Bäckermeister Gronau lebt seinen Traumjob

Die Inselloft Bäckerei hat sie längst süchtig gemacht! Die Frühstücksgäste der Hotels Inselloft, Seesteg und Haus am Meer, aber auch die Norderneyer, die hier einkaufen. Lange hat es nicht gedauert, bis die Brötchen nach der Eröffnung im Jahr 2013 auch von den Einheimischen für gut befunden wurden. Kein Wunder, denn bei Bäckermeister Meik Gronau wird alles noch von Hand gemacht, ganz nach Urväter Sitte, mit natürlicher Gärung und ohne künstliche Zusatzstoffe. Und wann immer möglich, werden Mehle aus der Region verarbeitet.

Der 28-jährige Bäckermeister hat seine Backstube im Inselloft auf Norderney. Das individuelle und Design liebende Hotel besteht aus vier historischen Häusern aus der Wende zum 20. Jahrhundert, die behutsam saniert, modern gestaltet und schließlich mit einer durchgehenden Veranda miteinander verbunden wurden. In einem dieser Häuser befindet sich die Bäckerei.

„Wichtig sind für mich vor allem die Frische und Qualität der Produkte, aber auch die Ordnung und Sauberkeit im Hintergrund – und natürlich die Zeit, die wir uns zum Backen nehmen“, betont Meik Gronau. Und so ist es für ihn selbstverständlich, dass dem Teig für Brot und Brötchen Teigruhe gegönnt wird. Das ist die Zeit vor, nach oder zwischen dem Kneten, in der der Teig ruht und zur Weiterverarbeitung heranreift. Ein Teil der Teige werden aber auch schon mit wenig Hefe am Vortag angesetzt, damit sie dann über Nacht genügend Zeit haben zum Gehen. Was logisch klingt, aber längst nicht mehr Usus ist: Milchbrötchen bereitet Meik Gronau statt mit Milchpulver mit richtiger Milch zu. Ansonsten gibt es bei ihm in der Backstube auch Roggenbrötchen und Kürbis-Sonnenblumenbrötchen. 3.000 bis 4.000 dieser knusprigen Rundstücke, Semmeln oder wie man sie sonst noch nennen mag, kommen im Sommer täglich aus seinem Ofen. Auf die Frage nach seinen persönlichen Präferenzen schwelgt der 28-jährige: „Ich esse meine erste Schrippe am liebsten nur mit Butter und Salz. Ganz einfach und einfach lecker!“

Meik Gronau, der 1989 in Guben geboren wurde, wollte schon seit Kindertagen Bäcker werden und entschied sich schließlich mit 17 Jahren für eine Ausbildung in der Bäckerei Günther in Frauendorf, der er auch nach dem Erhalt des Gesellenbriefes treu blieb. Mit 24 lockte ihn ein Saisonangebot nach Österreich, wo er im Hotel Konradin in Kühtai als Commis Pâtissier arbeitete. In den Tiroler Bergen reifte dann die Entscheidung, die Meisterschule zu besuchen. Und der junge Mann fackelte nicht lange, er besuchte schon im folgenden Jahr die Meisterschule und legte die Prüfung mit Bravour ab.

Seit dem Sommer 2016 ist Meik Gronau nun wichtigster Bäckermeister der Inselloft Bäckerei, gemeinsam mit seinem kleinen Team von drei Mitarbeitern steht er fast täglich in der Backstube.
Neben den Brötchen ist das Brotbacken seine große Leidenschaft. „Wir machen zehn Sorten Brot, immer abwechselnd“, erzählt er stolz. Das Leuchtturm-Brot, ein Vollkornlaib aus 90 Prozent Roggenvollkornschrot, und das berühmte Traube-Nuss-Brot sind die unangefochtenen Renner. Ganz neu im Sortiment ist das Treibholzbrot. Ungefähr fünf Monate und viele Backversuche hat es gedauert, bis das erste selbst kreierte Brot von Meik Gronau in das Sortiment mit aufgenommen wurde. „Die eigene Brotkonkurrenz ist groß!“, schmunzelt er. Und weiter: „Das hier ist jetzt mein Traumjob“.

Zwar hält er sich meist im Hintergrund, doch einen kurzen Besuch an der Ladentheke kann sich der Bäckermeister zwischendurch dann doch nicht verkneifen. Schließlich gibt es nichts Schöneres, als mit eigenen Augen zu sehen, dass es den Kunden schmeckt. Wie sehr, kann man tatsächlich so manches Mal in der Bäckerei selbst beobachten, denn der ein oder andere beißt noch an der Theke in sein Brötchen oder das frisch gebackene Croissant. Wer mag, kann dort übrigens auch mehr als Brot und Brötchen erwerben – in der Inselloft Bäckerei werden hausgemachte Marmeladen zum Mitnehmen, Tee, Kekse, verschiedene Kuchen und sogar Hundekuchen für die Vierbeiner, die draußen vor der Tür warten müssen, angeboten. Selbstverständlich ebenfalls alles hausgemacht.

Die Bäckerei vom Inselloft Norderney befindet sich am Damenpfad 38 in 26548 Norderney und ist Dienstag bis Sonntag von 7 bis 17 Uhr geöffnet. In den Sommerferien ist die Bäckerei auch montags geöffnet. Der Fährhafen Norddeich-Mole ist von Zürich, Luxemburg und vielen deutschen Großstädten mit einem durchgehenden Zug zu erreichen. Die Fähre fährt im Sommer fast stündlich. Buchungen nimmt das Haus telefonisch unter der Nummer 04932-893800, per Email unter hallo@inselloft-norderney.de sowie online entgegen. Weitere Informationen zum Hotel und zur Bäckerei sind unter http://www.inselloft-norderney.de zu finden.

Die Finalisten des Backwettbewerbs

Backen ist schon lange nicht mehr nur Hausfrauensache. In den letzten Jahren ist der Trend um Kuchen, Torten, Muffins und Cupcakes immer weiter gewachsen.
Mehr als 100 Hobbybäckerinnen und -bäcker haben ihre besten Rezepte in den letzten Wochen beim 1. Gault&Millau Backwettbewerb eingereicht.
Nun stehen die zehn Finalisten fest. Am 15. November 2016 werden sie im Palais Coburg in Wien live gegeneinander antreten.
 
