Fußballer kein Vorbild

DFB – Nationalspieler müssen für Produkte werben, die sie selber nicht empfehlen

Die Verbraucherorganisation foodwatch wirft dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) eine Doppelmoral bei seinen Werbeverträgen mit Coca-Cola, Ferrero und McDonald’s zur Fußball Europameisterschaft vor. Weder eigene Spieler noch der Koch der Nationalmannschaft empfehlen den Verzehr jener Produkte, für die das Team Kindermarketing betreiben muss.

Nationalspieler André Schürrle erklärte kürzlich auf einer Pressekonferenz im französischen Évian, es gebe „keine Chips und keine Cola“ für die Mannschaft, sondern „eher gesunde Sachen“. Schürrle ziert ein EM-Werbeplakat von Coca-Cola, dem Weltmarktführer für Zuckergetränke. Der Team-Koch Holger Stromberg machte gegenüber foodwatch deutlich, dass er überwiegend stilles Wasser und Tee serviere – und nur gelegentlich eine „selbst gemachte Limonade“.

„Dem DFB ist der Profit wichtiger als das Gemeinwohl. Die deutschen Nationalspieler müssen für zuckrige Cola werben, obwohl sie selbst von dem Verzehr abraten“, erklärte Oliver Huizinga, foodwatch-Experte für Lebensmittelmarketing.

Der DFB unterhält während der EM 2016 Werbeverträge mit Coca-Cola, Ferrero und McDonald’s. Seit mehreren Wochen druckt Coca-Cola die Gesichter der deutschen Nationalspieler auf ihre Cola-Dosen unter dem Motto: „Hol Dir das Team auf 24 Sammeldosen“. foodwatch kritisierte die Kampagne als verantwortungsloses Kindermarketing für ungesunde Lebensmittel. Der DFB mache sich zum „Diabetes Förder-Bund“. Der Sportverband torpediere die Bemühungen zahlreicher Eltern und Lehrer, Kinder für eine gesunde Ernährung zu begeistern.

Sowohl foodwatch als auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) und die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) haben den DFB in der vergangenen Woche aufgefordert, die Werbeverträge mit den Junkfood-Konzernen zu kündigen. Man wisse, dass ein Übermaß an süßen und fettigen Lebensmitteln und Getränken für die Zunahme von Übergewicht bei Kindern verantwortlich sei, erklärte der der Präsident des BVKJ, Thomas Fischbach. Das sei „keine Nachwuchsförderung, sondern Nachwuchsschädigung“. DDG-Präsident Professor Baptist Gallwitz forderte den DFB auf, sein Sponsoring-Konzept zu überdenken, um seiner Vorbildfunktion und gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden.

In einem Schreiben an foodwatch rechtfertigte der DFB die Partnerschaft mit Coca-Cola: Für die Zunahme des Übergewichts bei Kindern sei „nicht die Bevorzugung von süßen oder salzigen Lebensmitteln und Getränken“ verantwortlich, obwohl zahlreiche einschlägige Studien belegen, dass Zuckergetränke Übergewicht, Fettleibigkeit und Diabetes Typ II fördern. Experten sprechen von einer „Adipositas-Epidemie“ – gerade auch wegen des übermäßigen Zucker-Konsums von jungen Menschen. Kinder und Jugendliche zwischen drei und 17 Jahren trinken durchschnittlich mehr als zwei Gläser zuckerhaltige Getränke pro Tag. Unter den 14- bis 17-Jährigen sind es sogar drei bis vier Gläser. Diesen alarmierenden Fakten zum Trotz lässt der DFB seit rund einem Monat die Gesichter der 24 Nationalspieler auf Cola-Dosen drucken. In 24 Dosen stecken insgesamt 280 Zuckerwürfel (oder 840 Gramm Zucker).

www.dfb-aktion.foodwatch.de

Die Liebe der Briten zu Lagerbier nimmt ab

Das britische Lagerbiersegment scheint sich schwerzutun, seinen Status zu bewahren – es ist einer besonders starken Konkurrenz durch Ale/Bitter ausgesetzt, deren Erfolg durch den Craft-Bier-Boom beflügelt wird. Tatsächlich tranken laut einer Untersuchung der Marktforschungsagentur Mintel im Jahr 2015 49 % der Briten Lagerbier*, während es im Jahr 2014 noch 54 % waren**.

