Gute Schokolade

UTZ erreicht weltweit mehr als 910.000 Farmer und Farmarbeiter –
Neue Höchstmarken bei zertifiziertem Kaffee, Kakao und Tee –
Langfristiges Ziel: Farmer fit machen für den Klimawandel

Mehr als 20.000 Produkte, die das Siegel tragen. 37 Länder, in denen Kaffee, Kakao und Tee angebaut werden. 135 Länder, in denen die Produkte verkauft werden. Über 910.000 Farmer und Farmarbeiter, die vom Programm profitieren. Das sind die Eckdaten des Jahresberichts 2014 von UTZ Certified, der nun veröffentlicht wurde. Seit Mitte der Neunziger Jahre arbeitet das Nachhaltigkeitsprogramm und Gütesiegel daran, den nachhaltigen Anbau von Kaffee, Kakao und Tee zur natürlichsten Sache der Welt zu machen. Der aktuelle Jahresbericht zeigt, dass im letzten Jahr erneut Fortschritte gemacht wurden: 2014 wurde so viel UTZ-zertifizierter Kaffee, Kakao und Tee wie noch niemals zuvor verkauft.

Von der Nische zur relevanten Größe – und zum Erfolg
Mittlerweile erreicht das UTZ-Programm 575.000 Farmer und 335.000 Farmarbeiter. Es wirkt sich somit positiv auf das Leben von 910.000 Menschen aus. Studien beweisen, dass UTZ-zertifizierte Farmer ein höheres Einkommen erzielen, umweltschonendere Produktionsverfahren anwenden und bessere Arbeitsbedingungen schaffen als diejenigen, die nicht zertifiziert sind. „Der Jahresbericht zeigt einmal mehr, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, sagt Han de Groot, Geschäftsführer von UTZ Certified. „Außerdem werden wir unsere Anstrengungen für die Bereiche Haselnüsse, Reis und Kräutertee weiter vorantreiben“, erklärt er die Pläne für das Jahr 2015.

22 Prozent Plus bei UTZ-zertifiziertem Kaffee, Kakao und Tee
Die mehr als 650.000 Tonnen an UTZ-zertifiziertem Kaffee, Kakao und Tee, die 2014 den Handel erreichten, sprechen ebenfalls eine eindeutige Sprache, was den Erfolg von UTZ Certified betrifft. Insgesamt stieg die Menge an verkauftem UTZ-Kaffee, -Kakao und -Tee im Vergleich zum Vorjahr um 22 Prozent. Am stärksten zugelegt hat mit 32 Prozent der Kakao. Umgerechnet rund 9,7 Milliarden 100-Gramm-Tafeln Schokolade könnten mit dem UTZ-Kakao 2014 hergestellt werden (390.416 Tonnen). Die Menge an verkauftem UTZ-Tee stieg um 18 Prozent, die von Kaffee um 16 Prozent. Das reichte für zwei Milliarden Tassen Tee (4.527 Tonnen Tonnen) und 31 Milliarden Tassen Kaffee (258.867 Tonnen).

Mit guter Agrarpraxis und hoher Produktivität gegen den Klimawandel
Das Hauptanliegen von UTZ Certified ist es, den nachhaltigen Anbau zur Norm zu machen und die Situation der Kaffee-, Kakao- und Teebauern zu verbessern. Erschwert wird deren Lage schon seit Längerem durch die Folgen des Klimawandels. Wetterschwankungen treiben die Produktionskosten in die Höhe, während sowohl die Qualität als auch die Quantität des angebauten Produktes zurückgehen. Dadurch sinken auch die Einnahmen.
UTZ Certified hat den Code of Conduct, seinen Kriterienkatalog für die UTZ-Zertifizierung, im Jahr 2014 noch einmal überarbeitet und die Maßnahmen rund um die Optimierung der Anbaumethoden weiter verstärkt. Damit bekommen UTZ-Farmer Möglichkeiten an die Hand, die sie besser gegen den Klimawandel wappnen. Dazu gehört zum Beispiel die Vermeidung von Monokulturen, denn Mischanbau ist ein probates Mittel, um der Bodenerosion entgegenzuwirken.

