Interview mit Guido Klode

10 Fragen an
„Tante Lilli“ alias Guido Klode

1. Was erwartet die Besucher bei „Kochkunst trifft Comedy“?
Ein gelungenes Menü sozusagen die perfekte Symbiose aus Frische, Vitaminen,
tierischem Eiweiß und Oma’s Kräutergarten – vereint in einer Komposition, wie sie nur ein echter Gourmetkoch kreieren kann.
Ergänzt wird das Ganze durch ein Löffelchen Spaß und eine ordentliche Prise Entertainment mit leicht pfeffriger Unternote und selbstverständlich Tante Lillis wertvolle Küchentipps. Zum Beispiel der richtige Umgang mit dem Messer präsentiert von der ersten singenden Friteuse. Als perfekte Hausdame helfe ich natürlich, wo ich kann – vom Aperitif bis zum Digestif und präsentiere die aktuelle Kittelschürzenmode. Alles in allem erwartet die Besucher ein Kochevent, das neben Kochvergnügen und Genuss auch Lachmuskeltraining beinhaltet, so minimieren Sie das Risiko, dass die kleinen frechen Tierchen, im Fachjargon auch Kalorien genannt, mit in die heimische Ankleide gelangen, und über Nacht heimlich Ihre Kleider enger nähen.

2. Von der Bühne in die Küche – was hat Sie dazu bewegt?
So viel vorweg, natürlich bin ich auch weiterhin auf der Bühne zu sehen. Ich habe schon immer gern gekocht und genieße es, Freunde dazu einzuladen, das habe ich wohl von meiner Oma, die konnte grandios kochen, war sehr gastfreundlich und voller Frohsinn. Für mich lag es also nahe, Bratpfanne und Humor zusammenzubringen – und ganz ehrlich – es gibt keine abwechslungsreichere Bühne als die Küche. Es ist erstaunlich, welch kreatives und humorvolles Süppchen da im Topf so brodeln kann. (Sie lächelt geheimnisvoll). Ich bin eben ein echter Gourmet – vom Kopf bis zum Koblauchzeh.

3. Was halten Sie von gesunder Ernährung?
Viel natürlich – ich esse leidenschaftlich gern und achte sehr auf meine Ernährung – am besten häufige und große Mahlzeiten – kleiner Scherz. Als gelernter Krankenpfleger ist mir Ernährung selbstverständlich wichtig. Mein Tag beginnt zurzeit mit einem bunten Obstsalat aus Papaya, Ananas und Kiwi – natürlich wechselt das je nach Saison. Tagsüber bevorzuge ich asiatische Leichtigkeit mit viel knackigem Gemüse, aber ab und zu muss es auch etwas aus Omas gutem Rezeptfundus sein, ihre Rouladen beispielsweise, deren Soße noch heute wie teures Parfüm gehandelt wird.

4. Das klingt ja sehr vorbildlich – sind Sie so gar keine Süße?
Na, hören Sie mal, ich kenne keine, die süßer ist als ich! (sie lacht). Scherz beiseite, so ganz ohne komme natürlich auch ich nicht aus. Bei mir ist es nachts nach einem Auftritt ein Löffelchen von dieser leckeren Nuss-Nougat-Creme, die auch unsere Jungs von der Nationalelf so lieben. Manchmal allerdings ruft das Glas aus dem Kühlschrank aber auch so laut nach mir, dass ich wach werde. Außerdem backe ich leidenschaftlich gern Hefezöpfe – meist verarbeite ich gleich die doppelte Teigmenge, da schon der Duft meine Nachbarn verführt – und ehe ich mich versehe, ist schon einer verschwunden.

5. Wie halten’s Sie mit Gewürzen?
Wie im Leben (ein viel sagendes Lächeln huscht über ihr Gesicht) kommt es natürlich auch beim Kochen auf die richtige Würze an. Ohne ein bisschen Salz geht gar nichts, aber ich verwende es sparsam. Mit Pfeffer hingegen bin ich sehr großzügig (wieder grinst sie verschmitzt). Wichtig ist, dass man ihn in der Mühle frisch, auf grober Einstellung, mahlt – dann muss der Salat nicht so oft gewaschen werden, da man die Blattläuse darunter nicht mehr so gut erkennen kann.