Das geminderte Interesse der Verbraucher an Lager wirkt sich laut der Untersuchung auch auf den Absatz aus, welcher von 3,18 Milliarden Litern im Jahr 2014 auf geschätzte 3,15 Milliarden Liter im Jahr 2015 gesunken ist. Insgesamt hat sich der Absatz von Lagerbier allein in den vergangenen fünf Jahren um 8 % reduziert, von 3,44 Milliarden Litern im Jahr 2010.

Die Liebe der Briten zu Lagerbier schwindet zwar, Ale-Biere blicken jedoch weiterhin hoffnungsvoll in die Zukunft – insbesondere unterstützt durch den Erfolg von Craft-Bier und Sorten wie IPA (Indian Pale Ale). Im Jahr 2015 sollen die Briten 913 Millionen Liter Ale/Bitter getrunken haben; 2014 waren es 895 Millionen Liter. Heute trinkt mehr als ein Viertel (27 %) der Briten Ale und Bitter, während einer von fünf (20 %) angibt, Craft-Bier jeder Sorte zu trinken.

Laut einer Mintel-Untersuchung wirkt sich die Schwächephase von Lager auf die Bierumsätze insgesamt negativ aus. Im Jahr 2015 sollen die Briten 4,25 Milliarden Liter Bier getrunken haben und somit weniger als die 4,27 Milliarden Liter im Jahr 2014. Derweil hat sich das Umsatzwachstum verlangsamt: Die Umsätze sind lediglich geringfügig gestiegen, von 16,61 Milliarden £ im Jahr 2014 auf geschätzte 16,68 Milliarden £ im Jahr 2015. Für das Jahr 2016 sind jedoch Anzeichen für Wachstum zu erkennen und Mintel prognostiziert eine Zunahme des Umsatzwerts auf 18,1 Milliarden £ bis zum Jahr 2020.

Chris Wisson, Senior Drinks Analyst bei Mintel, sagte:
„Obwohl Ales und Bitter ein deutlich kleineres Segment als Lager darstellen, wurden sie in den vergangenen Jahren sehr bekannt, da sie an der Spitze des Trends zu Craft-Bier stehen. Viele Brauer von Craft-Bier haben sich auf Ales spezialisiert; sie brauen Sorten wie Pale Ale, zum Beispiel IPA und Golden Ale, womit sie wiederum der Beliebtheit von hochwertigen Flaschenbieren Auftrieb verleihen. Die hohen Preise, die für viele Craft-Biere verlangt werden, haben den Wert dieser Produkte und ihre Positionierung im Premiumsegment gefördert. Obwohl Lagerbier derzeit mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat, sollte der allgemeine Biermarkt von vermehrten Innovationen im Bereich Craft-Bier sowie von Umsatzsteigerungen durch Veranstaltungen wie den Olympischen Spielen und der UEFA-Fußball-Europameisterschaft 2016 profitieren.“

Außerdem scheint der Kostenfaktor den Bierdurst der Briten zu beeinflussen. Viele Briten lehnen es ab, viel Geld für ein Pint zu zahlen: Ein Fünftel (20 %) der Biertrinker im Vereinigten Königreich gibt an, nicht mehr als 2,99 £ (4€) für ein Pint zahlen zu wollen. Während insgesamt drei von zehn (29 %) Biertrinkern gewillt sind, mehr als 4 £ pro Pint zu zahlen, ist bei Londonern die Bereitschaft größer, tiefer in die Tasche zu greifen. Hier sind 27 % bereit, mehr als 4,50 £ pro Pint zu zahlen. Und obwohl Craft-Bier derzeit weiterhin boomt, sind sogar 44 % der Briten der Ansicht, Craft-Bier sei überteuert.

