Bernhard Steinmann interviewt Bettina Bürklin-von Guradze

Ein Aushängeschild deutschen Weinbaus ist zweifellos der Riesling, eine Rebsorte, die in allen Qualitätsstufen und Geschmacksrichtungen angebaut wird. Für Spitzenrieslinge aus wertvollsten Lagen ist das pfälzische Weingut Dr. Bürklin-Wolf aus Wachenheim bekannt. Als sich mir, Pfälzer von Geburt, die Gelegenheit bot, die Chefin des Weingutes, Bettina Bürklin-von Guradze zu interviewen, habe ich sofort zugesagt.

Anfang des Jahres vereinbarten wir einen Termin für April 2020. 

„April is a cruel time. Even though the sun may shine“, heißt es schon 1969 bei Deep Purples April, Part 1-3. Wie passend für April 2020, wo die weltweite Ausbreitung von COVID-19 mittlerweile katastrophale Folgen zeitigt. Die Absage eines Interviews dagegen ist nur eine unbedeutende Randnotiz. Umso erfreuter war ich, dass Frau Bürklin-von Guradze in ein schriftliches Interview einwilligte. 

Ein Interview mit interessanten Einblicken in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eines der bedeutendsten Weingüter Deutschlands.

Doch lesen Sie selbst:

Bernhard Steinmann (B.St.): Die Absage von Aufträgen, Kurzarbeit und Quarantäne-Maßnahmen verunsichern derzeit viele Menschen. Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf Ihr Unternehmen?

Bettina Bürklin-von Guradze (B.-v.G.):Im Gegensatz zu der Finanzkrise 2008/2009 ist der aktuelle Zustand politisch gesteuert, um die Bevölkerung vor den Risiken des Virus zu schützen. Das ist zunächst nachvollziehbar und absolut notwendig. Jedoch bringt die Geschwindigkeit der Veränderungen viele Betriebe innerhalb weniger Wochen in existenzielle Bedrängnis, obwohl sie mit einem funktionierenden Geschäftsmodell unterwegs sind. Auch wir mussten Kurzarbeit anmelden und müssen sehen, wie wir für die kommenden Monate unsere Liquidität sichern.

Trotzdem ist der einzige wirkliche Ausweg für uns als Weingut der Blick nach vorne und wir haben in den über 400 Jahren unseres Bestehens schon viele Krisen gemeistert. Mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern arbeite ich bereits seit vielen Tagen aktiv an Konzepten und Ideen, um nach Ende des Shutdowns die richtigen Angebote für unsere Partner in den Märkten zu haben.

B.St.: Erratischen Bewegungen an den Börsen folgt eine Politik des schnellen Geldes. Doch zugesagte Hilfen sind noch keine echten Hilfen. Wo sehen Sie Ihr Unternehmen im Herbst 2020?

B.-v.G.: Ich merke schon heute, dass meine Mitarbeiter und ich nach dem Schock der ersten Tage den Blick nach vorne richten. Mein Weingut wird im Herbst 2020 gelernt haben, flexibler auf solche Entwicklungen reagieren zu können. Das stärkt uns für die Zukunft, auch wenn wir in diesen Tagen auf einem sehr steinigen Weg unterwegs sind. Und selbstverständlich rechnen wir mit starken Umsatzeinbußen vor allem im ersten Halbjahr 2020 die auch in der zweiten Jahreshälfte nicht aufzuholen sein werden. Damit sind natürlich die gesteckten Ziele nicht zu erreichen.

Bettina Bürklin-von Guradze (© Dr. Bürklin-Wolf)

B.St.: Sie haben das Weingut in einer Zeit übernommen als in Deutschland Quantität eine besondere Stellung eingenommen hatte. Hat Sie das nicht abgeschreckt?

B.-v.G.:Dann hätte ich mein Erbe nie angetreten! Ich habe das, damals noch gemeinsam mit meinem Mann, sofort als große Chance erkannt. Mein Weingut trug einen großen Namen und das Problem war nur, dass alles erzeugt wurde, was im Rahmen des deutschen Weingesetzes möglich war. Das hat leider dazu geführt, dass die Weine beliebig wurden und die Marke darunter gelitten hat. 

Die Ausgangsbasis waren und sind aber die wertvollen Weinberge hier an der Mittelhaardt mit ihrem einzigartigen Terroir. Darauf haben wir uns konzentriert. Einst waren Rieslinge aus diesen Weinbergen die wertvollsten Weine der Welt. Das war uns Ansporn genug.

B.St.: Finanzamt und Steuern sind bei vielen Leuten negativ besetzt. Sie haben aus einer Grundsteuerbewertung nach der „Königlich-bayerischen Lagenklassifikation“ wegweisende Veränderungen vorgenommen. Wie kamen Sie darauf?

B.-v.G.: Es war vor allem mein Mann, der sich als Quereinsteiger die Frage stellte, warum in anderen Weinbauregionen der Erde, vor allem aber im Burgund, Weine aus einzelnen Weinbergen solche Höchstpreise erzielen. Wie schon gesagt, haben wir uns im Rahmen dieser Recherchen sehr stark mit unseren Weinbergen beschäftigt und sind dabei auf die von Ihnen genannte Lagenklassifikation aus dem Jahr 1828 gestoßen. Basis damals war die Menge der dort erzeugten landwirtschaftlichen Produkte, in unserem Fall also Trauben. Da zu dieser Zeit der Kunstdünger noch nicht erfunden war, war die quantitative Aussage aber gleichzeitig auch eine qualitative. Die 1828 am höchsten bewerteten Weinberge, z. B. das Kirchenstück oder das Ungeheuer in Forst waren auch zu Beginn des 20. Jahrhunderts so teuer wie die großen Bordeaux und die großen Burgunder. Davon sind wir zwar heute als Folge der beiden Weltkriege noch ein Stück entfernt, aber sie gehören heute wieder zu den teuersten und rarsten Weißweinen in Deutschland.

B.St.: Der biodynamische Weinbau beruht auf den Theorien des Anthroposophen Rudolf Steiner, die er in den 1920er-Jahren verfasste. Zu den bekanntesten Weingütern, die sich daran orientieren, gehört seit etwa 1997 die großartige Domaine Leflaive aus dem Burgund. War das ein Vorbild für Sie?

B.-v.G.: Als wir uns Ende der 1990er Jahre erstmals mit dem Thema der Biodynamie auseinander gesetzt haben war natürlich auch die Domaine Leflaive ein Vorbild für uns. Wichtiger Wegbegleiter zu Beginn der Umstellung ab dem Jahr 2001 war aber vor allem Marc Kreydenweiss aus dem Elsass. Mit unserem Eintritt in die Vereinigung biodynamischer Winzer „Biodyvin“ in Frankreich sind wir dann natürlich in engeren Kontakt mit der Domaine Leflaive getreten, die dort zu den Gründungsmitgliedern gehörte.

B.St.: Spricht man von biodynamischem Anbau wird das von vielen Menschen als Verzicht auf Kunstdünger interpretiert. Dabei verbirgt sich dahinter viel mehr. Können Sie das kurz für Laien verständlich erklären?

