Risiken, die unter die Haut gehen

BfR weist auf gesundheitliche Risiken von Tätowierungen und deren Entfernung hin

Tätowierungen können mit unerwünschten Wirkungen wie Infektionen, Narbenbildung oder allergischen Reaktionen verbunden sein. Zudem sind gesundheitliche Langzeitwirkungen der Tätowiermittel, die unter die Haut eingebracht werden, möglich. Aber auch die Entfernung von Tattoos ist nicht ohne Risiko: Seit einiger Zeit werben Anbieter verstärkt mit Verfahren, in denen flüssige Tattoo-Entferner verwendet werden. Dabei handelt es sich um Lösungen, die in der Regel 40-prozentige L(+)-Milchsäure enthalten, und ebenso wie die Tätowiermittel unter die Haut gespritzt werden. Dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sind Fälle gemeldet worden, in denen nach der Anwendung flüssiger Tattoo-Entferner unerwünschte Wirkungen aufgetreten sind. In einigen Fällen kam es zu schweren Entzündungsreaktionen der Haut mit Narbenbildung. Eine Alternative zur chemischen Tattoo-Entfernung ist der Einsatz von Lasertechnik. Hierbei ist bislang allerdings ungeklärt, welche chemischen Verbindungen bei der Behandlung entstehen und welche unerwünschten Wirkungen von diesen Verbindungen ausgehen können. „Angesichts der gesundheitlichen Risiken sollten Verbraucherinnen und Verbraucher sich sehr gut überlegen, ob sie sich ein Tattoo stechen lassen“, so Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des BfR. Wer sich für ein Tattoo oder dessen Entfernung entscheidet, sollte sich vorher möglichst umfassend über die eingesetzten Mittel und Verfahren informieren und sich von fachkundigem Personal behandeln lassen.

Rund 10 Prozent der Deutschen sind tätowiert, in der Altersgruppe der 16- bis 29-Jährigen liegt der Anteil sogar bei fast 25 Prozent. Tätowiermittel werden ebenso wie Permanent-Make-up-Farben unter die Haut eingebracht. Für Schmucktätowierungen werden meistens Mittel eingesetzt, die organische Pigmente enthalten, für Permanent-Make-Up werden oft Eisenoxide und Ruße verwendet. Unerwünschte Nebenwirkungen einer Tätowierung oder eines Permanent-Make-Ups können Infektionen, Entzündungen, Narbenbildung oder allergische Reaktionen sein. Zudem sind Langzeitwirkungen möglich, über die bislang kaum Erkenntnisse vorliegen. Diskutiert werden die Spaltung von Farbmitteln unter der Haut sowie der Transport von Pigmenten und deren Spaltprodukten in andere Organe. So wurden beispielsweise bei tätowierten Personen Farbpigmente in den Lymphknoten nachgewiesen.

Auch die Entfernung von Tätowierungen und Permanent-Make-Up ist mit gesundheitlichen Risiken verbunden: Flüssige Tattoo-Entferner werden ebenso wie die Tätowiermittel unter die Haut gespritzt. Sie können als Wirkstoff 40-prozentige Milchsäure enthalten. Milchsäure ist haut- und schleimhautreizend, die Reizwirkung kann bereits bei einer Konzentration von 20 Prozent in Formulierungen auftreten. Dem BfR sind Fälle gemeldet worden, in denen nach der Anwendung von Milchsäure zur Entfernung von Tätowierungen und Permanent-Make-up teilweise starke unerwünschte Wirkungen auftraten. In den schlimmsten Fällen kam es zu schweren Entzündungen der Haut und zu Narbenbildungen. Die Entzündungsreaktionen werden auf die Verwendung der Milchsäure zurückgeführt. Zudem ist es möglich, dass bei den Behandlungen nicht unter sterilen Bedingungen gearbeitet wurde und Keime unter die Haut gelangen konnten.