Den Jahresbericht 2014 können Sie unter www.utzcertified.org/annualreport einsehen.

Wie umweltbewusst sind europäische Verbraucher wirklich?

Obwohl über 40 Prozent der Deutschen bereit sind, aus Umweltschutzgründen den eigenen Lebensstil einzuschränken, fahren hierzulande immer mehr Verbraucher mit dem Auto zum Einkaufen. Nur auf der irischen Insel ist die Shopping-Tour mit dem Pkw noch populärer als in Deutschland. Das ist ein zentrales Ergebnis der jüngsten, bevölkerungsrepräsentativen Marktstudie TGI zu den Themen Klimawandel und gelebter Umweltschutz.

Obwohl sich fast jeder Deutsche mit Themen wie Klimawandel oder globaler Erderwärmung auseinandersetzt, zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen dem Umweltbewusstsein einerseits und konkretem umweltfreundlichen Handeln andererseits. Dies belegt die aktuelle Markt- und Media-Studie TGI, die Ergebnisse aus insgesamt 67 Ländern berücksichtigt.

„Immerhin 41 Prozent der Deutschen sind bereit, ihren Lebensstil einzuschränken, um die Umwelt zu schützen“, so Stefan Bauer, Leiter von TGI in Deutschland.

Die Bereitschaft der Deutschen, umweltfreundlich zu leben, ist im europäischen Vergleich allerdings eher durchschnittlich ausgeprägt. In einigen europäischen Nachbarländern sind die Menschen eher bereit, das eigene Handeln umweltbewusst auszurichten, so etwa die Franzosen und Türken mit jeweils 53 Prozent oder die Spanier und Polen mit jeweils 50 Prozent. In Ungarn (40 Prozent) und Großbritannien (38 Prozent) möchten dagegen weniger Verbraucher als in Deutschland zugunsten der Umwelt den eigenen Lebensstil verändern.

Die Diskrepanz zwischen Umweltbewusstsein und umweltfreundlichem Handeln in Deutschland wird vor allem bei der individuellen Pkw-Nutzung deutlich. Umweltaspekte wie ein geringer Schadstoffausstoß haben beim Kauf eines Autos gerade einmal für 22 Prozent der Befragten einen Einfluss auf die Entscheidung. Auch beim Einkaufen spielt das Auto für die Deutschen eine immer größere Rolle – heute nutzen vier von fünf Befragten den Pkw für die Shopping-Tour. Und das obwohl 98 Prozent der Deutschen angeben, sich mit Umweltthemen zu beschäftigen.

„Die Anzahl der Pkw-Shopper steigt in Deutschland kontinuierlich an – 2006 fuhren nur 57 Prozent mit dem Auto zum Einkaufen, 2008 schon 63 Prozent und 2010 waren es 80 Prozent“, erklärt Stefan Bauer.

Innerhalb Europas sind die Iren mit 87 Prozent hinsichtlich der Pkw-Nutzung beim Einkauf führend. Dagegen nutzen nur 10 Prozent der Türken den Pkw zum Einkaufen.

Bioland-Pressekonferenz auf der Internationalen Grünen Woche

Bioland-Pressekonferenz auf der Internationalen Grünen Woche:
Landwirtschaft im Spannungsfeld zwischen Klimaschutz und Welternährung – Biolandbau: die unterschätzte Option

Der Klimawandel und das Fehlen wirkungsvoller Strategien gegen Hunger und Mangelernährung von über 1 Mrd. Menschen stellen große Herausforderungen dar. Der Biolandbau stellt sich diesen Herausforderungen. Wissenschaftliche Studien belegen, dass Methoden des ökologischen Landbaus eine emissionsärmere Erzeugung von Lebensmitteln ermöglichen können. Ökologisch wirtschaftende Betriebe sind Vorreiter sowohl im Vermeiden von Treibhausgasemissionen als auch im Fixieren von Kohlendioxid durch Erhalt und Aufbau von Bodenhumus (Senkenfunktion). Ergebnisse aus dem Weltagrarbericht zeigen, dass ein ökologischer Landbau zudem große Potentiale zur Sicherung des Rechts auf Nahrung weltweit bietet.

