Johannes King und Alexandro Pape

Die beiden Spitzenköche Johannes King und Alexandro Pape verwöhnen ihre Gäste mit Produkten aus eigenem Anbau bzw. heimischer Produktion

Sylt gilt als das kulinarische Mekka des Nordens. Zum einen aufgrund der zahlreichen im wahrsten Sinne des Wortes ausgezeichneten Restaurants. Allein sechs der begehrten Sterne des Guide Michelin leuchten derzeit am Sylter Firmament und sorgen damit für die größte Sternendichte in Deutschland. Zum anderen begeistert Sylt mit einer Vielzahl heimischer Erzeugnisse, die bei immer mehr Feinschmeckern auf und abseits der Insel kollektive Gaumenfreuden auslösen. Zwei Aushängeschilder lokaler Produzenten und Verfechter regionaler Küche sind die beiden Spitzenköche Alexandro Pape und Johannes King.

Der mit zwei Michelin-Sternen dekorierte Gastgeber des „Söl´ring Hof“ lässt mittlerweile nur noch in seine Küche, was grade Saison hat und aus der Region stammt. In seinem Bauerngarten wachsen außerdem längst vergessene Kräuter, Wurzeln und Gemüsen. „Ich werfe gerne in den Topf, was vor meiner Haustür wächst!“ Und vor seiner Haustür wächst momentan so einiges. Der Spargel, den King momentan erntet, ist klein wie ein Finger und manchmal völlig krumm, mal weiß oder violett oder grün – wie herkömmlicher Spargel sieht er nicht aus. Aber er ist knackig und frisch. Da ist nichts rausgezüchtet worden, ein pures Produkt mit all seinen Facetten.„Wir arbeiten mit lokalen Produkten, weil wir damit automatisch im Rhythmus der Natur denken und kochen. Weil wir somit immer die frischesten und qualitativ besten Produkte verwenden!“, erklärt Johannes King. „Alle Produkte, die wir aus unserem Garten verwenden, werden so pur wie möglich gelassen. Wir möchten dem Gast zeigen, wie toll zum Beispiel Mangold, Spargel oder Kräuter in allerfrischester Güte sein können“, sagt er. Andere Zutaten für seine Sterneküche findet er im Watt oder auf der Wiese nebenan. Am Sylter Watt zum Beispiel sammelt er Salzwiesenkräuter. Zwischen üppig blühenden Strandastern versteckt sich Essbares wie Queller, Strandportulak oder Dreizack.

Auch Alexandro Pape, ausgezeichnet mit zwei Michelin-Sternen und 17 Punkten im Gault Millau, weiß wie man Genuss auf eine ganz einfache Formel bringt. Das Faible für regionale Waren und für die Herstellung von eigenen Produkten hat der gastronomische Gastgeber des Munkmarscher Hotels „Fährhaus“ schon lange, im April hat er nun außerdem seine „Bier- und Brot-Stube“ in Keitum eröffnet. Die Grundidee ist dabei so einfach wie genial: Konzentration aufs Wesentliche. Das einfache Stück Brot zum Geschmackserlebnis machen und das gemeinsame Abendbrot als Genusstreffen zelebrieren. Und Pape wäre nicht Pape, wenn er in seiner „Genussmacherei“ in List nicht nur sein eigenes Sylter Meersalz und diverse Pasta-Kreationen herstellt, sondern auch noch ein Bier selbst brauen würde.

www.sylt.dewww.sylter-salz.de,

Sanddorn

Im Spätsommer leuchten orangerote Früchte an den Sanddornbüschen. Die Beeren haben ein weiches Fruchtfleisch und einen herb-samtigen, aber kräftig-sauren Eigengeschmack. Daher werden sie in der Regel nicht pur gegessen, sondern zu Marmelade, Gelee, Sirup oder Mus verarbeitet. Die Früchte lassen sich wunderbar mit Aprikosen, Orangen oder Äpfeln kombinieren. Die nordische Spezialität schmeckt als Brotaufstrich, in einem exotischen Smoothie oder einem pikanten Chutney zu Lamm und Wild. Für Saft werden die Beeren gewaschen und mit Wasser und etwas Honig kurz aufgekocht. Anschließend filtert man den heißen Saft durch ein Passiertuch und füllt ihn ab. Ein Genuss ist eine Kürbissuppe mit einem Schuss Sanddornsaft. Das Mark der Früchte verfeinert Müsli, Jogurt oder Quark, Obstsalat, Kuchen und Gebäck.

