White Rabbit, Moskau

Die neue russische Küche – Wir besuchten das 23. beste Restaurant der Welt (Pelligrino Liste), das White Rabbit in Moskau und sprachen mit Küchenchef Vladimir Mukhin über seine Küche und seine Ideen – Der 33jährige Mukhin kommt im September zur Chefsrevolution nach Zwolle (Belgien).

Es ist gar nicht so einfach, einen Platz in dem Riesenrestaurant zu bekommen. Wir haben es dann aber doch geschafft. Das nächste Problem war, hinzukommen. Wir hatten für 19 Uhr reserviert. Vom Kempi, wo wir nett wohnten, wollten wir mit der Moskauer Metro direkt hinfahren. Nach 10 Minuten Fußweg standen wir vor dem Metro-Eingang. Und nicht nur wir. 100e Moskauer standen auch da und warteten, reinzukommen! Total überfüllt. Was nun?

Zum Glück kennen wir Yandex Taxi. Das ist total bequem. Auf der Webseite taxi.yandex.com (geht in jeder russischen Stadt) bestellten wir ein Taxi. Die Webseite stellt fest, wo man ist und man clickt auf bestellen. Und das Taxi kam in 30 Sekunden. So waren wir nur 15 Minuten zu spät in der Smolenski Passage, einer großen, exklusiven Mall – soweit ich in der kurzen Zeit sehen konnte. Wir fragten den Portier, der kein Englisch kann, aber „White Rabbit“ versteht. „Prawa Prawa, Bisines Center,“ meinte er. Wir gingen geradeaus und durch eine Tür zum Business-Center. Hier war kein Business, hier waren Fahrstühle. Mit denen fuhr man in den 5. Stock. Dort wechselte man – unter Aufsicht – in einen anderen Fahrstuhl, der einen auf’s Dach brachte, direkt ins White Rabbit.

Dort angekommen ist es hübsch. Man is(s)t bei Alice im Wunderland.
Wir hatten am Ende des Restaurants einen schönen Tisch am Fenster von dem wir auf das verregnete Moskau blicken konnten.

Wir waren schier erschlagen von der gigantischen Karte. Sieben Seiten Speisekarte, zzgl. Getränke zzgl. Wein.
Die Speisekarte bietet z.B. als Hauptgericht ein Perlhuhn mit rotem Apfel und wildem Reis für 10 Euro an. Dazu kann man ein Gramm weißen Trüffel für ebenfalls 10 Euro nehmen. Auch Bratkartoffeln gibt es für vier Euro (Portion, 155 Gramm).
Ich kann auch ein Elch-Kotelett mit Kartoffelbrei und Delikatessgurke für 13 Euro bestellen. Und am Ende eine Kugel Eis für zwei Euro (50 gr.).

Wir entschieden uns natürlich für das große Tasting Menü mit 15 Gängen für 110 Euro pro Person.

Da es beim Wasser nur Nestle Waters gab, obwohl es doch gute russische Brunnen gibt und wir vom Rennen durstig waren, tranken wir erst einmal russische Softdrinks, die, wie auch die frisch gepressten Säfte (250 ml für 5 Euro), sehr preiswert waren. Später tranken wir noch Wein und Cocktails, nichts zu erwähnen.

Nun kam der „Brand Chef“ Vladimir Mukhin recht gehetzt zu uns an den Tisch. Mukhin ist verantwortlich für über 16 Restaurants in Moskau und Sotschi. Das geht von einer Hähnchenbraterei (halbes Grillhendl 4 €) auf dem Markt und über Burgerland und eine italienische Kette (Luciano) bis zum White Rabbit, dem 23. besten Restaurant in der Welt.
Das White Rabbit (WR) hat von 12 bis 24 Uhr geöffnet und eine 20 Mann Brigade bewirtet durchschnittlich 270 Gäste am Tag. Das WR ist sehr casual, aber man kann sich auch fein anziehen und fällt nicht auf. Jeder nach seinem Gusto. Prima.

Im WR hat sich Mukhin der Domostroi (auch Domostroj (russisch Домострой, wörtlich Hausordnung) ist ein russischer Gesetzeskodex aus dem 16. Jahrhundert, der bis ins 19. Jahrhundert im Gebrauch war) verpflichtet.
Das irritierte mich sehr, aber meine gebildete Frau erklärte mir, dass in der Domostroi auch alle Sachen explizit drinstanden, die die Frau für den Mann machen muss (und umgekehrt) und so standen auch Rezepte drin.
Wikipedia ergänzt: „Der Domostroi beinhaltet sorgfältig zusammengestellte Regeln des öffentlichen, religiösen und insbesondere familiär-alltäglichen Verhaltens und hat eine moralisierende und disziplinierende Funktion. Besonders detailliert wird darin auf die Haushaltsführung eingegangen.“ Und auch Rezepte.
Ähnlich wie Bocuse mit seiner Nouvelle Cuisine in den 70ern probiert Mukhin die traditionelle, russische Küche zu verschlanken und den Eigensgeschmack der Produkte herauszustellen. Anders als die jungen Wilden in Frankreich hat Russland aber keine helfenden Kritiker wie Andre Gayot, Henri Gault und Christian Millau.

Der Ansatz der regionalen Küche mit einigen Showeffekten wird auch in London (Dinner by Heston Blumenthal**) und in New York von Daniel Humm (EMP***) verfolgt. Wir waren also gespannt, wie das ähnlich gute bewertete WR gegenüber Blumenthal und Humm abschneidet.

Ich mag jetzt die ganzen Effekte des netten Abends – ja, nett – nicht verraten, sonst hat der zukünftige Gast weniger Spaß. Jedoch gibt unsere Facebook-Bilderstrecke viel Auskunft.
Mukhin kam im Laufe des Abends immer mal wieder bei uns für ein paar Minuten vorbei, um sich befragen zu lassen. Er ist ein charismatischer, sehr lebhafter Küchenchef. Still sitzen ist nicht so sein Ding.

Zur Küche selber. Wir waren nicht im 23. besten Restaurant der Welt, auch wenn Geschmack unterschiedlich sein kann, maße ich mir an, dass zu beurteilen. Wir speisten in einem gehobenen Restaurantkonzept, dass uns viel Spaß machte. Die Küche ist einfallsreich und oft erfrischend anders und durchaus schmackhaft, aber nicht so elaboriert, wie ich erwartet habe. Zudem gab es zu viele handwerkliche Fehler. Der Laden hat Potential. Und es macht Spaß, im WR zu sein. Wir haben uns dafür entschieden, nicht im 23. besten Restaurant zu sein, sondern im Weißen Hasen. Und das war nett. Wir würden bestimmt wieder hingehen, wenn wir in Moskau sind, dann aber a la Carte essen. Das empfiehlt Mukhin für den zweiten Besuch selber.

