Olympiade der Köche mit 25.000 Besuchern

Olympiasieg für Singapur – Deutschland belegt Platz 7

Über 25.000 Besucher aus der ganzen Welt kamen zur Gastronomiefachmesse inoga und zur 24. Auflage der IKA/Olympiade der Köche 2016. Der Fachbesucheranteil lag bei 79 Prozent. Der einzigartige Gourmet-Gipfel fand bereits zum fünften Mal in Erfurt statt. Köchinnen, Köche und Patissiers aus 59 Nationen trafen sich zur größten Kochkunstshow der Welt in Erfurt und wetteiferten um Goldmedaillen. In den 18 gläsernen Küchen in der Messehalle 1, die sich für vier Tage in das „Restaurant der Nationen“ verwandelte, kochten 30 Nationalmannschaften, 19 Jugendnationalteams und 19 Teams der Gemeinschaftsverpflegung um den Sieg. 59 Regionalmannschaften, 85 Frucht- und Gemüseschnitzer sowie 802 Einzelaussteller traten im Wettstreit gegeneinander an. Dies war der größte Andrang von Wettbewerbern zur IKA/Olympiade der Köche, den es je gab.

Den Olympiasieg bei den Nationalmannschaften errang das Team aus Singapur, gefolgt von Finnland (Platz 2) und der Schweiz (Platz 3). Deutschland belegte in der Gesamtwertung Platz 7. Den Sieg bei den Jugendnationalmannschaften erkochte Schweden. Zweitplatziert ist die Schweiz. Bronze ging an Norwegen. Die deutsche Jungendnationalmannschaft kam auf Platz 11. Bei den Teams der Gemeinschaftsverpflegung hatte Finnland die Nase vorn und verwies Schweden und Dänemark auf die Plätze zwei und drei. In dieser Kategorie erreichte die deutsche Koch-Nationalmannschaft der Bundeswehr den achten Platz.

Internationale Ausstrahlung Erfurts/ Ergebnisse der Besucherbefragung:
Die Fachmesse inoga gab mit 205 Ausstellern erneut einen umfassenden Branchenüberblick und thematisierte im Fach- und Rahmenprogramm aktuelle Herausforderungen der Gastronomie und Hotellerie. 79 Prozent der Besucher kamen aus beruflichem Interesse.

Das Veranstaltungsdoppel inoga mit IKA/Olympiade der Köche hat sich erneut als deutschlandweiter und internationaler Anziehungspunkt erwiesen. 18 Prozent aller Besucher kamen aus dem Ausland. Die deutschen Besucher kamen aus 15 Bundesländern nach Erfurt. Die stärksten Anteile stellten neben Thüringen (63 %), Sachsen, Sachsen-Anhalt und Hessen mit insgesamt 18 Prozent.

Dirk Ellinger, Hauptgeschäftsführer DEHOGA Thüringen, Erfurt:
„Wir sind sehr froh und stolz wieder Teil der Olympiade der Köche gewesen zu sein. So wird Erfurt als Olympiastadt und Thüringen insgesamt als weltoffen und gastfreundlich in der Welt weiter bekannt. Es sind in diesem Jahr wieder einige Rekorde, sei es bei den Teilnehmern und den Nationen oder den Besuchern, gebrochen worden. Nach der IKA ist vor der IKA und deshalb freue ich mich schon jetzt, falls wir die Köche der Welt von der Organisation und unserer Gastfreundschaft überzeugen konnten und uns in vier Jahren hoffentlich in Erfurt wieder sehen.“

Alle Ergebnisse der 24. IKA/Olympiade der Köche sind zu finden unter
www.olympiade-der-koeche.com

Zehn Souschefs kamen zum Austausch bei Tim Raue in Berlin zusammen

Der elfte CookTank von Sternefresser.de bot erstmals den Souschefs bekannter Spitzenköche eine Bühne: Zehn Chefs aus der zweiten Reihe kamen zum Austausch bei Tim Raue in Berlin zusammen, um gemeinsam zu kochen und über die Rolle des Stellvertreters im Küchengefüge zu diskutieren.

Koch-Legende Paul Bocuse bekannte auf die Frage „Wer kocht eigentlich bei Ihnen, wenn Sie einmal nicht im Restaurant sind“ einst freimütig: „Derselbe, der kocht, wenn ich da bin – mein Souschef.“ Die Stellvertreter von bekannten Sterneköchen wie Harald Wohlfahrt, Kevin Fehling, Hendrik Otto, Daniel Achilles oder Christoph Rüffer standen in der vergangenen Woche selbst im Rampenlicht: Der CookTank von Sternefresser.de machte Station bei Gastgeber Tim Raue in Berlin und versammelte am 30. Mai die interessantesten Chefs aus der zweiten Reihe für einen Tag zwischen Küche und Esstisch. „Wir haben für diese Ausgabe bewusst den Blick auf das Rückgrat der großen Köche gelenkt. Sehr oft wird dem Stellvertreter und der Küchenbrigade keine große Aufmerksamkeit zuteil – Gäste und Journalisten kennen meist nur den Küchenchef. Doch natürlich funktioniert keine gute Küche und kein guter Chef ohne ein eingefleischtes Team im Hintergrund und der Souschef hat dabei eine ganz zentrale Rolle“, erklärt CookTank-Gründer Christian Stromann die Intention der mittlerweile elften Koch- und Denkfabrik des Online-Magazins. Als Partner unterstützten die Lebensmittelprofis der Metro den kulinarischen Austausch mit einem Warenkorb, aus dem die Küchenchefs unter anderem Waller von Pistole, deutsches Salzwiesenlamm, Sepia-Rogen, Beluga Kaviar von Aki sowie japanisches Wagyu-Beef für ihre Gerichte auswählen konnten.

