Der Apfel – wissenswertes

Apfelgenuss rund ums Jahr
Äpfel sind seit Jahren das beliebteste Obst hierzulande. 18,7 Kilogramm* der runden Früchte wurden 2013 in jedem Bundeshaushalt durchschnittlich eingekauft. Der Anteil aus Deutschland nimmt im Handel stetig zu: Im vergangenem Jahr kamen fast zwei Drittel aller erworbenen Äpfel aus heimischem Anbau.

Deutschland ist in Europa einer der bedeutendsten Apfelerzeuger: Jährlich werden hier rund eine Million Tonnen der knackigen Früchte geerntet. In fast allen Bundesländern wird das Obst angebaut. Die wichtigsten Apfelregionen liegen an der Niederelbe, am Bodensee, im Rheinland und in Sachsen. Bundesweit sind mehr als 20 Apfelsorten im Handel erhältlich. Am häufigsten angebaut werden der aromatisch-saftige Elstar, der säuerlich-aromatische Jonagold und Jonagored, gefolgt von dem süß-säuerlichen Braeburn, dem süßen Gala sowie dem milden Idared. Auf dieses Quintett entfallen insgesamt 60 Prozent der deutschen Produktion.

Das ganze Jahr über verfügbar
Nach der Ernte im Spätsommer und Herbst wird ein Großteil der Früchte eingelagert. Die ausgefeilten Lagertechnologien sind besonders schonend und sorgen dafür, dass das Obst lange frisch und lecker bleibt. Einige Apfelsorten sind besonders lagerfähig und können bis zum Beginn der neuen Ernte verwahrt werden. Den Verbrauchern stehen so ganzjährig deutsche Äpfel zur Verfügung.

Jederzeit einsetzbar
Zu jeder Jahreszeit gibt es für Äpfel den richtigen Partner im Obst- und Gemüseregal. Generell gilt: Gegensätze ziehen sich an. Für süße Speisen eignen sich eher säuerliche Sorten, in deftigen Gerichten machen sich süße Äpfel besser. Die leckersten Kombinationen für jede Saison werden im Folgenden vorgestellt:

Winter: In der kalten Jahreszeit lassen sich die Früchte zu deftigen Hauptspeisen kombinieren. Neben dem aromatischen Rotkohl oder Chinakohl macht sich leicht süßliches Wurzelgemüse wie Möhren oder Rote Beete besonders gut. Herzhafte Salate mit Chicorée oder Feldsalat werden durch Apfelsorten wie Golden Delicious, Cameo und Pinova abgerundet. Tipp: Wer Äpfel nicht immer stifteln oder raspeln will, kann auch Apfelspalten in etwas Fett anbraten und warm auf den Salat geben.

Frühling: Im Frühjahr greift man besonders gerne zu leichten Speisen. Pflück- und Kopfsalate lassen sich mit Äpfeln wie Evelina und Fuji und Radieschen verfeinern. Wer es kräftiger mag, greift zu einer Apfelvinaigrette. Dafür Äpfel und Zwiebeln in feine Würfel schneiden, mit Öl und Apfelessig verrühren und mit Salz, Pfeffer und etwas Zucker abschmecken. Leckermäulchen können Pfannkuchen mit Apfelscheiben verfeinern.

Sommer: Es ist Beerenzeit! Apfelsorten wie Cox Orange, Gloster, Ingrid Marie oder Jonagored harmonisieren in Süßspeisen wunderbar mit Brombeeren und peppen fruchtige Bowlen und erfrischende Cocktails auf. Der klassische Apfelkuchen darf auch in den Sommermonaten auf keiner Kaffeetafel fehlen und gelingt besonders mit den Sorten Boskoop, Elstar oder Jonagold.

Herbst: Wärmende Gerichte sind in der zweiten Jahreshälfte gefragt. Äpfel wie der Gala oder der Cox Orange verfeinern nicht nur Suppen und Eintöpfe, sondern runden zudem Ofengerichte mit Kürbis und Wurzelgemüse ab. Endivien- oder Pflücksalate mit Käse und Zwiebeln erhalten durch das Obst eine fruchtige Note. Der aromatische Bratapfel mit Nüssen und Rosinen oder Nachspeisen mit saftigen Birnen lassen die Herzen von Obstliebhabern höher schlagen.

*Quelle: Agrar-Informations Gesellschaft (AMI) 2014

Das 1 x 1 der Äpfel

Warenkunde: Vom Alten Land bis zum Bodensee pflücken die heimischen Erzeuger jetzt wieder frische Äpfel. Auch wenn die Ernte etwas geringer ausfällt als im vergangenen Jahr – die Qualität der Früchte wird durch wetterbedingte Ernteschwankungen nicht beeinträchtigt. Gut für die deutschen Verbraucher, denn Äpfel sind hierzulande die unangefochtene Nummer eins: 19,2 Kilo kauften die Deutschen im vergangenen Jahr pro Haushalt.