Auf einen Kaffee verzichteten wir, da es nur Spezialitäten eines Schweizer Instant-Kaffeespezialisten gab.

Der zweite Teil des Abends war dann fast spannender. Wir durften in Mukhins Labor, dem WR Gastrolab, im gleichem Haus. Hier herrscht Mukhins rechte Hand, der Koch Likarion Solntsev. Ein ruhiger, kluger Zuarbeiter für Mukhin. Auch vom Gastrolab haben wir Fotos auf unserer Facebookseite.

Fazit: Wir hatten einen netten Abend mit russischer Küche und einem wilden russischen Küchenchef mit Zukunft. Nicht ganz billig, aber auch nicht aberwitzig teuer. Gehen Sie ruhig hin, wenn Sie in Moskau sind. Aber einen großen Umweg brauchen Sie nicht zu machen.

Sehen Sie unsere Fotos auf Facebook:
https://www.facebook.com/gourmetreport/photos/?tab=album&album_id=10153878972688124

Ein anderes, witziges Restaurant in Moskau ist das Erwin. Hier unser Bericht: http://www.gourmet-report.de/artikel/347426/Restaurant-Erwin-Moskau/

Ho Chi Minh City, Vietnam, Reisebericht

Nach einem doch anstrengenden Flug mit Cathay, sind wir in Ho Chi Minh City (HCMC) angekommen.
Die Flugbegleiter der Cathay erstaunten mich. Mein Business Class Sitz lies sich nicht zum flachen Bett ausfahren. Irgendetwas hakte. Der Steward reparierte vor Ort. Eine halbe Stunde fummelte er an der Mechanik im Sitz rum und hat es sogar hinbekommen. Einzig, dass er mit Schuhen auf meinem Bett rumturnte und mit seinen dann schmutzigen Händen mein Kissen anfasste, war weniger schön.
Im Transitbereich wartete meine Tochter bereits auf uns. Sie kam eine halbe Stunde vorher mit der Aeroflot an.
Wir stellten uns dann bei der Passkontrolle an. Nach 20 Minuten warten, wurden wir wieder zurückgeschickt. Man muss zuerst sein Visa abholen. Die Visastelle war umlagert, nirgendwo war etwas erklärt. Anstellen ist Blödsinn. Man drängelt sich an den Wartenden vorbei und holt sich den Antrag. Allerdings muss man vorher bereits das Visa via Internet beantragt haben. Das hatten wir. Kostet ca. 20 Euro pro Kopf. Nun füllt man den neuen Antrag aus und gibt ihn mit 2 Passfotos – 4×6 cm – wieder ab. Dann wartet man ewig wie alle anderen an diesem Nadelöhr. Nach 40 Minuten wurden wir aufgerufen und zahlten 45 $ pro Kopf und mussten wieder zur Passkontrolle. Die waren nett und ich durfte – da niemand da war – zum Diplomatenschalter.

Da wir die Gegebenheiten nicht kannten, liessen wir uns von unserem Hotel, Saigon Domain, abholen. 25 $. Der Fahrer lief vor, wir mit dem Gepäck hinterher…. Wir sind von MiddleEast wohl zu verwöhnt. Im Hotel angekommen, schliefen wir erst einmal 4 Stunden, um dann Essen zu gehen.

Das Hotel selber ist eher ein Serviced Apartmenthaus. Wir hatten „Two Bedroom“ bestellt, bekamen aber sogar drei, so dass die Kinder jeder ein eigenes Zimmer hatten.
Das Apartment ist riesig, ca. 150 qm, gut ausgestattet, aber schlecht gepflegt und etwas oberflächlich sauber gemacht. Da es noch relativ neu war, ging es noch. In ein paar Jahren ist es sicher komplett runtergekommen.

Wir nahmen uns ein Taxi – man sollte nur Taxis der Firmen VinaSun, VinaTaxi und MaiLinh nehmen, da diese seriös sind. Wir zahlten 8 Euro bis zu einem kleinen Nacht-Markt. Hier gab es viele gefälschte Sachen, die uns wenig interessierten. Wir aßen recht nett in einem Zelt. Vietnamesiche Frühlingsrollen, „Kantonesichen“ Reis und Schweinebauch. Austern und Jacobsmuschel waren nicht berühmt. Der Rest war gut.

Das Frühstück im Hotel war okay. Es gab an Brot nur Toast. Aufschnitt gab es nicht, nur zwei Marmeladen. Eierspeisen nach Wahl und viel frisches, gutes Obst. Man sitzt sehr hübsch direkt am Fluß. Der Service ist liebevoll aber ahnungslos.

Wir nahmen das kostenlose Boot-Shuttle vom Hotel in die Innenstadt. Ganz prima! Dann tranken wir beim Vietnams #1 Coffeeshop, Nguyen, einen typischen Drip Coffee, der teuer war (4,00 Euro/Tasse) und uns nicht so überzeugte. In der Stadt gab es einiges zu entdecken. Kathedrale, General Post Office etc. Wir wollten uns eigentlich massieren lassen (ca. 15 Euro/Stunde), aber die Läden sahen oft eher wie ein Bordell aus. Da haben wir verzichtet.
Nichst Spektakuläres in HCMH, aber eine gute Atmosphäre. Abends aßen wir in einer Sushi-Bar. Sashimi war okay, der Reis beim Maki zu süss und zu essighaltig. Wirklich preiswert war es nicht.

Am nächsten Tag, der 3., sind wir wieder in die Stadt. Wir besuchten das Kriegsmuseum (ca. 70 cents Eintritt für Erwachsene, Kinder frei). Mein Neunjähriger war begeistert von den ausgestellten Panzern und Fluggeräten, im „Gefängnistrakt“ jedoch war er dann von den Fotos zu schockiert, so dass ich abbrechen musste. Die Bilder der Napalmopfer im Museumsgebäude ersparte ich ihm. Wir hatten danach ein sehr gutes Gespräch über Waffen und den Wahnsinn eines Krieges.
Danach ging es in A O Show in die Saigon Oper. Das Gebäude ist eher ein kleines Opernhaus. Es gab eine stimmungsvolle vietnamesiche Artistik Show. Keine wirkliche Sensationen, aber recht nett. Nehmen Sie Tickets auf der rechten Seite. Wie kauften unsere Tickets im Postamt, da gibt es 20 % Rabatt. Es war mit 20 Euro in der billigsten Kategorie für eine Stunde Show nicht ganz preiswert. Man sitzt relativ bequem.

Ich las den Bericht des geschätzten Günter Klotz, der ganz begeistert zwei Tage vor uns im fünfbesten vietnamesischen Restaurant, dem Hoi An, aß. http://guenterklotz.blogspot.com/2015/03/saigon-little-tokyo-hoi-an.html . Ich kann seine Erfahrung leider nicht teilen.

