Was fressen Kühe, wenn draußen nichts wächst?

Pro Tag frisst eine Kuh rund 50 Kilogramm Futter – und zwar zu jeder Jahreszeit. Derzeit ist das Sommerfutter einer Kuh, frisches Weidegras, nicht verfügbar. „Die Landwirte haben nur zwei Möglichkeiten, das Futter für ihre Tiere haltbar zu machen: Entweder zu Heu trocknen oder zu Silage silieren“, so Dr. Maria Linderer von der Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft. Die Herstellung von Heu reicht in der Regel nicht aus, um den Futterbedarf zu decken und die Trocknung ist stark vom Sonnenschein abhängig. Ergänzt wird die Fütterung daher durch sogenannte Silage, diese ist schneller herzustellen und daher witterungsunabhängiger. Außerdem ist sie ein sehr nährstoffreiches Futter.

Milchsäure macht Gras haltbar

Zur Herstellung von Silage braucht man ebenso wie für Heu frisch gemähtes Gras oder andere Pflanzen, beispielsweise Mais. Der Vorteil ist, dass das Gras nicht so lange trocknen muss: Es wird kurz nach dem Mähen gepresst oder in einem Silo unter Luftverschluss gelagert. Anschließend beginnen die im Gras enthaltenden Milchsäurebakterien Zucker in Säuren (in erster Linie Milchsäure) umzuwandeln. Dabei fällt der ph-Wert ab, die Silage wird sauer und lange haltbar. Eine ausgewogene Futtermischung enthält sowohl Heu als auch Silage. Maria Linderer erklärt: „Die Gras- oder Maissilage ist sozusagen das Sauerkraut der Kuh, die zu jeder Zeit wertvolle Nährstoffe liefert.“

Pöllauer Genussfrühling

„Gerichte mit Geschichte!“ beim 6. Pöllauer Genussfrühling am 20. April 2013 – Ein Rezept, das der Opa zur Meisterprüfung kreiert hat, eine Mischung die einem Gedanken am Traktor entsprungen ist oder ein Gebäck an dem 4 Lehrlinge teilhaben wollten.

Der Naturpark Pöllauer Tal ist reich an Kultur,
Geschichte und Tradition: Die Markgemeinde Pöllau feiert im Jahr 2013
beispielsweise ihre erste urkundliche Erwähnung vor 850 Jahren.
Eine besondere Geschichte ereignet sich aber täglich in den Küchen
und Produktionsräumen unserer Wirte und Betriebe. Hier werden
Traditionen über Generationen weitergegeben, alte Rezepte verfeinert
oder neue Rezepte erfunden und damit Geschichte geschrieben.

30 Gastwirte, Erzeuger von Delikatessen und Landwirte laden Sie
ein, beim Pöllauer Genussfrühling in ihre ganz persönlichen
„Geschichtsbücher“ zu schauen.

Wer könnte Geschichten besser erzählen als die, die ihr tägliches
Brot damit verdienen? Die Schauspieler des Volkstheaters Wien
Christoph Krutzler und Matthias Mamedof werden
Genusshandwerks-Vorführungen unserer Betriebe kommentieren und
„spielerisch“ umrahmen.

Programm:
– 30 Gastwirte, Erzeuger von Delikatessen und Landwirte aus der
Genussregion Pöllauer Hirschbirne öffnen ihre Geschichtsbücher
und tischen ausgewählte Spezialitäten auf.
– Christoph Krutzler und Matthias Mamedof vom Volkstheater Wien
kommentieren Genusshandwerks-Vorführungen
– Geschmacksschulparcour der Seminarbäuerinnen
– Kinderprogramm und Musikgenuss.

Eintritt:
20. April 2013, 11-17 Uhr, Schloss Pöllau
Erwachsene Vorverkauf: 29,- Euro, Erwachsene Tageskassa: 32,- Euro,
Kinder (-16 Jahre): 10,- Euro
Eintrittskarten beim TV Naturpark Pöllauer Tal oder über Ö-Ticket
erhältlich.

