Deutsche Braukunst in Übersee

Nicht nur in Deutschland wird im 500. Jahr des deutschen Reinheitsgebots allerhöchsten Wert auf die historische Verordnung gelegt – auch im Ausland wächst der Durst nach deutschem Bier. Ob auf entlegenen Inseln im Pazifik oder im Süden von Afrika, das Informationsportal Netzsieger präsentiert deutsches Bier von ferner Herkunft.

Gerste, Hopfen und Wasser. Als der deutsche Herzog Wilhelm IV. vor 500 Jahren das deutsche Reinheitsgebot erließ, rechnet er wohl kaum damit, dass ein halbes Jahrhundert später tausende Kilometer entfernt von Deutschland nach seiner Verordnung gebraut wird. Diese elf Biere stammen ursprünglich alle aus dem Kessel eines ausgewanderten deutschen Braumeisters:

Kunstmann Lager – Chile

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts baute die deutsch-chilenische Familie Kunstmann eine Getreidemühle, eine Brennerei und eine Hefefabrik im südlichen Valdivia-Collico. Nachdem Mitte des 20. Jahrhunderts die erste Brauerei durch ein Erdbeben zerstört wurde, begann die Familie Kunstmann in den 1960 Jahren, Bier für den eigenen Bedarf zu produzieren. Unter Aufsicht des Diplom-Braumeisters Lutz Herdtle produziert die Compañía Cervecera Kunstmann heute von Lager bis Pils elf verschiedene Biere.

Vailima – Samoa

Bis zu Beginn des Ersten Weltkriegs war Samoa 14 Jahre lang eine deutsche Kolonie. Neben vielen deutschen Namen ist noch das Reinheitsgebot erhalten geblieben. Vailima ist das einzige auf der Südsee-Insel gebraute Bier und das Nationalgetränk Samoas. Vialima Bier ist in zwei verschiedene Sorten erhältlich: ein achtprozentiges Export-Bier und ein helles, untergäriges mit etwa sechs Prozent.

Mack Pilsner – Norwegen

Ludwig Markus Mack, ein Bäcker aus Braunschweig, gründete 1877 die Brauerei Macks Ølbryggeri in Norwegen. Als der Bäcker auf Wanderschaft nach Tromsø kam, fiel ihm auf, das es keine Brauerei gab. Die Einwohner brauten ihr Bier lieber selbst. Die nördlichste Brauerei der Welt produziert aufgrund der hohen Alkoholsteuer fast nur für den heimischen Markt. Exportiert wird nur in die anderen skandinavischen Länder

Tsingtao – China

1906 gründeten deutsche Siedler die heute zweitgrößte Brauerei der Volksrepublik China und sechstgrößte Brauerei der Welt. Inzwischen exportiert die Tsingtao Brauerei in über 50 Staaten. Damit liegt der Anteil von Tsingtao Lager und Pure Draft bei ca. 50 % des chinesischen Bierexports.

Pacífico – Mexiko

Die Unternehmer und Braumeister Germán Evers, Jorge Claussen und Emilio Philippy gründeten im Jahr 1900 die Cervecería del Pacífico in der südlichen gelegenen Stadt Mazatlán. Die Brauerei, die jährlich etwa 15 Millionen Liter Bier produziert, sponsert den hiesigen Baseballverein Venados de Mazatlán. Das amerikanische Vergleichsportal FindTheBest zeichnete die Biermarke zum weltbesten Bier aus.  

Estrella Damm – Spanien

Eine der bekanntesten spanischen Biermarken hat ihre Wurzeln im Elsass. Am Ende des Deustch-Franzözischen Krieges wanderte August Kuentzmann Damm mit seiner Frau nach Spanien aus und gründete vier Jahre später in Barcelona seine eigene Brauerei. Der Name “Estrella” bedeutet im spanischen sowie im katalanischen “Stern”. Der rote Stern ziert auch das Logo des nach Pilsner Brauart gebrauten Cervezas.

Kubuli Lager – Dominica

Das jüngste Bier der Liste kommt aus der Karibik. 1995 wanderte der Braumeister Kurt Eidenschiek nach Dominica aus und lebt dort den Traum vieler Unternehmer: Das Hobby zum Beruf machen und dabei auch noch erfolgreich sein – bei Sonne, Strand und Palmen. Inzwischen versorgt die Kubuli Brauerei auch die umliegenden Karibik Inseln ST. Lucia, Antigua, Martinique und Guadeloupe.

