Ralf Pinzenscham

“Als guter Sommelier muss ich auch ein guter Psychologe sein”

Seit 20 Jahren arbeitet der gebürtige Franke Ralf Pinzenscham als Sommelier im Sternerestaurant „top air“ am Stuttgarter Flughafen. In der ansonsten schnelllebigen Gastronomie ist er eine Konstante für Mitarbeiter und Gäste – wohl kaum ein Sommelier in Deutschland kann auf so viele Dienstjahre im selben Betrieb zurückblicken. Mit seiner unnachahmlich charmanten und angenehm ruhigen Art ist er der ideale Gastgeber, der nicht nur alles von Wein, sondern auch von den Vorlieben seiner Gäste versteht.

Wenn der Patron des „restaurant top air“, Claus Wöllhaf, am Stuttgarter Flughafen anruft, um Ralf Pinzenscham zu sprechen, kann das nur zwei Gründe haben: Entweder möchte er einen Tisch reservieren oder eine Weinempfehlung bekommen – auch wenn er im Ausland über der Weinkarte brütet und sich nicht entscheiden kann. Er weiß, dass auf Pinzenscham immer Verlass ist. Seit 20 Jahren arbeitet der Restaurantleiter und Sommelier bereits im „top air“, vier Küchenchefs hat er erlebt, Gäste und Mitarbeiter kamen und gingen, Pinzenscham blieb eine Konstante im sich immer schneller drehenden Personalkarussell der Gastronomie. Dabei hatte der gebürtige Franke anfangs gar nicht vor, solange in Stuttgart zu bleiben: „Als ich im Juli 1995 hier anfing, sollte das top air für mich nur als Übergangsstation dienen. Dass ich jetzt schon 20 Jahre hier bin, zeigt doch, wie sehr mich die besondere Atmosphäre des Restaurants, das seit fast 25 Jahren mit einem Michelin-Stern dekoriert ist, gefesselt hat.“

Keine Liebe auf den ersten Schluck
Ralf Pinzenscham hat eine klassische Ausbildung zum Restaurantfachmann absolviert. In der renommierten „Ente“ in Wiesbaden erlernte er sein Handwerkszeug zum Sommelier. Weinkenner konnte er sich zu dieser Zeit noch nicht nennen. Bier trank er sehr gerne, Wein, vor allem Rotwein, war für ihn noch ein Buch mit sieben Siegeln. „Erst als der dortige Sommelier mir einiges darüber erzählte und mich immer wieder verschiedene Reben probieren ließ, da wurde mein Gaumen angeregt und so entwickelte sich meine Leidenschaft für das Produkt Wein“, berichtet der 46-jährige Pinzenscham. „Es war nicht Liebe auf den ersten Schluck, vielmehr hat sich diese Liebe über Jahre hinweg verfestigt. Keiner kann auf Anhieb zum Weinkenner avancieren, man muss daran arbeiten, das ist wie mit einer Beziehung, aber das kann man lernen. Um in die Tiefe zu gehen bedarf es Wissbegierde, Faszination, Offenheit und Toleranz.“

Auch Pinzenschams Vorlieben haben sich im Laufe der Jahre verändert. Waren es anfangs noch schwere Weine mit viel Holz, Vanille und Beerenaromen, sind es jetzt Weine, die er aufgrund von Eleganz, Feinheit, Finesse, Terroir und Subtilität präferiert. „Weinliebhaber zu sein ist auch immer ein Entwicklungsprozess. Der Geschmack ändert sich mit der Zeit. Wichtigste Prämisse ist jedoch, dass man neugierig bleibt und aufgeschlossen gegenüber Weinen, die man sonst nicht trinken würde“, so Pinzenscham. Womit wir wieder bei seinem Beruf als Sommelier im „top air“ wären. Die Karte dort umfasst rund 350 Positionen mit Weinen, deren Auswahl allein Ralf Pinzenscham obliegt. Nicht alle, aber die meisten davon hat er probiert, bei den teuren verlässt er sich auf die Empfehlungen des Winzers. „Man darf die Karte natürlich nicht so gestalten, dass darauf nur Weine zu finden sind, die man selber gerne trinkt. Die Gäste können und sollen nicht mit dem Geschmack des Sommeliers konkurrieren müssen“, so Pinzenscham.

