Nahrungsergänzungsmittel

Immer mehr Menschen nehmen ergänzend zur täglichen Nahrung Vitamin- und Mineralstoffpräparate ein. Grundsätzlich sind sie sich möglicher Risiken bewusst, hat eine Studie der Leibniz Universität Hannover gezeigt. Die Wissenschaftler hatten eine bundesweite Befragung von 1.070 Verwendern von Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) im Alter von 18 bis 93 Jahren durchgeführt. Sie prüften das Konsumverhalten und erkundigten sich nach den Motiven für die Einnahme. Zudem bestimmten sie die individuelle Nährstoffaufnahme aus NEM und bewerteten diese unter toxikologischen Aspekten.

Nach Schätzungen nehmen 18 bis 60 Prozent der Erwachsenen in Deutschland regelmäßig Nährstoffsupplemente ein. Die meisten (80 %) nannten gesundheitliche Gründe für den Konsum. 86 Prozent gaben an, die Packungshinweise und die Dosierung zu berücksichtigen. 93 Prozent waren sich möglicher Risiken bei einer langfristig erhöhten Zufuhr bewusst. Bei den Mineralstoffen nahmen die Befragten am häufigsten Magnesiumpräparate zu sich (59 %), gefolgt von Kalzium (37 %), Zink (34 %) und Selen (23 %). Bei den Vitaminen hatte Vitamin C den höchsten Stellenwert (53 %), gefolgt von Vitamin E (45 %) und den meist gemeinsam eingenommenen Vitaminen B6, B12 und Folsäure (44 %).

Nach den Modellrechnungen führt die Einnahme von Nährstoffpräparaten in der Regel nicht zu einer übermäßigen Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen. Bei Vitamin A, Folsäure, Kalzium und Zink gab es in Einzelfällen Überschreitungen der Obergrenze für eine sichere Gesamtaufnahme (Tolerable Upper Intake Level, UL). Bei Magnesium dagegen erreichten oder überschritten mehr als 22 Prozent der Personen, den UL-Wert von 250 mg pro Tag. Mögliche Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Beschwerden und Durchfall.
Heike Kreutz, www.aid.de

Der Holunder ist reif

Jetzt sind die schwarzen Holunderbeeren reif und hängen in dichten Trauben an den Ästen. Vor dem Verzehr muss das Wildobst erhitzt werden, um giftige Inhaltsstoffe zu zerstören. Darauf weist der aid infodienst hin.

Holunder ist eine Bereicherung auf dem Speiseplan und aufgrund des hohen Vitamin-C-Gehalts auch sehr gesund. Die Früchte lassen sich zu Saft, Sirup, Punsch oder Gelee verarbeiten – auch in Kombination mit Äpfeln, Zwetschgen, Birnen oder Brombeeren. Zudem gibt eine herb-fruchtige Holundersoße Wild, Geflügel und Gegrilltem eine besondere Note. Die köstlichen Beeren verfeinern Pfannkuchen, Muffins oder Milchshakes und der Holundersaft ist die Grundlage für eine erfrischende Holundersuppe an heißen Sommertagen.

Vor dem Verzehr müssen die Wildfrüchte allerdings erhitzt werden. Insbesondere unreife Beeren, die Samen und grünen Pflanzenteile des Holunders enthalten das giftige Glycosid „Sambunigrin“. Diese Substanz kann Magenbeschwerden, Erbrechen und Durchfall auslösen. Beim Kochen wird der Schadstoff zerstört. Da auch die Samen der reifen Beeren hohe Gehalte aufweisen, sollten sie nicht zu Marmelade verarbeitet werden. Stattdessen sollte man die Beeren besser zu einem Saft verarbeiten, der zu Gelee verkocht werden kann, so der aid infodienst.

Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra), auch Holderbaum oder Fliederbeere genannt, ist vor allem an Waldrändern, Flussufern und in Feldhecken zu finden. Der Baum kann bis zu sieben Meter hoch werden. Der richtige Erntezeitpunkt ist wichtig: Erst wenn nahezu alle Beeren einer Dolde voll ausgereift, also blauschwarz gefärbt sind, kann die ganze Dolde mit einer Schere abgeschnitten werden. Nach dem Waschen streift man die Beeren mit einer Gabel von den Rispen. Die Früchte sollten direkt nach der Ernte verarbeitet werden, da sie ansonsten durch Gärprozesse ungenießbar werden können.
Heike Kreutz, www.aid.de

Schwarze Holunder in der Küche und als Arznei

Man darf die Beeren nicht direkt vom Strauch naschen, weil sie giftig sind und zu Erbrechen, Magenbeschwerden sowie Durchfall führen können. Erst durch das Erhitzen werden die Beeren genießbar.

Die kleinen schwarzen Beeren wirken unscheinbar, aber die Früchte des Holunderbuschs haben es in sich und sind vielfältig verwendbar. Die Zeitschrift daheim in Deutschland gibt in ihrer August/September-Ausgabe einen umfassenden Überblick, wie nützlich diese Pflanze ist. Eine Grundregel gilt es aber zu beachten: Man darf die Beeren nicht direkt vom Strauch naschen, weil sie giftig sind und zu Erbrechen, Magenbeschwerden sowie Durchfall führen können. Erst durch das Erhitzen werden die Beeren genießbar.

Am bekanntesten in Europa ist der Schwarze Holunder, dessen Beeren tiefschwarz glänzend sind und in den Monaten August und September ihre volle Reife erreichen. Aus den Beeren lässt sich säurearmer Holundersaft herstellen, der zu Suppe, Gelee und hochprozentigem Schnaps weiterverarbeitet werden kann. Die Ernte der Beeren ist dabei denkbar einfach: Entweder man streift sie mit einer Gabel von den Stielen oder die ganze Rispe wird eingefroren, die Beeren sind dann leicht abzuschütteln. Auch die Blüte ist vielfach nutzbar – als Zutat für Holunderküchlein, als Basis für Holundersirup und Holundersekt oder in getrockneter Form, um einen Tee aufzubrühen.

Der Holunderbusch mit seinen Blüten und Beeren eignet sich aber nicht nur als Zutat für die Küche, sondern auch als Arzneimittel, schildert daheim in Deutschland in seiner neuen Ausgabe. Denn die Inhaltsstoffe – vor allem ätherische Öle, Vitamin B und C sowie außergewöhnlich große Mengen an Mineralstoffen und Aminosäuren – stärken das Immunsystem, wirken blutreinigend, fiebersenkend, entzündungshemmend und schweißtreibend. Deshalb gilt Holunder auch als wirksames Heilmittel gegen Erkältungskrankheiten, Fieber, Bronchitis, Rheuma oder Gicht. Kompressen mit Holunderblütenwasser helfen obendrein gegen unreine Haut. Auch der in den Beeren enthaltene Farbstoff Sambucyanin ist nützlich. Er soll als Radikalenfänger vorbeugend gegen Krebs und Herzkreislauf-Erkrankungen wirken.

Für weitere Informationen zu diesem Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Die Zeitschrift daheim in Deutschland (Ausgabe August/September) ist ab heute am Kiosk erhältlich.

ÖKO-TEST Reiseapotheke

Pünktlich zur Reisezeit hat ÖKO-TEST die besten und günstigsten rezeptfreien Arzneimittel für
die Urlaubsapotheke zusammengestellt. Dabei sind mehr als 60 Präparate zur Behandlung von
Allergien, Durchfall, Insektenstichen, Reiseübelkeit und Schmerzen bei Erwachsenen sowie
Kindern, ebenso Sonnenbrandmittel und Pflaster.

