Ostern – Feiern & Kochen in alter Tradition

Mit dem Aschermittwoch begann für Christen die lange Fastenzeit, die – strenggenommen – erst mit dem Ostersonntag in der Früh endet. Fleischkonsum war während dieser Wochen lange Zeit verboten. Der Palmsonntag markiert den Beginn der Karwoche; man feiert an diesem Tag den feierlichen Einzug Jesu in Jerusalem. Drei besondere Tage kennzeichnen diese Woche:

Gründonnerstag (abgeleitet von Greindonnerstag = greinen = weinen, wehklagen), an dem die Fußwaschung an den zwölf Aposteln vorgenommen wurde. Dieser Brauch wurde später von zahlreichen christlichen Herrschern – auch von den Habsburgern – als Akt der Nächstenliebe übernommen und an je zwölf Greisen und Greisinnen ausgeübt. Die alten Leute erhielten als Erinnerung an die Fußwaschung und den Verrat des Judas Fastenspeisen und dreißig Silbermünzen ausgehändigt.
An diesem Abend fand auch das letzte Abendmahl statt, an dem Jesus mit seinen Jüngern das Brot brach.

Karfreitag (abgeleitet von kar/kara = Klage, klagen) markiert die Marter und den Tod Jesu, Karsamstag die Grabesruhe. An diesen drei Tagen (Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag) schweigen die Kirchenglocken, die sonst während des Jahres den Gläubigen die zur Freude Anlass gebenden Gebetsstunden verkünden. An ihrer Stelle mahnen die Ratschen zum Gebet. Man sagt, die Klöppel der Glocken seien angesichts des Tods des Herrn nach Rom geflogen. Die kirchlichen Symbole der Freude wurden/werden verhüllt, die Priester tragen rotes Messgewand am Palmsonntag und Karfreitag, violettes während der Fastenzeit. Erst am Ostersonntag wird das weiße Messgewand verwendet.

Am Ostersonntag wird die Auferstehung gefeiert, denn die Frauen, die das Grab von Jesus besuchten, fanden es leer vor. Am Ostermontag begegneten zwei Jünger, die nach Emmaus zurückkehrten, einem Fremden, den sie in eine Herberge einluden. Als er das Brot brach, erkannten sie Jesus, der vor ihren Augen verschwand.

Am Karsamstag wurden/werden Speisensegnungen vorgenommen: Schinken, Speck, Käse, Eier Salz und Kren werden gesegnet und am Ostersonntag zum Frühstück oder als Vorspeise zum festlichen Mahl verzehrt. Die Ostereier waren ursprünglich bei den Urchristen ausschließlich rot gefärbt – das  Ei als Symbol des Lebens trug als Gedenken die Farbe von Christi Blut. Lamm gilt als weitere Traditionsspeise – sein weißes Fell ließ es als unschuldig und seine Mentalität als besonders friedfertig erscheinen. Auch der Osterhase ist schon über Jahrhunderte mit dem höchsten christlichen Fest verknüpft – er ist ein Symbol der Fruchtbarkeit und des Neubeginns.

In der Wiener Küche hat man sich auch der Speisen angenommen, die für Gründonnerstag, Karfreitag, Ostersonntag und Ostermontag besonders passend waren.

Josephine Türk, Jubiläums-Kochbuch, Wien 1908

Gründonnerstag
Französische Erdäpfelsuppe
600 g geschälte, gewürfelte Erdäpfel, 1 gelbe Rübe, 1 kleine Sellerie, 1 Petersilwurzel und 150 g Champignons in dünnen Scheiben, Salz, Wasser, 40 g Butter, 40 g Mehl, kleingehackte Schalotte, feingehackte grüne Petersilie, ½ Teelöffel Suppenwürze
Erdäpfel und Gemüse in Salzwasser nicht zu weich kochen, Champignons dazugeben und kurz weiterkochen. Schalotte und Petersilie in Butter anschwitzen, mit Mehl zu einer lichten Einbrenn rühren, in die kochende Suppe geben und mit Salz und Maggi abschmecken.

Kalte Senfeier
Pro Person 2 Eier 7 Minuten kochen, schälen und 1 Stunde in Salzwasser liegen lassen. Der Länge nach halbieren, den Dotter herausnehmen, passieren und mit wenig Öl, Essig, Salz, Senf und etwas Obers cremig verrühren. In die Eierhälften bergartig dressieren.

Spinatpudding
80 g Butter, 4 ganze Eier, ¼ l Semmelbrösel, 400 g Blattspinat gewaschen und grob gehackt, Butter und Brösel für die Form
Butter flaumig abtreiben, die Eier und Semmelbrösel darunterrühren und mit dem Spinat vermischen. Mit Salz abschmecken. In eine gebutterte, mit Bröseln ausgestreute Kuppelform füllen, 1 Stunde im Dunst kochen. Auf eine runde Platte stürzen und mit flüssiger Butter übergießen.

Osterpinze
Aus 25 g Germ, etwas lauwarmer Milch, 1 Eßlöffel Zucker, wenig Mehl ein Dampfl bereiten;
1 kg Mehl, 200 g Butter, 1 Dotter, 1 ganzes Ei, Salz, Schale einer Zitrone, etwas mehr als ¼ l Milch, 4 Eßlöffel Zucker, 1 Ei
Butter ins Mehl bröseln, das Dampfl und die übrigen Zutaten dazugeben und einen festen Teig kneten, den man sehr gut abschlägt und gehen lässt. Auf dem Nudelbrett formt man den Teig rund und schneidet ihn kreuzweise ein. Mit versprudeltem Ei bestreichen, am Backblech ½ Stunden gehen lassen und langsam backen.