Prof. Gerold Rahmann vom Johann Heinrich von Thünen-Institut: „Die Landwirtschaft ist ein bisher unterschätzter Emittent von Treibhausgasen, bietet aber gleichzeitig ein großes Potential als Problemlöser. Über eine nachhaltige Bodennutzung kann Kohlenstoff in Böden gespeichert und so dem Klimawandel entgegengewirkt werden. Eine fachlich fundierte Bewertung der Klimarelevanz von Landwirtschaft gelingt aber nur über eine umfassende Systembewertung, die die Emissionen vom Futtermittel bis zum Lebensmittel umfasst“.

Prof. Hans Herren, Vizepräsident des Weltagrarrates und Präsident des Millennium Institute: „Eine zweite ‚grüne Revolution‘ in der Landwirtschaft wird weder die Ernährungs- noch die Klimakrise lösen – im Gegenteil. Nachhaltige Anbausysteme wie der Biolandbau sind gefragt.“

Thomas Dosch, Präsident von Bioland: „Die Bundesregierung bekennt sich zwar zur notwendigen Senkung von Treibhausgasemissionen, richtet ihre Agrarpolitik aber nur ungenügend danach aus. Die Potentiale, die der Biolandbau als Beitrag zum Klimaschutz bietet, werden bisher von der Politik negiert. Stattdessen werden weiter umweltschädliche Landwirtschaftsformen und Massentierhaltung gefördert, die dem Klimaschutz schaden. Gleiches gilt für die offensive Exportstrategie des Bundeslandwirtschaftsministeriums“.

Die Inhalte der Pressemappe, ein von Bioland herausgegebenes Hintergrundpapier „Klimaschutz und Biolandbau in Deutschland“ sowie eine Resolution der Bioland-Bundesdelegiertenversammlung zum Klimaschutz sind unter www.bioland.de verfügbar.

Was bringt 2010 für Passagiere und Airlines

Was bringt 2010 für Passagiere und Airlines
fluege.de wagt den Blick in die Glaskugel

Was die große Politik auf Trab hält, bewegt auch die Flugbranche: Terrorismus, Finanzkrise und Klimawandel. Die letzten zehn Jahre hielten die Fluggesellschaften in Atem. Was Passagiere und Airlines vom neuen Jahrzehnt erwarten können, hat das Flugbuchungsportal www.fluege.de zusammengefasst.

Zwar ging nach Angabe des Statistischen Bundesamtes die Zahl der auf deutschen Flughäfen abgefertigten Passagiere im Jahr 2009 um 4,3 Prozent zurück. Für das Jahr 2010 wird jedoch international wieder eine Zunahme des Passagieraufkommens um 4,5 Prozent erwartet. Auch die deutschen Flughäfen werden von dieser positiven Entwicklung profitieren.

Weniger positiv könnten sich die Ticketpreise entwickeln, so Martin Buck, Chef der weltgrößten Tourismusmesse ITB. Da das Angebot abnehme, die Nachfrage jedoch eher zunehme, werden mittelfristig die Ticketpreise steigen. Hintergrund ist, dass die eine oder andere Airline ( www.fluege.de ) einen Teil ihrer Flotte stilllegt. Außerdem werden die Kerosinkosten weiter steigen.

Der Strukturwandel im Flug-Business geht weiter. Der Markt für Premiumangebote befindet sich weiter im Tiefflug. Geschäftsreisende fliegen Economy, steigen auf Billigflieger um oder verzichten ganz auf den Flieger, indem sie verstärkt auf Telefonkonferenzen setzen. Daran wird sich nach Einschätzung der Fluggesellschaften auch 2010 nichts ändern. Eher im Gegenteil: Traditionsmarken bleiben weiter unter Druck; lediglich die Billigfluglinien rechnen mit einem ausbaufähigen Geschäft.