„Ein Souschef ist nicht nur Koch“, bekräftigt auch Daniel Kofahl von der Universität Trier. In einem Kurzvortrag erklärte der Ernährungssoziologe das vielschichtige Sozialgefüge in Küchen sowie den besonderen Kommunikationsauftrag eines Stellvertreters. „Ein Souschef ist Mediator und Filter. Er ist Bindeglied zwischen Küchenchef und Kochbrigade und muss sich deshalb seiner eigenen Kommunikation sehr bewusst sein.“ Dass diese Funktion nicht nur für den Teamerfolg bedeutsam ist, sondern auch für die Esskultur im Allgemeinen, zeigte sich in der anschließenden Diskussion zwischen den anwesenden Souschefs und der Presse. Wie unterschiedlich das Thema „Der Star á part“ kulinarisch interpretiert werden konnte, zeigten die Köche mit ihren Gerichten. So wählte Andreas Caminadas Souschef Marcel Skibba aus dem dreifach besternten Schloss Schauenstein in der Schweiz Waller als Hauptakteur und servierte dessen Leber mit einem intensiven BBQ-Aufguss sowie die Loins und gegrillten Bauch auf den obligatorischen Beitellern á part. Torsten Michel, seit neun Jahren die rechte Hand von Harald Wohlfahrt, ließ sich vom „Nose-to-tail“-Gedanken leiten: In seinem Sechserlei vom Salzwiesenlamm servierte der Souschef der Schwarzwaldstube unter anderem Lammfuß-Croustillant mit Gartengurke, Lammhirn in Limonen-Ingwer-Bouillon und Milchlamm Königlicher Art mit Innereienragout. Reihum kochte jeder der Teilnehmer rund 25 Kostproben, um sich dem Feedback der Kochkollegen und geladenen Fachmedienvertretern zu stellen.

Durch die Vergabe von zwei Wildcards bekommen regelmäßig auch Nachwuchstalente die Möglichkeit, am CookTank teilzunehmen. Der erst 20-jährige Clemens Grabmer aus der Waldschänke im oberösterreichischen Grieskirchen setzte sich aus 26 Bewerbern durch. Der junge Küchenchef nutzte seine Chance auf den Austausch mit den erfahrenen Kochkollegen und machte mit seiner Interpretation vom „G’surten Schweinebauch mit Hopfenspargel, Mehlknödel, Brot-Sponge und selbstgemachten Lardo“ auf sich aufmerksam. „Es ist schon sehr spannend zu sehen, wie viele eher unbekannte Köche durch die letzten CookTanks hervorgekommen sind und die Plattform genutzt haben, um sich und ihre Küche zu präsentieren“, ergänzt Tim Raues Küchenchef Christian Singer. Der diesmalige CookTank-Gastgeber arbeitet seit mehr als fünf Jahren im Restaurant des umtriebigen Berliner Spitzenkochs und kann sich vorerst keinen besseren Arbeitsplatz vorstellen. „Als Nummer zwei im Küchenkader muss man sich nicht verstecken. Die meisten Souschefs sind voll in das Geschehen ihrer Küchen eingebunden – oft sogar komplett dafür verantwortlich“, erklärt der Stellvertreter des Zwei-Sterne-Kochs.

Das Resümee der Tages zog Kai Röger, Chefredakteur vom Tagesspiegel Genussmagazin: „Der CookTank hat gezeigt, dass trotz Nachwuchsmangel an der Basis viele Spitzenküchen wirklich gut aufgestellt sind. Noch arbeiten die Souschefs zwar im Schatten, aber sie sind Dreh- und Angelpunkt in der Küche und stehen ihren Küchenchefs handwerklich kaum nach. Das Wissen ihrer Chefs scheint bei ihnen in guten Händen und wenn die Zeit gekommen ist, kann man gespannt sein, wie sie daraus ihren eigenen Stil entwickeln. Wissen ist schließlich auch bei Köchen kein Vermächtnis, sondern ein Auftrag, weiter zu denken.“

Der elfte CookTank von Sternefresser.de fand am 30. Mai im zweifach besternten Restaurant Tim Raue in Berlin statt. Die Stellvertreterrunde bestand aus Marcel Skibba vom Schloss Schauenstein (3*) in der Schweiz, Torsten Michel aus der Schwarzwaldstube (3*) der Traube Tonbach in Baiersbronn, Jan-Philipp Berner vom Sylter Söl’ring Hof (2*) sowie den beiden Hamburger Souschefs Tobias Günther aus dem Haerlin (2*) und Dennis Ilies vom The Table (3*). Aus der Hauptstadt waren Julius Nowak vom Reinstoff (2*), Christian Singer vom Restaurant Tim Raue (2*) sowie Lukas Bachl und Thomas Lade aus dem Lorenz Adlon Esszimmer (2*) mit von der Partie. Als Wildcard-Gewinner nahmen Clemens Grabner aus der Waldschänke in Grieskirchen, Österreich, und Andre Schwuchow aus dem Berliner Fischers Fritz (2*) am kulinarischen Austausch teil.

Lei Garden, Wan Chai, Hong Kong

Jetzt fühlen wir uns schon wie kleine Juliens, 3 Sterne in Fernost in drei Tagen! Wohlwissend, dass der große Julien drei Sterne am halben Tag verspeist, also sechs am Tag und so etwas eine Woche durchhält.

Die ersten beiden Sterne, die wir in Hong Kong aßen, konnten unser Herz nicht wirklich erreichen. Eher leidete mein Portmonnaie. Da aber China Restaurants in der Regel günstig sind, war es nicht so schlimm. Wir testeten vorher den Jardin de Jade, ein Shanghaier Fresstempel http://www.gourmet-report.de/artikel/346032/Jardin-de-Jade/ und gestern den Kantonesen Fook Lam Moon http://www.gourmet-report.de/artikel/346034/Fook-Lam-Moon-Wan-Chai-Hong-Kong/ .

