Kohlrabi – Auch die Blätter schmecken

Kohlrabi gilt als typisch deutsches Gemüse. In keiner
Nation wird es häufiger zubereitet. Viele Länder wie
Großbritannien, Japan und Russland haben daher die deutsche
Bezeichnung „Kohlrabi“ übernommen.

Die knackigen Knollen haben ein leicht süßliches bis nussiges Aroma
und schmecken roh im Salat und als Snack zwischendurch. In Scheiben
gekocht und mit einer leichten Soße sind sie eine leckere Beilage zu
Fleisch oder Fisch. Wer kleine Exemplare im Ganzen gart und erst dann
die Schale abzieht, reduziert den Nährstoffverlust.

Wurzelansatz und Blattstiele werden entfernt. Bei jungen Pflanzen,
die jetzt im Frühling erhältlich sind, müssen die Knollen nur dünn
geschält werden. Sommer- und Herbstexemplare haben meist mehr holzige
Stellen.

Die zarten Herzblätter sind zum Wegwerfen viel zu schade. Fein
gehackt sorgen sie für mehr Würze im Gemüse, in Suppen und Salaten.
Sie lassen sich aber auch ähnlich wie Spinat zubereiten und mit einem
Schuss Zitronensaft verfeinern.

Kohlrabi gehört zur Familie der Kreuzblütler und ist ein
Abkömmling der Kohlfamilie. Schon die Römer schätzten sein Aroma.
In Deutschland wird das Gemüse erst seit dem 16. Jahrhundert
kultiviert. Die Knolle entsteht durch eine oberirdische Verdickung des
Pflanzenstiels und kann grünlich-weiß über rötlich bis
dunkelviolett gefärbt sein. Kohlrabi ist kalorienarm und hat einen
hohen Wassergehalt. Wertvolle Inhaltsstoffe sind unter anderem
Senföle, Vitamin C und K, Folsäure sowie die Mineralstoffe Kalium,
Kalzium und Magnesium. Noch nährstoffreicher sind die Blätter der
gesunden Knolle.

Auch wenn Kohlrabi ganzjährig im Handel erhältlich ist, gilt es als
klassisches Frühlingsgemüse. Die ersten heimischen Knollen sind
besonders zart und saftig, wobei frische Ware am kräftig grünen Laub
zu erkennen ist. Im Gemüsefach ist Kohlrabi, in ein feuchtes Tuch
eingewickelt und von den Blättern befreit, bis zu zwei Wochen
haltbar.

Heike Kreutz, www.aid.de

Till Bühlmann

von Bernhard Steinmann

Die zuletzt von mir aufgesuchten Restaurants weisen eine interessante Gemeinsamkeit auf. Alle wurden im November 2015 vom Hotel– und Restaurantführer eines bekannten französischen Reifenherstellers ausgezeichnet und damit einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt. Mit der Auszeichnung durch einen oder mehrere Sterne des Guide Michelin scheint ein weit sichtbares Licht über den Restaurants aufzuleuchten, welches den Schritt umherziehender Gourmets in diese Richtung lenkt. Die „Sterndeuter“ der Neuzeit suchen jedoch keinen gerade geborenen König, sondern schlicht Geschmackserlebnisse. Ihre mitgebrachten Gaben sind Kameras, Papier und Bleistift. Doch zum Leidwesen so mancher Küchenchefs, kommen die neuen Sterndeuter nicht in erster Linie zur Huldigung sondern zur kritischen Betrachtung und Begutachtung.

Heutiges Ziel unserer Sternensuche ist das Restaurant Richard in der Köpenicker Straße in Berlin-Kreuzberg. Der Bezirk, von Boulevardmagazinen gerne als Szeneviertel bezeichnet, ist für seine langen Nächte mit einem lebendigen Kulturleben bekannt.

Der Schweizer Hans Richard eröffnete im Herbst 2012 sein eigenes Restaurant, nachdem er zunächst Malerei an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel studiert hatte. Parallel dazu entwickelte er ein leidenschaftliches Interesse für das Kochen.
Die operative Leitung der Küche obliegt allerdings dem Schweizer Till Bühlmann. Er bringt, so ist auf der Homepage des Restaurants nachzulesen, langjährige Erfahrung aus dem In- und Ausland mit. Zur Motivation haben sich die Herren als Vorbild den wohl hellsten Stern am Sternenhimmel auserkoren: Alain Ducasse.

