Kleine Weinernte in Europa zu erwarten

Nachdem die Weinerzeuger hierzulande zum Start der Hauptweinlese eine durchschnittliche Erntemenge von rund neun Millionen Hektolitern erwarten, zeichnen sich nach Angaben des Deutschen Weininstituts (DWI) für den Großteil der übrigen europäischen Weinbaunationen in diesem Jahr zum teil sehr deutliche Ernterückgänge ab.

So rechnet man etwa in Frankreich aufgrund von ungünstigen Witterungsverhältnissen mit einer um 16 Prozent verringerten Weinmosternte als 2011. Ebenso geht man in den beiden anderen großen europäischen Weinbauländern Italien und Spanien im Vergleich zum Vorjahr von einem zwölf- bzw. fünfprozentigen Mengen¬rückgang aus. Darüber hinaus wird derzeit auch in Österreich, Ungarn, Bulgarien und Luxemburg jeweils ein

Europaweite Erntemenge 2012, Erste Schätzung, September 2012Minus von über 20 Prozent gegenüber 2011 prognostiziert. Ein leichtes Mengenplus von fünf Prozent erwarten lediglich die portugiesischen Weinerzeuger.

Somit ist davon auszugehen, dass die EU-Weinmosternte 2012 weder das Fünfjahresmittel von 173 Millionen Hektolitern noch die Vorjahreserntemenge von 164 Millionen Hektolitern erreichen wird.

Wechselhafter Juli sorgt für aromatische Weine

Nach einem turbulenten Jahr stehen die Pfälzer Weingüter und Winzergenossenschaften abermals vor einer sehr frühen Weinernte. Bereits in der Woche vom 8. August werden einzelne Betriebe mit der Lese der Trauben für Federweißen beginnen, doch das Gros derer, die sich auf das Geschäft mit neuem Wein spezialisiert haben, wird erst ab dem 15. August ernten. Die Lese der Hauptsorten wie etwa Müller-Thurgau wird voraussichtlich in der zweiten Septemberwoche starten.

Die extrem frühe Rebblüte hatte ursprünglich auf einen noch zeitigeren Lesebeginn hingedeutet, doch das wenig sommerliche Wetter im Juli mit wolkigen und niederschlagsreichen Tagen hat die Entwicklung verzögert. Der Pfälzer Weinbaupräsident und Vorsitzende der Pfalzwein-Werbung, Edwin Schrank, ist darüber keineswegs unglücklich: „Die Trauben sind kerngesund, außerdem bestens mit Wasser versorgt. Wenn jetzt noch recht trockenes, sonniges Wetter folgt, haben wir optimale Voraussetzungen für einen qualitativ hochwertigen Jahrgang“, sagte Schrank bei einer Pressekonferenz der Pfalzwein-Werbung in der Winzergenossenschaft in Edenkoben.

Nach dem Schock durch extremen Spätfrost – in der Nacht zum 4. Mai wurden nahezu 5000 Hektar Pfälzer Weinberge stark geschädigt – zeigte sich Schrank zuversichtlich: „Bei den Betrieben, die nicht unter den Frostschäden leiden, zeichnen sich gute bis zufrieden stellende Erträge ab.“ Selbst in Anlagen, die unter dem Frost gelitten haben, scheint aufgrund des Vegetationsverlaufs noch eine geringe Ernte möglich. Schätzungen zur Erntemenge sind indes aufgrund der großen Schäden schwierig. „Die Menge wird aller Voraussicht nach unter dem Durchschnitt von 2.4 Millionen Hektoliter liegen, aber für eine genaue Prognose ist es derzeit noch zu früh“, äußerte Schrank. Dennoch sei er angesichts der kleinen Vorjahresernte froh, dass die Entwicklung der Reben so weit fortgeschritten ist: „Jetzt können wir die Nachfrage nach Pfälzer Weinen in vollem Umfang decken und verlorene Flächen im Regal zurückholen.“

