Spätes Essen macht nicht dick

Auf das „was“ und „wieviel“ kommt es an

„Iss nicht mehr so spät, sonst wirst du dick“. Diesen
„Rat“ kennen wohl die meisten von uns. Aber ist das eigentlich
zutreffend? Das King’s College in London wollte es genauer wissen
und hat eine Studie mit 1.620 Kindern im Alter von 4 bis 18 Jahren
durchgeführt. Überraschend stellten sie fest, dass Kinder und
Jugendliche, die noch spät am Abend essen, kein erhöhtes Risiko für
Übergewicht haben.

Die Wissenschaftler nahmen in den Jahren 2008 bis 2012 verschiedene
Daten der Jungen und Mädchen auf. Der Körpermassenindex (BMI) wurde
anhand von Körpergewicht und -größe, Alter und Geschlecht
berechnet, um das Gewicht einschätzen zu können. Die jungen
Probanden beziehungsweise ihre Eltern füllten jährlich ein
Ernährungsprotokoll für vier aufeinanderfolgende Tage aus, anhand
der die tägliche Energie- und Nährstoffaufnahme sowie die übliche
Zeit des Abendessens (vor oder nach 20 Uhr) bestimmt wurden.

Frühere Studien ließen vermuten, dass die Zeit der Nahrungsaufnahme
die innere Uhr und damit auch Stoffwechselprozesse beeinflusst. Das
wäre auch für die Gewichtsregulation von Bedeutung. In der aktuellen
Untersuchung hatten jedoch Kinder und Teenager, die zwischen 20 und 22
Uhr aßen, kein höheres Übergewichtsrisiko als Altersgenossen mit
einem Abendbrot vor 20 Uhr. Auch die Energieaufnahme veränderte sich
nicht mit dem Zeitpunkt der Mahlzeit, schreiben die Wissenschaftler im
„British Journal of Clinical Nutrition“.

Bei der Nahrungsqualität gab es vereinzelte Unterschiede, die aber
nicht wesentlich waren. So nahmen Jungen (4-10 Jahre) mit einem
späten Abendessen über den Tag verteilt etwas mehr Eiweiß zu sich,
während Mädchen (11-18 Jahre) weniger Kohlenhydrate aufnahmen.
„Allerdings aß nur eine begrenzte Zahl der Kinder nach 20 Uhr, was
die Ergebnisse möglicherweise beeinflusst hat“, gibt die Autorin
Dr. Gerda Pot zu bedenken. Mögliche Einflussfaktoren auf das Gewicht
wie das Weglassen des Frühstücks, körperliche Aktivität und die
Schlafdauer wurden noch nicht berücksichtigt.

„Viel wichtiger als der Zeitpunkt der Mahlzeiten ist die über den
ganzen Tag aufgenommene Energiemenge“, erklärt
Ernährungswissenschaftler Harald Seitz vom aid infodienst. Das gilt
für Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Wer viel snackt, verliert
leicht den Überblick, und das kann sich auf der Waage niederschlagen.
Mit fest geplanten Mahlzeiten fällt es leichter, die richtigen
Lebensmittel und angemessenen Portionsgrößen auszuwählen. Das muss
natürlich auf den Alltag der Familie abgestimmt ein, so Seitz. Neben
einer ausgewogenen Ernährung brauchen Kinder viel Bewegung und
ausreichend Schlaf, um fit zu sein und ein gesundes Körpergewicht
halten zu können.

/Heike Kreutz, www.aid.de/

http://journals.cambridge.org/action/displayAbstract?fromPage=online&aid=10266822&fileId=S0007114516000635

Amaranth

Der Weizen der Inkas

Auf den ersten Blick sehen die kleinen Körner aus wie
Getreide und werden in der Küche auch ähnlich zubereitet. Amaranth
gehört allerdings nicht zu den Süßgräsern wie Weizen, Roggen &
Co., sondern zu den Fuchsschwanzgewächsen. Daher wird er auch als
Pseudogetreide bezeichnet. Bereits vor 3.000 Jahren wurde die Pflanze
in Mittel- und Südamerika angebaut. Bei den Inkas galt sie als
heiliges Korn und war eines der Hauptnahrungsmittel.