Die Perfektion eines Alain Ducasse im Hinterkopf behaltend, werden wir Till Bühlmann dennoch nicht zu streng am Vorbild messen.

Ein Auszug aus dem Menü:

Amuse-Gueule:
Püree von Roter Bete und eine Nocke von Auberginen und Senfsaat.
Feines Auberginenaroma wird mit einem Hauch von Schärfe begleitet.
Vichyssoise mit Sylter Royal Auster und verkohltem Lauch,
Lardo di Colonnata und Zitronen-Oliven-Marmelade.
Colonnata in der Toscana ist zunächst einmal für den Abbau von Marmor bekannt. Kein Geringerer als Michelangelo soll hier für seinen „David“ den weißen „marmo statuario“ aus dem Fels gewonnen haben.

Ebenso bekannt ist der Ort für seinen fetten Speck. Dieser wird überwiegend mit Rosmarin, Lorbeer und Pfeffer eingerieben und in Marmorbecken aufgeschichtet.
Speck und die kalte gebundene Gemüsesuppe als Rahmen für die gehobelte Auster ist als äußerst gelungener Einfall anzuerkennen. Die nussige und feinherbe Sylter Royal auf diese Art zu präsentieren, hat uns sehr imponiert.
Fein abgestimmte Säurenoten adeln das cremige Gericht.

Gebratene Entenleber mit rohen Champignons,
Brioche und Madeira-Jus.

Der aufgespritete Wein gibt der dunklen Bratensauce den entscheidenden Kick. Die Entenleber ist wunderbar cremig, schmelzig und von vortrefflichem Geschmack.
Die französische Backspezialität Brioche, ein geborener Begleiter für Entenleber, kommt hier in Form von Croutons auf den Teller.

Mieral-Perlhuhnbrust mit Sauce Albufera und Kohlrabi mit Senfsaat.

Jean-Claude Mieral, allein der Name scheint das Geflügel zu veredeln. Frei gehalten mit natürlicher Fütterung begeistert das saftige Fleisch.
Schwarze Kartoffel, Kohlrabi mit Senfsaat und die Abwandlung einer Sauce Veloutés, eine Sauce Albufera, stellen sich als perfekte Begleiter des edlen Geflügels heraus.

Den vollständigen und bebilderten Bericht gibt es wie immer auf
www.bsteinmann-gourmet-unterwegs.de

Melde

In Mitteleuropa sind die Vertreter der Gattung Melde heute vor allem als Unkraut und zähe Bewohner von Schuttplätzen und Baustellen bekannt. Dass ihre unscheinbaren, an der Unterseite fein behaarten Blätter nach jungem Kohlrabi, jungen Erbsen und jungem Spinat schmecken, wissen allenfalls Fans der Wildkräuterküche. Sie schauen über den Tellerrand und kochen nach, was in anderen Ländern ganz selbstverständlich auf dem Speiseplan steht: In Amerika kommen die Blätter des schnellwüchsigen Krautes bevorzugt als Kochgemüse in den Topf. In Indien und dem Westhimalaya wiederum werden die Samen zu Mehl verarbeitet, zu Grütze gekocht oder zu Sprossen gekeimt.

Die Blätter können geerntet werden, bis die ersten Samen reifen. Wenn man bei der Ernte immer ein bis zwei Blattpaare stehen lässt, treibt die Pflanze aus den Laubachsen rasch nach und produziert laufend Nachschub. Sie schmecken roh in Salat, Kräuterbutter oder -quark, können aber auch kurz gedämpft oder gedünstet und dann als Spinat-Ersatz verwendet werden. Da Melde wenige Bitterstoffe enthält, schmeckt sie deutlich milder als echter Spinat und kommt daher auch bei Kindern gut an. Wem das Wildgemüse alleine zu fade ist, der kann es mit Sauerampfer aufpeppen. Als Gemüsebeilage passt gegarte Melde hervorragend zu Fisch. Sie macht sich aber auch gut als Füllung in Ravioli, Maultauschen oder Gemüsestrudel.