In der Medizin setzt man derzeit auf Verfahren zur Tattoo-Entfernung, die auf der Lasertechnik basieren. Kurz gepulste Laserstrahlung, die in ihrer Wellenlänge dem jeweiligen Farbpigment angepasst ist, spaltet die Pigmente unter der Haut auf. Aber auch bei diesen Verfahren sind Nebenwirkungen möglich. Bislang ist ungeklärt, welche chemischen Verbindungen bei der Laserbehandlung entstehen und welche gesundheitlichen Risiken von ihnen ausgehen.

Angesichts der gesundheitlichen Risiken, die sowohl mit Tätowierungen als auch mit deren Entfernung verbunden sind, sollten Verbraucherinnen und Verbraucher sich das Stechen einer Tätowierung sehr gut überlegen. Wer sich für ein Tattoo oder Permanent-Make-Up entscheidet, sollte sich vorher möglichst umfassend über die verwendeten Mittel informieren und darauf achten, dass die Behandlung von fachkundigem Personal durchgeführt wird. So sollte unter anderem die Berücksichtigung von Hygienestandards sichergestellt sein. Das Gleiche gilt für den Fall der Tattoo-Eentfernung: Auch hier sollten sich Verbraucherinnen und Verbraucher vor dem Eingriff detailliert über die Entfernungsmethode, mögliche Nebenwirkungen und die Expertise des Anbieters informieren.

Ferran Adrià

Ausstellung über Ferran Adrià und sein Restaurant elBulli im Palau Robert in Barcelona

Hohe Ehre für den rosianischen Superkoch Ferran Adrià: der Palau Robert in Barcelona wird Anfang nächsten Jahres eine ganz spezielle Ausstellung organisieren, die ihm und seinem Restaurant elBulli gewidmet ist. Ausrichter der Ausstellung ist die Regierung Kataloniens, die damit nach eigener Aussage „dem wichtigsten Koch des 20. und Anfang des 21. Jahrhundert mit dem grössten Einfluss auf die Kochszene“ huldigen. Immerhin fünf Mal in Folge wurde das elBulli zum besten Restaurant der Welt gekürt und die Namen Ferran und Albert Adrià und Juli Soler, die den Laden gemeinsam betreiben, werden in die Geschichte eingehen – so die Generalitat. Innerhalb der Ausstellung möchte man die Kreativität, das Talent, die Innovation, das Imaginäre, die Internationalität, das Behaupten der Spitzenstellung, aber auch die Risiken vermitteln.

Ein Schelm, der dabei Böses denkt: die Ausstellung findet zum gleichen Zeitpunkt statt wie die Antragstellung an die UNESCO, die katalanische Küche in das Weltkulturerbe aufzunehmen. via www.arena-info.com

Zuchtlachs so gefährlich wie Rauchen

Mit einer Inseratekampagne geht die unlängst gegründete «Global Alliance Against Industrial Aquaculture» (GAAIA) gegen industrielle Fischzuchten vor. Im Stil der Warnungen auf Zigarettenpackungen macht sie auf gesundheitliche Risiken des Konsums von Zuchtlachs aufmerksam.

«Lachszuchten töten rund um den Globus und sollten daher eine Gesundheitswarungn tragen», sagt Don Staniford, Koordinator von GAAIA. Er agitiert seit Jahren gegen die industrielle Lachszucht und hat sich deswegen auch schon happige Gerichtsverfahren eingehandelt.

Lesen Sie den gesamten Artikel:
http://www.fair-fish.ch/blog/archive/2011/02/06/zuchtlachs-so-gefaehrlich-wie-rauchen.html

Geistig fit im Alter durch Ernährung

Geistig fit im Alter durch Ernährung, Bewegung und geistige Aktivität

Geistig und körperlich fit bis ins hohe Alter zu bleiben, ist für die meisten Menschen der größte Wunsch. Dazu ist es wichtig, gesundheitliche Risiken zu vermeiden und sich gesundheitsförderlich zu verhalten.