Sanddorn soll das Immunsystem stärken und bei Appetitmangel helfen. Wegen seines hohen Vitamin-C-Gehalts wird er auch „Zitrone des Nordens“ genannt. Zudem enthalten die Früchte Provitamin A, Vitamin B12, Mineralstoffe wie Magnesium und Kalzium sowie sekundäre Pflanzenstoffe (Flavonoide). Vitamin B12 ist in nur wenigen pflanzlichen Nahrungsmitteln zu finden.

Sanddorn ( Hippophae rhamnoides ) wird auch Weidendorn oder Rote Schlehe genannt und gehört zu den Ölweidengewächsen. Die Sträucher wachsen an den Ufern von Gebirgsbächen, in Flusstälern und vor allem an den Küstenstreifen von Nord- und Ostsee. Im Garten braucht der Sanddorn ausreichend Platz, da er bis zu fünf Meter hoch und vier Meter breit werden kann. Im Garten muss man mindestens zwei weibliche und ein männliches Exemplar pflanzen. Denn sie sind keine Selbstbestäuber. Nur die weiblichen Pflanzen bilden Früchte, alle zwei Jahre mit gutem Ertrag.

Die Beeren wachsen traubig direkt an den dornigen Zweigen und platzen schnell. Daher ist die Ernte mühsam, aber lohnenswert. Die Beeren können gepflückt, abgeschüttelt oder abgestreift werden. Die Ernte sollte nicht zu spät erfolgen, da mit zunehmender Fruchtreife Säure- und Vitamin-C-Gehalt abnehmen.
Heike Kreutz, www.aid.de

Red Espresso setzt auf Rooibos

Obwohl Red Espresso wie herkömmlicher Espresso zubereitet werden kann, mit der Kaffee- und Espressomaschine, dem Espressokocher oder der French Press, und mit der klassischen, goldbraunen Schaumkrone überzogen ist, ist es kein typischer Espresso. Es wird nicht aus der Kaffeebohne gewonnen, schmeckt nicht danach und enthält auch kein Koffein. Red Espresso ist aber auch kein Tee, denn die gemahlenen Blätter stammen nicht von einer klassischen Teepflanze aus China, Japan oder Indien, sondern wachsen an einem ginsterähnlichen Strauch namens Rooibos, den es ausschließlich in den Zedernbergen ungefähr 200 Kilometer nördlich von Kapstadt in Südafrika gibt. Zudem werden per Hand nur die nadelähnlichen Blätter der Sträucher von den höchsten Plateaus einer einzigen Farm geerntet, denn sie schmecken besonders intensiv und haben ein kräftiges Rot.

Verarbeitet werden die Rooibos-Blätter nach einem langjährig entwickelten, patentierten Mahlverfahren in Südafrika. Hieraus entsteht das direkt gebrauchsfertige Red-Espresso-Produkt, das alle guten, naturgegebenen Eigenschaften des Rooibos in sich vereint. „Die ausschließlich verwendeten roten Blätter für die Herstellung des groben Pulvers und dessen Zubereitung in der Espressomaschine haben zu dem Namen Red Espresso geführt. Besonders ist natürlich auch die typisch italienische Crema. Hierfür gibt es noch einmal einen patentierten Siebträger, mit dem auch ungeübten Baristas eine Crema direkt gelingt“, erklärt Thomas Wieker, der Red Espresso gemeinsam mit seiner Frau Elizabeth über seine Firma Sydney & Frances vertreibt. Die gemahlenen, aufgebrühten Blätter von Red Espresso haben ein intensives, vollmundiges Aroma mit einem natürlich süßlichen, kräftigen Geschmack. Sie bilden die Basis für eine Palette an Heißgetränken wie Cappuccino, Latte Macchiato oder Espresso. Kreationen von Kaltgetränken mit dem groben Pulver von Red Espresso wie Eistees oder Cocktails sind ebenfalls eine spannende Herausforderung für den Barmann und den Hobbykoch. Eine 125-Gramm-Packung ergibt neun bis zehn Red-Espresso-Getränke. Sogar Eis, Desserts oder andere Gerichte lassen sich mit Red Espresso verfeinern. Für die Kombination mit Speisen sowie für die Zubereitung von Shakes und Smoothies ist besonders das spezielle Red-Espresso-Smoothie-Powder geeignet.

