Süssigkeiten machen Kinder nicht dick?

Neue Großstudie im Top-Journal der American Society for Nutrition
Kinder & Jugendliche mit höchstem Süßigkeitenverzehr haben niedriges Risiko für Übergewicht & Adipositas

Eine aktuelle Großanalyse von 19 Studien, veröffenticht im American Journal of Clinical Nutrition, dem wissenschaft- lichen Top-Journal der American Society for Nutrition, hat erge- ben: Die Wahrscheinlichkeit für Übergewicht und Fettleibigkeit war bei Kindern und Jugendlichen mit dem höchsten Konsum von Süßigkeiten und Schokolade um 18% niedriger als bei den „Normalnaschern“ (Referenzgruppe). Die von ihren eigenen Ergebnis- sen überraschten Autoren empfehlen: „Maßnahmen gegen Fettleibigkeit sollten andere Ernährungselemente fokussieren statt Süßigkeiten.“ [1]

Diese Studie passt zu einer Reihe wissenschaftlicher Untersuchungen der letzten Jahre, die vermeintliche Ernährungsweisheiten ad absurdum führen – beispielsweise hatten Jugendliche mit hohem Fast Food-Verzehr einen niedrigen BMI und der Zusammenhang von Softdrinks mit Übergewicht blieb unklar [2,3].
„Fast Food, Softdrinks und Süßigkeiten werden als Dickmacher gebrandmarkt, damit ratlose Ernährungsapostel der Öffentlichkeit `Schuldige ́ präsentieren können“, erklärt Ernährungswissenschaftler und Buchautor Uwe Knop, „dabei existiert kein einziger Beweis für deren Dickmacher-Effekt – ganz im Gegenteil: aktuelle Studien zeigen entweder keinen oder einen ernährungspolitisch unerwünschten Zusammenhang – und zwar, dass mit höherem Konsum der vermeintlichen Dickmacher ein niedrigeres Körpergewicht verbunden ist.“

Diplom-Ökotrophologe Knop hat für sein neues Rowohlt-Buch Ernährungswahn* mehr als 1.000 aktuelle Studien kritisch analysiert – sein Fazit ist klar: „Niemand kann sagen, was gesunde Ernährung ist – denn Ernährungsforschung gleicht dem Lesen einer Glaskugel, da dieser evidenz- limitierte Forschungszweig keine harten Beweise, sondern systembedingt nur wachsweiche Hypothesen liefert.“ (siehe dazu auch: „Wissenschaftli- che Hintergrundinfos“, S.3)

Drei neue Studien: „Nahrungsmedizin“ Schokolade?
Weitere aktuelle „Schoko-Studien“ bei Erwachsenen ergaben: Schokoladen-Konsum ist mit einem niedrigen Risiko sowohl für Herz-Durchblutungsstörungen und Herzinfarkt [4] als auch für geistigen Abbau [5] verbunden. Des Weiteren zeigte eine Studie im British Journal of Nutrition: der tägliche Konsum von Schokolade stand in Zusammenhang mit einer verminderten Wahrscheinlichkeit für Insulin-Resistenz, einem wichtigen Risikofaktor des metabolischen Syndroms [6]. Ist Schokolade nun ein „ungesunder Dickmacher“ oder eine „gesunde Nahrungsmedizin“? Auch diese drei Studien bestätigen Knop zufolge das ökotrophologische Universalcredo: Nichts Genaues weiß man nicht …
 
LITERATURQUELLEN:
 [1] Am J Clin Nutr. 2016 May; 103(5):1344-56. doi: 10.3945/ajcn.115.119883.
 Epub 2016 Apr 13 / Confectionery consumption and overweight, obesity, and re-
 lated outcomes in children and adolescents: a systematic review and meta-analy-
 sis. Abstract und Vollpublikation NO CONFLICT OF INTEREST
 
Am J Clin Nutr: “The best clinical research journal in the nutrition field.”
[3] Child Obes. 2015 Aug; 11 (4): 338-46. doi: 10.1089/chi.2014.0117
Sugar-Sweetened Beverages and Obesity among Children and Adolescents: A Re- view of Systematic Literature Reviews
 [2] BMJ-Open 2014;4: e005813, doi:10.1136 / bmjopen-2014-005813 / Fast-food
  consumption and body mass index in children and adolescents: an international
  cross-sectional study
 