Äpfel sind wahre Alleskönner in der Küche: Sie schmecken pur, in Süßspeisen oder in herzhaften Gerichten. Für jeden Geschmack gibt es das Passende: Bundesweit sind mehr als 20 Apfelsorten im Handel erhältlich. Besonders beliebt sind hierzulande Elstar, Jonagold und Braeburn. Doch welche Äpfel eignen sich am besten zum Backen oder Kochen? Welche Sorte mag es süß, welche deftig? Das Pressebüro Deutsches Obst und Gemüse liefert die wichtigsten Antworten.

Welche Sorten eignen sich zum Backen?
Gegensätze ziehen sich an: Für den klassischen Apfelkuchen empfehlen sich eher säuerliche Sorten wie Boskoop, Elstar oder Jonagold. Auch internationale Delikatessen wie die französische Tarte Tatin oder der österreichische Apfelstrudel mögen es gerne etwas sauer. Cox Orange, Gloster, Ingrid Marie oder Jonagored runden durch ihr frisches Aroma die süßen Speisen ab.

Welche Äpfel passen zu herzhaften Gerichten?
Umgekehrt gilt: In deftigen Hauptspeisen sind süße Sorten besser aufgehoben. Zu Rotkohl, Schweinebraten oder Speckpfannkuchen passen die süßlichen Vertreter Golden Delicious, Cameo, Pinova und Shampion. In das rheinische Nationalgericht „Himmel un Ääd“ gehören ebenfalls Äpfel wie Gala oder Cox Orange.

Frisch aufgetischt – was schmeckt pur?
Alle Tafeläpfel schmecken pur und sind der perfekte Snack für zwischendurch. Feste Äpfel geben aber auch Rohkost-Gerichten den nötigen Biss: Die Sorten Evelina und Fuji harmonisieren mit einem Waldorfsalat. Zu kräftigem Käse macht sich der süß-säuerliche Braeburn gut. Im Obstsalat schmeckt der saftige Delbarestival. Tipp: Die aufgeschnittenen Äpfel mit etwas Zitronensaft beträufeln – so gibt es keine braunen Stellen.

Bratäpfel und Kompott – wie gelingen die süßen Leckereien?
Für die Zubereitung von Bratäpfeln eignen sich Sorten, die im Ofen ihre Form behalten, wie der Boskoop oder der Holsteiner Cox. Wer Apfelkompott selber zubereiten will, greift am besten zu gelben Apfelsorten wie dem Golden Delicious. Tipp: Die Äpfel vor dem Einkochen nicht schälen – die Pektine unter der Schale sorgen dafür, dass das Apfelmus geliert.

Was ist bei Einkauf und Lagerung zu beachten?
Beim Einkauf verrät eine feste, glänzende Schale, dass die Äpfel frisch sind. Die Früchte mögen es kühl und dunkel und lassen sich deshalb ideal im Kühlschrank aufbewahren. Tipp: Äpfel immer einzeln lagern. Sie verströmen Ethylengas, das die Reifung von anderem Obst oder von Gemüse beschleunigt.

Apfel-Genuss in Zahlen:
• Auf einer Fläche von 31.640 Hektar werden in hierzulande Äpfel angebaut. Die größten Anbaugebiete liegen in Baden-Württemberg (10.172 Hektar) und Niedersachsen (8.163 Hektar).
• Verbraucher greifen gern zu heimischer Ware: Zwei von drei Äpfeln stammen aus Deutschland.
• In diesem Jahr wird eine Ernte von 802.000 Tonnen Äpfel erwartet.
via Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI)

Stichprobe zu Apfel-Preisen in Supermärkten: Merkwürdiger Einheitspreis

Viele Supermärkte setzen auf ein merkwürdiges Einheits-Preissystem: Für lose Äpfel müssen Kunden meist 1,99 Euro pro Kilo berappen – egal, zu welcher Jahreszeit, egal, welche Sorte sie in den Beutel stecken. Auch dass wie in dieser Saison eine überaus gute Ernte für billigere Preise gesorgt hat, beeindruckt die Ketten nicht. Bei verpackter Ware dagegen herrscht meist billigere Preisvielfalt. Das zeigt eine Stichprobe, bei der die Verbraucherschützer die Obsttheken von Supermarkt-Ketten unter die Lupe nahmen.

Ein Apfel ist ein Apfel ist ein Apfel. Jedenfalls dann, wenn er als lose Ware in Supermärkten wie Real, Rewe oder Netto, Kaufland oder Kaiser’s angeboten wird. In diesem Fall gilt: Ob Braeburn, Pink Lady oder Gala Royal, ob zwischengelagert im Winter oder im Herbst praktisch vom Baum in den Handel gefallen, ob in der Region geerntet oder weitgereist aus Übersee – fast stets kostet ein eigenhändig in den Beutel gepackter Apfel 1,99 Euro pro Kilogramm. Das ergab eine Stichprobe, bei der die Düsseldorfer Verbraucherschützer Obsttheken von fünf Supermarkt-Ketten sichteten.