6. Auch eine Art Wasser zu sparen – also beschäftigen Sie sich zudem mit
Umwelt und Klimawandel?
Oh je, da sprechen Sie was an. Ich bin mittendrin im Klimawandel. In meinem Körper herrscht ein Temperaturunterschied von 60 °C – eiskalte Füße und Hände, mit denen ich bügeln kann, selbst die Bäckersfrau weist mich regelmäßig darauf hin, einen Schritt zurückzutreten, denn wenn ich den Kaffeebohnen zu nahe komme, rösten sie nach. Ansonsten tue ich im Rahmen meiner Möglichkeiten etwas für die Umwelt, trenne den Müll, wenn ich heißes Wasser übrig habe, friere ich es in einer dieser hübschen bunten Plastikdosen ein, und wie Sie wissen, benutze ich Lockenwickler statt Haarspray.

7. Sie sprachen viel von Ihrer Oma, ist sie für Sie eine Inspiration?
Nicht nur das, sie war die Beste. Ich habe nie wieder einen Menschen wie sie kennen gelernt. Sie war lebensbejahend, ohne Vorurteile, offen und großzügig und wie gesagt, sie konnte richtig gut kochen, war sehr weise und humorvolll. Im Grunde ist die Tante Lilli eine Hommage an meine Oma, die übrigens auch Lilli hieß.

8. Lilli spricht vielen Frauen aus der Seele, wie finden Sie Ihre Themen?
Ich bin wie eine Frau. Nein, natürlich nicht wirklich. Aber in manchen Dingen eben schon. Ich kann zum Beispiel nicht so gut allein sein. Wobei, wenn ich genau darüber nachdenke, ist das ja auch eine männliche Eigenschaft. Nun gut. Also ich halte mich sehr gern unter Menschen auf. Sitze im Kaffee, fahre mit dem Zug, plaudere mit Passanten oder gehe mit Freunden essen. Alles, was um mich herum passiert, ist meine Inspiration – und, schwups, kommt mir die Idee für einen neuen Programmpunkt. Deshalb bin ich immer mit Stift und Block bewaffnet – man weiß ja nie!

9. Kann man Humor lernen?
Ach, herrje. Das ist aber eine schwierige Frage. Ich glaube, das Leben ist einfach leichter, wenn man lachen kann, vor allem über sich selbst – das ist eine Frage der Einstellung. Viele Menschen werden erst lockerer, wenn sie aus irgendeinem Grund ihr Leben ändern müssen. So gesehen ist Humor vielleicht etwas, was man lernen kann.
Was den Beruf des Comedian anbelangt, gibt es natürlich Dinge, die man lernen kann. Ich war unter den ersten 13 Schülern an der Köln-Comedy-Schule, die unter immerhin 500 Nachwuchstalenten ausgewählt wurden. Viele mittlerweile renommierte Größen wurden dort ausgebildet.

10. Kurz und knapp – wie war Ihr Werdegang?
Geboren wurde ich 1968 in Helmarshausen (Bad Karlshafen). Seit 1987 Unterricht in Stepp-, Jazz- und Musicaldance an der Ballettschule Doutreval in Kassel sowie künstlerischer Leiter und roter Faden der Travestieshow „Exotica“, Gastspiele und Choreografie am Staatstheater Kassel. Seither gemeinsames Bühnenprogramm mit Martin Lüker.
Auftritte u.a. beim Köln-Comedy-Festival, im Leipziger Krystallpalast-Varieté, Mainzer Unterhaus, Bonner Haus der Springmaus, Kasseler Starclub. Knapper geht es nicht, und da fehlt jetzt auch noch einiges, den Rest findet man aber unter www.tante-lilli.de – schauen Sie mal herein.

Kochkunst trifft Comedy
Tante Lilli kocht in der Schlossküche Herrenhausen.
Der Kasseler Comedian Guido Klode alias „Tante Lilli“ gastiert im März in der Mövenpick Schlossküche Herrenhausen.
Gastgeber Sascha Grauwinkel und das Küchenteam haben Tante Lilli erwärmen können, für interessierte Gäste zu kochen, gemeinsam zu lachen und zu schlemmen.
Am Donnerstag, 12.03.2009 erwartet die schrille Küchenfee um 19.00 Uhr ihre Gäste in der Schlossküche zu einem Koch – Event der besonderen Art.
Sie schwingt den Kochlöffel und zaubert gemeinsam mit dem Küchenteam ein köstliches 4-Gang-Menü. Hierbei erfahren Sie nebenbei nützliche Tricks und Tipps.
Eine tolle Gelegenheit zu lernen, mit wenig Aufwand lecker zu kochen mal hinter die Küchen Kulissen zu schauen.
Das Schlossküchenteam & Lilli versprechen ein paar genussvolle und gut gelaunte Stunden und freuen sich auf Ihre Anmeldung.