Für die Fachleute ist gerade das Abbremsen des Reifeprozesses durch das wechselhafte Juliwetter eher ein Grund zur Freude: „Diese kleine Reifeverzögerung halte ich für sehr positiv, denn durch eine langsame Reife prägen sich die Aromen am besten aus. Wir können also auf frische, fruchtige und aromatische Rieslinge hoffen“, sagt Jürgen Oberhofer vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinpfalz (DLR). Doch nicht nur für Rieslinge, auch für die roten Sorten sei der bisherige Witterungsverlauf geradezu maßgeschneidert. „Die Vorzeichen für einen bemerkenswerten Rotwein-Jahrgang sind gut.“

Ende Mai hatte noch alles auf einen Turbo-Jahrgang hingedeutet. Denn zum Zeitpunkt des Blütebeginns – er wurde in Neustadter Lagen bereits am 25. Mai registriert – besaß die Vegetation einen Vorsprung von fast drei Wochen gegenüber dem langjährigen Mittel. Die aktuellen Reifemessungen des DLR haben für Regent 49 Grad Oechsle und für Ortega 64 Grad Oechsle ergeben. Damit belegt 2011 keineswegs eine Spitzenstellung im Vergleich mit anderen Jahren. „Wir liegen derzeit wie 2008 und 2009, aber hinter 2003 und 2007 zurück“, berichtet Oberhofer. Hauptursache sei der zu kühle Juli.

Die frühreifen Sorten wie Ortega, Bacchus, Siegerrebe oder Solaris, die stets zum Beginn der Weinernte gelesen werden, dienen vor allem zur Produktion von Federweißen oder neuem Wein. Die Pfalz ist in diesem Marktsegment führend, mehr als die Hälfte des in Deutschland erzeugten Federweißen stammt von der Deutschen Weinstraße. In den vergangenen Jahren wurden nach Angaben des Weinbauverbands Pfalz bis zu 1,5 Millionen Liter Federweißer vermarktet. Dies ist zwar weniger als ein Prozent der durchschnittlichen Pfälzer Jahresernte, doch die Nachfrage steigt ständig. Manche Weingüter haben sich ganz auf diese Marktnische spezialisiert.

Österreichs Wein bringt Wertrekord trotz Mengenminus

Österreichs Wein blickt trotz schwieriger Marktbedingungen auf ein positives Jahr 2010 zurück. Eine niedrige Erntemenge 2009 führte im heimischen Lebensmittelhandel bereits zu Marktanteilsverlusten, vor allem im Preiseinstiegssegment bis 2 €/Flasche. Der Wert konnte erfreulicherweise gehalten werden. Ähnliche Auswirkungen gab es auch auf die Exporte. Die Fassweinausfuhren sind stark zurückgegangen. Der Flaschenweinexport ist dagegen weiterhin auf Erfolgskurs und führt zum höchsten je erzielten Durchschnittspreis von über 2 €/L. Durch die abermals geringe Weinernte 2010, der geschätzten kleinsten seit dem Frostjahr 1985, werden sich diese Trends fortsetzen. Aufgrund der fehlenden Menge ist im nächsten Jahr daher auch mit einem Rückgang der Exporterlöse zu rechnen.

Weniger, aber besserer heimischer Wein im Lebensmitteleinzelhandel

Der österreichische Gesamtweinkonsum liegt laut Erhebung der Statistik Austria stabil bei 2,4 Mio. hl. Ein großer Anteil davon wird in der Gastronomie getrunken, wo der Marktanteil des österreichischen Weins seit vielen Jahrzehnten mehr als 80 Prozent beträgt. Auch der Anteil der Ab-Hof-Verkäufe direkt ab Winzer ist seit einigen Jahren konstant.

Die signifikantesten Änderungen gab es 2010 im Lebensmitteleinzelhandel (LEH). Dies ist auch der einzige Bereich, aus dem aufgrund genauer Erhebung der Verkäufe über Scanningkassen verlässliche Daten verfügbar sind. Generell sind heimische Weine in diesem Bereich mit ca. 65% Marktanteil sowohl beim Wert als auch bei der Menge weiterhin klarer Marktführer. Aufgrund der geringen Erntemenge im Jahr 2009 (-10%) kam es jedoch zu leichten Marktanteilsverlusten bei der Menge (-1,7 Prozentpunkte) besonders im Einstiegspreissegment von Weinen bis 2 €/Flasche. „Im Bereich der Billigweine haben wir heuer Verluste hinnehmen müssen. Trotzdem konnten wir den Marktanteil beim Wert halten. Das heißt, dass in heimischen Supermärkten jetzt besserer Wein aus Österreich verkauft wird, für den die Konsumenten auch bereit sind mehr zu bezahlen“, kommentiert Willi Klinger, Geschäftsführer der Österreich Wein Marketing (ÖWM), die Entwicklung.