   [4] Heart. 2016 Jul 1;102(13):1017-22. doi: 10.1136/heartjnl-2015-309203. Epub
 2016 Mar 2 / Chocolate consumption and risk of myocardial infarction: a pro-
  spective study and meta-analysis
  [5] J Alzheimers Dis. 2016 May 6;53(1):85-93. doi: 10.3233/JAD-160142. / Choco-
  late Consumption is Associated with a Lower Risk of Cognitive Decline
  [6] Br J Nutr. 2016 May;115(9):1661-8. doi: 10.1017/S0007114516000702. Epub
 2016 Mar 17. / Daily chocolate consumption is inversely associated with insulin
  resistance and liver enzymes in the Observation of Cardiovascular Risk Factors in
  Luxembourg study
 [*] Ernährungswahn – Warum wir keine Angst vorm Essen haben müssen, ro- wohlt, Verlag rororo, Taschenbuch, 160 Seiten, 9,99 € (D), erhältlich in D/A/CH seit 22.04.2016

Fleischatlas für Jugendliche

Heute veröffentlicht die Heinrich-Böll-Stiftung das neue
Jugendbuch von Gesine Grotrian „Iss was?! Tiere, Fleisch & Ich“. Das
Buch zeigt auf, wie Fleischproduktion und Fleischkonsum mit unserer
Umwelt, unserer Gesundheit, mit Klima und Tierwohl, mit Gerechtigkeit
und Hunger zusammenhängen. Aufwändige Infografiken liefern aktuelle
Daten und Fakten, regen zum Nachforschen und Weiterdenken an.

Das Buch spricht zwölf – bis vierzehnjährige Leserinnen und Leser an,
die sich für Ernährung und Umweltbewusstsein interessieren. Auch für
Eltern und Lehrende, die Lust haben, sich gemeinsam mit Jugendlichen
auf Debatten um die gesellschaftlichen und politischen Dimensionen der
Fleischproduktion einzulassen, ist das Buch ein reicher Fundus.
Angepasst an das Informations- und Leseverhalten von Jugendlichen setzt
„Iss was?!“ fast vollständig auf visuelle Erklärungen und verzichtet
weitestgehend auf lange Texte.

„Dieses Buch ist ein kleines Meisterwerk“, so Barbara Unmüßig,
Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung. „Mit ihrer klaren und feinfühligen
Darstellung schafft Gesine Grotrian es, das komplexe Thema Jugendlichen
zugänglich zu machen. Sie erzeugt Spannung und Lust sich mit Fleisch,
Ernährung und der Welt zu beschäftigen.“ Das Buch räumt auf mit dem
verniedlichenden Bild von unserer Landwirtschaft. „Wir sollten endlich
aufhören, Kindern und Jugendlichen Wurst in Bärchenform aufzutischen und
so zu tun, als würde unser Fleisch von glücklichen Tieren vom Bauernhof
kommen. Es ist höchste Zeit, dass wir Jugendliche als mündige
Konsumenten ernst nehmen, die eigene Entscheidungen treffen wollen.
Dafür müssen wir Erwachsenen den Mut haben mit ihnen über die
verschiedenen Facetten der Fleischproduktion ins Gespräch zu kommen.“

Die Entwicklung von „Iss was?! Tiere Fleisch und Ich“ ist eng von
Jugendlichen begleitet worden. „Es hat Spaß gemacht, an der Entstehung
des Buches beteiligt zu sein, über den Grafiken die Köpfe zusammen zu
stecken und gemeinsam darüber zu diskutieren. Es stehen ganz viele
Sachen drin, die ich nicht wusste, zum Beispiel, dass Hühner eigentlich
neun Jahre alt werden können, sie in der Mast aber nur 43 Tage leben
bevor sie geschlachtet werden. Das ist ja fast kürzer als unsere
Sommerferien.“ So Leonie Strewinski, Mitglied des Jugendexpertenrats.

Zur Leipziger Buchmesse 2016 stellt Eric Mayer vom Wissensmagazins pur+
des kika das Buch gemeinsam mit Christine Chemnitz von der
Heinrich-Böll-Stiftung und Gesine Grotrian vor. (Freitag, 18. März,
11.30 Uhr, Congress Center Leipzig auf dem Messegelände).