In Sachen Umweltschutz versucht sich die Luftfahrtbranche ihre eigene Ziele zu verwirklichen. Verbrauchsärmere Triebwerke, Treibstoffe aus Biomasse, gewichtsreduzierte Materialien und eine effizientere Ausnutzung des Flugraums sollen dazu beitragen, dass Emissionen langfristig gesenkt werden. Ob es in Sachen Klimaschutz jedoch ausreicht, das Fliegen von Umwegen und Warteschleifen zu reduzieren, steht in den Sternen.

Fine Das Weinmagazin

Mitte Dezember 2009 erscheint mit der Nummer 4/2009 die neue Ausgabe von Fine Das Weinmagazin, der schönsten und kostbarsten Weinzeitschrift Deutschlands.

Preis von 15,00 € (D), 16,90 € (A), 30,00 CHF (CH), 18,50 € (I)

ISBN: 978-3-937963-98-3 für die 7. Ausgabe

EAN: 419-77725-1502-4

Werfen Sie gleich einen Blick hinein: http://www.tretorri.de/flipbooks/Fine409/flipbook.html

Einige Themen daraus:

In der letzten Ausgabe des Jahres nehmen wir unsere Leser mit in die Kreidekeller von Dom Ruinart, ins Pomerol zu Château Le Pin und porträtieren den Pionier des modernen spanischen Weinbaus, Alejandro Fernández von der Bodega Pesquera, sowie das Schweizer Winzerpaar Martha und Daniel Gantenbein, dessen außerordentliche Weine längst Kult-Status genießen.

Wie immer lenken wir unseren Blick auch auf große deutsche Weine und Winzer: So stellen wir Helmut Dönnhoff von der Nahe und die Weinregion Kaiserstuhl mit sechs ihrer prominentesten Winzer vor, darunter klangvolle Namen wie Heger, Keller und Salwey.

Unsere „Frau im Wein“ dieser Ausgabe ist Elisabetta Geppetti, die mit dem „Saffredi“ von ihrer Fattoria le Pupille dem Wein der Marema eine ganz eigene, kraftvoll-elegante Persönlichkeit hinzugefügt hat: jede neue Cuvée erscheint der fünffachen Mutter wie ein neues Kind.

In der dritten Folge unserer hochaktuellen Interview-Reihe „Wein im Klimawandel” schildert Werner Näkel von der Ahr die Eigenheiten des Spätburgunders und warum der Klimawandel für diese Rebe problematisch werden könnte.

In unserem Highlight zum Fest zeigen wir in einer spektakulären Kaviar- und Champagner-Verkostung, wie diese legendäre Kombination wirklich zusammenpasst. Da wartet eine Überraschung!

Neben den Beiträgen unserer Kolumnisten Jürgen Dollase, der diesmal zu Gast im Berliner „Margaux“ bei Michael Hoffmann und Maître-Sommelier Gesumino Pireddu ist, und Anna Zielke über „Chianti und Hannibal Lecter“, sind das Große Dutzend mit Mondavis Reserve, das Fine-Tasting mit sechzehn Jahrgängen Ornellaia, eine Empfehlung von fünfundzwanzig roten Festtagsweinen sowie die Verkostung der besten hundert Non-Vintage-Champagner lesens- und beherzigenswerte Themen im Heft.

Yves Bénard

Ein Franzose an der Spitze der Internationalen Organisation für Reben und Wein

Yves Bénard wurde auf der 7. Generalversammlung der Internationalen Organisation für Reben und Wein (OIV), die im vergangenen Juli in Zagreb stattfand, zum Präsidenten gewählt. Zuvor war er unter anderem seit 2007 am französischen Institut National de l’Origine et de la Qualité (INAO) als Vorsitzender des nationalen Ausschusses für Wein, Spirituosen und andere alkoholische Getränke tätig.

Yves Bénard wurde für eine Amtszeit von drei Jahren gewählt und bekräftigte seine Absicht, „Verfahren zu entwickeln, um in wissenschaftlichen und rechtlichen Debatten verstärkt einen interdisziplinären Ansatz zu fördern, insbesondere zu den großen aktuellen Themen wie Klimawandel, nachhaltige Entwicklung oder Biotechnologie“. Darüber hinaus betonte er die Bedeutung der Verantwortung der OIV gegenüber dem Verbraucher: „Unsere wissenschaftliche Kontrollfunktion muss unumstritten und unbestreitbar sein und einen wesentlichen Beitrag zu den Diskussionen leisten, die zur Aufklärung der Öffentlichkeit hinsichtlich eines maßvollen Weinkonsums geführt werden.“

Weitere Informationen unter: www.oiv.int

DAS!