Windhoek Lager – Namibia

1920 gründeten Carl Liest und Hermann Ohlthaver die Südwestbrauerei, die seit der Unabhängigkeit von Namibia (1990) Namibia Breweries Limited heißt. Derzeit exportiert die Brauerei in weltweit 23 Länder, darunter auch nach Großbritannien.  Das Windhoek Lager erhielt mehrmals das Gütesiegel des Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG).

Eisenbahn – Brasilien

In der kleinen brasilianischen Stadt mit dem deutschen Namen Blumenau produziert die Brauerei Eisenbahn neun verschiedene Bier, neben Weizenbier und Pils sogar ein Kölsch. Obwohl die Brauerei recht klein ist, gewann sie die meisten Preise aller brasilianischer Bierproduzenten. Wer genau die Brauerei gründete, ist unklar. Die Stadt hingegen gründete 1850 der deutsche Apotheker Hermann Blumenau.

Quilmes – Argentinien

Nicht nur das blau-weiße Etikett macht das vom deutschen Einwanderer Otto Bemberg gegründete Bier zum nationalen Symbol. Die Brauerei Cervecería y Maltería Quilmes ist Hauptsponsor der argentinischen Fußballnationalmannschaft. 1850 gegründet, war Quilmes bereits im Jahr 1920 das beliebteste Bier der Region. Heute dominiert die Brauerei mit 75 % Anteil den argentinischen Biermarkt.

Rheingold Bier – USA

Der emigrierte Gastwirt und Brauer Samuel Liebmann gründete Mitte des 19. Jahrhunderts im New Yorker Stadtteil Brooklyn die Rheingold Brauerei. Zwischen den 1940er und 1960er Jahren war die Brauerei des Aacheners mit ihrem Hauptprodukt Rheingold Extra Dry eine der erfolgreichsten Brauereien der Stadt. In der bewegten Geschichte des Rheingolds Biers wechselte die Marke mehrmals den Besitzer.

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Trend zu Bio-Produkten bleibt ungebrochen

Bio wächst kräftig und sieht doch in ungewisse Zukunft

Der Mega-Trend Bio geht auch in 2015 unvermindert weiter. Immer mehr Menschen entscheiden sich für den Griff zu ökologisch produzierten Lebensmitteln. So stieg im Naturkost-Fachhandel in den ersten drei Quartalen 2014 der Umsatz um 8,38% im Vergleich zum Vorjahr.[1] Zuwachszahlen, von denen andere Branchen und auch der konventionelle Lebensmitteleinzelhandel nur träumen können.

Die Motivationen der Kunden/-innen sind vielfältig: Viele Verbraucher/-innen möchten durch ihre Kaufentscheidung einen Betrag zum Umweltschutz leisten, schwören auf den Geschmack von Bio-Lebensmitteln oder wollen sich gesünder ernähren. Gerade Veganer, Vegetarier und Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten finden im Naturkost-Fachhandel zahlreiche Alternativen. Ein nicht zu unterschätzender Faktor – gibt es in Deutschland doch aktuell 7,5% Vegetarier oder Menschen, die weitegehend auf Fleisch verzichten. 11% der Deutschen sind laktoseintolerant und 5% vertragen kein Gluten.[2] Hier punktet der Fachhandel vor allem, da persönliche Beratung zum Konzept der Bio-Läden dazugehört.

Mit steigender Beliebtheit und Erschließung neuer Kundengruppen, erhöht sich auch der Anspruch vieler Menschen an ein Bio-Produkt. „Zu Recht“, meint Elke Röder, Geschäftsführerin des Bundesverband Naturkost Naturwaren e.V. „Die Protagonisten der Bio-Bewegung sind ihren Werten treu geblieben. Mit dem Aufspringen von beispielsweise Discountern auf den Megatrend Bio sind Marktteilnehmer mit eindeutiger Preisorientierung hinzugekommen. Daher fällt vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern dieser Unterschied auf.“

Bio-Kunden zeichnen sich durch eine ausgeprägte Werteorientierung aus: Regionalität, Nachhaltigkeit, artgerechte Tierhaltung und die Ablehnung von chemischem Pflanzenschutz und Agro-Gentechnik gehören zu den häufigst genannten Ansprüchen. „Gerechtfertigte Bedürfnisse, jedoch ist Bio mehr als ein Einzelaspekt“, führt Röder weiter aus. „Achte ich als Kundin nur auf Regionalität und nicht auf Bio, erhalte ich konventionelle Ware, mit den bekannten Nachteilen für Mensch und Umwelt. Deshalb muss Bio der Ausgangspunkt sein und die Ansprüche der Verbraucherinnen und Verbraucher erfüllen.“

Woran beim täglichen Einkauf Bio-Produkte erkannt werden können und welche Vorteile Verbandsware (bspw. demeter, Bioland, EcoVin usw.) bietet, verrät die Website naturkost.de. Antworten auf häufig gestellte Fragen bietet ökolandbau.de. Die Seite der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung bietet auch darüber hinaus zahlreiche Daten und Fakten rund um den Ökologischen Landbau sowie Verbrauchertipps.

