in Europa ist der Schwarze Holunder, dessen Beeren tiefschwarz glänzend sind und in den Monaten August und September ihre volle Reife erreichen. Aus den Beeren lässt sich säurearmer Holundersaft herstellen, der zu Suppe, Gelee und hochprozentigem Schnaps weiterverarbeitet werden kann. Die Ernte der Beeren ist dabei denkbar einfach: Entweder man streift sie mit einer Gabel von den Stielen oder die ganze Rispe wird eingefroren, die Beeren sind dann leicht abzuschütteln. Auch die Blüte ist vielfach nutzbar – als Zutat für Holunderküchlein, als Basis für Holundersirup und Holundersekt oder in getrockneter Form, um einen Tee aufzubrühen.

Der Holunderbusch mit seinen Blüten und Beeren eignet sich aber nicht nur als Zutat für die Küche, sondern auch als Arzneimittel, schildert daheim in Deutschland in seiner neuen Ausgabe. Denn die Inhaltsstoffe – vor allem ätherische Öle, Vitamin B und C sowie außergewöhnlich große Mengen an Mineralstoffen und Aminosäuren – stärken das Immunsystem, wirken blutreinigend, fiebersenkend, entzündungshemmend und schweißtreibend. Deshalb gilt Holunder auch als wirksames Heilmittel gegen Erkältungskrankheiten, Fieber, Bronchitis, Rheuma oder Gicht. Kompressen mit Holunderblütenwasser helfen obendrein gegen unreine Haut. Auch der in den Beeren enthaltene Farbstoff Sambucyanin ist nützlich. Er soll als Radikalenfänger vorbeugend gegen Krebs und Herzkreislauf-Erkrankungen wirken.

Für weitere Informationen zu diesem Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Die Zeitschrift daheim in Deutschland (Ausgabe August/September) ist ab heute am Kiosk erhältlich.

Rezept

 Dänische Pancakes mit Honigfrüchten und Ricotta-Creme

Zutaten:
2 Eier
250 ml Milch
125 g Mehl
1 EL Dänischer Honig „Nordischer Sommer“
2 EL Margarine
Für die Honigfrüchte:
400 g gemischte frische Beeren, z.B.
Erdbeeren, Himbeeren, Heideleeren
(alternativ tiefgekühlt)
4 EL Dänischer Honig „Nordischer Sommer“
Für die Creme:
125 g Ricottta

Zubereitung:
Eier trennen, Eiweiß steif schlagen, Eigelb mit Milch, Mehl und Dänischem Honig
verquirlen. Eiweiß langsam unterheben und den Teig beiseite stellen.
Beerenfrüchte verlesen, abspülen und abtropfen lassen. In einer beschichteten
Pfanne Honig erhitzen, kurz aufkochen lassen, Herd ausschalten. Die Beeren in den
heißen Honig geben, umrühren, leicht mit erhitzen, anschließend kaltstellen.
In der Zwischenzeit Ricotta mit 4 Esslöffeln Honig-Beerensaft (von den
Honigfrüchten) glatt rühren. Margarine in einer beschichteten Pfanne erhitzen und
nacheinander 8 kleine Pfannkuchen backen.
Je 2 Mini-Pancakes mit Honigfrüchten und Ricotta-Creme angerichtet servieren.
Nach Wunsch mit Zitronenmelisse verzieren.
Tipp: Für eine exotische Honigfrucht Variante können Sie einen Esslöffel Dänischen
Honig durch Käfer Ingwer in Akazie

Egal ob als Obst oder Gemüse: Beeren sind einfach lecker

Beeren haben es in sich und sind bei genauem Hinsehen noch vielseitiger als die meisten von uns denken. Denn so manche Beere ist gar keine Beere – dafür hingegen so manches Gemüse. Um der Verwirrung ein Ende zu bereiten, hat sich Deutschlands bekannteste Obst- und Gemüsekampagne „5 am Tag“ auf Beerensuche gemacht und Erstaunliches entdeckt.

Beeren Paradies
Frische Walderdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Erdbeeren, Stachelbeeren

Das Warten hat ein Ende – die Beerensaison startet und Kinder- und Erwachsenenherzen schlagen höher: Erdbeerkuchen mit Sahne, Himbeeren frisch aus der Hand, selbst gemachte Johannisbeermarmelade und viele andere Leckereien bieten Gaumenfreude pur. Doch Moment mal: Sind die Beeren, die wir über alles lieben, botanisch gesehen überhaupt welche?