NDR, Freitag, 06.11., 18:45 – 19:30 Uhr

DAS! schmeckt – Kochrezepte mit Rainer Sass.

Ob Wachteln in Pfefferrahmsoße oder Kartoffelsalat mit feinen Schalotten. Rainer Sass weiß für jedes Gericht das richtige Rezept. Die Rezepte zum Nachkochen im NDR Text, Seite 594 oder im Internet / E-Mail: das@ndrtv.de

DAS!-Gast: Arved Fuchs
Arved Fuchs ist ein Abenteurer. Nach der Ausbildung bei der Handelsmarine und einer ersten Kanu-Expedition, folgten zahlreiche Reisen unter Extrembedingungen. 1989 durchquerte er zusammen mit Reinhold Messner zu Fuß die Antarktis und erreichte damit als erster Mensch in einem Jahr beide Pole der Erde. Schon 2007 gelang es ihm, mit einem Segelschiff so nah an den Nordpol heranzufahren, wie es noch keinem vorher gelang. Gerade ist er von einer viermonatigen Reise aus der Arktis unter dem Motto ‚Nordpoldämmerung‘ zurückgekehrt. Der fortschreitende Klimawandel machte es möglich, Ziele zu erreichen, die noch vor Jahren wegen des Packeises weitgehend unzugänglich waren. Dort stieß Arved Fuchs und seine Mannschaft in diesem Jahr auf Relikte einer Polarexpedition aus dem Jahre 1881 bis 1884, die ein tragisches Ende fand. Die Polarforschung sowie die Veränderungen der Lebensumstände der Menschen und Tiere sowie die politische Brisanz sind interessante Themen für das Gespräch auf dem Roten Sofa.

Klimawandel im Weinbau

Klimawandel im Weinbau

Herausforderungen an das Management wachsen

Rebstöcke, die vor Jahrzehnten angepflanzt wurden, sind die stummen Zeitzeugen eines sich stetig wandelnden Klimas. Noch vom Vater oder Großvater gepflanzt, sind sie heute ganz anderen Bedingungen ausgesetzt als noch vor fünfzig oder gar hundert Jahren. Den Folgen des Klimawandels zu begegnen, kann nur durch entsprechende Anpassungsstrategien gelingen. Leicht gesagt, schwer getan: die Adaptionsmöglichkeiten sind besonders im Weinbau stärker begrenzt als in der Landwirtschaft, wo Fruchtwechsel und Sortenwahl viel schnellere Alternativen bieten. „Wir haben es seit einigen Jahren mit vermehrten Unwettern zu tun. Hagelkörner in Golfballgröße können Blüten und Trauben zerstören und durch Verletzungen an Blättern und Trieben Eintrittspforten für Pilze und Bakterien öffnen“, beschreibt Peter Lauer aus Ayl an der Saar die wachsenden Probleme. Auch Winzer setzen auf das Verfahren des „integrierten Anbaus“, bei dem zur Einsparung von chemischen Pflanzenschutzmaßnahmen beispielsweise Raubmilben gefördert werden, um Schädlinge wie die Rote Spinnmilbe in Schach zu halten. Muss dann doch wegen des erhöhten Krankheitsdrucks behandelt werden, könne es lange dauern, bis die mühsam gezüchteten Gegenspieler wieder die alte Stärke erlangt hätten, berichtet der Winzer. Er baut ausschließlich den besonders anspruchsvollen Riesling auf mineralischen Schieferböden in Steillagen von bis zu 70 Prozent Steigung an. Was schon sein Großvater angelegt hat, bringt noch heute erlesene Spitzenweine. Doch seine Möglichkeiten der Anpassung sind begrenzt. Insbesondere die Zunahme der Extreme machen dem Weinbauern zu schaffen. „Die Niederschläge fallen oft heftig aus, erodieren die Hänge und sind häufig gefolgt von langen Trockenperioden. Deshalb denken wir heute über Möglichkeiten der Bewässerung nach“, erläutert Lauer. Doch die Anlage von Reservoirs oberhalb des Flussbettes und das Verlegen von Tröpfchenbewässerungsanlagen sind teuer, gleichzeitig ist die Konkurrenz auf dem Weinmarkt groß. Der Steillagenweinbau ist schwierig zu mechanisieren und entsprechend kostenintensiv, geeignete Arbeitskräfte sind rar und die Arbeitsbedingungen hart. Bis zu acht oder neun (Hand-)Bearbeitungsgänge plant der Saarwinzer ein, plus Bodenbearbeitung, Unkrautkontrolle und Pflanzenschutz. Wäre da nicht das persönliche Engagement und die Passion des einzelnen Winzers, wären viele erlesene Weine heute sicher kaum noch auf dem Markt.
aid, Friederike Eversheim