Die Idee zu Red Espresso hatte 2005 der südafrikanische Kaffeeliebhaber Carl Pretorius, der aus gesundheitlichen Gründen nach einer koffeinfreien Alternative zu Kaffee und Espresso suchte. Seit der Unternehmensgründung hat die Innovation internationale Preise gewonnen und hat heute in über 20 Ländern weltweit Erfolg. Red Espresso engagiert sich intensiv für den Umweltschutz, besonders mit dem selbst gegründeten Red-Cedar-Projekt, das den Schutz und die Bewahrung der bedrohten Zedernbestände zum Ziel hat, in denen die Rooibos-Pflanzen wachsen. Jährlich werden bis zu 1000 Zedern gepflanzt.

Vertrieben wird Red Espresso exklusiv von Sydney & Frances GmbH & Co. KG. Die gebürtige Australierin Elizabeth Wieker importiert seit Jahren gemeinsam mit ihrem Mann Thomas hauptsächlich feinste Produkte vom fünften Kontinent nach Europa, immer häufiger wird das Portfolio aber auch um ausgefallene Produkte aus der ganzen Welt erweitert.

www.redespresso.com

Daniel Kleemann – Küchenchef im kuli.nariath

Restaurant „_kuli.nariath“ setzt mit Erfolg auf regionale Küche und glänzt mit neuen Interpretationen

Die einen laufen mit knapp einem Jahr, die anderen kriegen einfach kein Bein vors andere und sind mit Zwei immer noch wackelig unterwegs. Das Restaurant „_kuli.nariath“ im Hochheimer Hof, von den Gästen liebevoll „Kuli“ genannt, hat erstaunlich schnell laufen gelernt. Jetzt feierte es seinen ersten Geburtstag. Der Weg fürs neue Lebensjahr ist bereits beschlossene Sache: Es bleibt alles, wie es ist, denn es ist alles gut so, wie es ist. Das schließt jedoch nicht aus, dass neue Ideen verwirklicht werden, wenn ihre Zeit gekommen ist. Der frische Wind, der seit einem Jahr hier weht, wird auch weiter durch die Gasträume streichen. Er gehört mit zum Erfolgsrezept des Kuli-Teams. Für Wünsche und Ideen ist man immer offen, doch sie müssen ins Gesamtkonzept passen. Und dazu gehört vor allem eins: Bodenhaftung. Wer die verliert oder erst gar keine hat, der kommt ins Straucheln.

Alles aus der Heimat und alles zu seiner Zeit
Nicht erst seit Regionalität modern geworden ist, ist das Küchenteam im Restaurant „_kuli.nariath“ davon überzeugt, dass man mit raffinierten, solide gekochten regionalen Gerichten bei den Gästen punkten kann. Heimat auf der Zunge, das schmeckt wieder! Deshalb wird, wo immer möglich, beim Bauern um die Ecke und beim Bäcker im Ort eingekauft. Auch die Hochheimer Winzer dürfen sich freuen, denn die Weine auf der Karte kommen ausschließlich aus ihren Weinbergen. Und das wiederum freut auch die Gäste. Viele von ihnen sehen einfach nicht ein, warum man Weine um die halbe Welt schippern muss, wenn so viele gute Tropfen direkt vor der Haustür wachsen. Apropos wachsen – jede Jahreszeit bringt geniale Produkte hervor. Diese zu nutzen, wenn sie reif sind und besonders intensiv schmecken – auch das gehört zur Philosophie des „_kuli.nariath“. Und all‘ das wirkt sich schließlich auch erfreulich auf die Preisgestaltung aus. Fair und nachvollziehbar soll sie sein. Jeder soll für seine Arbeit und für die Früchte seiner Arbeit angemessen entlohnt werden.