Urlaubsangebot zum Pöllauer Genussfrühling:
Bin kurz mal weg und genieße den Frühling! – 3 Tage Frühlingsurlaub
im Naturpark Pöllauer Tal

Kurz mal weg – die frische Frühlingsluft einatmen und die ersten
Obstblüten bestaunen. Kurz mal weg – die Frühlingsküche genießen und
in der Frühlingssonne wandern gehen.

– 3 Tage und 2 Nächte bei einem Naturpark-Partner Ihrer Wahl mit
Frühstück
– Naturpark-Schlemmer-Menü
– Eintritt zum Pöllauer Genussfrühling am 20. April 2013
– Hirschbirnblütenwanderung

Preis p.P. im DZ ab Euro 145,-
Buchung und Information: www.naturparkpartner.at

Geschmackstage 2012

Seien Sie dabei, wenn die
Geschmackstage auch in diesem Jahr die Herkunft, die Herstellung und
den Genuss von Qualitätslebensmitteln aus Deutschland in den
Mittelpunkt stellen! Die bundesweit stattfindende Themenwoche will das
Bewusstsein für regionale Esskultur und die Freude an frischen,
saisonalen Produkten fördern.

Die Geschmackstage 2012 finden vom
29. September bis zum Erntedankfest am 7. Oktober statt. Die
unterschiedlichsten Teilnehmergruppen sind eingeladen, sich zu
beteiligen: von der Gastronomie über Erzeuger und Landwirte bis hin zu
Gärtnern und Hobbyköchen – aber auch Einrichtungen wie Kitas,
Schulen oder Krankenhäuser. Ziel ist es, Menschen aller Altersgruppen
zu motivieren, selbst zu kochen und Mahlzeiten gemeinsam zu genießen.
Mitmachen können alle, die die Idee der Geschmackstage unterstützen.
Der Bandbreite der Aktionen sowie der Kreativität der Teilnehmer sind
keine Grenzen gesetzt: So bieten beispielsweise Gastronomen in ihren
Restaurants spezielle Geschmackstage-Menüs an und Köche laden zu
Kochkursen mit heimischen Produkten ein. Erzeuger und Vermarkter
regionaler Lebensmittel, öffnen ihre Türen zum Blick hinter die Kulissen
und Landwirte oder Gärtner bringen Schulklassen und Familien die
Vielfalt heimischer Obst- und Gemüsesorten näher.
Die Anmeldung zur Teilnahme an den Geschmackstagen ist noch bis
zum 15. September 2012 möglich.

Und dabei sein lohnt sich: Neben der Möglichkeit, die eigene
Veranstaltung oder auch den eigenen Betrieb einer breiten Öffentlichkeit
zu präsentieren, werden die besten Aktionen der diesjährigen
Geschmackstage mit tollen Preisen ausgezeichnet. Zu gewinnen gibt es
u.a. einen Kochworkshop bei einem bekannten Sternekoch sowie Karten
für eine Kochshow mit Johann Lafer für zwei Personen inklusive Anreise
und einer Übernachtung. Außerdem erhalten ausgewählte Teilnehmer
PRESSEMITTEILUNG
die Möglichkeit, ihre Aktion der Geschmackstage 2012 auf der
Internationalen Grünen Woche 2013 in Berlin einem großen Publikum
vorzustellen.
Teilnehmer können sich jederzeit und unkompliziert unter
www.geschmackstage.de anmelden und in der Rubrik Teilnahme-Ideen
weitere Vorschläge für mögliche Aktionen einsehen.
Die Auftaktveranstaltung für die Presse wird am 26. September 2012 in
Hamburg stattfinden – Details zu diesem Event folgen in Kürze.