Rund zehn Apfelsorten der Klasse I hatte zum Beispiel Real als lose Ware im Sortiment, den heimischen Elstar, einen Granny Smith aus Italien oder eine Pink Lady aus Frankreich – alle zu 1,99 Euro das Kilo. Ein ähnliches Stillleben bot sich bei Kaufland: Zehn Sorten – derselbe Preis. Die Cent-genaue Einigkeit fand sich ebenfalls bei den Konkurrenten Netto, Rewe und Kaiser’s.

Und das erstaunt. Denn wer über die Einheitspreis-Waagen hinaus schaut, trifft auf eine andere Apfel-Welt. Schon am Beginn der Vermarktungskette verkaufen die großen Erzeugerorganisationen wie Elbe-Obst und Bodenseeobst preislich stark differenziert. Die Sorten Boskoop und Cameo beispielsweise starteten vergangene Saison mehr als doppelt so teuer wie Jonagold.

Auch auf Großmärkten wie dem Düsseldorfer klaffen die Sorten-Preise auseinander. So notierten die Tester der Verbraucherzentrale NRW, dass für Jazz fast das Vierfache zu berappen war wie für Elstar. Und ebenso variierten die Sortenpreise auf den Wochenmärkten und in den Bioläden bei loser Ware heftig. Oftmals von 99 Cent bis 2,99 Euro pro Kilo.

Kurios: Selbst die Einheitspreis-Verfechter machen Unterschiede – allerdings nur bei vorgepackten Äpfeln. Die nämlich befinden sich – oftmals in der Qualitäts-„Klasse II“ – im heftigen Preis-Wettbewerb. Wer zum Zwei-Kilo-Beutel oder Six-Pack in der Schale greift, zahlt dabei im Vergleich zur gleichen losen Sorte meist deutlich weniger.

Ein Beispiel : Die Ein-Kilo-Schale Gala (Klasse I) war bei Real mit 1,49 Euro ein Viertel billiger als die selbst Abgewogenen (Klasse I). Bei einigen Anbietern sank so der Kilo-Preis von 1,99 Euro bis auf 86 Cent.

Verantwortlich für das merkwürdige 1,99-Euro-System, so lassen die Ketten verlauten, seien angeblich die Kunden. Die nämlich „kaufen oftmals mehrere Sorten gemischt in einem Beutel“ (Kaiser`s). Das sei auch bei Real „grundsätzlich gelebte Praxis“, sodass es an der Waage mittlerweile nur noch eine Taste für lose Äpfel gebe.

Verboten ist das nicht. Denn rechtlich liegt die Preisgestaltung in der Hand des Einzelhandels. Überaus ärgerlich allerdings: Verbrauchern ist es so verwehrt, bei loser Ware eine billigere Apfelsorte zu wählen. Wer sparen will, muss zur umweltschädlicheren Variante, also zum Apfel unter Plastik greifen, die obendrein oft nur in Klasse-II-Qualität offeriert wird.

Besonders betroffen davon sind in diesem Jahr die Freunde gängiger Sorten wie Golden Delicious, Jonagold und Elstar. Schließlich hat eine überaus gute Ernte für günstigere Preise gegenüber dem Vorjahr gesorgt: im Schnitt um bis 20 Cent je Kilo, weit mehr noch bei Jonagold. Doch bei loser Ware kassieren die meisten Supermärkte unbeeindruckt weiterhin 1,99 Euro ab.

Den Hauptgrund dafür sehen Kenner der Branche in dem Misstrauen, das Märkte gegen Kundschaft und Mitarbeiter hegen: Obstkäufer könnten beim Auswiegen und Auszeichnen teurere Sorten in den Beutel mischen, was an der Kasse unentdeckt bliebe.

„Mehr Fachpersonal für Obst und Gemüse“, empfiehlt da Dr. Egon Treyer. Der Geschäftsführer der Marktgemeinschaft Bodenseeobst, einer der größten Erzeugergemeinschaften von Äpfeln, kann über den 1,99-Euro-Einheitspreis nur den Kopf schütteln: „An der Fleischtheke hat schließlich auch jede Wurstsorte ihren eigenen Preis.“

Äpfel aus Deutschland – Für jeden Einsatz den passenden Spieler

Auf fast 900.000 Tonnen schätzt die Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI), unterstützt von zahlreichen Anbauberatern und Vertretern der Erzeugerorganisationen, die Apfelernte 2011. Unter dem Einfluss regionaler Nachtfröste fallen die Ernteaussichten sehr unterschiedlich aus. Der Bodensee und Sachsen melden eine gute bis sehr gute Erntemenge, während der Norden, der Nordosten, das Rheinland und auch teilweise die Neckar-Region unter herben Verlusten leiden. Die Hauptsorten Elstar mit einer Schätzung von 177.000 Tonnen und Jonagold mit 136.000 Tonnen zeigen zwar gegenüber 2010 einen Zuwachs von knapp 20 Prozent, sie können aber nicht annähernd an die Spitzenmengen vorangegangener Jahre anknüpfen.