„Der stetige Preisanstieg im vergangenen Jahrzehnt hat zur Folge, dass Verbraucher es vehement ablehnen, mehr Geld für Bier auszugeben, vor allem, wenn die Hürde von 4 £ und sogar 5 £ fallen soll. Marken, die von Verbrauchern mehr Geld für Bier verlangen, müssen dies deutlich begründen, zum Beispiel mit Produktverpackungen oder Markengläsern sowie mit einem im Vergleich zu billigen Massenbieren eindeutig besseren Geschmack“, fährt Wisson fort.

*In den sechs Monaten bis Oktober 2015.
**In den sechs Monaten bis September 2014.

Christoph Rüffer

Alle Erklärungsversuche laufen ins Leere. 10 Jahre war der Berliner Foodblogger Bernhard Steinmann nicht mehr in Hamburg, und das obwohl die Stadt reichlich interessante Restaurants mit guter Qualität bereit hält. Doch nun ist er hier, gelobt Besserung und besucht das Restaurant Haerlin im Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten an der Binnenalster. Das Hotel zählt zu den besten Hotels der Welt und beherbergt, fast schon selbstverständlich, mit dem Haerlin ein Gourmetrestaurant der Extraklasse.

Küchenchef Christoph Rüffer absolvierte seine Ausbildung im Sheraton Hotel seiner Geburtsstadt Essen. Von den weiteren Stationen möchte ich besonders die Baiersbronner Engagements erwähnen. Rüffer war Demi-Chef de Partie bei Harald Wohlfahrt und Chef de Partie bei Claus-Peter Lumpp. Zwei klassisch ausgerichtete Küchenchefs und doch grundverschieden. Seit 2002 ist er in Hamburg. Eine besondere Auszeichnung hatte der Gault&Millau Restaurantführer im letzten Jahr für ihn bereit: Er erhielt den Titel „Koch des Jahres“. Eine Auszeichnung die vor ihm schon Köchen wie Alfons Schuhbeck, Harald Wohlfahrt oder Klaus Erfort zuteil wurde.

Rüffer bietet zwei Menüs zur Auswahl an. Wir entscheiden uns für die „Aromenbehandlung“.

Der Auftakt:
Amaebi & Schalotte,
Mais & Nussbutter,
Thunfisch & Zitrus.

Bauer Seibolds Karotten
mit Fenchelpollensud & Schildampfer.

Das Menü:
Gänseleber mit Salzpflaume
Shiitake-Pilzen & Fördegarnele.

Jakobsmuschel in zwei Zubereitungen
mit Topinambur, Trüffel & Bratbirne.

Sankt Petersfisch mit grünen Aromen
Dill-Hollandaise & Salzzitrone.

Challans-Entenbrust in Trompetenpilzjus
mit Chicorée frisch/geschmort/geröstet.

Fermentierte & geräucherte Rote Bete
mit karamellisierter weißer Schokolade,
Preiselbeere, Sandelholz & Sauerteig.

Christoph Rüffers Kombinationen sind durchdacht und klug kombiniert. Die einzelnen Teile passen sich entweder harmonisch der Hauptkomponente an oder setzen eigene Reize.
Hat man beim Blick auf die Teller eine ungefähre Vorstellung von dem was einen erwartet, verblüffen beim Verzehr Aromen- Texturenvielfalt.
Die Teller sind nicht überladen, der Zauber liegt im Geschmack.

Die Pâtisserie gehört ebenfalls zur Spitze in der Branche, doch Christian Hümbs macht es den Gästen nicht immer leicht. Seinen Desserts wird Genialität zugeschrieben, doch auch ablehnende Stimmen soll es geben. Wer sein Menü mit pappsüßen Desserts abschließen möchte, ist im Haerlin fehl am Platze.
Hümbs integriert Gemüse in die Desserts, die keine beliebigen Beilagen darstellen, sondern bewusst von der bekannten Dessertaromatik abweichen sollen.

Den vollständigen und bebilderten Bericht gibt es auf
www.bsteinmann-gourmet-unterwegs.de

Warum ist Käse gelb?

Viele Käsesorten sind gelb, obwohl sie aus weißer Milch hergestellt werden. Warum dies so ist, erklärt die Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft (LVBM).