Lei Garden: www.leigarden.hk/eng/cuisine/

Heute nun war Lei Garden dran. Lei Garden ist eine Kette, die der Taiwanese Chan Shu Kit gegründet hat. Von den 10 Lei Gardens in Hong Kong haben alleine sechs einen Michelin Stern. Insgesamt 21 Restaurants existieren in Hong Kong, Macao, China und Singapur.
Im Lei Garden in der IFC Mall waren wir vor zwei Jahren schon recht angetan. Diesmal nun Dim Sum in Wan Chai.
Wir kamen ohne Reservierung und bekamen gerade noch einen Platz. Eine richtige Karte gibt es Mittags wohl nicht, sondern nur einen Bestellzettel mit Dim Sum. Wir wählten aus jeder Kategorie etwas, um einen guten Querschnitt zu bekommen. Das stellte sich als sehr gute Idee raus.

Alle Dim Sums waren von vorzüglicher Qualität und gutem Geschmack. Endlich schmeckten wir den Stern auch mal. So eine Qualität gibt es nicht alle Tage.

Zu zweit bezahlten wir keine 30 Euro und waren glücklich!

Sehen Sie unsere Fotos wie immer auf Facebook:
https://www.facebook.com/media/set/?set=a.10152739747733124.1073741921.168996673123&type=3

Jardin de Jade

Gerade von einer drei Wochen Tour aus Singapur und Taiwan kommend (Berichte folgen), besuchen wir auf dem Weg nach Hause Hong Kong. Da wir im Dim Sum Laden „Fook Lam Moon“ – ein Stern – keinen Tisch bekommen haben, gehen wir in das ebenfalls Ein-Sterne-Restaurant Jadegarten (Jardin de Jade), ebenfalls in Wan Chai.

Das Jardin de Jade ist ein riesiges Restaurant im Keller eines Shopping Centers mit ca. 150 Plätzen. Der freundliche Kellner erklärt uns, das sich in Rotchina weitere 22 Filialen befinden.
Die Restaurantkette ist auf Zhejianger und Shanghaier Küche spezialisiert. Da ich in Zhejiang in der Regel lieber kantonesich und in Shanghai oft japanisch oder taiwanesich esse, war ich recht gespannt. Bisher empfand ich die Küche der Region als sehr schwer und fettig. Aber vielleicht ist es ja in Hong Kong anders, da es hier so viel hochwertige Konkurrenz gibt.

Das Restaurant ist leicht gehoben chinesisch eingerichtet, der Kellner sehr nett und gut englisch sprechend. Ein riesiger Weinkühlschrank trennte die Gasträume. Im Weinkühlschrank sah es extrem unaufgeräumt aus. Allmögliches wurde da gekühlt.

Wir tranken den chilenischen Hauswein (ca. 6 Euro/Glas), den einzigen Offenen.
Wir starteten mit dem geschmorten Schweinefleisch und Tofuhaut. Ein schmackhafter Start in einer schweren dunklen Sauce. Aber auch nichts, was einen vom Hocker haute.
Gleichzeitig kam die halbe Ente, die in Jasmin Tee geräuchert wurde. Zur Ente gibt es „Brötchen“, in die man die Entenstücke packt und dann thailändische, süsse Chilisauce draufstreicht (so etwas: www.bosfood.de/shop-detail/kategorie/asia-ethno-food/subkategorie/asiatische-saucen/produkt/chili-sauce-suess-yeos-300-ml.html ).
Die Ente war teilweise knusprig und insgesamt perfekt auf den Punkt gegart. Auch ein leckeres Gericht. Das „Brötchen“ trocken, aber mit der süssen Chilisauce schmackhaft. Sterneküche? Da gab es bei 1000en unserer Leser bessere Ente zu den Festtagen!

Als nächstes kamen die sehr teuren Gemüse: Spargel und geschmortes Gemüse mit Matsutaken Pilzen. Das geschmorte Gemüse war Spinat, der mich an den Kindergarten erinnerte und der daran Schuld war, dass ich jahrelang keinen Spinat mehr aß! Die wenigen Matsutake Pilzstücke waren äußerst langweilig. Dabei kostet das Kilo dieses seltenen Wildpilzes aus Japan bis zu 2000 Euro! Wir haben den Spinat fast komplett stehengelassen und die Hälfte der Pilze.
Der grüne Spargel in Pfeffersauce war okay, aber auch nichts, für das man einen Umweg machen würde.

Als nächstes kamen – auf besondere Empfehlung des Kellners – Shanghaier Dim Sums. Nun waren wir dreimal kurz vorher im Din Tai Fung in Taipeh (siehe unsere alten Fotos: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.10151483674433124.1073741834.168996673123&type=3 ), den für mich besten Spezialisten für Dumplings. Die Shanghaier waren dann auch ein Reinfall. Weder der Teig war lecker, noch die Brühe und noch weniger das Schweinefleisch. Sehr schade.
Zusammen mit einem Jasmintee und den beiden Gläsern Wein zahlten wir ca. 95 Euro.

Fazit: Lohnt sich nicht, extra dahin zugehen. Sicher ein ordentlicher Chinese, aber Michelin Niveau sah ich da nicht. Vielleicht haben wir auch nur die falschen Gerichte bestellt? Oder war der Küchenchef nicht da? Auch etwas teuer für die Qualität in Hongkong.

www.openrice.com/en/hongkong/restaurant/wan-chai-jardin-de-jade/47071

Unsere Fotos vom Besuch:
https://www.facebook.com/media/set/?set=a.10152719327498124.1073741919.168996673123&type=3

Tag 2 besuchten wir das Fook Lam Moon: http://www.gourmet-report.de/artikel/346034/Fook-Lam-Moon-Wan-Chai-Hong-Kong/

Benjamin Parth

Benjamin Parth zählt erneut zu Top-20-Köchen Österreichs

Mitte September kamen Benjamin Parth und 19 weitere der besten Köche Österreichs im Hotel Zur Tenne in Kitzbühel zusammen. Sie folgten damit einer Einladung des deutschen Busche Verlags, der in der Gamsstadt zum nunmehr dritten Mal die Veranstaltung „Schlemmer Atlas Top 20 Köche Österreich“ ausrichtete.