Zur Gattung Melde gehören zahlreiche Arten, die einander großteils ähneln. Mit einer Ausnahme: Die Magenta-Melde, auch Baumspinat genannt, wird bis zu zwei Meter hoch. Ihre jungen Blätter schillern in faszinierendem Rot und sind auf dem Teller und im Garten gleichermaßen ein Blickfang.

Auch im Blick auf ihre Inhaltsstoffe muss sich die Melde durchaus nicht verbergen. „Sie enthält dieselben wertvollen Inhaltsstoffe wie Spinat – nur in höherer Menge“, informiert Harald Seitz, Ernährungswissenschaftler beim aid infodienst. Allerdings steckt, ähnlich wie bei Spinat, auch Oxalsäure in den Blättern. „Im Übermaß sollten sie also nicht genossen werden.“ Das gilt nicht nur für die Blätter, sondern auch für die Samen. Sie enthalten Saponine. Diese sekundären Pflanzenstoffe regen die Verdauung an und können bei empfindlichen Personen abführend wirken.
Eva Neumann, www.aid.de

Knollenziest

Die Japanische Kartoffel für die Küche entdecken

Jetzt ist der Knollenziest reif. Die Japanische Kartoffel ist eine Delikatesse, die immer mehr Liebhaber findet. Das Wintergemüse mit dem leichten Nussaroma kann ähnlich wie Kohlrabi zubereitet werden. Ein Genuss ist Feldsalat mit den lauwarmen Knollen, Schalotten und einer Olivenölvinaigrette. Das perlmuttweiße Feingemüse schmeckt als Fleischbeilage und in einer Gemüsepfanne mit Möhren und Kartoffeln. Das Aroma kommt besonders gut zur Geltung, wenn man die Knolle leicht in Butter anbrät und mit einem Schuss Sahne verfeinert. Gewürze wie Basilikum, Petersilie, Thymian und Muskat geben ihm eine besondere Note.

Ursprünglich kommt der Knollenziest ( Stachys affinis ) aus dem chinesischen Hochland. Von dort hat er sich nach Indien und vor allem nach Japan verbreitet. Daher wird er auch „Japanische Kartoffel“ genannt. In Frankreich wurde das Gemüse erstmals in dem Dorf „Crosne“ bei Paris Ende des 19. Jahrhunderts angebaut. Die Staude bildet unterirdische Ausläufer, die sich an der Spitze perlschnurartig verdicken.

Knollenziest wird nur selten im Handel angeboten. Feinschmecker können die „Crosnes du Japon“ aber problemlos im eigenen Garten anpflanzen. Die Knollen sind im Fachhandel erhältlich und werden im März und April gepflanzt. Geerntet wird von Ende Oktober bis Januar: Man hebt die gesamte Staude vorsichtig mit einer Grabgabel aus dem Boden und sammelt die Knöllchen ab. Sie sind winterhart und können daher den gesamten Winter frisch aus dem Garten geerntet werden – pro Pflanze stattliche 80 Knollen. Vor dem Kochen müssen die Knollen mit einer Bürste gründlich gesäubert werden – ein Aufwand, der sich lohnt. Schälen ist nicht notwendig.
Heike Kreutz, www.aid.de

Weitere Informationen:
www.was-wir-essen.de/hobbygaertner/wiederentdeckte_gemuesearten_knollenziest.php

aid-Heft „Von Apfel bis Zucchini – Das Jahr im Garten“ –
Bestell-Nr. 1559, Preis: 5,00 Euro –
www.aid-medienshop.de –
http://www.aid.de/shop/shop_detail.php?bestellnr=1559

Muskatnuss

Würzig, scharf, leicht bitter und stark aromatisch – so schmeckt die Muskatnuss. Das exotische Küchengewürz verfeinert helle Suppen und Soßen, Eintöpfe und Gemüse wie Spinat, Kohlrabi, Lauch und Blumenkohl. Eine Prise Muskat gibt auch Kartoffelpüree, Pasta und Quiche, Fisch, Wild und Lamm eine besondere Note und macht das Käsefondue noch pikanter. Das herbe Aroma harmoniert selbst zu süßen Speisen wie Kleingebäck, Obstsalat, Pflaumenkompott, Pfannkuchen und Eis. In der kalten Jahreszeit wärmen Früchtepunsch und Kakao, gewürzt mit feuriger Muskatnuss, von innen.