Ab 10. März steht das gesamte Buch und jede einzelne Grafik zur
weiteren Verwendung zum Download bereit und ist in Kombination mit dem
ausführlichen Quellenverzeichnis auch als Unterrichtsmaterial für Lehrer
und Lehrerinnen gut geeignet. Die Printausgabe ist kostenfrei erhältlich
(zzgl. einer Kostenbeteiligung an der Versendung etc.)

www.boell.de/isswas

Traurig: Familienessen geht zurück

Deutsche essen immer seltener zu Hause

Seit Jahren essen die Deutschen häufiger auswärts. Nur noch jeder Zweite isst unter der Woche mittags in den eigenen vier Wänden. Das entspricht nach einer Auswertung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) einem Rückgang von 12 Prozent im Vergleich zu 2005. Insgesamt werden pro Jahr rund drei Milliarden weniger häusliche Mahlzeiten gegessen (minus 4 %). Diese Entwicklung wirkt sich auch auf den Konsum aus: Die Verbraucher kaufen weniger Fleisch, Soßen und Würzen, da sie seltener mittags kochen. Stattdessen nimmt die Nachfrage nach Convenience-Produkten wie verzehrfertigen Salaten und belegten Brötchen zu.

Besonders deutlich ist der Wandel bei Kindern und Jugendlichen. Vor allem Klein- und Grundschulkinder werden tagsüber durch die Berufstätigkeit der Eltern immer häufiger in der Kindertagesstätte, im Hort oder in offenen Ganztagsschulen versorgt. Nur 52 Prozent der 6- bis 9-Jährigen und 41 Prozent der 3- bis 5-Jährigen erhalten wochentags eine Mittagsmahlzeit zu Hause. Jugendliche essen häufiger daheim (66 % der 14- bis 16-Jährigen), wobei sie sich vermutlich oft selbst eine Mahlzeit zubereiten. Somit haben Eltern immer weniger Einfluss, welche Lebensmittel Kinder und Jugendliche konsumieren. Gleichaltrige prägen das Essverhalten, mitgegebenes Frühstück wird nicht selten weggeworfen oder bestenfalls getauscht.

Bei den 20- bis 29-Jährigen isst, ähnlich wie vor zehn Jahren, nur gut jeder Dritte unter der Woche zu Hause. Bei den 30- bis 49-Jährigen sind es knapp 39 Prozent. Bei dieser Altersgruppe haben sich die häuslichen Mahlzeiten verringert, was vermutlich auf die hohe Beschäftigungsrate und die steigenden Anforderungen der Arbeitswelt an Mobilität und Flexibilität zurückzuführen ist. Zudem führt die Geburt eines Kindes offenbar immer seltener dazu, dass die Erwerbstätigkeit für längere Zeit unterbrochen wird. Häufig wird allein gegessen oder mit Arbeitskollegen. Da fehlt das Mittagessen als Treffpunkt der Familie, geben die Konsumforscher zu bedenken. Am Abend und am Wochenende wird das gemeinsame Essen aber gepflegt, um dabei Neuigkeiten und Erlebnisse auszutauschen.

Mit Erreichen des Rentenalters steigt der Anteil der Menschen mit einem häuslichen Mittagessen auf 46 Prozent bei den 50- bis 59-Jährigen und 77 Prozent bei den 60- bis 69-Jährigen. Aber auch bei älteren Menschen hat sich die Zahl der selbst zubereiteten Mahlzeiten insgesamt verringert.

Heike Kreutz, www.aid.de

Teuer & gefährlich: Energy Drinks

Gefährliche Wachmacher von Red Bull, Monster & Co.: Nach Verbot in Litauen fordert foodwatch auch in Deutschland Verkaufsstopp von Energydrinks an Minderjährige – Bundesregierung muss Empfehlungen von WHO-Forschern umsetzen

Nachdem koffeinhaltige Energydrinks in Litauen nicht mehr an Kinder und Jugendliche verkauft werden dürfen, fordert die Verbraucherorganisation foodwatch auch in Deutschland ein Verkaufsverbot für Red Bull, Monster & Co. an Minderjährige. Erst im Oktober warnten Wissenschaftler der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor den Risiken der aufputschenden Getränke und empfahlen ein Verbot des Verkaufs an Jugendliche unter 18 Jahren. Energydrinks sind vor allem bei jungen Leuten sehr beliebt, stehen aber im Verdacht Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle, Nierenversagen und sogar Todesfälle zu verursachen.