B.-v.G.: Das wichtigste was uns die Biodynamie lehrt, ist vor allem der Respekt vor den Böden. Das ist das wesentliche Element. Ohne gesunde Böden keine Weine, die einen berühren.

Es geht bei der biodynamischen Bewirtschaftung vor allem darum, den Organismus der Rebe an sich zu stärken und widerstandsfähig gegen alle Extreme zu machen. Dafür verwenden wir vor allem unterschiedliche pflanzliche Präparate, die mit ihren spezifischen Eigenschaften den Weinstock unterstützen. Wenn Sie so möchten gleicht dieser Ansatz der Homöopathie.

Gleiches gilt für die Böden, denen wir durch die Monokultur Wein im Verlauf eines Jahres viel Substanz entnehmen. Diese muss wieder zurückgegeben werden. Deshalb ist für uns der Einsatz von selbst hergestelltem Kompost sowie speziell zusammengestellte Einsaaten elementarer Bestandteil unserer Arbeit.

B.St.: Spitzenlagen werden von Weinliebhabern sehr geschätzt. Meiner Meinung nach kommt es aber besonders auf die Qualität der Verarbeitung an. Wie sehen Sie das Zusammenspiel von Lage und Verarbeitung?

B.-v.G.: Große Weine können nur aus gesunden, reifen Trauben aus besten Weinbergen entstehen. Die Aufgabenstellung an meinen Kellermeister ist, die Einzigartigkeit der wertvollen Böden während der Verarbeitung der Trauben im Wein zu erhalten und möglichst wenig einzugreifen. Wenn Sie so möchten ist der Beruf des Kellermeisters das kontrollierte Nichtstun! 

Wir merken von Jahr zu Jahr mehr – insbesondere seit der Umstellung auf die Biodynamie – dass uns die einzelnen Weinberge bzw. die Trauben eines Jahrgangs zeigen, wie unser Kellermeister mit ihnen umzugehen hat. Das muss er erkennen. Das ist das eigentliche Geheimnis.

B.St.: Rieslingweine gibt es in allen Qualitätsstufen und vielen Geschmacksrichtungen. Was gefällt Ihnen an dieser Rebe so gut?

B.-v.G.: Kaum eine andere Rebsorte auf der Welt kann die unterschiedlichen Böden derart gut widerspiegeln wie der Riesling. Gleiches gilt für die enorme Lagerfähigkeit dieser Rebsorte. Darüber hinaus kann der Riesling von den trockenen Weinen bis hin zu den großen edelsüßen Beeren- und Trockenbeerenauslesen eine Bandbreite bieten, die keine andere Rebsorte der Welt auch nur annähernd bietet! Das macht ihn einzigartig.

B.St.: Ist Subskription ein Thema für Sie?

B.-v.G.:Ja, wir arbeiten seit vielen Jahren sehr erfolgreich mit der Subskription in der Vermarktung unserer G.C. und P.C. Rieslinge.

B.St.: Welche Bedeutung haben Auszeichnungen, wie z. B. 5 Trauben im Gault&Millau Weinguide oder 5 Sterne im „Vinum“ für Sie?

B.-v.G.: Diese Auszeichnungen sind zunächst auch eine Anerkennung für meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die geleistete Arbeit innerhalb eines Jahres und Antrieb für den jeweils kommenden Jahrgang. Darüber hinaus bieten sie dem interessierten Kunden eine gewisse Orientierung in der enormen Vielfalt innerhalb Deutschlands. Wir nutzen diese Auszeichnungen daher auch aktiv in der Kommunikation mit unseren Kunden.

B.St.: Haben Sie eine Vorstellung davon wie sich der Klimawandel auf den Weinbau auswirken wird?

B.-v.G.: Wir werden mit dem Klimawandel leben müssen und wir sehen schon heute, wie er in die tägliche Arbeit eingreift. Die Auswirkungen sind sehr unterschiedlich. Die Blüte beginnt in vielen Jahren deutlich früher als in der Vergangenheit und somit natürlich auch die Lese im Herbst. Die heißen Sommer nehmen Einfluss auf den Umfang der Laubarbeiten und auf das gesamte Management der Begrünungen am Boden, damit wir das vorhandene Wasser optimal nutzen. In den letzten Jahren nehmen wir aber auch immer deutlicher wahr, wie sehr uns die biodynamische Bewirtschaftung und der Respekt vor den Böden hilft, mit Wandel des Klimas zurecht zu kommen.

B.St.: Sie haben die Ortsweine in Village Riesling umbenannt. Ist in der gehobenen Gastronomie und dem Fachhandel tatsächlich so wenig Weinverstand verortet, dass man die Ortsweine nicht einordnen konnte?

B.-v.G.: Der Begriff des Ortes ist in diesem Zusammenhang unscharf und nach unserer Auffassung aus dem französischen Begriff des „Village“ Weines nicht präzise genug übersetzt, um dem Verbraucher ausreichend Orientierung zu geben. Was ist ein Ort? Ein einzelner Weinberg ist auch ein Ort. Was also unterscheidet einen Forster Riesling von einem Forster Ungeheuer?

Uns selbst war das lange auch nicht wirklich bewusst, bis wir von vielen Sommeliers und Fachhändlern darauf hingewiesen wurden, dass in unserer Klassifikation in Anlehnung an das burgundische Prinzip der Grands- und Premiers Crus, der Begriff des Village Weines eigentlich logisch und konsequent wäre. 

Das haben wir mit einigen großen Kunden im Vorfeld der Umstellung lange diskutiert und haben viel Bestätigung erfahren.

Die besten deutschen Sekte 2016

314 deutsche Sekte überzeugen durch Qualität / Sekthaus Raumland stellt erneut die Kollektion des Jahres
 
Die besten deutschen Sekte, hergestellt nach der Methode der klassischen Flaschengärung, stehen fest. Insgesamt 451 Sekte, zum Wettbewerb eingereicht von Weingütern, Genossenschaften und Sektkellereien aus allen deutschen Anbaugebieten, wurden Mitte Juli 2016 von einer 50-köpfigen Fachjury verkostet und bewertet.
 
Insgesamt 314 Sekte schafften die hohe Qualitätshürde von mindestens 87 Punkte (im internationalen 100-Punkte-Schema) und dürfen ab sofort mit der Auszeichnung von Meiningers Deutscher Sektpreis werben.
 
„Nachdem wir bereits im vergangenen Jahr beim ersten Sektpreis von den Qualitäten sehr beeindruckt waren, sehen wir in diesem Jahr sogar noch eine Steigerung. Sekte aus klassischer Flaschengärung sind bei weitem nicht mehr nur eine Ergänzung des Weinsortiments, sondern bilden sowohl in quantitativer wie vor allem qualitativer Hinsicht einen eigenen Bereich bei vielen deutschen Weingütern, Genossenschaften und Kellereien“, so Christoph Meininger, Verleger und Veranstalter des Wettbewerbs.
 
