Meidjie Ang

Max Rubner-Preis geht an Gießener Nachwuchswissenschaftlerin

Meidjie Ang ist die Preisträgerin des Max Rubner-Preises 2015 der
Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE). Die
vierunddreißigjährige Diplom-Ökotrophologin nahm die mit 5 000 Euro
dotierte Auszeichnung auf dem 52. Wissenschaftlichen Kongress in Halle an
der Saale von Prof. Ulrike Arens-Azevêdo, Vize-Präsidentin der DGE,
entgegen.

Ang untersuchte in einer randomisierten doppelblinden Studie mit Cross-over
Design die metabolische Response von Isomaltulose im Vergleich zu
Saccharose bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2. Die im American
Journal of Clinical Nutrition publizierte Originalarbeit “Comparison of
the effects of slowly and rapidly absorbed carbohydrates on postprandial
glucose metabolism in type 2 diabetes mellitus patients: a randomized
trial” fand bei der Jury die breiteste Zustimmung.

„Langsam absorbierte Kohlenhydrate bewirken einen verzögerten Anstieg
des Blutglucose- und Insulinspiegels und sind daher für die Verbesserung
der glykämischen Kontrolle von großer Bedeutung. Die Arbeit von Frau Ang
konnte unter Verwendung der Doppelisotopentechnik zeigen, wie wichtig die
jeweilige Kohlenhydratart zur Blutglucosekontrolle und in der
Ernährungstherapie von Typ-2-Diabetikern ist“, betonte Arens-Azevêdo in
ihrer Laudatio.

Insgesamt wurde nach 4-stündigem Konsum von Isomaltulose weniger Glucose
in den Blutkreislauf abgegeben als nach der Bolusgabe von Saccharose. Nach
der Aufnahme von Isomaltulose verlängerte sich die Absorptionszeit
signifikant. Dabei wurde das Inkretinhormon GLP-1 in größerer Menge
ausgeschüttet, was zur Verringerung der Glukagonsekretion und damit zur
Verbesserung im Insulin/Glukagon-Verhältnis führte. Dadurch wurde die
Insulinwirkung erhöht und gleichzeitig kam es zu einer Hemmung der
endogenen Glucoseproduktion und erhöhten Glucoseaufnahme in der Leber.

Meidjie Ang studierte Ökotrophologie in Bonn und ist seit 2008 Doktorandin
an der Medizinischen Klinik und Poliklinik 3 in Gießen. Unter der Leitung
von Prof. Dr. Thomas Linn beschäftigt sich die aus Indonesien stammende
junge Wissenschaftlerin mit der Wirkung von langsam absorbierenden
Kohlenhydraten auf Diabetes mellitus Typ 2.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. und die Deutsche
Gesellschaft für Innere Medizin würdigen die wegweisende Arbeit von Frau
Ang mit der Verleihung des Max Rubner-Preises 2015. Der Preis wird seit
1979 für hervorragende wissenschaftliche Untersuchungen, die sich mit
Fragen der Ernährungstherapie oder der Prävention ernährungsmitbedingter
Krankheiten beschäftigen, vergeben. Das Preisgeld in Höhe von 5 000 Euro
stellt die Stiftung zur Förderung der DGE zur Verfügung.

Innovations-Award Junge Ideen

DLG schreibt „Innovations-Award Junge Ideen“ aus

Die DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) schreibt in diesem Jahr erstmalig einen Preis für den Forschungsnachwuchs im Bereich Lebensmitteltechnologie aus. Der „DLG Innovations-Award Junge Ideen“ ist mit 2.500 Euro datiert und fördert Forschungsarbeiten junger Wissenschaftler. Neben der wissenschaftlichen Qualität soll die Forschungsarbeit von hohem praktischem Nutzen sein und zur Lösung praxisrelevanter Fragestellungen in der Lebensmittelbearbeitung und -verarbeitung beitragen. Die Ausschreibung des Preises erfolgt im Rahmen eines Call-for-Papers-Verfahrens. Einsendeschluss ist der 5. Mai 2014. Die Anmeldeunterlagen stehen als Download unter www.DLG.org/Lebensmitteltage zur Verfügung.