„Litauen zeigt den EU-Partnern, wie es geht – in Deutschland verhindert die Lebensmittellobby noch immer einen besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen“, erklärte Oliver Huizinga von foodwatch. „Ernährungsminister Christian Schmidt muss endlich auf die eindringlichen Warnungen der Wissenschaftler reagieren und den Verkauf von Energydrinks an Kinder und Jugendliche unterbinden.“

Über eine E-Mail-Protestaktion unter www.foodwatch.de/aktion-energyshots unterstützen bereits mehr als 15.000 Verbraucher die foodwatch-Forderung.

Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatten im Oktober 2014 eine Studie zu den Gesundheitsrisiken veröffentlicht, in der erneut vor Energydrinks gewarnt und ein Verkaufsverbot an Kinder und Jugendliche ausdrücklich empfohlen wurde. Wissenschaftler verweisen seit längerem auf mögliche Gefahren der stark koffein- und taurinhaltigen Getränke, sie werden mit Herzrhythmusstörungen, Krampfanfällen, Nierenversagen und sogar Todesfällen in Verbindung gebracht. Problematisch ist dabei nicht allein der erhöhte Koffeingehalt: Gesundheitliche Risiken werden auch mit möglichen Wechselwirkungen mit dem hochkonzentriert zugesetzten Inhaltsstoff Taurin sowie mit begleitend konsumiertem Alkohol und in Zusammenhang mit ausgiebiger sportlicher Betätigung begründet. Hinzu kommt: Durch den süßen Geschmack und das gezielte Marketing sind die Produkte – anders als etwa Kaffee – gerade bei Kindern und Jugendlichen beliebt.

Die Bundesregierung erkennt die Risiken zwar an, handelt aber nicht. So hatte sich die frühere Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner für einen Warnhinweis auf Energydrinks ausgesprochen, wonach der „Verzehr größerer Mengen, insbesondere bei ausgiebiger sportlicher Betätigung, sowie ein gleichzeitiger Genuss alkoholischer Getränke vermieden werden sollte“. Doch Initiativen für einen solchen Warnhinweis scheiterten. Die Lebensmittellobby hatte sich vehement dagegen ausgesprochen.

Als weltweit erstes Land greift Litauen durch. In dem EU-Staat dürfen seit vergangenem Samstag Energydrinks nicht mehr an Minderjährige verkauft werden.

foodwatch fordert auch in Deutschland eine Altersbeschränkung für Energydrinks ab 18 Jahren, um Minderjährige vor den gesundheitlichen Risiken zu schützen. Zudem sollten nach Ansicht von foodwatch die besonders hoch konzentrierten sogenannten Energy-„Shots“ generell verboten werden. Diese im Vergleich zu herkömmlichen Energydrinks kleineren Fläschchen enthalten Koffein und Taurin in noch stärkerer Konzentration als herkömmliche Energydrinks – die Gefahr einer Überdosierung ist daher besonders groß.

Einer Studie der EU-Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) zufolge konsumiert fast jeder dritte Erwachsene Energydrinks, besonders beliebt sind sie jedoch bei Kindern und Jugendlichen: 68 Prozent der Teenager greifen zu den Getränken. Davon sind laut der Behörde 12 Prozent „high cronic consumers“ (Konsum mindestens viermal wöchentlich) sowie 12 Prozent „high acute consumers“ (mehr als ein Liter pro Konsum).

Kinder werden in ihrem Wunsch nach gesunder Ernährung zuhause nur wenig unterstützt

Bedenkliche Studienergebnisse

Die Initiative „Deutschland – Mein Garten.“ hat im Auftrag der Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse e. V. im Sommer 2014 eine repräsentative Umfrage unter Kindern und jungen Erwachsenen im Alter von 10 bis 25 Jahren durchgeführt. Die vom Meinungsforschungsinstitut mafo.de durchgeführte Studie „Raus aufs Land“ fördert teils bedenkliche Ergebnisse zum Ernährungsverhalten von jungen Menschen in Deutschland zutage. Befragt wurden rund 1300 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 25 Jahren.