Umgangssprachlich als „Winzersekt“ bezeichnet, findet sich im Angebot der deutschen Weinerzeuger eine wahre Vielfalt an Spitzensekten. So ist unter den Siegersekten alles vom klassischen Riesling Sekt, über Burgunder Cuvées und Rosé Sekte bis hin zu regionalen Spezialitäten wie Sekten aus Muskat-Trollinger oder Silvaner in allen Preisbereichen und Geschmacksrichtungen vertreten.
 
„Es freut uns insbesondere, dass unter den Siegern des diesjährigen Wettbewerbs neben bereits etablierten und bekannten Sekterzeugern auch einige Newcomer und uns, zumindest im Bereich Sekt, bisher nicht bekannte Weingüter vertreten sind“, zieht Christian Wolf, Verkostungsleiter des Sektpreises sein Fazit.
 
Die Sekte wurden für den Wettbewerb in insgesamt 6 Kategorien eingeteilt. Die besten 3 Sekte der jeweiligen Kategorie wurden zusätzlich zu ihrer erreichten Punktzahl im Wettbewerb mit den Plätzen 1 bis 3 ausgezeichnet. Außerdem konnte die Jury in 4 Kategorien die Auszeichnung „Bester Brut Nature“, also Sekte ohne Zugabe einer Dossage, verleihen.
 
Die Auszeichnung „Kollektion des Jahres“ konnte in diesem Jahr das Sekthaus Raumland erringen, eines der führenden Sekthäuser in Deutschland und auch im Vorjahr bereits Sieger dieser Auszeichnung.
 
Meiningers Deutscher Sektpreis wurde vom Meininger Verlag, Neustadt, im Jahr 2015 erstmalig veranstaltet, um der kleinen, aber feinen Anzahl deutscher Sekte aus klassischer Flaschengärung, eine Plattform zu bieten, in denen sie ihre Qualitäten mit anderen messen können und so dem Winzer wie auch dem Konsumenten eine verlässliche Orientierung bietet.
 
Bei Sekten aus klassischer Flaschengärung findet die zweite Gärung in der Flasche statt. Dieses Verfahren ist vorwiegend vom Champagner bekannt, bei dem dieses Verfahren auch vorgeschrieben ist. Die klassische Flaschengärung ist das aufwendigste Verfahren zur Herstellung von Schaumwein und wird in der Regel ausschließlich für hochwertige Sekte angewendet.
 
 
Die diesjährigen Sieger Meiningers Deutscher Sektpreis 2016
 
Kategorie I – Riesling Sekt brut
 
1. Platz: 2013 Riesling extra brut, Wein- und Sektgut F. B. Schönleber, Oestrich-Winkel
 
2. Platz: 2014 Riesling brut, Weingut Reichsrat von Buhl, Deidesheim
 
3. Platz: 2012 Riesling Brut, Sekthaus Raumland, Flörsheim-Dalsheim
 
Kategorie II – Burgunder Sekt brut
 
1. Platz: Reserve brut, Weingut Reichsrat von Buhl, Deidesheim
 
2. Platz: 2013 Weissburgunder Extra Brut, Weingut Bergdolt Klostergut St. Lamprecht, Neustadt-Duttweiler
 
3. Platz: 2014 Pinot brut nature, Weingut Stefan Reinhardt, Niederkirchen
 
Kategorie III – Prestige-Burgunder Sekt brut (mind. 36 Monate Hefelager)
 
1. Platz: 2008 Cuvée MO Brut Nature, Schlossgut Diel, Burg Layen
 
2. Platz: 2008 Pinot & Chardonnay brut, Weingut Riffel, Bingen
 
3. Platz: 2009 IX. Triumvirat – Grande Cuvée Prestige Brut, Sekthaus Raumland, Flörsheim-Dalsheim
 
Kategorie IV – Rosé Sekt brut
 
1. Platz: 2013 Rosé extra Brut, Griesel Sekt – Sekthaus Streit, Bensheim
 
2. Platz: 2011 Spätburgunder Rosé Extra Brut Cuvée Special, Weingut Bergdolt Klostergut St. Lamprecht, Neustadt-Duttweiler
 
3. Platz: 2014 Pinot Rosé Brut, Weingut Gerhard Aenis, Binzen
 
Kategorie V –Sortenvielfalt Sekt brut
 
1. Platz: Kleinberger Nenniger Schloßberg Crémant Brut, Sektgut Martin Klein, Kreuzweiler
 
2. Platz: 2013 HOMMAGE 1816 Sylvaner brut, Weingut Braunewell, Essenheim
 
3. Platz: Johanniter brut, Öko-Hof Ruesch, Buggingen
 
Kategorie VI – Sekt trocken
 
1. Platz: 2014 Riesling extra trocken, Weingut Erich Stachel, Maikammer
 
2. Platz: 2014 Crémant Riesling Saarkristall extra trocken, Bernard-Massard Sektkellerei, Trier
 
3. Platz: 2014 Kirrweiler Mandelhöhe Pinot blanc de Noir Sekt extra trocken, Weinhaus Ralph Anton, Kirrweiler
 
 
Sonderauszeichnungen
 
Kollektion des Jahres
Sekthaus Raumland, Flörsheim-Dalsheim
 
bester Brut Nature der Kategorie I – Riesling Sekt brut
2008 Riesling Brut Nature
Schlossgut Diel, Burg Layen
 
bester Brut Nature der Kategorie II – Burgunder Sekt brut
2011 Cuvée XXV Anniversaire Brut Nature
Sektkellerei Andres und Mugler, Ruppertsberg
 
bester Brut Nature der Kategorie IV – Rosé Sekt brut
Perlage Rosé brut nature
Weingut Hirschmüller, Lauffen
 
bester Brut Nature der Kategorie V –Sortenvielfalt Sekt brut
2014 Gelber Muskateller Pfalz Brut Nature
Weingut Nicole Graeber, Edenkoben
 
bester Sekt aus aromatischen Rebsorten
2014 Muskat-Trollinger Rosé Sekt Prélude brut
Weingut Doreas, Remshalden

Alle prämierten Sekte aus klassischer Flaschengärung finden Sie ab sofort auf MEININGER ONLINE unter www.meininger.de.
 
Weitere Informationen: www.deutscher-sektpreis.de, www.meininger.de

Thomas Schanz

von Bernhard Steinmann

Einer der ältesten Weinorte an der Mosel soll heute unser Ziel sein: Piesport.
Wie immer, wenn an die Geschichte des Weinanbaus erinnert wird, kommen wir um die alten Römer nicht herum, auch wenn sie den Weinanbau nicht erfunden, sondern übernommen haben. Das Entstehungszentrum der Weinrebe liegt vermutlich in Armenien bzw. dem heutigen Georgien sowie zwischen Euphrat und Tigris und das vor mehr als 7000 Jahren.
Die weitgereisten römischen Eroberer zeichnete ein untrügliches Gespür für ein vielversprechendes Terroir aus. „Wie die Ränge eines Amphitheaters“ rahmen die Weinberge den Ort ein, schreibt Decim(i)us Magnus Ausonius, Staatsbeamter und Dichter, ca. 310 in der Gegend des heutigen Bordeaux geboren, in seiner Reisebeschreibung „Mosella“ im Jahr 371.
Der Ort lag sehr günstig an einer wichtigen Römerstraße (via romana), die als Aufmarsch- und Nachschubstraße der römischen Legionen von Trier nach Mainz führte. Durch sie hatte Piesport Anschluss an das römische Weltreich. Deshalb konnte sich auch ein blühender Handel entwickeln. Man geht davon aus, dass es an dieser Stelle eine Furt durch die Mosel gab, die man bei niedrigem Wasserstand mit Wagen durchfahren konnte. Die Furt war der lokalen Gottheit Mercurius Bigontius geweiht. Daraus leitete sich mit der Zeit der Name Porto Pigontio ab, aus dem allmählich Piesport wurde.