Die Anmeldung der wissenschaftlichen Beiträge erfolgt in Form von Kurzfassungen (Abstracts) in deutscher Sprache. Entsprechende Abstract-Vorlagen stehen als Download unter www.DLG.org/Lebensmitteltage zur Verfügung. Zugelassen sind Projekt-, Semester- oder Abschlussarbeiten im Rahmen von Bachelor- und Master-Studiengängen, Promotionsarbeiten sowie sonstige Forschungsarbeiten und Forschungsprojekte auch außerhalb von Hochschulen.

Die eingereichten Arbeiten können produkt- und branchenübergreifend u.a. folgende Themenbereiche umfassen: Lebensmitteltechnologie, Verpackung, Abfülltechnologie, Ingredienzien, Produktentwicklung, Automatisierung, Qualitätssicherung, Hygiene, Gesundheit, Ernährung sowie Business-Modelle.

Die eingereichten Abstracts werden von einem wissenschaftlichen Beirat bewertet. Die fünf besten Arbeiten müssen im Anschluss eine ausführliche Darstellung ihres Projekts erstellen, die die Basis für die Vergabe des DLG-Awards ist. Der Sieger erhält den Förderpreis in Höhe von 2.500 Euro und darf sein Projekt im Rahmen der DLG-Lebensmitteltage am 24. September einem breiten Fachpublikum präsentieren.

Weitere Informationen und Anmeldeunterlagen: DLG e.V., Fachzentrum Ernährungswirtschaft, Nina Pleier, Eschborner Landstraße 122, 60489 Frankfurt/M., Tel: (0049) 69-24788-311; Fax: (0049) 69-24788-8311; E-Mail: fachzentrumEW@dlg.org. Die Anmeldeunterlagen stehen als Download unter www.DLG.org/Lebensmitteltage zur Verfügung.

TEST Fischstäbchen

Die gute Nachricht: Fischstäbchen können Sie essen – die schlechte Nachricht: sie sind nicht gerade ein Diätlebensmittel

Ein aktueller Test des Verbrauchermagazins ÖKO-TEST zeigt, dass in einigen Fischstäbchen zu viel eines Fettschadstoffs steckt. Positiv zu sehen ist jedoch, dass die Produkte wirklich praktisch grätenfrei sind und dass sich die Anbieter um nachhaltigen Fischfang und Transparenz bemühen.

Das von ÖKO-TEST beauftragte Labor entdeckte in fünf Produkten erhöhte Mengen von 3- MCPD-Estern. Dieser Fettschadstoff wandelt sich im Körper in einen anderen Stoff um, der in Tierversuchen die Nieren geschädigt und in hohen Dosen zur Bildung gutartiger Tumore geführt hat.

Ärgerlich ist zudem die Portionsangabe von Aldi Nord. Demnach liegt eine Portion bei 30 Gramm, was genau einem einzigen Fischstäbchen entspricht. Das soll darüber hinwegtäuschen, wie viel Kalorien eine Fischstäbchen-Mahlzeit aus vier Stück tatsächlich hat – nämlich rund 400 kcal, wenn die Fischstäbchen in der Pfanne in Fett zubereitet werden, und ohne Beilagen.

Erfreulicherweise arbeiten die Anbieter der Fischstäbchen an der Nachhaltigkeit der Produkte. Nachhaltiger Fischfang muss verbindliche Fangquoten haben, deren Einhaltung geprüft wird und die auf wissenschaftlichen Empfehlungen beruhen. Die Behörden müssen außerdem wissen, wer wie wo fischt, und sie müssen mit den Fischereien so gut zusammenarbeiten, dass sie bei Problemen eingreifen können und zum Beispiel Fangquoten senken oder Gebiete sperren. Die Hersteller der Fischstäbchen konnten nachweisen, dass es für die Fischereien ein
verlässliches Management gibt und dass daran gearbeitet wird, die Auswirkungen auf das Öko-System im Griff zu behalten.