Das Verbrauchermagazin hat die Wirkstoffe
dieser Medikamente einer pharmakologischen Begutachtung unterziehen und auch die Hilfs-und Inhaltsstoffe überprüfen lassen.
Durchfall, Sonnenbrand und Mückenstiche sind die häufigsten allgemeinen Beschwerden auf
Reisen. Bei Durchfall eignen sich Mittel mit der Trockenhefe aus Saccharomyces cerevisiae
Hansen CBS 5926 und Lactobacillus rhamnosus GG, die laut Studien die Dauer eines Durchfalls
verkürzen und die Vermehrung schädlicher Keime im Darm stoppen können. Erwachsene
können im Notfall – etwa bei langen Busfahrten oder Ausflügen – zu Mitteln mit dem Wirkstoff
Loperamid greifen. Der Wirkstoff unterdrückt die Symptome, in dem er die Darmbewegungen
hemmt. ÖKO-TEST empfiehlt beispielsweise das Durchfallmittel Omniflora Akut oder die
Hartkapseln Hamadin N.

Am besten man bekommt keinen Sonnenbrand. Hat es einen doch erwischt: Sofort raus aus der
Sonne und die geschädigte Haut mindestens eine Woche lang der Sonne nicht mehr aussetzen.
Die Schmerzen lassen sich mithilfe von feuchten Umschlägen mindern. Ebenfalls können Mittel
mit Dexphanthenol, wie das Bepanthen Kühlendes Schaumspray, Juckreiz und Schmerzen
lindern und die Regeneration der Haut unterstützen.
Wer von Insekten gestochen wurde, sollte auf ein Präparat mit Hydrocortison setzen, denn
dieser Wirkstoff unterdrückt die Überreaktion des Immunsystems.

Hier empfiehlt ÖKO-TEST
beispielsweise die Hydro Heumann Hautcreme 0,5% oder die Hydrocutan Creme 0,25%. Die
Präparate sollten aber nur kleinflächig und kurzfristig angewendet werden.

Tofu mit Chili

Eine weitere Charge des Produktes „Tofu mit Chili“ ist mit dem Bakterium Bacillus cereus kontaminiert.

Der Verzehr von Lebensmitteln mit einem hohen Keimgehalt von Bacillus cereus kann zu folgenden Krankheitserscheinungen führen: Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Bauchkrämpfe. Die Beschwerden treten 0,5 – 6 Stunden nach dem Verzehr auf und klingen nach 24 Stunden wieder ab.

Verpackungseinheit: 300 g
Haltbarkeit: 30.11.2013

Mehr Infos: www.heuschenschrouff.com

Essen und Trinken bei Lactoseintoleranz

Genereller Verzicht auf Milch und Milchprodukte meist nicht nötig

Kakao, Milchkaffee oder Joghurt – kommt es bei Ihnen nach
dem Verzehr dieser Lebensmittel auch zu Durchfall, Blähungen oder
krampfartigen Bauchschmerzen? Nicht alle Menschen können Milch
und Milchprodukte uneingeschränkt genießen: Etwa 15-20 % der
Deutschen leiden an einer Lactoseintoleranz, einer
Unverträglichkeit gegenüber Lactose (Milchzucker). Lactose ist
natürlicherweise in Milch und Milchprodukten wie Quark, Sahne,
Käse und Molke enthalten. Damit der Körper den Milchzucker
verdauen kann, muss er mithilfe des Enzyms Lactase im Dünndarm in
die Einzelbausteine Glucose oder Galactose zerlegt werden. Fehlt
dieses Enzym oder ist seine Aktivität vermindert, gelangt die
Lactose unverändert in den Dickdarm, wo Darmbakterien sie zu
Milchsäure, Essigsäure und Kohlendioxid abbauen. Mögliche Folgen
sind Durchfall, Blähungen, Magenkrämpfe, heftige Bauchschmerzen
sowie Völlegefühl. Nicht immer muss allerdings ein Verzicht auf
Milch und Milchprodukte, die wichtige Calciumlieferanten
darstellen, die Konsequenz sein. Denn meist ist eine
Restaktivität des Lactose spaltenden Enzyms vorhanden. Wie viel
Lactose vertragen wird, muss individuell ermittelt werden.