Auf der linken Moselseite erstreckt sich die 66 Hektar große Weinlage des bekannten Piesporter Goldtröpfchens. Auf dem Schieferboden gedeiht ein vortrefflicher Riesling.
Rechts von der Mosel bahnen wir uns den Weg zum Hotel und Restaurant Schanz, unserem heutigen Ziel. Im August 2011 erfüllte sich Thomas Schanz den Traum vom eigenen Restaurant mit tatkräftiger Unterstützung seiner Eltern.
Schanz absolvierte seine Kochlehre in der legendären Traube in Tonbach. Vom Restaurant Silberberg über die Köhlerstube arbeitete er sich in das Blickfeld von Harald Wohlfahrt und dessen berühmter Kaderschmiede. Es folgten Stationen bei Klaus Erfort in Saarbrücken und bei Helmut Thieltges im Dreiser Sonnora. Dort war er sechs Jahre als Sous-Chef tätig.

Allein dieser schlicht dokumentierte Lebenslauf lässt die Restaurantführer bestimmt aufhorchen. Doch die rasche Auszeichnung mit einem Stern des Guide Michelin war erarbeitet und verdient. Der zweite folgte im letzten November.

Nun soll keiner auf die Idee kommen, es würde ausreichen, ein paar Jahre bei namhaften Köchen zu jobben um danach selbst zu hohen Ehren zu kommen. Hierzu gehört noch einiges mehr. Thomas Schanz bringt nämlich neben seiner Kreativität und seinem handwerklichen Geschick auch eine stattliche Portion Ehrgeiz mit. Vor allem jedoch ist es seine Leidenschaft und seine Freude an der Arbeit, die ihn mit scheinbarer Leichtigkeit Ziele erreichen lässt, die andere trotz Mühen und Plagen nicht erreichen.

Das Menü:
Carpaccio von der Gänsestopfleber mit eingedicktem Traubenmost, Sherrygelee und Parmigiano Reggiano
In Kardamom gebratene St.Jakobsmuschel aus Dieppe mit wildem Brokkoli, Tomate und Mandarine
Tranche vom wilden Steinbutt „Jägerin Art“ auf Pak Choi mit Riesling-Vinaigrette und Feldsalatjus
Frikassee vom gegrillten Hummer mit gebrannter Litschi, Madagaskar-Pfefferjus und knusprigem Bündnerfleisch
Pochierter Atlantik Seehecht „karibische Art“ mit Koriander, kandierter Papaya, geröstetem Reis und Gewürzsud
Label Rouge Taubenbrust mit knusprigem Scholes, Creme vom Karottengrün und Myrtejus
„Zwei Äpfel fielen weit vom Stamm“ mit Macadamiacreme, Kaffeeessigschaum und Granny Smith Sorbet
Weinbergspfirsichsorbet mit Jasminreis-Schaum und Sake

FAZIT:
Harmonie, Balance und Akkorde, das ist meine Überschrift für diesen Abend.

Thomas Schanz kreiert mit detaillierter Warenkenntnis, perfekten Produkten und Ideenreichtum eine Aromenfülle, wie wir sie in Deutschland nur selten erleben.
Ob Frucht- oder Säurenoten, Fisch, Fleisch oder Gemüse, immer hat man das Gefühl nur Hauptdarsteller auf dem Teller zu erleben, die als eingespieltes Ensemble auftreten.
Nichts ist zuviel, nichts fehlt.

Das Menü wird nach einiger Zeit nicht einfach durch eine neue Speisefolge ersetzt, sondern behutsam verändert und weiterentwickelt. Ein überaus kluger Ansatz, wenn auch kein Alleinstellungsmerkmal.

Trotz seiner prominenten Kochstationen ist es Thomas Schanz gelungen einen eigenen Stil zu entwickeln und auszubauen. Ein leichter Flirt mit Perfektionismus und eine offensichtliche Liebe zum Detail teilt er allerdings mit seinen früheren Chefs.

Den vollständigen und bebilderten Bericht gibt es wie immer auf
www.bsteinmann-gourmet-unterwegs.de

Welcher Wein passt am besten zu Parmigiano Reggiano?

Käse & Wein gehören zusammen wie Salz & Pfeffer oder Brot & Butter. Aber nicht jeder Wein passt zu jedem Käse, der je nach Reifegrad unterschiedliche Aromen erfordert. Parmigiano Reggiano hat ein Reifespektrum von mindestens 12 Monaten bis hin zu 72 Monaten und mehr und variiert dadurch in Geschmack, Konsistenz und Geruch. Bei der richtigen Weinbegleitung kommt es deshalb auf feine Nuancen an, die ein geschulter Sommelier schmecken und erklären kann. Deshalb befragt Parmigiano Reggiano fünf ausgewählte Sommeliers, die ihre ganz persönliche Weinempfehlung zu Parmesan abgeben.

Den Anfang macht Sommelier Silvio Nitzsche, der seit 2007 Inhaber der mehrfach ausgezeichneten Weinkulturbar in Dresden ist. Ein Tisch in dem kleinen Eckbistro ist besonders am Wochenende heißbegehrt, bis 2018 sind bereits alle Plätze ab 18 Uhr vergeben. Zuvor war Nitzsche lange Jahre als Sommelier in den USA und bei Drei-Sterne-Koch Dieter Müller im Schlosshotel Lerbach tätig. Der Gault&Millau bezeichnet Nitzsche als „Supernase mit unerschöpflichen Weinwissen“.

Herr Nitzsche, welcher Wein passt am besten zu mittelgereiftem, also etwa 24 Monate altem Parmesan?
Aufgrund ihrer perfekten Säure-Süße-Balance harmoniert dazu am besten eine leicht gereifte fruchtsüße Riesling-Auslese aus der Pfalz. Auch schön ist ein Sherry Amontillado oder ein mindestens 15 Jahre gereifter Burgunder aus einer der Major Appellationen der französischen Côte d’Or.

Macht es in Bezug auf die Weinauswahl einen Unterschied, ob Parmigiano Reggiano in der Vorspeise oder im Dessert vorkommt?
Es macht sogar einen gravierenden Unterschied, da die Mengenproportionen unterschiedlich sind und damit der Wein auch eine ganz andere Potenz haben sollte. Zudem ist es immer von Vorteil, wenn man zu Beginn eines Menüs ein klein wenig Rücksicht auf die darauf folgenden Weine nimmt.