Wer genau wissen möchte, wie Hersteller, Groß- und Einzelhändler der Naturkostbranche aktiv zur mehr Nachhaltigkeit beitragen, dem sei Nachhaltig Bio! ans Herz gelegt. Hier finden sich viele Beispiele für beeindruckende Projekte und Innovationen. Vom emissionsfreien Firmensitz über die Integration von Menschen mit Behinderung bis hin zum eigenen Mitmachwald zeigt Nachhaltig Bio!, was die Protagonisten der Naturkostbranche tagtäglich leisten.

Trotz alledem sehen die Bios mit gemischten Gefühlen in die Zukunft. Mit Sorge blickt man nach Brüssel. Dort wurde Anfang 2014 eine Revision der EU-Öko-Verordnung angekündigt und vorgeschlagen. Die Verordnung bildet die rechtliche Grundlage von Bio – ihre Einhaltung ist Voraussetzung für die Kennzeichnung von Lebensmitteln als Bio-Produkt in Deutschland und Europa. „Die Revision ist in ihrer jetzigen Form eine Gefahr für die ganze europäische Branche. Brüssel fokussiert sich auf das Endprodukt und vergisst die wichtigen Leistungen des Ökolandbaus für Umwelt- und Naturschutz. Wer mehr Bio will, kann den Revisionsvorschlag nur ablehnen“, erklärt Elke Röder.

Ein weiteres Hindernis stellt die Verknappung von Anbauflächen für den Ökologischen Landbau dar. Denn trotz einer steigenden Nachfrage an Bio-Produkten in Deutschland finden Öko-Landwirte hierzulande immer weniger bezahlbare Pachtflächen. Ein großes Problem, das vor allem aus der staatlichen Biogas-Förderung resultiert.
Welche teils katastrophalen Folgen die konventionelle Landwirtschaft verursacht, zeigt der kürzlich erschienene Bodenatlas 2015 (erstellt u.a. von der Heinrich Böll Stiftung, dem Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland und Le Monde diplomatique). Der Bericht macht vor allem deutlich, dass ein weiter so nicht möglich ist. „Wir nutzen die Böden der Welt, als wären sie unerschöpflich. Doch sie sind in menschlichen Zeiträumen nicht erneuerbar“, heißt es im Vorwort des Berichtes. Ein zusätzliches gewichtiges Argument für mehr Bio-Nutzflächen, Naturkostverarbeitung und Naturkosthandel. Um den Ansprüchen der Bio-Kunden/-innen gerecht zu werden und vor allem: um die Grundlagen unserer Ernährung langfristig zu erhalten, statt sie gedankenlos zu zerstören.

Die Zukunft von Bio sieht daher nur gut aus, wenn die Zukunft bio ist. Denn die Welt von Morgen, wird, was wir heute aus ihr machen.

1 Quelle: BNN-Umsatzmonitor für den Naturkost- und Naturwarengroßhandel (1 – 3. Quartal 2014)
2 Quelle: Allensbacher Werbeträgeranalyse 2014

Katholischer Messwein

Qualitätswein ausreichend

Die katholische Kirche hat eine knapp 40 Jahre gültige Verordnung zum Messwein aufgehoben. Nun kann üblicher Qualitätswein bei der Eucharistiefeier verwendet werden, ist im Kirchlichen Amtsblatt für die Diözese Mainz zu lesen.

Die Eucharistie ist die Feier von Gottes Gegenwart und Gemeinschaft und wie die Taufe ein Sakrament der katholischen Kirche. Dabei wird ein qualitativ hochwertiger Messwein verwendet, der symbolisch für das Blut Christi steht. In der Grundordnung des Römischen Messbuches steht: „Der Wein für die Eucharistiefeier muss vom Gewächs des Weinstockes stammen und naturrein und unvermischt sein, das heißt ohne Beimischung von Fremdstoffen.“ Um diese Qualität zu sichern, hatten deutsche Bischöfe im Jahre 1976 die „Verordnung über den Gebrauch von Wein bei der Eucharistiefeier“ verabschiedet. Sie wurde auf der Grundlage des damaligen Lebensmittelrechts entwickelt.