Donnerstag, 12. März 2009
Restaurant Mövenpick
Schlossküche Herrenhausen
Tel: 0511 – 2794940
E-Mail: restaurant.herrenhausen@mövenpick.com
Beginn: 19:00 Uhr
Preis für 4 Gänge inklusive Aperitif
65,00 € pro Person

Sarah Wiener Stiftung

Im ersten Jahr ihres Bestehens hat die Sarah Wiener Stiftung bereits in mehr als 40 Schulen und Jugendeinrichtungen ihr Weiterbildungsprogramm gestartet und seitdem kontinuierlich Kochkurse durchführt. Nach einem Jahr wurde damit ca. 1.500 Kindern, zumeist aus sozial schwachen Schichten, der Weg zu einer gesunden Ernährung bereitet.

Deutschlands prominenteste Fernsehköchin Sarah Wiener ist zurzeit mit einem Team von Botschaftern, Spendenpartnern und vielen ehrenamtlichen Helfern an etwa 40 Bildungsstätten im Bundesgebiet aktiv, um dort gemeinsam mit 80 ErziehrInnen langfristig angelegte Kurse zu organisieren – in Berlin, Dortmund, Hamburg, der Metropolregion Rhein-Neckar, Frankfurt am Main, Halle an der Saale, in Jena, Stuttgart, Kassel sowie in Nürnberg und München. Dort lernen Kinder an den sogenannten „Leuchtturmschulen“ in kleinen Gruppen gesundes Kochen und gesunde Lebensmittel kennen – in regelmäßigen Kursen oder Frühstücksrunden über einen Zeitraum von je drei Monaten. Danach folgt unmittelbar die nächste Gruppe usw. Die Stiftung bleibt ein dauerhafter Partner ihrer Projekteinrichtungen und evaluiert diese permanent.

In naher Zukunft soll das Weiterbildungsprogramm regional und auch inhaltlich ausgebaut werden: Schon jetzt bekommen die Schulen über viele Partner der Stiftung kostenfreie Lebensmittellieferungen, Saatgutpakete für Kräutergärten und Vitaminbeete, außerdem Messersets, Küchenutensilien und einheitliche Stiftungs-Shirts. Ab 2009 wird die Stiftung über Partnerschaften zwischen Schulen und Bauernhöfen Exkursionen zu Biohöfen in den Regionen anbieten. Dies soll den Kindern den Zusammenhang von Erzeugung, Verarbeitung und Qualität von Lebensmitteln veranschaulichen.

Sarah Wiener und die Stiftung
Als Verfechterin gesunder Esskultur engagiert sich Sarah Wiener gemeinsam mit Freunden und Gleichgesinnten für eine vitale und vollwertige Ernährung von Kindern und Jugendlichen. Besonders Brennpunktschulen profitieren von dem sozialen Engagement vieler Spender, Unterstützer und ehrenamtlicher Helfer. „Für gesunde Kinder und was Vernünftiges zu essen“, so das Motto der Stiftung.

Im November 2007 wurde die gemeinnützige Stiftung auf Sarah Wieners Initiative gegründet. Zu den Mitgründern zählen u. a. Dr. Alfred Biolek, der traditionsreichste Bio-Anbauverband Demeter und die Sarah Wiener GmbH. Ziel ist es, der Fehl- und Schmalspurernährung bei Kindern und Jugendlichen wirksam zu begegnen und dabei zugleich soziale, kommunikative sowie feinmotorische Fähigkeiten zu entwickeln. Dabei verfolgt die Stiftung vor allem eigene Projekte und Initiativen an Schulen und Kindergärten. Durch kostenfreie Weiterbildungen für Erzieher und Lehrer wird seit März 2008 nach und nach ein deutschlandweites Netz von Botschafterinnen und Botschaftern in den Einrichtungen aufgebaut, um das Anliegen und Wissen der Stiftung zu multiplizieren und an die Kinder weiterzugeben. Dabei stehen besonders die wöchentlichen Koch- und Ernährungskurse an Schulen im Mittelpunkt der Arbeit.