Drinnen und draußen immer gut aufgehoben
Fünfzig Plätze gilt es zu besetzen im Restaurant. In der angrenzenden „_gut.stubb“, die auch exklusiv für Veranstaltungen gemietet werden kann, sind es noch einmal dreißig. Reservierungen sind empfehlenswert, doch auch einfach Reinschauen lohnt sich. Oft wird zusammen gerückt … und dann wird’s erst richtig gemütlich. Im Sommer lockt ein lauschiger Biergarten, der zu den schönsten im der Umgebung gehört.
Restaurant, Veranstaltungs-Räume, der Garten und das gesamte Ensemble sind mittlerweile (wieder) weit über die Region hinaus bekannt für gute Gastlichkeit. Gefuttert und gefeiert wird hier aber auch von vielen Hochheimern. Sie haben den Hochheimer Hof wiederentdeckt und kommen gerne. Darauf ist das Kuli-Team mit Recht stolz.
Mit der neuen Mannschaft im Restaurant und mit der gesamten „Hofhaltung“ zog wieder Leben in die schönen Räumlichkeiten des historischen Ensembles ein. Schon im ersten Jahr seines Bestehens durfte sich das Kuli-Team über die Auszeichnung „Platz 1 in der Kategorie bester Landgasthof in Rhein-Main“ freuen. Und was sagt man im Kuli dazu? „Füße auf den Boden, nur nicht abheben und einfach weiter so mit ganz viel Spaß“. Die Richtung stimmt, und der Weg ist vorgezeichnet. Er steht unter dem Motto „Zurück zum Wesentlichen und das Neue fest im Blick“.

Namen und Fakten:
Leitung Gastronomie: Jan Marin
Leitung Restaurant: Sebastian Scheffel
Leitung Küche: Daniel Kleemann
Vorspeisen ab EUR 6,50. Hauptspeisen bis EUR 28,50.
Derzeitiger Renner: Geschmorte Kalbsbäckchen auf Petersilienwurzelstampf und glasierter Schwarzwurzel
Offene Weine von EUR 3.50 bis EUR 4.90 Flaschenweine ab EUR 16.50
In Planung: Küchenpartys und Weinproben, Kochshows und Reisen sowie Ausbau der sehr erfolgreichen Whisky Tastings

 www.kulinariath.de

Folat

DGE veröffentlicht neue Referenzwerte für Folat

Folat ist ein wasserlösliches Vitamin. Der menschliche Körper braucht
Folat, damit neue Zellen sich bilden und wachsen können. Die Deutsche
Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) hat die Referenzwerte für die
Zufuhr von Folat aktualisiert. Die neue Bewertung der wissenschaftlichen
Literatur ergibt für Jugendliche und Erwachsene eine empfohlene Zufuhr
von 300 µg Folat pro Tag. Bei Schwangeren und Stillenden beträgt die
empfohlene Zufuhr wegen eines erhöhten Bedarfs 550 µg bzw. 450 µg
Folat
pro Tag.

In Deutschland liegt die Folatzufuhr mit im Mittel etwa 200 µg pro Tag
unter der empfohlenen Zufuhr. Das muss nicht sein, denn viele von Natur
aus vitaminreiche Lebensmittel liefern ausreichend Folat, um die
empfohlene Zufuhr durch die Ernährung zu erreichen. Grünes Gemüse
enthält viel Folat, vor allem Blattgemüse wie Spinat und Salate, die in
den Sommermonaten in Deutschland Saison haben. Um das gegenüber Hitze,
Licht und Luft empfindliche Folat zu schützen, sollte das Gemüse beim
Zubereiten nur kurz und unzerkleinert gewaschen, gedünstet statt gekocht
und nicht warm gehalten werden. Auch Tomaten, Vollkornprodukte,
Hülsenfrüchte, Nüsse, Orangen, Sprossen und Weizenkeime sowie
Kartoffeln, Leber und Ei liefern reichlich Folat. Aufgrund der
verzehrten Mengen tragen auch Milchprodukte zur Folatversorgung bei.