Heutzutage sind die gesetzlichen Bedingungen allerdings anders: Die Reinheit des Weins ist nach deutschem Weinrecht streng geregelt und die Beimischung von Fremdstoffen weitestgehend verboten. Daher ist die kirchliche Verordnung nicht mehr notwendig und wurde von der Deutschen Bischofskonferenz Ende Juni 2014 aufgehoben. Nun müssen die Lieferanten nicht mehr extra geprüft werden. Bei der Eucharistiefeier soll zukünftig ein Wein verwendet werden, der mindestens den Anforderungen eines Qualitätsweines genügt. Qualitätsweine unterliegen einer amtlichen Prüfung durch die zuständige Behörde.
Heike Kreutz, www.aid.de

Woher kommt mein Fleisch?

Ab 2015 Kennzeichnung Pflicht

Esse ich Schweineschnitzel aus Polen oder Dänemark? Stammt mein Hähnchenfilet aus den Niederlanden oder aus Deutschland? Bisher konnten Verbraucher das anhand der Verpackung nicht nachvollziehen. Ab 1. April 2015 ändert sich das. Ab dann muss frisches verpacktes Fleisch von Schwein, Ziege, Schaf und Geflügel mit dem Ursprungsland gekennzeichnet sein. Für Rindfleisch gilt die Vorschrift bereits.

Diesen Vorschlägen zur Kennzeichnungspflicht stimmten die Experten im Ständigen Ausschuss für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit der EU-Staaten am 5. Dezember 2013 zu, teilte die Europäische Kommission mit. Wurden die Tiere in verschiedenen Ländern aufgezogen und geschlachtet, muss das ebenfalls auf der Verpackung vermerkt sein. Die Kommission muss die Regeln noch formell beschließen. Damit setzt die EU Vorschriften der Lebensmittelinformations-Verordnung aus dem Jahr 2011 um.
Renate Kessen, www.aid.de

Honig aus Brandenburg

Wer sich hierzulande in früheren Jahrhunderten das Leben versüßen wollte, griff üblicherweise zu Honig. In Zeiten von Bio und Regional steigt seit Jahren die Nachfrage für das heimische Naturprodukt. 1990 brach die Honigerzeugung in Brandenburg so sehr zusammen, dass notleidende Gärtner und Landwirte in einem Modellprojekt sogar auf Hummeln als Befruchtungshelfer verfielen. Ganz offensichtlich ist die märkische „Bienenkrise“ überwunden. Seit Jahren steigt – auch dank der beharrlichen Unterstützung des Brandenburger Agrarministeriums – die Zahl der Imker und Bienen. Erhalten und entwickelt werden konnte auch eine der besten deutschen Bienenforschungsstätten, das Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf e.V. (LIB), wie das Ministerium in seinem Landtagsbericht zum Thema Bienenförderung unterstreicht.

Honig ist nicht einfach nur Süßungsmittel. Er enthält rund 190 Inhaltsstoffe, die der Gesunderhaltung dienlich sind. Traditionell steigt der Honigabsatz im Winterhalbjahr.

Für die allermeisten Imker ist die Bienenhaltung ein Zubrot. Nach Angaben des LIB gehen im Land immerhin auch 15 Berufsimker diesem Gewerbe nach.

2012 gab es landesweit insgesamt 3.539 Imker mit etwa 38.900 Bienenvölkern. Im Vergleich zu den Ergebnissen der Abfragen Ende 2002 mit 2.391 Imkern und Ende 2007 mit 2.759 Imkern nahm die Zahl der registrierten Bienenhaltungen um 48 Prozent in zehn Jahren beziehungsweise um 28 Prozent in den letzten fünf Jahren zu.

Die Imkerschaft hat sich damit verjüngt und ist kein Alte-Leute-Hobby, wie dies in Kinderbilderbüchern immer gern dargestellt wird: Unter den Brandenburger Jungimkern finden sich etliche Frauen der Altersgruppe 25 bis 35, Männer gehören zu den Jahrgängen zwischen 40 und 60.

Neu ist das steigende Interesse nicht nur in Brandenburg, sondern auch in Berlin. Stadtimkern ist hier ein Trend, der in jüngster Zeit zunehmend Anhänger findet.

Im Ergebnis gibt es auch mehr heimischen Honig: 2008 1.145 Tonnen, 2010 1.239 Tonnen, 2011 1.239 Tonnen. Der Honigertrag liegt je Volk bei 35 bis 37 Kilogramm im Jahr.