Derzeit leiden in Deutschland nach Schätzungen etwa 1,1 bis 1,2 Millionen Menschen an Demenzerkrankungen. Bis zum Jahr 2050 könnte diese Zahl auf über 2 Millionen steigen, wenn keine wirksamen Möglichkeiten der Vorbeugung und Heilung gefunden werden. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse helfen zu verstehen, welche Umstände und Risiken das Auftreten von Demenzerkrankungen begünstigen und welche Faktoren und Verhaltensweisen die Wahrscheinlichkeit an einer Demenz zu erkranken reduzieren können.

Mit der neuen Broschüre „Geistig fit im Alter durch Ernährung, Bewegung und geistige Aktivität“ informiert das Bundesministerium für Gesundheit über die verschiedenen Formen der Demenz und die Präventionsmöglichkeiten. Dazu Parlamentarische Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz: „Die meisten Menschen wissen, dass sie durch eine gesundheitsbewusste Lebensweise mit körperlicher Bewegung, ausgewogener Ernährung, Nichtrauchen und der Bewältigung von Stress der Entstehung von Krankheiten vorbeugen können. Noch nicht so verbreitet ist hingegen das Wissen, dass auch einer Alzheimer-Demenz zum Beispiel durch einen gesunden Lebensstil mit körperlicher Bewegung, gesunder Ernährung, geistiger Aktivität und sozialen Kontakten vorgebeugt werden kann. Dies ist umso wichtiger, da wir die genauen Ursachen und Entstehungsprozesse und damit auch heilende Behandlungsmöglichkeiten dieser Krankheit noch nicht kennen“.

Die Broschüre wurde von der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Rheinischen Friedrich-Wilhlems-Universität, Siegmund-Freud-Straße 25, 53105 Bonn, Direktor Herr Professor Dr. med. Wolfgang Maier, erarbeitet und wird vom Bundesministerium für Gesundheit als Beitrag zum Nationalen Aktionsplan „IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung“ herausgegeben.

Sie erhalten die Broschüre kostenlos unter Angabe der Bestellnummer BMG-V-10002, Per E-Mail: publikationen@bundesregeierung.de, Telefonisch: 01805/ 77 80 90*, per Fax 01805/ 77 80 94*, Schriftlich: Publikationsversand der Bundesregierung Postfach 481009 18132 Rostock.

* Kostenpflichtig, 0,14 €/Min. aus dem deutschen Festnetz. Abweichende Preise aus den Mobilfunknetzen möglich.

Mittel zur Nahrungsergänzung sind mit Vorsicht zu genießen

Vitamine aus dem Plastikröhrchen – Deutsche geben jährlich etwa 1,3 Milliarden Euro für die Präparate aus – Einnahme birgt gesundheitliche Risiken

1,3 Milliarden Euro geben die Deutschen jedes Jahr für Vitamine, Mineralstoffe oder Enzyme zur Nahrungsergänzung aus. Von Magnesium, Zink über Vitamin A bis E gibt es mittlerweile sämtliche Nährstoffe abgepackt zu kaufen. Sie versprechen gesteigertes Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit sowie den Schutz vor Erkrankungen. Allerdings ist die tatsächliche Wirksamkeit in der Regel gering. „Pillen, Kapseln und Säfte ersetzen keineswegs eine ausgewogene Ernährung“, warnt Frank Grunwald, Gesundheitsexperte beim Deutschen Ring. „Wer die Produkte zu hoch dosiert oder falsch anwendet, setzt sogar seine Gesundheit aufs Spiel.“

Laut Stiftung Warentest kann beispielsweise eine erhöhte Aufnahme von Vitamin C-Präparaten Herz und Kreislauf schädigen. Außerdem entwickeln Menschen, die ergänzende Selen-Produkte zu sich nehmen, häufiger Diabetes. Einige Mittel sollten zudem beispielsweise während der Schwangerschaft gemieden werden. Nehmen schwangere Frauen zu viel Vitamin A, besteht das Risiko einer Missbildung des Kindes. Aber auch bei Krankheiten oder der gleichzeitigen Einnahme von Medikamenten, bestehen bei einigen Produkten Risiken.