Karfreitag
Fischbeuschelsuppe
Gereinigtes Fischbeuschel, Salzwasser mit wenig Essig vermischt, 1 kleine Zwiebel in Ringe geschnitten, 1 Lorbeerblatt, Pfefferkörner, 1 gelbe Rübe, ¼ Knollensellerie, 1 Petersilwurzel – alles geschält und in feine Blätter geschnitten, 2 – 3 Fischköpfe, 50 g Rindsschmalz, 40 g Mehl
Das Beuschel im Wasser sehr weich kochen und herausnehmen. Den Kochsud mit etwas Wasser ergänzen, Gemüse und Fischköpfe darin gut auskochen. Aus Schmalz und Mehl eine goldbraune Einbrenn machen, in der Suppe verkochen lassen und alles passieren. Das kleingehackte Beuschel in die Suppe geben. Mit Zitronenvierteln servieren.

Artischocken mit Eiersauce
1 Glas (500 g Abtropfgewicht) Artischocken, 50 g Butter, 40 g Mehl, Artischockensud, Salz, Suppenwürze, 2 Dotter
Die Artischocken im Sud erhitzen und warmstellen. Aus Butter und Mehl eine helle Einbrenn machen, mit Artischockensud aufgießen, verkochen, mit Dottern abziehen und würzen. Separat anrichten. Die heißen Artischocken auf dem Teller mit Eiersauce übergießen.

Gebackener Karpfen
4 Karpfenfilets, Mehl, 3 Eier, Semmelbrösel, Salz, Rindsschmalz
Die Filets salzen, panieren und in Schmalz goldbraun ausbacken, auf Papier gut ablaufen lassen. Mit Zitronenvierteln servieren.

Reisbohnensalat
1 Dose kleine weiße Bohnen (1 kg Abtropfgewicht), Estragonessig, Salz, Pfeffer, Öl, eine feinnudelig geschnittene Zwiebel
Die Bohnen abtropfen lassen, mit Zwiebel vermischen und mit den übrigen Zutaten pikant abschmecken. Mindestens ½ Stunde ziehen lassen.

Charlotte von Äpfeln
500 g geschälte, blättrig geschnittene Äpfel mit Zitronensaft beträufelt, 1/8 l Wasser, 1 El Zucker, 4 Semmeln in feine Blätter geschnitten, 60 g flüssige Butter, 150 g Biskuitbrösel,
100 g Rosinen, 100 g gestiftelte Mandeln, Staubzucker
Die Äpfel in Zuckerwasser dick einkochen. Die Semmelschnitten durch die flüssige Butter und den Staubzucker ziehen. Den Boden und die Seitenwand einer runden, feuerfesten Form mit den Schnitten auslegen und die Äpfelmasse daraufgeben. Die übrigen Zutaten aufstreuen, mit Semmelscheiben abdecken und im Rohr langsam gelb backen. Auf einen Teller stürzen und warm zur Tafel geben.

Ostersonntag
Braune Suppe mit gebackenen falschen Morcheln
1 l braune Rindsuppe, 120 g pürierte Rindsleber, 40 g Butter oder Rindsuppenabschöpffett, 2 Eier, Salz, Semmelbrösel, 150 g feinblättrig, in etwas Butter gedünstete Champignons, Schmalz, 3 cm lange, bissfest gekochte hohle Nudelstücke
Leber mit Fett und Eiern abtreiben, würzen, mit Bröseln zu einer Masse rühren, aus der man kleine Knödel formt. Die Nudeln hineinstecken und in Schmalz ausbacken. Mit den Champignons in brauner Rindsuppe servieren.

Lachs in Muscheln mit Mayonnaise und Krevetten
1
Lachsfilet, ½ l Rotwein, 1 Glas Krevetten, Mayonnaise aus 4 Dottern, 1/8 l Öl, Salz, etwas Essig, Zitronensaft und weißem Pfeffer
Das Filet ¼ Stunde im Rotwein kochen, herausheben und abkühlen lassen. In kleine Stücke schneiden und mit der Mayonnaise vermischen, in Muscheln füllen, mit Krevetten dekorieren und mit Schnittlauchröllchen bestreuen.

Häuptelsalat
1 Häuptelsalat gewaschen und in kleine Stücke geteilt, Essig, Öl, Salz
Den Salat in eine Schüssel geben, marinieren und sofort servieren.
Heurige Erdäpfel
1 kg kleine, geschabte heurige Erdäpfel, Salz, Wasser, Kümmel, 80 g frische Butter
Die Erdäpfel in Salzwasser mit Kümmel weichkochen, abseihen und in Butter mit feingehackter grüner Petersilie schwenken. Gleich servieren.

Baumstamm
140 g Zucker, 8 Dotter, 140 g ungeschälte, geriebene Mandeln, 8 Klar Schnee, Backpapier, 1 Glas Himbeergelee;
280 g feinste Butter, 140 g Staubzucker, 4 Tafeln geriebene Milchschokolade, 1 Packung Vanillezucker; 20 g Butter, 20 g Staubzucker, 1 Dotter, Vanillezucker
Butter mit Dottern abtreiben, Mandeln und Schnee unterheben und 2 cm dick auf das Backpapier aufstreichen und rasch backen. Das erwärmte Gelee sofort aufstreichen und einrollen. Auskühlen lassen. Aus den übrigen Zutaten eine Schokoladencrème bereiten; aus Butter, Zucker und Dotter ein wenig helle Buttercrème rühren. Die Rolle mit Schokoladencrème bestreichen und Rillen und Astlöcher aufspritzen. In die Astlöcher und auf die beiden Enden der Rolle die helle Crème streichen.

Ostermontag
Parmesansuppe mit Schnitten
1 kg Kalbsknochen, Wurzelwerk, 1 Schale Reis, 50 g Butter, 40 g Mehl, 75 g frisch geriebener Parmesan
2 Semmeln in Scheiben geschnitten, flüssige Butter, geriebener Parmesan nach Bedarf
Aus Knochen und Wurzelwerk eine Suppe kochen, abseihen und den Reis darin weichkochen. Mit der Einbrenn und dem Parmesan verrühren und gut verkochen lassen. Mit Semmelschnitten anrichten.
Die Semmelschnitten durch flüssige Butter ziehen, auf ein Backblech legen, dick mit Parmesan bestreuen und im Rohr goldgelb backen.