Passt Parmesan auch als Apéro zu Champagner?
Parmesan empfinde ich persönlich als nicht sehr ideal, um in einer Menüfolge oder am Abend zu beginnen, da er sehr einvernehmend im Geschmack und bindend ist. Parmesan und Champagner sind als Abendbegleitung aber durchaus reizvoll. Bei der Champagnerwahl würde ich auf einen Demi-Sec oder einen Rosé-Champagner zurückgreifen.

Und wie essen Sie Parmesan am liebsten?
Ich esse Parmesan am liebsten ganz singulär und vollkommen pur, mit viel Zeit, Ruhe und dem zuvor erwähnten Glas Riesling.

Rheingauer Küchengeschichten

Babba-Schmatz un Kinnerkram, Muffelscher un gude Kuche

Über die Genuss-Region Rheingau sind schon viele Bücher erschienen. Hier kommt eins, das den Rheingauern aus der Seele spricht. Geschrieben mit viel Herzblut von zwei echten Rheingauer Gewächsen sind die „Rheingauer Küchengeschichten“ (erschienen in der Hessen-Reihe des Con Verlags, Hanau) mehr als ein Koch- und Lesebuch. Wer die Rheingauer und ihre Lebensart intensiver kennen und besser verstehen lernen möchte, für den ist dieses kleine Brevier gemacht. Die Rezepte und Geschichten haben die Autorinnen ihren Rheingauer Mitmenschen in vielen Gesprächen – oft beim Wein – entlockt.

Vom Pfarrer bis zur Hausfrau, vom Profi-Koch bis zum Bürgermeister, von der Weinprinzessin bis zur Ordensfrau reicht die Palette der Beiträger. Auch „Hargeloffene“, die ihre Heimat im Rheingau gefunden haben, wurden zugelassen. Sie alle sind kulinarische Zeitzeugen ihrer Heimat und einer Region, die mehr zu bieten hat als Weck, Worscht und Woi. Die üblichen Verdächtigen, von denen man überall und immer wieder liest, wenn es um den Rheingau geht, wird man in diesem Buch vergeblich suchen.

Neben Gaumenschmeichlern und Seelentröstern kommt auch die Rheingauer Mundart nicht zu kurz. Schon die Kapitel-überschriften lesen sich wie eine Einführung in die Alltagssprache der Rheingauer: Vorneweg und Hinnerher, Babba-Schmatz, Kinnerkram und Muffelscher machen Lust, auf Entdeckungsreise zu gehen. Es gibt Riesling-Äpfel und Beerdigungskuchen, Buttermilchsuppe nach Art des Bürgermeisterns, Smoothies und Cräcker aus heimischen Kräutern, Wildburger im EBS (European Business School) Style, Forellenklößchen, die auch Nicht-Fisch-Essern schmecken, geadelte Reste, saure Grumpere , Basilikum Käse und sogar das Zisterzienser Brot ist im Buch zu finden.
Beide Autorinnen wurden im Rheingau geboren und sind von Herzen gerne hier zu Hause. Ihre Rezept- und Geschichten-Sammlung wächst täglich – auch wenn Lydia Malethon und Sabine Fladung im richtigen Leben eher die elektronische Feder als den Kochlöffel schwingen. In ihrer Freizeit wird jedoch mit Lust und Liebe gekocht – und dazu immer Wein getrunken. Meistens ist Riesling aus dem Kulturland Rheingau im Glas und im Spiel.

Bibliografische Angaben:
„Rheingauer Küchengeschichten – Lieblingsrezepte aus unserer Heimat“, 156 Seiten, Hardcover, EUR 9,90. Cocon Verlag, Hanau, ISBN 978-3-86314-306-0 , Format 113 x 180

Saumagen Riesling only Frank Rosin

Mit dem „2014 Saumagen Riesling Edition Rosin Fass No. 9“ vom Weingut am Nil hat der höchst erfolgreiche Rotwein „Fass 34“ von Winzer Markus Schneider eine weiße, edle Schwester bekommen.

Entstanden ist der Wein in enger Zusammenarbeit von Susanne Spies mit dem Pfälzer Weingut am Nil in Kallstadt, streng limitiert auf 600 Flaschen. Die Weinlage „Kallstadter Saumagen“ ist weltbekannt und gilt als eine der besten Lagen Deutschlands. Mit ein wenig Phantasie zeigt sie die Form eines Saumagens und erinnert damit an die deftige Spezialität der Region. Der „Riesling Fass No. 9“ ist exklusiv für TV-Koch Frank Rosin und sein 2 Sterne-Restaurant in Dorsten angebaut worden. In Abstimmung mit seiner Chef-Sommelière Susanne Spies wurde der Weinberg stark im Ertrag reduziert, um höchste Qualität gewährleisten zu können. „Unser Riesling zeichnet sich durch feine Mineralik, Würze und viel gelbe Frucht aus.“, erläutert die Weinexpertin. „Kräuterige und zart nussige Aromen prägen das Geschmacksbild. Am Gaumen wirkt der Wein dicht und nachhaltig, sehr finessenreich mit elegantem Zitrusaroma. Die harmonische Säure ist perfekt eingebunden.“

Naturbelassene Qualität, ideal zu herzhaften Fischgerichten
„Die Trauben wurden bei einer Reife von 95° Oechsle von Hand gelesen.“, berichtet Johannes Häge, Dipl.-Ing. für Weinbau und Oenologie beim Weingut am Nil. „Ohne hohen Druck wurden sie schonend gepresst, der Most ohne weitere Behandlung direkt in das Fass No. 9 gegeben und spontan vergoren.“ Nach neunmonatiger Lagerung von der Hefe getrennt, wurde der Wein ohne Filtration abgefüllt und während der nächsten zwei Monate in gekühlter Flaschenreife vollendet.
Zum Riesling der Edition Rosin hat Susanne Spies eine perfekte Speisenempfehlung parat: Estragonforelle aus dem Weißweindampf mit Vanillemöhren – eine Kreation von Frank Rosin und seinem Chefkoch Oliver Engelke aus ihrem jüngsten Kochbuch „Rosins Rezepte“.

Auf der umfangreichen Weinkarte des Restaurants Rosin steht der „Riesling Fass No.9“ mit Euro 46,00. Online kann er zum Preis von Euro 16,00 bestellt werden.