Der „Inkaweizen“ verfügt über einen feinen nussigen Geschmack
und lässt sich sowohl pikant als auch süß zubereiten. Die Samen
werden in der doppelten Menge Wasser kurz aufgekocht. Anschließend
bei kleiner Hitze 25 bis 30 Minuten köcheln und etwas nachquellen
lassen. Ganz einfach lässt sich aus Amaranth auch Popcorn zubereiten,
um Müsli und Joghurt zu verfeinern. Dazu eine Pfanne mit
geschlossenem Deckel ohne Fett stark erhitzen. Die Körner auf den
heißen Boden geben und die Pfanne vom Herd nehmen. Ein wenig
umrühren und die Samen beginnen zu „poppen“.

Wer Brot, Brötchen und Kekse backen möchte, sollte das Amaranthmehl
im Verhältnis 1:2 mit Mehl aus Weizen, Dinkel oder Roggen mischen.
Denn das Pseudogetreide enthält kein Klebereiweiß (Gluten), das dem
Teig Halt und Flexibilität verleiht. Diese Eigenschaft macht Amaranth
allerdings auch zur idealen Alternative für Menschen mit
Glutenunverträglichkeit (Zöliakie).

Auch was die Inhaltsstoffe angeht, ist Amaranth interessant. Es
enthält unter anderem Eisen (8 mg), Magnesium (300 mg), Kalium (484
mg pro 100g) und die essenzielle Aminosäure Lysin – ein wichtiger
Baustein des Kollagens im Bindegewebe. Besonders wertvoll ist das
hochwertige Eiweiß (14 g pro 100 g). Das macht den „Inkaweizen“
für Veganer interessant, die verstärkt auf die Eiweißzufuhr achten
müssen.

Häufig wird Amaranth auch als „Superfood“ bezeichnet. „Doch
einzelne Lebensmittel können keine Wunder vollbringen, wenn ihre
Inhaltsstoffe auch noch so wertvoll sind“, erklärt
Ernährungswissenschaftler Harald Seitz vom aid infodienst.
„Allerdings bringen die nahrhaften Körner auch Abwechslung auf den
Speiseplan. Auch wenn heimische Getreideerzeugnisse wegen kürzerer
Transportwege entsprechend weniger belastend für die Umwelt sind“,
so Seitz.

Amaranth findet man im Bioladen, in Drogerien und in gut sortierten
Supermärkten. Trocken und lichtgeschützt sind die Samen mehrere
Monate haltbar.

Heike Kreutz, www.aid.de

Karneval ohne Kater

Gut essen, viel Wasser und kein Durcheinander

Für Karnevalsfans bringt die fünfte Jahreszeit manch eine feucht-fröhliche Party oder Sitzung mit sich. Oft folgen am nächsten Tag stechende Kopfschmerzen, großer Durst, Übelkeit und Schlappheit – eben Katzenjammer pur. Sicher verhüten lässt der sich nur durch Abstinenz. Doch wenn es ein oder zwei Gläser mehr werden, lässt sich das Übel mit ein paar Tricks wenigstens mildern.

„Eine ganz wichtige Grundregel ist: Trinken Sie nie auf leeren Magen“, sagt Harald Seitz, Ernährungswissenschaftler beim aid infodienst, Bonn. Eine gute Grundlage für die Party ist eine leichte Mahlzeit aus ballaststoffreichem Gemüse und Rohkost mit Kartoffeln, Getreide, Reis oder Nudeln. „Sie sorgt dafür, dass der Alkohol nicht so schnell ins Blut und damit in den gesamten Körper gelangen kann. Außerdem kann ein Teil des Alkohols so bereits im Magen durch Enzyme abgebaut werden.“ Fettreiche Krapfen dagegen sind vielleicht lecker, aber weniger empfehlenswert: Sie belasten den Magen zusätzlich.