Werden folatreiche Lebensmittel gezielt ausgewählt, können auch
Schwangere und Stillende die höhere empfohlene Zufuhr erreichen, wobei
Schwangere im ersten Schwangerschaftsdrittel keine Leber essen sollten.
Unabhängig von der Ernährung sollten Frauen, die schwanger werden wollen
oder könnten, sowie Schwangere im ersten Drittel der Schwangerschaft ein
Präparat mit 400 µg Folsäure einnehmen. Folsäure ist die synthetisch
hergestellte Form des Vitamins und hilft, Neuralrohrdefekten – das sind
Fehlbildungen des Gehirns und Rückenmarks – beim Kind vorzubeugen.

Praxisbezogene Fragen und Antworten zu Folat hat die DGE in einem Papier
zusammengefasst, das im Internet veröffentlicht ist. Die
wissenschaftliche Ausarbeitung zu den aktuellen Referenzwerten für die
Folatzufuhr ist ebenfalls kostenfrei zugänglich. Beides ist zu finden
unter http://www.dge.de/rd/folat-ref

ÖKO-TEST Spezialitäten aus Deutschland

Schmackhaftes mit Seltenheitswert

Für die aktuelle Dezember-Ausgabe hat das Verbrauchermagazin ÖKO-TEST besondere Lebensmittel zusammengestellt, die nicht nur außergewöhnlich, sondern auch nach strengen Labortests besonders zu empfehlen sind. Das Portfolio reicht von Sekt und Wein über Öle und Essige bis zu Wurst und Senf. Diese Spezialitäten, die per Onlineshop überall in Deutschland erhältlich; eignen sich hervorragend als Weihnachtsgeschenk. Sie werden von Menschen hergestellt, die als letzte ihrer Zunft an alten Traditionen festhalten, die Vergessenes wiederbeleben oder auch Ausgefallenes wagen. Sie arbeiten mit
Rohstoffen, die in ihrer Region wachsen und die oft Generationen von Bauern und Handwerkern begleitet haben. Oder sie erschaffen mit viel Experimentierfreude aus Altbekanntem völlig Neues, das die Küche ebenfalls bereichert.

Zu den Spezialitäten zählt beispielsweise der Backensholzer Deichkäse, der ein unglaublich breit gefächertes Geschmacks- spektrum hat und sowohl fruchtige als auch würzige, süßliche und leicht säuerliche Noten vereint. Er ist mithilfe von Milben gereift, eine schon im Mittelalter bekannte Art des Konservierens.

ÖKO-TEST empfiehlt ebenso den Kräuterlikör Alter Kalmüser. Dieser enthält Extrakte aus der Wurzel des Kalmus, einer an der Mecklenburgischen Seenplatte wachsenden Sumpfpflanze. In den 20er Jahren war der Likör ein Verkaufsschlager.

Eine weitere Besonderheit ist der Bliesgau-Senf. Auch wenn es keiner vermutet, die Senfsaaten für dieses Produkt wachsen im Saarland und zwar in Bio-Mischkultur mit Sonnenblumen, Leindotter und Klee. Auch die übrigen Hauptzutaten liefern Bliesgauer Produzenten.
Außergewöhnlich ist auch der Schaumwein aus der Obstsorte Champagnerbratbirne. Diese Birnensorte wurde schon vor über 150 Jahren zu prickelndem Schaumwein vergoren. Der Fruchtwein aus Schlat bei Göppingen schmeckt dezent und leicht bitter.

Das ÖKO-TEST-Magazin Dezember 2012 gibt es seit dem 30. November 2012 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.