„Gleichgültigkeit, Unwissen und Verantwortungslosigkeit haben in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass Abertausende junger Menschen kein oder ein gestörtes Verhältnis zum Essen haben“, beklagt Sarah Wiener. „Industriell stark verarbeitete Lebensmittel, Fettes und Süßes im Übermaß sowie Nahrung voll chemischer Zusatzstoffe – diese ebenso achtlosen wie ungesunden Essgewohnheiten gilt es zu stoppen. Denn jedes Kind, egal welcher sozialen Herkunft oder Nationalität, hat ein Recht darauf, gesund ins Leben zu starten. Wir sind als Gesellschaft verpflichtet, ihm diese Chance zu geben! Zugleich geben wir mit einer bewussten Ernährung auch der Natur und den Nutztieren unseren Respekt zurück.“

Darum engagiert sich die Stiftung dafür, dass Kinder die reiche Welt von frischen Lebensmitteln und Vitaminen entdecken und lernen, ihre Essgewohnheiten nachhaltig umzustellen. Spaß gehört dazu, wenn in den Kochschulen geschnippelt, gehackt, gekocht und abgeschmeckt wird. Die Stiftung stützt sich überwiegend auf ernährungswissenschaftliche Erkenntnisse und Grundlagen des Agrar-Informationsdienstes aid, der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sowie des Forschungsinstitutes für Kinderernährung (FKE).

Die Schulen:
Metropolregion Rhein-Neckar
IGH Heidelberg
Hauptschule Ernst-Reuter-Schule, Ludwigshafen
Wilhelm-Busch-Schule, Mannheim
Berlin
Hunsrück-Grundschule
Heinrich-Zille-Grundschule
Jens-Nydahl-Grundschule
Dortmund
Dietrich-Keunig-Haus
Kinder-Citytreff
Lessing-Grundschule
Familienzentrum Oestrich
Tageseinrichtung Speckestraße
Hamburg
Heinrich-Wolgast-Grundschule
Fritz-Köhne-Schule
Schule Slomanstieg 1-3
Jena
Rodatalschule
Janisschule
Regelschule Winzerla
Kassel
Hort Unterneustadt
Offene Schule Waldau
Friedrich Ebert Schule
Frankfurt am Main
Münzenbergerschule
Grundschule am Frankfurter Bogen
Liebfrauenschule
Region Stuttgart
Förderschule Vollmarschule
Hauptschule Erich Kästner Schule
Förderschule Comeniusschule
Halle an der Saale
Erste Kreativitätsschule
Grundschule Büschdorf
Grundschule Wittekind
Nürnberg
Grundschule Insel Schütt
Wiesenschule
Konrad-Groß-Schule
München
Grundschule an der Jenaer Straße
Grundschule an der Blumenauer Straße
Grundschule an der Theolottstraße

Spendenfirmen und -lieferanten überregional:
Wöhrl-Modemärkte, Nürnberg
Poco-Domäne Einrichtungshäuser
Zwilling J. A. Henckels
Deutsche Bahn AG
Dr. Hoppe Biocatering

Spendenfirmen und -lieferanten regional:
Metropolregion Rhein-Neckar
Herbert van der Hamm GmbH
Berlin
LPG Biomarkt Mehringdamm GmbH
Terra Naturkost Handels KG (Die Regionalen)
Märkisches Landbrot GmbH
Dortmund
Matthaus Hartmann GmbH
P. van Wylick

Edeka Pelzer
Bäckermeister Grobe GmbH & Co. KG
Hamburg
C.F. Grell Nachf. Naturkost GmbH & Co. KG, Kaltenkirchen
Lehmanns Bio Service, Tremsbüttel
Jena
tegut… Gutberlet Stiftung & Co.
Kassel
Dr. Hoppe Bio-Catering
tegut…Filiale Kassel
Frankfurt am Main
Querbeet BioFrischvermarktung GmbH, Reichelsheim
Region Stuttgart
pax an Naturwarenhandelsgesellschaft mbH, Engstingen
Bioland Bäckerei Weber, Winnenden
Naturkost Winterbach N&M, Winterbach
Nürnberg
ebl-naturkost e.K.
München
Bodan Grosshandel für Naturkost GmbH, Überlingen
EPOS Bio Partner Süd GmbH, Pliening / Landsham
Call a Körndl, Mainburg

Junge Kunst in alten Gemäuern

Junge Kunst in alten Gemäuern
Start der Manifesta7 in Trentino-Südtirol am 19. Juli