Seezunge mit feinen Kräutern
4 Seezungenfilets mit Salz und Zitronensaft marinieren, 120 g frische Butter, 1 feingehackte Schalotte, 2 Tl feingehackte Sellerieblätter, feingeschnittene Schale von ½ Zitrone, 100 g feinblättrig geschnittene Champignons
Butter erwärmen, Zwiebel und restliche Zutaten darin dünsten. Filets von beiden Seiten mit dieser Masse bestreichen, in eine feuerfesten Form geben, zudecken und 10 Minuten in die heiße Röhre geben. Gelegentlich begießen.

Brandteigkugeln
70 g Butter, 70 g Wasser, Salz, 70 g Mehl, 3 Eier; 1 verquirltes Ei
Butter, Wasser und Salz aufkochen, Mehl glatt einrühren und vom Feuer nehmen. Die Eier nach und nach einrühren, kleine Kugeln formen, mit Ei bestreichen, auf Backpapier setzen und im Backrohr goldgelb backen.

Gefüllter Nierenbraten
1 ½ kg Nierenbraten – Niere und Knochen ausgelöst, Niere in 4 Teile schneiden und für einige Stunden auswässern, Salz, weißer Pfeffer, 2 zerklopfte Eier, Semmelbrösel; 80  Selchspeck, 80 g Rindszunge, 100 g Schinken, 2 abgeschälte Salzgurken – alles in ½ cm dicke Nudeln geschnitten; abgelöstes, kleingeschnittenes Nierenfett, Zitronenschale, 2 gehackte Sardellen; 80 g Selchspeck in Stiften, Salz, 100 g Butter
Das Fleisch so aufschneiden, dass ein rechteckiger Fleck entsteht. Die Nieren salzen und pfeffern, auf den Braten legen, die übrigen Zutaten darauf streuen, einrollen und binden. Mit Speck spicken, salzen und mit Butter 1 ½ bis 2 Stunden in der Röhre braten. Eventuell etwas Wasser oder Kalbssuppe angießen. Man kann auch die kleingehackten Kalbsknochen mitbraten (Saft wird aromatischer!). Fleisch in Scheiben schneiden, mit dem durchgeseihten Saft und Risi-Pisi servieren. Der Braten kann auch kalt ausgeschnitten zum Nachtmahl gegessen werden.

Risi-Pisi
1 Tasse Reis, Salz, 1 ½ Tassen Wasser, 50 g Butter, 250 g grüne Erbsen, etwas Butter
Reis in Butter anrösten, mit Wasser aufgießen, salzen, zudecken und im Rohr 20 Minuten dünsten. Erbsen in Salzwasser weichkochen, in Butter schwenken und mit dem Reis vermischen.

Orangenkren
1 El Essig, wenig Wasser, 1 Tl Zucker, feingeschnittene Schale von 2 Orangen, Kren nach Bedarf
Den fein gerissenen Kren mit gewässertem Essig, Zucker und Orangenschale vermengen.
Frühlingstorte
140 g Butter, 140 g Zucker, 2 Pa. Vanillezucker, 8 Dotter, 3 Tafeln geriebene Milchschokolade, 50 g Mehl, 50 g Semmelbrösel, 8 Klar Schnee
Fülle: 140 g Butter, 140 g Zucker, 3 Tafeln geriebene Schokolade
Glasur: 100 g Zucker, 6 El Wasser, 1 El feinst passierter Spinat, Staubzucker nach Bedarf; 80 gehackte Pistazien, gestiftelte Mandeln
Butter und Zucker abtreiben, die übrigen Zutaten dazurühren, Schnee unterheben und in einer befetteten, bemehlten Tortenform backen. Auskühlen lassen, durchschneiden, füllen, mit der Glasur überziehen, mit Pistazien und Mandeln bestreuen.
Für die Fülle Butter und Zucker schaumig rühren, Schokolade untermischen. Für die Glasur Zucker mit Wasser kochen, Spinat und so viel Zucker dazurühren, dass eine dicke Masse entsteht.

www.kulinarisches-erbe.at

"Best Of" Lebensmittel-Check 2015

Welche Produkte in diesem Jahr besonders unangenehm aufgefallen sind
 
Mogelpackungen, fragwürdige Zusammensetzungen oder falsche Herkunftsangaben: Lebensmittel, die nicht halten, was sie versprechen, sind vielen Konsumentinnen und Konsumenten ein Dorn im Auge. Seit 2012 können dem Verein für Konsumenteninformation (VKI) derartige Produkte zur weiteren Überprüfung unter www.lebensmittel-check.at gemeldet werden. Der VKI prüft alle Meldungen und veröffentlicht zweimal die Woche eine Produktbesprechung samt Stellungnahme des Unternehmens. Damit wurden 2015 mehr als 100 Lebensmittel unter die Lupe genommen. Acht Lebensmittel, die 2015 den besonderen Unmut der Leser (u.a. in einem Leservoting) auf sich gezogen haben, stellt der VKI nun ab dem 23.12. gesondert in der Jänner-Ausgabe des Testmagazins KONSUMENT vor. Vier davon nun auch beispielhaft in aller Kürze:
 
Iglo Dampf-Frisch Gemüsemischung: Ein Blick auf die Zutatenliste auf der Rückseite zeigt: Neben dem dampfgegarten Gemüse wurden auch Margarine, Essig und Zucker zugesetzt. Ergo: stolze 11 Gramm Fett und 5,6 Gramm Zucker pro Portion (225 g).
 