Die 14 besten deutschen Weine

Oestrich-Winkel im Rheingau im März 2012. Fast könnte man drauf wetten, wo die besten Weine Deutschlands wachsen. Und tatsächlich haben auch diesmal wieder die beiden historischen Top-Regionen Mosel und Rheingau die Nasen vorn. Vierzehn Top-Tipps hat Tim Marcus vom „Wine Spectator“ für die Leser der April-Ausgabe der weltweit geschätzten Weinzeitschrift zusammen gestellt. Sein Urteil bestätigt das, was schon seit über 100 Jahren in der Weinliteratur nachzulesen ist: Die Super-Rieslinge wachsen an der Mosel und im Rheingau.

Unter den 14 angesagten deutschen Rieslingen des Jahrgangs 2010 erreichten drei die höchste Bewertung – 96 Punkte. Darunter flankiert von zwei Mosel-Rieslingen auch eine Riesling Trockenbeerenauslese Geisenheimer Rothenberg aus dem Rheingau. Das wiederentdeckte Filetstückchen macht dem Team der Weingüter Wegeler besonders viel Freude. Und noch eine Rheingauer Berglage ist’s, die Tim Marcus seinen Lesern empfiehlt. Vierundneunzig Punkte gab’s für die Riesling Spätlese der Wegelers aus dem Rüdesheimer Berg Rottland. Die gleiche Punktzahl erhielt eine Spätlese vom Johannishof aus der gleichen berühmten Rüdesheimer Lage. Und damit ist bei den Empfehlungen auch schon Schluss mit lustig für den Rheingau. Die restlichen 11 geadelten deutschen Rieslinge dürfen die Moselaner Winzer-Kollegen für sich verbuchen.

In der geschätzten Runde gleich zweimal mit dabei sein zu dürfen, darüber freut sich Dr. Tom Drieseberg, Chef der Weingüter Wegeler ganz besonders: „Wir sehen die Empfehlung aus berufenem Munde als Bestätigung unserer Arbeit an. Die Riesling Renaissance ist voll im Gange, und wir sind mit unseren Rieslingen in der Weltspitze vertreten. Die Richtung scheint zu stimmen“, so Drieseberg.

Willkommen in Schwedens kulinarischer Hauptstadt 2012

Göteborg ist aus kulinarischer Sicht eine der heißesten Stätten in Nordeuropa. Wie zur Bestätigung wurde die Metropole in Schweden zur Kulinarischen Hauptstadt 2012 gewählt. Als Begründung nannte die Jury unter anderem die Vielfalt und die Qualität der lokal produzierten Rohwaren, häufig mit frischem Fisch und Schalentieren von der Westküste im Mittelpunkt. Ebenfalls beeindruckend sei die hervorragende Zusammenarbeit der verschiedenen Produzenten in der Region, die Stadt und Land sowie kleine und industrielle Lebensmittelproduzenten vereint.

Göteborgs kulinarische Szene hat in den vergangenen Jahren ein fantastisches Wachstum verzeichnet. Mittlerweile gibt es hier vier Restaurants, die mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurden – einzigartig für eine Stadt dieser Größe. Als bedeutende Hafenstadt hat Göteborg außerdem eine große Anzahl an hervorragenden Fischrestaurants zu bieten.

Und um auf die Schalentiere zurück zu kommen: Westschwedische Austern und Hummer gehören zu den besten der Welt, denn sie wachsen in den kalten Gewässern langsamer als anderswo – und das tut ihnen gut. Dabei sind sie nicht nur ein kulinarischer Genuss, sondern auch ein echtes Erlebnis. Die meisten schwedischen Austern wachsen beispielsweise an der Küste nördlich von Göteborg. Viele von ihnen werden in der Nähe von Grebbestad handverlesen – Anlass für eine Meisterschaft der skurrilen Art: Jedes Jahr im Frühling steht Grebbestad im Zeichen der exquisiten Muschel und der nordischen Meisterschaften im Austernöffnen.
Dieser Wettbewerb findet nunmehr im 7. Jahr in Folge in Grebbestad statt (27.-29.04.2012), einem kleinen Fischerort, zwei Stunden nördlich von Göteborg. Köche aus ganz Skandinavien kämpfen um den begehrten Titel. Es werden auch Austernöffnen, Austernpflücken, Bootstouren und Tauchaktivitäten angeboten
www.westschweden.com

