Bochbuch: Trust in Taste – Kochbuch für Blinde und Sehende

Einzigartiges Kochbuch „Trust in Taste – Kochbuch für Blinde und Sehende“ von Sternekoch Michael Hoffmann erscheint im Herbst 2011 im Münchner Justina-Verlag –
Erstes im Buchhandel erhältliches Kochbuch, das Blinde und Sehende gleichwertig nutzen können

In Deutschland gibt es über eine Million blinde und sehbehinderte Menschen. An sie und ihre Familien, Freunde und Kollegen wendet sich das einzigartige Kochbuch-Projekt

„Trust in Taste – Kochbuch für Blinde und Sehende“, das der vom Magazin Feinschmecker zum Koch des Jahres 2010 gewählte Michael Hoffmann im Herbst 2011 im Münchner Justina-Verlag veröffentlicht. In enger Zusammenarbeit mit Betroffenen hat sich der Berliner Sternekoch Michael Hoffmann auf ein kulinarisches Abenteuer eingelassen. Er geht mit seinem Wissen zurück an die Basis und entwickelt Rezepte, die blinden und sehenden Feinschmeckern eine neue Genusswelt offenbaren – für Blinde und Sehende gleichermaßen ein kulinarisches Ereignis.

Kochen ist für Blinde eine Herausforderung
Wie stellt man fest, ob das Fleisch gar ist? Wie bereitet man Fisch so zu, dass er saftig und doch durch ist? Und wie würzt man das Essen, wenn man nicht sieht, wie viel Salz man nimmt? Was für die meisten Menschen eine alltägliche Selbstverständlichkeit ist, ist für blinde Menschen eine echte Herausforderung. Sie müssen sich auf ihre anderen, stark entwickelten Sinne verlassen: Fühlt sich das Obst knackig an, riecht das Fleisch frisch, passen diese Gewürze eigentlich geschmacklich zu Fisch, hört sich das Öl in der Pfanne an, als ob es schon heiß wäre? Mit ein wenig Übung und Gespür gelingt es, die nichtvisuellen Sinne so zu schärfen, dass die von Michael Hoffmann entworfenen Rezepte gemeinsam nachgekocht und genossen werden können – ob blind oder sehend.

„Trust in Taste“ ist ein Gesamtkunstwerk
Neue Wege mussten auch in der Gestaltung und Produktion des großformatigen Buchs gegangen werden. Die Rezepte sind für den sehenden Leser in Schwarzschrift abgedruckt und in Blindenkurzschrift auf die Food-Fotografien der jeweiligen Rezepte geprägt. Für die Blindenschrift war es notwendig, sämtliche Buchseiten zu zellophanieren, damit das Papier durch den Prägevorgang nicht aufbricht und die Brailleschrift auch nach mehrmaligem Gebrauch des Buchs erhalten bleibt. Neben der sensitiven Darstellung der Gerichte unterstützt ein Hörbuch – eingesprochen von den Schauspielern Viktoria Brahms, Ralf Bauer und Hans-Jürgen Stockerl – mit eigens komponierten Koch-Musikstücken und den gelesenen Rezepten, die Sinnlichkeit des erlebten Kochens.

„Trust in Taste – Kochbuch für Blinde und Sehende“ erscheint im jungen Münchner
Justina-Verlag von Justina Hoegerl ( www.justina-verlag.de ), der sich auf hochwertige Kochbücher rund um besondere Ernährungsthemen spezialisiert hat.

Zitate:
Michael Hoffmann: „Die Vor- und Zubereitung von Speisen wird viel stärker von unseren Sinnesorganen bestimmt, als der Sehende ahnt. Als Koch setze ich alle Sinnesorgane ein, um einen kulinarischen Höchstwert zu erreichen. Natürlich ist es für Sehende verhältnismäßig einfach, Produkte auszuwählen und zuzubereiten. Ich glaube aber einen Weg gefunden zu haben bzw. eine Art Schablone, die das Kochen auch für Blinde vereinfacht und zugänglicher macht. Die Konzentration auf das Wesentliche hilft dabei ungemein, seine Sinne richtig einzusetzen. Man kann es fühlen und riechen, ob ein Gemüse frisch ist oder nicht, ebenso kann man hören, wie weit der Braten im Ofen ist und man kann schmecken, ob ein Gewürz fehlt. Dieses Buch soll eine Inspirationsquelle für Blinde und Sehende sein, um die Sinne anzuregen.“