Nebenwirkungen häufig unbekannt

Trotz der gesundheitlichen Gefahren halten viele Deutsche die Nahrungsergänzungsmittel für unbedenklich. Sie informieren sich deshalb selten über die Präparate. Ein Grund dafür ist, dass die Mittel in Supermärkten oder Drogerien frei erhältlich sind, denn laut Gesetz handelt es sich bei den Pillen, Säften und Kapseln nicht um Arzneimittel. Dementsprechend stehen Hersteller auch nicht in der Pflicht, Konsumenten auf mögliche Nebenwirkungen hinzuweisen.

Viele Menschen wissen deshalb nicht, dass es überhaupt Begleiterscheinungen gibt. Dabei können beispielsweise Omega-3-Fettsäuren – also Fischöl – Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit oder Erbrechen hervorrufen. Mögliche Nebenwirkungen von Jod sind Akne oder Fieber. „Verbraucher sollten deshalb Qualität, Wirksamkeit und Begleiterscheinungen der Produkte vor dem Kauf unbedingt kritisch hinterfragen“, rät Grundwald vom Deutschen Ring. „Im Zweifel ist es ratsam, einen Arzt zu konsultieren. Er kennt sich nicht nur mit derartigen Produkten aus, sondern hat zusätzlich die persönliche Krankengeschichte immer im Blick“, so der Experte.

Der Griff zu Pillen und Fläschchen ist im Normalfall gar nicht notwendig. Für gesunde Personen mit einer ausgewogenen Ernährung sind Mittel zur Nahrungsergänzung überflüssig. Denn über die täglichen Mahlzeiten bekommt der Körper alle benötigten Nährstoffe. Selbst Schwankungen kann er ausgleichen, wenn der Mangel an Vitaminen und Mineralien nicht zum Dauerzustand wird.

Nahrungsergänzung bei bestimmten Gruppen jedoch sinnvoll

In bestimmten Fällen ist die Einnahme der Präparate allerdings durchaus sinnvoll, wie etwa bei Schwangeren. So ist während der Schwangerschaft zwar bei vielen Produkten Vorsicht geboten, andere Ergänzungsmittel sind wiederum besonders ratsam. Frauen benötigen beispielsweise vor allem in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft viel Folsäure. Täglich sollten sie 400 Mikrogramm zu sich nehmen. Tun sie das nicht, steigt die Gefahr von Fehl- und Frühgeburten.

Darüber hinaus lässt sich eine sehr einseitige Ernährung mit Ergänzungsmitteln ausgleichen. Wer es etwa aufgrund eines extrem stressigen Arbeitsalltags nicht schafft, ausreichend Nährstoffe zu sich zu nehmen, für den ist die kontrollierte Einnahme bestimmter Produkte möglicherweise sinnvoll. „Falsch wäre es jedoch, die Präparate als Freibrief für ein schlechtes Essverhalten zu betrachten“, warnt Grunwald vom Deutschen Ring. „Die Mittel sind – wenn überhaupt – nur zur Ergänzung gedacht und nicht, um den Tagesbedarf sämtlicher Vitamine und Mineralstoffen abzudecken.“

Mehr Informationen unter www.DeutscherRing.de/RingGesundheitsWelt

Fortbildungsveranstaltung zu Risiken beim Lebensmittel Fisch

Risiken beim Lebensmittel Fisch: LAVES-Institut für Fische und Fischereierzeugnisse Cuxhaven veranstaltet Fortbildung
Fisch ist ein sensibles Lebensmittel. Bei Aufzucht, Verarbeitung und Lagerung müssen höchste Standards eingehalten werden. Eine stetige amtliche Lebensmittelkontrolle ist unerlässlich. Um sich über aktuelle Trends in der Fischbranche, Anforderungen bei der amtlichen Kontrolle von Betrieben und Untersuchungstechniken zu informieren, kamen darum vom 26. bis zum 28. Mai Lebensmittelkontrolleure aus Niedersachsen und weiteren Bundesländern zu einer Fortbildung nach Cuxhaven. Eingeladen zu dem Seminar hat das Institut für Fische und Fischereierzeugnisse Cuxhaven des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES).