Apfel ist nicht gleich Apfel – jede Sorte punktet auf ihre Weise

Äpfel sind so vielfältig einsetzbar, wie es Sorten gibt. Und weil Apfel nicht gleich Apfel ist, hat jede Varietät ihre Stärken, die es in der Küche auszuspielen gilt. Ob Kompott, Mus, Kuchen, Saft oder auf pikante Weise – für jeden Einsatz gibt es den perfekten Spieler. Und auch, ob der Apfel gekocht oder gebacken wird, macht einen Unterschied. Trotzdem sollten sich Experimentierfreudige nicht entmutigen lassen: Oft kommen durch Eigenkreationen und den spielerischen Einsatz der Baumfrüchte leckere und überraschende Geschmackskompositionen heraus!

Gegensätze ziehen sich an

Als Faustregel kann sich jeder Hobbykoch folgendes merken: In süßen Speisen wie Apfelschnee oder Apfelkuchen kommen säuerliche Sorten besser zum Ausdruck. Sie bringen ein frisches Aroma mit, das die süße Speise aufpeppt. In Frage kommen zum Beispiel Boskoop, Braeburn, Cox Orange, Gloster, Ingrid Marie und Jonagored. Zimt intensiviert übrigens das natürliche Aroma der Früchte.
Umgekehrt gilt: In pikanten Gerichten sind süße Sorten besser aufgehoben. In Rotkraut, als Füllung für den Schweinebraten beziehungsweise die Weihnachtsgans oder im Apfel-Speck-Eierkuchen sind unter anderem Gala, Golden Delicious, Idared, Jonagold, Pinova und Shampion bewährte Partner.

Tafel-, Back- und Kochäpfel

Äpfel werden, je nach Zubereitungszweck, in drei Kategorien eingeteilt: Tafel-, Back- und Kochäpfel. Doch es gibt reichlich Überschneidungen und zahlreiche Sorten sind auf vielfältigste Weise in der Küche einsetzbar – und schmecken vor allem frisch von der Hand in den Mund! Hinzu kommt der eigene Geschmack: Der eine nimmt Boskoop aufgrund seiner extremen Säure und herben Noten nur für Apfelkuchen und Bratapfel, ein anderer liebt gerade diese Aromen im Mund und verzehrt den großen Apfel mit der matten Schale vorzugsweise pur und unverarbeitet.

Empfehlungen für den Einsatz von Apfelsorten

Für Apfelkuchen eignen sich Varietäten, die ihre Form bewahren und dazu nicht allzu saftig sind, damit der Teig nicht zu sehr durchnässt. Empfehlenswert sind Boskoop, Jonagold und Elstar.
In Apfelkompott kommen am besten sehr saftige und bissfeste Sorten wie Idared und Elstar zur Geltung, denn bei Kompott wünscht sich der Hersteller, dass die Früchte nicht komplett zerfallen.
Genau dieser Effekt ist für Apfelmus jedoch erwünscht. Daher sollten Köche zu Früchten mit lockerem Fleisch greifen, da diese beim Kochen schnell zerfallen und das Pürieren leicht fällt. Wer keinen Pürierstab hat, nimmt einfach die Flotte Lotte. Als geeignete Sorten erweisen sich Braeburn und natürlich der Küchen-Klassiker Boskoop.
Der große Boskoop mit der festen Schale eignet sich natürlich auch perfekt für Bratäpfel. Das Füllen ist einfach und im Backofen bleibt er in Form. Alternativ empfehlen sich Gloster, Cox Orange und Elstar – natürlich aus heimischem Anbau.
Gedörrte Apfelringe sind leicht selbstgemacht. Hierfür kommen am besten Idared, Golden Delicious und – wen wundert’s? – Boskoop zum Einsatz.
In Salaten, sowohl pikanten mit grünem Salat als auch süßem Obstsalat, machen Tafeläpfel wie Braeburn und Jonagored eine gute Figur. Etwas Zitronensaft oder einige Stückchen Ananas verhindern das bräunliche Anlaufen der Äpfel. So bleibt der Salat auch optisch ein Genuss!

Äpfel aus Deutschland – Aktuelle Apfelernte bringt frisches Obst auf den Tisch

Die Apfelernte hat begonnen

Mit den Frühsorten wie Delbarestivale, Roter Gravensteiner und Jamba beginnt die Saison. Die Haupternte startet Ende August bzw. Anfang September. Dann sind die beliebten Sorten Elstar und Gala reif. Etwas später werden Jonagold, Jonagored und Braeburn geerntet, die ebenfalls unter zu zehn meistgekauften Sorten gehören. Zu den größten Anbaugebieten zählen übrigens das Alte Land bei Hamburg und die Bodensee-Region. Auch die Gegenden am Neckar sowie um Dresden in Sachsen, die Anbaugebiete in Rheinhessen, dem Rheinland und Thüringen gehören zu den wichtigsten heimischen Apfel-Herkünften.

Äpfel aus heimischen Anbaugebieten sind beliebt und der Wunsch nach Regionalität steigt. Die Apfelbranche reagiert und passt die bestehenden Anbauflächen, insbesondere für Elstar, Gala und Braeburn, den Verbrauchwünschen an. Auch auf neue Varietäten wie Junami®, Kanzi®, Rubens® und Red Prince® setzen viele Erzeuger. Dabei handelt es sich um Kreuzungen und Sorten, die speziell an den aktuellen Konsumentengeschmack angepasst wurden: süßsäuerlich und schön saftig!