„Rien ne va plus“ hieß es am Montagabend im Hotel Zur Tenne in Kitzbühel. Dorthin hatte der Busche Verlag zur dritten Auflage des Branchentreffs „Schlemmer Atlas Top 20 Köche Österreich“ geladen. Mit dabei war wie schon in den vergangenen Jahren Benjamin Parth, der Ischgler Spitzenkoch reihte sich als Jüngster unter der Kochelite des Landes ein. Der 26-Jährige wurde im Rahmen der Feierlichkeiten ebenso geehrt wie andere bekannte Kollegen, darunter Martin Sieberer, Simon Taxacher oder die Brüder Karl und Rudolf Obauer.

Das Treffen der heimischen Top-Köche diente einmal mehr als Plattform für Erfahrungsaustausch und als gemütliches Beisammensein. In lockerer Atmosphäre wurde geplaudert, viel philosophiert – und schließlich auch gespielt. Denn der veranstaltenden Busche Verlag bot den Besten der Besten der Kochszene diesmal die Möglichkeit, sich beim Black Jack und Roulette zu versuchen – ohne dass jedoch echtes Geld eingesetzt werden musste. Das minderte jedoch nicht den Ehrgeiz der Teilnehmer, Benjamin Parth und Co. fieberten eifrig mit, auf welcher Zahl denn nun die Kugel des Croupiers landen würde.

„Rien ne va plus“ war zwar quasi ein Motto des Abends, gilt für Benjamin Parth allerdings garantiert nicht. Der Paznauner Küchenchef vom Restaurant Stüva, das derzeit umgebaut wird und sich ab Dezember in neuem Gewand präsentiert, hat noch jede Menge Entwicklungspotenzial und viele spannende Jahre in der Küche vor sich. Der Schlemmer Atlas bewertete ihn mit drei von fünf möglichen Kochlöffeln – für Parth Motivation genug, sich ständig zu verbessern: „Es ist eine große Ehre für mich, dass ich vom Schlemmer Atlas erneut unter die besten 20 Köche Österreichs gewählt wurde. Das bestätigt zum einen meinen eingeschlagenen Weg und ist zum anderen ein großer Ansporn, mich stetig weiterzuentwickeln. Drei Kochlöffel sind ok, doch natürlich will ich auch hier, ebenso wie bei den Hauben, weiter zulegen. Ich freue mich jetzt schon auf die nahende Wintersaison, für die ich mir wieder einiges überlegt habe.“

Das Gourmetrestaurant Stüva ist die Heimat von Haubenkoch Benjamin Parth. Das Restaurant genießt einen ausgezeichneten Ruf und hat sich in den vergangenen Jahren vom Geheimtipp zu einem der Top-Haubenrestaurants Tirols entwickelt. Feinschmecker erwartet im Stüva eine raffinierte 2-Hauben-Küche. Benjamin Parth verbindet hier Internationalität und Weltoffenheit mit seinen Tiroler Wurzeln und verpackt diese in seinen puristischen, reduzierten Kreationen.

Das Restaurant Stüva ist seit Anfang September auf Saisonpause und öffnet Anfang Dezember 2014 wieder seine Pforten.

www.yscla.at

Kochen mit Martina und Moritz

Lieblingsgerichte aus der Ruhrpottküche

Das Ruhrgebiet ist ja ein wahrer Schmelztiegel, denn hier begann die Industrialisierung, es gab Arbeit und deshalb zogen die Menschen dorthin. Und sie haben natürlich auch ihre Essgewohnheiten mitgebracht. So ist im Laufe der Zeit eine geradezu international geprägte Küche entstanden. Nach der Currywurst mit Pommes Schranke ist heute längst der Döner heimisch. Klassiker der Ruhrpottküche geworden sind aber vor allem Gerichte, für die der hart malochende Bergmann die Zutaten in seinem oft nur handtuchgroßen Garten selbst hochzog: Möhren, Kraut und Zwiebeln. Täubchen kamen aus dem Taubenschlag auf dem Dachboden, Kaninchen hielt man hinterm Haus, wo auch die Bergmannskuh, die Ziege wohnte. Die WDR-Fernsehköche Martina und Moritz haben im Ruhrgebiet in die Töpfe geschaut: Sie servieren ein köstliches Schweinepfeffer, dazu Möhren-Kartoffelstampf – aus dessen Rest pfiffige Plinsen entstehen mit dem unergründlichen Namen Stemmelkort. Moritz hat sich in die Knifte verliebt, natürlich mit Kartoffelsalat. Und zum Dessert gibt es einen süßen Bettelmann.

Redaktion: Klaus Brock

Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhofer im WDR Fernsehen, Samstag, 15. Februar 2014, 17.20 – 17.50 Uhr in HD: Lieblingsgerichte aus der Ruhrpottküche

www.martinaundmoritz.wdr.de
www.apfelgut.de

Bastian Scheulen

Abtshof Restaurant, Mönchengladbach: Vor allem mit frischen Zutaten will Küchenchef Bastian Scheulen die Gäste überzeugen – Convinience Produkte sind tabu

Die Handwerker gingen, die Gäste kamen: Pünktlich zur feierlichen Wiedereröffnung ist das Restaurant Abtshof nach monatelangem Umbau fertig geworden. Rund 1,5 Millionen Euro wurden investiert, viel Geld floss dabei in die Technik: So verfügt das Restaurant über eine High-End-Küche mit modernstem Equipment. Eines der Highlights ist ein 800 Grad Ofen aus den USA. „Davon gibt es derzeit nur eine Handvoll in ganz Deutschland“, erzählt Gastro-Manager Peter Jost stolz Gourmet Report. „In dem Ofen wird das Fleisch nur kurz angegrillt, diese Zubereitungsart ist das Gegenstück zum Niedrigtemperaturgaren.“ Da wundert es nicht, dass Fleischgerichte einen der Schwerpunkte im gastronomischen Angebot bilden.