Im Mittelpunkt des Seminars steht die Vorstellung und Diskussion von Konzepten für amtliche Kontrollen von Betrieben, die Fisch in jeder nur denkbaren Form zu Lebensmitteln verarbeiten, sowie aktuelle Gefahrenpotenziale und Risiken bei Herstellungsprozessen und Produkten. Die Fachvorträge behandeln unter anderem die Grundsätze der risikoorientierten Untersuchung von Fischereierzeugnissen, Anforderungen des EU-Rechts zu Probenahmen vor Ort, die Risikobeurteilung von Surimi, Kohlenmonoxid-Belastung in Tilapia, praxisbezogene Ausführungen für die Kontrolle von Aquakultursystemen vor Ort sowie neue Strategien für den Antibiotika-Nachweis in Krustentieren und Fischen aus Aquakulturen. Das Themenfeld Aquakultur findet besondere Beachtung, da die Bedeutung der Aquakultur bei der globalen Versorgung mit Fisch, Krusten-, Schalen- und Weichtieren kontinuierlich zunimmt, während das Fangvolumen der Meeresfischerei seine Grenzen erreicht hat. Erzeugnisse aus Aquakultur bestimmen mittlerweile den Alltag der amtlichen Untersuchung.
Praktische Übungen und Besichtigungen von fischverarbeitenden Betrieben runden das Seminarprogramm ab.

Weitere Informationen finden Sie unter
www.niedersachsen.de/master/C63319931_N15510401_L20_D0_I826

Soja – ein Risikofaktor?

Ob als Würzsoße, Öl, Fleisch- oder Milchersatz – die Verwendungsmöglichkeiten für die Sojabohne sind so mannigfaltig, wie die Meinungen zum gesundheitlichen Nutzen. Von Gesundheitsbewussten und Vegetariern als Trendlebensmittel entdeckt, warnen Mediziner und Wissenschaftler vor möglichen Risiken eines hohen Konsums.

Während vor ein paar Jahren Sojaprodukte wie Tofu oder Sojamilch noch als typisches „Vegetarieressen“ bekannt waren, erfreut sich die asiatische Bohne heute auch bei Mischköstlern größerer Beliebtheit. Die Palette an Sojaprodukten im Supermarkt ist daher denkbar reich. Neben traditionellen Produkten wie Sojaöl, Sojasoße, Tofu und Sojamilch stehen heute Sojajoghurt, Sojaeis und fleischlose Frikadellen in den Regalen. Ihren Ruf als „gesunder“ Fleisch- und Milchersatz verdankt die Hülsenfrucht vor allem dem hohen Gehalt an pflanzlichem Eiweiß sowie bestimmten Pflanzenhormonen, die gegen Beschwerden der Wechseljahre, Osteoporose und einige Krebsarten helfen sollen. Doch ist dieser Trend wirklich unbedenklich?

Sojaprodukte sind seit hunderten von Jahren Bestandteil der traditionellen ostasiatischen Küche. Bei uns gewann die Hülsenfrucht erst in den letzten Jahrzehnten an Bedeutung. Für den europäischen Körper sind die Inhaltsstoffe daher noch relativ ungewohnt und führen bei empfindlichen Personen mitunter zu überschießenden Immunreaktionen. Sojaallergien sind seither relativ häufig anzutreffen. Besonders für die Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern sind Sojamilch und andere Sojaprodukte folglich ungeeignet.

