Mineralwasser-Abfüller senkt Uranbelastung

Jedes achte Mineralwasser in Deutschland ist bedenklich hoch mit Uran belastet – nun hat ein Abfüller reagiert. Die Griesbacher Mineral- und Heilquellen senkten den Urangehalt ihrer Wassermarken deutlich, wie das Schwarzwälder Unternehmen der Verbraucherrechtsorganisation foodwatch mitteilte.

Einem aktuellen Untersuchungsbefund zufolge liegt die Belastung des Griesbacher First Class Mineralwassers jetzt bei unter 0,5 Mikrogramm Uran pro Liter und damit im unkritischen Bereich. Noch im April 2009 hatte eine von foodwatch beauftragte Laboranalyse mit 15,6 Mikrogramm pro Liter einen bedenklich hohen Wert des giftigen Schwertmetalls ermittelt. Die Verringerung sei durch eine neue Enteisenungsanlage erreicht worden, so das Unternehmen. Für das Bad Griesbacher Heilwasser konnte die Belastung von 20,4 zunächst auf immer noch gesundheitlich riskante 14 Mikrogramm Uran pro Liter reduziert werden; hier kündigte der Abfüller weitere Schritte an. Beide Griesbacher-Marken hatten zu den am stärksten belasteten Wässern in Deutschland gehört.

Im Mai 2009 hatte foodwatch 825 Messdaten von 435 Mineralwasser-Marken veröffentlicht. Demnach enthält jedes achte Mineralwasser so viel Uran, dass gesundheitliche Risiken nicht ausgeschlossen werden können. Insgesamt lagen 104 Messdaten von 55 Marken über zwei Mikrogramm Uran pro Liter. Diesen Wert dürfen Wässer nicht überschreiten, wenn die Abfüller sie als „geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“ bezeichnen wollen.

foodwatch begrüßte die Uran-Reduktion bei Griesbacher und forderte die Industrie auf, ihrer Verantwortung für die Gesundheitsvorsorge nachzukommen. „Wässer mit einer Belastung von mehr als zehn Mikrogramm Uran pro Liter gehören überhaupt nicht in den Verkauf. Bei einer Belastung von mehr als zwei Mikrogramm muss zumindest ein Warnhinweis auf das Etikett gedruckt werden, dass solche Wässer für Kleinkinder nicht geeignet sind“, erklärte der stellvertretende foodwatch-Geschäftsführer Matthias Wolfschmidt. foodwatch forderte die Bundesregierung erneut auf, zum Schutz von Kleinkindern einen gesetzlichen Grenzwert für Mineralwasser in Höhe von zwei Mikrogramm Uran pro Liter festzulegen. Diese Grenze halten heute bereits sieben von acht Marken ein.

Mehr Informationen unter http://www.foodwatch.de/uran

Ob Ihr Lieblings-Wasser auch betroffen ist, können Sie mit der Liste aller Untersuchungsergebnisse kontrollieren:
http://www.foodwatch.de/e10/e2569/e13515/e10/e2569/e13515/e27816/Uran-in-Mineralwasser_20090518_ger.pdf

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