Interview: Der Führungsstil im Hyatt Regency Mainz

„Wir haben die Vision, einen modernen Arbeitsplatz zu schaffen“: Im Interview sprechen General Manager Malte Budde und Director of Human Resources Juliane Safran über das Hyatt Regency Mainz und wie sie Arbeitsplätze für junge Menschen schaffen, die neue Impulse in der Branche setzen. Sie wollen, dass ihre Mitarbeiter gerne zur Arbeit kommen, und räumen mit dem Klischee auf, dass in der Branche horrende Arbeitszeiten auf Beschäftigte zukommen. Ein wichtiger Punkt dabei: vorleben, was man für seine Mitarbeiter erreichen möchte.

Director of Human Resources Juliane Safran und General Manager Malte Budde. Die Bildrechte liegen beim Hyatt Regency Mainz.

Momentan ist Fachkräftemangel ein großes Thema. Wie wirkt sich das auf Sie aus? 

Malte Budde: Die vielen Möglichkeiten, die diese Branche bietet, dass man sich einbringen kann, all die Reisen und der kollegiale Zusammenhalt, das wollen wir viel mehr in den Vordergrund stellen als den Fachkräftemangel. Wir haben eine aufregende Arbeit, und damit meine ich nicht anstrengend, sondern interessant. Das ist eine Branche mit Zukunftsperspektiven, und wir würden uns natürlich freuen, wenn wir noch weitere Menschen für unsere Arbeit begeistern können.

Juliane Safran: Bei uns gibt es auch unabhängig von der aktuellen Situation immer wieder Möglichkeiten im Food & Beverage-Bereich. Unser gastronomisches Angebot ist so vielfältig, dass wir immer Stellen zu besetzen haben. Deswegen haben Bewerber auch eine große Auswahl an Tätigkeiten, von Cocktails mixen über den Service in unserem Gourmetrestaurant bis hin zur Mitgestaltung von Le Petit Chef. Deshalb suchen wir Menschen, die diese neuen Zeiten mit uns kreieren möchten.


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Wieso ist Ihnen die Gastronomie so wichtig und wodurch zeichnet sich eine gute Hotelgastronomie aus?  

Malte Budde: Eine gute Gastronomie ist wichtiger geworden, die Leute schauen auf Qualität. Es geht den Gästen schon lange nicht mehr darum, irgendwie satt zu werden. Das Essen gehört vielmehr zum Erlebnis dazu. Deswegen setzen wir den Fokus auf ein hochqualitatives gastronomisches Angebot. Das führt dazu, dass nicht nur unsere Hotelgäste die Bars und Restaurants besuchen, sondern dass wir vor allem auch das einheimische Publikum bei uns haben.

Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben?          

Malte Budde: Mein Credo ist: Macht doch einfach! Besonders die jungen Leute möchten ihre eigenen Entscheidungen treffen und ihre eigenen Fehler machen. Wenn sie bei uns anfangen, dann sind sie zunächst überrascht, dass sie Verantwortung übernehmen dürfen. Das kennen sie meistens gar nicht, und es macht Freude, zu sehen, wie sie an ihren Aufgaben wachsen.

Sie haben im Hyatt ein sehr junges Team versammelt, wie sieht die Teamdynamik aus und welche Vorteile hat eine solche Teamkomposition?         

Juliane Safran: Unser Team ist ein schöner Mix, einerseits haben wir langjährige Mitarbeiter, die das Haus sehr gut kennen. Andererseits arbeiten aktuell 35 Azubis bei uns, die frischen Wind und ihre Ideen einbringen, dabei aber auch von der Erfahrung der anderen profitieren.

Worauf legen Sie ein besonderes Augenmerk bei der Einstellung neuer Mitarbeiter? 

Juliane Safran: Absolut auf die Persönlichkeit! Ich will wissen, welche Interessen der Bewerber hat, mit welcher Motivation er zu uns kommt, manchmal brauche ich den Lebenslauf gar nicht so genau zu lesen, um mich zu entscheiden. Natürlich sollen die Kenntnisse vorhanden sein, aber letztendlich stellen wir den Menschen ein und nicht seinen Lebenslauf.

Malte Budde: Ich finde auch die altbewährte Frage nach den Schwächen sehr interessant. Hier können Bewerber zeigen, dass sie sich selbst gut kennen. Wenn jemand sofort mit einer Schwäche kommt, dann finde ich das toll, denn die Fähigkeit zur Selbstreflektion ist ein großer Pluspunkt.

Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?  

Malte Budde: Indem ich versuche, es richtig vorzuleben. Ich kann von meinen Mitarbeitern nichts erwarten, was ich nicht auch selbst bereit wäre zu tun, daher möchte ich mit gutem Beispiel vorangehen. Im Rahmen der Möglichkeiten komme ich morgens pünktlich und ich versuche auch, abends pünktlich zu gehen. Ich habe eine Familie mit zwei kleinen Kindern, mit denen ich Zeit verbringen möchte. Wenn meine Mitarbeiter sehen, wie ihr Geschäftsführer mit Rändern unter den Augen Stunde um Stunde dasitzt, dann schreckt das viel eher ab und keiner möchte meine Position erreichen.

Worauf sind Sie in Ihrer Zeit im Hyatt Regency Mainz besonders stolz und was waren Herausforderungen, die Sie gemeistert haben?   