Anlass für viele medizinische Spekulationen geben besonders die enthaltenen Phytoöstrogene Genistein und Daidzein. Diese, dem menschlichen Östrogen in Struktur und Wirkung ähnlichen Pflanzenhormone, wurden bereits vielfach untersucht. Sowohl für den beworbenen Nutzen, wie auch für die vermuteten Risiken mangelt es jedoch an aussagekräftigen Ergebnissen.

Als natürlicher Östrogenersatz sollen entsprechende Sojapräparate bei Frauen jenseits der Fünfzig gegen typische Beschwerden der Wechseljahre helfen. Viele ärzte stehen dem allerdings kritisch gegenüber, da nicht ausreichend geklärt ist, ob diese bei längerer Einnahme das Brustkrebsrisiko erhöhen. Auch bei Menschen mit Schilddrüsenunterfunktion ist erst einmal Vorsicht angebracht. Besonders in isolierter und angereicherter Form wirken sich Phytoöstrogene ungünstig auf den Schilddrüsenstoffwechsel aus. Dabei ist nicht auszuschließen, dass die regelmäßige Einnahme von Sojapräparaten aber auch ein häufiger Verzehr von fermentierten Sojaprodukten wie Tempeh und Miso die Funktion der Schilddrüse auf Dauer stören.

Einen Anlass, Sojaprodukte komplett vom Teller zu verbannen, gibt es allerdings nicht. Gerade für fleischlos lebende Menschen oder Milchzuckerintolerante sind diese eine willkommene Abwechslung und Eiweißquelle. Doch auch hier gilt: weniger ist mehr. Besonders unfermentierte Produkte wie Tofu und Sojamilch enthalten reichlich Phytinsäure, welche die Aufnahme von Mineralstoffen wie Kalzium, Eisen und Iod im Darm stört. Zudem sind Verunreinigungen mit gentechnisch veränderter Soja in vielen Produkten keine Seltenheit mehr, doch für den Verbraucher nicht zu erkennen.

Christine Langer

Nur Doofe kaufen Viagra im Internet

Mittel bei Potenzstörungen: mit Einschränkung geeignet – „Konsument“: Langzeitwirkungen der Präparate wenig erforscht – Kauf im Internet
nicht ratsam

Schätzungen zufolge hat jeder zweite Mann über vierzig schon einmal Erfahrung mit
der sogenannten „erektilen Dysfunktion“ (ED) gemacht. So häufig Potenzstörungen
auftreten, so verschämt wird darüber geschwiegen. Der Verein für
Konsumenteninformation hat sechs in Österreich zugelassene Präparate für die
Diagnose erektile Dysfunktion (ED) bewertet, darunter PDE-Hemmer wie Viagra & Co.
Fazit: Bevor Mann zu Potenzmitteln greift, sollte sich dieser unbedingt ärztlich
untersuchen lassen. Zwar sind alle Präparate mit Einschränkung geeignet, wenn etwa
eine Umstellung der Lebensgewohnheiten (Alkohol- und Nikotinverzicht, körperliche
Fitness) nicht weiterhilft. Die Langzeitverträglichkeit von PDE-Hemmern wurde aber
bislang nicht ausreichend untersucht. Von einem Kauf der Potenzmittel im Internet ist
zudem abzuraten: Hier sind Präparate häufig gefälscht und deren Einnahme kann mit
erheblichen gesundheitlichen Risiken verbunden sein.

„Bei PDE-Hemmern wie Viagra handelt es sich nicht um Aphrodiasiaka, sie helfen nicht bei
Libidostörungen. Voraussetzung für die Wirksamkeit ist, dass ein sexuelles Verlangen
vorhanden ist. Nutzen und Risiken einer Einnahme müssen bei der ärztlichen Untersuchung
sorgfältig abgewogen werden. Die Langzeitwirkung der Mittel ist noch nicht ausreichend
erforscht“, so „Konsument“-Gesundheitsredakteur Bernhard Matuschak.
„Viagra ist eigentlich
ein Herzmedikament. Werden nitrathaltige Medikamente zur Behandlung bestimmter
Herzkrankheiten, wie etwa Angina pectoris, eingenommen, darf das Präparat nicht
angewendet werden. Auf Viagra & Co verzichten muss auch, wer unter schweren Herz-
Kreislauf- sowie Lebererkrankungen leidet, vor Kurzem einen schweren Herzinfarkt oder
Schlaganfall erlitten hat und sehr niedrige Blutwerte aufweist.“