Josef Stemmer, Milch- und Käseexperte der LVBM, zu der Frage:
Wie wird aus weißer Milch gelber Käse?

Ob Käse gelb ist, hängt vom Futter der Kuh ab. Haben die Kühe hauptsächlich frisches Gras gefressen, das viel vom gelben Naturfarbstoff Beta-Carotin enthält, ist dieser auch in der Milch zu finden. Butter und Käse aus der Frühjahrs- und Sommermilch sind daher auch gelber als die gleichen Produkte, die im Spätherbst und Winter hergestellt werden. Daher müsste die Milch eigentlich gelb sein, die Milch ist aber ein besonderer Saft aus Wasser, Eiweiß, Milchzucker, Mineralien, Vitaminen und Fett. Die Fetttröpfchen umschließen das Beta-Carotin, sodass es in der Milch nicht sichtbar ist. Die Lichtreflektion lässt die Milch zusätzlich weiß aussehen. Im Laufe der Käse- und Butterherstellung konzentriert sich das Fett und Beta-Carotin wird frei, was den Produkten den appetitlichen gelben Farbton gibt. Je mehr Gras die Kühe fressen können, je höher der Fettgehalt des Käses ist, desto kräftiger ist der Gelbton. Zusätzlich führt eine längere Reifezeit bei Käse zu einer stärkeren gelblichen Farbe.

Tipp: Nutzen Sie für die Gestaltung von Käsetellern die unterschiedlichen Farbtöne von Frischkäse, Camembert, Edamer und Bergkäse. So ist die Vielfalt auf den ersten Blick zu sehen und die Auswahl verführt zum Probieren.

Ralf Bos' FatPad

Fett killen schon beim Kochen – Speisen können jetzt einfach und
schnell zu 90% von überflüssigem Fett befreit werden – Innovation
vernichtet Kalorien, aber nicht den Geschmack

Jetzt ist ein innovatives Produkt für den Hausgebrauch erhältlich,
mit dem man überflüssiges Fett bei Speisen zu 90 Prozent entfernen
kann.

Das FatPad ist ein intelligentes Vlies, das ungewollte Fette in
kürzester Zeit bindet. Sein Einsatz sorgt für eine wesentlich
kalorienärmere Ernährung, weil das in der Zubereitung bei Speisen
entstehende, jedoch nicht notwendige Oberflächenfett eliminiert wird.
Zudem beeinflusst solches Fett den Geschmack von Speisen negativ.

Der Clou: Obwohl das in mehrjähriger Arbeit entwickelte Vlies das
Fett fast komplett aufsaugt, bleibt der Geschmack der Speisen voll
erhalten. „Das FatPad wird mit großem Erfolg schon von Profiköchen
angewendet. Und weil es einfach und schnell funktioniert, wird sein
Einsatz in wenigen Jahren in deutschen Küchen so selbstverständlich
sein, wie der von Backpapier oder der Küchenrolle“, so Lebensmittel-
und Delikatessen-Experte Ralf Bos, Mitglied des Entwicklungsteams.

Ein Rechenbeispiel: Wenn 200 Gramm Reibekuchenmasse in die dafür
vorgeschriebene Menge heißes Fett gegeben werden, verringert sich das
Gewicht des Reibekuchens durch Abtupfen des wertlosen Fettes mit dem
Spezialvlies um rund 15 Gramm. Obwohl der Reibekuchen genauso gut
schmeckt, weil die Aromen durch das wirklich notwendige Fett gebunden
bleiben, hat er jetzt 137 Kilokalorien (kcal) weniger! Bei einem
Verzehr von drei Reibekuchen werden so über 400 kcal gespart, bei
einer Fleischmahlzeit bis zu 300 kcal.