Perfekte Harmonie von Speisen und Wein
„Sommelier ist ein Dienstleistungsberuf. Das bedeutet, dass ich dem Gast helfen sollte, den richtigen Wein zum Essen zu wählen. Maßgeblich sind dabei die Vorlieben des Gastes und nicht meine Präferenzen. Vielmehr möchte ich im Gespräch herausfinden, was er gerne trinkt oder ihn behutsam an einen neuen Stil oder Geschmack heranführen. Erst das macht einen guten Sommelier aus“, erklärt der Restaurantleiter. Die Handschrift von Ralf Pinzenscham erkennt man in „top air“ auch daran, wie er eine glasweise Weinbegleitung zu einem Menü zusammenstellt. Er kennt die Gerichte von Sternekoch Marco Akuzun, hat sie alle probiert und weiß genau, mit welchen Weinen sie am besten zur Geltung kommen. „Selbstverständlich steht bei uns immer das Essen im Vordergrund. Die Gäste kommen aufgrund von Marcos Kreationen und nicht, um explizit einen Wein zu trinken. Ich muss versuchen, bei der Empfehlung dann die perfekte Mischung zu finden, damit der Wein nicht zu aufdringlich ist, aber auch nicht zu flach“, erklärt Ralf Pinzenscham. Und so konnten sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten die Gäste immer darauf verlassen, im „top air“ vorzüglich bedient und beraten zu werden. Für Ralf Pinzenscham eine Selbstverständlichkeit und eine schöne Aufgabe: „Die letzten 20 Jahre hier waren eine tolle Zeit, eine aufregende und zufriedene Zeit. Ich bin hier fachlich und menschlich sehr gereift und freue mich auf weitere 20 Jahre.“

www.woellhaf-airport.de

Die kulinarischen Vorlieben von Angela Merkel und Peer Steinbrück

Es muss nicht immer Pinot Grigio sein, wenn Peer Steinbrück nach Feierabend etwas trinken geht. Ein ordentlicher Gin Tonic tut es auch – aber bitte „im richtigen Mischungsverhältnis“, also 50-50, berichtet DER FEINSCHMECKER in seiner aktuellen Ausgabe. Politikexpertin Evelyn Roll von der „Süddeutschen Zeitung“ hat für das Gourmetmagazin aus dem Hamburger JAHRESZEITEN VERLAG die kulinarischen Vorlieben von Kanzlerin und Kandidat unter die Lupe genommen.

So erfuhr sie, dass Angela Merkel nach der Eurorettung erst mal eine Linsensuppe löffelte. Längst hat sich der Koch im Kanzleramt auf Merkels Geschmack eingestellt. Auf die Speisenkarte schreibt er deshalb Bratkartoffeln, Teltower Rübchen oder manchmal einfach nur eine Brühe. Und was die Kanzlerin gern isst, das kocht und backt sie auch selbst: Klopse, Rouladen, Pflaumenkuchen.

Peer Steinbrück, pannengeplagter SPD-Kandidat, hat schlechte Erfahrungen mit Aussagen zum Essen und Trinken gemacht – und gab sich schweigsamer. Wegen des Wahlkampfs hat er ohnehin kaum Zeit für ein Essen, es muss dann auch schon mal „ein Zigarillo gegen den kleinen Hunger“ ausreichen, schreibt Roll. Mit Wein kennt er sich hingegen besser aus – egal ob Sauvignon Blanc, Sancerre, oder Chardonnay: Steinbrück trinkt gern ein Glas Weißwein, solange er gut gekühlt ist.

Die September-Ausgabe von DER FEINSCHMECKER ist jetzt
am Kiosk erhältlich und kostet 9,95 Euro.

Johann Lafer

Kinder essen am liebsten ungesund. Sternekoch Johann Lafer erklärt, warum es Unsinn ist, nur auf die Lebensmittelindustrie zu schimpfen, wie man Heranwachsende zu bewusstem Geschmack erzieht – und weshalb auf das Schul-Essen die gleiche Mehrwertsteuer erhoben werden sollte wie auf Kondome

Johann Lafer, Sternekoch und Vater zweier Teenager (Jonathan, 11, und Jennifer, 17), bemüht sich seit Jahren um gesunde Ernährung für Schüler. Ein Gespräch über Werbelügen, kulinarische Vorlieben von Jugendlichen – und dazu drei Lafer-Vorschläge für gesunde Gerichte.