Auch die zweite Jahreshälfte bleibt in Südtirol kulturell
aufregend: Nach der Eröffnung des Bozner „Museion“ im Mai, schlägt vom 19.
Juli bis 2. November die Manifesta7 ihre Zelte in der Region Trentino-Südtirol
auf. Das außergewöhnliche postindustrielle Erbe der Region sowie die
kontrastreiche Spannung zwischen deutscher und italienischer
Kulturlandschaft brachten die europäische Wanderbiennale 2008 in die
autonomen Provinzen. 140 Künstler und Künstlerinnen zeigen 100 Tage lang
ihre Bilder, Skulpturen, Video- und Klanginstallationen in spektakulären
Kunsträumen entlang der Brennerachse in Brixen, Bozen, Trient und
Rovereto. Dazu gehören die Festungsanlage Franzensfeste aus dem 19.
Jahrhundert, die Aluminiumschmelze Alumix, die Postzentrale in Trient aus
den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts sowie die ehemalige Tabakmanufaktur
und Kakaofabrik in Rovereto aus der Jahrhundertwende.

Manifesta

Manifesta ist nach der „dokumenta“ in Kassel und der „Biennale“ in Venedig,
das dritt wichtigste Ausstellungsevent für zeitgenössische Kunst in Europa.
Ziel ist es, junge, innovative Kunst und Künstler zu fördern. Die bisherigen
Austragungsorte: 1996 Rotterdam, 1998 Luxemburg, 2000 Ljubljana, 2002
Frankfurt, 2004 San Sebastian. www.manifesta7.it , www.suedtirol.info/kultur

Kraftstoffpreise in 20 deutschen Städten

Kassler Tankstellen machen die größte Kasse

Nach mehreren kräftigen Preisrunden in der vergangenen Woche sind die Kraftstoffpreise in Deutschland auf einem extrem hohen Niveau. Absolute Preisspitzen wurden am Wochenende erreicht, seitdem hat sich die Situation allerdings nur unwesentlich entspannt. Die aktuellen Preise sind laut ADAC trotz des teuren Rohöls zu hoch. Die höchsten Kraftstoffpreise müssen zurzeit die Autofahrer in Kassel zahlen. Hier kostet der Liter Superbenzin im Schnitt 1,469 Euro, der Liter Diesel 1,369 Euro. Zu diesem Ergebnis kommt die monatliche ADAC-Untersuchung der Kraftstoffpreise an Markentankstellen in 20 deutschen Städten.

Noch am günstigsten kommen die Autofahrer in Kiel weg. Für den Liter Super zahlen die Autofahrer dort derzeit 1,419 Euro, Diesel kostet 1,319 Euro. Damit zahlt man in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt fünf Cent weniger als in Kassel, der Stadt mit der roten Laterne. Bei einer Tankfüllung von 50 Litern macht dies immerhin einen Unterschied von 2,50 Euro aus. Den Spitzenplatz bei Super teilt sich Kiel mit Bielefeld, bei Diesel liegt Saarbrücken mit Kiel gleichauf.

In ähnlich schwindelerregende Höhen wie in Kassel ist der Spritpreis beim Superbenzin noch in Rostock mit einem Literpreis von 1,462 Euro gestiegen, bei Dieselkraftstoff folgt Karlsruhe mit einem Preis von 1,365 Euro.

Mehr denn je sollten die Autofahrer auf preisbewusstes Tanken achten. So sorgen sie für eine Belebung des Wettbewerbs und somit zu einer Reduzierung der Preise. Der ADAC rät daher, stets zunächst die Preise zu vergleichen, um dann bei der günstigsten erreichbaren Tankstelle zu tanken. Informationen über die aktuellen Preise finden Autofahrer bei einem Online-Tankstellenvergleich unter www.adac.de/tanken

Auf den Spuren der Gebrüder Grimm

Sagenumwittert und geheimnisvoll: Ob das Schloss von Dornröschen, die Rattenfängerstadt Hameln oder das Geburtshaus des Lügenbarons Münchhausen – die deutsche Märchenstraße und die TUI machen phantastische Ge-schichten erlebbar. Die 600 Kilometer lange Route führt von Hanau, der Geburtsstadt der Brüder Grimm, über Marburg, Hameln, bis hoch nach Bremen und ist individuell erfahrbar. TUI, Deutschlands führender Reiseveranstalter, hat entlang der Strecke zahlreiche themenbegleitende Unterkünfte im Angebot.