Wie andere Profiköche auch, verwendet TV-Koch Mike Süsser seit
kurzem das Spezialvlies bei der Zubereitung vieler Speisen. „Mit
diesem speziellen Vlies steht uns ein einfaches Werkzeug zur
Verfügung, mit dem wir das Bewusstsein für eine kalorienreduzierte
Ernährung wecken können. Und die Speisen schmecken so, wie sie
eigentlich sollen“, beschreit Süsser den Nutzen beim Hausgebrauch.
Die Relevanz einer fettreduzierten Ernährung verdeutlicht eine Studie
der Gesellschaft für Konsumforschung: So legen über die Hälfte der
Deutschen Wert auf fettarmes und nährstoffschonendes Kochen.*

Das FatPad ist in der Anwendung günstig, weil es nur wenige Cent
kostet. Das in unterschiedlichen Größen erhältliche Vlies ist
lipophil und hydrophob. Es bindet Fett, stößt Wasser und andere
Flüssigkeiten jedoch ab. Nach dem Kochvorgang wird das FatPad einfach
in die entsprechende Speise gegeben, zum Beispiel in eine Suppe,
Sauce oder einen Fond. Es saugt in Sekundenschnelle das sich an der
Oberfläche absetzende Fett auf.

Bratgut, wie Schnitzel oder Steaks, werden zum Entfetten einfach
auf das Vlies gelegt. Die Bandbreite der Einsatzmöglichkeit ist groß,
denn es spielt keine Rolle, ob es sich um heißes, warmes oder kaltes
Fett handelt. So werden mit dem FatPad in Öl eingelegte Antipasti in
Sekunden vom Oberflächen-Öl befreit, ohne dass man ihnen die
Saftigkeit raubt, wie es mit saugfähigem Papier der Fall wäre. Das
gilt genauso für Bratkartoffeln, Bratwurst, Fischstäbchen, Pommes
Frites oder Reibekuchen – also für jede Speise, die mit Fett
zubereitet wird. Das FatPad wurde vom TÜV u.a. hinsichtlich seiner
Eignung für Lebensmittel geprüft und kann nach Gebrauch einfach im
Hausmüll entsorgt werden.

http://ralfs.net

Gummibärchen Test

Bunte Bärchen sind beliebt bei Groß und Klein. Für den Geschmack sorgen zugesetzte Aromen. Zahlreiche Hersteller loben auf ihren Verpackungen „natürliches Aroma“ aus. Doch das stimmt oft nicht.

Wer mit „natürlichem Aroma“ wirbt, muss die Bestimmungen der EU-Aromenverordnung einhalten. Doch in drei der 20 untersuchten Produkte wiesen die von ÖKO-TEST beauftragten Labore die Aromastoffe Allylhexanoat bzw. Methylcinnamat nach, die nicht den Anforderungen der Verordnung an natürliche Aromen genügen. In fünf weiteren Marken fanden sie „natürliche Aromen“, die den Geschmack von Schwarzen Johannisbeeren nachbilden sollen. Sie wurden jedoch aus Buccoblättern gewonnen, was die Anbieter nicht deklariert hatten, obwohl es vorgeschrieben ist. Ein Hersteller deklariert als Zutat Bio-Aromen, die es laut Lebensmittelkennzeichnungsverordnung nicht gibt.

Insgesamt bekam kein Produkt das Gesamturteil „sehr gut“. Ein „mangelhaft“ erhielt wegen des schlechtesten Ergebnis die teuerste Marke im Test – ein Bio-Produkt.

Das ÖKO-TEST- Magazin Januar 2014 gibt es seit dem 27. Dezember 2013 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.

Kabuki Kaiten Sushi Bar Mr. Hai, Berlin

Mr. Hai gehörte zu den ersten, die Sushi in Berlin angeboten haben. Der Vietnamese machte sich früh am Olivaer Platz selbständig. Bald war sein Laden gerammelt voll mit Russen, die die gute Qualität schätzen und sich auch nicht an den hohen Preisen gestört haben.

Jetzt scheint alles anders zu sein. Wir besuchten an einem Sonntag Mittag diese Kaiten Sushi Bar in Charlottenburg. Gar kein Russe war da. Nach dem wir eintraten passierte minutenlang gar nichts. Dann erbarmte sich die eine der beiden Kellnerinnen, uns einen Platz zu empfehlen („Suchen Sie sich was hinter der Bar“). Sonntag mittags ist Happy Hour, aber es war wenig los. Jetzt kosten die kleinen Teller 3,10 Euro und die größeren Platten 7,50 Euro.