Das Restaurant Rosin in Dorsten (Ruhrgebiet) wird vom Michelin mit zwei Sternen ausgezeichnet. In seinem Guide „Die besten Restaurants 2015/2016“ vergibt DER FEINSCHMECKER 4 von 5 F. Susanne Spies ist für eine Weinkarte mit über 800 Positionen verantwortlich. Sie zählt zu den Besten ihrer Zunft in Europa, der Gault Millau kürte sie bereits 2004 zum „Sommelier des Jahres“. Mit den erfolgreichen Coaching-Formaten „Rosins Restaurants“, „Rosin weltweit“ und „ Rosins Kantinen – Ein Sternekoch undercover“ auf Kabel eins sowie als Juror bei „The Taste“ in SAT.1 ist Frank Rosin einer der bekanntesten Fernseh-Köche Deutschlands. www.frankrosin.de

Nach der historischen Einzellage „Nil“ benannt, produziert das Weingut in Kallstadt (Pfalz) neben Rieslingen auch hochwertigen Grauburgunder, Weißburgunder, Sauvignon Blanc und Spätburgunder. Der Kallstadter Saumagen Riesling trocken des Jahrgangs 2013 ist von Robert Parker (The Wine Advocate) mit 93 Punkten bewertet worden. www.weingutamnil.de

Christian Connerth

Christian Connerth (24) vom Restaurant Wein am Rhein in Köln ist im Rahmen des „Sommelier-Cups 2015“ vom Deutschen Weininstitut (DWI) zum besten deutschen Sommelier gekürt worden. Zweiter wurde Florian Richter (Kronenschlösschen, Eltville-Hattenheim), gefolgt von Maximilian Wilm (Seven Seas, Hamburg) auf Rang drei. Sebastian Schütz (Rot Weiss Rosé, Magetshöchheim) und Sven Ponge (Riesling & Komplizen, Schwelm) belegten die Plätze vier und fünf.

Das mit rund 30 Weinfachleuten und Nachwuchskräften aus Gastronomie und Handel hervorragend besetzte Teilnehmerfeld brachte es in diesem Jahr zusammen auf insgesamt 18 Sterne und 305 Punkte im Gault Millau. Entsprechend spannend und hochklassig verlief der zweitägige DWI-Wettbewerb am 8. und 9. November im Atrium Hotel in Mainz.

Hier hatten die Teilnehmer zunächst weitreichende Kenntnisse über die typischen Rebsortenmerkmale heimischer Weine nachzuweisen, mussten Strukturdaten zum Weinbau und Weinmarkt parat haben und über die Weinbereitung oder das Weinrecht Bescheid wissen. In mehreren vergleichenden Degustationen galt es, Weine aus deutschen wie auch einigen internationalen Anbauregionen zu beschreiben und deren Herkünfte, Jahrgänge und Rebsorten zu bestimmen. Weitere Schwerpunkte bildeten Aufgaben zu Wein und Speisen, die Zuordnung von Weinen und die Charakterisierung renommierter Lagen sowie als Highlight erstmals eine Raritätenprobe mit teils über 20 Jahre gereiften Weinen.

Beeindruckend degustierten und beschrieben die fünf Finalisten schließlich zwei verdeckte Weine und beantworteten die Fachfragen der hochkarätig besetzten Jury. Dieser gehörten neben Vertretern der Sommelier-Union Deutschland, der Deutschen Wein- und Sommelierschule, der Hotelfachschule Heidelberg und Fachjournalisten unter anderem der frisch gekürte Master of Wine Janek Schumann an. Zum Abschluss der Finalrunde mussten der Jury zu drei Speisen die passenden Weine empfohlen werden. DWI-Geschäftsführerin Monika Reule freute sich die gute Beteiligung und zeigte sich beeindruckt vom hohen Niveau des Teilnehmerfeldes. Sie überreichte die Urkunden an die stolzen Gewinner, die sich über attraktive Geldpreise im Wert von insgesamt 3.250 Euro freuten. Als Sieger des Wettbewerbs darf Christian Connerth zusätzlich an der „Sommelier Summer Class“, dem jährlichen Treffen internationaler Sommeliers im Juli 2016 in Geisenheim teilnehmen.

Die Gewinner des DWI-Sommelier-Cups im Überblick:

Platz 1: Christian Connerth (24), Restaurant Wein am Rhein in Köln
Platz 2: Florian Richter (28), Hotel & Restaurant Kronenschlösschen, Eltville-Hattenheim
Platz 3: Maximilian Wilm (27), Hotel Süllberg, Gourmeterestaurant Seven Seas, Hamburg
Platz 4: Sebastian Schütz (38), Online-Shop und Weinhandel Rot Weiss Rosé, Magetshöchheim
Platz 5: Sven Ponge (50), Riesling & Komplizen – Weinkontor, Schwelm

Ergebnisse der DLG-Bundesweinprämierung 2015

Rund 4.300 Weine und Sekte von Experten getestet – Sonderpreis „Beste Kollektionen“ für Wein und Sekt sowie „Bestes Riesling-Sortiment“

Das Testzentrum Lebensmittel der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) hat jetzt die Weine und Sekte bekannt gegeben, die in der DLG-Bundesweinprämierung 2015 ausgezeichnet wurden. In drei Prüfrunden zur führenden Qualitätsprüfung für deutsche Weinerzeuger testete die DLG rund 4.300 Weine und Sekte aus den deutschen Anbauregionen. In diesem Jahr vergaben die DLG-Weinexperten 62 Gold Extra-, 782 Gold-, 1513 Silber- und 980 Bronze-Medaillen. Alle Testergebnisse sind im Internet unter www.DLG-Verbraucher.info veröffentlicht. Die Verleihung der Bundesehrenpreise mit Bekanntgabe des DLG-Winzers des Jahres und der DLG-Jungwinzer des Jahres findet am 29. Oktober im Hambacher Schloss (Neustadt a. d. Weinstraße) statt.

Die 50 besten Weine und die zwölf besten Sekte
Mit 21 Auszeichnungen stellt die Pfalz in diesem Jahr die meisten Weine und Sekte, die mit dem „Goldenen DLG-Preis extra“ prämiert wurden. Es folgen Rheinhessen mit elf sowie Baden mit zehn „Goldenen DLG-Preisen extra“.

Die meisten Auszeichnungen in Gold, Silber und Bronze erzielten mit 1172 Prämierungen die Winzer aus der Pfalz, gefolgt von Baden (659), Rheinhessen (574) sowie Württemberg (531).

Beste Kollektionen 2015
Im Rahmen der Bundesweinprämierung werden jedes Jahr die besten Kollektionen in den Kategorien „Weißwein trocken“, „Weißwein fruchtig“, „Rotwein trocken“, „Barrique trocken“ und „Edelsüß“ ermittelt und ausgezeichnet. Zwei Sonderpreise für die besten Sekt-Kollektionen „brut“ und „fruchtig“ werden ebenfalls vergeben. Die Preisträger für die „Besten Kollektionen 2015“ sind:

Beste Kollektion „Weißwein trocken“
Herrengut St. Martin, St. Martin (Pfalz)
Beste Kollektion „Weißwein fruchtig“
Weingut August Ziegler, Maikammer (Pfalz)
Beste Kollektion „Rotwein trocken“
Weingut Privatkellerei-Weinbau Rolf Willy, Nordheim (Württemberg)
Beste Kollektion „Barrique trocken“
Weingut Privatkellerei-Weinbau Rolf Willy, Nordheim (Württemberg)
Beste Kollektion „Edelsüß“
Durbacher Winzergenossenschaft, Durbach (Baden)
Beste Kollektion „Sekt brut“
Sektgut St. Laurentius Klaus Herres, Leiwen (Mosel)
Beste Kollektion „Sekt fruchtig“
Weingut Alfons Ziegler, St. Martin (Pfalz)