In dieselbe Kerbe schlägt auch Gerhard Wohlmuth, Vorsitzender des Wein- und Spirituosenhandels der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ): „Die äußerst geringe Weinernte im Jahr 2010 lässt erwarten, dass sich dieser Trend auch im nächsten Jahr fortsetzt. Jetzt ist für uns strategisch der richtige Moment, österreichische Weine nachhaltig in höheren Preissegmenten über 2 €/Flasche zu positionieren, da unsere kleinbäuerliche Struktur die Produktion von Billigweinen einfach nicht erlaubt.“

Weinexporterlöse erneut auf Rekordniveau

Auch im Weinexport wirkt sich die kleine Erntemenge aus. Laut den Exportzahlen der Statistik Austria I-IX 2010 und Hochrechnungen der ÖWM kam es bei den Fassweinexporten zu starken Einbrüchen (Menge -44%, Wert -34%). Gleichzeitig verzeichnen die hochwertigen Flaschenweinexporte mit einem Mengenplus von 10% und einem Wertzuwachs von 9% eine erfreulich positive Entwicklung. Gesamt erwartet die ÖWM eine Exportmenge von 60 Mio. Liter (-13,7%) zu einem Rekordexportwert von 122 Mio. € (+2,6%).

„Der Exportwertanteil der Flaschenweine am Gesamtexport ist auf 91 Prozent angewachsen, das ist für die heimische Weinwirtschaft eine essentiell wichtige Entwicklung“, freut sich Willi Klinger. „Damit erreichen wir heuer erstmals einen Durchschnittspreis von über 2 €/L, eine Benchmark, die ich mir zu meinem Antritt vor drei Jahren selbst gelegt habe.“ Das strategische Ziel der ÖWM, langfristig billige Fassweinexporte in nachhaltige Flaschenweinexporte mit höherer Wertschöpfung für die Winzer umzuwandeln, scheint somit bereits zum Teil erreicht zu sein. Trotzdem gibt sich Willi Klinger noch nicht zufrieden: „Unsere Flaschenweine weisen seit zehn Jahren einen beständigen Kurs nach oben auf. Und die Durchschnittspreise sind kontinuierlich gestiegen. Unser mittelfristiges Ziel der nächsten drei Jahre muss es sein, die Flaschenweinexporte bei einem Preis von 2,60 €/L auf 50 Mio. Liter zu erhöhen. Der Fassweinbereich könnte zusätzlich 20-30 Mio. Liter zu einem Preis von 0,60 €/L betragen. In Summe ergäbe das theoretisch einen Exportrekordwert von 142 bis 148 Mio. Euro.“

Weiterhin wichtigster Exportmarkt ist Deutschland (I-IX Menge: -7,3%, Wert: +4,4%), gefolgt von der Schweiz inkl. Liechtenstein (I-IX: -1,1%, -1,2%), USA (I-IX: +9,5%, +9,8%), Niederlande (I-IX: +19,3%, +15,5%) und Schweden (I-IX: 6,8%, 4,6%). Von strategischer Bedeutung für Österreichs Weinwirtschaft wie auch für Europa insgesamt sind die Entwicklung und der Aufbau von neuen Märkten außerhalb der Europäischen Union, z.B. Russland, China und Singapur, da in diesen Märkten mit einer hohen Wertschöpfung zu rechnen ist. Die Europäische Union unterstützt die hohen Markteintrittskosten in diese Märkte durch eine seit zwei Jahren laufende Förderung für Exporte in Länder außerhalb der EU.