Nach der Oper liefen wir 10 Minuten zum Restaurant. Die Gegend ist abends gut frequentiert, was woll auch an den ansehnlichen Damen liegt, die vor den Massagesalons werben. Mein Neunjähriger wollte jetzt auch eine Massage, seine Mutter war dagegen.
Im Restaurant wurden wir freundlich empfangen, mussten kurz warten, weil sie nachguckten, ob im 1. Stock was frei ist, was nicht war, so dass wir im EG platziert wurden.
Wir bekamen riesige a la Carte Speisekarten und welche mit über 15 „Set Menüs“. Dazu eine Drinking List und separat eine Weinkarte. Da wir zu faul waren, die Karte durchzuarbeiten, haben wir uns für ein Menü mit besonders vielen „Signature Dishes“ entschieden. Die Tochter nahm das vegetarische Menü.
Der nette Kellner fragte uns, ob wir scharf essen können, worauf wir antworteten, moderate Schärfe sei prima und die Tochter – nach ayurvedischen Regeln – mag es nicht scharf. Dann kam der Oberkellner, drängte den Kellner weg und sagte, er habe verstanden. Ich sagte noch, wir möchten alles so essen, wie der Küchenchef es gedacht hat.
Dann fragte er uns, welches Hotel uns schickte. Und antwortete gleich selber: „Das Inter-Continental bestimmt!“

Am Anfang wurde das Menü umgestellt. Statt der frittierten Frühlingsrollen kamen die hervorragenden Frischen. Danach gab es die frittierten, die sehr mayonnaiselastig waren. Trotzdem noch lecker. Unser 7 Gang Menü entpuppte sich als Fünf-Gang Menü, 2x Frühlingsrollen, gute in Kokoswasser gedämpfte Scampi, Rindfleisch mit Zwiebel und Spinatbeilage, sowie gebratenen Reis. Zum Nachtisch gab es ein Kompott aus Lotuswurzeln, Lotussamen und Lychee. Das ganze mit Eiswürfeln.
Wir Erwachsenen teilten unsere Menüs mit Junior, was sinnvoll war, da die Portionen großzügig sind.
Das vegetarische Menü war kein Brüller. Eine Maissuppe vorab, dann zwei Sorten vegetarische Frühlingsrollen, Tofu mit Gemüse und gebratenem Reis.

Fazit: Alles schmeckte sehr nüchtern und ungewürzt. Wir waren wenig begeistert und hatten nicht den Geschmack Vietnams auf der Zunge. Für Vietnam war es für drei Personen mit 152 US$ recht teuer.

Unsere Fotos vom Restaurant: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.10152922437278124.1073741927.168996673123&type=3

Kurzbesuch Hamburg

Aufgrund eines Todesfalls mussten wir kurz nach Hamburg.
Wir wohnten im – laut Tripadvisor besten Hamburger Hotel – Park Hyatt. Meine Frau meinte trocken, gut dass ich nicht im Zweitbesten gebucht habe. Wieso das Hotel seit Jahren so gut bewertet wurde, erschloss sich uns nicht. Das schön große Zimmer begrüßt den Gast mit einem fleckig-speckigen Teppichboden, der auf meine Bitte etwas gereinigt wurde. Das Zimmer ist sehr unpraktisch gestaltet, das Licht katastrophal und der TV zu klein fürs Zimmer. Zum riesigen und schönen Indoor Pool geht mit 2 Fahrstühlen und durch die gesamte Lobby. Der Service war fast durchgehend luschig, die Mitarbeiter jedoch alle überdurchschnittlich freundlich und hilfsbereit, wenn auch nicht immer kompetent und zuverlässig. Eine Ausnahme bildete der Concierge. Wenn es eine Auszeichnung für Arroganz gäbe, wäre er hochdekoriert. Durchgehend gut war die Küchenleistung. Dazu später mehr.

Am ersten Abend, erschöpft von der langen Anreise, gingen wir ins Block House. Wie immer wurden wir freundlichst bedient, hatten in kurzer Zeit leckeres Essen zum noch akzeptablen Preis auf dem Tisch. Akzeptabel.

Am nächsten Abend ging es zum Wiener Schnitzel und Kaiserschmarren zu Tschebull. Auch hier alles tadellos. Der perfekte Service um Yvonne Tschebull verwöhnte, wie auch Schnitzel und Kaiserschmarren. Keine große Küche, aber alles perfekt zubereitet. Wein etwas teuer. Kann man insgesamt empfehlen.

Am nächsten Abend etwas ungewöhnliches für uns: wir aßen im Hotel. Das Restaurant Apples ist auch Frühstücksstube. Wir wählten das Dreigang Menü (39 Euro) und konnten aus 7 Positionen wählen. Ein Kracher war die Vorspeise: Taramasalat, entworfen von der Souschefin von Kuechenchefs Christopher Gehring, wie uns der Kuechendirektor Thomas Heß später verriet. Das Entenravioli war etwas groß und trocken, trotzdem lecker. Der Kalbsrücken blass und bissfest. Der war kein Liebling, wohl aber die Kalbsbacke mit Filet. Das Filet hätte man sich sparen können, die Backe war an einer großartigen Sauce. Sehr gut. Am Ende gab es noch einen ordentlichen Schweizer Kaseteller. Auch hier die Note „empfehlenswert“.

Für den letzten Abend haben wir uns den Off-Club von Tim Mälzer vorgenommen. Hier arbeitet der Christian Bau Schüler Thomas Imbusch. Der OffClub erinnert zuerst an Tim Raues Soup Populaire in Berlin, jedoch ist das Konzept unterschiedlich. Im ersten Speisezimmer gibt es eher preiswerte Sachen wie Hamburger, aber auch großartigen Sushi. Der Sushi-Chef kommt aus dem Düsseldorfer Nagaya. Es legt ein DJ auf.
Das Hinterzimmer nennt sich Madame X und sieht wie ein Puff aus. Hier gibt es ein 7 Gang Menü für 77 Euro. Weine auch hier sehr teuer. Die Bedienung ist locker und nett. Das Essen von Imbusch ist durchweg sehr gut, bis aufs Dessert, das uns nicht überzeugte. Allerdings vermissten wir Brot und aufgrund der kleinen Portionen waren wir noch fast hungrig am Ende des Essens. Zu Zweit bezahlten wir 220 Euro. Aufgrund der sehr eigenständigen und durchweg interessanten Küche von Imbusch ist das Madame X auch sehr empfehlenswert.
Tim Mälzer schafft interessante Restaurantkonzepte. Auch seine Bullerei und das Alte Mädchen sind zu empfehlen.