Göttliche Kardinaltorte, Gewürzapfelkuchen mit Pekannüssen und Ahornsirup, Schokoladebrownies mit Himbeeren, Briochebuchteln, rustikales Bauernbrot, burgenländische Salzstangerln – unter mehr als 100 eingereichten Rezepten konnten die Facebook-User für ihre Favoriten abstimmen. Nun ist die Entscheidung gefallen:
Sieben Mehlspeisen- und drei Brotbäcker haben sich für das große Finale am 15. November in den Kasematten des Palais Coburg qualifiziert.
Unter dem Thema „Familientorte“ oder „Gebäck“ müssen diese live vor Publikum und Jury ihr eigenes Rezept backen – mit allem, was dazugehört. Die Gäste sollen jeden Schritt der Torten- und Gebäck-Entstehung hautnah mitverfolgen können, selbst aufwendige Dekorationen werden erst vor Ort entstehen.
Haubenkoch und TV-Star Johann Lafer, Vier-Haubenkoch Silvio Nickol, Ströck-Patissier Pierre Reboul, Slow-Food-Wien-Chefin und Autorin Barbara van Melle, der langjährige Demel-Chefzuckerbäcker Dietmar Muthenthaler und Gault&Millau-Chefredakteurin Martina Hohenlohe werden den Hobbybäckern bei jedem noch so kleinen Handgriff genau auf die Finger schauen.
Die Gewinner erwarten Sachpreise von Kenwood und Nespresso sowie ein Abendessen inklusive Weinbegleitung für zwei Personen im Restaurant „Silvio Nickol“.
 

Apfelstrudel:

Gault&Millau startet beim Backwettbewerb einen Rekordversuch: Mit Hilfe aller Gäste der Veranstaltung soll der längste Apfelstrudel Wiens entstehen. Für jeden Besucher, der einen selbst gebackenen Apfelstrudel mitbringt, ist der Eintritt zum Finale gratis.
 

 
Finale:
Zeit: 15. November 2016 ab 16 Uhr
Ort: Palais Coburg, Coburgbastei 4, 1010 Wien
Tickets erhältlich auf www.martinahohenlohe.com
VVK € 19,- / Tageskasse € 25,-

 

Michael Baur
Warum machen Sie beim Backwettbewerb mit?

Weil (Brot-) Backen Spaß macht und das Finale ein cooles Event ist.

Wie entstand Ihre Leidenschaft für das Backen?

Als Konkurrenz zur Zuckerbäckerei meiner Freundin.

Was ist Ihr wichtigstes Utensil beim Backen?

Meine Hände.

 

John, Larissa, Ludmilla Del Fabro
Wie entstand eure Leidenschaft für das Backen?

Weil wir zuhause immer so guten Kuchen bekommen haben.

Wie würdet ihr euren Backstil beschreiben?

Clownmäßig.

Was macht ihr gerne, wenn ihr nicht gerade backt?

Kuchen essen.

 

Gudrun Grasberger
Warum machen Sie beim Backwettbewerb mit?

Weil ich meine Leidenschaft,  Kreativität und Fantasie mit anderen teilen möchte und weil ich dringend eine neue Küchenmaschine brauche.

Wie entstand Ihre Leidenschaft für das Backen?

Ich habe einfach gemerkt das ich beim Backen entspannen kann – ein Kontrast zu meinem Job.

 

Petra Gruber
Wie entstand Ihre Leidenschaft für das Backen?

Die entstand als ich als Jugendliche das erste Mal Weckerln versuchte. Wie sich der Teig anfühlt, wie das Gebäck im Ofen aufgeht.

Ohne welche Zutat können Sie beim Backen nicht leben?

Zeit, denn die bringt den Geschmack ins Brot und Gebäck.

 

Axel Jaskowiec
Wie entstand Ihre Leidenschaft für das Backen?

Es hat bei der Oma begonnen. Mit ihr das Kekserl backen war immer eine tolle Sache – vor allem das heimliche Naschen.

Für wen backen Sie am liebsten?

Für meine Mutter, weil ich ihr immer wieder zeige, wie kreativ man sein und außergewöhnliche Zutaten einsetzen kann.

 

Ildikó Legrady
Wie würden Sie Ihren Backstil beschreiben?

Ich kombiniere klassische Elemente mit der modernen minimalistischen Lebhaftigkeit.

Was ist die Lieblingsbäckerei Ihrer Kindheit?

Meine Lieblinge sind ungarische Dobistorte und Kaiserschmarrn.

 

Silvia Markl
Wie würden Sie Ihren Backstil beschreiben?

Mein Herzblut! Klein und fein, mit Liebe zum Detail.

Ohne welche Zutat können Sie beim Backen nicht leben?

Butter – das allerwichtigste für mich, gefolgt von meiner selbstgemachten Marmelade.

 

Verena Offermanns
Warum machen Sie beim Backwettbewerb mit?

Ich möchte gerne von einer Fachjury erfahren, ob meine Back-Kreationen wirklich so gut sind, wie mein privates Umfeld immer sagt.

Wie würden Sie Ihren Backstil beschreiben?

Mein Backstil ist sehr kreativ. Bis auf sehr wenige Ausnahmen backe ich jede Torte nur ein einziges Mal.

 

Johanna Rosenberger
Wie entstand Ihre Leidenschaft für das Backen?

Die Instanz, mich damit richtig zu beschäftigen und es zu erlernen, war Vicky, die den Traum eines gemeinsamen Cafés vor 5 Jahren gestartet hat.

Was ist Ihr wichtigstes Utensil beim Backen?

Eine ausreichend große Schüssel und meine Hände.

 

Anna Wagentristl
Wie entstand Ihre Leidenschaft für das Backen?

Eine wirkliche Leidenschaft wurde es, als mir die Backrezepte meiner verstorbenen Verwandten vermacht wurden. Jedes einzelne Rezept weckt wunderschöne Erinnerungen.

Ohne welche Zutat können Sie beim Backen nicht leben?

Schokolade.

Wennerstorfer Kuchenfestival

Sonntag, 19. Juni, 11-18 Uhr, 3 Euro

Der Museumsbauernhof feiert gemeinsam mit den Lions Clubs der Nordheide am Sonntag, dem 19. Juni das erste Wennerstorfer Kuchenfestival. Von 11 bis 18 Uhr erleben die Besucher ein köstliches Programm rund um aufwändig dekorierte Torten, köstliche Kuchen und andere süße Kreationen. Der Eintritt kostet 3 Euro, für Besucher unter 18 Jahren ist er frei.

Auf dem sommerlichen Museumsbauernhof duftet es köstlich nach frisch gebackenen Kuchen und Torten. Von fruchtig bis sahnig, mit Schokolade oder Nüssen – für jeden Geschmack ist etwas dabei.
Besucher probieren am Kuchenbuffet nach Herzenslust die verschiedenen handgefertigten Köstlichkeiten, die Bäcker bieten Tricks und Rezepte für zuhause. Ein Konditor führt vor, wie er Torten herstellt und verziert. Im Lehmbackofen backen die Bäcker vor den Augen der Zuschauer frisches Brot und beantworten die Fragen der Besucher. Beim Kinderprogramm backen kleine Schleckermäuler Kuchen im Glas, Stockbrot oder zeigen ihr Geschick beim Hufeisenwerfen.

Bereits um 10 Uhr beginnt das Festival mit einem plattdeutschen Gottesdienst. Ab 14 Uhr zeigt die Volkstanzgruppe Hollenstedt ihr Können. Ausgewählte Händler bieten auf einem kleinen Markt Lebensmittel und Kunsthandwerk an, und Marktfrau Eliza spaziert auf Stelzen durch das bunte Treiben.