Geringe Weinernte 2010 wird Exporte dämpfen

Die Weinernte 2010 mit einer von der Statistik Austria geschätzten Erntemenge von ca. 1,76 Mio. Liter (-30% zum langjährigen Durchschnitt) wird die Weinexporte im nächsten Jahr jedoch etwas dämpfen. Davon sind Willi Klinger und Josef Pleil, Präsident des Österreichischen Weinbauverbandes überzeugt. „Das heurige Weinjahr war von Anfang an schwierig. Neben verbreiteten Frostschäden war es anschließend während der Blüte sehr kalt und regnerisch. In Folge entwickelte sich daraus ein generell schwacher Fruchtansatz“, erklärt Josef Pleil. „Aus den andauernden Regenfällen fast über das ganze Jahr verteilt entwickelte sich auch ein hoher Infektionsdruck, der von den Winzern ganze Arbeit für gesundes, reifes Traubenmaterial verlangte.“ Da aus dem Erntejahr 2009 kaum Lagerbestände vorhanden waren, kommt es besonders bei Weißwein zu Engpässen und zu teils turbulenten Preisentwicklungen. Vor allem in Niederösterreich, im Burgenland und in Wien wird es heuer mit -32%, bzw. -27% und -30% zum fünfjährigen Durchschnitt zu einer der niedrigsten Erntemenge der Geschichte kommen. Die Steiermark verzeichnet „nur“ einen Rückgang von ca. 12%. „Die Schätzungen der Statistik Austria zu dieser Zeit sind meist etwas vorsichtig. Ich gehe davon aus, dass es partiell zu Ausfällen von bis zu -40% kommen wird“, kommentiert Josef Pleil die Situation. Trotz des schwierigen Vegetationsjahres ist die Qualität der österreichischen Weine jedoch sehr erfreulich: Der Jahrgang 2010 zeichnet sich durch besondere Fruchtigkeit und Frische aus.

Geringste Weinernte der letzten 20 Jahre erwartet

Das heurige Weinjahr 2010 wird mengenmäßig eine der kleinsten Ernten der letzten 20 Jahre sein. Die Weinernteschätzung der Statistik Austria per Ende Oktober geht von einer Menge von 1,76 Mio. hl aus, das sind rund 30% weniger als eine durchschnittliche Erntemenge von 2,5 Mio hl pro Jahr. Der Österreichische Weinbauverband bestätigt diese Meldung. „Diese Erntemenge ist weniger als der normale Weinkonsum in Österreich, der im Schnitt bei 2,4 Mio. hl. liegt“, kommentiert Josef Pleil, Präsident des Österreichischen Weinbauverbandes, die Situation. „Besonders dramatisch ist die Lage bei Weißwein, da hier aus der geringen Vorjahresernte auch kein Weißweinlagerbestand als Vorrat vorhanden ist.“

Preissteigerungen in allen Segmenten
Hauptgrund für die kleine Weinernte ist ein geringer Traubenansatz und schlechtes Wetter während der Blütezeit. Die niedrige Menge hat in der Folge auch starken Einfluss auf die Entwicklung der Traubenpreise. „Die Preise für Trauben haben sich heuer verdoppelt bzw. sogar verdreifacht“, erläuterte Gerhard Wohlmuth, Vorsitzender des Ausschusses Wein- und Spirituosenhandel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). „Wir müssen unsere Weinpreise den Rohstoffpreisen anpassen. Es ist unumgänglich, die Preissteigerungen teilweise auch an die Kunden weiterzugeben.“

Marktanteilsverluste im Einstiegsbereich
„Besonders im Preiseinstiegsbereich wird es dadurch zu Marktanteilsverlusten kommen. Und auch im Export werden wir 2011 erstmals mengenmäßig keine Zuwächse erwarten können. Ich bin aber überzeugt, dass der Durchschnittsexportpreis dadurch 2011 steigt, was sich strategisch für die Zukunft positiv auswirken wird“, analysiert Willi Klinger, Geschäftsführer der Österreich Wein Marketing weiter. „Erfreulich ist jedoch, dass wir von der kleinen Erntemenge Weine mit außergewöhnlicher Fruchtbrillanz und reintönigen Aromen erwarten können. Hier haben unsere Winzer wieder ganze Arbeit geleistet.“

Zur Weinernte nach Madeira

Vom 2. bis zum 5. September 2010 dreht sich beim Madeira Weinfestival alles rund um das berühmteste Produkt der Insel. Zu Ehren des Madeiraweins finden in Funchal zahlreiche Ausstellungen, Weinproben, Konzerte und Folkloredarbietungen statt. Die Feierlichkeiten in der Inselhauptstadt konzentrieren sich vor allem auf die festlich geschmückte Avenida Arriaga.