Alkohol wirkt auch Harn treibend. Mit dem Wasser entzieht er dem Körper jedoch auch lebenswichtige Mineralien. So bringt er das Flüssigkeits- und Mineraliengleichgewicht aus dem Lot und stört den Stoffwechsel insgesamt. „Das lässt sich verhindern, wenn man zwischendurch immer mal wieder ein Glas Mineralwasser oder Apfelschorle trinkt“, rät Harald Seitz. Damit wird gleichzeitig der Alkoholkonsum begrenzt.

Das Kater-Risiko hängt vor allem natürlich von der konsumierten Alkoholmenge ab. Je mehr Alkohol in kurzer Zeit getrunken wird, umso weniger kommt der Körper mit dem Abbau hinterher. In der Leber entsteht ein Rückstau an Acetaldehyd. Dieses Abbau-Zwischenprodukt ist giftig und hauptsächlich für den Kater verantwortlich. Daneben spielt auch die Art des Alkohols eine Rolle. Kohlensäure oder Glukose beispielsweise können die Beschwerden verstärken, weil sie den Acetyldehyd-Abbau hemmen. Und: Je mehr sogenannte Fuselalkohole (Nebenprodukte beim Gärungsprozess) ein Getränk enthält, umso größer ist die Gefahr, dass es einen heftigen Brummschädel gibt. Diese Stoffe stecken vor allem in dunklem Alkohol und in minderwertigen Produkten. „Generell sollte man möglichst bei einer Alkoholsorte bleiben“, ergänzt Seitz. Unterschiedliche Getränke mit unterschiedlichen Wirkstoffen überfordern den Körper.

Spätestens wenn sich die ersten Symptome bemerkbar machen, sollte man dem strapazierten Stoffwechsel Ruhe gönnen. Dem Katzenjammer am nächsten Morgen begegnet man am besten mit einem ordentlichen, mineralstoffhaltigen Frühstück – zum Beispiel mit sauren Gurken, Matjes, Gemüsebrühe oder Früchtemüsli -, mit ausreichend nicht-alkoholischer Flüssigkeit und anschließend viel Bewegung an der frischen Luft.
Eva Neumann, www.aid.de

Risikofaktor Übergewicht

Fit sein ist gut, schlanker sein ist besser

Wer stark übergewichtig ist, kann die negativen Auswirkungen auf die Gesundheit offenbar auch durch eine sehr gute Fitness nicht ausgleichen. Das lässt eine Studie aus Schweden vermuten, an der 1,3 Millionen Männer teilnahmen. Die Probanden waren zu Untersuchungsbeginn durchschnittlich 18 Jahre alt. Das Körpergewicht wurde anhand des Körpermassenindex (BMI) beurteilt, der sich aus dem Verhältnis von Gewicht zu Körpergröße ergibt. Die Mediziner bestimmten den Fitnesslevel anhand eines Leistungstests auf einem Fahrradergometer und teilten ihn in eine 5-Punkte-Skala ein.

Männer in der höchsten Fitnesskategorie hatten statistisch ein um 48 Prozent geringeres Sterberisiko im Vergleich zu Probanden im niedrigsten Fünftel. Die Auswertung der Daten zeigte, dass sich der positive Effekt einer guten sportlichen Leistungsfähigkeit mit steigendem Übergewicht reduziert. Bei Adipositas ließ sich ein positiver Effekt gar nicht mehr nachweisen. Bei Normalgewichtigen war die Sterbewahrscheinlichkeit – unabhängig von ihrer Fitness – geringer als bei stark Übergewichtigen auf einem hohen Fitnesslevel.