Justina Hoegerl: „Alleine die Entstehung des Buches war ein faszinierendes Erlebnis. Ich erinnere mich gerne an das erste gemeinsame Kochen von Michael Hoffmann mit Manuela und Hans – beide blind. Ich war kurz rausgegangen und als ich wieder hereinkam, fand ich mich in meiner eigenen Küche nicht mehr zurecht. Das Licht war ausgeschaltet und im Dunkeln wurde Gemüse geschnipselt, Fleisch geschnitten und Zwiebeln geschält. Ich hörte nur das Besteckgeklapper und versuchte, mich an den Stimmen zu orientieren. Zuerst fühlte ich mich recht beklommen, aber dann, als ich mich langsam an das Dunkel gewöhnt hatte, tastete ich mich vorsichtig bis zum Herd vor und ließ mich auf das Ungewohnte ein. Das Ergebnis dieses Einlassens sind ein kulinarisch und menschlich beeindruckender Abend und ein einzigartiges Kochbuch. Mein Dank gebührt Michael Hoffmann und allen Menschen, die sich an diesem Projekt beteiligt haben. Gewidmet ist das Buch Manuela und Hans.“

▪ Format 24×30
▪ Umfang 264 Seiten, über 164 Fotografien
▪ Alle Seiten zellophaniert und abwaschbar
▪ Alle Inhalte in Schwarzschrift und in Blindenkurzschrift
▪ Verdeckte Wire-O-Bindung 11/8 Zoll
▪ Alle Inhalte auf CD im MP3-Format mit Koch-Musikstücken
Bestellink:
ISBN 978-3-9812602-4-3

Fotowettbewerb zum Meeresschutz

British Virgin Islands: Gewinnerfoto wird als Briefmarke veröffentlicht

Um noch mehr auf die
wertvolle Unterwasserwelt und die Bedeutung des Umweltschutzes
hinzuweisen, hat sich die Regierung der British Virgin Islands (BVI)
etwas Besonderes einfallen lassen. Das Conservation & Fisheries
Department http://www.bvidef.org hat im Rahmen des „International Year
of the Reef“ gemeinsam mit der BVI Post einen Fotowettbewerb
ausgeschrieben, bei dem jeder seine schönsten Küsten- und Riffbilder aus
den BVI einreichen kann. Den Gewinnern winkt ein ganz besonderer Preis:
Die fünf besten Bilder werden Anfang 2009 auf der Briefmarke -Serie
„Protecting our environment, safeguarding our future“ abgedruckt.

„Die Bilder können in einer der fünf ausgeschriebenen Kategorien
eingereicht werden“, so Silke Langekamp vom British Virgin Islands
Tourist Board http://www.britishvirginislands.de .
„Macro Shots“ sind Fotos, die am Riff oder an der Küste gemacht wurden,
„Reefscape“ sind alle Bilder über und unter Wasser vom Riff und der
Küste und „Reef Critters“ sind Motive im Riff wie etwa
Wasserschildkröten, Fische oder andere Meeresbewohner. Eine weitere
Kategorie ist den „Professionals“ gewidmet, also jenen, die bereits
einige ihrer Bilder verkauft haben. Kinder und Jugendliche unter 18
Jahre können ihre Fotos in der Kategorie „Under 18“ einreichen.
Einsendeschluss ist der 31. August 2008. „Wer am Fotowettbewerb
teilnehmen will, muss seinen vollständigen Namen und seine Telefonnummer
angeben“, so Langekamp. Die Bilder müssen in einer Auflösung von
mindestens 600dpi an Shannon Gore Sgore@gov.vg eingereicht werden.
„Alle
eingesandten Fotos dürfen als Eigentum von Conservation & Fisheries
Department unter Angabe des Namens weiterverwendet und in zukünftigen
Marine Awareness Guides veröffentlicht werden.“

Die seit 1672 unter britische Flagge stehenden Inseln sind bisher von
Umweltverschmutzung und Zerstörung weitgehend verschont geblieben. Seit
einigen Jahren haben die 150 Quadratkilometer großen Inseln den ältesten
Sohn von Jacques Cousteau, Jean-Michel, als Fürsprecher für den
Meeresschutz. Seit einigen Jahren fördert die Regierung der Inseln die
nachhaltige Entwicklung, damit das Naturparadies auch zukünftigen
Generationen erhalten bleibt. Insgesamt bestehen auf den Inseln bereits
20 Nationalparks, die die wertvollsten Naturdenkmäler schützen. Seit
1961 kümmert sich der National Park Trust um die höchst
unterschiedlichen Parks der 20.000 Einwohner umfassenden Inselgruppe:
vom waldigen Mount Sage, mit 543 Metern der höchste Punkt der Hauptinsel
Tortola, über die beliebte Spring Bay auf Virgin Gorda, ein attraktiver
Strand mit gewaltigen Felsblöcken, bis hin zum Wrack der „MS Rhone“, dem
einzigen Nationalpark der BVI, der komplett unter Wasser liegt. Auch die
flache Insel Anegada mit ihren seltenen endemischen Leguanen wird vom
National Park Trust verwaltet.