Für 2013 wird aufgrund des nassen Frühjahrs ein eher durchschnittliches Jahr erwartet. Allerdings differieren die Erträge regional erheblich.

Neuimkerförderung
Für die Förderung von Neuimkern wurden vom Brandenburger Agrarministerium 2005, 2006, 2008 und 2009 Lotto-Mittel bereitgestellt. Seit 2010 ist die Unterstützung von Neuimkern über die EU-Honig-Verordnung möglich. Die Höhe der Zuwendung beträgt maximal 50 Prozent der nachgewiesenen Ausgaben, insgesamt jedoch nicht mehr als 1.000 Euro je Zuwendungsempfänger. In der Summe aller Jahre wurden über 400.000 Euro für die Neuimkerförderung reserviert und so 425 Neuimker mit 2.491 Bienenvölkern unterstützt. Alle Mittel wurden stets ausgeschöpft.

Unterstützung der Bienenzucht und Honigerzeugung
Auf der Grundlage der Honig-Verordnung stellt das Land Geld zur Verbesserung der Erzeugungs- und Vermarktungsbedingungen zur Verfügung. Bis 2015/16 können jährlich für Projekte des LIB und der Imkerverbände 300.000 Euro ausgereicht werden. Die förderfähigen Maßnahmen beziehen sich auf Schulungen, darunter auch zur Ausbildung von Bienensachverständigen, den Aufbau von Lehrbienenständen, die Beschaffung technischer Geräte, auf die Bekämpfung der Varroose, auf die Trachtbeobachtung, die Verbesserung der Honigqualität, auf die Förderung von Neuimkern und auf Forschungsprojekte im LIB. Für Investitionen in die Imkerei kommt auch das Förderprogramm für einzelbetriebliche Investitionen in landwirtschaftlichen Unternehmen in Frage. Für die EU-Förderperiode 2014 bis 2020 soll das Programm neu aufgelegt werden. Imker, die die im Gesetz über die Alterssicherung der Landwirte genannte Mindestgröße von 100 Bienenvölkern erreichen oder überschreiten, können für die Errichtung oder Modernisierung von unbeweglichem Vermögen und den Kauf von neuen Maschinen und Anlagen eine Förderung von 20 Prozent der förderfähigen Ausgaben erhalten. Das Mindestinvestitionsvolumen beträgt 20.000 Euro.

Weiterhin erhält der Landesverband Brandenburgischer Imker e.V. jährlich weitere Zuwendungen in Höhe von 27.500 Euro. Die Landesmittel dienen als Anteilsfinanzierung für die Schulung der Imkervereine, zur Unterstützung der Kinder- und Jugendarbeit, für die Öffentlichkeitsarbeit und zur Förderung der Bienenzucht (zum Beispiel Leistungsprüfungen, Verwendung geprüfter Herkünfte in der künstlichen Besamung).

Michael Hoffmann

Berliner und Brandenburger Spitzenköche sowie Food-Logistik-Unternehmen verbünden sich gegen drohende EU-Verordnung für Einheitssaatgut

„Lieber würde ich mich in Handschellen abführen lassen, als industriellen Einheitsbrei aufzutischen“, empört sich Berlins avantgardistischer Küchenchef Michael Hoffmann. „Als Koch, der an ehrlichem, intensivem Geschmack und einer vernünftigen Produktion von Lebensmitteln interessiert ist, muss man sich fragen, wie weit die Lobbyisten unser Essen noch reglementieren wollen. Was sollen wir unseren Gästen denn noch alles vorsetzen?“ Michael Hoffmann, der als ausgewiesener Experte für alte, geschmacksintensive Obst- und Gemüsesorten sowie Kräuter gilt und diese seit Jahren auf einem großen Bauernhof in Brandenburg anbaut, ist eigensinnig: „Nun warten wir erst mal die Liste ab, bis dahin mache ich unbedingt weiter mit meiner komplexen Gemüseküche.“