Fast 80 Prozent der Kinder und Jugendlichen geben an, gerne Obst und Gemüse zu essen. Allerdings werden sie in ihrem Wunsch danach zu Hause kaum unterstützt: 70 Prozent der Kinder essen nicht täglich selbst zubereitete Speisen aus Obst und Gemüse. Jedes vierte Kind in der Altersgruppe der zehn- bis 13-Jährigen bekommt nur an ein oder zwei Tagen in der Woche etwas Selbstgekochtes.

Gesundes Frühstück, was ist das?
Auch ein gesunder Pausensnack ist noch lange keine Selbstverständlichkeit für die junge Generation: 25 Prozent der Befragten essen in der Pause entweder Süßigkeiten oder gar nichts, bei den 18- bis 25-Jährigen verzehren sogar mehr als 30 Prozent nichts Gesundes. Während bei den Mädchen immerhin noch 51 Prozent zu Obst oder Gemüse greifen, tun das bei den Jungen nur 39 Prozent.

Mirabellen und Kürbis sind vielen unbekannt
Obwohl immer mehr Kinder und Jugendliche ihr Wissen über Obst und Gemüse aus dem Internet (28%) beziehen, sind bestimmte Obst- und Gemüsesorten, die überall in Deutschland erhältlich sind, unbekannt: So hat ein Viertel der zehn- bis 17-Jährigen noch nie Kürbis und Mirabellen gegessen. Rund ein Drittel der jungen Erwachsenen kennt den typischen Geschmack von Fenchel nicht.

Am beliebtesten sind Erdbeeren
Klar an der Spitze der beliebtesten Obstsorten landeten bei den jungen Konsumenten die Erdbeeren (43%). Allerdings glaubt nahezu jedes zehnte Kind, dass sie unter der Erde wachsen. Ebenfalls gerne gegessen werden Äpfel (19%) und Himbeeren (10%). Beim Gemüse liegen Gurken (17%), dicht gefolgt von den Tomaten (15%) an der Spitze. Platz drei der beliebtesten Gemüsesorten halten die Möhren (10%).

Über die Studie „Raus auf’s Land“
Mit der Studie „Raus auf’s Land“ zeigt die Initiative „Deutschland – Mein Garten.“, wie wichtig es ist, über deutsches Obst und Gemüse und seine Zubereitungsmöglichkeiten aufzuklären – insbesondere, weil nur der Hälfte aller Befragten Wissen über gesunde Ernährung in der Schule vermittelt wird. Die Infografik können Sie unter diesem Link http://bit.ly/1tvuxCB als druckfähiges Bildmaterial oder als Online-Version herunterladen.

Mehr Informationen zu Warenkunde sowie einfache und leckere Rezepte rund um Obst und Gemüse finden sich auf der Website www.deutsches-obst-und-gemuese.de/

Mike Prenzlow und Marcus Prahst

In der ersten Jahreshälfte 2014 werden drei Berliner Schulen das DEHOGA Berlin-Projekt „lecker & fit“ in ihr Lehrprogramm integrieren. Mike Prenzlow, Executive Chef des Radisson Blu Hotels, und Marcus Prahst, Sous Chef des Soho House Berlin, sind – wie bereits im Jahr davor – dabei. Als neuer im Bunde engagiert sich Ingo Müller, Koch der Reederei Riedel GmbH des Schiffs Spree-Comtess. Die drei Herren vom Fach sind sich einig: „Für uns ist es eine schöne Aufgabe, Jugendliche an das Thema gesunde, nachhaltige Ernährung und Wertschätzung für Lebensmittel heranzuführen. Wir erhoffen uns, mit „lecker & fit“ die Ernährungsbildung in Schulen zu vertiefen.“

Essen und soziale Kontakte
Mancher denkt vielleicht, Fastfood und Jugendliche gehören zusammen wie Salat und Dressing. Das Benutzen von Convenience-Produkten in der heimischen Küche ist heute allgemein beliebt, der Verzehr von ungesunden Snacks zwischendurch, meistens im Laufen oder Stehen, gang und gäbe. „Die Erfahrungen im Kochunterricht haben jedoch gezeigt, dass Teenager vor allem gern in Gesellschaft und am Tisch essen. Sie genießen es regelrecht, ihr Essen in einer ruhigen, entspannten Atmosphäre zu sich zu nehmen und sich dabei über ihren Tag auszutauschen.“, meint dazu Michaela Piotrowski, Projektleiterin des DEHOGA Berlin.