Neben Gastro-Manager Peter Jost gehören vor allem Carolin Schiffer als Geschäftsführerin sowie Gesellschafter Jürgen Schiffer zum Führungsteam des Abtshof.

Das Konzept des Restaurants Classic & Trends des Hotel Elisenhof wurde auf den Abtshof übertragen. Auch hier gelingt der kulinarische Spagat aus traditioneller Bodenständigkeit und modern interpretierter Küche. Kreiert werden kulinarische Highlights, die ihre Wurzeln in der Heimat oder in der traditionellen Küche haben, um diese mit modernen Einflüssen zu verbinden.

Vor allem mit frischen Zutaten will Küchenchef Bastian Scheulen die Gäste überzeugen: So wird das Brot frisch gebacken. Convinience, also fertig vorbereitete Speisen, sind tabu. Zwischen 11 und 18 Uhr gibt es eine kleine „schnelle“ Speisekarte, abends kann der Gast aus der kompletten Vielfalt wählen. Weitere Besonderheit: Das Restaurant Abtshof verfügt über einen sogenannten „Cheftable-Room“ für private Essen. „Acht bis vierzehn Personen finden hier Platz und können durch eine Glaswand den Köchen bei der Arbeit zuschauen“, berichtet Jost. Das sogenannte „Refugium“ verfügt außerdem über einen eigenen Lounge-Bereich im Freien.

Die Innenausstattung des neuen Restaurants ist klar und modern. Ein Echtholzparkett sowie warme Farbtöne sorgen für eine angenehme Atmosphäre. Hingucker ist die Farbzonen-Gestaltung des Restaurants: Mit Licht in verschiedenen Farbtönen werden ganz unterschiedliche Stimmungen erzeugt. Vom Restaurant mit 160 Plätzen kann man durch eine Glasscheibe in die Reithalle schauen. Weitere Blickfänge sind ein riesiger Weinklimaschrank, der komplett aus Glas ist, ein Wasserdampf-Kamin über der Theke, ein Gas-Kamin im Lounge-Bereich sowie ein Fleischreife-Schrank für die hochwertigen Fleischprodukte. Sehr schön ist auch das Kaminzimmer am Eingang, in dem an die wechselvolle Geschichte des Abtshofs erinnert wird. Eine großzügige Terrasse mit rund 140 Außenplätzen rundet das Angebot ab.

Dass sich das neue Restaurant auch hervorragend als Event-Location eignet, konnten Besucher bereits am Wochenende erleben. Rund 250 geladene Gäste kamen zum Grand Opening und genossen kulinarische Leckereien aus der Abtshof-Küche. Diese ist übrigens nicht nur den Köchen vorbehalten: „Künftig wollen wir hier auch Kochkurse anbieten“, verspricht Jost. Der Andrang am Tag der offenen Tür zeigte jedenfalls, dass die Mönchengladbacher anscheinend genau auf dieses Restaurant gewartet haben.

Abtshof Restaurant – www.der-abtshof.de

Öffnungszeiten:
12 Uhr bis 23 Uhr –
Montags Ruhetag

Wie ehrlich ist die Welt?

Readers Digest Journalisten „verloren“ in vielen Weltstädten jeweils 12 Portemonnaies. In Helsinki kamen 11 zurück, Indien 9, Moskau 7, Berlin 6, Prag 3, Madrid 2 und in Lissabon nur eins (zurückgegeben von holländischen Touristen)
Mit einem Test in 16 Großstädten enthüllt Reader’s Digest, wo auf der Welt Ehrlichkeit am meisten regiert – Helsinki ist spitze, Lissabon bildet das Schlusslicht

Reader’s Digest, eine der meistgelesenen Zeitschriften der Welt, hat einen „Ehrlichkeits-Test“in 16 Großstädten auf vier Kontinenten durchgeführt. Mit jeweils zwölf „verlorenen“ Portemonnaies pro Metropole stellte Reader’s Digest Hunderte von Menschen auf die Probe, um herauszufinden, wie ehrlich sie waren und ob sie die Geldbeutel zurückgeben würden.

Von Reader’s Digest ausgesandte Reporter ließen in Metropolen in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien 192 Portemonnaies liegen. Jeder Geldbeutel enthielt eine Telefonnummer, ein Familienfoto, Rabattmarken, Visitenkarten sowie einen der Landeswährung entsprechenden Betrag in Höhe von 40 Euro. Die Reader’s‑Digest‑Tester ließen die Portemonnaies in Parks, in der Nähe von Einkaufszentren oder auf dem Bürgersteig liegen und beobachteten, was passieren würde. Dabei kamen sie zu erstaunlichen Erkenntnissen.