Malte Budde: Meine bisherige Zeit hier war leider stark durch Corona geprägt, aber wir haben das sehr gut gemeistert. Wir haben auch schnell gesehen, dass sich Chancen für uns ergeben. Deshalb wollen wir die Herausforderungen annehmen und versuchen, daran zu wachsen. Uns ist es gelungen, mit vielen positiven Veränderungen aus der Krise herauszugehen, und die Früchte dieser Zeit werden wir in Zukunft ernten können. Die größte Herausforderung dabei war, dass ich Anfang 2020 nach Mainz gekommen bin und in dieser Krisenzeit ein Vertrauensverhältnis aufbauen musste. Aber auch das hat wunderbar funktioniert.

Juliane Safran: Eine Herausforderung war auf jeden Fall die gelungene Kommunikation. Es war wichtig, alle immer auf dem aktuellen Stand zu halten, obwohl man keinen persönlichen Kontakt hatte. Wir haben immer versucht, positiv zu bleiben und positiv zu kommunizieren, sind gleichzeitig aber auch ehrlich geblieben. Ich bin sehr dankbar dafür, dass die Kollegen und das Team uns so viel Vertrauen entgegenbringen.

Was sind Ihre Zukunftsvisionen für das Hotel?

Malte Budde: Es wird meiner Meinung nach vorerst nicht mehr die Normalität wie vor der Pandemie geben. Wir haben gemeinsam die Vision, einen modernen Arbeitsplatz aufzubauen. Es muss gehen, dass man Arbeitsbedingungen schafft, in denen die persönlichen Bedürfnisse nicht zu kurz kommen. Das überarbeitet Sein muss weg! Wir wollen, dass unsere Mitarbeiter gerne kommen, weil sie wissen, dass die Arbeit gesehen und wertgeschätzt wird. Vor allem in Hinblick auf Diversity und Inklusion möchten wir uns außerdem noch mehr darauf konzentrieren, dass jeder Mensch eingebunden wird und seine Stärken einbringen kann.

Was liegt Ihnen beim Hyatt besonders am Herzen?

Malte Budde: Vor der Krise hätte ich diese Frage sicher anders beantwortet. Aber so sind es für mich die einzelnen Erlebnisse, die ich mit meinen Mitarbeitern hatte. Ich habe das Team ganz anders kennengelernt, viel persönlicher. Die Mitarbeiter liegen mir einfach am Herzen. Ich weiß gar nicht so recht, wie das Haus im normalen Zustand läuft, aber das bauen wir nun gemeinsam auf. 

Was macht Ihnen bei Ihrer Arbeit am meisten Spaß?   

Juliane Safran: Die Arbeit mit meinem Team. Ich finde es toll zu sehen, wie sich Ideen entwickeln und umgesetzt werden. Das gilt auch für die Arbeit mit den Auszubildenden. Wenn wir gemeinsam einen Weg formen und sehen, wie eine Entwicklung stattfindet, freut mich das sehr. Und nebenbei machen die Benefits und Discounts, die dieser Job mit sich bringt, natürlich auch viel Spaß, zum Beispiel war ich gerade erst im Pariser Hyatt mit Ausblick auf den Eiffelturm.

Malte Budde: Das hast Du schön gesagt! Wenn sich junge Mitarbeiter entwickeln, dann ist das wirklich ein großartiges Gefühl. Ich finde es auch toll, wenn unsere Azubis sehen, dass die Gäste glücklich sind, und daraufhin selbst glücklich werden. Das zeigt uns, dass unsere Struktur funktioniert: Wir geben die Rahmenbedingungen dafür, dass sich alle Leute weiterentwickeln können. Und wenn die Mitarbeiter zufrieden sind, überträgt sich das auch auf die Gäste, die natürlich spüren, wie die Stimmung bei uns ist.

Malte Budde, Sie beschreiben sich selbst als humorvoll. Inwiefern hilft Ihnen das in Ihrem Alltag?       

Malte Budde: Humor hilft ungemein im Alltag. Während des Lockdowns gab es mal einen Moment, der für mich sehr herausfordernd war. Mir wurde geraten, mich etwas zu entspannen und mich nicht hineinzusteigern, schließlich operieren wir hier nicht am offenen Herzen. Und das hat mir sehr geholfen. Selbst, wenn Beschwerden kommen, dann versuche ich, darüber einfach zu lachen, denn Fehler passieren nun einmal. Lachen tut gut.

Wenn das Hyatt Regency Mainz eine Persönlichkeit wäre, welche Charaktereigenschaften hätte es?  

Juliane Safran: Authentisch und herzlich sind die ersten beiden Stichwörter, die mir dazu einfallen.

Malte Budde: Neugierig passt meiner Ansicht nach auch gut, besonders zur aktuellen Aufbruchstimmung. Aber ich finde, man kann das Hyatt nicht in einzelne Begriffe fassen, weil es so vielfältig ist.

Weitere Informationen unter www.hyattregencymainz.com

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Hyatt Mainz

Zusammenfassung

Im Interview sprechen General Manager Malte Budde und Director of Human Resources Juliane Safran über das Hyatt Regency Mainz und wie sie Arbeitsplätze für junge Menschen schaffen, die neue Impulse in der Branche setzen.

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