Eine neue Infothek der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE)
e. V. zeigt, wie eine Ernährungsumstellung die Beschwerden bei
Lactoseintoleranz schnell und langfristig reduzieren kann: So
sind beispielsweise Milch und Milchprodukte als Bestandteil einer
Mahlzeit zusammen mit anderen Lebensmitteln meist verträglicher.
Erlaubt sind bei Lactoseintoleranz auch lactosefreie Milch und
Milchprodukte sowie ausgewählte Käsesorten, z. B. Hart- und
Schnittkäse wie Gouda, Edamer und Tilsiter. Sauermilchprodukte
wie Joghurt, Kefir und Sauermilch sind ebenfalls oft gut
verträglich. Lactasehaltige Enzympräparate können in Absprache
mit dem Arzt oder einer Ernährungsfachkraft bei einer Einladung
zum Essen hilfreich sein.

Geriebener Apfel hilft nach Durchfall

Geriebener Apfel hilft nach Durchfall

Pektinhaltige Nahrungsmittel bringen den Stuhlgang wieder in Schwung

Um nach einem Durchfall dem Darm wieder auf die Sprünge zu helfen, sind pektinhaltige Nahrungsmittel hilfreich. Dazu gehören auch geriebene Äpfel, was als altes Hausmittel bekannt ist. Es sollte aber erst an zweiter Stelle zum Einsatz kommen. „Bei Durchfall geht es zunächst darum, den Verlust an Wasser und Mineralstoffen auszugleichen“, erklärt die Kinderärztin Dr. med. Claudia Saadi im Apothekenmagazin „BABY und Familie“. Das funktioniere am besten mit einer Glukose-Elektrolytlösung aus der Apotheke. Geriebener Apfel oder eine Karottensuppe helfen anschließend, mit ihrem Pektingehalt den Stuhlgang zu regulieren.

Weitere Infos zu Krankheiten bei Kindern und ihrer Therapie unter www.baby-und-familie.de/Kinderkrankheiten .

Gesundes Essen bekommt nicht jedem

Gesundes Essen bekommt nicht jedem

Leidet ein Mensch unter Nahrungsmittelunverträglichkeiten, ist soziale Isolation eine mögliche Folge: »Einladungen zum Essen oder zu anderen sozialen Events schlägt man aus Angst vor plötzlicher Übelkeit oder plötzlichem Durchfall prinzipiell aus«, berichtet der Innsbrucker Biologe Michael Zechmann in der Neuen Apotheken Illustrierten vom 15. Februar 2010.

Um den Beschwerden auf den Grund zu gehen, ist es wichtig, häufige Ursachen zu kennen. Dazu gehören:

Fruktose-Malabsorption Rebelliert der Darm nach dem Genuss von Obst, könnte Fruchtzucker, auch Fruktose genannt, der Grund sein. Laktoseintoleranz Den Betroffenen, darunter auch viele ältere Menschen, fehlt ein Enzym, das den Milchzucker abbaut. Zöliakie Hier verträgt der Darm das Klebereiweiß Gluten nicht, das in vielen Getreidesorten steckt.

Ein Ernährungstagebuch, in das auch auftretende Beschwerden eingetragen werden, hilft, die Verursacher zu identifizieren. Mehr zu den einzelnen Unverträglichkeiten und zu Maßnahmen, die dagegen helfen, lesen Sie in der Neuen Apotheken Illustrierten vom 15. Februar 2010.