Erntebesonderheiten: Von Alternanz und Mondäpfeln
Nicht in jedem Jahr ist das Angebot heimischer Äpfel gleich groß, schließlich handelt es sich um ein Naturprodukt! Die Schwankungen im Ertrag nennen Experten auch Alternanz. Damit ist die Tatsache gemeint, dass Apfelbäume in einem Jahr viele Früchte tragen, im darauffolgenden wieder weniger.
Den richtigen Zeitpunkt für die Ernte zu finden, ist eine besondere Herausforderung. Dabei helfen die Anbauberater der Erzeugerorganisationen. Sie prüfen die Reife anhand verschiedener Kriterien wie Größe, Zuckergehalt und Ausfärbung. Dann geben sie Empfehlungen ab, die die Apfelbauern bei ihrer Arbeit unterstützen.
Doch aufgepasst: Pflückreife, also wann der Apfel gepflückt werden kann, und Genussreife sind nicht dasselbe! Es gibt Sorten, die erst eine Zeit lang gelagert werden müssen, um ihr volles Aroma auszubilden. Erst dann sind sie genussreif und kommen in den Handel. Frühsorten wie Delbarestivale® schmecken übrigens direkt vom Baum – bei ihnen fallen Pflück- und Genussreife zusammen.
Wer an die besonderen Kräfte des Vollmonds glaubt, kann sogar „Mondäpfel“ aus deutschen Anbaugebieten kaufen! Man sagt ihnen nach, dass Nährstoffe konzentrierter vorkommen und die Früchte länger frisch bleiben.

Von der heimischen Plantage bis in die Obstabteilung
Die Reise der Äpfel vom Baum bis in den Supermarkt ist abwechslungsreich, folgt aber stets dem gleichen Ablauf. Während dieser arbeitsintensiven Zeit werden viele Hände gebraucht. Bei Familienbetrieben packen natürlich alle mit an. Unterstützung finden sie durch Erntehelfer, die häufig aus dem Ausland kommen. Meist hat jeder Betrieb ein festes Team, das Jahr für Jahr bei der Ernte hilft. So ist man bereits eingespielt und der Apfelbauer weiß, dass er auf seine Mannschaft vertrauen kann.
Der Apfelbauer fährt mit einem Traktor und mehreren Anhängern durch die Obstplantage. Dieses Gefährt sieht aus wie ein kleiner Zug, da mehrere Anhänger hintereinander hängen. Er passt genau zwischen den Apfelbaumreihen hindurch, und sogar die Erntehelfer haben noch rechts und links vom Wagen Platz.
Da es sich bei den Bäumen auf den Plantagen um nicht besonders hohe Exemplare handelt, können sogar die zuoberst reifenden Äpfel bequem von Hand gepflückt werden. Einzeln werden sie in gepolsterte Körbe gelegt, die wiederum vorsichtig in größere Kisten entleert werden sobald sie voll sind. Von diesen stehen gleich mehrere auf dem Gefährt, das wie ein kleiner Zug aussieht.
Als Naturprodukt ist es selbstverständlich, dass nicht alle Äpfel an einem Baum zur gleichen Zeit reif sind. Daher sind mehrere Durchgänge notwendig, bis alle Äpfel zum genau richtigen Zeitpunkt geerntet wurden. Dies ist sehr aufwendig, sorgt aber für perfekt ausgereifte Früchte mit dem gesuchten Aroma.
Die Äpfel werden zu einer Sammelstelle der zuständigen Erzeugerorganisation gebracht. Dort werden sie nach Sorten getrennt durch eine Wasch- und Sortieranlage geschleust. Sie sieht auch wie ein großes Schwimmbecken mit verschiedenen Bahnen. Eine komplexe Fotoanlage entscheidet für jeden Apfel, in welche der Schwimmbahnen er einsortiert wird. Abhängig ist dies von der Größe und von seiner Farbe. Die Kamera macht dazu von jedem einzelnen Apfel bis zu 70 Bilder, davon 35 in schwarzweiß, da Fehler aufgrund der Schattierung besser erkennbar sind, und 35 in Farbe. Schließlich werden die Früchte nach Sorte, Größe und Farbe in eckigen Aufbewahrungsboxen ins Lager gebracht, wo sie in der für sie notwendigen Reifezeit ihr Aroma ausbilden können. Sind sie genussreif, werden sie in den angeschlossenen Packstationen nach Kundenwunsch abgepackt und in den Handel gebracht.

Regional produzierte Produkte punkten
Je nach Umfrage wählen die Hälfte bis zwei Drittel der deutschen Verbraucher bewusst regionale Lebensmittel. Kein Wunder, punkten regional produzierte Lebensmittel doch mit zahlreichen Vorteilen: Zum einen ist dies den kurzen Transportwegen zu verdanken. Dadurch kommen die Äpfel schnell in den Obstabteilungen der Supermärkte an – und knackfrisch beim Verbraucher. Auch den Aromen und empfindlichen Inhaltsstoffen wie Vitaminen kommt eine kurze Strecke sehr entgegen. Und je näher der Anbau stattfindet, desto transparenter ist er für jeden einzelnen. Zum anderen werden außerdem die Landwirte vor Ort unterstützt. Eine ganze Branche, die vielen Menschen wichtiger Arbeitgeber ist, profitiert von der Einkaufsentscheidung eines jeden einzelnen!