Lesen Sie das interessante Interview mit Johann Lafer in der Süddeutschen Zeitung:
www.sueddeutsche.de/leben/sternekoch-lafer-ueber-kinderernaehrung-verbote-bringen-ueberhaupt-nichts-1.1310286

Wem schmeckt welcher Apfel?

Die breite Sortenvielfalt Südtiroler Äpfel bietet für jeden Geschmack
genau das Richtige

Der Apfel ist das Lieblingsobst der Deutschen. Rund 20 Kilogramm der
saftigen Früchte werden hierzulande pro Haushalt und Jahr verzehrt.
Doch Apfel ist nicht gleich Apfel. „Keine Apfelsorte gleicht der
anderen“, weiß der Südtiroler Pomologe Dr. Walter Guerra. Als
international anerkannter Apfelexperte beschäftigt er sich unter
anderem mit der Klassifizierung von Äpfeln.

„Grundsätzlich
unterscheiden sich Äpfel nach Größe, Farbe, Säuregehalt, Aroma, Farbe
und nach der Konsistenz des Fruchtfleischs“, erklärt er. Das Aroma
der Apfelsorten reicht von „mild“ (Red Delicious) bis „sehr
aromatisch“ (Topaz), das Fruchtfleich von „schmelzend“ (Elstar) bis
„sehr fest“ (Braeburn). Der Säuregehalt wird von „säuerlich“ (Granny
Smith) bis „süß“ (Fuji) bewertet. „Eine Apfelsorte besteht dann aus
verschiedenen Kombinationen dieser Kategorien. Einen Golden Delicious
würde ich als aromatisch, schmelzend-süß beschreiben“, erläutert Guerra.

So vielfältig die Apfelsorten sind, so vielfältig sind auch die
Vorlieben der Konsumenten. Neben dem Frischverzehr werden Äpfel auch
gerne zum Kochen und Backen eingesetzt. Apfelkuchen, -strudel oder –
Kompott sind nur einige weithin beliebte Apfelrezepte.

Familien- und Kinderäpfel

Frauen und Männer bevorzugten grundsätzlich ähnliche Sorten, außer in
bestimmten Einzelfällen, betont der Apfelexperte. Ernährungsbewusste
Frauen wählten zum Beispiel oft Granny Smith Äpfel aufgrund ihres
geringeren Zuckergehalts. Umgekehrt griffen Sportler gerne zu
besonders süßen Fuji, um einen „Zuckerstoß“ zu erhalten. „Und dann
gibt es natürlich so genannte Familienäpfel und Kinderäpfel“, so Dr.
Guerra. Damit seien einerseits großfruchtige Apfelsorten wie Fuji und
Morgenduft und andererseits kleinfruchtige Sorten wie zum Beispiel
Gala gemeint.

Generationsspezifische Vorlieben

„Tendenziell lässt sich ein Trend zu süßeren Äpfeln feststellen.
Jedoch bevorzugen ältere Menschen eher säuerliche Sorten wie Jona
Gold, Elstar und Braeburn. Jüngere greifen dagegen eher zu süßen
Sorten wie Fuji“, erläutert Guerra. Aufgrund dieser sich wandelnden
Vorlieben geraten auch so manche Apfelsorten in Vergessenheit: „Noch
vor hundert Jahren lieferte Südtirol regelmäßig Champagner Renetten
an den Zarenhof in Russland. Heute ist diese Sorte nur noch Wenigen
bekannt“, bezeugt der Pomologe.

Besonders beliebt: Knackige Äpfel

Eine Vorliebe der Verbraucher habe sich jedoch nie geändert: Äpfel
sollten knackig sein. „Diese Eigenschaft ist sortenunabhängig,
sondern hängt vom jeweiligen Klima und der Bodenbeschaffenheit ab“,
erklärt Dr. Guerra. Südtirol biete zum Beispiel beste Voraussetzungen
für den Apfelanbau, so der Experte. Die Knackigkeit der Südtiroler
Äpfel verdankten die Früchte durchschnittlich 300 Sonnentagen pro
Jahr, geringen Niederschlagsmengen und kurzen, milden Wintern.
Leichte, durchlässige Böden bildeten eine optimale Nährgrundlage für
den Obstanbau. Positiv auf die Qualität wirkten sich auch die
unterschiedlichen Höhenlagen zwischen 250 und 1.000 Metern und die
Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht aus. „Golden Delicious
lieben Höhenlagen ab 500 Metern. Pink Lady gedeiht hingegen am Besten
in milden Talsohlen“, so Guerra.