Joint-Venture "Mosel-Südtirol"

Visionäre Begeisterung um den Reiler Sorentberg
Die Großlage „Reiler vom heißen Stein“ an der Mittelmosel unterteilt sich in die Einzellagen
Goldlay, Falklay, Mullay-Hofberg und Sorentberg.
Inzwischen steht „auf Sorent“ kein einziger Rebstock mehr. Über Jahre hinweg hat ein
Winzer nach dem Anderen seinen Weinberg in der Steillage aufgegeben. Mehrere Jahrgänge
hintereinander hatten die Weinbergseigentümer wegen enormer Wildschäden nur noch
Arbeit, Ausgaben und Ernteeinbußen. Die versuchte Einzäunung und vereinzelte Umstellung
auf Umkehrerziehung konnten das Problem nicht beheben und so resignierten die
Weinbergsbesitzer und stellten schleichend ab den 90er Jahren die Weinberge im
Sorentberg still. Eine ganze Weinbergslage wurde zu nutzlosem Brachland und ist seit Jahren
von den Flaschenetiketten verschwunden. Auch das Weingut Julius Treis gab damals 1 ha
Riesling auf.

Jetzt haben zwei junge Winzersöhne eine Vision. Tobias Treis aus Reil an der Mosel und sein
ehemaliger Geisenheimer Kommilitone Ivan Giovanett aus Südtirol/Italien haben eine
Entscheidung getroffen: In dem Reiler Sorentberg sollen wieder die bekannt kräftigen
Rieslinge wachsen.

Der Aufkauf der Brachflächen und Pflanzrechte hat begonnen. Nach dem Pflanzen von 2 ha
Riesling in diesem Frühjahr muß noch eine 1000 m lange Umzäunung die Sonderkultur vor
„Wilddieben“ schützen. Mit der Gemeinde und dem Jagdpächter soll diesbezüglich
Einvernehmen gefunden werden. Einer alleine hätte sich die vorläufigen Investitionen nicht
getraut, aber zusammen wollen die Jungwinzer sich, unabhängig von den elterlichen
Weingütern in Deutschland und Italien, noch was Eigenes aufbauen. Nach Aussage der
beiden Freunde soll das gesamte Projekt in den nächsten Jahren auf ca. 5 ha erweitert
werden.

Die Voraussetzungen für den Rieslinganbau sind ausgezeichnet:
Der Reiler Sorentberg im Seitental des Alfbaches, in der Nähe der Burg Arras, ist die einzige
Reiler Lage in reiner Südrichtung. Die Neigung liegt bei alpinen 70-80 %. Auf dem Boden
findet man bei den Arbeiten noch Steine mit Fossilien von der Urmosel, die hier vor 2
Millionen Jahren floß. Der rote mürbe Schieferboden des Reiler Sorentberges ist prägend für
mineralische Weine mit exotischer Würze. Ein Weiher am Fußende der Steillage wurde
früher zur Frostberegnung genutzt. Im Hinblick auf die Klimaerwärmung bestände auch die
Möglichkeit der Tröpfchenbewässerung. Biologischer Weinanbau ist angestrebt. Die frische
Kraft der beiden Jungunternehmer, welche mit der Passion um kräftige kräuterwürzige
Rieslinge die nationale und internationale Weinwelt bereichern wollen, könnte gut gelingen.
Die Absatzwege sind grenzübergreifend schon in Sicht.