Du bist was Du isst
Der DEHOGA Berlin ist sich sicher: Wenn Schülerinnen und Schüler erfahren, wo gesunde Nahrungsmittel herkommen, wie sie erzeugt werden und welche Arbeitsschritte bis hin zum fertigen Essen erforderlich sind, entwickeln sie einen stärkeren Bezug dazu und damit auch eine erhöhte Wertschätzung.

„lecker & fit“ ist ein Projekt des Hotel- und Gaststättenverbandes Berlin e. V. (DEHOGA Berlin). In Zusammenarbeit mit Mitglieds-Betrieben und deren Spitzenköchen soll beim Zubereiten von Mahlzeiten in Schulen vermittelt werden, wie einfach gesunde und nachhaltige Ernährung in den persönlichen Tagesablauf integriert werden kann.

Weitere Informationen und Details zu den bereits in 2013 stattgefundenen „lecker & fit“-Kochterminen finden Sie unter www. dehoga-berlin.de

Soziales Engagement für Feinschmecker

Fremde Länder mit allen Sinnen genießen – unter diesem Motto bietet der Reiseveranstalter a&e erlebnis:reisen kulinarische Entdeckertouren in Südostasien an. Unterwegs wird auf Märkten eingekauft, geschnippelt, gekocht und natürlich genussvoll gegessen. Das Besondere dabei: Mit den Reisen unterstützen die Teilnehmer ausgewählte soziale Hilfsprojekte. Beim Besuch der verschiedenen Projektkochschulen erleben die Gäste auf unterhaltsame und kontaktfreudige Weise die Kochkunst der Region und finanzieren zugleich einen Teil der Ausbildung der Schüler.

Während der Vietnam-Rundreise „Von den Bergstämmen bis zum Mekongdelta“ zeigt der Veranstalter seinen Gästen zum Beispiel die kulinarische Vielfalt Vietnams. Die 23-tägige Reise führt vom Norden zu den Bergstämmen bei Sapa, durch die Halongbucht bis zu den Nationalparks von Cat Ba und Cuc Phuong und in die alte Kaiserstadt Hue sowie in die quirlige Metropole Saigon. Bestandteil der Tour ist der Besuch der Hoa Sua-Projektkochschule nahe Hanoi. Die Reisenden kochen hier gemeinsam mit den Schülern, das sind Straßenkinder und Jugendliche aus armen Verhältnissen, die hier zu Köchen und Restaurantfachleuten ausgebildet werden. Seit der Gründung 1994 haben über 7.000 Jugendliche ihre Lehre abgeschlossen.

Kochen für einen guten Zweck steht auch bei der Länderkombination „Vietnam & Burma relaxed“ an zentraler Stelle. Im Norden Vietnams erleben die Gäste Hanoi mit ihrem Altstadtviertel, dem traditionellen Puppentheater und der Projektkochschule. An Bord einer traditionellen Dschunke geht es weiter durch die bizarren Felsforma-tionen der Halongbucht und anschließend nach Burma. In der einstigen Hauptstadt Yangon zeigt ein lokaler Küchenchef den Gästen die Zubereitung einiger schmackhafter regionaler Spezialitäten. Die Geschichte des Landes erradeln die Teilnehmer aktiv auf zwei Touren durch Mandalay, der letzten burmesischen Königsstadt, und durch die weite Ebene der Pagoden von Bagan.

Bei der Tour „Kambodscha – Unbekanntes Land der Khmer“ lernen die Gäste die versteckten Ruinen einer machtvollen Vergangenheit kennen. Per Fahrrad, auf Wanderungen und mit dem Boot geht es ins „unbekannte Land der Khmer“, das nur langsam aus seiner Abgeschiedenheit erwacht. Von Phnom Penh führt der Weg durch Dörfer der Cham nach Norden, vorbei an fruchtbaren Reisfeldern und Fischfarmen. Entlang des großen Tonle Sap gelangen die Gäste via Battambang nach Angkor. In einer Kochschule wartet anschließend ein kambodschanischer Gaumenschmaus. Weiter geht es von Kampong Cham ans Mekongufer nach Kratie und über Takeo nach Kampot.