Hohe Gebühren, amtliche Prüfungen und mögliche Zulassungsverfahren – so zerstören die Pläne der EU-Kommission Geschmack und Sortenvielfalt bei Obst, Gemüse und Getreide. Auch Michael Kunzmann, Chef von Havelland Express zeigt sich entsetzt. Der regionale Versorger der Hotellerie und Spitzengastronomie war in den letzten Jahren massiv verantwortlich für die Wiederentdeckung regionaler Produkte, darunter das Havelländer Apfelschwein, das Uckermärker Rind sowie seltener Kräuter und Gemüse: „Es ist für mich totaler Unfug, wenn uns die EU vorschreibt, was wir in unserem Garten machen. Es behindert vor allem lokale engagierte Kleinanbauer, es nimmt keine Rücksicht auf regionale Voraussetzungen für den Anbau, hier hat offensichtlich die Lobby der Ernährungsindustrie Einfluss genommen.“
Der Entwurf „Neuregulierung zur Reform der Saatgutverordnung“ wird hauptsächlich von Fachleuten diskutiert, bei der breiten Öffentlichkeit ist das Thema noch nicht angekommen. Roy Augustin, Vorsitzender des Köchenetzwerkes „Brandenburg unter Dampf“ warnt: „Die EU setzt auf Einheitsgemüse und vernichtet so Gaumengenuss und Geschmackserlebnisse. EU-Kommissar Tonio Borg wird eine Verordnung zur Regulierung von Pflanzensorten präsentieren, wenn das so durchgeht, tischt uns die EU statt bunter Vielfalt genormte Einfalt auf. Das ist das Ende für viele seltene und alte Sorten.“

Die geplanten rechtlichen Regelungen würden viele Obst-, Gemüse- und Getreidesorten vom Markt verdrängen, da künftig nur noch angebaut werden dürfte, was amtlich zugelassen ist. Tatsächlich vermuten Kritiker, dass die neuen Regeln das Patentrecht auf Sorten stärken und die bürokratischen Zulassungshürden für Saatgut zementieren soll. Beides würde die Monopolstellung großer Saatgut-Kartelle weiter festigen. Die drei größten Saatgutkonzerne beherrschten schon jetzt mehr als die Hälfte des Weltmarktes.

Die Organisationen Arche Noah und Global 2000 haben eine Petition zum Schutz der Vielfalt, der Konsumenten und der bäuerlichen Saatgut-Kultur gestartet: hier geht es zur Unterschriftenliste http://helfen.global2000.at/de/node/19

Rechte des Flugpassagiers bei Streik

Passagiere sind bei einem Streik in der EU nicht rechtlos und haben Fluggastrechte

Die Verbraucherzentrale NRW erläutert die Rechte von Fluggästen, die wegen einer Arbeitsniederlegungen am Boden bleiben müssen oder erst verspätet zum Ziel kommen

Streichung des Fluges
Wird der Flug wegen der Arbeitsniederlegung ganz gestrichen, muss die Airline nach der EU-Verordnung für Fluggastrechte die Passagiere per Ersatzflug zum Ziel befördern. Dies dürfte sofort normalerweise kaum möglich sein. Alternativ kann der Reisende bei Annullierung des Fluges vom Luftbeförderungsvertrag zurücktreten und sich den Flugpreis erstatten lassen. Ausgleichszahlungen braucht die Fluggesellschaft nach bislang überwiegender Ansicht nicht zu leisten, wenn sie alle zumutbaren Maßnahmen ergriffen hat, um Flugannullierungen zu vermeiden.

Verspätung des Fluges
Startet die Maschine wegen des Streiks erst verspätet, haben Reisende nach der europäischen Fluggastrechte-Verordnung bei Abflugsverzögerungen von zwei Stunden (Kurzstrecken bis 1.500 Kilometer), drei (Mittelstrecken bis 3.500 Kilometer) bzw. vier Stunden (Langstrecken) Anspruch auf kostenlose Betreuung. So hat die Airline auf Wunsch des Reisenden für Mahlzeiten, Erfrischungen, zwei Telefongespräche, Telexe, Faxe oder E-Mails sowie für notwendige Hotelübernachtungen inklusive Transfer zu sorgen. Verschiebt sich der Flug auf einen anderen Tag, muss die Fluggesellschaft die notwendigen Kosten einer Übernachtung im Hotel übernehmen. Wer die Reise nicht mehr antreten will, kann bei einer mindestens fünfstündigen Flugverspätung darauf pochen, das Geld dafür zurückzubekommen.