Die Wissenschaftler geben allerdings zu bedenken, dass nur die Daten von Männern und relativ frühe Todesfälle in die Auswertung eingegangen sind. Zudem können sich Körpergewicht und Fitnesslevel im Laufe der Jahre ändern. Weitere Studien sollen folgen, um auch die Auswirkungen im höheren Alter zu untersuchen.

Übergewicht ist kein unabänderliches Schicksal. „Wer im neuen Jahr ein paar Kilo abnehmen möchte, erreicht das am besten durch eine ausgewogene Ernährung und viel Bewegung im Alltag.“, erklärt Ernährungswissenschaftler Harald Seitz vom aid infodienst. Das muss nicht das Fitnessstudio sein. Es hilft bereits, häufiger die Treppe statt den Aufzug und das Fahrrad statt das Auto zu nehmen. „Crash-Diäten sind für eine langfristige Gewichtsabnahme nicht geeignet“, so Seitz. Häufig liegt das Gewicht nach der Diät höher als vorher, und die einseitige Lebensmittelauswahl kann zu Nährstoffdefiziten führen. Und allemal besser für den Geist und verkrampftes Kalorienzählen ist laut Harald Seitz ein gerüttelt Maß an Gelassenheit: „Wichtiger als eine Zahl auf der Waage ist aber immer das eigene Wohlfühlgewicht. Man sollte sich selbst nicht zu sehr unter Druck setzen und immer noch genießen können“.
Heike Kreutz, www.aid.de

Weitere Informationen:

http://ije.oxfordjournals.org/content/early/2015/12/20/ije.dyv321

Tomaten gehören nicht in den Kühlschrank

Studie bestätigt Küchenregel

Wenn reife Tomaten im Kühlschrank gelagert werden, leidet das Aroma. Das, was Fachleute längst wissen, bestätigt eine aktuelle Studie des US-amerikanischen Landwirtschaftsministeriums, die in der Fachzeitschrift „HortScience“ veröffentlicht wurde. Die Wissenschaftler hatten vollreife, rote Tomaten auf drei unterschiedliche Arten behandelt: Je 20 Früchte wurden für vier Tage bei 5 Grad Celsius bzw. vier Tage bei 20 Grad gelagert oder nach vier Tagen bei Raumtemperatur für fünf Minuten in 50 Grad heißes Wasser getaucht („blanchiert“). Anschließend bestimmten die Wissenschaftler das Aromaprofil der Tomaten.

Die Untersuchung hat gezeigt, dass das Aroma unter dem Blanchieren und Kühlen leidet. Insbesondere die Aufbewahrung im Kühlschrank hatte negative Auswirkungen, auch wenn man es den Früchten nicht ansieht. Die Gesamtkonzentration der flüchtigen Substanzen nahm in der Kälte um 68 Prozent ab. Das betraf vor allem die sogenannten C-6-Aldehyde. Beim Blanchieren lag der Verlust insgesamt bei 63 Prozent.

Vermutlich ist vielen Menschen nicht bekannt, dass Tomaten kühle Temperaturen nicht vertragen und lagern sie im Kühlschrank. „Das ist sehr schade“, so Harald Seitz, Ernährungswissenschaftler vom aid infodienst. „Denn bei reifen Früchten sorgen 42 unterschiedliche Stoffe dafür, dass sie so wunderbar aromatisch schmecken.“ Das Aroma der Tomaten wird bestimmt durch eine komplexe Mischung flüchtiger Substanzen wie Aldehyde, Alkohole und Ketone. „Die Tomaten verlieren enorm an Aroma und entsprechend groß ist der Verlust an Genuss, wenn sie zu kühl aufbewahrt werden“, erläutert Seitz. Am besten nimmt man das Gemüse nach dem Einkauf aus der Tüte und legt es an einen luftigen, schattigen Platz. Ideal sind Temperaturen zwischen 12 bis 16 Grad, bei Rispentomaten sogar 15 bis 18 Grad Celsius. Wenn die Tomaten auf einem weichen Tuch liegen, entstehen keine Druckstellen. Innerhalb von einer Woche sollte die Ware verbraucht sein, denn die Einflüsse von Licht, Wärme und Sauerstoff
verringern sowohl das Aroma als auch den Nährstoffgehalt.
Heike Kreutz, www.aid.de