Weitere
Informationen zu den Geschmackstagen gibt es im Internet unter
www.geschmackstage.de und auf der Facebook-Seite unter
www.facebook.com/Geschmackstage

Gourmet-Casting: Spitzenkoch sucht Spitzenbauer

Die erst kürzlich mit einer gemeinsamen Plattform an die Öffentlichkeit gegangenen Düsseldorfer Spitzenköche gehen ungewöhnliche Wege bei der Lieferantenwahl und starten ein Gourmet-Casting der Extraklasse. Bauern und Landwirte der Region sind aufgerufen, sich mit ihren Spitzenprodukten in verschiedenen Kategorien (Fleisch, Geflügel, Obst, Gemüse etc.) für das Casting zu bewerben und sich der Köche-Jury zu präsentieren. Den Siegern winkt ein Lieferantenvertrag mit den besten Düsseldorfer Köchen.

“Das Beste bleibt hier”, so umschreibt Spitzenköche-Initiator Axel Schult die Aktion . “Wir suchen Spitzenqualität aus der Region für die Region.” Produkte, die in der Region hergestellt werden, sind ausgesprochen frisch und sehr oft auch nach alter Tradition hergestellt. Sie garantieren vollen Geschmack, Vielfalt und natürlichen Genuss – und: “Sie genügen damit den hohen Anforderungen der Spitzenköche, die sich der Verarbeitung bester und frischester Qualitätsprodukte verschrieben haben”, sagt Schult. Gesucht seien unter dem Motto “Das Gute liegt so nahe!” die besten landwirtschaftlichen Produkte der Region.

Mitmachen darf jeder Bauer, Landwirt oder Erzeuger, dessen Betrieb sich im Düsseldorfer Umland (bis zu 100 km) befindet. Gesucht werden Spitzenprodukte in 11 Kategorien – jeder der heute 11 Spitzenköche übernimmt das Casting und die Bewertung in einer gesuchten Kategorie. Bei Rind-, Lamm-, Schweinefleisch, Geflügel, Kartoffeln, Gemüse, Milch, Käse, Obst, Kräutern und Fisch sind Kompetenz und landwirtschaftliches Können gefragt. Gekürt werden die Sieger zum diesjährigen Erntedankfest am 07. Oktober. Neben (PR-)Ruhm und Ehre dürfen sich die Spitzenbauern über eine Lieferantenbeziehung mit den besten Köchen der Region und die Auszeichnung als “Offizieller Lieferant” freuen. Und in den 11 Spitzenküchen steht zur Feier des ersten Gourmet-Castings ein kreatives Menü mit den jeweiligen Siegerprodukten auf der Karte – für ganz bodenständige 45 Euro. “Nachhaltigkeit und lokale Frische stehen nicht nur bei den Spitzenköchen hoch im Kurs, sondern auch bei den Düsseldorfer Fans der Spitzenküche”, ist Jens Schnückel, neben Axel Schult Geschäftsführer der What´s cooking?, die für die Aktion verantwortlich zeichnet, überzeugt. “Nähe schafft Vertrauen. Was liegt da näher, als selbst aktiv zu werden und sich um entsprechende Bauern bzw. Lieferanten mit besten Qualitätsprodukten aus der Region zu kümmern?”

Bauern, Landwirte und Erzeuger aus der Region (im Umkreis von 100 km) können sich noch bis zum 31.08.2012 direkt auf der Homepage der Spitzenköche ( www.duesseldorfer-spitzenkoeche.de ) bewerben.

Die Online-Community düsseldorfer-spitzenköche.de wurde 2012 als neue Düsseldorfer Institution ins Leben gerufen. Ziel ist es, den vielen nationalen und internationalen Fans der Spitzenküche eine Internet-Plattform für die Metropolenregion Düsseldorf zu bieten. Die Spitzenköche profitieren – frei nach dem Motto “Gemeinsam bin ich stärker” – durch Werbung und PR von einem zeitgemäßen Image-Upgrade. Finanziert wird das Ganze durch Sponsoren, die ihrerseits mit den Koch-Künstlern bei Veranstaltungen und ihren Kunden punkten können. Vermarktet wird das Portal, das es in Kürze auch in Köln, Berlin und Hamburg geben wird, durch die What´s Cooking UG, Düsseldorf.