Flug bei einer Pauschalreise
Ist der Flug Teil einer Pauschalreise, sollte sich der Urlauber an den Reiseveranstalter wenden. Auch er hat die Pflicht, so schnell wie möglich eine Ersatzbeförderung zu organisieren. Allerdings muss dem Veranstalter in der Regel eine angemessene Frist (einige Stunden) gesetzt werden, um einen solchen Transport zu bewerkstelligen. Ist das gebuchte Flugzeug wegen des Streikes bis zu vier Stunden verspätet, gilt das nach bisheriger Rechtsprechung zum Pauschalreiserecht als bloße Unannehmlichkeit. Erst wenn der Flieger mehr als vier Stunden Verspätung hat, kann – je nach Flugstrecke – ein Reisemangel vorliegen. Dann können fünf Prozent des Tagesreisepreises für jede weitere Verspätungsstunde vom Veranstalter zurückverlangt werden. Urlauber haben außerdem die Möglichkeit, nach ihrer Rückkehr den Reisepreis zu mindern, etwa wenn Reiseleistungen ausgefallen sind.

Was sich 2013 ändert

Verbindliche Höchstmengen und neue Kennzeichnungsregelungen für Energy-Drinks

Am 2. Juni 2013 tritt die Zweite Verordnung zur Änderung der Fruchtsaftverordnung und anderer lebensmittelrechtlicher Vorschriften in Kraft. Die Verordnung legt verbindliche Höchstmengen für die in Energy-Drinks verwendeten Stoffe Koffein, Taurin, Inosit und Glucuronolacton fest. Damit wird die Ausnahmeregelung abgelöst, nach der Hersteller für Getränke mit diesen Inhaltsstoffen bisher eine Genehmigung für jedes Produkt beantragen mussten. Die neue Verordnung sorgt für mehr Klarheit und Rechtssicherheit, was den Zusatz dieser Stoffe betrifft. Die einheitlichen Höchstmengen, die für alle diese Getränke gleichermaßen gelten, tragen zu einem verbesserten gesundheitlichen Verbraucherschutz bei. Die Höchstmengen entsprechen denen, die bisher durch die Ausnahmeregelungen nach dem Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch festgelegt sind. Neu geregelt wird außerdem die Kennzeichnung von Energy-Drinks: Mussten bisher nur verpackte Energy-Drinks mit der Angabe „erhöhter Koffeingehalt“, gefolgt von der Angabe der Koffeinmenge in Milligramm pro 100 Milliliter, gekennzeichnet werden, gilt diese Kennzeichnungspflicht nun auch für „lose“ abgegebene koffeinhaltige Erfrischungsgetränke. Darunter sind Getränke zu verstehen, die beispielsweise in Gaststätten oder Diskotheken im Glas an Gäste abgegeben werden. Die Angabe wird zum Beispiel in der Getränkekarte oder mit einem Aushang erfolgen.

Neue Regelungen für Farbstoffe in Lebensmitteln

Ab 1. Juni 2013 gelten neue Regelungen für die Lebensmittelfarbstoffe Chinolingelb (E 104), Gelborange S (E 110) und Cochenillerot A (Ponceau 4R – E 124). Sie schränken die Verwendungsmöglichkeiten der Stoffe bei der Herstellung von Lebensmitteln stark ein. Nachdem die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA die Stoffe neu bewertet hatte, wurden die bisherigen Zulassungen revidiert, um sicherstellen zu können, dass die Stoffe nur in gesundheitlich unbedenklichen Mengen aufgenommen werden. Bereits seit dem 20. Juli 2010 müssen diese Farbstoffe durch einen besonderen Hinweis – „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“ – gekennzeichnet werden.

Positivliste für Aromastoffe in Lebensmitteln

Ab 22. April 2013 gilt eine EU-weite Positivliste für Aromastoffe, die in Lebensmitteln verwendet werden dürfen. Aromastoffe, die nicht auf der Liste stehen, dürfen nach einer Übergangsfrist von 18 Monaten nicht mehr verwendet werden. Unter Aromastoffen versteht man Stoffe mit Geschmack und/oder Geruch gebenden Eigenschaften, die zur Herstellung von Aromen eingesetzt werden. Rechtsgrundlage für die Positivliste mit über 2100 zulässigen Aromastoffen ist die EU-Verordnung (EG) Nr. 1334/2008. Für weitere rund 400 Aromastoffe fehlt noch die abschließende Bewertung durch die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA. Diese Stoffe gelten seit langem als gesundheitlich unbedenklich und dürfen bis zur abschließenden Bewertung vorläufig weiter verwendet werden.

23 Kilogramm Käse

23 Kilogramm Käse verzehrt jeder Deutsche durchschnittlich im Jahr. Damit hat sich der Käseverbrauch in den vergangenen 40 Jahren mehr als verdoppelt – Der Begriff „Käse“ ist geschützt!