Ursprünglich ist der Muskatnussbaum in Indonesien beheimatet, wird aber inzwischen weltweit in tropischen Gebieten angebaut. Der immergrüne Baum kann bis zu 20 Meter hoch werden, in Plantagen erreicht er aber meist nur eine Höhe von fünf bis sechs Metern. In der aprikosenartigen Frucht befindet sich ein rundlicher Samen, der von einem rötlichen, fleischigen Samenmantel umgeben ist. Ist die Frucht reif, springt sie auf und gibt den Samen frei. Der Samenmantel wird getrocknet und als „Muskatblüte“ (Macis) verkauft. Als „Muskatnuss“ werden die bräunlichen Kerne mit netzartiger Oberfläche bezeichnet, die im Querschnitt typisch marmoriert sind. Die Muskatblüte hat ein feineres Aroma als die Muskatnuss, ist in deutschen Küchen aber weniger verbreitet. Das Gewürz ist zum Beispiel ein traditioneller Bestandteil des Rezepts für die Münchner Weißwurst.

Vermutlich haben arabische Händler die Muskatnuss nach Europa gebracht. Im Mittelalter war sie als Heilpflanze sehr geschätzt. Bei regelmäßigem Verzehr soll Muskatnuss beispielsweise das Verdauungssystem stärken, antibakteriell wirken, die geistige Leistungsfähigkeit unterstützen und die Nerven beruhigen. Auch heute noch ist ein Glas heiße Milch mit Muskat ein gutes Hausmittel gegen leichte Einschlafprobleme.

Da das Aroma sehr intensiv ist, sollte das Gewürz sparsam verwendet werden. Die beste Wahl sind ganze Nüsse, die erst kurz vor dem Verzehr gerieben und zum Ende der Garzeit hinzugegeben werden. Denn das Aroma geht bereits nach kurzer Zeit verloren. Luftdicht, kühl und dunkel gelagert sind Muskatnüsse zwei bis drei Jahre haltbar.
Heike Kreutz, www.aid.de

Muskatnuss entfaltet das beste Aroma mit den Gewürzschneidern ProCuTe von Chroma Cnife .

Deutschland liebt die Superknolle!

Moderne Obst‐ und Gemüsetheken bieten eine breite Auswahl heimischer und exotischer Gewächse an, doch welche Gemüsesorten kommen bei den Deutschen wirklich am liebsten auf den Tisch? Der Online‐Marktplatz für Gastronomiebedarf Lusini.de hat die beliebtesten 15 Gemüse in einer anschaulichen Infografik zusammengefasst. Die bestätigt so manches Vorurteil, birgt aber auch einige Überraschungen.

Wir Deutschen essen fast täglich Würstchen und Kraut? Zumindest sehen uns die Stereotype dies‐ und jenseits des Atlantiks gerne in dieser kulinarischen Einöde. Doch ein Blick auf die Grafik zeigt – alles Blödsinn! Weißkohl rangiert mit 7 Kilogramm pro Kopf und Jahr auf Platz sieben und damit nur im besseren Mittelfeld. Unangefochtener Spitzenreiter der Statistik ist – wie könnte es auch anders sein – das Lieblingsgemüse des „Alten Fritz“, die Kartoffel. Auch heute, fast 250 Jahre nach der Kartoffelanbau‐Offensive des Preußenkönigs, vertilgen die Deutschen über ein Kilogramm Kartoffeln pro Woche oder 57 Kilo im Jahr.

Zu verdanken ist das nicht zuletzt der Wandlungsfähigkeit der braunen Knolle, die in den verschiedensten Formen, etwa als Bratkartoffel, Kartoffelpuffer, Püree, Pommes Frites, Suppe, Krokette oder Knödel, auf dem Teller landet.

Kinder dürfen sich dagegen in ihren Vorurteilen bestätigt fühlen. Das „Bääh“‐Gemüse der jungen Generation, der Spinat, hat es mit lediglich einem verzehrten Kilo pro Nase und Jahr gerade noch auf den letzten Platz der Hitliste geschafft. Dabei ist der Spinat gesund, Dank seiner vielen Vitamine und Spurenelemente. Platz zwei und drei belegen übrigens die Tomate (25 kg pro Kopf und Jahr) und die Karotte (8 kg). Erstaunen mag die Platzierung der Roten Beete, die sich noch vor Zwiebel und Gurke auf Rang vier schiebt. In der zweiten Hälfte des Feldes finden sich dann auch die Erbse, Paprika, der Kopfsalat und der Kohlrabi, gefolgt von Porree, Champignon und Spargel.