www.duesseldorfer-spitzenkoeche.de

Regionales und saisonales Essen immer beliebter

Schmeckt´s Lebensmittel Innovation und Kommunikation führt Landwirte mit Köchen der Region Hamburg zusammen

Unter dem Motto „Koch sucht Bauer“ führt Schmeckt´s zusammen was zusammen gehört. Hamburgs Verbraucher, die Köche, die Politik und Krankenkassen sowie der Handel wünschen sich alle das gleiche: regionale Lebensmittel die auf dem schnellsten und damit frischesten, nachhaltigsten und CO2 ärmsten Weg vom Feld so direkt wie möglich auf den Teller der Verbraucher kommen.

Renomierte Unternehmen aus der Landwirtschaft und bekannte Köche und Gastronomen nehmen bereits an der Aktion „Koch sucht Bauer“ teil. Das Bewusstsein für gute regionale und saisonale Lebensmittel wächst stetig, dabei gehen wir doch nur jahrhundertealten Traditionen nach, die erst durch die Industrialisierung und die damit einhergehende Logistik die Menschheit in die Lage versetzt hat, jederzeit alles von überall herzubekommen. Damit scheint langsam wieder Schluss zu sein, der Trend zu regionalen Lebensmitteln ist nicht mehr aufzuhalten.

Den Impuls sich im eigenen Umland nach geeigneten Lebensmitteln umzuschauen predigen Sternegastronomen schon seit Jahren. Durch die anhaltende Diskussion über verschleierte Bezeichnungen und Zusatznutzen, ständige Skandale in der Lebensmittelindustrie und schlichtweg einem Vertrauensverlust wird der Druck aus der Bevölkerung nun aber von Jahr zu Jahr höher. Regionalen und saisonalen Lebensmitteln stehen die Türen weit offen.

Mit der Aktion Koch sucht Bauer will Schmeckt´s den Prozess beschleunigen. Der Hamburger Bauerngarten, eine Erzeugergemeinschaft aus dem Hamburger Umland ist dafür angetreten, um die Logistik der Landwirte der Region zu bündeln und dem Handel und der Gastronomie nun vereinfacht täglich frische Waren zukommen zu lassen.

Abschließen soll die Aktion die durch PR und WEB getragen wird mit einem großen Event „Koch fand Bauer“ auf dem Hamburger Obst und Gemüse Großmarkt ihren Abschluss finden. Termin für diesen einzigartigen Event mit musikalischer Untermalung und maximalem regionalen Genuss ist Pfingsten 2013.

Horst Heller

Coq d’Or Award an Horst Heller für die Erhaltung des kulinarischen Erbes Europas

Coq d’Or lud nach Auenwald-Mittelbrüden ein
zur Auszeichnung mit dem Coq d’Or Award – an den Streuobstwiesen-Experten und Landschaftspfleger seines Faches.

Dass Horst Heller für den Einsatz für Tradition und Kultur im Bereich der Ernährung im regionalen Umfeld die hohe Auszeichnung von Coq d’Or aus den Händen von Ernst-Ulrich W.Schassberger erhielt, passt bestens.

Coq d’Or, der goldene Hahn, (geschütztes Markenzeichen) wurde Horst Heller verliehen, weil der sich von je her für die Tradition und das Erbe der Herstellung des Apfelsafts aus der Region einsetzt. Naturtrüber Apfelsaft tut mehr für die Gesundheit als klarer. Das legen neue Untersuchungen nahe. Besonders günstig: Saft von Mostäpfeln, so beschrieb es das TEST-Heft vor über drei Jahren. Horst Heller, der Kenner aller Streuobstwiesen in der Region, möchte die Bevölkerung wahrlich sensibilisieren für den guten Geschmack, der heimischen Äpfel und dem aus ihnen resultierenden wertvollen Apfelsaft. Dass die Äpfel der heimischen Streuobstwiesen nicht alle gleich aussehen wie vielleicht diejenigen, die von der EU nur in Marktregalen als zugelassen gelten, ist klar- doch darum gehe es Heller sowie seinen Mitstreitern der regionalen Kleinbauern Rems-Murr Wolfgang Klotz auch gar nicht.