Außerdem in diesem Heft: Heilen mit Humor +++ Herz und Kreislauf unter Druck +++ Keime müssen draußen bleiben

Kinder in Haiti

Angst um die Kinder in Haiti

UNICEF ruft dringend zur Hilfe für die Kinder in Haiti auf. Die
Kinder im Katastrophengebiet müssen so rasch wie möglich vor Hunger
und Krankheiten geschützt werden. Unter den unzähligen Verletzten
befinden sich viele Kinder, die versorgt werden müssen. Sie brauchen
medizinische Hilfe, sauberes Wasser, Nahrung und Schutz. UNICEF warnt
angesichts der chaotischen Zustände vor dem Ausbruch von Epidemien
und Hunger. Viele Kinder sind verzweifelt und stehen unter Schock.

„Wir müssen jetzt alles tun, um Hunderttausende Kinder in Haiti
vor einer zweiten Katastrophe durch Hunger und Krankheiten zu
schützen“, sagt Regine Stachelhaus, Geschäftsführerin von UNICEF
Deutschland.

Bereits vor der Naturkatastrophe waren rund ein Viertel der Kinder
unterernährt und sind jetzt besonders gefährdet. Etwa die Hälfte der
betroffenen Bevölkerung ist unter 18 Jahren; die meisten leben in
extremer Armut.

Mit Flugzeugen und per Schiff bringt UNICEF große Mengen
Hilfsgüter ins Katastrophengebiet auf Haiti. Heute Nacht wurden mit
einer Rot-Kreuz-Maschine 10.000 Plastikplanen, 4.600 Wasserkanister,
5,5 Millionen Wasseraufbereitungstabletten, Medikamente gegen
Durchfall, Kommunikationsausrüstung, zwei mobile Lagerhallen sowie
Zelte und Erste-Hilfe-Pakete nach Port-au-Prince gebracht.

Heute Abend wird ein weiterer Charterflug aus dem
UNICEF-Warenlager in Panama mit weiteren 45 Tonnen Hilfsgütern
eintreffen. Dieser bringt Geräte zum Testen von Trinkwasser,
Medikamente, Materialien zur Wasseraufbereitung sowie Spiel- und
Lernmaterial für 20.000 Familien.

Das UNICEF-Büro in Haiti wurde bei dem Beben schwer beschädigt,
aber zum Glück konnten sich alle Mitarbeiter in Sicherheit bringen.
Sie schieben jetzt zusammen mit UNICEF-Expertenteams aus aller Welt
die Hilfe an und koordinieren internationale Maßnahmen für die
betroffenen Kinder.

UNICEF ruft dringend zu Spenden für die Kinder in Haiti auf:

Konto: 300 000
Bank für Sozialwirtschaft
BLZ 370 205 00
Stichwort: Haiti

Weitere Informationen auf www.unicef.de

Lebensmittelunverträglichkeit – Wenn Essen krank macht

Lebensmittelunverträglichkeit – Wenn Essen krank macht

„Essen Sie doch mehr Obst und Gemüse!“ Diesen Satz hört man gerne vom behandelnden Arzt, wenn man wegen Verdauungsproblemen wie Durchfall, Blähungen, Bauchschmerzen und Übelkeit Hilfe sucht. Doch bei einem Viertel der Bevölkerung ist dieser Rat der falsche. Sie leiden an einer sogenannten intestinalen Fruktoseintoleranz, oder auch Fruktosemalabsorption.

Bei dieser Erkrankung des Darmes, kann der gegessene Fruchtzucker – die Fruktose – nicht oder nur in sehr geringen Mengen vom Darm aufgenommen werden. Die Bakterien im Verdauungstrakt verdauen stattdessen die Fruktose, wodurch es zu wässrigen Durchfällen und anderen Symptomen wie Übelkeit, Bauchschmerzen, Krämpfen, Schwindel und kaltem Schweiß kommen kann. Bleibt die intestinale Fruktoseintoleranz über einen längeren Zeitraum unbehandelt, kann es sogar zu Depressionen und Leberschädigungen kommen.