Weitere Informationen:
American Society for Horticultural Science (ASHS):
http://hortsci.ashspublications.org/content/50/9/1358.abstract
Lagerungstipps: Wie fühlen sich Tomaten am wohlsten?
www.was-wir-essen.de/abisz/tomaten_lagerung_dunkel_luftig.php

Saccharin und Co. ersetzen Haushaltszucker

Der Kuchen, das Dessert, die Konfitüre oder der Tee soll süß sein und sich zugleich möglichst nicht auf den Hüften niederschlagen. In solchen Fällen können synthetisch hergestellte oder natürliche Süßstoffe wie Saccharin, Cyclamat, Acesulfam K oder Steviolglycoside den Haushaltszucker ersetzen. Sie haben eine 30- bis 13.000mal höhere Süßkraft als Haushaltszucker, bringen jedoch kaum oder nur vernachlässigenswert wenige Kalorien mit.

Beim Abnehmen helfen Süßstoffe zwar nicht, wohl aber bei der Gewichtsstabilisierung. Anders als Haushaltszucker verursachen sie auch keine Karies. Hemmungslos zugreifen sollte man dennoch nicht. „Wenn man ständig übermäßig süße Nahrung zu sich nimmt, wird die Reizschwelle für süßen Geschmack erhöht. Das Verlangen nach Süßem steigt und man verlernt zu schmecken“, erklärt Harald Seitz, Ernährungswissenschaftler beim aid.

Süßstoffe gelten als Lebensmittelzusatzstoffe. Daher sind ihnen E-Nummern zugeordnet. Im Rahmen des Zulassungsverfahrens werden sie unter anderem auf ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit geprüft. In der Lebensmittelindustrie ist der Einsatz von Süßstoffen auf bestimmte Lebensmittel begrenzt und beispielsweise in Säuglingsnahrung verboten. Für jeden zugelassenen Süßstoff ist ein sogenannter ADI-Wert definiert (Acceptable Daily Intake – akzeptable tägliche Aufnahmemenge). Er gibt die Menge eines bestimmten Süßstoffes pro Kilogramm Körpergewicht an, die eine Person ohne gesundheitliches Risiko täglich ein Leben lang zu sich nehmen kann.

Die ADI-Werte der Süßstoffe unterscheiden sich zum Teil erheblich. „Es ist völlig unrealistisch anzunehmen, dass ein Verbraucher am Ende des Tages die ADI-Werte diverser Nahrungsmittel verrechnet“, sagt Harald Seitz. Er empfiehlt deshalb, Süßstoffe mit Augenmaß zu verwenden. Beispielsweise dürfen Menschen, die unter der Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie leiden, kein Aspartam zu sich nehmen. Sie können die darin enthaltene Aminosäure Phenylalanin nicht verarbeiten.

Für den Privatgebrauch sind die diversen Süßstoffe in unterschiedlichen Darreichungsformen erhältlich. Tabletten lösen sich in heißen Flüssigkeiten auf. Flüssigsüßen eignen sich gut für kalte Getränke, Desserts und Konfitüre. Allrounder sind pulverförmige Streusüßen. Aufgrund ihrer hohen und noch dazu deutlich unterschiedlichen Süßkraft können Süßstoffe in einem vorhandenen Rezept nicht im Verhältnis 1:1 den Haushaltszucker ersetzen. Auf vielen Verpackungen finden sich Umrechnungshilfen. Trocken und kühl lassen sich Süßstoffe rund drei Jahre lagern. Angebrochene Flüssigsüßen kommen am besten in den Kühlschrank.
Eva Neumann, www.aid.de

Honig

Der Tee mit Zitrone verlangt nach einer Extra-Portion Süße, das Früchte-Quark-Dessert könnte eine Abrundung vertragen oder dem Salatdressing fehlt der letzte Pfiff. All das sind ideale Gelegenheiten, statt zur Zuckerdose mal zum Honigglas zu greifen. Die goldenen Tropfen bringen nicht nur Süße, sondern auch noch ganz eigene Geschmacksnoten mit ins Spiel.