Es gehe einfach um unser aller Gesundheit, wie Heller nicht müde wird, hervorzuheben. Ein Glas (0,2 l) reiner Apfelsaft hat aufgrund seines eigenen Fruchtzuckergehaltes immerhin 110 Kilokalorien. Was den Apfelsaft aus Mostäpfeln so wertvoll macht, sind die Polyphenole, welche die freien Radikale in unserem Organismus unschädlich machen und so vor Krebs und Herzerkrankungen vorbeugen.

Horst Heller und seine Kollegen sorgten dafür, dass die mobile Apfelpresse in Mittelbrüden stand und zahlreiche Streuobstwiesen-Besitzer und Landwirte ihre Äpfel dorthin brachten, möchten das Gesundheitsbewusstsein aber auch die Treue zu regionalen Produkten wecken. „Man tue einfach Gutes“, wie Heller betont, wenn man einen naturtrüben Apfelsaft aus der Region kaufe, davon können Landwirte und Streuobstwiesen-Besitzer ein bisschen hinzuverdienen und außerdem käme das auch der Allgemeinheit zu Gute, wenn Landschaftspflege betrieben würde, denn sie sei wichtig, um Äpfel anbauen zu können. Außerdem sei das Bio-Siegel mehr als ein bloßes Lippenbekenntnis. Es schmecke schlichtweg besser.

Viele Kindergärten des Rems-Murr Kreises wurden nach Auenwald-Mittelbrüden eingeladen um den Apfelsaft zu verkosten und und durften sogar außerdem noch eine ansehbare Menge kostenlos für alle Kindergartenkinder mitnehmen.

www.coqdor.org

Happy Birthday, aid!

Am heutigen 5. Mai 2010 feiert der aid infodienst Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e. V. sein 60-jähriges Bestehen. 60 Jahre sind ein Zeitraum, in dem sich die Landwirtschaft, das Lebensmittelangebot und die Ernährungsgewohnheiten in Deutschland extrem verändert haben.

Am Anfang war der Hunger – die 50er Jahre
Der aid nimmt seine Arbeit auf

Wie sich Hunger anfühlt, das wusste im Jahr 1950 fast jeder – in sechs grausamen Kriegsjahren und einer entbehrungsreichen Nachkriegszeit war es purer Luxus, einmal richtig satt zu sein. Und Lebensmittel waren nach wie vor knapp, trotz großzügiger Lebensmittelimporte der Briten und Amerikaner. Zwar gab es ein Jahr nach Gründung der Bundesrepublik mehr als zwei Millionen Landwirte. Aber es fehlten sowohl die großen Anbauflächen Ostdeutschlands als auch landwirtschaftliche Maschinen und Geräte. Zudem mangelte es an Dünger und Pflanzenschutzmitteln. Um die Bevölkerung mit genügend Lebensmitteln zu versorgen, mussten die Erträge gesteigert werden – und zwar schnell. Den Amerikanern war klar, dass eine schnelle, eigenständige Lebensmittelversorgung der Schlüssel für den demokratischen Neuanfang in Deutschland war. „Produktionssteigerung“ lautete deshalb das Wort der Stunde. Dafür investierten sie 1,7 Milliarden Dollar in den Aufbau der westdeutschen Landwirtschaft. Ein wichtiger Baustein dieses Aufbauprogramms war die Gründung einer neuen Einrichtung, die Landwirten das verloren gegangene Produktions-Know how vermitteln sollte: der AID – Land- und Hauswirtschaftlicher Auswertungs- und Informationsdienst e. V. war geboren. Den ungewöhnlichen Namen verdankt die neue Institution seinen englischsprachigen Geldgebern, denn „aid“ heißt nichts anderes als „Hilfe“.