Party als Partnerbörse – Umfrage

Private Feiern sind das Flirt-Eldorado der Deutschen. Bei einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Apothekenmagazins „Apotheken Umschau“ landete die Party auf dem ersten Platz der geeignetsten Flirt-Orte (55,7 %). An zweiter Stelle nannten die Befragten die Disco (54,0 %). Auch Cafés, Eisdielen (39,6 %) und Biergärten (38,3 %) sind für die Bundesbürger ideale Orte, um Kontakte zu knüpfen.

Wesentlich weniger geflirtet wird hingegen im virtuellen Raum. Nur jeder Achte (12,7 %) nannte bei der Umfrage das Internet als einen seiner Lieblings-Flirt-Orte. Signifikante Unterschiede bei den Vorlieben gibt es in den unterschiedlichen Altersstufen der Befragten. Während Teenager äußerst gerne im Freibad, am See oder am Strand anbandeln (56,6 %), gehen die Twens auch gerne in Bars auf Partnerschau (42,7 %). Die 14- bis 29-Jährigen chatten gerne im Netz, um neue Leute kennen zu lernen (25,4 %). 30- bis 59-Jährige flirten hingegen äußerst gerne in Biergärten (45,9 %).

Heimatjournal spezial

RBB, Samstag, 28.11. um 17:10 Uhr

Heimatjournal spezial

Krönung und Mocca Fix – Vom Essen und Trinken in Ost und West

20 Jahre nach der Wende gibt es immer noch unterschiedliche kulinarische Vorlieben in Ost und West. Aber wo Goldbroiler und Rondo auf Goldhähnchen und Krönung stießen, entsteht inzwischen eine neue, gemeinsame Esskultur. Spreewaldgurken, Rotkäppchensekt und Hallorenkugeln sind alles andere als Ostalgieprodukte. Sie haben den Sprung ins gesamtdeutsche Warenlager geschafft. Die Ostdeutschen hingegen haben nach jahrzehntelanger Mangelwirtschaft die Vielfalt der westlichen Produktpalette schnell zu schätzen gelernt. Sie trinken heute am liebsten einen West-Kaffee, so eine Studie. Vielleicht, weil sie noch den Duft aus Westpaketen in der Nase haben – also eine spezielle Form der „Westalgie“?

Moderatorin Carla Kniestedt begibt sich auf eine kulinarische Zeitreise: Was ist übrig geblieben von den Essgewohnheiten in Ost und West? Gibt es vielleicht mehr Gemeinsamkeiten als gedacht? Und ist die deutsche Einheit kulinarisch geglückt? Ein „HEIMATJOURNAL“ der Köstlichkeiten!

Concierge

Was macht eigentlich…

… ein Concierge?

Der Concierge ist hauptsächlich in der gehobenen Hotellerie zu finden. Er weiß alles, kennt jeden, macht Unmögliches möglich und erfüllt jeden Wunsch. In der Stadt kennt er sich besser aus als jeder andere und ist erstklassig informiert, was wann wo stattfindet. Für die Bedürfnisse seiner Gäste hat der Concierge hat stets ein offenes Ohr. Und dank des „Cardex“ – eine Art geheim gehaltenes Notizbuch – sind ihm die Wesensart, Vorlieben, Angewohnheiten und Interessen des Gastes bestens bekannt.

Vom Essen und Trinken in Ost und West

RBB, Samstag, 03.10. um 18:40 Uhr

Heimatjournal spezial

Krönung und Mocca Fix – Vom Essen und Trinken in Ost und West

20 Jahre nach der Wende gibt es immer noch unterschiedliche kulinarische Vorlieben in Ost und West. Aber wo Goldbroiler und Rondo auf Goldhähnchen und Krönung stießen, entsteht inzwischen eine neue, gemeinsame Esskultur. Spreewaldgurken, Rotkäppchensekt und Hallorenkugeln sind alles andere als Ostalgieprodukte. Sie haben den Sprung ins gesamtdeutsche Warenlager geschafft. Die Ostdeutschen hingegen haben nach jahrzehntelanger Mangelwirtschaft die Vielfalt der westlichen Produktpalette schnell zu schätzen gelernt. Sie trinken heute am liebsten einen West-Kaffee, so eine Studie. Vielleicht, weil sie noch den Duft aus Westpaketen in der Nase haben – also eine spezielle Form der „Westalgie“?