In der deutschen Honigverordnung sind alle Anforderungen an das Produkt Honig genau festgeschrieben. Diese Bezeichnung darf nur der natursüße Stoff tragen, den Bienen erzeugen, indem sie Nektar oder Sekrete von lebenden Pflanzenteilen oder auf lebenden Pflanzen befindliche Sekrete von Insekten aufnehmen, mit eigenen spezifischen Stoffen kombinieren und umwandeln, in Waben speichern und dort reifen lassen. Seit Juli diesen Jahres schließt das übrigens auch Pollen mit ein.

Rund ein Kilogramm Honig verzehrt jeder Bundesbürger im Jahr. Im Handel sind weit mehr als 50 Sorten in diversen Verarbeitungsqualitäten erhältlich. Sie unterscheiden sich unter anderem in der Farbe, der Konsistenz und natürlich dem Geschmack. Von cremigem, hell-beigem, mildem Rapshonig bis zu zähflüssigem, braunem, harzig-malzigem Tannenhonig reicht die Palette.

Seine unglaubliche Vielfalt verdankt Honig zunächst der botanischen Herkunft. Blütenhonig wird aus Nektar hergestellt. Ausgangsstoff für die würzigen, meist dunkleren Honigtauhonige ist das zuckerhaltige Sekret (Honigtau) von Insekten, die auf den jeweiligen Pflanzen leben. Darüber hinaus gibt es Honige aus Nektar und Honigtau, sowie Honige unterschiedlichen botanischen Ursprungs. Die Honigarten unterscheiden sich darüber hinaus nach Herkunft, Gewinnungsart, Angebotsform oder Zweckbestimmung.

Für viele Verbraucher zählt allerdings vor allem das Aroma. „Das lässt sich auf dem Frühstücksbrot oder pur am besten erschmecken“, empfiehlt Harald Seitz, Ernährungswissenschaftler beim aid infodienst. „Und wer sich nicht entscheiden kann, gönnt sich einen Vorrat aus mehreren Gläsern.“ Beim Kauf gilt es aber, genau hinzuschauen. Das Glas darf keine Risse und die Banderole am Deckel keine Beschädigungen aufweisen. „Qualitativ hochwertiger Honig zeichnet sich durch gleichmäßige Farbe und zähflüssige oder feincremige Konsistenz, sowie einen honigtypischen Geschmack und Geruch aus“, zählt Seitz auf. Gut verschlossen kann Honig an einem trockenen, kühlen, dunklen Ort bis zu zwei Jahre gelagert werden.

In dieser Zeit kann es – vor allem bei Produkten mit hohem Traubenzuckergehalt – durchaus passieren, dass der Honig kristallisiert. Das erschwert manch eine Küchenanwendung. Im Wasserbad bei bis zu vierzig Grad lässt sich Honig ohne Qualitätsverlust erhitzen und wird so wieder geschmeidig. Wer in einem Rezept Haushaltszucker durch Honig ersetzen möchte, muss beachten, dass dieser eine höhere Süßkraft hat und die im Rezept angegebene Flüssigkeitsmenge um rund 20 Prozent reduziert wird. Entsprechend müssen die Mengenverhältnisse angepasst werden.
Eva Neumann, www.aid.de

Kürbis: Was macht die Pflanze so besonders?