Bestes Riesling-Sortiment
Zum 17. Mal wurde in diesem Jahr der „ProRiesling“-Ehrenpreis des Vereins „ProRiesling“ verliehen. Er geht an das beste Riesling-Sortiment der Bundesweinprämierung 2015:

· Weingut Gerold Spies, Dittelsheim-Heßloch (Rheinhessen)

DLG-Bundesweinprämierung: Aktuelle Qualitätstrends
In der DLG-Bundesweinprämierung präsentierten sich die trockenen Weißweine des aktuellen Jahrgangs 2014 auf einem hohen Qualitätsniveau. Rebsorten wie Silvaner und Riesling wurden sehr klar und meist fruchtbetont ausgebaut. Die Weine besitzen neben der Fruchtaromatik auch Cremigkeit und Schmelz. „Damit zählen trockene Weißweine deutscher Provenienz international sicher zu den Besten und müssen keinen Vergleich scheuen“, unterstreicht der wissenschaftliche Leiter der DLG-Bundesweinprämierung, Prof. Dr. Rainer Jung (Hochschule GEISENHEIM University), das herausragende Profil deutscher Weißweine. Aber nicht nur Riesling und Silvaner überzeugten, auch Weine der Rebsorte Scheurebe präsentierten sich nuancenreich: von leicht vegetativ und erfrischend über Weine, die eher deutlich exotische und beerige Aromen aufweisen. Mit den in der DLG-Bundesweinprämierung ausgezeichneten Vertretern muss die Scheurebe, die im nächsten Jahr ihr 100. Jubiläum feiert, den internationalen Vergleich mit Sauvignon blanc nicht scheuen. Die Burgunder-Weine, die sich dem DLG-Expertenurteil stellten, präsentierten verschiedene Stile: Weißburgunder und Grauburgunder zeigten sich einmal fruchtig und gehaltvoll ausgebaut, bei anderen Weinen kam Holz in dezenter Weise zum Einsatz (auch beim Chardonnay), und es wurde mit Säureabbau gearbeitet. Auch diese Weine sind internationale Spitzenprodukte.

Breites Spektrum an Rotweinen
Die Rotweine, die sich dem Expertenurteil stellten, zeigten das breite Spektrum traditioneller, aber auch internationaler Sorten, die man bei deutschen Winzern entdecken kann. Als Klassiker dominierte dabei der Spätburgunder. „Erfreulich ist, dass die Winzer auch hier den Holzeinsatz mittlerweile sehr gut beherrschen und die Rebsorte klar erkennbar herausarbeiten“, erläutert Prof. Jung das gekonnte Spiel mit der Rebsortentypizität. In Deutschland angekommen sind auch die internationalen Rotweinsorten. Es stellt offenbar kein Problem dar, rebsortentypische Merlots, Cabernet Sauvignons oder Tempranillo-Weine in Deutschland anzubauen. Aber auch unter den roten Cuvées wurden Weine prämiert, die in Tanninstruktur, Holz und Extraktfülle optimal abgestimmt und harmonisch sind.

Edelsüße Weißweine: Klarheit und Reinheit
Bei den edelsüßen Spezialitäten zeigten sich die DLG-Experten von der Klarheit und Reinheit, in der die Weine ausgebaut wurden, beeindruckt. „Gerade bei den mit einem Goldenen DLG-Preis Extra prämierten Weinen konnte man die rebsortentypischen Aromen sehr gut erkennen, was in der Herstellung sicher die größte Herausforderung darstellt“, so Prof. Jung. Neben Riesling als Klassiker bestachen auch hier Aromasorten wie Scheurebe, Huxelrebe und Gewürztraminer.

Sekt: abwechslungsreiches Qualitätssortiment
In der DLG-Bundesweinprämierung präsentierte sich das gesamte Spektrum deutscher Sektkunst – über Riesling, Cremant und Burgunder bis hin zu den aromatischen Rebsorten. „Riesling und Burgunder sind Sorten, bei denen die Winzer offenbar verstärkt mit längerem Hefelager arbeiten. Teilweise erkennt man die Stilistik der Champagne mit einer Apfel-Brioche-Aromatik. Daneben war die prägende Säure, insbesondere bei Riesling-Sekten, charakteristisch“, beschreibt Prof. Jung die Besonderheiten des aktuellen Sektjahrgangs. Bei den aromatischen Sorten präsentierten sich Muskateller, aber auch Traminer und mittlerweile auch Sauvignon blanc als interessante geschmackliche Alternativen zu den Sekt-Klassikern.

www.dlg.org

Meiningers Deutscher Sektpreis 2015

Großer Erfolg für deutsche Sekte: Sekthaus Raumland mit der „Kollektion des Jahres“ aus-
gezeichnet

Beim erstmals durchgeführten „Meiningers Deutscher Sektpreis“ wur- den knapp 450 Sekte aus traditioneller Flaschengärung von einer Fach- jury aus Oenologen, Winzern, Weinfachhändlern, Sommeliers und Fachjournalisten unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse sprechen für sich: 262 der eingereichten Sekte erzielten 87 und mehr Punkte (im internationalen 100-Punkte-Schema) und dürfen ab sofort mit dieser Auszeichnung werben.

„Ein großartiger Erfolg für die deutschen Sekterzeuger“, so Christoph Meininger, Verleger und Veranstalter des Weinpreises. „Das Image von deutschem Sekt hat in den vergangenen Jahren teilweise massiv unter dem Preiskrieg der Supermärkte und Discountern gelitten. Mit Meiningers Deutscher Sektpreis bieten wir den Winzern, Sektkellereien und Genossenschaften eine Plattform, um mit ihren großartigen Quali- täten in einer Blindprobe zu überzeugen und damit dem Weinkonsu- menten eine verlässliche Orientierung zu sein. Das Qualitätsniveau der eingereichten Sekte aus traditioneller Flaschengärung ist unglaublich hoch.“

Insgesamt stellten über 200 Winzer, Sektkellereien und Genossen- schaften 440 Sekte aus klassischer Flaschengärung an – beim Riesling Sekt trocken ohne Jahrgangsangabe angefangen bis zur Premium- Sekt-Cuvée aus klassischen Burgundersorten.
Verkostet wurden die in sechs Kategorien eingeteilten Sekte an zwei Tagen im Verkostungsraum des Meininger Verlags in Neustadt an der Weinstraße. In jeder Kategorie wurden in einer zweiten Finalrunde die besten Sekte erneut auf den Prüfstand gestellt und die Gewinner der Plätze 1 bis 3 ermittelt. Sowohl bekannte, in der Spitze etablierte Be- triebe als auch Neuentdeckungen stehen auf dem Siegertreppchen. Das Preisniveau der Siegersekte reicht dabei von 8 Euro bis 60 Euro. Neben den Gewinnern der Plätze 1 bis 3 wurden beim diesjährigen Meiningers Deutscher Sektpreis drei Sonderauszeichnungen verliehen: Das Weingut Huber aus Malterdingen/Baden konnte die Jury mit sei- nem 2010 Chardonnay Blanc de Blancs Brut Nature überzeugen und wird als „Bester Sekt Brut Nature“ geehrt. Das Weingut Singer Fischer aus Ingelheim, Rheinhessen, stellt mit seinem 2012 Freezling, einem versekteten Riesling Eiswein, eine Rarität zur Verkostung an und konn- te mit diesem die Jury so überzeugen, dass er als „Bester Sekt Doux“ ausgezeichnet wird.