Wem schmeckt welcher Apfel?

Die breite Sortenvielfalt Südtiroler Äpfel bietet für jeden Geschmack
genau das Richtige

Der Apfel ist das Lieblingsobst der Deutschen. Rund 20 Kilogramm der
saftigen Früchte werden hierzulande pro Haushalt und Jahr verzehrt.
Doch Apfel ist nicht gleich Apfel. „Keine Apfelsorte gleicht der
anderen“, weiß der Südtiroler Pomologe Dr. Walter Guerra. Als
international anerkannter Apfelexperte beschäftigt er sich unter
anderem mit der Klassifizierung von Äpfeln.

„Grundsätzlich
unterscheiden sich Äpfel nach Größe, Farbe, Säuregehalt, Aroma, Farbe
und nach der Konsistenz des Fruchtfleischs“, erklärt er. Das Aroma
der Apfelsorten reicht von „mild“ (Red Delicious) bis „sehr
aromatisch“ (Topaz), das Fruchtfleich von „schmelzend“ (Elstar) bis
„sehr fest“ (Braeburn). Der Säuregehalt wird von „säuerlich“ (Granny
Smith) bis „süß“ (Fuji) bewertet. „Eine Apfelsorte besteht dann aus
verschiedenen Kombinationen dieser Kategorien. Einen Golden Delicious
würde ich als aromatisch, schmelzend-süß beschreiben“, erläutert Guerra.

So vielfältig die Apfelsorten sind, so vielfältig sind auch die
Vorlieben der Konsumenten. Neben dem Frischverzehr werden Äpfel auch
gerne zum Kochen und Backen eingesetzt. Apfelkuchen, -strudel oder –
Kompott sind nur einige weithin beliebte Apfelrezepte.

Familien- und Kinderäpfel

Frauen und Männer bevorzugten grundsätzlich ähnliche Sorten, außer in
bestimmten Einzelfällen, betont der Apfelexperte. Ernährungsbewusste
Frauen wählten zum Beispiel oft Granny Smith Äpfel aufgrund ihres
geringeren Zuckergehalts. Umgekehrt griffen Sportler gerne zu
besonders süßen Fuji, um einen „Zuckerstoß“ zu erhalten. „Und dann
gibt es natürlich so genannte Familienäpfel und Kinderäpfel“, so Dr.
Guerra. Damit seien einerseits großfruchtige Apfelsorten wie Fuji und
Morgenduft und andererseits kleinfruchtige Sorten wie zum Beispiel
Gala gemeint.

Generationsspezifische Vorlieben

„Tendenziell lässt sich ein Trend zu süßeren Äpfeln feststellen.
Jedoch bevorzugen ältere Menschen eher säuerliche Sorten wie Jona
Gold, Elstar und Braeburn. Jüngere greifen dagegen eher zu süßen
Sorten wie Fuji“, erläutert Guerra. Aufgrund dieser sich wandelnden
Vorlieben geraten auch so manche Apfelsorten in Vergessenheit: „Noch
vor hundert Jahren lieferte Südtirol regelmäßig Champagner Renetten
an den Zarenhof in Russland. Heute ist diese Sorte nur noch Wenigen
bekannt“, bezeugt der Pomologe.

Besonders beliebt: Knackige Äpfel

Eine Vorliebe der Verbraucher habe sich jedoch nie geändert: Äpfel
sollten knackig sein. „Diese Eigenschaft ist sortenunabhängig,
sondern hängt vom jeweiligen Klima und der Bodenbeschaffenheit ab“,
erklärt Dr. Guerra. Südtirol biete zum Beispiel beste Voraussetzungen
für den Apfelanbau, so der Experte. Die Knackigkeit der Südtiroler
Äpfel verdankten die Früchte durchschnittlich 300 Sonnentagen pro
Jahr, geringen Niederschlagsmengen und kurzen, milden Wintern.
Leichte, durchlässige Böden bildeten eine optimale Nährgrundlage für
den Obstanbau. Positiv auf die Qualität wirkten sich auch die
unterschiedlichen Höhenlagen zwischen 250 und 1.000 Metern und die
Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht aus. „Golden Delicious
lieben Höhenlagen ab 500 Metern. Pink Lady gedeiht hingegen am Besten
in milden Talsohlen“, so Guerra.

Rubens Apfel

Neue Apfemarke – Wer will den guten Geschmack von Rubens® teilen?