Das ÖKO-TEST-Magazin Oktober 2012 gibt im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.

Carme Ruscalleda

Mandarin Oriental, Barcelona: Anti-Ageing Menu im Restaurant Moments

Carme Ruscalleda, Spaniens beste Köchin (insgesamt Sechs Michelin Sterne und Küchenchefin des Mandarin Oriental, Barcelona) und Dr. Manual Sánchez, Leiter der Anti-Ageing Unit Clinic Planas of Barcelona haben ihr Wissen und ihre Erfahrungen kombiniert und ein einzigartiges Anti-Ageing Menü für das Gourmetrestaurant Moments kreiert.

Durch den schnellen Lebenswandel der heutigen Zeit ist die Nachfrage nach einer Erhöhung der Lebensqualität gestiegen und somit auch der Fokus auf gesunde Ernährung. Das neue Menü des Mandarin Oriental, Barcelona kombiniert aus diesem Grund saisonale Zutaten mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen und präsentiert Katalanische Küche at it’s best wie „Artischocken mini Pizzas mit Joselito Schinken“ oder „Buchweizenmakkaroni mit Jakobsmuscheln und Gemüse“.

Das Anti Ageing Menü wird jeweils Mittags ab € 59.- angeboten.
http://www.mandarinoriental.com/barcelona/

DLG Sensorik Award 2012

Die DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) schreibt auch in diesem Jahr einen Preis für Forschungsarbeiten im Bereich Lebensmittelsensorik aus. Der „DLG Sensorik Award“ richtet sich vorrangig an Nachwuchswissenschaftler. Mit der mit 2.500 Euro dotierten Auszeichnung fördert die DLG Forschungsprojekte, die sich mit praxisrelevanten Themen im Bereich Lebensmittelsensorik beschäftigen. Die Ausschreibung des Preises erfolgt im Rahmen eines Call-for-Papers-Verfahrens. Einsendeschluss ist der 1. Juni 2012. Die Anmeldeunterlagen stehen als Download unter www.DLG.org/Lebensmitteltage zur Verfügung.

Mit dem „DLG Sensorik Award“ würdigt die DLG außergewöhnliches wissenschaftliches Engagement im Bereich der Lebensmittelsensorik. Neben der wissenschaftlichen Qualität sollen die ausgezeichneten Forschungsarbeiten einen hohen praktischen Nutzen haben, d.h. zur Lösung aktueller Problemstellungen in der Lebensmittelsensorik beitragen.

Bewerbung und Auswahl
Die Ausschreibung des Preises erfolgt im Rahmen eines Call-for-Papers-Verfahrens. Die Anmeldung der wissenschaftlichen Beiträge erfolgt in Form von Kurzfassungen (Abstracts) in deutscher Sprache. Entsprechende Abstract-Vorlagen stehen als Download unter www.DLG.org/Lebensmitteltage zur Verfügung. Zugelassen sind produkt- und branchenübergreifende Arbeiten in Form von Projekt-, Semester- oder Abschlussarbeiten im Rahmen von Master-/Bachelor-Studiengängen, Promotionsarbeiten oder sonstigen Forschungsarbeiten auch außerhalb von Hochschulen.

Die Themenbereiche umfassen u.a. „Sinnesphysiologie und sinnesphysiologische Grundlagen“, „Sensorische Methoden (Analytik und Hedonik)“, „Panelrekrutierung, -schulung und

–motivation“, „Statistische Methoden“, „Instrumentelle Sensorik“, „Semantik/Deskriptoren“, „Qualitätsveränderungen/-verluste“, „Zutaten-/Rohstoffmodifikation“, „Verbraucherakzeptanzen/-präferenzen“, „Genuss-/Sinnesschulung“ und weitere wissenschaftliche Forschungsarbeiten, die sich mit anderen Aspekten der Angewandten Sensorik beschäftigen.

