Chila, Buenos Aires

Achtung, unten ist der neueste Report! Das Chila ist noch besser geworden!

November 2021. Nachdem wir ausgiebigst die Stadt erlaufen hatten, stand heute das Chila auf dem Programm. Es gehört zu den drei besten Restaurants in Buenos Aires, Platz 19 der 50best Latin Amerika, Top 100 bei La Liste, gelobt von Le Point, Wall Street Journal, Guia Oleo und anderen. Gourmet Report wird sich in die Liste einreihen.

Chila, Buenos Aires

Hier passierte mir etwas, was mir sonst nie passiert. Wir waren schon um 19.50 Uhr – 10 Minuten vor Restaurantöffnung – da und ich musste dringend. Ein Mitarbeiter stand draussen und rauchte. Den fragte ich. Der sagte nur „no“ und holte den „Tempelherren“, einen jungen Mann mit Ben Kingsley Frisur (in Ghandi), mit ganz großer, randloser Brille und einer nachthemdartigen, langen Kutte in gedecktem Braun, wie sie die Männer in Pakistan tragen oder die Franziskaner. Einzig die teuren Sneaker passten nicht zum Pakistan-Look. Der Hohepriester des Gourmettempels verweigerte mir cool meinen Wunsch und meinte, das Restaurant öffne ja gleich.

Ich reservierte das Chila via Internet mit einem Vorlauf von wenigen Tagen. Aber es gab auch Walk ins an dem Abend, obwohl offiziell alles ausgebucht war. Drei Tische blieben leer. Man kann also immer mal probieren! Originellerweise bekam ich am Abend des Restaurantbesuchs, wir hatten das Restaurant schon lange verlassen, nochmals eine Bestätigung meiner Reservierung.

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20.02 Uhr war es dann soweit. Eine freundliche Dame öffnete die Tür und führte uns zu unserem Tisch. Die lange Sektenähnliche-Kutte war die Uniform der Kellner. Wie mir Kenner mal versicherten, ist dieser Pakistanlook für Männer sehr bequem. Aber ein wenig aufgesetzt sieht es aus.

Ich konnte nun endlich die Toilette aufsuchen. Als ich zurückkam, sah ich das Restaurant genauer an. Modern, landestypisch die (gewöhnungsbedürftige) Musik zu laut, breite, zu niedrige Sessel, die dem Kellner die Arbeit schwer machen und dem Gast das Essen. Sah aber schick aus. Und für einen Gourmettempel etwas groß.

Wir entschieden uns für das Degustations Menü für 140.000 ARS (ca 140 US$) inklusive Wasser. Das Menü kostete noch vor kurzem 80 USD, wie eine Recherche ergab. Man hat sehr zugelegt. Das Menü soll aus lokalen Produkten kombiniert sein.

Die anderen Gäste waren zwischen sehr leger bis leicht elegant gekleidet.

Oh Schreck, nicht die nette Dame, sondern der Hohepriester war unser Kellner. Die Dame war der Sommelier. Der Hohepriester brachte uns „Geschenke“. Man musste die aufreissen und dann kam die Karte für den Abend und ein Scheibchen einer sehr aromatischen Tomate, die mein Junior auffrass, da er vor Hunger fast umkam. Die Küche war nett und brachte ihm dann ein Brötchen. Ich bat dem Tempelherren, die Küche zu bitten, schnell zu schicken, damit Junior frühzeitig ins Bett kommt. Das klappte anfänglich ganz gut, später holten uns die Nachbartische aber ein und etliche waren vor uns fertig.

Speisekarte Chila Buenos Aires

Ich bitte die schlechte Fotoqualität zu entschuldigen. Es gab kaum Licht!

Die Snacks waren vier kleine Häppchen, alles ganz okay, aber keines, was groß in Erinnerung blieb, aber der Küche vermutlich viel Arbeit machte. Dazu kam, dass ich das Englisch des Tempelherren kaum verstand. Es gab eine Reihenfolge, die man einhalten sollte.

Nun gab es einen Tomatensalat hervorragender Güte.

Danach kam der erste starke Gang, bei dem wir aufwachten. Austern. Ich maulte noch: Austern – doch am besten so, wie sie sind und nicht viel daran rummachen. Es tat der Auster aber gut. Da hätte ich gerne mehr gehabt. Gottseidank hatte Junior keine Lust darauf und ich ermunterte ihn auch nicht.

Auch der nun folgende Gang war schön! Prawns.

Anschliessend gab es merkwürdigerweise einen Rag-Fisch aus Japan, der nicht so richtig ins „lokale“ Thema passte, aber recht gut schmeckte.