Von den 192 verlorenen Portemonnaies wurden 90 (47 Prozent) zurückgegeben. Dabei stellten die Feldforscher von Reader’s Digest verblüffende Gemeinsamkeiten fest:

Alter ist kein Indikator dafür, ob eine Person ehrlich oder unehrlich ist. In allen 16 Städten deckten ehrliche und unehrliche Finder das gesamte Altersspektrum ab.
Weiblich oder männlich – auch hieraus lässt sich kein Rückschluss auf die Ehrlichkeit ziehen, obwohl es zwei Städte gab, in denen sich Frauen auf jeweils ganz gegensätzliche Weise hervortaten: Im polnischen Warschau waren es ausschließlich Frauen, welche die Geldbeutel behielten, wohingegen im slowenischen Ljubljana fünf der sechs zurückgegebenen Portemonnaies von Frauen gefunden wurden.
Relativer Wohlstand scheint kein Garant für Ehrlichkeit zu sein. Im indischen Mumbai wurden neun, in Moskau sieben von zwölf Brieftaschen zurückgegeben, aber im vergleichsweise wohlhabenden Zürich kehrten nur vier Geldbeutel in die Hände der Reporter zurück.

Für Experten wie Peter Graeff, Professor für Soziologie an der Universität Kiel, bestätigt der Test frühere wissenschaftliche Untersuchungen. „Aus der Forschung wissen wir: Südeuropäische Länder haben ein relativ geringes soziales Vertrauen. 80 bis 90 Prozent der Bevölkerung in Portugal würden einem Fremden auf der Straße eher nicht trauen“, sagt Graeff in der Oktober-Ausgabe von Reader’s Digest Deutschland mit Blick auf die schlechten Werte von Lissabon oder Madrid. Es gebe „ein klares Nord-Süd-Gefälle, was das Vertrauen in den Mitmenschen betrifft“. Länder in Mitteleuropa wie Großbritannien und Deutschland würden eher im Mittelfeld liegen. Die Testergebnisse bestätigen das. In Berlin wurden sechs von zwölf Geldbörsen samt Inhalt wieder abgegeben, in London waren es fünf von zwölf.

„Es hat uns wirklich begeistert, dass es so viele ehrliche Menschen auf der Welt gibt“, sagt Raimo Moysa, Chefredakteur von Reader’s Digest International Magazines. „Und am meisten beeindruckte uns, dass Ehrlichkeit ein Wert ist, der gleichermaßen von jungen und alten Menschen, Männern und Frauen, Armen und Reichen und zudem in höchst unterschiedlichen Kulturen hochgehalten wird.“

Die Städte, in denen Portemonnaies platziert wurden, waren New York City (USA), Amsterdam (Niederlande), Berlin (Deutschland), Bukarest (Rumänien), Budapest (Ungarn); Helsinki (Finnland), Lissabon (Portugal), Ljubljana (Slowenien), London, (Großbritannien), Madrid (Spanien), Moskau (Russland), Mumbai (Indien), Prag (Tschechien), Rio de Janeiro (Brasilien), Warschau (Polen) und Zürich (Schweiz).

Der international durchgeführte Feldversuch „verlorene Portemonnaies“, auch nachzulesen im Internet unter www.readersdigest.de bzw. in der Oktober-Ausgabe 2013, führt die 16 Städte entsprechend der Anzahl der zurückgegebenen Portemonnaies in einer „Ehrlichkeitsrangliste“ auf. Diese Liste ordnet jede Stadt einer Kategorie zu. Diese reichen von der lobenswertesten („Die Heiligen“, der nur Helsinki, Finnland, angehört) bis zur letzten, der „Schämt Euch!“ überschriebenen Gruppe. Hier einige Ergebnisse:

„Die Heiligen“ – Helsinki (11 von 12 Portemonnaies zurückgegeben): „Finnen sind von Natur aus ehrlich, das ist ein nationaler Charakterzug“, meint der 27‑jährige Wirtschaftsstudent Lasse Luomakoski. Er hatte das verlorene Portemonnaie in der Fußgängerzone Mikonkatu im Zentrum Helsinkis gefunden. „Wir leben in einer relativ kleinen, unaufgeregten und eng verwobenen Gemeinschaft. Bei uns gibt es kaum Korruption, nicht einmal über eine rote Ampel würde ein Finne fahren“, so der Student.

„Gutes Wertesystem“ – Mumbai (neun zurückgegebene Brieftaschen), Budapest und New York (acht Geldbeutel): Die Einwohner von Mumbai belegten in unserem Feldversuch den zweiten Platz, sie gaben neun der Portemonnaies zurück. Vaishali Mhaskar, zweifache Mutter und Briefmarkenverkäuferin, gab einen Geldbeutel zurück, der in Mumbais Hauptpostamt platziert worden war. „Ich bringe meinen Kindern bei, ehrlich zu sein, genau wie meine Eltern es mir beigebracht haben“, erklärt sie.

„Einigermaßen ehrlich“ – Amsterdam und Moskau (sieben zurückgegebene Portemonnaies), Berlin und Ljubljana (sechs P.) sowie London und Warschau (fünf P.): Ein Mann Anfang 50 findet in einem Parkhaus in der Nähe des Filmtheaters Siska in Ljubljana ein Portemonnaie. Einen Augenblick lang hatten die Reporter von Reader’s Digest Hoffnung – der Mann tätigte mit seinem Handy einige Anrufe, doch dann legte er auf, steckte den Geldbeutel ein, stieg in sein schickes, teures Auto und fuhr davon.

„Schämt Euch!“ – Prag (drei P.), Madrid (zwei P.) und Lissabon (ein P.): Ein Straßenbahnführer, Anfang 50, erkennbar am dunkelblauen Anzug mit dem Logo der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) am Ärmel, fand eines der Portemonnaies in der Nähe einer Tramhaltestelle im Zentrum der Stadt. Nach einer gründlichen Inspektion des Inhalts steckte er die Brieftasche ein. Bei den Reportern hat er sich nie gemeldet – obwohl die VBZ das Fundbüro für sämtliche verlorenen Dinge der Stadt Zürich verwalten und Fahrgästen anbieten, Fundsachen dem Fahrpersonal zu übergeben.

www.readersdigest.de/ehrlichkeitstest

The Ledbury

Lunch in London

Eine der besten Sachen in London ist der relativ günstige Lunch in Toprestaurants. Wir besuchten das LEDBURY des sympathischen Brett Graham.