Selbst gebacken schmeckt doch am besten: Eigene Kuchen und Torten backen und dekorieren wird zunehmend beliebter. Auf dem Wennerstorfer Kuchenfestival erleben die Besucher den süßen Trend mit allen Sinnen und erhalten Informationen und Tipps rund um traditionelle und neue Zutaten, Rezepte und Techniken. Erfahrenen Hobbybäcker wissen: Backen spricht die Sinne an und weckt Kindheitserinnerungen.

Elieses Hofcafé lockt mit frisch gebrühtem Kaffee und Torten in Bioland-Qualität. Für den herzhaften Hunger gibt es Bioland-Suppe aus Wennerstorfer Gemüse oder Steaks und Bratwürste vom Holzkohlegrill. Das nostalgische Café ist ganz im Stil der 30er Jahre eingerichtet, der gemütliche Kaffeegarten lädt zum Schnacken und Entspannen ein.

www.kiekeberg-museum.de

Das beste Brot

Das Buch BROT von Jochen Gaues ist ab jetzt im Handel

In Zusammenarbeit mit der Edition Port Culinaire und der Edition Fackelträger dokumentiert Jochen Gaues zum ersten Mal, was zu tun ist, um ein Brot zu backen, das wie aus seiner Hand erscheint. Eine Sammlung seiner besten Rezepte ist dabei entstanden.

Er ist der bekannteste Bäcker Deutschlands. Die besten Restaurants zählen zu seinem Kundenstamm. Er belieferte Bundespräsidenten, die deutsche Fußballnationalmannschaft und sogar der Ruf aus Hollywood wurde in seiner Backstube schon vernommen. Das kommt nicht von ungefähr, denn sein Brot ist einzigartig. Wer einmal davon gekostet hat, der weiß, wie gutes Brot schmecken muss. Glaubt man Jochen Gaues, so ist das ganz einfach: ein bisschen Mehl, Wasser, Salz und etwas von seinem Sauerteigansatz. So backt er jeden Laib ganz nach seinem Gefühl, Rezeptaufzeichnungen waren nie vorhanden.

Außerdem gibt Jochen Gaues Einblicke in sein aufregendes Leben und berichtet von Erfolg, Niederlagen und Neuanfängen einer Bäckerkarriere.

Weiterführend geht es in diesem Buch auf eine Reise durch die Brotgeschichte. Neben der umfassenden Warenkunde verschiedener Getreidesorten, zeigt sich das Brot als jahrtausendealtes Kulturgut und als fester Bestandteil von Volksglauben und Religion. Ein Überblick über die verschiedenen Backtriebmittel, Backverfahren und -vorgänge verschafft Klarheit darüber, wie ein Teig zu führen ist. Heute bestimmen moderne Mühlen und Öfen den Herstellungsprozess von Brot. Diese Entwicklung hat ihre Berechtigung. Doch sie ändert nichts daran, dass das Prinzip, ein gutes Brot zu backen, auf den Vorgängen basiert, die der Mensch seit Tausenden von Jahren nutzt. Diesen Ausführungen folgt Wissenswertes über einzelne Brotsorten inklusive ihrer Rezepte.

Mit ausdrucksstarken Bildern von Thomas Ruhl, der seit Jahren zu den besten Food-Fotografen der Welt zählt.

Autoren: Jochen Gaues, Thomas Ruhl
Fotografie: Thomas Ruhl
208 Seiten, 24 x 28 cm
ISBN: 978-3-7716-4605-9
EUR 29,99 (D)

Bestellungen sind ab sofort online möglich www.port-culinaire.de

Ostern – Feiern & Kochen in alter Tradition

Mit dem Aschermittwoch begann für Christen die lange Fastenzeit, die – strenggenommen – erst mit dem Ostersonntag in der Früh endet. Fleischkonsum war während dieser Wochen lange Zeit verboten. Der Palmsonntag markiert den Beginn der Karwoche; man feiert an diesem Tag den feierlichen Einzug Jesu in Jerusalem. Drei besondere Tage kennzeichnen diese Woche:

Gründonnerstag (abgeleitet von Greindonnerstag = greinen = weinen, wehklagen), an dem die Fußwaschung an den zwölf Aposteln vorgenommen wurde. Dieser Brauch wurde später von zahlreichen christlichen Herrschern – auch von den Habsburgern – als Akt der Nächstenliebe übernommen und an je zwölf Greisen und Greisinnen ausgeübt. Die alten Leute erhielten als Erinnerung an die Fußwaschung und den Verrat des Judas Fastenspeisen und dreißig Silbermünzen ausgehändigt.
An diesem Abend fand auch das letzte Abendmahl statt, an dem Jesus mit seinen Jüngern das Brot brach.

Karfreitag (abgeleitet von kar/kara = Klage, klagen) markiert die Marter und den Tod Jesu, Karsamstag die Grabesruhe. An diesen drei Tagen (Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag) schweigen die Kirchenglocken, die sonst während des Jahres den Gläubigen die zur Freude Anlass gebenden Gebetsstunden verkünden. An ihrer Stelle mahnen die Ratschen zum Gebet. Man sagt, die Klöppel der Glocken seien angesichts des Tods des Herrn nach Rom geflogen. Die kirchlichen Symbole der Freude wurden/werden verhüllt, die Priester tragen rotes Messgewand am Palmsonntag und Karfreitag, violettes während der Fastenzeit. Erst am Ostersonntag wird das weiße Messgewand verwendet.

Am Ostersonntag wird die Auferstehung gefeiert, denn die Frauen, die das Grab von Jesus besuchten, fanden es leer vor. Am Ostermontag begegneten zwei Jünger, die nach Emmaus zurückkehrten, einem Fremden, den sie in eine Herberge einluden. Als er das Brot brach, erkannten sie Jesus, der vor ihren Augen verschwand.

Am Karsamstag wurden/werden Speisensegnungen vorgenommen: Schinken, Speck, Käse, Eier Salz und Kren werden gesegnet und am Ostersonntag zum Frühstück oder als Vorspeise zum festlichen Mahl verzehrt. Die Ostereier waren ursprünglich bei den Urchristen ausschließlich rot gefärbt – das  Ei als Symbol des Lebens trug als Gedenken die Farbe von Christi Blut. Lamm gilt als weitere Traditionsspeise – sein weißes Fell ließ es als unschuldig und seine Mentalität als besonders friedfertig erscheinen. Auch der Osterhase ist schon über Jahrhunderte mit dem höchsten christlichen Fest verknüpft – er ist ein Symbol der Fruchtbarkeit und des Neubeginns.

In der Wiener Küche hat man sich auch der Speisen angenommen, die für Gründonnerstag, Karfreitag, Ostersonntag und Ostermontag besonders passend waren.