Schon bisher haben strenge Gesetze auf den BVI verhindert, dass
Hochhäuser, große Hotelanlagen oder Fast-Food-Ketten errichtet werden.
Die Regierung des 20.000-Einwohner-Staates ist daran interessiert, einen
hohen Qualitätstourismus, mit Ruhe, Beschaulichkeit, einsamen Stränden
und unberührter Natur zu bieten. Guana Island http://www.guana.com
beispielsweise steht komplett unter Naturschutz, verfügt allerdings
dennoch über ein Hotel, das 30 Gästen Platz bietet. Wolfgang Weitlaner

Barbados – Privathäuser öffnen ihre Pforten

Auf Barbados ist Tag der offenen Tür. Die gemeinnützige Institution, Barbados National Trust, organisiert von Januar bis April immer mittwochs geführte Touren durch die schönsten Privathäuser der Insel, wobei jede Woche ein anderes Haus besichtigt werden kann. Hier können Besucher, je nach Objekt, sowohl alte Plantagenhäuser besuchen als auch neue, luxuriöse Bajan-Villas.

Auf dem Programm steht beispielsweise das Lascelles House in St. James, in dem bereits der Ur-Großvater der englischen Königin Victoria lebte. Die Villa Jamoon, ebenfalls in St. James, wirkt auf den ersten Blick wie ein einfaches Landhaus, doch das Interieur mit sieben Schlafzimmern ist mit viel Liebe zum Detail von der Hausherrin, einer italienischen Innenarchitektin, eingerichtet worden. Außerdem kann dort ein aus der exotischen Jamun-Frucht hergestellter Wein gekostet werden. In St. Michael besichtigen Teilnehmer Ilaro Court, den offiziellen Wohnsitz des Premierministers Owen Seymor Arthur. Das vor 81 Jahren fertig gestellte Herrenhaus kombiniert britische, italienische und karibische Architektur. Zudem befindet sich auf dem Anwesen der erste Swimmingpool Barbados’.

An diesem besonderen Besichtigungsprogramm kann jeder ohne Voranmeldung teilnehmen. Bei der Barbados National Trust oder im Internet erhalten Interessierte die Wegbeschreibung zum aktuellen Ausflugsziel. Auch Busausflüge zu den Häusern werden angeboten. Der Eintritt kostet rund sechs Euro, für Kinder die Hälfte. Die Barbados National Trust setzt sich für den Schutz des kulturellen Erbes auf Barbados ein und will Besuchern und Einheimischen die Kulturschätze sowie Flora und Fauna der Insel näher bringen.
Weitere Details unter www.barbados.org/openhse.htm#programme.
Allgemeine Infos unter www.barbados-karibik.de

Kaugummi gegen Fettsucht

Natürliches Hormon als Appetitzügler

Es klingt fast unglaublich, was Forscher
um Steve Bloom vom Londoner Imperial College in einem natürlich
vorkommenden Hormon entdeckt haben: Das pankreatische Polypeptid (PP),
das der Körper herstellt, wenn das Signal zum Sattsein gesetzt wird,
soll künstlich hergestellt und verabreicht werden. Damit soll der
drohenden Volkskrankheit Fettsucht entgegen gewirkt werden, berichtet
das Imperial College http://www3.imperial.ac.uk . Der Wellcome Trust
fördert das ehrgeizige Projekt, da allein in Großbritannien jährlich
30.000 Menschen an den Folgen von Fettleibigkeit sterben.

Die meisten der bisher angebotenen Medikamente hätten sich in der Praxis
bisher kaum bewährt, meinte Ted Bianco, Technologie-Transfer-Direktor
beim Wellcome-Trust. Er glaube, dass die Erfindung Blooms eine echte
Alternative dazu wäre. Bloom hatte mit seinem Forscherteam erst vor
kurzem jenes Hormon entdeckt, das den Appetit kontrolliert. Es agiert
als Neurotransmitter, um dem Hirn sozusagen die Botschaft der Sättigung
mitzuteilen. Bekannt war bereits, dass das PP als gastrointestinales
Hormon, die Enzym- und Hydrogencarbonat-Produktion der
Bauchspeicheldrüse, die Motilität des Darms und den Gallefluss hemmt. Im
Auge hat das Forscherteam nun aber eine gezielte Verabreichung des
Hormons, um dem Hunger den Kampf anzusagen.