Unverträglichkeiten werden oft nicht erkannt und führen zu sozialer Isolation

Neben der Fruktosemalabsorption gibt es noch weitere Unverträglichkeiten. Beispielsweise die Laktoseintoleranz, bei der der Milchzucker nicht verdaut werden kann. Die Problematiken der Unverträglichkeiten sind vielfältig. Zum einen zeigen Sie eine steigende Tendenz, zum anderen werden diese Krankheitsbilder immer noch sehr stiefmütterlich von der Schulmedizin behandelt. Erst langsam beginnt die Medizin diese Symptomatik zu erkennen und richtig zu behandeln. Die Betroffenen müssen oft mehrere Jahre mit den Symptomen leben, bevor die Unverträglichkeit richtig diagnostiziert wird. Nicht selten werden die Patienten über einen langen Zeitraum erfolglos auf Gastritis behandelt oder werden gar zum Psychiater geschickt. Vor allem wenn zusätzlich depressive Zustände auftreten.
Der Innsbrucker Biologe und Gründer des NMI-Portals ( www.nahrungsmittel-intoleranz.com ) Michael Zechmann kennt dies aus eigener Erfahrung. „Man beginnt seinen Tagesablauf nach der Verfügbarkeit von brauchbaren Toiletten zu planen. Einladungen zum Essen oder anderen sozialen Events schlägt man aus Angst vor plötzlicher Übelkeit oder Durchfall prinzipiell aus.“ Eine soziale Isolation ist nur eines der vielen Folgesymptome. Und dabei wäre die Behandlung so einfach: Verzicht auf Fruchtzucker. Durch eine fruktosearme Diät verschwinden die Symptome in kürzester Zeit und der Patient kann ein völlig normales Leben führen.

Es empfiehlt sich übrigens, ein Ernährungstagebuch zu führen und dieses dann bei der Untersuchung mit zu bringen. Dadurch kann dem behandelnden Arzt die Diagnose erleichtert werden. Einen Vordruck eines solchen Tagebuches findet man am NMI-Portal.

Informationen für Betroffene gibt es

Als bei Zechmann 2004 die richtige Diagnose gestellt wurde, gab es praktisch noch keine Patienten-Informationen zu diesem Thema. Auch die meisten Ärzte kannten dieses
Krankheitsbild nicht. Der Biologe las sich ein Jahr lang in die wissenschaftliche Literatur ein. Dieses Wissen bereitete er populärwissenschaftlich auf und gründete 2005 das NMI-Portal. Diese Plattform versteht sich als Brücke zwischen Arzt und Patient, mit dem Ziel beide Seiten zu informieren und so den ÄrztInnen eine schnellere Diagnose und den PatientInnen ein beschwerdefreies Leben zu ermöglichen. Durch die Hilfe zahlreicher ExpertInnen hat sich das NMI-Portal bis zum Jahr 2009 zum umfangreichsten Informationsangebot in diesem Themengebiet entwickelt und konnte mittlerweile tausenden Betroffenen in ganz Europa helfen.

Durch die populärwissenschaftliche Aufbereitung der wissenschaftlichen Publikationen kann schnell der neueste Erkenntnisstand einer breiten Öffentlichkeit zugeführt werden. Je schneller eine Unverträglichkeit erkannt wird, desto weniger dauerhafte Schäden können entstehen. So kann eine früh diagnostizierte Fruktosemalabsorption Depressionen und Leberschäden vorbeugen. Auch Elektrolytstörungen und Mangelerscheinungen können verhindert werden.

Gut leben trotz Fruktosemalabsorption

„Das schöne ist“, freut sich Zechmann, „dass man trotz einer Unverträglichkeit gut leben kann. Auch einer gesunden Ernährung steht nichts im Wege, man muss nur wissen was man essen kann!“ So ist nicht prinzipiell jedes Obst und Gemüse problematisch, gewisse Sorten wie Bananen, Papaya, Spinat, Kohlrabi oder Zucchini können meist ohne Probleme verzehrt werden. Achtet man bei seiner Ernährung auf ein paar Grundregeln, so kann man wieder unbeschwert leben.