Aus den eingereichten Abstracts entscheidet der wissenschaftliche Beirat des DLG-Ausschusses Sensorik, welche Beiträge als Poster oder als Kurzvortrag im Rahmen der Fachveranstaltung „Sensorikwissenschaft & Nachwuchs“ auf den DLG-Lebensmitteltagen (17. September 2012) präsentiert werden. Aus den Beiträgen, die als Kurzvortrag vorgestellt werden, wählt der wissenschaftliche Beirat den Preisträger aus. Neben der fachlichen Qualität der wissenschaftlichen Arbeit wird dabei auch die professionelle Präsentation der wissenschaftlichen Ergebnisse bewertet. Die Preisverleihung findet am 17. September im Rahmen der Abendveranstaltung der DLG-Lebensmitteltage statt.

Weitere Informationen und Anmeldeunterlagen: DLG e.V., Fachzentrum Ernährungswirtschaft, Bianca Schneider-Häder, Eschborner Landstraße 122, 60489 Frankfurt/M., Tel: (0049) 69-24788-360; Fax: (0049) 69-24788-8360; E-Mail:sensorik@dlg.org. Die Anmeldeunterlagen stehen als Download unter www.DLG.org/Lebensmitteltage zur Verfügung.

Ernährungsmitbedingte Krankheiten

Ernährungsmitbedingte Krankheiten sind heute für rund zwei Drittel aller
Leistungen und Kosten im Gesundheitssystem verantwortlich. Damit gewinnt die
Frage danach, welches Potenzial Ernährung und Lebensstil in der Prävention
zukommt, zunehmend an Bedeutung.

Mit dem Schwerpunktthema „Ernährung und Prävention – Chancen und Grenzen“ sucht die Deutsche Gesellschaft für Ernährung
e. V. (DGE) auf ihrem 49. Wissenschaftlichen Kongress vom 14. – 16. März 2012 an der TU München in Freising-Weihenstephan Antworten auf diese und weitere
Fragen. Neuere Studien – auch aus Deutschland – unterstreichen, dass mit einer
annähernd gesundheitsfördernden Lebensweise bis zu 90 % aller
Diabeteserkrankungen, bis zu 80 % aller Herzinfarkte und rund 50 % aller
Schlaganfälle vermieden werden könnten.

Aber wann beginnt eigentlich Prävention? „Dicksein beginnt heute bereits im
Mutterleib“ erklärt Prof. Dr. med. Andreas Plagemann, Charité Berlin, in seinem
Plenarvortrag zu Überernährung und fetaler Prägung. Er stellt den prägenden
Einfluss der Ernährung während der pränatalen, also vorgeburtlichen, und
frühkindlichen Ernährung auf die spätere Entstehung von Übergewicht und
Diabetes mellitus Typ 2 vor.

Auf die viel diskutierte Rolle der Ernährung bei
der Entstehung von Krebs geht Prof. Dr. Cornelia Ulrich, Deutsches
Krebsforschungszentrum Heidelberg, ein. Dabei kristallisiert sich heraus, dass
Krebs nicht gleich Krebs ist, denn nicht jede Tumorart hat einen Bezug zur
Ernährung. Mit „Metabolic insights into the benefits and risks of nutritional
interventions“ beschäftigt sich Dr. Elaine Holmes, Imperial College London,
schließlich im dritten Plenarvortrag. Denn auch wenn das große präventive
Potenzial von Ernährung und Lebensstil hinsichtlich ernährungsmitbedingter
Krankheiten bei weitem noch nicht ausgeschöpft zu sein scheint, hat Prävention
auch ihre Grenzen: Trotz erfolgreicher Forschung stehen wir in vielen Bereichen
ganz am Anfang und sind von einer personalisierten Ernährung noch weit
entfernt.