Die Speisen sahen bei unserem Besuch optisch ziemlich alt aus. Speziell die Sachen für 7,50, die offenbar schon sehr lange auf dem Band spazierenfuhren und es auch weiter taten, als wir gingen. Das einzige Nigiri Sushi, das es gab, Lachs, war im Fisch komplett zerrissen, stumpfe Messer dürften Schuld sein. Das typische Schleifgeräusch, was man oft in Sushi Bars hört, wenn das Messer über den Stein fährt, gab es hier nicht. Wir hatten ein gemischtes Sashimi, das aber kein Sashimi war, sondern je zwei dicke Scheiben Fisch.
Japanische Eleganz war nicht zu spüren, dafür aber sich in vietnamesich laut unterhaltende Sushi „Meister“. Es muss eine lustige Unterhaltung gewesen sein, dem lauten Lachen nach.
Auch der Service hat Möglichkeiten der Verbesserung. Wir sassen also hinter der Bar, da kam ein junger Mann zu uns, um an uns vorbei zugehen und drei Plätze weiter sauber zu machen. Wir sassen weiterhin ohen Soja, Wasabi und Gari da. Auf Anfrage war der junge Mann bereit, uns diese Sachen zu bringen.
Es kam dann auch eine der beiden „Miss Sushi“ und brachte uns eine Karte und erklärte das System. Danach waren diese Mädels, denen man anmerkte, sie wären lieber Models oder Shoppen als zu kellnern, nie wieder. Als wir zahlen wollte, stöberte ich die beiden Telefonmäuse im Fenster auf. Eine hat uns dann auch schnell und bereitwillig die Rechnung gemacht. Es ist selten, dass ich gar kein Trinkgeld gebe. Hier war es mal der Fall.

Aber zurück zum Essen. Obwohl die Rollen alle nicht wirklich gut aussahen, schmeckten sie uns. Bis auf eine aussen Frittierte waren alle von gutem Geschmack. Wir wählten jedoch auch nur, was einigermassen gut aussah. Die großen Teller sahen durch die Bank schlecht aus. Da gab es so eine Art Cerviche, alles jedoch in einer Sauce ertrunken. Das haben wir lieber nicht probiert. Auch das ganze gekochte Gemüse sah nicht mehr frisch aus.
Und es war gut, dass wir nicht das Gemüse aßen. Der Sushi Meister nahm vier eingeschweisste Salat-Gurken und legte die auf sein Schneidebrett, wo gerade noch der Fisch lag. Er entfernte die Folie und fing an, die Gurke zu zerteilen. Ich fragte ihn, ob man denn nicht erst die Gurke waschen müsste. Da lachte er und meinte, das machen sie nie!

Fazit: Offenbar ist der Laden nicht mehr so erfolgreich wie Anfang des Jahrtausends. Preis-Leistung passen nicht mehr, der Service ist eher eine Zumutung als ein Service.

www.mrhai.de/

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Weine aus Teneriffa

Wer die kalten Wintermonate auf der Sonneninsel Teneriffa verbringt, sollte die Gelegenheit nutzen, die ausgezeichnete Weine der Insel zu verkosten. Sie wurden schon von Schriftstellern wie Shakespeare oder Sir Walter Scott in ihren Werken lobend erwähnt wurden. Fünf Herkunftsbezeichnungen aus über 100 Weinkellern stehen zur Auswahl. Wahrscheinlich pflanzte der Portugiese Fernando de Castro 1497 den ersten Weinstock auf Teneriffa. Schon kurze Zeit später eroberten die Weine Teneriffas zu Beginn des 16. Jh. Europa.