Eines haben die Top 15 der deutschen Gemüse‐Charts vom ersten bis zum letzten Platz aber gemeinsam: Ihr Fett‐ und Kalorienanteil ist phänomenal niedrig und außerdem enthalten sie jede Menge wertvolle Vitamine. Aber noch gesünder als Gemüsestatistiken zu lesen ist nach wie vor… selber essen!
Außer dem Pro‐Kopf‐Verbrauch enthält die Infografik Angaben zu Nährstoff‐, Vitamin‐ und Kaloriengehalt. Ein wertvoller Helfer bei der Lebensmittelzubereitung, den es unter www.lusini.de im Bereich „Ratgeber“ zum kostenlosen Download gibt.

Kohlrabi

Frühlingszeit ist Kohlrabizeit. Die enthaltenen Senföle verleihen dem typisch deutschen Gemüse eine leicht süßliche bis nussige Note. Der Kohlrabi gehört zur Familie der Kreuzblütler. Die Knolle entsteht durch eine Verdickung der Sprossachse. Sie kann grünlich-weiß über rötlich bis dunkelviolett gefärbt sein, wobei die grünlichen Exemplare ein besonders zartes Fruchtfleisch haben.

In der Küche findet der Kohlrabi vielseitige Verwendung. Er schmeckt hervorragend als Rohkost mit Joghurtdipp, im Salat und gegart als Beilage zu vielen Gerichten. auch passt das feine Aroma zum Beispiel hervorragend zu Fisch. Auch in der Suppe und im Eintopf, überbacken oder gefüllt mit Hackfleisch ist das würzige Gemüse ein Genuss. Was viele nicht wissen: Die zarten Herzblätter können mitverzehrt werden. Sie verfeinern Suppen und Salate, lassen sich aber auch ähnlich wie Spinat zubereiten, mit einem Schuss Zitronensaft.

Große Kohlrabiblätter können auch für Rouladen verwendet werden. Vor dem Essen sollten Hobbyköche den Wurzelansatz und die Blattstiele entfernen. Anschließend wird die Knolle dünn geschält, holzige Stellen weggeschnitten, eventuell noch einmal gewaschen und in Stücke geschnitten. Kleine Knollen können im Ganzen gegart werden, um den Nährstoffverlust gering zu halten.

Achten Sie beim Einkauf auf Qualität. Die beste Wahl sind frische Knollen mit kräftig grünem Laub, die nicht verholzt sind. Kleinere Exemplare sind besonders zart und bekömmlich. Im Gemüsefach bleibt Kohlrabi, in ein feuchtes Tuch eingewickelt und von den Blättern befreit, bis zu zwei Wochen frisch.
Heike Kreutz, www.aid.de

Kochen mit Martina und Moritz

Frühlingsleichte Küche
Er bringt endlich wieder jede Menge junger Kräuter und zarte Gemüse. Die WDR-Fernsehköche Martina und Moritz schwelgen in frühleichten Genüssen. Sie servieren eine leuchtend grüne Cremesuppe aus Radieschenblättern. Die Radieschen selbst richten sie auf einem Carpaccio von Kohlrabi an, dazu sahnigen Kartoffelkäse mit viel Schnittlauch. Zum würzigen, saftigen und krossen Kalbsbraten gibt es knoblauchduftende Bärlauchspätzle. Und als Dessert eine federleichte Quarkmousse.

Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhofer arbeiten mit Chroma type 301 Messer und ProCuTe Gewürzschneider

WDR Fernsehen, Samstag, 24. März 2012, 17.20 – 17.50 Uhr

Rosenkohl

Die kleinen Köpfchen mit dem fein-herben Aroma

Jetzt können Feinschmecker frischen Rosenkohl genießen. Die Röschen haben einen fein-herben bis leicht nussigen Geschmack und lassen sich in der Küche vielseitig zubereiten. Gedünstet und in Butter geschwenkt eignet sich das Kohlgemüse hervorragend als Beilage zu Wild und Geflügel. Rosenkohl schmeckt aber auch in einer herzhaften Quiche, im Auflauf oder Gratin und lässt sich gut mit anderen Gemüsesorten wie Möhren, Kohlrabi, Bohnen und Esskastanien kombinieren. Ein Genuss ist eine Rosenkohlrahmsuppe, die mit einem Schuss Weißwein und Pumpernickel verfeinert wird.