Gemeinsam mit den Wissenschaftlichen Leitern Prof. Dr. Hans Hauner und Prof.
Dr. Hannelore Daniel, beide TU München, begrüßt die DGE 700 Ernährungsexperten
zu ihrem diesjährigen Wissenschaftlichen Kongress. In 72 Vorträgen und 139
Posterbeiträgen stellen mehr als 200 Referenten ihre aktuellen Ergebnisse aus
der ernährungswissenschaftlichen Grundlagenforschung und verwandter Disziplinen
vor. Minisymposien und Workshops, u. a. zur Nationalen Verzehrsstudie II und
zur ernährungswissenschaftlichen Hochschulausbildung, sowie eine
Industrieausstellung erweitern das interessante und umfangreiche 2 1/2-tägige
Kongressprogramm.

Ernährungs Umschau ist Fachmedium des Jahres 2011

Die Deutsche Fachpresse zeichnete auf ihrem diesjährigen
Kongress am 24. Mai in Wiesbaden die Fachmedien des Jahres 2011
in zwölf Kategorien aus. Die Ernährungs Umschau, seit 1954 das
Organ der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE),
erhielt dabei den 1. Preis in der Kategorie Wissenschaft und darf
nun für ein Jahr das Signet „Fachmedium des Jahres“ tragen.

Das Fachmagazin bietet Forschern sowie Ernährungsfachkräften
monatlich aktuelle Ergebnisse zu wissenschaftlichen
Untersuchungen und deren Bedeutung für die berufliche Praxis.
„Unsere Mitglieder schätzen die wissenschaftlichen Artikel und
die zahlreichen Informationen zur vollwertigen Ernährung,
Diätetik und Lebensmitteln mit monatlichen Schwerpunktthemen
sowie die Online- Fortbildung“, sagt Dr. Helmut Oberritter,
Geschäftsführer der DGE, die sich gemeinsam mit dem Umschau
Zeitschriftenverlag über die Auszeichnung freut.

Für die Jury war die hervorragende journalistische Arbeit der
Redaktion, die es versteht, wissenschaftliche und praktische
Aspekte miteinander zu verbinden, maßgeblich für die
Auszeichnung. Insgesamt hatten sich 62 Fachmedien mit ihren
Print- und digitalen Angeboten um den Branchen-Award beworben,
den die Deutsche Fachpresse jedes Jahr vergibt. Ausgewählt wurde
in einem zweistufigen Bewertungsverfahren, u. a. nach den
Kriterien Textqualität, Verständlichkeit, Stilmittel,
Leserführung, Zielgruppenrelevanz und grafische Gestaltung.

Journalisten-Preise 2010

Die Journalisten-Preise der Deutschen Gesellschaft für
Ernährung e. V. gingen in diesem Jahr an acht Journalisten aus
fünf Medienkategorien. Über 90 Bewerber hatten die Chance, einen
der mit insgesamt 10 000 EUR dotierten Preise zu erhalten. Der
Preis zeichnet wissenschaftlich fundierte, originelle und
zielgruppengerecht aufbereitete Arbeiten zu aktuellen
Ernährungsthemen aus und honoriert damit das außerordentliche
Engagement der Gewinner im Bereich Ernährungsaufklärung. Die
Auszeichnungen, die mit jeweils 2 000 Euro dotiert sind, verlieh
Dagmar Freifrau von Cramm, Mitglied im Wissenschaftlichen
Präsidium der DGE, am 22. September 2010 auf dem
Wissenschaftlichen Symposium in Bonn.

Den Preis in der Kategorie Tages- und Wochenzeitungen erhielt
Oliver Keppler für seinen Artikel „Restlos Glücklich“ im Berliner
Tagesspiegel. „In Zeiten der Finanzkrise kann man sein Geld aber
besser anlegen als in Lebensmitteln, die ohnehin nicht gegessen
werden“, zieht Keppler als Fazit. Er macht in seinem Artikel über
die Problematik des Wegwerfens von Lebensmitteln aufmerksam und
zeigt beispielhaft wie sich übrig gebliebene Lebensmittel
sinnvoll verwerten lassen.