Mit nur vier Mitarbeitern nahm man am 5. Mai 1950 die Arbeit auf, damals noch in Frankfurt am Main. Durch eine schnell wachsende Mitarbeiterzahl kam man trotz widriger Arbeitsbedingungen schon Ende des ersten Jahres auf 18 Informationsschriften (Gesamtauflage 7,4 Millionen!) und 337 Filmvorführungen mit etwa 25 000 Besuchern. Die wiedergewonnene Kompetenz der Landwirte sorgte gemeinsam mit der finanziellen Aufbauhilfe für einen unerwartet raschen Anstieg des Lebensmittelangebotes. Entscheidenden Anteil daran hatten auch technische Innovationen, wie Kunstdünger, Melkmaschine und die ersten selbstfahrenden Mähdrescher. Die Bevölkerung genoss die lange vermissten paradiesischen Versorgungsverhältnisse. Man aß fett, süß und reichlich – üppige Mahlzeiten galten als Statussymbol, genauso wie ein Wohlstandsbauch. Doch der kulinarische Nachholbedarf zeigte schnell seine Wirkung. Schon Ende der 50er Jahre beklagten Ärzte einen Anstieg ernährungsbedingter Krankheiten, wie Bluthochdruck und Diabetes. Ein Trend, an dem sich in den nächsten 50 Jahren wenig ändern sollte …

Gourmet Report wird in dne nächsten Wochen einige Berichte über den AID bringen.

Liebe Kollegen, alles Gute zum 60.!
Wir wünschen viele weitere spannende Jahre!

Grossbritannien: Alles Bio

Grossbritannien: Alles Bio – gesundes Essen als Urlaubsziel

Bio, ein altes Vorurteil hat ausgedient. Nicht nur für Biofans rüstet sich die südenglische Region The New Forest, das größte zusammenhängende Heide- und Waldgebiet der britischen Insel und avanciert als touristisches Vorzeigeprojekt in Punkto Gesundheit,Eigenanbau, und Nachhaltigkeit

Landwirte schätzen es, anspruchsvolle Urlauber bietet es: Ein Höhepunkt ist die „New Forest and Hampshire Country Show“, die dieses Jahr vom 27. bis 29. Juli stattfindet. Sie zählt zu den zehn wichtigen Messen für landwirtschaftliche Naturprodukte in Großbritannien. Ein Spaß für die ganze Familie, die hier nicht nur frische Erzeugnisse verköstigen, sondern auch die vielen Pferdeshows bewundern können.

Auf vielen Wochenmärkten, wie in der idyllischen Hafenstadt Lymington werden neben lokale Delikatessen auch Handwerksarbeiten und Antiquitäten angeboten. Weitere lohnenswerte Wochenmärkte befinden sich in den Städtchen Lyndhurst und Beaulieu. In der Nähe von Brockenhurst liegt das Weingut Setley Ridge. Hier wird Wein angebaut und auch gekeltert. Täglich finden hier Weindegustationen statt.

Alles Selbstgemacht:
Viele kleine Geschäfte offerieren selbstgemachte Marmeladen, Chutneys, Relishes, eingemachte Gurken und Rapsöl, die sich als originelles Geschenk für Freunde und Verwandte in der Heimat eignen. Aus der Region kommen auch zwei preisgekrönte Käsesorten, der Lyburn Winchester und der Loosehanger, Blauschimmelkäse aus Ziegenmilch. Die Schweinefleischerzeugnisse aus der Region The New Forest, gelten als eine Delikatesse, da sich die Tiere im Herbst von Eicheln ernähren und diese Nahrung einen besonderen Fleischgeschmack hervorbringt.

Landwirte der gesamten Region ergreifen die Eigeninitiative, ihre frischen Naturerzeugnisse als Markenprodukt bekannter zu machen. Strenge Kriterien, wie artgerechte Tierhaltung und natürliche Herstellungsverfahren sind von allen Mitgliedern einzuhalten. Eine lückenlose Rückverfolgung von Obst, Gemüse, Fleisch und Käse vom Erzeuger bis zum Verbraucher ist hier gewährleistet. Ziel ist es, allen Besuchern frische Produkte zu marktgerechten Preisen anzubieten.