Der Höhepunkt des Festivals ist die traditionelle „Weinlese live“ in Estreito de Câmara de Lobos, westlich von Funchal, dem wichtigsten Anbaugebiet des Madeiraweins. Diese findet am 5. September ab morgens um 10 Uhr statt. Alle Besucher und Einheimischen sind an diesem Tag eingeladen, an der Traubenernte teilzunehmen. Auf die gemeinschaftliche Ernte folgt ein feierlicher Umzug, um anschließend die geernteten Trauben kollektiv mit den Füßen zu zerstampfen. Für das leibliche Wohl ist mit zahlreichen regionalen Spezialitäten bestens gesorgt.

Unter www.madeiraislands.travel finden Sie weitere Details zum Festival und zu Madeira. Informationen zu Portugal allgemein finden Sie unter www.visitportugal.com .

Weinernte 2009 höher als Prognose

Die Weinmosternte 2009 ist nach Bekanntgabe der endgültigen Ernteergebnisse um drei Prozent höher ausgefallen als noch im November letzten Jahres prognostiziert wurde.
 

Wie das Deutsche Weininstitut (DWI) auf der Datenbasis des Deutschen Weinbauverbandes sowie des Statistischen Bundesamtes bekannt gibt, beläuft sich die Gesamt­deutsche Weinernte­menge des Jahrgangs 2009 auf 9,14 Millionen Hektoliter. Dieses Ernteergebnis liegt 8,6 Prozent unter dem des Vorjahres sowie 7,3 Prozent unter dem zehnjährigen Mittel.

Aufgrund der sehr guten Witterungsverhältnisse des vergangenen Jahres hatten 53 Prozent der eingebrachten Trauben Prädikatsweinniveau. Weitere 43 Prozent waren für die Qualitätsweinproduktion geeignet. Der Anteil von Landwein und Weinen der neuen Bezeichnungskategorie „Deutscher Wein“ ohne nähere Herkunftsbezeichnung beläuft sich zusammen genommen lediglich auf vier Prozent.

„Der Jahrgang 2009 wird damit seinem Ruf als Spitzenjahrgang absolut gerecht. Er hat Weine mit einem außergewöhnlich guten Preis-Genuss-Verhältnis hervor­gebracht und wird sowohl bezüglich der Mengen als auch der Qualitäten als marktgerecht angesehen“, erklärt DWI-Geschäftsführerin Monika Reule.

Europaweit bewegt sich die Weinproduktion von 2009 nach jüngsten Schätzungen der Europäischen Kommission mit 164,6 Millionen Hektolitern vier Prozent unter dem Vorjahres­niveau und zehn Prozent unter dem langjährigen Mittel. 

Weinmosterntemengen in den deutschen Weinbau­gebieten 2009:

Anbaugebiet

Erntemenge 2009

Differenz zu 2008 (%)

in %

Ahr

33.000 hl

-23

Baden

1.204.000 hl

-13

Franken

450.000 hl

-3

Hessische Bergstraße

31.000 hl

-17

Mittelrhein

28.000 hl

-23

Mosel

814.000 hl

-10

Nahe

313.000 hl

-18

Pfalz

2.353.000 hl

-2

Rheingau

216.000 hl

-22

Rheinhessen

2.557.000 hl

-11

Saale-Unstrut

 25.000 hl

-54

Sachsen

10.000 hl

-63

Württemberg

1.101.000 hl

-3

Deutschland gesamt:

9.139.000 hl

-8,6

Quelle: Destatis / DWV

Frankreichs Winzer erwarten einen hervorragenden Jahrgang

Frankreichs Winzer erwarten einen hervorragenden Jahrgang

Frankreichs Winzer haben Grund zur Freude: Dank optimaler Wetterbedingungen im Sommer verspricht die aktuelle Weinernte ein Jahrgang von hervorragender Qualität zu werden. Mit 46,8 Millionen Hektoliter fällt die Erntemenge dabei eher gering aus.