Ingrid Eißele bekam den Preis im Bereich Publikumszeitschriften
für ihre Reportage im stern „Dick sein – voll peinlich“, in der
sie über die gesundheitlichen aber auch sozialen Folgen
übergewichtiger und adipöser Kinder berichtet. Sie beschreibt den
Teufelskreis den die Betroffenen durchlaufen und wie sie es mit
Ernährung, Sport und einer Portion Selbstbewusstsein geschafft
haben, diesen zu durchbrechen.

Den Preis in der Kategorie Hörfunk hat die Jury Monika Seynsche
für ihr Feature „Der Nudel Kern – warum Ernährungstrends uns
nicht gesünder machen“ zuerkannt. Die im Deutschlandfunk in der
Reihe Wissenschaft im Brennpunkt ausgestrahlte Sendung nimmt
Trends, Mythen und Ernährungsempfehlungen wie 5 am Tag, Low carb,
Probiotika, Light-Produkte, Health Claims bis hin zur
personalisierten Ernährung unter die Lupe und berichtet fundiert
über aktuelle Entwicklungen in der Ernährungswissenschaft.

Im Bereich Fernsehen wurde die WDR-Redakteurin Wobbeke Klare mit
ihrem Team Dr. Katrin Krieft, Liz Gutte und Olivier Memminger
für ihren Beitrag „Ärzte auf Rädern – Der Blutzucker-Check“
ausgezeichnet. Die Ärzte auf Rädern unterziehen Mitglieder einer
Schrebergartenkolonie einem freiwilligen Gesundheitscheck auf
Diabetes mellitus und informieren sie über Risiken und Gefahren
eines erhöhten Blutzuckers sowie die Folgen dieser
Volkskrankheit. Risikopatienten erhalten in Hausbesuchen
individuelle Empfehlungen und Ernährungspläne.

Christin Neininger bekam den Preis im Bereich Internet für den im
Online-Magazin BonGusto.de veröffentlichten Beitrag „Vollwertkost
und Vollwertküche“. Darin gibt die Ernährungswissenschaftlerin
ihrer Leserschaft aus Hobbyköchen und interessierten Laien einen
Überblick über die unterschiedlichen Vollwert-orientierten
Ernährungsformen, stellt die wichtigsten Inhalte verständlich,
kurz und prägnant dar und rundet den Artikel mit passenden
Vollwert-Rezeptideen ab.

Mit dem Journalisten-Preis prämierte die DGE bereits zum 21. Mal
die besten journalistischen Arbeiten zu aktuellen
Ernährungsthemen. Auch für 2011 wird in den fünf Medienkategorien
ein Preis ausgeschrieben. Interessierte Journalisten können sich
ab Mitte Oktober über den Preis und die Ausschreibungsmodalitäten
unter www.dge.de , Rubrik Presse informieren.

Kaffee und Gesundheit

Kaffee und Gesundheit: Die fünf wichtigsten wissenschaftlichen Erkenntnisse

Kaffee ist eines der meist getrunkenen Getränke der Welt. Zahlreiche wissenschaftliche Studien befassen sich seit Jahren mit den gesundheitlichen Wirkungen von Kaffee. Dabei haben Forscher erstaunliche Wirkungen von Kaffee herausgefunden und alte Vorurteile revidiert.

Die fünf wichtigsten wissenschaftlichen Erkenntnisse sind:

1. Kaffee zählt zum Flüssigkeitshaushalt dazu.
2. Kaffee kann vor Diabetes schützen.
3. Kaffee stimuliert das Gehirn und kann Alzheimer vorbeugen.
4. Die Leber kann durch Kaffee geschützt werden.
5. Kaffee kann die Fitness steigern.