Zurück zum Ursprung Tauernquelle Bio-Mineralwasser: Wasser wird in der EU-Bioverordnung nicht erwähnt. Denn als echtes Naturprodukt lässt es sich in der Zusammensetzung nicht beeinflussen. Statt „bio“ fand sich im Flascheninhalt aber anderes: Je nach Zeitpunkt der Messung zwischen 19 und 54 Mikrogramm Acetaldehyd – ein Abbauprodukt aus den verwendeten PET-Flaschen, das in das Wasser übergeht
 
Spar enjoy Orange-Mango Smoothie: Dieses Getränk ist nach jenen Zutaten benannt, die es am wenigsten beinhaltet: Orangensaft (14 Prozent) und Mangopüree (12 Prozent). Der große Rest besteht aus Pfirsichmark (30 Prozent), weißem Traubensaft (29 Prozent) und Apfelmark (15 Prozent).
 
Clever Kartoffelteig: Dieser wird in einem Karton verkauft, in dem zwei Beutel mit Teigpulver stecken, die kaum die halbe Höhe der Verpackung ausfüllen. Besonders anschaulich zeigt dies eine Aufnahme der Packung vor einem Röntgenschirm. Herstellerseitig wird die übergroße Verpackung als technologisch bedingt argumentiert. Fakt ist dennoch: Die Packung enthält mehr Luft als Teigpulver – und der Konsument ein Überraschung beim Öffnen ebendieser.
 
So funktioniert der VKI-Lebensmittel-Check
Die Plattform www.lebensmittel-check.at soll dazu beitragen, dass Unternehmen ihre Produkte verbraucherfreundlicher gestalten. Der VKI prüft alle von Konsumenten dort eingehenden Beiträge und holt eine Stellungnahme des Herstellers ein. Finanziell unterstützt wird das Projekt durch das Gesundheits- und das Sozialministerium.
 
SERVICE: Einen ausführlichen Bericht zum Thema gibt es ab dem 23.12. im Jänner-KONSUMENT. Produktbesprechungen werden laufend auf www.lebensmittel-check.at veröffentlicht.

Gegenbauer und Gault&Millau bei Lidl Österreich

Gegenbauer und Gault&Millau bei Lidl Österreich

Manufaktur trifft Restaurantführer bei Lidl. Wer hier an eine Utopie denkt, wird eines Besseren belehrt. Zugunsten eines Sozialprojekts haben der Wiener Essigpapst Erwin Gegenbauer, Lidl Österreich und der renommierte Guide Gault&Millau den Schulterschluss gesucht. Aus der ungewöhnlichen Zusammenarbeit ist eine Feinschmecker-Box entstanden, die ein hochwertiges Essig-Öl-Set aus Wildkräutern und den aktuellen Restaurantführer Gault&Millau Österreich enthält. Die limitierte Edition steht ab dem 26. November 2015 exklusiv in den Regalen österreichischer Lidl-Filialen.

Wien, November 2015. Wer den Qualitäts- und Geschmacksfanatiker Erwin Gegenbauer kennt, dürfte zumindest anfangs über sein neuestes Projekt überrascht sein: Lidl steht als größter europäischer Lebensmitteleinzelhändler im breiten Fokus der Öffentlichkeit und der Wiener mit seinen Manufaktur-Produkten in der Regel auf den Einkaufszetteln namhafter Köche und erklärter Genussmenschen. Genau diese Diskrepanz ist dem Unternehmer mittlerweile zuwider. „Es ist Zeit, wieder in die Normalität zurückzukehren, weg von stundenlangen, mehrgängigen Menüs, die uns von Oberlehrerpersonal erklärt werden müssen. Und weg davon, dass Supermärkte seelenlose Produkte anbieten“, erklärt Gegenbauer. „Lidl bemüht sich, sich dem Sog dieses Einheitsbreis zu entziehen. Man hat erkannt, dass der Konsument der Zukunft Authentizität und gute Qualität einfordert. Warum sollte ich also nicht auf diesem Niveau mit Lidl zusammenarbeiten?“

Der Kauf der Feinschmecker-Box hat gleich zwei Vorteile: Der Konsument erwirbt zum einen handwerklich gefertigte Lebensmittel und trägt zum anderen zur Integration von Menschen mit Handicap bei. So verwendet Gegenbauer für Lidl Österreich biologisch und saisonal angebaute Wildkräuter vom Gärtnerhof, einem Projekt des Wiener Vereins für Gemeinwesenintegration und Normalisierung, kurz GIN. Der Verein bietet Assistenz und Begleitung für Menschen mit intellektueller und mehrfacher Behinderung mit dem Ziel, Leistungsfähigkeit und Selbstständigkeit im Alltag zu verbessern. Gemäß dem Leitsatz der Biogärtnerei „Sinnvolle Arbeit durch wertvolle Produkte“ festigen die Schützlinge so nicht nur ihr Sozialverhalten, sondern liefern dem Geschmacksexperten einwandfrei hergestellte Rohprodukte. Für das Wildkräuter-Öl werden in der Wiener Öl Mühle Sonnenblumenkerne mit Kräutern wie Salbei, Amarant, Schafgabe, Minze und Beifuß gemahlen und gemeinsam gekühlt gepresst. Weitere Kräuter, die zuvor zu Wein vergoren wurden, werden anschließend im traditionellen, fast ausgestorbenen Spanbildnerverfahren langsam zu einem aromatischen Kräuteressig.

Teil der Feinschmecker-Box ist auch der bekannte Restaurantführer Gault&Millau. Erwin Gegenbauer kennt den Herausgeber der Österreich-Edition, Karl Hohenlohe, persönlich und ist stolz auf die Zusammenarbeit: „Dass sich solche Riesen wie Lidl und Gault&Millau mit einem Neun-Mann-Betrieb wie meinem solidarisieren und für soziale Projekte sensibilisieren, ist ein gutes Zeichen.“ Lidl-Kunden können soziale Verantwortung übernehmen, denn der Reinerlös aus dem Verkauf der Feinschmecker-Box kommt dem Gärtnerhof zugute.