Trotz anfänglicher Schwierigkeiten im vegetativen Zyklus (relativ später Knospenaufbruch, hoher Pilzdruck, Hagelstürme im Mai und Juni), brachten effektive Techniken zur Weinbehandlung und exzellente klimatische Bedingungen im Sommer einen frühen Jahrgang von außerordentlicher Qualität hervor. Aufgrund der Trockenheit, die die hohen Temperaturen im Spätsommer begleitete, fällt die Erntemenge eher gering aus.

Die Ernteprognosen des französischen Amts für Landwirtschaft und Fischerei FranceAgriMer vom 7. Oktober 2009 belaufen sich auf 46,8 Millionen Hektoliter für die gesamte Ernte. Davon entfallen 22,9 Millionen Hektoliter auf AOP-Weine (Appellation d’Origine Protégée, entspricht g.U.), 15,9 Millionen Hektoliter auf IGP-Weine (Indication Géographique Protégée, entspricht g.g.A.) sowie Weine ohne geografische Angabe („vins sans IG“) und 7,9 Millionen Hektoliter auf Weine für die Produktion von Cognac und Armagnac.

Grauburgunder mit Mostgewicht von 209° Oechsle

Pfälzer Weingut erntet

Grauburgunder mit Mostgewicht von 209° Oechsle

Wenngleich die Weinernte 2009 noch nicht vollständig abgeschlossen ist, gibt es aus der Pfalz bereits erste Rekord-Mostgewichte zu melden. Nach einer Mitteilung der Pfalzwein- Werbung erntete das Weingut Mohr-Gutting in Neustadt-Duttweiler am 13.Oktober eine Grauburgunder Trockenbeerenauslese mit 209° Oechsle.Über ein Mostgewicht von mehr als 200° Oechsle konnte sich bei einer Umfrage von Pfalzwein ebenfalls ein Weingut aus Neustadt-Duttweiler freuen: Das Weingut Zöller-Lagas erntete eine Ortega Trockenbeerenauslese mit 203° Oechsle. Die Ernte einer Beerenauslese bzw. Trockenbeerenauslese vermeldeten unter anderem die Weingüter Philipp Kuhn, Laumersheim (Riesling 190°), Kreiselmaier, Lachen- Speyerdorf (Ortega, 187°) und Rings, Freinsheim (Riesling, 182°). Ein vom Weingut Neiss in Kindenheim gelesener Rieslaner verzeichnete ein Mostgewicht von 180° Oechsle. Bereits Ende September brachte das Weingut Anselmann in Edesheim eine Sauvignon blanc Beerenauslese mit 134° Oechsle ein Die meisten Sorten erreichen ein derartiges Reifestadium erst im Oktober.

Österreichs Weinernte 2009: Kleine Menge, hohe Qualität

Österreichs Weinernte 2009: Kleine Menge, hohe Qualität

In den vergangenen Wochen ging es hektisch zu in Österreichs Weingärten.
Das warme und sonnige Wetter bis Anfang Oktober brachte gesunde Trauben
mit idealer Reife und kühle Nächte sorgten dafür, dass auch das Aroma
perfekt erhalten blieb. Man darf sich also wieder auf einen qualitativ
hochwertigen Jahrgang aus Österreich freuen, allerdings auch mit einem
Wermutstropfen. Schlechtes Wetter während der Blüte und großflächige
Hagelschäden lassen lt. Josef Pleil, Präsident des Österreichischen
Weinbauverbandes, eine kleinere Erntemengen von ca 2,2 Mio hl oder
weniger erwarten.

Auch in Niederösterreich, Österreichs größtem Weinbaugebiet, freuen sich
die Winzer über die hohe Qualität der geernteten Trauben. Die
Erntemengenschätzungen gehen kontinuierlich nach unten. Neben der
allgemein schwierigen Blüte – kaltes Wetter und Regen führte zu einer
geringen Befruchtung – war besonders im Weinviertel der Traubenansatz
geringer als in Vorjahren. Starker Regen im Raum Kremstal, Kamptal und
Wachau Mitte September führte zu einem erhöhten Pilzdruck und erfordert
rigorose Auslesearbeiten bei der Ernte.