Kaffee zählt zum Flüssigkeitshaushalt dazu
Mehrere Studien der letzten Jahre kommen zu dem Ergebnis, dass Kaffee dem Körper Flüssigkeit zuführt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) stellt fest: „Für viele Menschen leistet Kaffee einen wesentlichen Beitrag zur täglichen Gesamtwasserzufuhr. Er wird in die Flüssigkeitsbilanz einbezogen – wie jedes andere Getränk auch.“

Kaffee kann vor Diabetes schützen
Wissenschaftliche Untersuchungen weisen darauf hin, dass der regelmäßige Genuss von Kaffee das Risiko, an Diabetes Typ 2 zu erkranken, deutlich senken kann. „Verschiedene Studien kamen zu dem Ergebnis, dass das Diabetes-Risiko bei Personen, die täglich bis zu sieben Tassen Kaffee tranken, am geringsten ist“, so Prof. Dr. Stephan Martin vom Westdeutschen Diabetes Zentrum in Düsseldorf. „Diese Wirkung ist offenbar nicht auf das enthaltene Koffein zurückzuführen, denn der schützende Effekt wurde auch bei entkoffeiniertem Kaffee beobachtet. Forscher vermuten, dass v.a. die in Kaffee enthaltenen Antioxidantien eine maßgebliche Rolle spielen.“

Kaffee stimuliert das Gehirn und kann Alzheimer vorbeugen
Kaffee macht munter und steigert die Konzentration. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Informationen vom Gehirn nach Kaffeegenuss schneller aufgenommen und verarbeitet werden können. Zudem kann Kaffee die Stimmung aufhellen, da das im Kaffee enthaltene Koffein im Gehirn die Freisetzung von aufmunternden Botenstoffen wie Dopamin, Serotonin und Endorphinen fördert.

Weitere Studien zeigen, dass lebenslanger Kaffeekonsum bei Frauen und Männern den altersbedingten Abbau der geistigen Leistungsfähigkeit verringern kann. Prof. Jürgen Vormann, Leiter des Institutes für Prävention und Ernährung (IPEV) in Ismaning: „Eine aktuelle finnische Studie hat über viele Jahre den Kaffeekonsum von Menschen im mittleren Lebensalter beobachtet. Die Forscher fanden heraus, dass Kaffeetrinker seltener dement wurden als Kaffee-Abstinenzler. Bei Menschen, die pro Tag zwischen drei und fünf Tassen tranken, war das Risiko, an Alzheimer-Demenz zu erkranken, um 65 Prozent verringert.“

Die Leber kann durch Kaffee geschützt werden
Wissenschaftler fanden heraus, dass Kaffeetrinker deutlich seltener an Erkrankungen der Leber litten als die Probanden, die keinen Kaffee tranken. Bei bereits lebergeschädigten (z.B. mit Hepatitis infizierten) Personen zeigte sich in einer aktuellen Studie, dass drei oder mehr Tassen Kaffee täglich das Risiko für ein Fortschreiten der Leberzerstörung um 53 Prozent senkten. Koffein scheint nicht der entscheidende Faktor zu sein, da sich bei mit anderen koffeinhaltigen Getränken keine vergleichbaren positiven Resultate zeigten.

Kaffee kann die Fitness steigern
Das im Kaffee enthaltene Koffein kann die körperliche Fitness fördern. „Koffein steigert nicht nur die Konzentrationsfähigkeit und Leistungsbereitschaft, sondern auch die Ausdauerleistung. Kaffee hat mit seinen gefässschützenden Inhaltsstoffen somit im Leistungs- und Breitensport seinen Platz“, so der Sportmediziner Dr. med. Wolfgang Grebe vom Hessischen Sportärzte-Verband. „Leistungssteigernd wirkt Koffein vor allem bei Ausdauersportarten, bei denen die Belastung länger als fünf Minuten anhält“, so Dr. med Grebe.