Nach dem ersten Notartermin der Beiden im Januar 2012, konnte Theo Treis zur Feier des
Tages aus der Schatzkammer noch eine Konter-Flasche mit dem seltenen Etikett vom Reiler
Sorentberg auf den Tisch bringen. Alle Anwesenden spekulierten über Qualität und Alter des
Ausschankweines, welches man wegen der Güte auf 1979 und wegen der jungen Aromen
auf 1982 bis 1986er schätzte. In den Gläsern befand sich dann überraschenderweise jedoch
ein noch immer frischer 1973er „Reiler Sorentberg-Schiefer Riesling Spätlese “.
Die
vibrierende Fruchtsäure der legendären Sorentberger Rieslingweine dürfte ein Trumpf sein,
wenn die Klimaerwärmung anhält und die Säurewerte, wie im heißen Sommer 2003, gering
ausfallen. So setzten die Beiden jetzt auf die markanten Sorentberger-Moste mit ihrem
eigenen natürlichen Süße-Säure-Spiel. Man ist bezüglich der Qualitäten zuversichtlich, denn
auch hochkarätige Trockenbeerenauslesen wurden in den Jahren 1976, 1989 und 1994 im
Sorentberg gelesen.

Aber jetzt kommt zuerst einmal die Raupe und rückt dem Wildwuchs zu Leibe, bevor dann
ausgezeilt wird und 12 000 Reben gepflanzt werden können.
Der nächste Jahrgang aus dem besonderen Terroir Reiler Sorentberg dürfte man bei dem
leidenschaftlichen Tatendrang dieser zwei jungen Weinbauingenieure und mit Gottes Segen
ab 2015 probieren können.

ProWein in Halle 3 –
Stand B 120 beim Weingut Castelfeder.

GENUSS.MAGAZIN ist da!

Eine (nicht repräsentative) Umfrage innerhalb unseres Bekanntenkreises hat ergeben: Der Sommer ist die liebste
Jahreszeit des Genießers. Nicht nur, weil im Juli und August die
buntesten Früchte wie Marillen, Erdbeeren und Kirschen wachsen, es
bieten sich auch die meisten Gelegenheiten, diese Köstlichkeiten zu
genießen. Ob man sich nun ganz der Eis-Schleckerei („Eisige
Beziehungsprobe“ ab Seite 16), der Grillerei („Gut aufgelegt“ ab
Seite 34) oder der Salat-Zubereitung („Von wegen Unkraut“ ab Seite
26) verschrieben hat – wenn das Außenthermometer Höchsttemperaturen
erreicht, erlebt auch der Feinschmecker höchsten Genuss. Wahre
GENUSS.menschen stellen sich in der heißesten Jahreszeit sogar gerne
hinter den Herd und kochen die köstlichsten Früchte ein, um das
sommerliche Aroma für den Winter zu konservieren. Wir haben für Sie
ein kleines ABC des Einkochens zusammen gestellt. Von A wie „Aller
Anfang ist schwer“ bis Z wie „Zwetschken-Marmelade mit Schuss“ –
lassen Sie sich von uns einkochen („Eingekocht“ ab Seite 8).

Weil jemand, der gerne gut isst, auch meist gerne gut trinkt, und
weil Sommerzeit auch Cocktailzeit ist, lesen Sie in der aktuellen
Ausgabe des GENUSS.MAGAZINs jede Menge Wissenswertes zu diesem von
Legenden umwobenen Getränk, das schon so mancher Party zu ungeahnter
Buntheit verholfen hat („On the Cock’s tail“ ab Seite 64). Wir haben
Weine aus dem Burgenland („What you did last summer“ ab Seite 70) und
aus Kärnten („Die heimliche Liebschaft“ ab Seite 74) sowie
Near-Waters verkostet (was Near-Waters überhaupt sind, erfahren Sie
in „Nah am Wasser“ ab Seite 52).

Außerdem erwarten Sie im GENUSS.MAGAZIN folgende spannende Themen:
– KULINARISCHER BOTSCHAFTER. Spitzenkoch Johann Lafer im Gespräch.
– MOST-COOKING. Genuss im Zeichen der Birne.
– SPRUDELNDE ÖLQUELLE. Eine kulinarische Reise durch Italien.

Die neue Ausgabe des GENUSS.MAGAZINs, wie immer im Doppelpack mit
wein.pur, ist ab 6. Juli im österreichischen Zeitschriftenhandel
erhältlich.