Josephine Türk, Jubiläums-Kochbuch, Wien 1908

Gründonnerstag
Französische Erdäpfelsuppe
600 g geschälte, gewürfelte Erdäpfel, 1 gelbe Rübe, 1 kleine Sellerie, 1 Petersilwurzel und 150 g Champignons in dünnen Scheiben, Salz, Wasser, 40 g Butter, 40 g Mehl, kleingehackte Schalotte, feingehackte grüne Petersilie, ½ Teelöffel Suppenwürze
Erdäpfel und Gemüse in Salzwasser nicht zu weich kochen, Champignons dazugeben und kurz weiterkochen. Schalotte und Petersilie in Butter anschwitzen, mit Mehl zu einer lichten Einbrenn rühren, in die kochende Suppe geben und mit Salz und Maggi abschmecken.

Kalte Senfeier
Pro Person 2 Eier 7 Minuten kochen, schälen und 1 Stunde in Salzwasser liegen lassen. Der Länge nach halbieren, den Dotter herausnehmen, passieren und mit wenig Öl, Essig, Salz, Senf und etwas Obers cremig verrühren. In die Eierhälften bergartig dressieren.

Spinatpudding
80 g Butter, 4 ganze Eier, ¼ l Semmelbrösel, 400 g Blattspinat gewaschen und grob gehackt, Butter und Brösel für die Form
Butter flaumig abtreiben, die Eier und Semmelbrösel darunterrühren und mit dem Spinat vermischen. Mit Salz abschmecken. In eine gebutterte, mit Bröseln ausgestreute Kuppelform füllen, 1 Stunde im Dunst kochen. Auf eine runde Platte stürzen und mit flüssiger Butter übergießen.

Osterpinze
Aus 25 g Germ, etwas lauwarmer Milch, 1 Eßlöffel Zucker, wenig Mehl ein Dampfl bereiten;
1 kg Mehl, 200 g Butter, 1 Dotter, 1 ganzes Ei, Salz, Schale einer Zitrone, etwas mehr als ¼ l Milch, 4 Eßlöffel Zucker, 1 Ei
Butter ins Mehl bröseln, das Dampfl und die übrigen Zutaten dazugeben und einen festen Teig kneten, den man sehr gut abschlägt und gehen lässt. Auf dem Nudelbrett formt man den Teig rund und schneidet ihn kreuzweise ein. Mit versprudeltem Ei bestreichen, am Backblech ½ Stunden gehen lassen und langsam backen.

Karfreitag
Fischbeuschelsuppe
Gereinigtes Fischbeuschel, Salzwasser mit wenig Essig vermischt, 1 kleine Zwiebel in Ringe geschnitten, 1 Lorbeerblatt, Pfefferkörner, 1 gelbe Rübe, ¼ Knollensellerie, 1 Petersilwurzel – alles geschält und in feine Blätter geschnitten, 2 – 3 Fischköpfe, 50 g Rindsschmalz, 40 g Mehl
Das Beuschel im Wasser sehr weich kochen und herausnehmen. Den Kochsud mit etwas Wasser ergänzen, Gemüse und Fischköpfe darin gut auskochen. Aus Schmalz und Mehl eine goldbraune Einbrenn machen, in der Suppe verkochen lassen und alles passieren. Das kleingehackte Beuschel in die Suppe geben. Mit Zitronenvierteln servieren.

Artischocken mit Eiersauce
1 Glas (500 g Abtropfgewicht) Artischocken, 50 g Butter, 40 g Mehl, Artischockensud, Salz, Suppenwürze, 2 Dotter
Die Artischocken im Sud erhitzen und warmstellen. Aus Butter und Mehl eine helle Einbrenn machen, mit Artischockensud aufgießen, verkochen, mit Dottern abziehen und würzen. Separat anrichten. Die heißen Artischocken auf dem Teller mit Eiersauce übergießen.

Gebackener Karpfen
4 Karpfenfilets, Mehl, 3 Eier, Semmelbrösel, Salz, Rindsschmalz
Die Filets salzen, panieren und in Schmalz goldbraun ausbacken, auf Papier gut ablaufen lassen. Mit Zitronenvierteln servieren.

Reisbohnensalat
1 Dose kleine weiße Bohnen (1 kg Abtropfgewicht), Estragonessig, Salz, Pfeffer, Öl, eine feinnudelig geschnittene Zwiebel
Die Bohnen abtropfen lassen, mit Zwiebel vermischen und mit den übrigen Zutaten pikant abschmecken. Mindestens ½ Stunde ziehen lassen.

Charlotte von Äpfeln
500 g geschälte, blättrig geschnittene Äpfel mit Zitronensaft beträufelt, 1/8 l Wasser, 1 El Zucker, 4 Semmeln in feine Blätter geschnitten, 60 g flüssige Butter, 150 g Biskuitbrösel,
100 g Rosinen, 100 g gestiftelte Mandeln, Staubzucker
Die Äpfel in Zuckerwasser dick einkochen. Die Semmelschnitten durch die flüssige Butter und den Staubzucker ziehen. Den Boden und die Seitenwand einer runden, feuerfesten Form mit den Schnitten auslegen und die Äpfelmasse daraufgeben. Die übrigen Zutaten aufstreuen, mit Semmelscheiben abdecken und im Rohr langsam gelb backen. Auf einen Teller stürzen und warm zur Tafel geben.

Ostersonntag
Braune Suppe mit gebackenen falschen Morcheln
1 l braune Rindsuppe, 120 g pürierte Rindsleber, 40 g Butter oder Rindsuppenabschöpffett, 2 Eier, Salz, Semmelbrösel, 150 g feinblättrig, in etwas Butter gedünstete Champignons, Schmalz, 3 cm lange, bissfest gekochte hohle Nudelstücke
Leber mit Fett und Eiern abtreiben, würzen, mit Bröseln zu einer Masse rühren, aus der man kleine Knödel formt. Die Nudeln hineinstecken und in Schmalz ausbacken. Mit den Champignons in brauner Rindsuppe servieren.

Lachs in Muscheln mit Mayonnaise und Krevetten
1
Lachsfilet, ½ l Rotwein, 1 Glas Krevetten, Mayonnaise aus 4 Dottern, 1/8 l Öl, Salz, etwas Essig, Zitronensaft und weißem Pfeffer
Das Filet ¼ Stunde im Rotwein kochen, herausheben und abkühlen lassen. In kleine Stücke schneiden und mit der Mayonnaise vermischen, in Muscheln füllen, mit Krevetten dekorieren und mit Schnittlauchröllchen bestreuen.

Häuptelsalat
1 Häuptelsalat gewaschen und in kleine Stücke geteilt, Essig, Öl, Salz
Den Salat in eine Schüssel geben, marinieren und sofort servieren.
Heurige Erdäpfel
1 kg kleine, geschabte heurige Erdäpfel, Salz, Wasser, Kümmel, 80 g frische Butter
Die Erdäpfel in Salzwasser mit Kümmel weichkochen, abseihen und in Butter mit feingehackter grüner Petersilie schwenken. Gleich servieren.