Moderatorin Carla Kniestedt begibt sich auf eine kulinarische Zeitreise: Was ist übrig geblieben von den Essgewohnheiten in Ost und West? Gibt es vielleicht mehr Gemeinsamkeiten als gedacht? Und ist die deutsche Einheit kulinarisch geglückt? Ein „HEIMATJOURNAL“ der Köstlichkeiten!

Sante de Santis, Kiyoshi Hayamizu und Frank Buchholz

Antipasti, Sushi oder Radieschen?

Starköche sorgen für kulinarische Sternstunden auf der LE GOURMET

Die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden – auch (und gerade) beim Essen. Ob man es nun mediterran, asiatisch oder ur-deutsch mag: Zur LE GOURMET vom 4. bis 6. September 2009 werden vielerlei kulinarische Vorlieben bedient. Namhafte Köche, unter ihnen der Italiener Sante de Santis, Sushi-Meister Kiyoshi Hayamizu und Sternekoch Frank Buchholz, laden bei der dritten Ausgabe des Leipziger Genießer-Treffs zum Zuschauen, Mitmachen und Probieren ein.

SANTE DE SANTIS: Nach der Pasta ist vor der Pasta

Eine italienische Mahlzeit ohne Vorspeisen? Undenkbar! Für den römischen Starkoch Sante de Santis sind die feinen Kleinigkeiten, in der Landessprache Antipasti genannt, das Vorspiel jedes Menüs. Und so lässt der Maestro di Cucina, bevor er seinem Publikum auf der LE GOURMET Bombolottinudeln all’ Aurorasauce mit Straccetti al Marsala sowie Hummerkrabbenspieße mit scharfem Tomatenragout und Honig an Perlgraupen und Kräutern serviert, ein ganzes Vorspeisenbuffet all’ Italiana entstehen. Dazu gehören gegrillte Auberginen, marinierte Zucchini, Tomaten-Mozzarella-Salat, Rucola mit Krabben und Pecorinokäse, Miesmuschelsauté, gebackene Paprikastreifen, weiße Bohnen in Salbei mit Crostini sowie Erdbeeren nach Modenaer Art mit Sahne.

„Bei uns zu Hause waren die Antipasti ein Ritual“, erinnert sich der in Stuttgart lebende Italiener. „Sie kamen bereits auf den Tisch, wenn es auf dem Herd noch brodelte und zischte. Man redete und lachte und genoss die feinen Kleinigkeiten zusammen mit Brot und Wein.“

Wichtig sei die Vielfalt des Appetitmacher-Sortiments und die Qualität der verwendeten Lebensmittel, betont de Santis. Auch Zutaten wie Essig und Öl spielen für ihn eine tragende Rolle. „Es braucht einige Erfahrung, um den richtigen Aromapartner für eine Speise zu finden. Ihr eigener Geschmack soll nur hervorgehoben, niemals verdeckt werden“, erläutert der Starkoch. So liefert etwa ein mittelalter Aceto Balsamico di Modena mit noch deutlichen Essigaromen eine ideale Ergänzung zu Salatsaucen, kräftigem Käse oder Grillfleisch, während ein dickflüssiger 15-jähriger Riserva mit seiner milden Süße hervorragend zu frischen Erdbeeren passt. Peperoni-Aromaöl ersetzt den Pfeffer und ergibt eine raffinierte Schärfe mit mediterranem Akzent, der sogar aus Schokoladeneis eine neue Erfahrung macht. Knoblauch-Aromaöl eignet sich perfekt zum Nachwürzen am Tisch. Elegante, fruchtig-frische Noten erzielt man durch Olivenöl mit Orangen- oder Limonenaroma. Diese und weitere Ratschläge wird der Experte den Besuchern der LE GOURMET ans Herz legen.

Sante de Santis hat in rund 20 angesehenen Restaurants in Italien, England und Deutschland gekocht. Heute betreibt er in Stuttgart eine Kochschule, ein Gourmetversandhaus und sein mehrfach ausgezeichnetes Restaurant San Pietro.