Beim Kauf sollte man auf das blaue Eichenblatt-Symbol achten, The New Forest Marque, es garantiert, dass die Produkte aus dem New Forest stammen und hergestellt worden sind. Hiermit werden die örtlichen Gemeinden und die Umwelt unterstützt.

Natur pur und Traumlandschaften, gepaart mit langjähriger Tradition, lassen The New Forest als neue Gourmetdestination entstehen. Viele feine Restaurants und Gasthäuser verwenden nur lokale und selbstangebaute Produkte für regionale Gerichte und tragen dazu bei, dass sich die Region zu einem kulinarischen Erlebnis entwickelt.

Direktflüge ab/von Frankfurt am Main, Düsseldorf und Hannover nach Southampton/The New Forest mit der britischen Fluggesellschaft flybe.

Gen-Pflanzen in Europa auf dem Rückzug

Gentechnik-Lobby bauscht Anbaustatistik auf
Greenpeace: Gen-Pflanzen in Europa auf dem Rückzug

Greenpeace beanstandet den heute von der Gentechnik-Organisation ISAAA vorgelegten Jahresbericht 2009 zum Anbau der Agro-Gentechnik als irreführend. Nach Angaben des International Service for the Acquisition of Agri-biotech Application (ISAAA) dehnte sich die Grüne Gentechnik im Jahr 2009 weltweit aus. Nach Einschätzung von Greenpeace stagnieren jedoch Entwicklung und Anbau von Gen-Pflanzen seit ihrer Einführung vor 14 Jahren. Die Anbaufläche für Gen-Mais in der Europäischen Union ist im vergangenen Jahr sogar um rund 10 Prozent zurückgegangen. Die ISAAA wird unter anderen von den Agrar-Konzernen Bayer, Monsanto, Syngenta, Pioneer und Dupont finanziert.

„In jedem Jahresbericht behauptet die ISAAA, Gen-Pflanzen würden weltweit boomen“, sagt Landwirtschaftsexperte Martin Hofstetter von Greenpeace. „Doch trotz massivster Bemühungen der Gentechnik-Industrie sind weltweit über 90 Prozent der Ackerflächen gentechnikfrei, 99 Prozent aller Bauern arbeiten ohne Gentechnik. Von einer florierenden Grünen Gentechnik kann nicht die Rede sein.“

85 Prozent der Gen-Pflanzen werden in nur vier Ländern angebaut

Die meisten Gen-Äcker liegen in nur vier Ländern, den USA, Argentinien, Brasilien und Kanada. Lediglich in Brasilien gibt es einen nennenswerten Zuwachs an Gen-Pflanzen. Nach jüngsten Zahlen des EU-Parlamentes haben europäische Landwirte im Jahr 2009 11 Prozent weniger Gen-Pflanzen angebaut als im Vorjahr. Deutschland und Luxemburg hatten 2009 den Gen-Mais-Anbau wegen ökologischer Risiken verboten.

In Spanien, Tschechien, der Slowakei und Rumänien ist der Anbau auf dem Rückzug, da höhere Saatgut-Preise, ein unsicherer Absatz der Ernte und Probleme bei der Trennung von konventionellen Pflanzen und Gen-Pflanzen den Anbau unattraktiv machen. Auch in Ländern außerhalb Europas werden Anbauverbote ausgesprochen. In Indien wurde gerade erst der Anbau von genmanipulierten Auberginen gestoppt.