Die traditionsreiche Märchenstraße verknüpft Brauchtum, Großstadtflair und Heimatkunst miteinander. Viele Orte entlang der Route bieten das ganze Jahr über Programm mit Aufführungen, Veranstaltungen und Museen. In Hameln beispielsweise können Besucher im Sommer jeden Sonntag den Auftritt des Rattenfängers beim Freilichtspiel in der Altstadt miterleben. Für erholsame Nächte und kulinarische Genüsse entlang der Märchenstraße sorgen TUI Vertragshotels wie das Drei-Sterne-Plus Rattenfängerhotel Berkeler Warte in Hameln. Die Inneneinrichtung des Hauses ist rund um die Sage des Rattenfängers gestaltet, die Bezahlung erfolgt in „Rattenmark“. Für Kurzurlauber eignet sich besonders das Paket „Auf den Spuren des Rattenfängers“, das neben zwei Übernachtungen mit Frühstück auch eine Stadtführung durch Hameln beinhaltet. Die Sababurg, Reinhardshagen, war dem Volksmund nach, Schauplatz für das Märchen Dornröschen. Dort fiel die Prinzessin in ihren hundertjährigen Schlaf. Heute kann das Schloss besichtigt werden. Urlauber, die sich die Gegebenheiten vor Ort anschauen wollen, können beispiel
weise im Vier-Sterne-Waldhotel Schäferberg in Espenau bei Kassel unterkommen. Von dort bieten sich auch Tagestouren nach Kassel oder in die Dreiflüssestadt
Hann. Münden an.

Info: Zwei Nächte im Drei-Sterne-Plus Rattenfängerhotel Berkeler Warte kostet mit Frühstück im Doppelzimmer ab 92 Euro pro Person. Das Paket „Auf den Spuren des Rattenfängers“ kostet im Doppelzimmer mit Frühstück ab 116 Euro pro Person.
Zwei Übernachtungen im Waldhotel Schäferberg kosten mit Frühstück ab 92 Euro pro Person.

Informationen und Buchung in jedem Reisebüro mit dem TUI Zeichen.

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Termin mit Ferran Adria

Stilist am Herd

Er gilt als einer der exaltiertesten Köche der Welt. Für seine Kreationen bekam er sogar einen Designpreis und wurde zur Documenta nach Kassel eingeladen.

Extravagant ist er nicht. Eher klein, knubbelig und ganz und gar konventionell. Das schwarze Jackett schlabbert um die Schultern, die Ärmel sind zu lang, das grau gestreifte Hemd hängt aus der Jeans. Ein gemütlicher Typ – der Nachbar von gegenüber. Dabei gilt Ferran Adrià als der innovativste, kreativste und verrückteste Koch der Welt – und in dieser Eigenschaft ist er zurzeit Gast auf der Documenta, der weltweit wichtigsten Messe für zeitgenössische Kunst in Kassel. Er ist der erste Koch überhaupt, dem diese Ehre widerfuhr, seiner „künstlerischen Intelligenz“ wegen, wie Roger Buergel, Leiter der Documenta 12, die Einladung des 44-jährigen Katalanen begründete.

Lesen Sie im Rheinischen Merkur weiter:
www.merkur.de/2007_30_Stilist_am_Herd.22250.0.html?&no_cache=1

Mit Saab und der documenta zum berühmtesten Koch der Welt

Die schwedische Automobilmarke Saab, Hauptsponsor der documenta
12, unterstützt den künstlerischen Leiter Roger M. Buergel bei einer
außergewöhnlichen Aktion: Buergel wählt Besucher der documenta aus und lädt sie auf eine kulinarische Kurzreise in das nicht nur in Feinschmeckerkreisen angesagte Spitzen-Restaurant "elBulli" an der Costa Brava ein. Saab übernimmt den exklusiven Shuttle-Service.

Das "elBulli" in der Nähe von Roses an der spanischen Costa Brava
zählt zu den berühmtesten Restaurants der Welt und ist längst zu
einem Wallfahrtsort für Gourmets geworden. Denn was Starkoch Ferran Adrià dort seinen Gästen serviert, ist weit mehr als Kochen im
herkömmlichen Sinne. Die Wochenzeitschrift "Die Zeit" nennt Adrià
daher auch den Erfinder der "Molekular-Kochmethode". Er
experimentiert ein halbes Jahr lang mit seinem Team, bestehend aus
Wissenschaftlern und Künstlern sowie Lebensmitteltechnikern an
ausgefeilten, avantgardistischen Rezepten. Die andere Hälfte des
Jahres bewirtet er pro Abend 50 Gäste mit seinen innovativen
Kreationen.

Während der documenta 12 haben zufällig ausgewählte Besucher die
Gelegenheit, dieses einzigartige Erlebnis einen Abend lang zu
genießen. Saab als Hauptsponsor der documenta 12 sorgt dafür, dass
sich die Gäste von Anfang an wohlfühlen und chauffiert die
Auserwählten mit Saab Limousinen zum Flughafen. Ausgangspunkt für die
kulinarische Reise ist stets die Saab Art Lounge im Kulturbahnhof
Kassel.