Auch auf den Touren „Laos & Kambodscha: Delfine in Sicht im Artenparadies Mekong“ und „Laos – Land des Lächelns“ werden Reiseteilnehmer unter anderem in die kulinarische Vielfalt Südostasiens eingeführt.

Ausführliche Informationen erhalten Sie auf der Webseite www.ae-erlebnisreisen.de oder unter 040 – 27 14 34 70.

Zu viel Fastfood macht krank

Neuseeländische Forscher: Essen Kinder und Jugendliche mehrmals in der Woche Fast Food, leiden sie häufiger an schwerem Asthma, Heuschnupfen und Ekzemen – Der Verzehr von Obst hatte einen positiven Effekt – Gemüsekonsum hatte eine vorbeugende Wirkung

Essen Kinder und Jugendliche mehrmals in der Woche Fast Food, leiden sie häufiger an schwerem Asthma, Heuschnupfen und Ekzemen. Das ist das Resultat einer internationalen Studie unter der Leitung eines Forscherteams der Universität von Auckland in Neuseeland.

Die Wissenschaftler hatten die Daten von rund 180.000 Kindern im Alter von sechs bis sieben Jahren und etwa 320.000 Jugendlichen im Alter von 13 bis 14 Jahren ausgewertet. Die jungen Probanden beziehungsweise ihre Eltern machten Angaben, wie häufig bestimmte Symptome für die Krankheiten Asthma, Heuschnupfen und Ekzeme in den vergangenen zwölf Monaten aufgetreten waren. Bei Asthma war dies ein schweres Atmen bis Keuchen, bei Heuschnupfen (allergische Rhinokonjunktivitis) eine laufende oder verstopfte Nase sowie tränende und juckende Augen und bei Ekzemen juckende Ausschläge. Sie sollten auch einschätzen, wie sehr diese Beschwerden das alltägliche Leben und das Schlafverhalten beeinträchtigt hatten. Zusätzlich wurden die Teilnehmenden zu ihren wöchentlichen Essensgewohnheiten befragt.

Wenn Jugendliche und Kinder drei Mal oder häufiger in einer Woche Fastfood aßen, war das Risiko für schweres Asthma um 39 Prozent beziehungsweise 27 Prozent erhöht. Auch die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von juckenden Ausschlägen und schwerem Heuschnupfen stieg – unabhängig von Geschlecht und finanzieller Situation der Probanden.

Der Verzehr von Obst hingegen hatte einen positiven Effekt: Die Schwere der Asthmasymptome verringerte sich bei Jugendlichen um 11 Prozent und bei Kindern um 14 Prozent, wenn mindestens drei Mal in der Woche Obst auf dem Speiseplan stand. Ein hoher Gemüsekonsum hatte zumindest bei Kindern eine vorbeugende Wirkung.

Bei Jugendlichen war der Zusammenhang zwischen einem hohen Verzehr von Fastfood und dem Auftreten der Krankheiten deutlicher als bei Kindern. Das liegt vermutlich daran, dass Teenager unabhängiger und freier in ihrer Nahrungsmittelauswahl sind. Die negativen Auswirkungen führen die Wissenschaftler auf die in Burger, Pommes & Co. enthaltenen gesättigten und trans-Fettsäuren zurück, die das Immunsystem beeinträchtigen. Obst hingegen ist reich an Antioxidantien und weiteren wertvollen Inhaltsstoffen. Weitere Untersuchungen sind jedoch notwendig, um die Resultate zu untermauern.
Heike Kreutz, www.aid.de

Weitere Informationen:
Fragen zu diesem Thema beantworten aid-Experten in den Foren „Säuglings- und Kinderernährung“ und „Ernährung von Jugendlichen“ auf www.was-wir-essen.de

aid-Heft „Das beste Essen für Kinder“, Bestell-Nr. 61-1447, Preis: 2,50 Euro, www.aid-medienshop.de

Jugendliche speisen im besten Restaurant der Welt in Kopenhagen

Jugendliche speisen im Noma, dem besten Restaurant der Welt! Obschon das kein alltägliches Ereignis ist, passiert genau das während des Gourmetfestivals Copenhagen Cooking. Auf alle anderen warten in Kopenhagen vom 24. August bis 2. September circa 130 einzigartige gastronomische Veranstaltungen.