Das Ledbury liegt in der Ledbury Road im Bezirk Notting Hill. Der sieht immer noch genauso aus wie in dem gleichnamigen Film mit Julia Roberts und Hugh Grant.
Das Ledbury liegt an einer Ecke und ist ein recht klassisches Fine Dining Restaurant. Derzeit redet die halbe kulinarische Welt von diesem Restaurant, dass auf Platz 13 der 50best Restaurants der Welt in 2013 ist. Michelin gab zwei Sterne. In London ist nur das DINER by Heston Blumenthal ( ) von Ashley Palmer-Watts auf Platz 7 – aber nur 1 Stern – höher bewertet.
Obwohl es so normal aussieht, ist es besonderer Ort. Der Inhaber und Küchenchef Brett Graham machte es dazu. Der sympathische Australier fing mit 15 Jahren in einem normalen Fischrestaurant in Newcastle, Australien zu arbeiten an. Später zog er nach Sidney wo er bei Liam Tomlin in der „Banc“ arbeitete. Er hat DEN australischen Küchenpreis gewonnen, den „Josephine Pignolet Award“. Dadurch bekam er ein Praktikum in Großbritanien, wo er hängenblieb. Er arbeitet im THE SQUARE bei Philip Howard. 2002 wurde Brett „Young Chef of the Year“. Im Elite Traveller ist das Ledbury aktuell auf Platz 10 (http://www.elitetraveler.com/category/top-100-restaurants-in-the-world/ – Heinz Beck auf 5, Sven Elverfeld auf Platz 6). Im Tripadvisor steht das Ledbury nach dem Petrus auf Platz 2 in London. Auch der Endverbraucher schwört aufs Ledbury.

2005 eröffnete Graham mit Partnern THE LEDBURY. Sein Sous Chef war und ist der Australier Greg Austin. Die Anfangsjahre waren schwer. An manchen Tagen kam niemand zum Lunch. Aber die Qualität der Küche sprach sich rum. Die erste begeisterte Kritik von Terry Durack in 2005 in der wichtigen Tageszeitung „The Independent on Sunday“ half. Viele weitere gute Kritiken folgten in den Jahren.

Brett Graham ist bescheiden geblieben, ausser Arbeit kennt er nicht viel. Er hat 7 Tage geöffnet nur am Montag Mittag hat er geschlossen. Er steht immer selber in seiner heissen Küche, die im Keller untergebracht ist. Mit den Gästen kamen die Sterne. Man glaubt ihm, dass er nicht auf die Sterne arbeitete, sondern einfach seine Küche immer mehr verfeinerte und immer mehr Konstanz einhauchte. Er ist der australische Sunnyboy. Auch mit 2 Sternen an der Brust.

Privat hat Graham seine Liebe auch in London gefunden. Nach einem Dinner ist seine jetzige Frau, eine Londonerin, nicht mehr von seiner Seite gewichen. Auch der Sous Chef heiratete eine Britin.
Besonders interessant ist Grahams Küche im Herbst zur Jagdzeit. Er jagt selber. Sein erster, selbst geschossener Hirsch hängt ausgestopft über dem Küchen Eingang.

Wenn anfangs kaum Gäste kamen, so ist es heute für Gäste schwer, einen Tisch im THE LEDBURY zu bekommen. Sehr schwer. Am Monatsersten werden die Tische für den übernächsten Monat vergeben. Teilweise stehen bis zu 150 Leute am Tag auf der Warteliste!

Wir hatten nur um 12.30 Uhr einen Tisch bekommen. Recht früh, aber wir hatten kaum gefrühstückt, da hatten wir auch um 12.30 Uhr Hunger. Der Dining Room ist recht traditionell. Nicht groß. Übersichtlich. Hell. Große Fenster. Bequem. Der Service ist sehr gut. Kein Dressing Code. Trotzdem waren alle Gäste anständig angezogen.

Wir entschieden uns für das LunchMenü. 3 Gänge für 35 Pfund. Dazu hatte ich ein Glas Pinot Blanc (7 Pfund) und Madame einen Pauillac für 28 Pfund. Es gab ein Ameuse Bouche vom Tintenfisch. Dann wurden sehr gute Brötchen gereicht, die immer warm waren. Nachdem ich lange schon kein anständiges Brot hatte, liebte ich diese Brötchen im Ledbury und aß im Verlauf des Lunches 4 Stück, immer waren sie warm!
Die erste Überraschung: Wasser – auch mit Kohlensäure – gab es gratis. Unfassbar!

Der Start war fulminant. Junior hatte Heritage Tomaten, ein wahrhaft sensationeller Gang. Madame und ich hatten Wachteln, die sehr gut waren.
Als Zwischengang spendiert Brett Graham uns eine sensationelle Makrele.

Madame und Junior hatten Short Ribs vom Ruby Red, einen North Devon Rind, Sous Vide gegart, mit gebackenen Knollensellerie und Pilzen, sowie Sommertrüffeln. Ich hatte eine perfekte Dorade mit schönen Gemüsen.

Zum reinknien sind Grahams Deserts: Ein Pre-Desert mit Baiser war genial. Leckerst war das Mille Feuille mit Erdbeeren. Super!

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Inklusiven Trinkgeld zahlten wir 157,50 Pfund. Wir empfanden das als sehr günstig für das, was wir bekommen haben.