Baumstamm
140 g Zucker, 8 Dotter, 140 g ungeschälte, geriebene Mandeln, 8 Klar Schnee, Backpapier, 1 Glas Himbeergelee;
280 g feinste Butter, 140 g Staubzucker, 4 Tafeln geriebene Milchschokolade, 1 Packung Vanillezucker; 20 g Butter, 20 g Staubzucker, 1 Dotter, Vanillezucker
Butter mit Dottern abtreiben, Mandeln und Schnee unterheben und 2 cm dick auf das Backpapier aufstreichen und rasch backen. Das erwärmte Gelee sofort aufstreichen und einrollen. Auskühlen lassen. Aus den übrigen Zutaten eine Schokoladencrème bereiten; aus Butter, Zucker und Dotter ein wenig helle Buttercrème rühren. Die Rolle mit Schokoladencrème bestreichen und Rillen und Astlöcher aufspritzen. In die Astlöcher und auf die beiden Enden der Rolle die helle Crème streichen.

Ostermontag
Parmesansuppe mit Schnitten
1 kg Kalbsknochen, Wurzelwerk, 1 Schale Reis, 50 g Butter, 40 g Mehl, 75 g frisch geriebener Parmesan
2 Semmeln in Scheiben geschnitten, flüssige Butter, geriebener Parmesan nach Bedarf
Aus Knochen und Wurzelwerk eine Suppe kochen, abseihen und den Reis darin weichkochen. Mit der Einbrenn und dem Parmesan verrühren und gut verkochen lassen. Mit Semmelschnitten anrichten.
Die Semmelschnitten durch flüssige Butter ziehen, auf ein Backblech legen, dick mit Parmesan bestreuen und im Rohr goldgelb backen.

Seezunge mit feinen Kräutern
4 Seezungenfilets mit Salz und Zitronensaft marinieren, 120 g frische Butter, 1 feingehackte Schalotte, 2 Tl feingehackte Sellerieblätter, feingeschnittene Schale von ½ Zitrone, 100 g feinblättrig geschnittene Champignons
Butter erwärmen, Zwiebel und restliche Zutaten darin dünsten. Filets von beiden Seiten mit dieser Masse bestreichen, in eine feuerfesten Form geben, zudecken und 10 Minuten in die heiße Röhre geben. Gelegentlich begießen.

Brandteigkugeln
70 g Butter, 70 g Wasser, Salz, 70 g Mehl, 3 Eier; 1 verquirltes Ei
Butter, Wasser und Salz aufkochen, Mehl glatt einrühren und vom Feuer nehmen. Die Eier nach und nach einrühren, kleine Kugeln formen, mit Ei bestreichen, auf Backpapier setzen und im Backrohr goldgelb backen.

Gefüllter Nierenbraten
1 ½ kg Nierenbraten – Niere und Knochen ausgelöst, Niere in 4 Teile schneiden und für einige Stunden auswässern, Salz, weißer Pfeffer, 2 zerklopfte Eier, Semmelbrösel; 80  Selchspeck, 80 g Rindszunge, 100 g Schinken, 2 abgeschälte Salzgurken – alles in ½ cm dicke Nudeln geschnitten; abgelöstes, kleingeschnittenes Nierenfett, Zitronenschale, 2 gehackte Sardellen; 80 g Selchspeck in Stiften, Salz, 100 g Butter
Das Fleisch so aufschneiden, dass ein rechteckiger Fleck entsteht. Die Nieren salzen und pfeffern, auf den Braten legen, die übrigen Zutaten darauf streuen, einrollen und binden. Mit Speck spicken, salzen und mit Butter 1 ½ bis 2 Stunden in der Röhre braten. Eventuell etwas Wasser oder Kalbssuppe angießen. Man kann auch die kleingehackten Kalbsknochen mitbraten (Saft wird aromatischer!). Fleisch in Scheiben schneiden, mit dem durchgeseihten Saft und Risi-Pisi servieren. Der Braten kann auch kalt ausgeschnitten zum Nachtmahl gegessen werden.

Risi-Pisi
1 Tasse Reis, Salz, 1 ½ Tassen Wasser, 50 g Butter, 250 g grüne Erbsen, etwas Butter
Reis in Butter anrösten, mit Wasser aufgießen, salzen, zudecken und im Rohr 20 Minuten dünsten. Erbsen in Salzwasser weichkochen, in Butter schwenken und mit dem Reis vermischen.

Orangenkren
1 El Essig, wenig Wasser, 1 Tl Zucker, feingeschnittene Schale von 2 Orangen, Kren nach Bedarf
Den fein gerissenen Kren mit gewässertem Essig, Zucker und Orangenschale vermengen.
Frühlingstorte
140 g Butter, 140 g Zucker, 2 Pa. Vanillezucker, 8 Dotter, 3 Tafeln geriebene Milchschokolade, 50 g Mehl, 50 g Semmelbrösel, 8 Klar Schnee
Fülle: 140 g Butter, 140 g Zucker, 3 Tafeln geriebene Schokolade
Glasur: 100 g Zucker, 6 El Wasser, 1 El feinst passierter Spinat, Staubzucker nach Bedarf; 80 gehackte Pistazien, gestiftelte Mandeln
Butter und Zucker abtreiben, die übrigen Zutaten dazurühren, Schnee unterheben und in einer befetteten, bemehlten Tortenform backen. Auskühlen lassen, durchschneiden, füllen, mit der Glasur überziehen, mit Pistazien und Mandeln bestreuen.
Für die Fülle Butter und Zucker schaumig rühren, Schokolade untermischen. Für die Glasur Zucker mit Wasser kochen, Spinat und so viel Zucker dazurühren, dass eine dicke Masse entsteht.

www.kulinarisches-erbe.at

Osterbäckerei ohne Ei

Der VEBU stellt sechs pflanzliche Ei-Alternativen vor

Häufige Lebensmittelskandale und der industrielle Missbrauch von Hühnern für die Lebensmittelindustrie lässt viele Verbraucher aufhorchen. „Dabei ist es heute ganz einfach, ohne Eier zu kochen und zu backen. Erst mag es komisch anmuten, eine jahrelang gelebte Praxis beim Backen mit Ei zu ändern. Nach dem ersten veganen Apfelkuchen ist man neugierig, nach einem Käsekuchen überzeugt und nach der ersten rein pflanzlichen Donauwelle wundert man sich, überhaupt je ein Ei beim Backen verwendet zu haben“, so Sebastian Joy, Geschäftsführer des VEBU (Vegetarierbund Deutschland). Eier lassen sich beim Kochen und Backen auf einfache Weise ersetzen. Oftmals lassen sie sich in Rezepten auch ersatzlos streichen, ohne dass dies Auswirkungen auf das Ergebnis hat.

Der VEBU stellt einige Ei-Alternativen vor:
Reife Banane
Eignet sich gut für Kuchen. Banane zerdrücken und in den Teig einrühren. Die Banane schmeckt im Gebäck leicht vor. Eine halbe Banane ersetzt ein Ei.

Stärkemehl und Sojamehl
Wird mit Wasser angerührt und eignet sich für Kuchen und Gebäck. Besonders Sojamehl kann einen charakteristischen Nachgeschmack hinterlassen. Ein Esslöffel Mehl ersetzt ein Ei.