Wilde Kräuter, Wurzelgemüse, Beeren und getrocknete Jakobsmuscheln! Nicht unbedingt die übliche Kost für Jugendliche. Wenn am 1. September im Rahmen von Copenhagen Cooking im Noma, dem besten Restaurant der Welt, Mittagessen serviert wird, wird es hier jedoch vor jungen Menschen nur so wimmeln, die sich das Allerbeste schmecken lassen, das die skandinavische Küche zu bieten hat.

Die Veranstaltung ist Teil des Gourmetfestivals Copenhagen Cooking und läuft unter dem Titel „So schmeckt Kopenhagen“. An dieser Veranstaltung nehmen fünf Michelin-Restaurants teil, in denen Mittag- oder Abendessen zu geringeren Preisen serviert wird.

Die diesjährigen Teilnehmer sind die Restaurants noma, in dem man unter 20 Jahren sein muss, Kiin Kiin, das nur Studenten oder Personen in Begleitung ihrer Großeltern Einlass gewährt, Søllerød Kro, AOC und Kokkeriet. Die begrenzte Anzahl von Eintrittskarten ist ab 8. August unter www.madbillet.dk

erhältlich.

Das größte Gourmetfestival Nordeuropas
Im Zuge der achten Ausgabe des Festivals ‚Copenhagen Cooking’ werden Ende August und Anfang September zehn Tage lang circa 130 gastronomische Veranstaltungen organisiert. Der Schwerpunkt liegt sowohl auf der neuen skandinavischen Küche als auch auf der internationalen Cuisine. In diesem Jahr feiert das Festival das skandinavische kulinarische Erbe mit einem besonderen Schwerpunkt auf den saisonalen Zutaten und nachhaltigen Prinzipien der skandinavischen Küche.

Zu den vielen Veranstaltungen des Festivals zählen „Der Geschmack Skandinaviens“, wenn einige der skandinavischen Spitzenrestaurants Kostproben ihrer selbstkreierten Gerichte in Carlsberg servieren, eine Street Party in einer der heißesten Straßen von Kopenhagen – Jægersborggade -, in der das Restaurant ‚Relæ’ liegt, das kürzlich einen Michelin-Stern erhalten hat, und viele Märkte, Verköstigungen und einmalige Foodie-Erlebnisse.

Das Programm von Copenhagen Cooking ist ab Mitte Juli unter www.copenhagencooking.com

Deutschland-Pass

Pünktlich zum Beginn der Sommerferien bietet die Deutsche Bahn (DB) den Deutschland-Pass an. Der Pass gilt einen Monat lang für beliebig viele Fahrten in der 2. Klasse in den Zügen der DB – auch im ICE und Intercity. Jugendliche bis 18 Jahre reisen deutschlandweit bereits für 99 Euro, junge Erwachsene bis 26 Jahre für 249 Euro sowie Erwachsene ab 27 Jahre für 299 Euro. Zwei Personen zahlen für den Deutschland-Pass 449 Euro. Familienkinder unter 15 Jahren fahren kostenlos mit, wenn sie direkt beim Kauf in den Pass eingetragen werden.

„Mit dem Deutschland-Pass wollen wir alle einladen, Deutschland komfortabel und umweltfreundlich mit der Bahn zu entdecken“, sagt Ulrich Homburg, Vorstand Personenverkehr. „Besonders Jugendlichen wollen wir mit einem unschlagbaren Angebot eine Gelegenheit geben, während der Schulferien Freunde oder Verwandte in der ganzen Republik zu besuchen.“

Der Verkauf des Deutschland-Pass startet am 18. Juni und dauert bis 24. August 2012. Genutzt werden kann er einen Monat lang im Zeitraum vom 18. Juni bis 31. August. Erhältlich sind die Pässe in allen DB Verkaufsstellen und an den DB Automaten sowie online bestellbar auf deutsche Bahn Webseite. Der Deutschland-Pass ist personengebunden und nur gültig in Verbindung mit einem Personalausweis oder einem Reisepass.

deutsche Bahn