Wacholder

SWR, Samstag, 02.05. um 21:50 Uhr

Essgeschichten

Wacholder – der Geschmack der Schwäbischen Alb

Eine Tradition wird neu belebt. Der Wacholder, das buschige und störrische Gewächs mit den blauen Beeren, wird zum Symbol des Naturschutzes. Die Pflanze, die zur Schwäbischen Alb gehört wie die Schäferei, stellt den Namen für ökologisch wertvolle Weideflächen – die Wacholderheide. Bei der Pflege der Heiden wurden überzählige Büsche bisher verbrannt. Jetzt sollen überschüssige Büsche anderweitig genutzt werden: Auf der Münsinger Alb und im Lautertal sorgt ein Projekt dafür, dass Bäcker Glocker Wacholderwecken backt, Beeren den Käse von Familie Engst würzen, der Rauch verbrannter Zweige Forellen und Schinken im Gasthof Hirsch Geschmack verleiht und der Wacholderbeergeist in die Flaschen der Brennerei Strasser kommt.
Aber auch schweißtreibende Pflege ist notwendig, denn der Klimawandel lässt Büsche und Bäume wuchern, mit Schafen wird man ihnen nicht Herr. Das Albwacholder-Projekt ist weder romantisierend noch rückwärtsgewandt. Es stärkt vielmehr die Eigenheit einer regionalen Wirtschaft in einem immer einheitlicheren Europa. Damit bleibt Wacholder auch ökonomisch ein Stück Heimat.

Wacholder – Der Geschmack der Schwäbischen Alb

SWR, Samstag, 14.03. um 21:50 Uhr

Essgeschichten

Wacholder – Der Geschmack der Schwäbischen Alb

Eine Tradition wird neu belebt. Der Wacholder, das buschige und störrische Gewächs mit den blauen Beeren, wird zum Symbol des Naturschutzes. Die Pflanze, die zur Schwäbischen Alb gehört wie die Schäferei, stellt den Namen für ökologisch wertvolle Weideflächen – die Wacholderheide. Bei der Pflege der Heiden wurden überzählige Büsche bisher verbrannt. Jetzt sollen überschüssige Büsche anderweitig genutzt werden: Auf der Münsinger Alb und im Lautertal sorgt ein Projekt dafür, dass Bäcker Glocker Wacholderwecken backt, Beeren den Käse von Familie Engst würzen, der Rauch verbrannter Zweige Forellen und Schinken im Gasthof Hirsch Geschmack verleiht und der Wacholderbeergeist in die Flaschen der Brennerei Strasser kommt.
Aber auch schweißtreibende Pflege ist notwendig, denn der Klimawandel lässt Büsche und Bäume wuchern, mit Schafen wird man ihnen nicht Herr. Das Albwacholder-Projekt ist weder romantisierend noch rückwärtsgewandt. Es stärkt vielmehr die Eigenheit einer regionalen Wirtschaft in einem immer einheitlicheren Europa. Damit bleibt Wacholder auch ökonomisch ein Stück Heimat.