Das Set aus jeweils einem Viertelliter Wildkräuter-Essig und Wildkräuter-Öl sowie der aktuellen Österreich-Ausgabe des Gault&Millau ist ab dem 26. November 2015 in den rund 200 Filialen des Lebensmittelhändlers Lidl Österreich für 39,99 Euro erhältlich; nur solange der Vorrat reicht.

Weitere Informationen unter www.gegenbauer.at, www.gin.at/gaertnerhof und www.lidl.at

Hagebutte

Ein Herbsthighlight für die Küche

Im Herbst entdeckt man als Spaziergänger an wilden Hecken und Sträuchern Hagebutten. Die purpurroten Früchte haben ein feinsäuerliches Aroma und schmecken nicht nur im Tee. Das Mark wird als Zutat für Suppen, pikante Soßen zu Wild, Muffins, Kuchen und Desserts verwendet. In der Konfitüre lässt sich das Wildobst mit Äpfeln, Orangen und der Kornelkirsche sehr gut kombinieren. Eine herbstliche Delikatesse ist Hagebutten-Chutney mit Feigen und Quitten. Für Hagebutten-Essig werden die Früchte leicht angestoßen, mit Kräutern wie Thymian in eine Flasche gegeben und mit Weinessig übergossen. Die Flasche verschließen, vier bis sechs Wochen an einem hellen Ort lagern und alle zwei bis drei Tage schütteln. Anschließend kann man den Essig durch ein feines Tuch filtern und zu fruchtigen Salaten genießen.

Als Hagebutte bezeichnet man die Früchte verschiedener Wildrosenarten wie die Kartoffelrose ( Rosa rugosa ) und Hundsrose ( Rosa canina ). In Süddeutschland wird sie auch „Hiffe“ genannt. Das Wildobst ist reif, wenn die Schale auf leichten Fingerdruck etwas nachgibt und sich die Früchte leicht pflücken lassen. Je nach Rosenart und Reifegrad enthalten sie zwischen 0,4 und 5 Gramm Vitamin C pro 100 Gramm. Weitere wertvolle Inhaltsstoffe sind B-Vitamine, Provitamin A und Mineralstoffe wie Eisen, Magnesium und Natrium. Der rote Pflanzenfarbstoff Lycopin gehört zu den Antioxidanzien, die den Körper vor schädlichen freien Radikalen schützen. Die Hagebutte stärkt die Abwehrkräfte und soll unterstützend bei nervösem Magen sowie Harnwegserkrankungen wirken.

Die Verarbeitung ist aber ein wenig aufwändig. Es müssen Blütenansatz, Stiel und die im Inneren der Fruchtkapsel sitzenden Samen (Nüsschen) mit ihren Härchen entfernt werden. Denn die Härchen reizen Haut und Schleimhäute, sodass beim Entkernen am besten Handschuhe getragen werden. Viele kennen dieses „Juckpulver“ aus der Kindheit. Man kann sich das Entkernen aber sparen, indem man die Früchte in wenig Wasser für 20 Minuten köchelt und durch ein feines Passiersieb streicht. Ein Schuss Zitronensaft erhöht die Haltbarkeit. Zum Rohverzehr sind Hagebutten nicht geeignet.
Heike Kreutz, www.aid.de

Wiener Bier aus Urkorn

Mit seinem neuesten Produkt, dem Wiener Bier, interpretiert Erwin Gegenbauer das Reinheitsgebot neu. Neben den typischen Zutaten Malz, Hefe und Wasser verwendet der Qualitätsfanatiker die eigens für sein Bier angebauten Urkorn-Getreidesorten Emmer und Einkorn, alles in Bio-Qualität und direkt aus Wien. Weltpremiere feiert Gegenbauers Bier vom 9. bis 11. Mai beim Genussfestival im Wiener Stadtpark.

Bier ist aktuell vor allem wegen der sehr populären Mikrobrauereien in aller Munde, die für die bewusst handwerkliche Herstellung verschiedene Hopfen- oder Getreidesorten, Aromen wie Mandarine oder Ingwer und verschiedene Malzgehalte verwenden. Erwin Gegenbauer, der die Essigbraukunst in den letzten 20 Jahren revolutioniert hat und heute in der Wiener Essig Brauerei mehr als 60 verschiedene Sorten saures Gold produziert, unter anderem Bier- und Malzessig, hegt schon lange den Traum, sein eigenes Bier auf den Markt zu bringen. Und da er kein Träumer, sondern ein Macher ist, geht der gebürtige Wiener mit seinem Bier noch einen Schritt weiter: „Ich habe es mir absichtlich schwer gemacht und nicht nur mein Bier selbst gebraut, sondern auch gleich die nötigen Zutaten direkt in Wien angebaut.“ Zwei der weltweit ältesten Getreidesorten, Einkorn und Emmer, kommen vom Haschahof im Bezirk Favoriten und gelten als kulinarische Raritäten.

Bier ist oft unterbewertet, aber hochkomplex. „Auch beim Bier gibt es Jahrgänge, die man herausschmecken kann. Nicht nur Traubenernten fallen unterschiedlich aus, bei Getreide verhält es sich ähnlich“, erklärt Gegenbauer. „Anders als die großen Brauereien gebe ich dem Wiener Bier seine Daseinsberechtigung gerade wegen seiner Einzigartigkeit.“ Dafür scheut er keine Mühen und verzichtet im Braukeller komplett auf computergestützte Verfahren. Das Ergebnis ist ein Bier mit rund sechs Prozent Alkoholgehalt, das Gegenbauers hohen Ansprüchen gerecht wird und uniformiertem Geschmack keine Chance lässt. Gerade wegen Emmer und Einkorn, strotzend vor Energie und feinwürzigen Aromen, ist das Wiener Bier zu schade, um es bloß gegen den Durst zu trinken. Um alle Facetten herausschmecken zu können, empfiehlt Gegenbauer den Genuss aus dem Weinglas. Generell möchte Erwin Gegenbauer nicht nur anspruchsvolle Bierliebhaber erreichen, sondern auch Abwechslung suchende Weintrinker gewinnen.