Da die Röschen leicht zerfallen, sollten sie nicht zu lange gegart werden. Je nach Größe ist eine Kochzeit von acht bis zwölf Minuten ausreichend. Das Kohlaroma wird abgemildert, wenn man eine Prise Zucker oder etwas Brühe in das Kochwasser gibt. Rosenkohl wird auch Brüsseler Kohl genannt, da die Bauern das Gemüse erstmals im 19. Jahrhundert in der Nähe von Brüssel angebaut haben. Die kleinen Röschen werden als Knospen in den Blattachsen der Rosenkohlstrünke gebildet.

Achten Sie beim Einkauf auf Frische und Qualität. Die walnussgroßen Köpfchen sollten fest und matt, die Blätter müssen geschlossen sein. Frischer Rosenkohl kann im Gemüsefach des Kühlschranks einige Tage aufbewahrt werden.
Heike Kreutz, www.aid.de

Kohl – besser als sein Ruf

Kohlgemüse bietet nicht nur Abwechslung, sondern ist auch vitamin-, mineralien- und ballaststoffreich. „Der junge und zarte Sommerkohl ist zudem gut bekömmlich, insbesondere Chinakohl,“ erklärt Hans-Jörg Friedrich vom Pfalzmarkt in Mutterstadt. „Die Kohlgerichte werden verdaulicher, wenn sie zusätzlich mit Fenchel, Thymian oder Kümmel gewürzt werden. Dies ist meist nur bei den robusteren Wintervarietäten notwendig.“ Sie verfügen zudem über dickere Blätter, sind relativ fest geschichtet sind und man sagt ihnen nach, dass sie „kochen müssen, bis die Schwarte kracht“. Reine Wintersorten gibt es übrigens nur wenige: Dazu gehören Grünkohl und Rosenkohl, die für ihre Aromaentwicklung erst einen Frost überstehen müssen.

Vielfältig und unkompliziert
Die Zubereitungsarten sind vielfältig. Dies beruht auch auf der Tatsache, dass je nach Kohlart ein anderer Teil der Pflanze für den Genuss vorgesehen ist. Die Blüten landen beim Blumenkohl und Broccoli auf dem Teller, die Blätter beim Weiß-, Rot- und Chinakohl, die Achsensprossen beim Rosenkohl sowie die oberirdische Sprossknolle beim Kohlrabi.

Wirsing benötigt – wie meist üblich – keinen Speck; es reicht, den außen dunkelgrünen und innen gelben Kopf kurz zu dünsten. Spitzkohl besticht mit süßen Blättern, die mit etwas Zucker und Cayennepfeffer zusammen im Wok gebraten werden können. Kohlrabi schmeckt auch roh sehr gut und Chinakohl kommt in Salat mit Mandarinen- oder Orangenspalten beziehungsweise Apfelstückchen gut zur Geltung. Romanesco harmoniert in einem Auflauf mit Spargel und Rot- bzw. Weißkohlblätter eignen sich wunderbar zum Füllen oder zum Einwickeln von Rouladen. Die kleinen Blumenkohl- und Broccoliröschen schmecken in etwas Butter gegart und dekoriert mit gebratenen Mandelsplittern.

Weitere Anregungen finden Interessierte in der Rezeptdatenbank unter www.deutsches-obst-und-gemuese.de

Gut zu wissen
Das Zerteilen eines Kohlkopfes ist übrigens kein Kraftakt, weiß Klaus Wilke von der Mecklenburger Ernte zu berichten: „Den Strunk entfernen wir am einfachsten, indem wie den Kopf halbieren oder noch besser vierteln.“ Um die schöne Farbe zu erhalten, sollte der Kohl kurz blanchiert werden: Dazu das Gemüse in kochendes Salzwasser geben und schnell in Eiswasser abschrecken, um den Garprozess zu stoppen. Neben den Farbpigmenten bleiben so auch die Vitamine erhalten. Reste halten sich im Kühlschrank etwa eine Woche, am besten eingewickelt in ein feuchtes Tuch.