FRANK BUCHHOLZ: Die Entdeckung der Langsamkeit

Warm geräucherter Sockeye Wildlachs mit Avocado-Ragout, Radieschensalat mit Dill-Vinaigrette und Fischkäseravioli mit Pinien-Salbei-Butter stehen auf dem Menü der LE GOURMET-Show des Mainzer Sternekochs Frank Buchholz. Ende der Neunzigerjahre als Fernsehkoch und „Junger Wilder“ bekannt geworden, trug Buchholz wesentlich dazu bei, frischen Wind in die gute deutsche Küche zu tragen. Vor vier Jahren eröffnete er in Mainz das Restaurant Buchholz, das 2007 mit einem Michelin-Stern – dem ersten in der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz – und mit 16 Punkten im Gault Millau gekürt wurde.

Buchholz‘ Kreationen verbinden Bodenständiges aus deutschen Regionen mit mediterraner Leichtigkeit. Die Zutaten dafür – gutes Fleisch, frischen Fisch – wählt der Sternekoch gern selbst auf dem Markt aus. Überhaupt ist es dem 42-jährigen Familienvater wichtig, sich bei allem Tempo, das ihm die Arbeitsabläufe in der Küche abverlangen, auch Momente der Ruhe zu gönnen. „Bodenkontakt und die Arbeit in Garten, Feld und Weinberg, die Tuchfühlung mit den Grunderzeugnissen sind mir wichtiger denn je“, sagt Frank Buchholz. „Wer nur an Geschmacksnuancen feilt, verliert das Wesentliche aus dem Blick: die Natur, die Produkte und den Menschen, für den ich koche.“

KIYOSHI HAYAMIZU: Sushi für Fortgeschrittene

Kaum eine andere Form der Speisenzubereitung hat die Esskultur der westlichen Welt so revolutioniert wie die japanischen Sushi. Die raffinierten Reis- und Fischröllchen sehen gut aus, schmecken und sind obendrein richtig gesund. Das hat sie zum Supertrend gemacht. „Doch Vorsicht“, sagt Kiyoshi Hayamizu aus Tokio, „nicht überall, wo Sushi draufsteht, ist auch wirklich Sushi drin.“

Qualität lässt sich lernen. Deshalb gibt der in Meerbusch bei Dortmund lebende Sushi-Meister zur LE GOURMET sein Wissen gern an Interessierte weiter. Der Botschafter japanischer Kochkunst bringt spektakuläre neue Rezepte mit nach Leipzig und demonstriert in Kochkursen, wie man diese stilecht in die Praxis umsetzt. Unter dem Motto „Fernöstlich – köstlich!“ gibt der Experte zudem Tipps für die anspruchsvolle Zubereitung von Sashimi – Gerichte aus rohem Fisch und rohen Meeresfrüchten, die ohne Reis serviert werden.

Nicht zuletzt erklärt Hayamizu den Besuchern der LE GOURMET, wie man die für die japanische Kochkunst typischen sauberen Kanten und feinen dekorativen Linien schafft. „In kaum einer anderen Küche der Welt spielen Messer eine so große Rolle wie in unserer“, so der 46-Jährige. „Äußerst harter Stahl von höchster Schärfe sowie die besondere Keilform der Klinge mit einseitigem Hohlschliff sorgen für perfekte Schnitte.“ Je nach Verwendungszweck kommen unterschiedliche Klingenarten zum Einsatz. Hayamizu stellt die wichtigsten vor: das universelle Fleischmesser Santoku, das Beilmesser Deba, das Gemüsemesser Nakiri sowie das Slicing-Messer Yanagiba für rohen Fisch und Fleisch.

Regionale Küche

Palmen in Ostfriesland und Möwen, die Hühner sind. Das gibt es nicht? Das gibt es doch! Und zwar in Ostfriesland. NDR Autorin Hanne Klöver hat diese und andere Besonderheiten während ihrer kulinarischen Reise im Land am Meer kennen gelernt. Ein Züchter alter Grünkohlsorten erklärt zum Beispiel, warum die Pflanzen dort „Ostfriesische Palmen“ genannt werden. Ostfriesische Möwen hingegen sind eine alte Hühnerrasse. Der Film zeigt interessante und kuriose Geschichten von Menschen in Ostfriesland, die ihre Tradition pflegen und besondere kulinarische Vorlieben haben.

So, 31.05. um 12:30 Uhr NDR