Der Kürbis ist in der Gemüsewelt ein echter Rekordhalter. Je nach Sorte und Kultur können sich riesige Früchte mit über einem Meter Durchmesser, drei Metern Umfang und bis zu 150 Kilogramm Gewicht entwickeln. In Ausnahmefällen sind es sogar über 500 Kilogramm. „Damit sind sie die größten Beeren der Welt“, informiert Harald Seitz, Ernährungswissenschaftler vom aid infodienst in Bonn. Als Beerenfrüchte werden solche Früchte bezeichnet, deren zahlreichen Samen in das Fruchtfleisch eingebettet sind.

Der Kürbis ist einer der ältesten Kulturpflanzen der Welt, erklärt Seitz. „In früheren Zeiten wurden in erster Linie die gut lagerfähigen, öl- und eiweißreichen Samen geschätzt“. Das Fruchtfleisch der Wildformen schmeckte bitter und war leicht verderblich. Mit der Wiederentdeckung Amerikas gelangte der Kürbis auch nach Europa. Heutzutage wird der farben- und formenreiche Kürbis vor allem in Russland, Ukraine und Italien angepflanzt. Auch in Deutschland hat der Kürbisanbau in den vergangenen Jahren stark zugenommen.

Die Familie der Kürbisgewächse ( Cucurbitaceae ) ist mit rund 100 Gattungen sehr groß. Dazu zählen neben dem Kürbis ( Cucurbita spec. ) auch die Gurke ( Cucumis sativus ), Melone ( Cucumis melo ) und Wassermelone ( Citrullus vulgaris ). Die Zucchini ( Cucurbita pepo subsp. pepo convar. giromontiina ) ist eine nicht rankende Form des Gemüsekürbisses. Kürbisgewächse weisen aus botanischer Sicht einige Besonderheiten auf. So bildet der Kürbis weibliche und männliche Blüten aus, die auf einer Pflanze wachsen. Die Pollen werden vor allem von Hummeln übertragen. Kürbisse besitzen zu Sprossranken umgebildete Blätter, die in sechs Monaten Wachstumszeit eine Länge von bis zu 15 Metern erreichen können. Damit können sie sich an anderen Pflanzen oder Zäunen festhalten.
Heike Kreutz, www.aid.de

Erfrischungsgetränke

Selten gesundheitlich wertvoll

Die Welt der Erfrischungsgetränke ist bunt, vielfältig und für den Verbraucher nur schwer durchschaubar. Nach den Leitsätzen für Erfrischungsgetränke des Deutschen Lebensmittelbuches können Erfrischungsgetränke außer Wasser und geschmackgebende Zutaten einen ganzen Cocktail an weiteren Zutaten enthalten – von Kohlensäure über Zuckerarten bis zu Aromen und Zusatzstoffen.

Zu den Erfrischungsgetränken gehören zunächst die Fruchtsaftgetränke. Sie bestehen hauptsächlich aus Wasser. Wie viel Fruchtsaft in ihnen steckt, hängt von der Fruchtart ab. Bei Kernobst oder Trauben sind es mindestens 30 Prozent, bei Zitrusfrüchten mindestens 6 Prozent und bei anderen Früchten mindestens 10 Prozent. „Viele Fruchtsaftgetränke enthalten also deutlich mehr Wasser als Fruchtsaft“, erinnert Harald Seitz, Ernährungswissenschaftler beim aid infodienst. Damit das Getränk dennoch intensiv nach der angegebenen Frucht schmeckt, werden gerne Aromen und Zucker eingesetzt.

Die größte Gruppe unter den Erfrischungsgetränken bilden die Limonaden, auch kohlensäurehaltige Softdrinks genannt. Wenn sie überhaupt Fruchtsaft enthalten, dann muss es nur halb so viel sein wie bei den Fruchtsaftgetränken. Es geht jedoch auch ohne. Zum Beispiel in Cola- und Cola-Mischgetränken sorgen natürliche Extrakte für den Geschmack. „Wer sich eine Limo oder auch eine Brause, einen Sportdrink oder Flavoured Water gönnt, muss wissen: Da stecken so gut wie keine gesundheitlich wertvollen Stoffe drin. Gleichzeitig erhöhen diese Drinks sehr schnell die Energiebilanz des Tages“, warnt Ernährungswissenschaftler Seitz.