Hohe Qualität hat ihren Preis: Ein Liter kostet 16 Euro. „Warum sollte man ein handwerklich perfekt hergestelltes Bier, dazu auch noch in Bio-Qualität, einem Wein gegenüber abwerten, für den man locker 20 Euro ausgeben würde?“, fragt Gegenbauer, der seit kurzem den Titel Kulinarischer Botschafter der Besten Österreichischen Gastlichkeit 2014 trägt. Erstmals vorgestellt wird das Wiener Bier auf dem 7. Wiener Genussfestival vom 9. bis 11. Mai, am 15. Mai können Interessierte es außerdem im Wiener Merkur am Hohen Markt kennenlernen. Frisch gezapft gibt es Gegenbauers neuestes Produkt dann ab dem 16. Mai regulär am eigenen Stand auf dem Naschmarkt, in der Wiener Essig Brauerei und abgefüllt in der Ein-Liter-Glasflasche mit Bügelverschluss über den Webshop. Das im Sommer 2014 eröffnende Park Hyatt in Wien bietet eine exklusive Variante des Wiener Biers an, die nur dort erhältlich sein wird.

www.gegenbauer.at
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Pimpinelle

Die Pimpinelle schmeckt frisch und hat ein leicht nussiges Aroma. In Essig oder Zitronensaft eingelegt wird das Frühlingskraut gerne für Salate verwendet. Die mildwürzigen Blätter geben Fisch- und Gemüsegerichten, Kräutersuppen, Quiche, Quark- und Eierspeisen eine besondere Note. Ähnlich wie Borretsch kann man sie zur Aromatisierung von gekühlten Getränken einsetzen. Für eine leckere Gurkensuppe werden Gurken geschält, in Würfel geschnitten, mit Jogurt und Pimpinelle püriert, mit Salz und Pfeffer gewürzt und kalt serviert. Auch in der bekannten „Grünen Soße“ darf die Würzpflanze nicht fehlen.

Die Pimpinelle ( Sanguisorba minor ), auch Kleiner Wiesenknopf genannt, ist in fast ganz Mittel- und Südeuropa zu finden. Die mehrjährige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler wächst in erster Linie auf Mager- und Kalkrasen, in trockenen und lichten Gebüschen, auf Geröllhalden und an Wegrändern.

Am besten schmecken die jungen Blätter und Triebe der Pimpinelle, die sich im März und April zeigen und einfach vom Stängel streifen lassen. Im Juli und August erscheinen die zitronengelben Blüten, die ebenfalls gegessen werden können. Nach dem vorsichtigen Waschen werden die feinen Blättchen behutsam abgezupft und je nach Rezept gehackt. Das Aroma soll sich verstärken, wenn man vor dem Hacken etwas Zitronensaft oder Essig über die Blätter träufelt. Am besten gibt man das Kraut erst in das fertige Gericht, da es beim Kochen rasch an Aroma verliert.

Pimpinelle enthält reichlich Vitamin C, ätherische Öle und Bitterstoffe. Die alte Heilpflanze soll schleimlösend, blutreinigend und entzündungshemmend wirken. In der Naturheilkunde wird sie gegen Halsentzündungen, zur Blutreinigung, aber auch bei Sodbrennen, Blähungen und Durchfall eingesetzt.

Frische Pimpinelle ist außerhalb Hessens nur selten auf Bauern- und Wochenmärkten zu finden. Am besten baut man sie im eigenen Garten oder auf dem Balkon an. Da die Pimpinelle rasch verwelkt, sollte sie möglichst bald verbraucht werden.
Heike Kreutz, www.aid.de

Erwin Gegenbauer

Spanbildner die Zweite: Gegenbauers 15 Tonnen schweres Bio-Projekt rollt erneut an

Für Erwin Gegenbauer kann der Reiz eines bedeutsamen Projekts durchaus zur Besessenheit werden. Deshalb ließ er sich auch nicht vom ersten missglückten Aushebungsversuch des 80 Jahre alten Spanbildners in Gumpoldskirchen entmutigen und organisierte für den zweiten Anlauf einen Spezialkran für extra hohe Lasten, damit das Unterfangen gelingt. Genau dieser kam schon einmal für die Firma Gegenbauer für das saure Einlegen von Gurken zum Einsatz: vor mehr als 40 Jahren, da war Erwin Gegenbauer noch ein Kind und fasziniert vom Duft des „Holzessigs“. Bisher bezog der Wiener die Grundlage seiner Haus Essige extern von eben diesem Spanbildner, durch den Erwerb kann er das alte Handwerk jetzt selbst ausüben und steigt mit der Herstellung eines Urkorn Essigs in die Bio-Produktion ein.

Was lange währt, wird endlich gut, denn in der Nacht vom 27. auf den 28. Mai geht für Erwin Gegenbauer ein lang gehegter Traum in Erfüllung: Mehr als zehn Jahre Vorbereitung waren nötig, bis der Essigpapst den letzten Buchenspanbildner in Mittel- und Westeuropa fand. In einer spektakulären Nacht-und-Nebel-Aktion bringt ein Tieflader mittels Sondertransport den tonnenschweren Holzbottich aus Gumpoldskirchen zur Wiener Essig Brauerei, wo er mit einem Kran vom benachbarten Supermarktparkplatz über die Balsam Essig Fässer auf dem Dach in den Hof gehoben wird. Schon beim Erstversuch scheute der Geschmacksexperte keine Kosten und Mühen und beweist nun beim zweiten Anlauf erst recht, dass Qualität und Handwerk für ihn großgeschrieben werden, schließlich gehören Risiken und Unwägbarkeiten einfach zum Leben dazu. In Reminiszenz an seine saure Familiengeschichte und in Hinblick auf das wachsende Bedürfnis der Konsumenten nach einwandfrei hergestellten Produkten zu für jedermann leistbaren Preisen, will sich der Essigexperte mit Hilfe des Buchenspanbildners auf dem Bio-Markt etablieren. Gleichzeitig erlernt er das traditionelle Spanbildnerverfahren, das ihn seit seiner Kindheit nicht mehr loslassen will.