Besonders warnt Matuschak aber vor dem Kauf der Präparate im Internet: „Dies ist illegal
und man muss mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass man ein gefälschtes
Präparat erwirbt. Im schlimmsten Fall gibt man so nicht nur Geld für ein unwirksames Mittel
aus, sondern gefährdet auch seine Gesundheit.“

Alle Informationen zum Test gibt es ab sofort auf www.konsument.at sowie ab sofort im
Mai-„Konsument“.

Diät – Gesund ins neue Jahr

MDR, Montag, 04.01., 14:30 – 15:28 Uhr

Gerade jetzt, nach den Feiertagen mit all ihren Leckereien, steht die gesunde Ernährung bei vielen Menschen ganz oben auf der Liste der guten Vorsätze. Doch wie so oft, ist das natürlich leichter gesagt als getan. Aus diesem Grund widmet sich Victoria Herrmann in dieser Ausgabe von ‚LexiTV‘ den verschiedenen Möglichkeiten einer Diät, den Gefahren und Risiken des Abnehmens sowie dem gefürchteten ‚Jojo-Effekt‘. Wie kommt man gesund und fit durchs neue Jahr? Die Antworten auf diese Frage gibt es heute bei ‚LexiTV‘.

Jeder zweite Raucher will Abschied vom Tabak

Jeder zweite Raucher will Abschied vom Tabak

„Nicht mehr rauchen“ ist ein häufiger Neujahrsvorsatz. In Deutschland rauchen etwa 20 Millionen Menschen, und so gut wie alle kennen die damit verbundenen Risiken. Etwa jeder zweite Raucher will aufhören, so eine infas-Umfrage im Auftrag der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Drei Viertel der Noch-Raucher nennen ihre Gesundheit als wichtigstes Motiv. Je schlechter der Gesundheitszustand bereits ist, desto größer ist der Wunsch, nicht mehr zu rauchen. Raucher leben durchschnittlich zehn Jahre kürzer als Nichtraucher. „Es ist nie zu spät, mit dem Rauchen aufzuhören“, so Erika Fink, Präsidentin der Bundesapothekerkammer. Wer nicht mehr raucht, wird langfristig körperlich leistungsfähiger und reduziert sein Krankheitsrisiko. In den ersten Tagen des Rauchstopps kann es durch den Nikotinentzug zu Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit oder Schlaflosigkeit kommen.

Sieben von zehn Rauchern stellen sich einen Rauchstopp ganz einfach vor und „wollen einfach nicht mehr rauchen“. Fink: „Ohne den festen Vorsatz funktioniert keine Entwöhnungsmethode. Wenn der Wille alleine nicht ausreicht, können Apotheker helfen, sich endgültig vom Tabak zu verabschieden.“ Die Nikotinersatztherapie kann die Erfolgschancen von entwöhnungswilligen Rauchern in Kombination mit Verhaltenstherapie verdoppeln. Die Auswahl des individuell besten Nicotinersatzmittels, wie Lutschtabletten, Kaugummis oder Pflaster, hängt unter anderem davon ab, wann wie viele Zigaretten geraucht wurden. Während der Anwendung dieser Medikamente sollte vollständig auf Rauchen verzichtet werden. Auch einige Homöopathika können die Tabakentwöhnung unterstützen, etwa Nicotiana tabacum D1 oder Tabacum e foliis D6 bis D20. Daneben gibt es verschreibungspflichtige Medikamente zur Raucherentwöhnung.