Kaffee und Gesundheit ist auch das Thema des diesjährigen „Tag des Kaffees“. Unter dem Motto „Kaffee – ein unbeschwerter Genuss“ feiert ganz Deutschland am 24. September 2010 sein Lieblingsgetränk. Bundesweit laden kleine und große Aktionen am „Tag des Kaffees“ zum Staunen, Lernen und Genießen ein. Die Schirmherrschaft hat in diesem Jahr die Ärztin und TV-Moderatorin Dr. Antje-Katrin Kühnemann übernommen.

Der „Tag des Kaffees“ wird seit 2006 immer am letzten Freitag im September gefeiert. Wie in den Vorjahren wird die internationale Köstlichkeit wieder im Mittelpunkt stehen und Kaffeeliebhaber aus ganz Deutschland begeistern. Informationen, Übersicht der Aktionen zum „Tag des Kaffees“ und Kontakt unter www.tag-des-kaffees.de

Ernährungssicherung

Ernährungssicherung hat höchste Priorität für wissenschaftlichen Chefberater der EU

Die am Food Supply Forum der ECPA teilnehmenden Experten stimmen darin überein, dass Loesungskonzepte zur Umstellung von Lebensmittelherstellung und landwirtschaftlichen Methoden auf wissenschaftlichen Erkenntnissen fussen muessen.

Prof. John Beddington, Wissenschaftlicher Berater der britischen Regierung (Government Chief Scientific Adviser), erklärte, dass die gesamte Agrarpolitik auf Wissenschaft sowie soliden wissenschaftlichen Beweisen basieren muss: „Ein wissenschaftlicher Chefberater, der für alle Phasen der Richtlinienentwicklung verantwortlich ist, kann die politische Entscheidungsfindung wesentlich verbessern.“ Beddington hielt auf dem „Food Supply Forum: Choices & Implications“ in Brüssel, dass von der European Crop Protection Association (ECPA) organisiert wurde, eine Grundsatzrede.

Jacques du Puy, Präsident der ECPA: „Die Ernährungssicherung ist kein bedauerlicher Zustand in einem fernen Land, sondern ein europäisches Problem. Die größte Gefahr ist nicht die Natur, sondern das ideologische Durcheinander, das unsere Sicht verschleiert. Wir benötigen stichhaltige wissenschaftliche Beweise.“

In seiner Rede schilderte Beddington ein durch ihn als „der perfekte Sturm“ bekanntes Scenario, das von vier Einflussfaktoren begingt wird: Energie, Wasser, Nahrungsmittel und Klima.

Zum Abschluss des Food Supply Forums forderte Neil Parish, ehemaliger Vorsitzender des Agrarausschusses des Europaparlaments, dass die Ernährungssicherung ein wichtiges Anliegen für den nächsten wissenschaftlichen Berater der EU sein muss.

Die Veranstaltung, die mehr als 150 Teilnehmer im Concert Noble anzog, sollte die unterschiedlichen Visionen der Ernährungssicherung untersuchen und diskutieren, wie Europa die Herausforderungen der Nahrungsversorgung bewältigen kann. Im Anschluss an die Eröffnungsansprache von Beddington fand eine lebhafte und offene Diskussion statt.

Die Diskussionsteilnehmer besprachen die Auswirkungen von verschiedensten Problemen wie Bevölkerungswachstum, Lebensmittelknappheit, Lebensmittelpreise, Klimawandel und Biodiversität unseres Nahrungsangebots. Diskussionsteilnehmer waren:

– John Beddington, Wissenschaftler Berater der britischen

Regierung
– Ariel Brunner, BirdLife
– Willy de Greef, EuropaBio
– Timothy Hall, DG Research, EC
– Jacques du Puy, ECPA
– Peter Melchett, UK Soil Association
– Frederic Simon, EurActiv

Die European Crop Protection Association (ECPA) vertritt die Interessen der europäischen Pflanzenschutzmittelindustrie. Zu den Mitgliedern zählen alle großen Unternehmen sowie europäische Verbände. Weitere Informationen: www.ecpa.eu .