Bio-Äpfel vom Niederrhein – auch für Allergiker

Äpfel für alle: Wunderapfel Delcoros schmeckt selbst Apfel-Allergikern – Apfelernte auf dem Neuhollandshof in vollem Gange

Bei Bio-Obstbauer Rolf Clostermann geht’s rund. Auf seiner Plantage auf dem Neuhollandshof in Wesel am Niederrhein dreht sich alles um den Apfel. Derzeit stecken die Clostermanns mitten in der Ernte und freuen sich über viele tausend kerngesunde Äpfel. Dieses Jahr sind sie besonders bunt. „Das kommt vom Wechselspiel der kalten Nächte und warmen Tage“ sagt Clostermann. Wenn auch die Ernte in 2008 besonders früh begann, so liegen heute vor den fleißigen Pflückern noch viele arbeitsreiche Wochen. Gerade hat man den Topaz, den Edelstein unter den Äpfeln, eingebracht. Jetzt kommt der sehr beliebte Jonagold dran. Das absolute Schlusslicht bildet der Braeburn. Er wird normalerweise frühestens Ende Oktober geerntet. Und das Warten lohnt sich. Mit ca. 35 mg Vitamin C pro 100 Gramm führt Braeburn die Liste der vitaminreichsten Sorten an.

Doch was tun, wenn Äpfel dem Körper so gar nicht schmecken wollen? Wenn der Genuss der paradiesischen Frucht Juckreiz, Schwellungen im Mund- und Rachenraum oder Hustenreiz und Atemnot auslösen. Apfelallergiker finden sich besonders unter den Erwachsenen. Und für die hat Rolf Clostermann eine gute Nachricht: Sie heißt Santana und wird von vielen Apfelallergikern bestens vertragen. Das hat die niederländische Universität Wageningen herausgefunden. Viele Kunden, die auf dem Neuhollandshof ihre Äpfel kaufen, bestätigen es. Internationale Verbindungen ermöglichten es dem umtriebigen Weselaner, Santana aus Holland zu sich auf die Plantage zu holen.

Ganz neu am Niederrhein ist der Delcoros. Bei dieser aus Frankreich stammenden Sorte war es Liebe auf den ersten Blick. Clostermann musste sie einfach haben. Heute gehört er zu den ersten Anbauern in Deutschland. Das Fruchtfleisch der orange- bis dunkelroten Früchte ist cremefarben bis gelblich weiß. Der Zuckergehalt ist sehr hoch, doch dank einer kräftigen Säure wird der Geschmack als sehr harmonisch empfunden.

Nach alten Rezepten wird aus den Äpfeln der Clostermanns auch Apfelkraut gekocht. „Es ist“, so versichert Rolf Clostermann, „das einzige Bio-Apfelkraut in ganz Deutschland, das aus Direktsaft hergestellt und mit dem Demeter-Zertifikat geadelt wird“. Wenn die Ernte abgeschlossen ist, wird wieder neues „Kraut“ gekocht. Der Brotaufstrich aus eingedickten, gekochten Äpfeln findet auch in der Hochküche Verwendung. Zum Beispiel bei der Herstellung von Soßen.

Auch das jüngste „Kind“ im Hause Clostermann trägt das Demeter-Label. Der Bio Apfel&Rose Secco kann wie viele andere Produkte und Früchte gerne im Rahmen einer Plantagen-Führung verkostet werden kann. Nach der erfolgreichen Einführung in Deutschland und der Schweiz hält das Getränk mit dem feinen Rosenaroma und dem magenfreundlichen Mousseux gerade Einzug im Luxemburger Naturkosthandel. Zu beziehen ist er ab Hof unter Tel. 02859 325, über den Biofachhandel oder übers Internet unter www.bio-obst-clostermann.de. Unter der angegebenen Telefon-Nummer gibt’s auch Infos über Besuchs-Termine auf dem Neuhollandshof. Denn einfach reinschneien kann man nur in den Hofladen. Wer sich für eine Führung interessiert, muss sich anmelden.

Der Neuhollandshof ist die einzige Bio-Apfel-Plantage am Niederrhein. Über 35.000 Apfelbäume stehen hier. Rund 30 verschiedene Apfelsorten werden angebaut. Alte und neue, heimische und auch Sorten, die aus fremden Ländern kommen. Seit 1993 haben sich die Clostermanns dem biologisch-dynamischen Obstanbau verschrieben. Somit ist sicher gestellt, dass Böden, Bäume und Früchte frei von Giftstoffen sind.

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