Mit Rubens erobert eine neue Apfelmarke in diesem Herbst die Obstregale. Rubens besticht durch seinen saftig-frischen Geschmack. Von zwei der beliebtesten deutschen Apfelsorten hat er die besten Eigenschaften geerbt: Vom Elstar kommt das knackige, frische Aroma, den angenehm süßen Geschmack verdankt er der Sorte Gala.
Auch bei längerer Aufbewahrung in der Obstschale behält Rubens® sein volles Aroma und den saftigen Biss. Damit bleibt der Tafelapfel stets der ideale Snack, egal, ob im Büro, unterwegs oder beim Sport.
Sein Name stammt vom lateinischen Wort „rubens“ für rot. Dafür verantwortlich ist die attraktiv hellrote Färbung des Apfels mit charakteristisch dunklen Streifen und einer gelblichen Grundtönung.

Rubens gibt es von Oktober bis Februar – aber nur solange der Vorrat reicht. Da stellt sich die schwierige Frage, ob dieser saftige Apfel mit anderen geteilt werden will. Beim Einkauf sollte deshalb überlegt werden, ob die Handvoll Äpfel für den eigenen Genuss ausreicht oder ob sie mit Freunden und Kollegen geteilt wird.

Herkunft und Anbaugebiete
Rubens ist eine neue Apfelsorte. Sie wurde in einem aufwendigen europäischen Geschmackstest aufgrund der Präferenzen von Studienteilnehmern ausgewählt. Um den Wünschen der Konsumenten bestmöglich zu entsprechen, wurden Verträge mit Apfelexperten geschlossen. Alle an der Produktion Beteiligten – von der Baumschule über den Obstbauern bis zu den Forschern – arbeiten sehr eng zusammen, um einen gleichbleibend hochqualitativen Apfel zu erzeugen.
Rubens verdankt seinen süßen und knackigen Geschmack der sorgfältigen Auswahl der allerbesten Anbauflächen. Diese Obstplantagen liegen vor allem in Norddeutschland, Südtirol, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Belgien, Dänemark und in England.
Eine Studie der ZMP* ergab, dass 60 Prozent der deutschen Konsumenten zweifarbige Sorten mit süßlich-säuerlichem Geschmack kaufen. 20 Prozent bevorzugen süße, zweifarbige Äpfel. Gala und Elstar gehören damit zu den beliebtesten Sorten der deutschen Verbraucher. Sie haben damit die idealen Voraussetzungen und vereinen die besten Geschmackseigenschaften in der neuen Kreuzung Rubens.

Äpfel: Nicht nur bei Künstlern beliebt

Es gibt den Liebesapfel und den Zankapfel, den Augapfel und den Reichsapfel. Wohl kaum eine andere Frucht taucht in der Literatur und Malerei so vielfältig als Symbol auf. Kein Wunder: Der Apfel zählt zu den weltweit beliebtesten und verbreitetsten Obstarten. Ursprünglich aus Südwestchina stammend, hat sich der Apfelbaum über die ganze Welt verbreitet. Schätzungen zufolge gibt es heute 20 000 verschiedene Sorten. Es ist faszinierend, wie vielfältig Äpfel schmecken können. Ebenso wie beim Wein spielt für den Geschmack nicht nur die Sorte, sondern auch die Anbauregion eine Rolle. Feste, knackige und rotschalige Äpfel mit ausgewogenem süßsaurem Fruchtgeschmack stehen in der Verbrauchergunst ganz oben.
Die fünf Beliebtesten in Deutschland sind „Elstar“, „Braeburn“, „Jonagold“, „Gala“ und „Golden Delicious“. Für Kuchen und Kompott werden auch gerne „Berlepsch“, „Cox Orange“ und „Idared“ verwendet. Jede Sorte hat ihren eigenen Reifezeitpunkt. Löst sich der Stiel leicht von der Ansatzstelle, hat der Apfel seine Pflückreife erreicht. Genussreif ist er dagegen erst, wenn sich die Stärke in Zucker, Fruchtsäure und Aroma umgewandelt hat. Dies ist oft erst Wochen später der Fall. Die frühen Apfelsorten sind aber jetzt schon so weit. Gut ausgereifte Früchte erkennt man an einer tiefen Kelchgrube um den Stiel.

Äpfel sind ideal als Zwischenmahlzeit für unterwegs. Sie sind von Natur aus sogar umweltfreundlich verpackt: Die Schale lässt sich mitessen und liefert gesundheitsfördernde sekundäre Pflanzenstoffe. Die enthaltenen Fruchtsäuren wirken erfrischend und belebend. Frucht- und Traubenzucker sind schnelle Energielieferanten. Und dabei enthalten Äpfel nicht viel Energie, da sie zu fast 90 Prozent aus Wasser und Ballaststoffen bestehen. Zum Schluss noch eine Kostprobe aus der Literatur: „Über Rosen lässt sich dichten, in die Äpfel muss man beißen“ (Johann Wolfgang von Goethe).
( Dr. Maike Groeneveld )

Weitere Informationen:
www.was-wir-essen.de/abisz/aepfel.php

Mehr Bio-Äpfel

Äpfel aus ökologischem Anbau sind nicht unbedingt gesünder als konventionell produzierte Früchte. Sie sind aber deutlich seltener mit Pflanzenschutzmitteln belastet. Außerdem fördert der Bio-Anbau die regionale Vielfalt und pflanzt ausschließlich standortgeeignete Sorten (v. a. Elstar, Jonagold, Idared). Dadurch entwickeln sich robuste, widerstandsfähige Bäume, deren Obst oft ein festeres Fruchtfleisch besitzt. Viele Verbraucher schwören auf den Geschmack von Bio-Äpfeln. Die Früchte enthalten weniger Wasser und schmecken dadurch intensiver.