Unter allen Erfrischungsgetränken ist die Fruchtschorle die gesündeste Wahl und zugleich der beste Durstlöscher neben Wasser. Sie enthält Fruchtsaft, Trink-, Mineral-, Quell- oder Tafelwasser und Kohlensäure, darf mit natürlichem Aroma angereichert und/oder bei sehr sauren Früchten auch gesüßt werden (zum Beispiel Rhabarberschorle). Auch hier bestimmt die Fruchtart den Fruchtsaft-Anteil. Die Werte orientieren sich an der Fruchtsaftverordnung. So enthält etwa Apfelsaftschorle, seit Jahren der unangefochtene Spitzenreiter im Verkauf, mindestens 50 Prozent Fruchtsaft und durch den Fruchtzucker damit auch recht viel Energie. „Wer seine Schorle selbst mischt, hat das Mischungsverhältnis in der Hand. Empfehlenswert sind ein Teil Saft und drei Teile Wasser“, sagt Harald Seitz.
Eva Neumann, www.aid.de

Smoothie

Drinks aus pürierten Früchten, Gemüse und Grünzeug liegen bei ernährungsbewussten Verbrauchern voll im Trend. In großer Geschmacks- und Farbenvielfalt füllen Smoothies die Kühlregale und die Obst- und Gemüse-Abteilungen.

Bislang ist der Begriff ‚Smoothie‘ nicht lebensmittelrechtlich geschützt oder definiert. Es gibt auch keine Vorschriften zu Herstellungsverfahren. Bei Fertigprodukten liefert die Verkehrsbezeichnung zumindest Hinweise auf die Zusammensetzung: Ein ‚Fruchtsaft-Smoothie‘ unterliegt der Fruchtsaft-Verordnung. Bei einer ‚Zubereitung aus Frucht und Fruchtsaft‘ oder einem ‚Multifruchtdrink aus Obstsaft und -püree‘ hingegen hat der Hersteller bei der Auswahl der Zutaten erhebliche Freiheiten. Ein kritischer Blick auf das Etikett zeigt, ob tatsächlich so viel Mango in der Flasche drin ist, wie das große Bild auf der Verpackung erwarten lässt, und welche weiteren Zutaten außer Obst und Gemüse noch mit dabei sind.
Und das Haltbarkeitsdatum erinnert: Ein gekühlter Fertig-Smoothie ist nur wenige Tage haltbar.

Qualität ist am 5-am-Tag-Logo erkennbar: Smoothies mit dieser Auszeichnung müssen mindestens zur Hälfte aus Mark, Püree oder stückigen Bestandteilen bestehen. Sie dürfen keinen zusätzlichen Zucker, keine Zusatzstoffe und keine isolierten Nährstoffe enthalten und nicht durch Wasserentzug konzentriert sein. „Menschen, die auf gesunde und abwechslungsreiche Ernährung achten, brauchen keine Smoothies. Doch eine 200- bis 250 Milliliter-Portion eines 5-am-Tag-Smoothies kann gelegentlich bis zu zwei Portionen Obst oder Gemüse pro Tag ersetzen“, erläutert Harald Seitz, Ernährungswissenschaftler beim aid infodienst.
„Alternativ kann man natürlich seine Smoothies auch selbst pürieren und dabei immer neue Geschmacksvarianten ausprobieren.“ Vor allem der Sommer mit seiner großen Auswahl an knackigen Zutaten aus heimischem Anbau bietet sich für Smoothie-Experimente an.

Ob Fertigprodukt oder Eigenkreation – ein Durstlöscher ist ein Smoothie in keinem Fall. „Ein solcher Drink enthält so viele Nährstoffe, dass er als Zwischenmahlzeit bewertet werden muss“, sagt Seitz.
Eva Neumann, www.aid.de