„Eine Behandlung, die auf der natürlichen Appetitunterdrückung basiert,
hat das Potenzial zu einer sicheren und effektiven Anwendung“, erklärt
Bloom. Tatsächlich war dem Forscher aufgefallen, dass manche Menschen
mehr von diesem Hormon ausschütten als andere. Tests an 35 leicht
übergewichtigen Probanden haben gezeigt, dass eine Behandlung durchaus
sinnvoll war. Jene Testgruppe, die das Hormon verabreicht bekam, nahm
zwischen 15 und 25 Prozent weniger Nahrung zu sich. Getestet hatten die
Mediziner dies bei einem „All-You-Can-Eat“-Buffet. Die Testgruppe, die
nur ein Placebo erhielt, zeigte keine Veränderung bei seinen
Essgewohnheiten.

Der einzige Wermutstropfen ist derzeit allerdings die Aufnahme des
Hormons. Es kann derzeit nämlich nur injiziert werden. Zu allem
Überfluss müsste diese Injektion täglich verabreicht werden. Darum
sollen die 3,3 Mio. Euro Forschungsgeld des Wellcome Trust auch dazu
verwendet werden, eine andere Art der Gabe zu erforschen. Denkbar wäre
etwa ein Kaugummi oder auch ein Nasenspray. „Der Kaugummi wäre ideal, da
wir wissen, dass Fettleibige gerne kauen“, so Bloom.

Erstmals festgestellt hat der Forscher die Wirkung von PP bei einer
Patientengruppe, die an einem bestimmten Bauchspeicherdrüsentumor litt,
bei dem mehr von dem Hormon produziert wird. „Ihre Körper blieben sehr
lange Zeit hinweg immer schlank. Offensichtlich zeigt das Hormon
keinerlei Nebenwirkungen“, subsumiert der Wissenschaftler, der davon
ausgeht, dass im Falle einer Anwendung Fettleibige mindestens fünf bis
zehn Prozent weniger Nahrung zu sich nehmen würden. Bis es zu einem
fertigen und zugelassenem Medikament kommen wird, werden aber noch
mindestens fünf bis acht Jahre vergehen. Angesichts der tristen Lage bei
der Zunahme der Fettleibigkeit – derzeit ist bereits jeder Fünfte
fettleibig, bis 2010 wird es jeder Dritte sein – ist Eile allerdings
angesagt. Darüber sind sich die Forscher auch einig. Wolfgang Weitlaner

Kanalinsel – Mont Orgueil Castle

Eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten der größten Kanalinsel öffnet nach mehrjährigen Restaurierungsarbeiten endlich wieder seine Pforten.

Fast 7 Millionen Euro wurden in die imposante Burganlage aus dem 13. Jahrhundert investiert. Dem Besucher eröffnet sich nun ein Labyrinth von Treppen, Gängen und Räumen, die der Öffentlichkeit bislang weitgehend verborgen blieben.

Mont Orgueil Castle präsentiert sich erstmals seit Jahren wieder ohne Baugerüste und in großartigem Zustand. Vor etwa zehn Jahren war die mittelalterliche Anlage mit dem Tudor Burgfried nicht mehr als ein Taubenschlag mit einigen wenigen Gebäuden und in teils schlechtem Zustand. Nach umfangreichen Forschungen durch den Jersey Heritage Trust, unter Leitung des Archäologen Warwick Rodwell, wurde der Burgfried neu errichtet, erhielt ein Dach und wurde so rekonstruiert, dass er nun in seinem vermutlich ursprünglichem Glanz erstrahlt.

Eine der Hauptaufgaben der restaurierten Burganlage ist es, dem Besucher ein aussagekräftiges und atemberaubendes Erlebnis zu bieten. In der Burg wurde eine neue Ausstellung mit über dreißig Exponaten installiert. Diese Ausstellungsstücke sind Auftragsarbeiten von Künstlern und Handwerkern aus ganz Großbritannien. Zu den Exponaten gehören unter anderem die sechs Meter hohe Schnitzerei „Wound Man“, nach einem medizinischen Manuskript aus dem 14. Jahrhundert oder ein großes Reiterstandbild von Sir Hugh Calveley, Kommandant der Insel im Jahre 1376.

Der Direktor des Jersey Heritage Trust, Jon Carter meint: „Das Hauptziel des Projektes war es soviel Raum wie möglich der Burganlage den Besuchern zu machen.“ So wurden nun die vorher als zu gefährlich geltenden Schanzen von Sir John Feyton oder die tiefergelegenen Wohnräume für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Durch die große Vielfalt der Schaukästen und Ausstellungsstücke, die hervorragende und moderne Gestaltung der gesamten Ausstellung wird dem Besucher die Zeit der höchsten Blüte der Burg nähergebracht.

Innovativ ist auch die Form der Präsentation der restaurierten Anlage. Audio Guides in drei Sprachen können als sogenannter Podcast von der Webseite des Jersey Heritage Trust auf den eigenen MP3-Player heruntergeladen werden. Alle, die eine persönliche Führung bevorzugen, werden von Juni bis September von Führern des Jersey Heritage Trust umhergeführt.