Apfelmus
Eignet sich sehr gut für Muffins und feuchte Teige. Der Apfelgeschmack geht beim Backen fast vollständig verloren. Drei Esslöffel Apfelmus ersetzen ein Ei.

Ei-Ersatzpulver
Das fertige Bindemittel besteht hauptsächlich aus Maisstärke und Lupinenmehl und wird mit Wasser angerührt. Es eignet sich ideal für leichtes Gebäck, Kuchen oder Bratlinge. Ein Teelöffel Ei-Ersatzpulver mit 40 ml Wasser gemischt ersetzen ein Ei. Ei-Ersatzpulver ist in Reformhäusern, Bioläden und gut sortierten Supermärkten erhältlich.

Leinsamen
Leinsamen eignen sich besonders für Vollkorn-Gebäck. Zwei Esslöffel gemahlener Leinsamen mit drei Esslöffeln Wasser vermengt, ersetzen ein Ei.

Rührei-Rezept
Ein Rezept für eifreies Rührei steht Ihnen unter folgendem Link zur Verfügung: https://vebu.de/themen/lifestyle/essen-a-trinken/rezepte/806-rezept-fuer-eifreies-ruehrei

Der weltgrößte Schmarren

Das Tiroler Stubaital ist nicht nur für seine unzähligen Sportmöglichkeiten in der faszinierenden alpinen Landschaft mit über 100 Dreitausendern bekannt, sondern hat sich auch in der Gourmetwelt einen Namen gemacht. Traditionelle Gerichte aus regionalen Zutaten treffen hier auf Gourmetveranstaltungen und Haubenrestaurants. Im Sommer 2015 gesellt sich eine Veranstaltung im XXL-Format zur kulinarischen Landschaft des Stubais hinzu: das Stubaier Schmarrenfest samt dem Versuch, den größten Schmarren der Welt zu backen.

Beim Wandern oder Mountainbiken durch die aufregende Bergwelt des Stubaitals, mitten im Herzen Tirols gelegen, können Sportler diesen Sommer auf etwas Ungewöhnliches stoßen. Schwer liegt es da, ein großes Ding aus Eisen, inmitten der alpinen Landschaft. Kommt man dem Gegenstand näher, kann man daneben eine Tafel entdecken, die das große Schmarrenfest am 03. Oktober 2015 ankündigt. Es handelt sich um die Pfanne, in welcher der größte Kaiserschmarren auf Erden zubereitet werden soll. Sie ist der Vorbote des riesigen Festes.

Auf dem Weg zum Weltrekord
Einst als Arme-Leute-Essen geschmäht, erfährt der Kaiserschmarren eine Renaissance. Fast auf allen Hütten und Almen der Region findet sich die köstliche österreichische Süßspeise wieder. Auch Gourmetrestaurants servieren mittlerweile wieder ihre eigene Luxusvariante der süßen Verführung. Die Herkunft des Kaiserschmarrens ist nicht sicher, vermutlich aber geht sie auf den letzten österreich-ungarischen Kaiser Franz Joseph I. und seine Frau Kaiserin Sisi zurück.

Nun soll im Stubaital der beliebte Schmarren in noch nie dagewesener Größe zubereitet werden – ein kulinarischer Weltrekordversuch! Zu schlagen gilt es die über 100 Kilogramm, die der bislang größte Kaiserschmarren in Wien auf die Waage gebracht hat. Der Versuch wird am 03. Oktober 2015 im Rahmen des Schmarrenfestes am Kampler See in Neustift, das für Einheimische und Gäste gleichermaßen interessant sein wird, gestartet. Die besten Köche des Stubaitals werden sich dabei an die Arbeit machen und in der größten Schmarrenpfanne der Welt den kolossalsten Schmarren weltweit backen. Ringsherum werden zusätzlich verschiedene Stubaier Genussbetriebe ihre ganz eigene Variante des Kaiserschmarrens an Ständen anbieten. Der Erlös aus dem Schmarrenverkauf kommt „Licht ins Dunkel“ zugute. Zur musikalischen Unterhaltung werden mehrere Musikgruppen aus dem Stubai bei dem Fest mit dabei sein.

Ein Tal voller Genüsse
Doch nicht nur das Schmarrenfest als Großspektakel zieht Feinschmecker in das Gletschertal. Auch andere Genussevents tragen zur kulinarischen Vielfalt des Stubais bei. Bei zwei sommerlichen Genuss-Wandernächten werden Aktiv-Sein, atemberaubende Naturschauplätze und alpine Kulinarik gekonnt miteinander kombiniert. Dabei ergänzen sich genüssliche Bewegung in der Natur mit dem Genuss traditioneller Gerichte und lokaler Spezialitäten. Den ganzen Sommer über kann man auf unterschiedlichen Genussrouten im gesamten Tal den Produktionsweg regionaler Köstlichkeiten verfolgen und natürlich auch selbst genießen. Ein Besuch auf dem Stubaier Bauernmarkt, der regelmäßig in Neustift veranstaltet wird, bietet sich ebenso an, wenn man die Vielfalt der alpinen Koch- und Backkunst entdecken will. Besondere Genuss-Packages, die auch zur Zeit des Schmarrenfestes oder der Genuss-Wandernächte angeboten werden, bringen Urlauber unkompliziert auf den typischen Geschmack des Stubais.

Zitronenhuhn mit Zitronen-Mayonnaise von Tim Raue

Zitronenhuhn mit Zitronen-Mayonnaise von Tim Raue, zubereitet im Twelix-Artisan-Backofen von KitchenAid

Zwei-Sterne-Koch Tim Raue hat Rezepte für die Großgeräte des amerikanischen Premiumküchengeräteherstellers KitchenAid entwickelt. Seit 2012 wurde sein Restaurant Tim Raue vom Guide Michelin mit zwei Sternen ausgezeichnet, 2015 eröffnete Raue bereits sein viertes Restaurant. Seine Küche ist puristisch asiatisch und zeichnet sich durch die Verwendung bewusst weniger Produkte aus.

Zutaten (für 2 Personen)

1 Huhn, circa 1,4 kg
1 Zitrone, in Scheiben geschnitten 1⁄2 Salzzitrone, fein gehackt
6 EL geklärte Butter
6 Zitronenblätter
4 EL Zitronengras, feinst gehackt 1 grüne Thaichili, feinst gehackt
2 kg grobes Meersalz
4 Eiweiß

Zubereitung

Tim Raue hebt die Haut des Huhns vom Fleisch bzw. Korpus an, um die nachstehende Masse dazwischen füllen zu können. Er vermengt die Butter, das Zitronengras, die salzige Zitrone und das grüne Chili und gibt die Masse zwischen die Haut und das Fleisch der Brust und der Keulen. Das Huhn belegt er von außen mit Zitronenscheiben, die Innereien des Huhns werden entfernt und das Huhn gründlich auswaschen, bevor Tim Raue die Zitronenblätter hineingibt.