Mit dem Siegeszug von Madeira und Port ab dem Jahr 1663 verloren die Kanarischen Weine an Attraktivität. Zudem wurde die Ausfuhr durch den Untergang des Hafens von Garachico infolge eines Vulkanausbruchs am 5. Mai 1706 noch weiter erschwert. Erst Ende des 20. Jahrhunderts erlangt der Weinbau auf Teneriffa seinen ursprünglichen Schwung wieder. 1985 entstand die erste Herkunftsbezeichnung der Insel, Tacoronte-Acentejo, was für den Weinsektor eine neue und bedeutende Entwicklungsphase einläutet. Qualität und Vielfalt sind das Motto der Malvasia-, Rot- und Weißweine:

Abona
Die vielen Sonnenstunden bringen im Gebiet Abona besondere Weine hervor, meistens körperreiche Weißweine, doch auch Rotweine und Roséweine werden gekeltert. Rund 20 Weinkellereien bearbeiten 2.000 Hektar. Eine Besonderheit des Gebiets liegt darin, dass einige der Weinberge im Süden Teneriffas in über 1.500 m Höhe liegen und somit die höchstgelegenen Spaniens sind. Abona ist die jüngste der in Teneriffa festgesetzten Herkunftsbezeichnungen.

Tacoronte – Acentejo
Die Herkunftsbezeichnung Tacoronte-Acentejo war die erste der fünf in Teneriffa geschaffenen Bezeichnungen. Ihre Weine sind in der Mehrheit rot, obwohl unter anderem auch Weiß- und Roséweine sowie süße Malvasiere gekeltert werden. Das Gebiet Tacoronte-Acentejo liegt im Norden der Insel, wo ein mildes Klima herrscht. Es gibt ca. 2.500 Hektar Anbaufläche und 40 Weinkellereien

Valle de Güimar
Die halbhohen Hang- und Gipfellagen des Tals von Güimar im Süden der Insel umfassen rd. 1.500 Hektar Weinanbaufläche vor allem der Sorte Listán Blanco. Die Vulkanböden und die vorherrschenden Passatwinde prägen den Charakter des Weins aus dem Tal von Güimar. Außer trockenen, halbtrockenen und im Barrique-Faß gereiften Weißweinen keltern die Kellermeister des Gebiets Roséweine, Rotweine, süße Malvasiere und neuerdings auch Schaumweine

Valle de la Orotava
Die Herkunftsbezeichnung Valle de la Orotava umfasst heute ca. eintausend Hektar Rebfläche in einem Weinanbaugebiet im Norden Teneriffas, das die Wiege des berühmten kanarischen Malvasiers ist. Heute keltern die rund 50 Weinkellereien vor allem junge Weiß-, Rot- und Roséweine. Fachleute sind immer wieder erstaunt über das Pflanzungssystem, bei dem die Triebe in Schnüren von über acht Metern Länge angeordnet sind.

Ycoden – Daute – Isora
Ein großer Teil der eintausend Hektar Anbaufläche für die Herkunftsbezeichung Ycoden-Daute-Isora im Norden Teneriffas ist den Passatwinden ausgesetzt. Dieser Umstand und das Klima der Region machen eine frühe Weinernte im Juni möglich. Ihre Weine sind mehrheitlich junge Weißweine, obwohl auch Rot- und Roséweine, Crianzas und Süßweine gekeltert werden.

www.webtenerife.de

Zum Essen gehen empfehlen wir das 2. Sterne Restaurant M.B. im Süden der Insel, hie runsere Impressionen: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.10151554212023124.1073741838.168996673123&type=1

Bei Speiseeis Kennzeichnung oft mangelhaft

Sommerzeit ist Eiszeit und wie in jedem Jahr laufen im Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) umfangreiche Untersuchungen von Speiseeis aus handwerklicher und industrieller Herstellung. Dabei werden unter anderem Kennzeichnung und Zusammensetzung unter die Lupe genommen. Insgesamt 180 Proben wurden bisher in den LAVES-Instituten in Braunschweig und Oldenburg in verschiedenen Projekten untersucht. Die Kennzeichnung erwies sich dabei oft als unzureichend.