1971 lag der Pro-Kopf-Verbrauch Käse noch bei rund elf Kilogramm. Mit jeweils knapp sieben Kilogramm sind Frischkäse und halbfester Schnittkäse die beliebtesten Käsesorten in Deutschland. Danach folgen Weich- und Hartkäse mit jeweils rund zwei Kilogramm.

Der Begriff „Käse“ ist durch die Verordnung über eine einheitliche gemeinsame Marktordnung (EU-Verordnung Nr. 1234/2007) und die nationale Käseverordnung geschützt. Demnach gehört der Begriff zu den Bezeichnungen, die ausschließlich Milcherzeugnissen vorbehalten sind. Käse-Imitate (auch „Analogkäse“ genannt) oder Lebensmittel mit Käse-Imitaten müssen für den Verbraucher klar erkennbar sein: Weder durch Etikettierung noch durch Aufmachung oder Werbung darf der Eindruck erweckt werden, dass es sich um ein Milcherzeugnis, also um echten Käse handelt. So dürfen beispielsweise Brötchen mit Käseimitat nicht „Käsebrötchen“ heißen. Nach den Vorgaben der neuen Lebensmittel-Informationsverordnung (EU-Verordnung Nr. 1169/2011) muss der verwendete Ersatzstoff bei fertig abgepackten Lebensmitteln künftig in unmittelbarer Nähe zum Produktnamen deutlich gekennzeichnet werden.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.bmelv.de/analogkaese

Nach drei Stunden Verspätung gilt ein Flug als annuliert

Der Europäischer Gerichtshof bestätigt erneut Ausgleichsanspruch für Reisende bei Flugverspätungen – mindestens 250 Euro ab drei Stunden Verspätung – auch ältere Fälle jetzt einklagbar – Jedoch nicht anwendbar auf aussereuropäische Gesellschaften.

Die Entscheidung hat zur Folge, dass Passagiere, deren Flug eine Verspätung von mehr als drei Stunden hatte, auch weiterhin wie Betroffene von Flugannullierungen Schadensersatz zusteht. „Die Entscheidung ist aus Sicht des Verbraucherschutzes nur konsequent, denn dem Reisenden entstehen bei einem erheblich verspäteten Flug meist sogar größere Unannehmlichkeiten als bei einem ausgefallenen Flug“, sagt Dr. Philipp Kadelbach, Rechtsexperte beim Verbraucherportal flightright www.flightright.de. „Daher hat der Verbraucher auch Anspruch auf eine vergleichbare finanzielle Entschädigung.“

Kadelbach begrüßt die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs: „Heute ist ein guter Tag für alle Reisenden. Die Rechtslage ist nun endgültig zugunsten der Passagiere geklärt. Der Europäische Gerichtshof ist seiner Linie treu geblieben und hat sich bei der Auslegung der Verordnung konsequent am Leitgedanken des Verbraucherschutzes orientiert. Nachdem der Europäische Gerichtshof nun klargestellt hat, dass der Anspruch auf Entschädigung bei großer Verspätung keine zeitliche Grenze kennt, gehen wir davon aus, dass Verbraucher verstärkt mit älteren Fällen aus den Jahren 2009 und 2010 an uns herantreten werden,“ freute sich Kadelbach gegenüber Gourmet Report.

Laut Fluggastrechte-Verordnung Nr. 261/2004 der Europäischen Union steht Fluggästen bei der kurzfristigen Annullierung ihres Fluges eine Entschädigung zwischen 250 Euro und 600 Euro zu. Im November 2009 wurde in einem Präzedenzfall darüber hinaus entschieden, dass Flugverspätungen annullierten Flügen rechtlich gleichzustellen seien (Sturgeon/Condor, EuGH C-402/07). Nach aktuellen Informationen plant die Europäische Union die Fluggastrechte-Verordnung innerhalb der nächsten zwei Jahre zu überarbeiten. Die aktuelle Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs wird dabei Berücksichtigung finden.

Flightright ist das Verbraucherportal für Fluggastrechte, es startete im Frühjahr 2010. Passagiere haben die Möglichkeit, Entschädigungen für verspätete oder annullierte Flüge direkt über den Entschädigungsrechner von flightright einzufordern. flightright beruft sich auf die EU-Verordnung 261/2004. Diese spricht Betroffenen von Flugausfällen und Verspätungen eine Wiedergutmachung durch die Fluggesellschaft zu. Weitere Informationen auf

www.flightright.de

Gourmet Report meint: Ein sehr schönes und verbraucherfreundliches Urteil. Jedoch ist es ungerecht, dass Airlines die ausserhalb der EU sitzen und in die EU fliegen nicht belangt werden können!