Www.blockhouse.de
Www.hyatt.de
Www.tschebull.de
Www.offclub.de

Fotos wie immer auf unserer Facebook Seite: www.facebook.com/media/set/?set=a.10152646052883124.1073741916.168996673123&type=3

Update: Auf meine Beschwerde beim Hotel bekam ich sehr nett eine Antwort, dass es im Laufe des Jahres 2015 größere TVs geben wird. Man habe das Problem erkannt.

Mailand, Monaco, Cote d'Azur, Genua und Florenz

Mich rief Italien, meine Frau Monaco und Frankreich. So machten wir einen Kompromiss und besuchten alles. Unser Trip fing in Mailand an. Da wir fast 1/3 de Jahres reisen und selber zahlen, müssen wir natürlich die Kosten im Griff halten.

Mailand

Mailand ist eine teure Hotelstadt. So richtig teuer. Und wir brauchen ein Dreibettzimmer oder besser zwei, weil Junior mitreist. Er wird jedoch später in Mailand weiterreisen, er fliegt alleine zu den Großeltern. Das einzig preislich Akzeptable was ich fand, war das 4-Sterne Art Hotel Navigli im gleichnamigen Stadtteil. Das Hotel selber ist jetzt nicht der Hit, aber wirklich okay. Unser relativ teures 3-Bett Zimmer war ein kleines Zweibettzimmer mit Zustellbett. Das kleine Zimmer war blitzsauber. Leider war das Zimmer zur Strasse hin und das Vorurteil, nur Deutsche machen anständige Fenster, bestätigte sich wieder. Es war laut! Sehr laut.

Das Frühstücksbuffet – im Zimmerpreis enthalten – war sehr gut, bis aufs Brot und Rühreier, beide ausreichend. Aber San Daniele Schinken, Mailänder Salami, ordentliche Mortadella, frische Früchte, gute Croissants, hervorragender Cappuccino und einiges mehr entschädigten. Da die Qualität der Wurstwaren und des Käses gut war, war es wirklich hervorragend.

Die zufällige Wahl des Stadtteils Navigli war auch gut. Sonntag ist ein gigantischer Markt mit Produkten der Gegend genau ausserhalb des Hotels. Sah aus wie von Slowfood. Ein Treffen der Einheimischen. Hatte Berliner Winterfeldmarkt Charakter. Navigli ist eine beliebte Ausgehmeile. Besonders gerne gehen viele in die Kneipen, die zum Getränk ein gratis Buffett anbieten. Dafür ist Navigli berühmt.

Wir besuchten zwei mal das Steakhouse 66, das genau gegenüber dem Hotel liegt. Weil es uns Spaß machte. Meine Frau hatte eine sehr gute Tagliatta, mein Sohn und ich prima Hamburger. Nicht billig, aber preiswert und sehr unkompliziert. WLAN.

Wir besichtigten die üblichen Mailänder Sehenswürdigkeiten wie den riesigen Dom. Auch die Scala besuchten wir. Schwanensee. Sehr schön. Es war schwierig, Tickets online zu bekommen, aber es klappte. Jedoch ausgesprochen mieser Service. Da lobe ich mir die Berliner Bühnen, die auch email beherrschen!

An Restaurants hatten wir jetzt noch das Ristorante Pirandello, ein Sizilianisches Restaurant mit bemerkenswerter Pasta, preiswert. Hat auch teure Gerichte, wir waren aber nicht so hungrig. Dauert länger, freundlicher Service. www.facebook.com/media/set/?set=a.10152134082068124.1073741882.168996673123&type=3

Jetzt wollten wir unser Mietauto Auto abholen, um nach Monaco zu kommen. Wie sich Europcar und AutoEurope verhalten hat und warum wir dann mit Goldcar fahren mussten, lesen Sie später. Diese Story ist zu nervig für einen Reisebericht und will ich Ihnen hier ersparen! Aber der Service mancher Firmen ist unglaublich!

Eigentlich wollte meine Frau zu einer großen Outlet Mall in der Nähe. Da die Autovermieter uns sechs Stunden gestohlen hatten, fehlte jetzt die Zeit dazu. Außerdem hatte ich nun gar keine Lust mehr.

Monaco

Wir hatten einen Opel Meriva. Sicher ein schönes Auto für die Stadt. Aber für die gebirgige Landstraße eine Katastrophe auf vier Rädern, zumindest in der kleinsten Motorausstattung. In Monaco angekommen, waren wir sehr froh, ein Navigationsgerät mitgenommen zu haben. Das geht Zickzack dort. Unser Ziel war das Hotel Port Palace, das wir nicht sofort fanden, weil kein Schild etwas verriet. Der Navi führt uns aber korrekt. Das Port Palace liegt genau im Yachthafen. Sensationell sind die Yachten, die davor liegen. Teilweise fünfstöckige Monster. Das glaubt keiner, der es nicht selber gesehen hat. Ich gab dem Portier beim Einchecken einen guten Tipp, damit wir ein Zimmer im höchsten, im 5. Stock bekamen. Denn im Ersten sieht man nur Bäume. Wir aber guckten auf die Yachten. Das Zimmer ist sehr eigenwillig eingerichtet, groß und leider etwas schmuddelig. Putzen ist nicht die Stärke des Hotels. Das Fenster hatte einen riesigen Sprung! Das irritierte uns. Von dem Erker konnte man runter auf die Straße gucken, die gerade für die Formel1 vorbereitet wurde. Zum Rennen kosten die Zimmer sicher ein Vermögen. Wir zahlten jetzt 245 Euro nur Zimmer/Nacht. Für Monaco ist das eher günstig. Ich würde wieder in das Hotel gehen. Preis/Leistung stimmen und die Location ist erstklassig. Gefrühstückt haben wir preiswerter in der Bäckerei Costa, 10 Minuten vom Hotel zu laufen.
Da es am ersten Abend schon sehr spät war, fanden wir nur in der Oper, die jetzt das berühmte Casino beherbergt, etwas zu essen. Im Train Bleu aßen wir nett und etwas teuer.
Die wichtigen Adressen, Ducasse & Co, hatten alle gemeinsam zu. So sparten wir viel Geld!
Am nächsten Tag fanden wir das Bistro vom 2 Sternechef Llorca, das Preiswert und gut. Sehr empfehlenswert! Direkt neben dem Japanischen Garten im Kongresszentrum, leider nur mittags geöffnet. Das war ein guter Tipp meiner Marco Polo App.
Danach hatten wir ein erstklassiges Konzert der Monaco Symphoniker im Auditorium.

Da wir am nächsten Tag ein Konzert in Cap d’Ail besuchten und dort aber kein Taxi zurück nach Monaco fanden (20-25 Euro! – das eigene Auto nehmen ist besser) aßen wir sehr lecker französisch in Edmond’s Bar: Moules frites, Tartare frites, jeder 1 Glas Wein, 1x Desert für unter 50 Euro. Und es war auch gut. Hier kann man auch hin. Gute Entdeckung. Leckeres Bistro.