Stark gefärbte Eissorten wie Waldmeister-, Pfefferminz- und Heidelbeereis, aber auch Speiseeis mit Phantasiebezeichungen wie „Blauer Engel“, „Himmelblau“ oder „Schlumpfeis“ wurde auf Vorhandensein und Kennzeichnung von Farbstoffen untersucht. Rund 30 % der 57 Proben aus handwerklicher Herstellung mussten wegen unzureichender Kennzeichnung bemängelt werden. So fehlte z. B. bei sieben Proben aus Eiscafés der gesetzlich vorgeschriebene Warnhinweis „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“, der seit Sommer 2010 bei Lebensmitteln mit bestimmten künstlichen Farbstoffen erforderlich ist. Bei weiteren acht Proben fehlte die Angabe „mit Farbstoff“, obwohl Farbstoffe eingesetzt wurden.

Auch die Bezeichnung „Milcheis“ wird oft unzutreffend verwendet. Von 30 untersuchten Proben wurden sieben Proben (23 %) als irreführend beanstandet, da sie pflanzliche Fette enthielten, bzw. einen zu geringen Milchanteil aufwiesen. Speiseeis, das als „Milcheis“ gekennzeichnet wird, muss mindestens 70 % Milchanteile enthalten. Der Einsatz von pflanzlichen Fetten ist in Milcheis unzulässig.

Marmelade selber kochen

Was wäre ein gutes Frühstück ohne eine leckere Marmelade,, vor allem, wenn sie selbst gemacht ist. Aber welche Sorte ist besonders bekömmlich? Wie wird das frische Obst am besten verarbeitet? Und wann ist die süße Köstlichkeit eine Marmelade, wann eine Konfitüre oder ein Fruchtaufstrich? Diese und andere Fragen beantwortet daheim in Deutschland in der Juni/Juli-Ausgabe. Die Landzeitschrift gibt dabei nicht nur Tipps zum Selbstkochen von Marmelade, sie liefert auch noch ein Rezept zum Ausprobieren mit: für die Sorte Erdbeer-Rhabarber.

Obwohl es in den Supermärkten inzwischen eine reichhaltige Auswahl an Aufstrichen zu kaufen gibt, geht der Trend dahin, Marmelade aus frischem Obst selbst zu kochen oder direkt beim Hersteller um die Ecke zu kaufen. Gerade in ländlichen Regionen und auf Wochenmärkten in Städten sind solche Produkte weit verbreitet. Birgit Mählmann, Öko-Landwirtin aus dem Alten Land bei Hamburg, bestätigt das. „Eines Tages fragte ein Kunde mich, ob ich nicht mal Konfitüre kochen wollte“, erinnert sie sich in der neuen Ausgabe von daheim in Deutschland an den Beginn ihrer Marmeladen-Leidenschaft. Rund drei Dutzend Rezepte hat sie seither entwickelt. Mal heißt die Sorte Sauerkirsch-Schokolade, mal Sanddorn-Apfel, mal Birne-Ingwer, mal Brombeer-Rotwein, mal Pflaume-Walnuss. Damit die Marmelade über das Jahr nicht ausgeht, wird das Obst, das nicht gebraucht wird, eingefroren, bei Bedarf aufgetaut und dann eingekocht. „Das ist eine wunderbare Möglichkeit, die Früchte schonend zu konservieren“, sagt Birgit Mählmann. Auch mit dieser Erfahrung dürfe eine Zutat aber nie fehlen: „Man muss mit ganz viel Liebe kochen.“ Der Erfolg gibt ihr und anderen regionalen Produzenten immer öfter Recht. An einem normalen Vormittag füllt sie etwa 50 Gläser à 150 Gramm, im Jahr kommen so etwa 10.000 Gläser Bio-Marmelade zusammen. Und die Nachfrage steigt weiter. Die Gläser, die Birgit Mählmann auf den Märkten zum Verkauf anbietet, sind selten älter als ein paar Wochen. Und enthalten streng genommen meistens gar keine Marmelade: Laut der Konfitürenverordnung aus dem Jahr 2003 besteht Marmelade aus Zitrusfrüchten. Alles andere ist je nach Fruchtgehalt Konfitüre oder Konfitüre Extra beziehungsweise wie im daheim-Rezept Fruchtaufstrich, für den die Zutaten nicht vorgeschrieben sind.

Die Zeitschrift daheim in Deutschland (Ausgabe Juni/Juli) ist am Kiosk erhältlich.