Der Zwei-Sterne-Koch vermengt Eiweiß und Meersalz und bedeckt das Huhn damit. Anschließend empfiehlt er, es im Twelix-Artisan-Backofen bei 180 Grad Celsius für

30 Minuten zu backen. Danach stellt er die Temperatur auf 120 Grad Celsius und lässt es für weitere 15 Minuten backen.

Nach Ende des Backvorgangs schlägt Raue das Huhn aus der Kruste, tranchiert die Brust und die Keulen, und entfernt die Haut und die Zitronenbestandteile. Das Zitronenhuhn serviert er am liebsten mit der folgenden Zitronen-Mayonnaise.

Zitronen-Mayonnaise

Zutaten

4 Eigelbe
2 EL Honigsenf
2 EL Zitronengras, feinst geschnitten 4 EL Eisenkraut, feinst geschnitten Saft von 1⁄2 Zitrone
1 EL Tabasco grün
200 ml Zitronenöl
Rohrzucker

Zubereitung

Tim Raue gibt alle Zutaten bis auf das Öl in den KitchenAid-Kessel und verrührt sie auf Stufe 4 für 30 Sekunden. Danach stellt er auf Stufe 2 und lässt das Zitronenöl langsam und kontinuierlich einlaufen. Abschließend schmeckt er die Mayonnaise mit Fleur de sel und braunem Rohrzucker ab.

Weitere Informationen unter: www.KitchenAid.de

 Weitere Rezepte von Tim Raue:
http://www.gourmet-report.de/artikel/346533/Zitronenhuhn/
http://www.gourmet-report.de/artikel/346532/Topinambur/
http://www.gourmet-report.de/artikel/346531/Kabeljau/
http://www.gourmet-report.de/artikel/346530/Dim-Sum-Teig/
http://www.gourmet-report.de/artikel/346529/Lamm-Buletten/

Apfel

Warum am Apfel nicht immer alles eine runde Sache ist …

10 Mythen rund um das beliebteste Obst der Deutschen

Der Apfel ist mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von rund 20 Kilogramm das beliebteste Obst der Deutschen. Doch um das Lieblingsobst ranken sich auch eine Reihe von Mythen, über die sich schon viele Menschen den Kopf zerbrochen haben. Was stimmt nun und was nicht? Cornelia Poletto, Botschafterin des Südtiroler Apfels g.g.A. stellt die 10 verbreitetsten Mythen rund um das Thema Apfel auf den Prüfstand.

Mythos 1: Nur saure Äpfel eigenen sich zum Kochen oder Backen.

Es gibt sehr viele unterschiedliche Apfelsorten. Oft heißt es, zum Kochen und Backen eignen sich nur saure Äpfel. Welche Art Apfel ist die passende für welche Art Rezept?

Cornelia Poletto: Äpfel werden generell in Tafel- und Kochobst eingeteilt. „Golden Delicious“ und „Gala“ eignen sich zum Beispiel wunderbar für den Rohverzehr. „Granny Smith“ und „Braeburn“ verwende ich dagegen eher zum Kochen und Backen. Das Besondere an Kochäpfeln ist, dass sie erst beim Verarbeiten ihr ganzes Aroma entfalten. Roh sind sie eher sauer. Diese Säure kann man sich sehr gut bei Desserts zunutze machen, zum Beispiel bei einem Südtiroler Apfel-Zimt-Törtchen mit Karamelleis. Dieses Dessert ist zur Zeit mein absoluter Favorit. Doch nicht nur Kochäpfel, sondern auch Tafeläpfel eignen sich für die Küche, denn sie verleihen mit ihrem süßlichen Aroma zum Beispiel pikanten Saucen einen feinen, fruchtigen Geschmack. Je nach Rezept (und auch Geschmack) sind Äpfel somit universell in der Küche einsetzbar!

Mythos 2: „An apple a day keeps the doctor away.“

Was macht Äpfel so gesund? Und ist an diesem Spruch tatsächlich etwas dran?

Cornelia Poletto: An diesem Spruch ist tatsächlich viel Wahres dran, denn der Apfel ist ein wahres Gesundheitspaket! Er enthält die Vitamine B, C und E, dazu noch Kalium, Natrium, Magnesium, Calcium und Eisen. Der in Äpfeln enthaltene Ballaststoff Pektin macht übrigens lange satt und fördert die Verdauung. Außerdem besteht das Obst zu 85 Prozent aus Wasser und wirkt so durstlöschend. Ich für meinen Teil esse Äpfel immer mit Schale, denn da stecken die meisten Vitamine drin.

Mythos 3: Äpfel halten zwar im Vergleich zu anderem Obst länger, sind aber auch nach spätestens 4-6 Wochen verdorben .

Der Apfel gilt als frische Vitaminbombe, auch noch tief im Winter und bis ins Frühjahr hinein. Doch dafür muss er erst mal so lange halten. Wie lagert man Äpfel richtig?

Cornelia Poletto: Damit Äpfel besonders lange halten und nicht an Geschmack verlieren, sollten sie kühl und trocken gelagert werden. Am Besten eignen sich als Lagerorte Keller, Kühlschrank oder aber – im Winter – ein abgedeckter Platz im Freien. Was man immer bedenken sollte: Äpfel sind so genannte klimakterische Früchte, was bedeutet, dass sie bei der Lagerung nachreifen. Dabei entsteht Ethylen, ein Stoff der auch andere Früchte schneller reifen lässt. Äpfel sollten daher besser alleine gelagert werden. Ein besonderer Tipp kommt vom Südtiroler Apfel: Um die Lagerzeit zu verlängern, sollte der Apfel in ein luftdichtes Gefäß oder in einen Plastikbeutel im Kühlschrank gepackt werden. Die sauerstoffarme Atmosphäre verlangsamt den Reifungs- und Alterungsprozess und die Äpfel trocknen so nicht aus.

Mythos 4: Runzelige Äpfel sind schlecht und nicht mehr essbar.

Sobald sie nicht mehr ganz glatt und knackig frisch wirken, werden Äpfel oft weggeworfen. Sind schrumpelige Äpfel schlecht?

Cornelia Poletto: Auch wenn sie nicht mehr ganz taufrisch sind, sind Äpfel noch einwandfrei in der Küche verwertbar. Aus ihnen kann man je nach Sorte ganz wunderbar Kompott, Mus, Saft oder ein leckeres Sellerie-Apfelsüppchen zaubern. Für ein schönes Sonntagmorgen-Frühstück können die Äpfel zum Beispiel auch in Ringe geschnitten im Pfannkuchenteig verarbeitet werden. Kann ich nur empfehlen!

Mythos 5: Äpfel helfen beim Ein- und Durchschlafen.

Wir alle kennen das Märchen: Schneewittchen biss in einen Apfel und fiel in einen tiefen Schlaf. Aber mal Spaß beiseite, helfen Äpfel tatsächlich beim Ein- und Durchschlafen?