Mit der Kollektion des Jahres wird mit dem Sekthaus Raumland einer der führenden Sekterzeuger Deutschlands geehrt. Mit seiner Top- Cuvée, dem Triumvirat aus dem Jahrgang 2008, belegt er in der Kate- gorie der Burgunder Cuvées Platz 1, mit der Cuvée Katharina, ebenfalls aus dem Jahrgang 2008, belegt er in der gleichen Kategorie zudem Platz 2. Weitere 3 Sekte wurden mit 93, 91 sowie 90 Punkten bewertet. Die Sieger sowie die Top 50 des diesjährigen Sektpreises stellt Meiningers Weinwelt in seiner November-Ausgabe vor. Darüber hinaus sind alle Sekte, die beim Wettbewerb mehr als 87 Punkte erzielen konnten, ab sofort unter www.meininger.de zu finden.

Markus Huber ist Falstaff Winzer des Jahres 2015

Der Traisentaler Winzer wurde bei der Falstaff Weißweingala in der Wiener Hofburg ausgezeichnet. Zudem wurde der Falstaff Weinguide 2015/16 präsentiert.
 
Es ist der begehrteste Titel der österreichischen Weinszene: Falstaff Winzer des Jahres. Dieser wurde heuer von der Falstaff-Weinredaktion Markus Huber aus dem Traisental zuerkannt. Der Niederösterreicher hat in wenigen Jahren den elterlichen Kleinbetrieb zu einem der bekanntesten Weingüter Österreichs weiterentwickelt und zählt heute zu den größten Exporteuren von heimischen Top-Weißweinen. Mit seinen exzellenten Grünen Veltlinern und Rieslingen hat er sich vor allem in den USA einen glänzenden Ruf erworben. Mehr als 70 Prozent seiner Weine gehen bereits ins Ausland. Und nebenbei hat er dem kleinen, vor Kurzem noch eher unbekannten Weinbaugebiet Traisental einen nachhaltigen Image-Anschub gegeben.
 
Unter tosendem Applaus nahm Markus Huber auf der Bühne im Großen Festsaal der Wiener Hofburg nicht nur eine Urkunde und Gratulationen entgegen. Peter Kellner, CEO von Breitling Austria & Eastern Europe, überreichte ihm eine Breitling Transocean Chronograph Edition im Wert von 8.670 Euro. Zudem durfte sich der frisch gebackene Winzer des Jahres über einen Gutschein für 3 Nächte im 5 Sterne Falkensteiner  Hotel & Spa Iadera in Kroatien freuen.
 
Weißwein-Elite in der Hofburg
Markus Huber war aber nur einer von 140 Top-Winzern, die bei der Falstaff Weißweingala in der Wiener Hofburg einige ihrer besten Weine ausgeschenkt haben. Mehr als 1.800 Gäste durften erfahren, dass der Jahrgang 2014 viel besser ist als sein Ruf. Jeder Winzer hatte aber auch gereifte Jahrgänge mit im Gepäck, die das gewaltige Potenzial österreichischer Weißweine eindrucksvoll unterstrichen.
 
Falstaff Grüner Veltliner Grand Prix 2015
Neben der Auszeichnung zum Winzer des Jahres war die Kür der Sieger des Falstaff Grüner Veltliner Grand Prix das Highlight des Abends, durch den Chefredakteur Peter Moser und die charmante Moderatorin Silvia Schneider geführt haben. Dr. Hubert Schultes, Generaldirektor der Niederösterreichischen Versicherung und Otto Auer, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Niederösterreich, überreichten Urkunde und Trophäe an den Erstplatzierten, Bernhard Ott aus Feuersbrunn am Wagram. Der zweite Platz ging an Franz Leth aus Fels am Wagram, während es über den dritten Platz gleich doppelte Freude gab: diesen teilten sich das Weingut Degn aus Hohenruppersdorf im Weinviertel und das Weingut Fischer aus Rossatz in der Wachau.
 
Kategorie-Sieger
Bei dem festlichen Akt im imperialen Ambiente wurden außerdem die Sieger der elf Weißwein-Kategorien prämiert:
 
·      Cuvée Weiß: Karl Fritsch (Oberstockstall, Wagram), Tausendweiss 2010
·      Chardonnay: Weingut Sattlerhof (Gamlitz, Südsteiermark), Morillon Pfarrweingarten G STK 2013
·      Gelber Muskateller: Weingut Wohlmuth (Kitzeck im Sausal, Südsteiermark), Gelber Muskateller Steinriegl 2014
·      Grüner Veltliner: Weingut Ludwig Neumayer (Inzersdorf ob der Traisen, Traisental), Grüner Veltliner Traisental DAC Reserve Ikon-Stein 2014
·      Pinot Gris: Weingut Hannes Harkamp (St. Nikolai im Sausal, Südsteiermark), Grauburgunder Oberburgstall 2013
·      Rotgipfler/Zierfandler: Weingut Alphart (Traiskirchen, Thermenregion), Rotgipfler Rodauner Top Selektion 2013
·      Riesling: Weingut Mantlerhof (Gedersdorf/Brunn im Felde, Kremstal), Riesling Kremstal DAC Reserve Wieland 1 ÖTW 2014
·      Sauvignon Blanc: Weingut Tement (Berghausen, Südsteiermark), Sauvignon Blanc Zieregg G STK 2013
·      Traminer: Weingut Andreas Gsellmann (Gols, Neusiedlersee), Traminer maischevergoren 2013
·      Weißburgunder: Weingut Sattlerhof (Gamlitz, Südsteiermark), Weißburgunder Pfarrweingarten Fassreserve 2007
·      Roter Veltliner: Weingut Josef Fritz (Zaussenberg, Wagram), Roter Veltliner Steinberg Privat 2013
·      Gemischter Satz: Weingut Wieninger (Wien), Wiener Gemischter Satz DAC Rosengartl 2014
 
Falstaff Weinguide 2015/16
Insgesamt hat Falstaff Wein-Chefredakteur Peter Moser für den Weinguide 2015/16 weit über 3000 Weine verkostet. 3174 österreichische und 265 Südtiroler Weine haben es in den wichtigsten Weinführer des Landes geschafft.
Der Falstaff Weinguide ist ab sofort zum Preis von 16,90 Euro am Kiosk und im gut sortierten Buchhandel sowie unter www.falstaff.at/guides erhältlich.