Eine der ersten Gewinnerinnen war documenta-Besucherin Iris
Heußner aus Kassel, selbst Restaurantinhaberin. "Das ist für einen
Gastronom wie ein Sechser im Lotto", schwärmte Heußner. "Was Ferran
Adrià aus Lebensmitteln macht und die Art, wie er seine Kreationen
präsentiert, ist einzigartig und ein Kunstwerk in 41 Gängen."

Während dieser fünfstündigen, alle Sinne anregenden Erfahrung
wirbeln in der Küche des "elBulli" 40 Köche und etwa die gleiche
Anzahl Personal bewirtet die Gäste. Besonders interessant war es für
Iris Heußner, die Mimik der anderen Gäste zu beobachten, wenn ein
Gericht eine unerwartete Reaktion hervorrief: Vermeintlich heiße
Gerichte sind eisgekühlt, Fleisch wird in flüssiger Form serviert,
Speisen schmecken völlig anders, als man es erwartet. Ferran Adrià
hat Verständnis dafür, dass nicht jedermann Zugang zu seiner Form des
Kochens findet: "Es kann nur verstehen, wer auch isst." Wer jedoch in
den Genuss seiner Werke kommt, weiß, dass die Kochkunst des Katalanen
ein Fest für die Sinne bedeutet.

Bis zum 23. September läuft die documenta 12 und so lange wird
Saab die von Roger M. Buergel ausgewählten Besucher auf den ersten
Teil der Reise begleiten. Die Saab Art Lounge ist noch bis zum 31.
Juli täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet und zeigt unter anderem die
preisgekrönte Studie Saab Aero X sowie die Design-Welt der
schwedischen Premiummarke.

Ferran Adria

Starkoch Adrià: Kein Rückzug von documenta

Kommt er, oder kommt er nicht? Eine Meldung des Hamburger Kunstmagazins „Monopol“, der spanische Starkoch Ferran Adrià (45) habe seine Teilnahme an der documenta 12 abgesagt, sorgte gestern kurzzeitig für Aufregung. Es war jedoch falscher Alarm: Cathrin Seefranz, Sprecherin der documenta 12, dementierte umgehend. An der Meldung sei nichts dran, der Drei-Sterne-Koch werde an der documenta teilnehmen.

Adrià, der bei Barcelona das Restaurant „El Bulli“ betreibt, war von der künstlerischen Leitung vor Monaten als einer der ersten documenta-Künstler öffentlich genannt worden. Im HNA-Interview hatte Adrià vor wenigen Tagen betont, wie wichtig die Einladung nach Kassel für ihn sei. Worin sein Beitrag zur documenta 12 besteht, verriet er noch nicht. Das Konzept stehe jedoch seit Monaten. Er werde „respektvoll mit der Welt der Kunst umgehen“. (Quelle: www.hna.de )

Erlebbare Kochkunst auf der documenta 12

Gemeinsam mit dem Restaurantkritiker Jürgen Dollase hat das führende Beratungsunternehmen im Bereich Essen und Trinken, CPA! Communications- und Projektagentur GmbH, Wiesbaden, ein kulinarisches Konzept entwickelt, das Kochkunst erlebbar macht und von Kofler & Kompanie auf der documenta 12 umgesetzt wird:

Als Hommage an Ferran Adrià wird eine Food- und Beverage-Linie entwickelt, die auf der documenta 12 in Kassel erstmals gezeigt wird. CPA! unterstützt die Entwicklung der Produkte auf der Basis des Konzeptes von Jürgen Dollase. Kofler & Kompanie erhält das alleinige Gastronomie- und Cateringrecht für den documenta-Pavillion sowie den Veranstaltungs- Pavillon während der gesamten Laufzeit der documenta 12 vom 16. Juni bis 23. September 2007.

Kochkunst bedeutet eine vollkommen neue Wahrnehmung kulinarischer Erlebnisse. Sie spielt mit gelernten Assoziationen, die sie aufbricht und neu interpretiert. Der Rezipient erhält beispielsweise ein Eis und schmeckt Erbsensuppe. Wie diese und ähnliche Geschmackserlebnisse funktionieren, erlebt der Gast auf der documenta 12.

CPA! übernimmt bei diesem Projekt auch die Schnittstelle zur Industrie, um Sponsorpartner für das Projekt zu akquirieren, und ist zuständig für die Vermarktung.