Cannes

Nach Monaco ging es durch das hässliche Nizza nach Cannes in die Villa Garbo. Die wollte unser Navigationsgerät partout nicht finden. Wir fanden sie dann aber doch, an einem Platz, an dem wir schon x-mal vorbeigefahren sind. Es ist wirklich mehr eine Villa. Sehr nette Leute dort, manchmal fast schon zu nett. Da ich nach einem Schreibtisch fragte, hatte man uns vom Studio Apartment zu einer richtigen Suite mit eigener Terrasse upgegraded. Auch wenn es nicht ganz sauber war, die Klimaanlage nicht funktionierte und es etwas stickig war und nachts vor dem Haus Bordsteinschwalben anschafften, fühlten wir uns dort recht wohl. Besonders nett: Von 18-20 Uhr gibt es ein Get-together mit Open Bar. In der Lobby trifft man sich zu einem Drink, wird von der Gastgeberin vorgestellt und führt mehr oder weniger interessante Gespräche. Wir zahlten hier 170 Euro/Nacht. Das Frühstück machten wir uns selber, da es eine gut eingerichtete Küche gab. Ein großer Supermarkt ist 150m entfernt.
Die Villa Garbo empfahl uns auch das fast benachbarte Restaurant L’Antidote. Wir hatten das Menü Gourmet für 39 Euro, jeder ein Glas Wein und einen Aperitif, gesamt für 112 Euro. Angemessener Preis.
Am darauffolgenden Abend einer der Höhepunkte: Besuch von Küchenchef Christian Sinicropi im Palm d’or (Goldene Palme) im Hotel Martinez, da jetzt zum Hyatt Konzern gehört. Da ich vor 10 Jahren schon mal dort wohnte und es mir nicht besonders gut, aber sehr teuer in Erinnerung gewesen ist, buchte ich dort das Zimmer nicht. In der Villa Garbo fühlten wir uns wirklich wohl!

Sinicropi ist ein Verrückter. Er ist nicht nur der Küchenchef des Palme d’or – bei dem er bei jedem Service selber am Pass steht, er ist auch der Küchendirektor des gesamten Hotels mit über 60 Köchen. Er entwirft zusammen mit seiner Frau das eigene Geschirr. Der Mann scheint 48 Stunden am Tag zu arbeiten.
Auch entwickelt Sinicropi ein sehr eigenen Stil. Er hat zwar auch noch eine relativ normal gegliederte Karte, das ist sicher dem Hyatt Konzern und seinen konservativen Gästen geschuldet, sein Herz hängt aber an „Produkten“, die er verkauft. 1 Produkt 90 Euro, 2 Produkte 175 Euro und drei Produkte 230 Euro. Die Produkte werden in Movements unterteilt. Jede Produktfamilie hat drei bis vier „Bewegungen“, besser bekannt bisher als Gänge.
Wir entschieden uns jeder für zwei Produkte. Als erstes nahmen wir beide „Austern“, danach nahm Madame Hirsch und ich Sardinen. Und wir verabredeten zu teilen.
Das Essen war ein großartiges Erlebnis und für uns ein Muss, wenn man in der Gegend ist. Sehen Sie unsere Fotos: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.10152259066988124.1073741892.168996673123&type=3

Am nächsten Abend aßen wir bescheidener. Einfach etwas Sushi in dem Imbiss gegenüber der Villa Garbo abgeholt und „zuhause“ genossen. 32 Euro. Normaler Preis. Sushi Qualität war angemessen.
Von Cannes machten wir einen Ausflug nach Grasses und Mougins, besuchten das neue Kunstmuseum und guckten uns Cannes selber an. Am Strand tranken wir Kaffee (7 Euro/Tasse) und genossen den Sonnenschein. Die Gegend hat Charme. Aber sie ist auch so teuer. Selbst die Supermärkte sind sehr teuer. Ansonsten ganz prima alles. Cannes kann man besuchen. Schöne Stadt. Gute Küche. Aber alles nicht ganz preiswert!

Die Fotos zum Bericht wie immer auf Facebook: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.10152259041563124.1073741891.168996673123&type=3

Lesen Sie Teil 2 der Reise, hier finden Sie auch alle ServiceAdressen:
www.gourmet-report.de/artikel/345455/Mailand-Monaco-Cote-d-Azur-Genua-und-Florenz.html

Laktosefrei

Laktosefreie Lebensmittel gibt es schon sehr lange. Ursprünglich waren sie für diejenigen Menschen gedacht, die eine Laktoseintoleranz, also eine Milchzuckerunverträglichkeit haben. Die Betroffenen klagen über Blähungen, Völlegefühl, Darmkrämpfe oder Durchfälle. In Deutschland haben etwa 15 Prozent der Bevölkerung diese Unverträglichkeit. Für sie können Spezialprodukte ohne Milchzucker – insbesondere laktosefreie Milch – eine sinnvolle Alternative sein, weil sie dadurch eine größere Lebensmittelauswahl haben.

Seit einigen Jahren boomt der Markt mit laktosefreien Lebensmitteln. Viele Supermärkte bieten im Kühlregal einen separaten Bereich nur für diese Artikel an. Die Verkaufszahlen geben den Anbietern recht: Allein im Jahr 2012 legte der Absatz um 20 Prozent zu.

Woran liegt das? Haben auf einmal so viele Menschen eine Milchzuckerunverträglichkeit? Wohl kaum. Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hat herausgefunden, dass rund 80 Prozent der Käufer von laktosefreien Lebensmitteln gar keine Milchzuckerunverträglichkeit haben. Da stellt sich die Frage: Warum kaufen sie solche Produkte? Es scheint ein Lifestyle-Trend zu sein. Für diese Kunden klingt „Frei von Laktose“ ziemlich gesund. Also greifen sie zu – mit dem beruhigenden Gefühl, ihrem Körper etwas Gutes zu tun. Dass diese teureren Produkte für sie in der Regel überflüssig sind, wissen die meisten von ihnen nicht.