Andere empfehlenswerte Restaurants in London:
Dinner by Heston Blumenthal: www.gourmet-report.de/artikel/344476/London-preiswert-fuer-Feinschmecker/
Fisch und Chips im Andaz Liverpool Street: www.gourmet-report.de/artikel/344127/Fish-Chips.html
Plum Valley – Leckerer Chinese mit durchgehender Dim Sum Küche, also auch abends im Chinatown, günstig: http://www.facebook.com/media/set/?set=a.10151588901558124.1073741844.168996673123&type=3

Schottland Gourmet Tour 2013

Wir besuchten Schottland. Eine kühle, karge Schönheit, die mit interessanter Küche auftrumpft, aber mit wenig Service.
Verblüffung. Die nette Dame quatscht uns am Costa Kaffeeautomaten an der Tanke im schottischen Hochland an. Sie sei ja so froh für uns, dass wir so schönes Wetter haben. Seit Jahren war es nicht mehr so schön. Ich war sichtlich verblüfft. Es war 8°C und teilweise bewölkt und etwas windig. Ich fragte nach: Nein, der Sommer sei heiß und stickig-schwül mit Millionen Mücken und der Herbst wie der Winter zu kalt. Jetzt ist es einfach zauberhaft!

Aus London kommend, verwöhnt im Andaz Hotel am Bahnhof an der Liverpool Street, wo der deutsche F&B Manager Sascha Lenz furios sein Restaurantimperium regiert – beste Fish & Chips in UK www.gourmet-report.de/artikel/344127/Fish-Chips.html , kamen wir am Flughafen in Edinburgh an. Geflogen von der komfortablen Titan Air, im Auftrag der BA. 
Unser Auto der oberen Mittelklasse sollte ein VW Jetta Automatik sein, so der Agent bei Europcar. Für 5 Euro am Tag mehr bekamen wir einen Insignia Kombi Automatik. Allerdings komplett ungereinigt. Auf meine Beschwerde meinte Europcar, ich müsse mich bei BAA beschweren, die waschen die Autos für Europcar. Später schrieb Europcar, der Mietwagenbroker sei für Beschwerden zuständig! Service scheint nicht üblich zu sein.

Dann fuhren wir in die Innenstadt zum Hotel Missoni. Dort kamen wir um 12 Uhr an. Die Auffahrt des 5 Sterne Hotels war nicht so leicht zu finden, es gab sie nicht. Nach dreimal um den Block blieben wir in einer kleinen Parkbucht stehen. Ich ging ins Hotel und ein Gepäckträger im Kilt, dem schottischen Rock, kam dann mit mir raus. Leider sollten wir 3 Stunden warten, bis das Zimmer fertig war. Eine richtige Lobby gibt es in diesem fashionablen Hotel nicht, aber ein Café, in dem man warten konnte. Wir mussten nicht nur drei, sondern 4 Stunden auf das Zimmer warten. Drei Stunden später, um 15 Uhr wurden wir auf einen Kaffee eingeladen. Erst um 15.30 Uhr war das Zimmer fertig. Als Entschuldigung bekamen wir eine – warme – Flasche Prosecco. 
Das Zimmer war für drei – wir reisten mit unserem 7jährigen Sohn – recht eng. Es gab ein ganz kleines Fenster, wir guckten auf eine mittelalterliche Brandmauer. Das chice Zimmer war etwas staubig, ich versaute mir im Schrank meinen schwarzen Pullover. 

Das wahrhaft einmalige Frühstück (13 GBP) bestand hauptsächlich aus Kuchen. Es gab einen langweiligen Schnittkäse, je einen Schweine- und Truthahnschinken. Für 5 Pfund Aufpreis gab es warme Speisen. Junior wurde voll berechnet. Weil es ein sehr chices Hotel ist, wird Toast – es ist das einzige, verfügbare Brot – nur vom Kellner gebracht. Der braucht aber ewig. So das man lange wartet, wenn man Brot mag. Die Säfte waren nicht frisch. 
Die Location ist sehr gut, fast direkt an der Royal Mile, der Hauptstrasse der Altstadt, die zum Castle hoch führt. Das Zimmer war ruhig.
Fürs Parken berechnete das Hotel stolze 42 Euro/Nacht! Am Abreisetag holte der Kiltträger unser Gepäck vom Zimmer und brachte es gleich ins Auto, dass er vor’s Haus in diese Parkbucht stellte. Als ich zum Auto ging, parkte er gerade einen Mazda 2, mit dem er volle Kanone den Bordstein sehr laut rammte. Oh, Du arme Felge! Er guckte noch nicht einmal nach. 
Ich öffnete die Heckklappe unseres Autos, da fiel mir der Computerkoffer meiner Frau entgegen. Gottseidank ein Rimowa, so das nichts passierte. Das Gepäck wurde vom Portier nur rein geschmissen, Plastiktüten waren unter den Koffern gelegt oder gerutscht. How careless! Ich beschwerte mich beim Duty Manager und berichtete auch gleich über den Mazda Vorfall. Der murmelte desinteressiert ein Bedauern, der befragte Portier stritt alles ab. Als ich noch nicht aus der Tür war, lachten Duty Manager, Portier und ein Rezeptionist … 
Schottischer Service a la Missoni. 

Das nächste Mal werden wir lieber ins Balmoral, dem Rocko Forte Stammhaus, gehen. Rezeptionsleiter ist der Deutsche Philipp van Dyck, der von Althoff Hotels kam. Es ist allerdings deutlich teuerer als das Missoni, in dem wir uns deplatziert vorkamen. Das Missoni ist etwas für masochistische Fashionvictims. Hotellerie stellen wir uns anders vor.

Im sehr hübschen Edinburgh aßen wir am ersten Tag recht passabel und preiswert im ältesten Pub der Stadt, in der Doric Tavern nahe des Bahnhofs. Guter Haggis! Leckere Fish & Chips. Interessante Biere! Freundliche Bedienung. Lohnenswert.

Lesen Sie mehr über Schottland, der nächste Tag:
www.gourmet-report.de/artikel/344152/Schottland-Gourmet-Tour-2013/

Fotos: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.10151444817998124.1073741830.168996673123&type=3