Agro-Gentechnik bringt keine Vorteile für den Verbraucher

„Im Gegensatz zu den Behauptungen der Industrie scheitert der Anbau von Gen-Pflanzen in immer mehr Ländern“, sagt Hofstetter. „Es sind fast ausschließlich von den Agrarkonzernen geköderte Großbetriebe, die Gen-Pflanzen für ihre Monokulturen bevorzugen. Umweltrisiken werden bei diesen Deals billigend in Kauf genommen.“

Im Widerspruch zum Jahresbericht des ISAAA steht auch, dass Landwirte bis heute keine höheren Erträge mit Gen-Pflanzen erzielen können. Untersuchungen zeigen stattdessen, dass Anwender immer stärkere Pestizide auf Gen-Äckern einsetzen. Auch Vorteile für Verbraucher sind bis heute nicht sichtbar. Der globale Anbau und Vertrieb von Gen-Pflanzen beeinflusst zunehmend eine gentechnikfreie Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung. So wurden 2009 in Deutschland Brötchen, Müsli und Backmischungen durch illegal aus Kanada importierte Gen-Leinsaaten kontaminiert.

DLG zeichnet drei Milcherzeuger aus Steinfurt

DLG zeichnet drei Milcherzeuger aus Steinfurt (Nordrhein-Westfalen) mit dem Band der Milch-Elite aus

Über Jahre ununterbrochen Qualitätsmilch erzeugt

Die DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) hat drei Milchviehbetriebe aus Steinfurt (Nordrhein-Westfalen) für die langjährige Erzeugung von Qualitätsmilch ausgezeichnet. Karl und Barbara Tiemann-Specker erhielten das Weiße Band der Milch-Elite für fünf Jahre hervorragende Milchqualität. Die Betriebe Christiane Göckenjan und Hans-Heiner Flohr wurden für zehn Jahre ununterbrochene Qualitätsmilcherzeugung mit dem Bronzenen Band der Milch-Elite geehrt. Die Urkunden wurden in der letzten Woche von Dr. Dirk Quest, Geschäftsführer des DLG-Testzentrums Technik und Betriebsmittel, im Beisein von Staatssekretär Dr. Alexander Schink vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Gerhard Haumann, Leiter des Landwirtschaftszentrums Haus Düsse und Franz-Josef Graskemper, Kreislandwirt des Landkreises Soest im Rahmen der Düsser Milchviehtage überreicht. Die drei Betriebe dürfen sich mit Recht zur Qualitätselite unter den Milchlieferanten zählen. Sie verstehen es in hervorragender Weise seit vielen Jahren, sowohl hochleistende Kühe bedarfsgerecht zu füttern, tiergerecht zu halten und Euter schonend zu melken, als auch das sensible Lebensmittel Milch unter guten hygienischen Bedingungen zu ermelken und zu lagern.

Die DLG vergibt für die langjährige Erzeugung von Spitzenqualitäten besondere Auszeichnungen. Mit dem „Großen Preis der Milch-Erzeuger“ der DLG werden Landwirte ausgezeichnet, die bei der Milcherzeugung hervorragende Leistungen erbracht haben. Nur Landwirte mit den besten Milchqualitäten erhalten diese renommierte Auszeichnung. Langjährige Spitzenqualität in der Milcherzeugung wird mit dem „Band der Milch-Elite“ belohnt. Das „Weiße Band“ erhalten Landwirte, die fünf Jahre in Folge den „Großen Preis der Milch-Erzeuger“ erhalten haben. Das „Bronzene Band“ zeichnet beste Milch-Qualität über zehn Jahre, das „Silberne Band“ über 15 Jahre aus. Das „Goldene Band der Milch-Elite“ erhalten Landwirte, die seit mindestens 20 Jahren ihre Spitzen-Qualität in der Milcherzeugung beweisen. Die Auszeichnungen können sowohl durch Molkereien als auch von einzelnen Landwirten beantragt werden. Die dafür notwendigen Informationen sind im Internet unter www.dlg.org/Milcherzeuger.html zu finden. Auskünfte können aber auch bei der DLG eingeholt werden. Ansprechpartner ist Axel Hufnagl, Tel. 069/24788-353 oder E-mail: a.hufnagl@DLG.org .