Kurzum: Nötig sind laktosefreie Spezialprodukte (und davon auch nicht alle) für Personen mit einer Laktoseintoleranz. Nett sind sie für diejenigen, die damit Geld verdienen.
Hedda Thielking, www.aid.de

La Degustation Boheme Bourgeoise, Prag

Es sollte der krönende Abschluss einer Geschäfts- und Familienreise nach Prag sein – Kulinarisch gingen wir von einem Reinfall zu anderen –
Glücklich machte uns nur das Bier: Pilsener Urquell und noch besser Staropramen Granat – Fazit: In Prag ernährt man sich am besten flüssig

Im exklusiven 1.Prager Stadtbezirk liegt das Restaurant „La Degustation Boheme Bourgeoise“. Es ist nett eingerichtet, man sitzt sehr gut. Modern ohne Tischdecken. Gut beleuchtet. Man kann sehen, was man isst.
Wir haben bequem über die Webseite reserviert. Uns hatte die Webseite als Termin 19.52 Uhr gegeben.
Die Kellner machten von Anfang an einen sehr „entspannten“ Eindruck. Der Chefkoch war auch nicht im Haus.
Man kann zwischen einem 6 Gang und 11 Gang Menü wählen. Wir wählten das 6 Gang Menü zu 85 Euro. Was auf den Tisch kam, hatte 12 – 13 Punkte Gault Millau Qualität. Das Brot war grauenhaft. Tags zuvor hatten wir deutlich besseres Brot an der Wurstbude an der Tramhalte Malostranke Namesti (auf dem Parkplatz ganz hinten) zu unserer Grillwurst bekommen! Da wäre es eigentlich auch nicht schlimm, dass nie Brot nachgelegt wurde. Auch nicht Butter auf Nachfrage. Aber die Gänge waren so klein, dass wir stets hungrig waren. Inkl. Junior.
Für den sechsjährigen Junior empfahl der Kellner drei Gänge und berechnete auch nur die Hälfte. Das er aber keine Ameuse Bouche bekam, war schäbig. Natürlich mochte Junior die Gänge, die er nicht bekam, besser, als die er bekam. Juniors Favorit war der Fisch in Wirsing, perfekt gekocht, aber langweilig wie im Krankenhaus.

Die Gattin hatte bei der als „Signature dish“ angekündigten Zunge ein sehr gutes Stück und ein Stück Fett erwischt. Die Zunge schmeckte Junior auch, die hatte er aber nicht. Das Tenderloin schmeckte ihm sehr, meins fand er auch etwas zäh.

Der Service kam gerne auch mal zwischendrin von der falschen Seite, lieferte bekleckerte Teller ab, war nicht aufmerksam. Sehr enttäuschend. Der Michelin sollte die Serviceleistungen doch wieder mitbewerten oder zumindest eine extra Bewertung geben.

Schön war, dass es WIFI gab. So konnte man auch unbekannte Teile der Karte übersetzen.

Unsere Fotos finden Sie wie immer auf der Facebook Seite vom Gourmet Report: www.facebook.com/media/set/?set=a.10151069987308124.422383.168996673123&type=3

Prager Freunde verrieten uns nun, wir sollten lieber ins Terasa u Zlate Studne gehen, das wäre derzeit besser. Können wir nicht beurteilen. Alle Restaurants, die wir in Prag besuchten, waren schlecht, bis auf das Dachrestaurant eines Kaufhauses. Die hatten einen Grill, da gab es Nackensteak oder Lamm-Hamburger. Schmeckte alles richtig gut, war warm, der Service liebevoll, die Location cool, das Bier kalt und lecker und wir zahlten keine 10 % vom La Degustation. Das Restaurant heisst „Bohe(my)a und befindet sich auf dem Dach des „MY“ shopping Centers. Nicht missverstehen: Es war nichts Besonderes, aber nett.

La Degustation Boheme Bourgeoise Restaurant im Internet: www.ladegustation.cz/en/

Taj Palace Hotel, Delhi Indien

Zum Abschluß unserer Indienreise wollte ich uns noch mal was Gutes gönnen und buchte ein teures Club Zimmer im Taj Palace Hotel. Als wir ankamen, wurden wir von einer Rezeptionistin in der Halle abgefangen, die mit uns erst zur Rezeption und danach in den 8 Stock zu der Club Rezeption ging. Die Club Rezeption erinnerte an alte Sowjetzeiten. Es war ein Schreibtisch mitten im Flur an den Fahrstühlen. Der Rezeptionist hatte die Schnelligkeit nicht erfunden. Er bot uns Saft an. Der dann nicht kam. Ich musste 2x nachfragen, das letzte Mal nach 30 Minuten auf dem Zimmer. Auf meine Frage, ob ich auch Roomservice Breakfast bekäme, meinte er: „Yes, but you have to pay it!“.
Ich bat um ein ruhiges Zimmer in der Reservierung. Ich bekam direkt an der Rezeption/Fahrtsuhl ein Zimmer zugewiesen, dass ich ablehnte.

Das nächste Zimmer roch unangenehm. Es war eine Mischung aus Rauch und Formaldehyd. Das folgende Zimmer hatte diesen Geruch auch, aber nicht so stark. Es kommt wohl aus der Klimaanlage, so war unser Eindruck später. Das Zimmer hat ein dreigeteiltes Fenster, mit zwei Flügeln zum Öffnen. Jedoch waren die Griffe abgeschraubt. Lüften geht also nicht. Ich frage mich, wie die Raucherzimmer riechen müssen. Vom 8. Stock gucken wir auf den Pool, der romantisch direkt an der stark befahrenen Ringsrasse liegt. Vor dem Fenster ist ein wilder Taubenschlag. Gottseidank schlafen die Tauben nachts, aber das Gegurre am Tag ist schon nervend. Warum das Hotel nichts dagegen tut?

Das Zimmer ist gut eingerichtet. Ein neuer Teppichboden. 32er TV mit DVD Spieler und Bose Boxen. Das Zimmer ist in einem guten Zustand und zeitgemäss.

Das relativ kleine Bad ist nett. Glasscheibe zum Schlafzimmer statt Mauer. Eine Badewanne ist direkt an der Scheibe, die schwer zu bedienende separate Glas-Dusche hinten. Ein Waschbecken, keine Möglichkeit die Handtücher, die man benutzt, aufzuhängen. Kein Bidet. Das Bad war nicht gut gereinigt. Seifenflecken in der Ablage, Haare auf dem Bademantel.
Ich wollte gerne die Toilette benutzen. Es erschien mir opportun, das Rollo runterzulassen. Nur wo? Nach langer Suche fand meine Frau den Schalter unter dem Bademantel versteckt.

Ich suchte das Hotel-Directory oder ABC. Ich fand es nicht. Ich rief also die Rezeption an, die zuerst nicht verstand, was ich will und dann mir nicht erklären konnte, wo sich das Directory befindet. Der Butler, der dann endlich unsere Säfte brachte, konnte aufklären. Eigentlich leicht zu finden, wenn man das Geheimfach kennt! (Im Scheibtisch links ist noch ein Fach).

Ich hatte um 19 Uhr eine Verabredung mit dem Executive Chef. Ich bat, da ich erst um 19.30 eintraf, ihm schnell Bescheid zu sagen, ob wir auf Morgen oder Übermorgen verschieben können. Ich musste viermal nachfragen, ob das erledigt wurde. Und erst beim 4. mal bekam ich eine Antwort.