Erstaunlich: Lieblingsbeeren, die keine sind
Erdbeeren und Himbeeren – die bekanntesten und beliebtesten Beeren hierzulande – sind leider gar keine Beeren, zumindest streng botanisch gesehen. Die Erdbeere ist eine Sammelnussfrucht, die kleinen Nüsschen sind die hellen Punkte, die auf Erdbeeren deutlich zu sehen sind. Die Himbeere und Brombeere wiederum zählen zu den Sammelsteinfrüchten. Echte Beeren sind hingegen Johannis-, Stachel- und Blaubeeren. „Für Botaniker sind Beeren Saftfrüchte, die sich aus einem einzigen Fruchtblatt entwickeln und in reifem Zustand noch eine komplette Fruchtwand haben“, erläutert Dr. Reinhard Schmidt vom Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau Großbeeren/Erfurt.

Verblüffend: Echte Beeren als Gemüse
So manches Gemüse zählt deshalb – zumindest botanisch gesehen – zu den Beeren, zum Beispiel Tomaten, Paprika und Auberginen. Echte Beeren sind im Übrigen auch nicht immer weich: Gurken und Kürbisse zählen wegen ihrer härteren Schale zum Beispiel zu den sogenannten Panzerbeeren. „Fragen Sie doch einmal Freunde und Bekannte, ob es möglich ist, die von Experten empfohlenen zwei Portionen Obst und drei Portionen Gemüse am Tag nur mit Beeren abzudecken. Dass das geht, wissen die wenigsten“, schmunzelt Dr. Schmidt.

Vielfältig: Formen und Farben
Beeren sind übrigens nicht immer rund und glatt. „Eine Beere, die wahrscheinlich kaum jemand als solche bezeichnen würde, ist die Banane. Und auch die etwas haarigen Kiwis oder die bis stark runzeligschaligen Avocados würden viele spontan nicht zu den Beeren zählen, obwohl sie dazu gehören“, so Dr. Schmidt weiter.
Doch warum heißen die ganzen falschen Beeren „Beeren“, wenn sie doch gar keine sind? „Viele echte Beeren haben eine runde Form und eine kräftige Farbe, daher wurden im Volksmund auch ähnlich aussehende unechte Beeren als Beeren bezeichnet. Die botanische Herangehensweise ist für die meisten Laien ja weniger interessant“, vermutet Dr. Schmidt.

Trendig: Lecker, kalorienarm und gesund
Wenn die botanische Bezeichnung also nur Schall und Rauch ist, wie sieht es mit den Inhaltsstoffen aus? „Die von Verbrauchern gemeinhin als Beeren bezeichneten Früchte – egal ob echt oder unecht – sind echte Fitmacher. Sie enthalten viele Vitamine und Mineralstoffe und sind sehr ballaststoffreich, also gut für die Verdauung. Trotz des süßlichen Geschmacks sind sie zudem kalorienarm. Die roten und blauen Beeren enthalten Anthocyane. Diese Farbstoffe bekämpfen freie Radikale und schützen so unsere Körperzellen“, erläutert Professor Dr. Bernhard Watzl vom Max-Rubner-Institut in Karlsruhe.
100 Gramm Erdbeeren decken zum Beispiel 57 Prozent der empfohlenen Tageszufuhr eines Erwachsenen an Vitamin C, außerdem enthalten Erdbeeren das Vitamin Folat sowie die Mineralstoffe Kalium, Magnesium und Kalzium. Aber auch die genannten echten Gemüsebeeren sind in puncto Inhaltsstoffe nicht zu verachten. Deshalb: Egal, ob echte oder unechte Beeren, ob beeriges Obst oder Gemüse – wenn die Früchte bei uns frisch vom Feld zu haben sind, heißt es einfach nur „Ran an die Beeren“.

Extratipp:
Erdbeerjoghurt – am besten selbstgemacht
Naturjoghurt mit frischen Erdbeeren ist in der Beerensaison eine vitaminreiche Alternative zu fertigem Erdbeerjoghurt aus dem Kühlregal. Dieser enthält kaum Früchte, den Geschmack bringen hier zugesetzte Aromen.

Ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich: Fruchtzubereitung beinhaltet das verarbeitete Obst plus Zucker und andickende Zutaten wie zum Beispiel Stärke. 25 Prozent Fruchtzubereitung heißt deshalb nicht, dass ein Viertel des Joghurts aus frischen Früchten besteht.
Auch bei den Aromen lohnt sich das genaue Lesen: Nur wenn „natürliches Erdbeeraroma“ aufgelistet ist, kommt das Aroma tatsächlich fast komplett aus Erdbeeren. Hinter „natürlichem Aroma“ verstecken sich Aromen pflanzlicher oder tierischer Herkunft – welche, bleibt der Fantasie des Verbrauchers überlassen. Steht auf der Zutatenliste nur das Wort „Aroma“, wurden nur synthetische Geruchs- und Geschmackstoffe verarbeitet.