Cornelia Poletto: Angeblich fördert der Duft eines Apfels neben dem Bett die Entspannung und erleichtert so das Einschlafen. Der Genuss eines Apfels vor dem Schlafengehen oder gar ein warmer Apfelsaft oder Apfeltee soll sogar einen tiefen, festen Schlaf garantieren. Die B-Vitamine wirken zusammen mit Kalium und Phosphor als Nervenstärker und das Pektin im Apfel sorgt während der Nacht für eine gleichmäßige Verteilung des Blutzuckers. Dieses alte Hausmittel muss aber wohl jeder für sich selber testen.

Mythos 6: Die Kerne des Apfels sind giftig, da sie Blausäure enthalten.

Die Meinungen sind gespalten. Die einen warnen vor dem Verzehr von Apfelkernen, da diese angeblich Blausäure enthalten. Die anderen behaupten, nur wer den Apfel komplett mit Schale und Kernhaus isst, nimmt die gesundheitsfördernde Wirkung des Apfels mit. Was stimmt denn nun?

Cornelia Poletto: Die Kerne von Äpfeln und auch die von Aprikosen und Kirschen enthalten Amygdalin. Im Körper wird diese Substanz zu giftiger Blausäure abgebaut. Die Konzentration in den Kernen ist jedoch so gering, dass man sie ohne Bedenken mitessen kann. Wer nur das Fruchtfleisch isst tut sich bereits etwas Gutes. Zumindest die Schale sollte man aber mitessen, da sie viele wertvolle Inhaltsstoffe enthält bzw. diese direkt darunter liegen. Dies gilt zwar grundsätzlich auch für das Kerngehäuse, aber das ist Geschmackssache. Da die Kerne ziemlich bitter schmecken, esse ich persönlich diese erst gar nicht mit.

Mythos 7: Grüne Äpfel sind immer sauer, rote immer süß.

Grüne Äpfel gelten als sauer, rote dagegen als süß. Sind alle grünen Äpfel sauer?

Cornelia Poletto: Äpfel sind immer dann sauer, wenn sie unreif (also „grün“) geerntet werden. Die Farbe hängt aber auch von der Sorte ab. So gibt es zum Beispiel auch eher saure rote Äpfel, wie „Braeburn“, „Elstar“ oder „Topaz“. Süße grüne Apfelsorten gibt es dagegen kaum, da viele Apfelsorten ausgereift meistens nicht mehr grün sind. Auch unter den Südtiroler Apfelsorten gibt es nur wenige, die tatsächlich grün und gleichzeitig reif sind. So zum Beispiel der „Granny Smith“, der wohl der bekannteste grüne Apfel ist. Mein absoluter Favorit unter den sauren Äpfeln ist der „Kanzi“ – sauer, saftig und rote Bäckchen – so schmeckt’s mir persönlich am besten!

Mythos 8: Äpfel erhalten ihre schöne rote Färbung durch die Sonneneinstrahlung.

Ist es wahr, dass der Apfel durch die Sonneneinstrahlung seine schöne rote Färbung erhält?

Cornelia Poletto: Die roten Bäckchen der Äpfel, wie sie z.B. beim Golden Delicious typisch sind, entstehen nicht wie allgemein vermutet durch die Sonneneinstrahlung während des Tages, sondern durch die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. Daher ist Südtirol mit seinem alpin-mediterranen Klima ein ideales Anbaugebiet für Äpfel. Denn durch die kühlen Nächte und tagsüber besonders warmen Temperaturen, bietet Südtirol perfekte Bedingungen für den Reifeprozess des
Apfels. Allerdings spielt bei der Farbe natürlich auch die Sorte eine Rolle. Die Farbe der Äpfel ist nämlich – ähnlich wie die Hautfarbe der Menschen – genetisch vorbestimmt.

Mythos 9: Die Wachsschicht auf Äpfeln muss vor dem Verzehr entfernt werden.

Äpfel haben oft eine fühlbare Wachsschicht. Muss diese immer vor dem Verzehr entfernt werden?

Cornelia Poletto: Fast alle Apfelsorten, natürlich auch die Südtiroler Äpfel, bilden eine natürliche Wachsschicht – je nach Sorte mehr oder weniger stark ausgeprägt. Dies dient dazu, um sich vor äußeren Einflüssen, wie zum Beispiel Insekten, zu schützen. Zudem bewahrt die Wachsschicht den Apfel vor dem Austrocknen. Für den Verzehr ist die Wachssicht jedoch völlig unbedenklich: Man kann sie entfernen (durch einfaches Abwaschen mit Wasser), muss man aber nicht.

Mythos 10: Äpfel sind pflückreif, wenn die ersten Äpfel vom Baum fallen.

Viele Menschen haben Apfelbäume im Garten und fragen sich natürlich, wann ist der beste Erntezeitpunkt für die einzelnen Sorten. Stimmt es, dass das erste Herabfallen der Äpfel die perfekte Reife anzeigt?

Cornelia Poletto: Der beste Erntezeitpunkt ist gekommen, sobald sich die Äpfel leicht vom Zweig lösen lassen. Die Frucht muss leicht angehoben und gedreht werden. Wenn sich der Apfel dann löst, ist er reif zur Ernte. Das Herabfallen signalisiert also, dass der Erntezeitpunkt gekommen ist. Um sicherzugehen, schneide ich den Apfel zusätzlich auf und vergewissere mich, ob die Kerne locker im Gehäuse liegen und schon die braune Farbe angenommen haben. Dann ist der Apfel reif und perfekt für den Verzehr geeignet.

www.suedtirolerapfel.com

Eier – unentbehrlich für den Körper?

Dr. Susanne Fink-Tornau, Ernährungsberaterin und Ökotrophologin beim Reformwarenhersteller Natura.

„Ob gekocht, gebraten oder als Zutat in Backwaren: Eier finden in unterschiedlichsten Formen Verwendung. Dabei glänzt das prominenteste aller Lebensmittel mit einer Vielzahl an lebenswichtigen Nährstoffen. Ein Ei enthält circa sechs Gramm Eiweiß, das der Körper für lebenswichtige Stoffwechselprozesse benötigt. Vitamin A, E und Beta-Carotin fördern eine Reihe grundlegender Abläufe wie Wachstum, Bildung von Haut und Schleimhäuten sowie das Immunsystem. Als eine von wenigen Nahrungsquellen versorgen Eier den Körper zudem mit dem knochenbildenden Vitamin D. Auch stimmungsaufhellende Tryptophane sowie für die Gesundheit der Augen verantwortliche Carotinoide gehören zu den Nährstoffen.

Für Menschen, die vollkommen auf tierische Produkte verzichten, bieten Ei-Ersatzpulver einfach zu verwendende und gesunde Alternativen. Sie eignen sich besonders als Bindemittel beim Backen und Kochen, enthalten weder Geschmacksverstärker noch künstliche Aromen, Farbstoffe, Antioxidationsmittel oder Konservierungsmittel. Ei-Ersatzprodukte gibt es sogar in Bio-Qualität auf Basis von Lupinenmehl im Reformhaus. Sie sind gentechnikfrei und liefern viel wertvolles pflanzliches Eiweiß, das für eine ausgewogene Ernährung unverzichtbar ist.“

www.natura.de