Erwin Gegenbauer macht seinem Namen als kreativer Ideensammler wieder alle Ehre, denn neben der ursprünglich geplanten Herstellung des Buchenspanessigs, als Grundlage für seine bisherige Linie der „demokratischen“ Hausessige, geht er noch ein zusätzliches Projekt an. Herausgefordert durch den misslungenen ersten Einhebungsversuch pflanzte sich eine weitere Idee in den Kopf des Wieners: Seit mehr als zehn Jahren beschäftigt er sich mit Produktentwicklungen in Richtung Bier – was ließe sich aus den Komponenten wohl alles herstellen? Antwort gibt die ungewöhnliche Anschaffung und Einhebung des 15 Tonnen schweren Bildners, denn damit startet Erwin Gegenbauer ab dem Frühsommer die Produktion eines echten Wiener Essigs, vom Samen bis zur Veredelung.

Im Wiener Stadtteil Favoriten wird Urkorn wie Emmer und Einkorn, zwei der ältesten Getreidesorten überhaupt, biologisch angepflanzt. Um Essig zu gewinnen, muss das Urkorn zunächst gemälzt, also zum Keimen gebracht werden. Anschließend folgt die Trocknung und Schrotung des entstandenen Urkornmalzes. Im nächsten Schritt wandelt sich die Stärke in Zucker um, und die sogenannte Würze, eine süße aromatische Flüssigkeit, wird anschließend mit Hefe versetzt und alkoholisch vergoren. Im Spanbildner ist dieser Sud dabei in konstanter Bewegung und rieselt ohne Unterlass über mit Essigsäurebakterien bedeckte Buchenspäne, wobei der Alkohol wiederum zu Essigsäure vergoren wird – so entsteht der Urkorn Essig mit Bio-Siegel. „Ich freue mich schon sehr darauf, dass ich ab sofort selber Hand anlegen kann. Durch meine Arbeit mit dem Bildner haben Konsumenten demnächst die Möglichkeit, einen handwerklich hergestellten Essig zu einem guten Preis zu kaufen. Es zieht mich zu meinem Großvater zurück, der ja Sauerkraut für die breite Bevölkerung herstellte.“

Mit dem Schritt zurück zu den Wurzeln und in Richtung biologisch erzeugte „Lebens-Mittel“ öffnet sich Erwin Gegenbauer für die Vermarktung auf breiter Basis. Der neue Urkorn Essig wird in Viertelliter-Glasflaschen für unter fünf Euro verkauft werden und im Webshop gelistet. Die Premiumlinie mit den bewährten und weltweit geschätzten Produkten wird von dem neuen Projekt nicht berührt und wie immer kontinuierlich um weitere Geschmackserlebnisse erweitert.

Zur feierlichen Einhebung des Bildners in den frühen Morgenstunden des 28. Mai von ein bis voraussichtlich fünf Uhr morgens wird der Wiener Gastkoch Xandi Müller herzhaftes Gulasch mit Granitbier von der Hofstettner Brauerei reichen.

www.gegenbauer.at

Löwenzahn

Löwenzahn: die Delikatesse von der Wiese

Im Frühling blüht der Löwenzahn und sorgt für leuchtend gelbe Farbtupfer auf den Wiesen. Dabei ist die Pusteblume nicht nur schön anzuschauen, sondern auch in der Küche vielseitig einsetzbar. Blätter, Knospen, Blüten und sogar die Wurzeln sind essbar.

Löwenzahn – wissenschaftlich Taraxacum officinale – zählt zu den bekanntesten Wildkräutern und ist vor allem auf stickstoffreichen Böden zu finden. Er bevorzugt einen sonnigen und hellen Standort wie Wiesen und Ackerränder. Die Pflanze enthält reichlich Vitamin C, Vitamin A, Magnesium, Kalzium sowie wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe und hat viele positive Wirkungen auf den Körper. So soll sie Entzündungen hemmen und den Appetit, Stoffwechsel und Verdauung anregen.

Die zarten gezackten Blätter des Löwenzahns schmecken im Salat und auch in Kombination mit anderen Wildkräutern. Dabei lässt sich der etwas herbe Geschmack durch einen Schuss Sahne oder Schmand im Dressing abmildern. Die Blätter können auch ähnlich wie Spinat kurz blanchiert und als Gemüse verwendet werden. Der bitter-würzige Frühlingsbote ist dabei als Wildkräuterrisotto und Pesto, in der Suppe, in Eierspeisen und im Quark ein Genuss. Für ein Löwenzahnpesto beispielsweise werden ein Bund Löwenzahnblätter, Knoblauch, Olivenöl, Zitronensaft, geröstete Sonnenblumenkerne und Parmesan püriert und mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt.

Wer es süß mag, kann die frischen Blüten zu einem Gelee oder einem honigartigen Sirup für einen Brotaufstrich verarbeiten. Aus den getrockneten Wurzeln des Löwenzahns lässt sich Tee und aus den jungen Knospen „Kapern“ herstellen. Für Kapern gibt man die Löwenzahnköpfchen mit Essig, Estragon, Petersilie, Knoblauch und Zwiebelringen in ein verschließbares Glas. Nach acht bis zehn Wochen können Feinschmecker die eingelegten Blütenknospen genießen.