Im Burgenland gab es in den letzten Wochen ideale Bedingungen für den
Reifeverlauf der Trauben. Vom Hagel blieb das Burgenland dieses Jahr
großteils verschont, jedoch gab es auch hier während der Blüte
Verrieselungsschäden (keine Befruchtung) und somit eine geringere
Erntemenge. Im Herbst förderten warme, trockene Trage und kalte Nächte
die Aromenausbildungen und brachten gesunde, vollreife Trauben. Das
trockene Wetter Ende August und Anfang September verursachte, wie auch
im Niederösterreich, eine geringere Saftausbeute bei der Vinifizierung.
Derzeit ist die Ernte bis auf wenige Rotweinsorten und die Süßweine
abgeschlossen.

Aus der Steiermark kommt der Grundtenor „wenig, aber gut“. Besonders
hier haben intensiver Regen und kalte Temperaturen während der Blüte den
Traubenansatz stark reduziert, vor allem bei Sorten wie Weißburgunder,
Morillon und Sauvignon Blanc. Zusätzlich sind lt. Hagelversicherung fast
1.500 ha der Fläche durch Hagel zumindest teilweise betroffen. Nach
einem feuchten Sommer freuten sich die Winzer über die
Schönwetterperiode im Herbst, die die physiologische Reife förderte,
jenen optimalen Zustand der Trauben, der nicht nur Zucker- und
Säuregehalte, sondern auch Aromen, Reifezustand der Traubenkerne
(Gerbstoffe) und Beerenhaut berücksichtigt.

In Wien vernichtete wie berichtet ein Hagelsturm im Juli den Großteil
der Trauben am Nussberg, Wiens bester Lage. Dementsprechend weniger
Menge wird auch heuer aus Wien zu erwarten sein, obwohl hier die
Verrieselungsschäden während der Blüte im Vergleich zu anderen Gebieten
geringer waren. In den jenen Lagen, die vom Hagel nicht betroffen waren,
konnten die Winzer schöne, gesunde, reife Trauben mit guter Säure und
Aroma ernten.

„Trotz Hagel und Verrieselung können wir uns auf einen qualitativ
hochinteressanten Jahrgang sowohl bei Weiß-, als auch bei Rotwein
freuen.“ kommentiert Willi Klinger, Geschäftsführer der Österreich Wein
Marketing GmbH (ÖWM) den Jahrgang. „Mit Preissteigerungen ist aber
aufgrund der reichen Vorjahresmenge nicht zu rechnen.“

Quintas da Madeira – Weinernte

Ein Fest zu Ehren des berühmten Weines

An vier Tagen können die Hotelgäste bei der Weinernte auf der
Quinta do Furão auf Madeira mitmachen.

Der süße Dessertwein von der portugiesischen Atlantikinsel Madeira ist weltberühmt.
In der Quinta do Furão im Norden Madeiras können jetzt Gäste an der Weinlese und
den begleitenden Festen teilnehmen. Am 11., 12., 18. und 19. September steht in
dem schmucken Luxushotel, das zur Gruppe Quintas da Madeira gehört, der süße
Rebsaft ganz im Mittelpunkt.

Los geht es gegen Mittag mit der Begrüßung durch eine Folkloregruppe, bei der auch
ein Glas Madeira als Aperitif gereicht wird.
Im Anschluss werden die geernteten Trauben von den Hotelangestellten und Gästen,
die sich daran beteiligen möchten, in großen, traditionellen Holzbottichen zertreten,
bevor diese Maische schließlich in archaischen Pressen entsaftet und der Most in
Fässer gefüllt wird.

Nach diesem „harten“ Teil des Tages steht Feiern auf dem Programm: Auf einem großen
Holzkohlengrill werden espetadas (Rindfleischspieße) zubereitet, dazu gibt es
Milho Frito (typisch madeirensische, frittierte Maisbreiwürfel), verschiedene Salate,
Süßkartoffeln, Gemüse, Brot und natürlich jede Menge Wein. Begleitet wird das ausgelassene
Essen vom Auftritt einer lokalen Tanz- und Musikgruppe.

Die Weinlese auf der Quinta do Furão ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, die gelebten
Traditionen Madeiras kennen zu lernen – und natürlich in erster Linie ein großes
Vergnügen!

Weitere Informationen unter: www.quintas-madeira.com