Laut GfK-Haushaltspanel kauften die Privathaushalte allein von Januar bis Mai 2007 rund 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Anbaubetriebe haben auf die größere Nachfrage reagiert. Wie die Zentrale Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) berichtet, werden die Erntemengen an Bio-Äpfeln in Deutschland und der Europäischen Union in diesem Herbst deutlich größer ausfallen. Dafür gibt es zwei Gründe. Zum einen nahm die Umstellungsbereitschaft auf den Bio-Anbau von bisher traditionell wirtschaftenden Obstbaubetrieben zu.

Zum anderen haben viele Betriebe, die schon längere Zeit Äpfel in Öko-Qualität erzeugen, die Anbauflächen erweitert. Aus den zentralen Anbauregionen Europas wird nach ersten Schätzungen eine Erntemenge von rund 62 000 t Tafeläpfeln erwartet, die nach Bio-Richtlinien produziert wurden. Obwohl das nur einem Anteil von einem Prozent an der Gesamterzeugung entspricht, dürfte das ausreichen, um den Markt fast bis in den Frühsommer 2008 hinein bedienen zu können.
( Harald Seitz)

Weitere Informationen: www.oekolandbau.de

Kleine Apfelsortenkunde – Von Gravensteiner bis Braeburn

Weltweit gibt es rund 20 000 Apfelsorten, von denen über 1 000 in
Deutschland wachsen. Sie lassen sich grob in Sommer-, Herbst- und
Winteräpfel einteilen. Erstere reifen im Juli/August und eignen sich nicht
zum Lagern. Zu ihnen gehören zum Beispiel der Klar- oder Augustapfel, James
Grieve und Gravensteiner.

Nach der Saisoneröffnung für Äpfel lassen sich ab September bis Anfang
November die klassischen Herbstäpfel genießen. Bei ihnen, beispielsweise der
Renette oder Alkmene, fallen Pflück- und Genussreife zusammen, d. h. man
muss sie nicht mehr ausreifen lassen und kann sie gleich essen oder
verarbeiten.

Auch Winteräpfel wie Boskoop, Bohnapfel oder Boikenapfel werden im Herbst
geerntet, doch sind sie noch nicht gleich genussreif. Erst nach ein paar
Wochen Lagerung sind sie ausgereift und schmecken vollaromatisch.

Zwar
lassen sich jederzeit auch Elstar, Braeburn, Idared und andere kaufen, doch
handelt es sich hierbei um spezielle Züchtungen oder Importe. Die regionalen
Sorten, die man meist auf den regionalen Märkten oder Hofläden findet,
weisen dagegen je nach Herkunft ein typisches Aroma aus, das auch der Laie
leicht erschmeckt. So schmeckt ein Aargauer Jägerapfel vom Hochrhein völlig
anders als etwa nordschleswige Gravensteiner oder der Rote Triersche
Weinapfel.

In Deutschland werden am häufigsten Golden Delicious, Jonagold, Elstar, Cox
Orange, Boskoop, Rubinette, Gala und Braeburn gekauft.

Boskoop besitzen eine raue, matte Schale, meist dunkelrot oder trüb orange
gefärbt. Gepflückt werden die großen Früchte ab Ende September und sind von
Dezember bis April genießbar. Das saftige Fruchtfleisch wird mit der Zeit
mürbe. Boskoop schmecken herbsäuerlich und intensiv fruchtig, daher sind sie
vor allem zum Backen und Kochen geeignet.

Golden Delicious weisen dagegen nur eine leichte Säure auf und haben ein
saftig-süßes Aroma. Das weiß-gelbliche, knackige Fruchtfleisch wird später
weich. Der grün-gelbe Apfel ist von Mitte September bis Mitte Oktober
pflückreif und bleibt bis in den Mai genussreif.

Um Kreuzungen mit Golden Delicious handelt es sich bei Elstar, Gala,
Jonagold und Rubinette. Erstere zeichnen sich durch ihren intensiv
aromatischen Geschmack mit einem ausgewogenen Zucker-Säure Verhältnis aus.
Die dünne Schale der kleinen bis mittelgroßen Früchte ist gelb mit hellroter
Deckfarbe.

Auch Elstar kann man bis Mai genießen, während Rubinette erst im
Oktober geerntet werden und die Genussreife nur bis Januar währt. Die runde
bis kegelförmige Rubinette besitzt eine gelbe Schale, die leicht verwaschen
bis leuchtend rot gestreift ist. Der Stiel ist auffällig lang. Ihr
gelbliches, saftiges Fruchtfleisch schmeckt ausgewogen und gehaltvoll.
(aid, Bettina Pabel)