Mit der Hommage an Ferran Adrià kämpft das Team der CPA! wieder einmal um Qualität und Innovation im Bereich Essen und Trinken. Wichtige Voraussetzung ist das Know-how der CPA!: Wissen über kulinarische Trends, Herkunft und Qualität von Produkten, Umsetzbarkeit von kulinarischen Konzepten, ernährungswissenschaftliche Erkenntnisse, kurz gesagt: kulinarische Kompetenz. Nur mit dieser Kompetenz ist es möglich zu beurteilen, welche Themen Zukunft haben und welche einen nachhaltigen Einfluss auf die kulinarische Intelligenz der Gesellschaft nehmen. Hinter den Kulissen agiert das Team der CPA! als Berater, Ideengeber, Konzeptioner und Kontrolleure der Qualität bei vielen Aktionen.

Reisanbau in Kassel

Sakarin Krue-On, „Terraced Rice Fields Art Project“

Der thailändische Künstler Sakarin Krue-On begibt sich mit dieser ortspezifischen Arbeit auf neue Pfade. Zum ersten Mal wird Reis in Deutschland im Außenraum angebaut. Auf dem hügeligen Gelände des Bergparks unterhalb des Schlosses Wilhelmshöhe werden Reisterrassen angelegt. Damit erweist die künstlerische Leitung dem „Themenpark“ der Aufklärung eine zeitgenössische Reverenz.

Sowohl die Terrassenanlage als auch der Reisanbau werden nach traditionellem Vorbild durch Krue-On und sein thailändisches Team, darunter ein erfahrener Reisbauer, Experten aus der Region Kassel sowie documenta-MitarbeiterInnen realisiert. Dabei wird man so weit als möglich auf den Einsatz von Maschinen verzichten, auf überlieferte Methoden setzen und die Arbeiten mit einfachen Geräten wie Spaten, Gabeln und Hacken per Hand ausführen. Wird der kommende Sommer ausreichend warm und trocken, könnte der Reis schon im Juni blühen, im Juli Rispen zeigen und im September Früchte tragen. Dominiert jedoch Regen die 100 Ausstellungstage, wird der Reis vielleicht nicht einmal blühen.

Hier zeigt sich das Prozessuale, das Experimentelle der Arbeit. Bereits in der Planung und Realisierung der Arbeit stoßen kulturell unterschiedliche Arbeitsmethoden aufeinander, die in einem Übersetzungs- und Verständigungsprozess verhandelt werden müssen. Kollektive Zusammenarbeit trifft auf moderne Arbeitsteilung, tradiertes Wissen auf wissenschaftliche Expertise, Ackerbau auf Parkpflege. Weniger die Resultate, das Wachstum oder die Ernte interessieren, sondern vielmehr der Weg, die Arbeit, der Anbau. Und vor allem das pittoreske Bild der Reisterrassen vor dem Schloss in der gepflegten Parklandschaft. Kultivierte Natur, neu gesehen.

Die ortsbezogene Installation, eindeutig auch ein Bezug auf die Kaskaden im Bergpark, inszeniert symbolisch das Aufeinandertreffen von verschiedenen Kulturen: Das Schloss Wilhelmshöhe – von Status, Gestalt und Symbolkraft ein architektonisches Monument eindeutig westeuropäischer Provenienz – und das Reisfeld – Zeugnis der Aneignung von Natur und ihrer Nutzung für den Lebensunterhalt sowie Symbol für Wachstum, Entwicklung und Zusammenarbeit. Sind sie gleichwertige Partner oder ist das eine Kulisse des anderen? Sakarin Krue-On will Fragen stellen und hofft, dass die Besucher Antworten finden werden.

Zum Künstler

Sakarin Krue-On, geboren 1965 in Mae Hong Son, ist Direktor des Thai Art Department der Silpakorn University Bangkok, wo er auch lehrt. In seinen raumbezogenen Installationen, Videoprojektionen und Objekten greift er traditionelle thailändische Kunstgattungen, Maltechniken, Farbsymboliken und mythologische Erzählungen auf und verbindet sie mit der zeitgenössischen Kunstproduktion. Das ironisch-kritische Potential in seinen Arbeiten gilt u. a. den modernen Bedingungen der sozialen Umwelt, den kapitalistischen Einflüssen und der materiellen Orientierung der einst buddhistisch geprägten Gesellschaft Thailands.

Die ersten Vorbereitungsarbeiten für das Reisfeld haben bereits am 07.05.2007 begonnen.