? Fragezeichen war ein merkwürdiges Gericht. Wir sollten erraten, was es ist. Wir schmeckten Rettich, Rote Bete und Kartoffeln und bewiesen unser kulinarisches Hauptschulniveau. Es war fermentierte Karotte mit Tralala Mayonnaise und anderem, was ich weder auf Spanischem Englisch verstand, noch schmeckte. Es schmeckte aber pappig und nicht so, das wir uns ein Zweites wünschten, wie bei manch anderem Gang.

Ein wunderbarer Gang war das nun kommende Rib eye Steak. Das Fleisch war unglaublich aromatisch, aber trotzdem etwas zäh. Da hat man gut zu kauen, tat das aber gerne. Der Chimichurri-Joghurt war unnötig. Das Fleisch sprach für sich. Später im Don Julio erfuhren wir, dass der Geschmack auch ohne das Zäh sein kann.

Es gab ein Pre-Dessert, das hat mein Sohn gefuttert. Darauf folgte ein Tomate-Erdbeerdessert, dass ihn nicht interessierte, aber mit schmeckte.
Beendet wurde das Menü mit einem essbaren Karton, an dessen Inhalt ich mich nur dunkel erinnere, es schmeckte aber. Über drei Stunden waren wir im Restaurant und das war nicht immer leicht mit einem Kleinkind. Man will ja den anderen Gästen nicht das Erlebnis verderben und den Zweijährigen bei Laune halten. Und er geht gerne Essen und zur Freude der Chefs probiert er alles.

Wir hatten einen schönen Abend auf Sterneniveau im Chila in Buenos Aires. Da gab es in der Küche keine Ausrutscher. Der Preis mit 125 € für das Menü ist ambitioniert, aber noch im akzeptablen Bereich. Und wer auf dem Devisen-Schwarzmarkt getauscht hat, lächelt, denn er hat keine 65 € bezahlt. Es war bisher mit Abstand das beste Restaurant, dass wir in Buenos Aires besucht haben. Wir würden jederzeit gerne wieder hingehen!

Erneuter Besuch im Dezember 2022

Diesmal konnte ich bereits für 19.30 Uhr reservieren. Obwohl auf der Webseite 20.00 Uhr angegeben ist. Es klappte alles prima. Auch mit dem Service hatten wir Glück. Eine junge engagierte und kenntnisreiche Französin bediente uns liebevoll. Sie war auch gut zu verstehen., wenn sie die Gerichte ansagte. 

Es gibt weiterhin nur das Überraschungsmenü, dass jetzt überraschend 29.000 ARS kostet (170 USD – 90 € BLUE). Vor zwei Jahren kostete das Menü noch 80 USD.  Die Inflation ist beim Peso. nicht beim Dollar. Das Restaurant hat den Preis innerhalb von 2 Jahren mehr als verdoppelt. 

Allerdings hat sich auch das Menü weiterentwickelt. Es ist jetzt noch einmal deutlich weiter als vor einem Jahr. Es war komplett alles tadellos. 

Hier die Fotos unseres Menüs vom 1.12.22:

Es fehlte noch ein Zwischengang in der Küche. Es gab etwas auf Zuckerwatte und für Junior Zuckerwatte pur. Und man lernte so mal die Köche kennen! Das erinnerte an Eleven Madison Park und gefiel uns gut! 

Ein Tipp: Bei der Weinbestellung hier unbedingt nach dem Preis fragen. Sonst gibt es am Ende unter Umständen eine unangenehme Überraschung! 

Fazit: Es war noch besser als vor einem Jahr! Die Werke aus der Küche noch elaborierter, noch kunstvoller. Für uns ist das Chila das einzige echte Gourmet Restaurant in Buenos Aires, wenn man europäische Massstäbe anlegt. Preislich hat es aber auch europäisches Niveau erreicht. 
Unbedingt hingehen! 

Wir haben noch eine weitere Reservierung zu Weihnachten und freuen uns bereits. Das Chila ist das einzige Fine Dining Restaurant, dass wir jetzt 2x gebucht haben! Das will was heissen. 
Und wir bezahlen immer unsere 

 

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Chila Buenos Aires

Zusammenfassung

Chila Buenos, Aires: : Wir hatten einen schönen Abend auf Sterneniveau im Chila in Buenos Aires. Da gab es in der Küche kaum einen Ausrutscher. Der Preis mit 170 € für das Menü ist ambitioniert, aber noch im akzeptablen Bereich. Und wer auf dem Devisen-Schwarzmarkt (blue) getauscht hat, zahlt 90 €. Es war mit Abstand das beste Restaurant, dass wir in Buenos Aires besucht haben. Wir würden jederzeit gerne wieder hingehen!

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