Mit dem Licht stehen wir auf Kriegsfuß. Wir haben noch nicht verstanden, für was welcher Schalter ist! Es gibt ganz viele Schalter. Immer sind es zwei Knöpfe, alles kann stufenlos geschaltet werden. Vermutlich wissen wir es, wenn wir auschecken. Leider nicht intuitiv bedienbar.

Da wir von der langen Fahrt etwas erschöpft gewesen sind – Sie können sich nicht vorstellen, was Ihnen auf der geteilten Autobahn auf Ihrer Seite alles entgegenkommen kann! – bestellten wir den Room Service. Es sollte 25 Minuten dauern. Nach 25 Minuten rief jemand an, es dauert 5 Minuten länger. Das fand ich gut! Als dann mein „medium“ bestelltes Steak kam, musste ich es zurückgehen lassen. Es war durch durch durch. Tot gebraten. Meine Frau wollte dann auch nicht alleine essen, so dass wir das essen komplett zurückgehen ließen. Obwohl ich ein DND (Nicht stören) Schild draußen hatte, klingelte es. Der F&B Manager persönlich kam um 22 Uhr um ein medium-gebratenes Steak zu bringen. Da lag ich bereits im Bett und war grantig und lehnte das ab.
War aber nett gemeint.
Am nächsten Tag entschuldigte sich der F&B Manager nochmals.

Ich habe ein Clubzimmer genommen, da ich gerne in die Lounge gehe. Aber die Lounge ist wegen Renovierung geschlossen. So wurde es mir mitgeteilt. Ich beschwerte mich dann und durfte im Coffee Shop Kaffee trinken und zwischen 18 und 20 Uhr in der Bar trinken. Hätte ich nicht insistiert, wäre nichts passiert. Warum teilt man das den Gästen nicht vorher bei der Buchung mit?

Auf der Homepage verspicht das Taj Palace neben „Daily Housekeeping“ auch Taj Schokolade, ein Faxgerät und personalisiertes Briefpapier. Bis auf das Housekeeping war nichts da.

Im Coffee Shop hatten wir einen 5 p.m. High Tea, der eher ein Afternoon Tea mit einer Etagere leckerer Sandwiches, Scones und Petit Fours ist. Dazu sehr guten Cappuccino. Weltklasse. Das versöhnte etwas.

In der Blue Bar haben wir draussen in angenehmer Atmosphäre Longdrinks genossen. War auch ganz prima!

Ich bin kein Freund der indischen Küche. Das Masala Art ist für mich okay. Hemant Oberoi, der Chefkoch aller Taj Hotels, entwickelte ein Konzept, das einer Sushi Bar gleicht. Die Köche kochen vor den Augen des Gastes und erklären, was sie gerade so machen. Wir hatten ein Degustationmenü der nordindischen Küche. Das war alles ganz okay. Kenner sagen, dass das Masala Art eines der besten Restaurants in Delhi ist. Wer also gerne indisch isst, sollte unbedingt ins Masala Art gehen und dort die nordindische Küche probieren.
Mir gefiel das Essen im Masala Art besser als im THE SPICE ROUTE ( www.gourmet-report.de/artikel/342454/THE-IMPERIAL-HOTEL-New-Delhi/ )

Über Hemant Oberoi:
www.gourmet-report.de/archiv/hemant+oberoi

Am letzten Tag öffnete dann die recht chice Lounge. Das Frühstück war okay, wie immer in Indien kein gutes Brot. Ausserhalb der Happy hour von 18-20 Uhr gibt es nur Kaffee und Kekse. Gegen 17 Uhr auch Kuchen.

Am Ende mochten wir das Taj Hotel besser. Die Mitarbeiter sind stets so bemüht, einen glücklich zu machen. Kulturelle Unterscheide verhindern das manchmal. Trotzdem würden wir eher nicht in dieses Taj Hotel gehen, die Location ist für uns zu abseits. Wir mögen es eher ultrazentral und sind gerne gleich mitten im prallen Leben. Da ist das Imperial ( www.gourmet-report.de/artikel/342454/THE-IMPERIAL-HOTEL-New-Delhi/ ), das auch preiswerter ist, die bessere Wahl für uns – auch wenn ich da gebückt duschen muss.

Tajhotels buchten wir preiswert über booking , bzw. www.gourmet-report.de/goto/hotel-de

Lesen Sie auch unseren Bericht über Taxis in Delhi: www.gourmet-report.de/artikel/342455/Taxi-im-Flughafen-Delhi/

Von Delhi sollte man einen Ausflug nach Agra machen: lesen Sie über das Oberoi Hotel Amarvilas in Agra, Indien
http://www.gourmet-report.de/artikel/342575/Oberoi-Hotel-Amarvilas-in-Agra-Indien.html

Mainzer Tastetival

Rosenrevolution im Atrium Hotel Mainz: Im Rahmen des Mainzer Tastetivals übernimmt ein kreatives Frauenteam das Kommando in Küche und Keller

Die Trendforscher wissen es schon lange und sprechen von einer „Rosenrevolution“, denn dieses Jahrhundert wird weiblich. Eigentlich keine Überraschung, denn Frauen bewegen, sind erfolgreich und voll emotionaler Willensstärke. Frech, provokant und fordernd rütteln kreative Musen an vielen Stereotypen und lassen sich von ihren männlichen Kollegen nicht mehr die Butter vom Brot nehmen. Selbstbewusst übernimmt die sogenannte „Generation Frauenpower“ auch das Kommando in Küche und Keller und sorgt mit Feuer und Flamme für innovative Dynamik und eine neue, spannende Stilistik im Weinbau wie in der Küche.

Am Samstag, den 30. Oktober 2010 übernehmen im Rahmen des Mainzer Gourmetfests „Tastetival“ die Frauen im Atrium Hotel das Kommando und laden zu einem wahren Fest der Sinne. Spitzenköchinnen, die Elite der deutschen Winzerinnen und die Königin der Pralinen sowie unkonventionelle Modemacherinnen geben sich ein Stelldichein und nehmen das gesamte Hotel in Beschlag, um bis in den Morgen zu kochen und zu feiern. An Herd und Töpfen finden sich aus der Gourmetwelt bekannte Namen wie Claudia Schröter, Iris Marie Bettinger, Susanne Nett, Lydia Ficus und Eva Eppard im Atrium Hotel ein. Dazu präsentieren die Winzerinnen Julia Keller, Carolin Spanier, Roy Blankenhorn, Sybille Kuntz, Carolin Hofmann und Sandra Kühn sowie die Patissière Sabine Pauly ihre ausgefeilten Kreationen. Nach dem Verwöhnprogramm durch die Damen sorgen eine Davidoff-Lounge und die Verkostung ausgesuchter Edelbrände von Ziegler für die männliche Note.