Am besten sammeln Sie Löwenzahn im eigenen Garten oder von Wiesen an verkehrsarmen Straßen. Jetzt im Frühling sprießen die jungen zarten Triebe aus der Erde. Diese enthalten weniger Bitterstoffe und sind daher besonders schmackhaft. Am besten wird vor der ersten Blüte geerntet. Grundsätzlich sollte man Wildkräuter gründlich reinigen und möglichst noch am selben Tag verarbeiten und essen.
Heike Kreutz, www.aid.de

Richtiges Fensterputzen

Mit Essigwasser den Winterdreck von den Fenstern holen

Noch ist Winterzeit, aber der Frühjahrsputz naht. Die Landzeitschrift daheim in Deutschland aus dem Verlag Reader’s Digest gibt in ihrer Februar/März-Ausgabe (Kennenlern-Preis am Kiosk: 1€) interessante Tipps, wie man Fenster und Scheiben sauber bekommt – und zwar nicht mit handelsüblichen Reinigungssubstanzen, sondern mit altbewährten Hausmitteln, wie sie schon die Großeltern verwendeten.

So lassen sich normal verschmutzte Scheiben mit einer Mischung aus 1 l Wasser und 250 ml Essig problemlos reinigen. Nach der Säuberung empfiehlt es sich, die Scheiben mit Küchen- oder Zeitungspapier zu polieren. Wenn die Scheiben nach dem Winter besonders stark verschmutzt sind, gibt es zwei Varianten: Entweder die Fenster mit einer Zwiebelhälfte oder mit purem Essig abreiben, danach mit reinem Wasser abwischen. Ein sehr altes Hausmittel, das frühere Generationen gerne bei verschmutzten Fenstern verwendeten, sind Brennnesseln.
daheim in Deutschland schildert in der neuen Ausgabe die Vorgehensweise: Man nimmt einen Eimer mit einem Liter Wasser, gibt einen Spritzer Essig dazu, taucht dann ein Bund frische Brennnessel hinein, knüllt die Blätter leicht zusammen und reibt damit die Fenster ab – natürlich mit Handschuhen. Eine weitere Möglichkeit, um die Fenster und Glastüren vom Dreck und Staub des Winters zu befreien, ist die Verwendung eines Spritzers Glyzerin, wie man es in Drogerien und Apotheken erhält.

Wild, Waldbeeren und Pilze sicher genießen

Da Wild-Fleisch in der Regel zäher ist als das von Schlachttieren, sind in der Wildküche Marinaden beliebt: Essig, Wein oder Buttermilch können das Fleisch zarter und saftiger machen – Wild immer ganz durchgaren

Die Saison für frisches Wild hat begonnen. Sie dauert je nach Tierart bis Januar. Und wer sich in Wald und Flur auskennt, kann in den nächsten Wochen noch Beeren und Pilze sammeln gehen. Sie harmonieren gut mit dem Fleisch von Reh, Hase und Co. Die VERBRAUCHER INITIATIVE e. V. bietet Informationen über Essbares aus freier Wildbahn sowie Tipps für einen sicheren Genuss und eine wohlschmeckende Zubereitung.

„Gerichte mit Wildfleisch sind eine besondere Gaumenfreude und bereichern in der kalten Jahreszeit den Speiseplan“, so Alexandra Borchard-Becker, Ernährungswissenschaftlerin bei der VERBRAUCHER INITIATIVE gegenüber Gourmet Report. Wildfleisch kann z. B. über Jäger, Wildhändler oder gut sortierte Supermärkte bezogen werden. Es stammt nicht immer aus freier Wildbahn, oft wird sogenanntes Gatterwild angeboten. Da Wild-Fleisch in der Regel zäher ist als das von Schlachttieren, sind in der Wildküche Marinaden beliebt. Essig, Wein oder Buttermilch können das Fleisch zarter und saftiger machen. Wegen der häufiger auftretenden Krankheitserreger muss es stets vollständig durchgegart werden. Drückt man es mit dem Finger leicht ein, gibt fertig gegartes Wildfleisch nicht mehr nach. Der beim Anstechen austretende Fleischsaft sollte nicht mehr rosa sein.

„Der meist kräftig-herbe Wildgeschmack passt hervorragend zu Gemüse der Saison wie Kohl oder Pilzen, aber auch zu süß-säuerlichem Obst und Wildbeeren“, empfiehlt die Ernährungswissenschaftlerin. Wilde Pilze lassen sich mit Speisepilzen, Beeren und mit anderen Früchten bestens kombinieren. Für die ungetrübte Freude an herbstlichem Pilzragout oder dem Beerenkompott sollten Sammler sich genau auskennen und umsichtig handeln. Wer in die Pilze geht, sollte die essbaren und die tödlich giftigen Arten zweifelsfrei erkennen können. Wegen der dramatischen Folgen eines Fehlgriffs gilt für Pilze und Beeren immer: Im Zweifel Hände weg! Als Sammelorte sollten abgelegene Stellen bevorzugt werden, denn an Straßenrändern und auf Industriebrachen ist die Belastung mit Umweltschadstoffen oft hoch. In Naturschutzgebieten und bei gefährdeten Arten herrscht absolutes Pflück-Verbot. Gesammelte Pilze sollten gleich verarbeitet oder kurz erhitzt und eingefroren werden. Aus Wildbeeren
lässt sich Kompott, Konfitüre, Gelee oder Saft herstellen.

Die 24-seitige Broschüre „Wild & Wildpflanzen“ stellt heimische Wildarten vor, informiert über die besondere Rolle der Jäger und wirft einen kritischen Blick auf exotische Fleischsorten. Sie gibt einen Überblick über heimische Kräuter, Beeren und Pilze. Hinweise zum Sammeln und Lagern der wilden Genüsse ergänzen das Angebot. Das Heft kann für 4,00 Euro (inkl. Versand) unter www.verbraucher.com bestellt oder für 2,50 Euro heruntergeladen werden.