Die kulinarischen Highlights werden während des außergewöhnlichen Events von drei Künstlerinnen musikalisch begleitet. Murielle Stadelmann, Kaye-Ree & Band sowie Djane MariPosa nehmen die Gäste mit auf eine musikalische Reise, die bei Chanson und Jazz beginnt und in einer rauschenden Party endet.

Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr und kostet 99 Euro pro Person einschließlich aller Genussdarbietungen der Köchinnen, Winzerinnen, Künstlerinnen, der Davidoff-Lounge und des Weinbrandausschanks. Reservierungen werden per Email unter tk@atrium-mainz.de oder telefonisch unter der Nummer 06131 – 49 10 entgegen genommen.

Weitere Informationen sind unter www.atrium-mainz.de abrufbar.

Sven Schmidt ist der Beste

Berliner Jugendmeister 2010
Wieder einmal holten die Hilton Berlin Köche die Meisterschaft – die weiteren Sieger neben Schmidt sind Patricia Röhl, Nicole König, Lisa Nett, Alexandra Keener und Elisa Fröhlich – ausser bei den Köchen siegten ausnahmslos die Mädchen

Nach erneut stark besuchtem Vorentscheid mit über 250 Teilnehmern ging es für 48 Qualifizierte um den Titel „Berliner Jugendmeister 2010“. „Die Meisterschaft ist ein Ansporn zu außergewöhnlichen Anstrengungen“ schrieb Staatssekretärin Claudia Zinke in ihrem Grußwort. Das konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim Hauptentscheid unter Beweis stellen. Die Theorie- und Praxisteile waren – wie in den letzten Jahren – wieder sehr anspruchsvoll. „Bei einem Wettbewerb wie diesem sieht man durchaus Unterschiede in der Art und Weise der Ausbildung.“, so Billy Wagner (Weinbar Rutz), Gastjuror bei den Restaurantfachleuten.

Die Siegerehrung am 26. April 2010 im Berliner Rathaus war der Höhepunkt für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Neben Medaillen, Urkunden und attraktiven Sachpreisen gab es außergewöhnliche Trophäen für die Erst- bis Drittplatzierten: In einem gemeinsamen Projekt „Azubis für Azubis“ wurden durch drei Auszubildende Manufaktur-Porzellanmalerinnen der Königlichen Porzellan Manufaktur Berlin (KPM) Teller kreiert und produziert – Unikate also, die den stolzen Empfängern durch die Juryvorsitzenden und Laudatoren der jeweiligen Berufsgruppe überreicht wurden.

Weitere Preise waren u. a. kostenlose Onlinezugänge für das Sprachprotal Lingua TV (je nach Platzierung für drei oder 12 Monate), Softwarepakete der Firma Magix, Seminargutscheine für DEHOGA Berlin Seminare, Fernstudienlehrgänge des IST Studieninstituts, ein Fachseminar zum Thema „Meeresfrüchte“ und ein Fachseminar „Weinsensorik“ der Wein- und Sommelierschule. Jeder Erstplatzierte erhielt zudem den „Karl-Stiehle-Wanderpokal – IHK Berlin/DEHOGA Berlin“. Außergewöhnlichen Abschluss der Siegehrung bildete der Auftritt von Jenna Hoff, Auszubildende Hotelfachfrau im 1. Lehrjahr, die zwei aktuelle Chartbreaker sang und performte.

Auch im kommenden Jahr wird sich der DEHOGA Berlin zusammen mit seinen Kooperationspartnern, dem VSR Berlin und dem VKD, Einiges einfallen lassen, um den Wettbewerb weiterhin attraktiv und abwechslungsreich zu gestalten; die IHK Berlin, das OSZ Gastgewerbe und die IB Hotels werden die Durchführung auch zukünftig tatkräftig unterstützen.

Die Erstplatzierten sind:
Patricia Röhl (Restaurantfachfrau/Hilton Berlin)
Nicole König (Hotelkauffrau/cetromed Berlin-Spandau)
Lisa Nett (Fachfrau für Systemgastronomie/Le Buffet System-Gastronomie und Dienstleistungs-GmbH im KaDeWe)
Sven Schmidt (Koch/Hilton Berlin)
Alexandra Keener (Hotelfachfrau/Kempinski Hotel Bristol Berlin)
Elisa Fröhlich (Fachkraft im Gastgewerbe/bbw)

Italiener

Marcellino’s Zum Italiener 2010/2011- Edition Pink-Champagne – Keine Länderküche erfreut sich in Deutschland größerer Beliebtheit als die Küche
vom Stiefel. Die Auswahl ist riesig, die Möglichkeiten spektakulär, der Service super-nett. Für den kulinarischen Durchblick im Italia-Dschungel sorgt der neue Marcellino’s Restaurant Report Zum Italiener 2010/2011.

Die Besten der Besten – wie immer in den beliebten Top10 vereint: von Luxus bis Best Price, von den Lieblings-Italienern bis zu den Sexy-Food-Siegern. Aus dem Urteil der Gäste entstehen die Hitparaden der Preis- und Sonderkategorien.

Aufstieg in der Top10 Luxus: Das „Poletto“ in Hamburg ist neue Nummer 1 in der Kategorie Luxus. „Trotz TV-Karriere der Chefin hat die Qualität nicht nachgelassen“. Die Gäste sind sich einig: „erste Klasse“, „köstlich“ und absolut „hervorragend“. Das „motivierte, freundliche Personal“ ist „immer präsent“ und garantiert zudem einen Platz in den Top10 Service. Bravo!

Neu auf Platz 1 der Top10 Best Price ist das „Gasthaus Braun“ in Nürnberg. Das In-Lokal zeichnet sich aus durch das „geniale“ preisgünstige und „sehr authentische Essen“. Die „kleine, aber mehr als feine Karte“ ist saisonal orientiert und wechselt täglich.
Noch ein Plus: Damit Ihr Besuch beim Italiener nicht mit einem Preisschocker endet: Das Team von Marcellino’s hat knallhart recherchiert: den Preis für den Gesamt-Genuss am Abend. Anhand des deutschlandweiten Durchschnittswertes haben wir jedes Lokal prozentual eingestuft.

„Gäste sagen, wie es wirklich isst.“ Menschen wie du und ich sagen, wie ihr Restaurant-Besuch war – schonungslos! Die Ergebnisse sind nachzulesen in 20 jährlich erscheinenden Restaurant Reports. Mitmachen kann jeder online unter www.marcellinos.de oder per Vordruck in jeder Marcellino’s-Ausgabe.

Marcellino’s Restaurant Report Zum Italiener 2010/2011:
Seiten: 240; Copypreis:7.95€; EVT:15.04.2010; ISBN: 978-3-940522-04-7 (Bestelllink)