Superfood – die Blöden glauben alles

Schlank, fit und vor allem gesund – wer möchte das nicht sein? Dabei sollen „Superfoods“ helfen. So bezeichnet die Werbung Lebensmittel, die aufgrund ihrer Nährstoffzusammensetzung besonders förderlich für Gesundheit und Wohlbefinden sein sollen. Häufig handelt es sich um exotische Pflanzen, wie Chiasamen, Açai- oder Gojibeeren, oft in getrockneter Form, als Püree oder Extrakt. Sie sollen nicht nur leistungsfähiger machen, den Alterungsprozess aufhalten und das Herz stärken – auch vor Krebs sollen diese Alleskönner schützen. Was ist so super am Superfood?

Exotische SuperFood: Kaktusfeigen, Papaya und Drachenfrucht
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TESTBILD | Superfood-Test: Chia, Goji und Moringa mit Pestiziden belastet

Je fünf Packungen Chia-Samen, Goji-Beeren und Moringa-Pulver im Labortest / Nur Bio Chia-Samen von Alnatura ohne Beanstandungen / Vier Testkandidaten fallen wegen zu hoher Pestizid-Rückstände durch / Alle Moringa-Produkte mit Blei belastet

Für die aktuelle Ausgabe hat TESTBILD je fünf Packungen Chia-Samen, Goji-Beeren und Moringa-Pulver getestet und unter anderem Pestizid-Rückstände über der zulässigen Höchstgrenze gefunden

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Statt teurem "Superfood" tut’s auch ein Apfel

Wundermittel im Supermarkt? – Was „Superfood“ verspricht – und hält

Schlank, schön und gesund sollen sie machen – das versprechen sogenannte „Superfoods“ wie Goji-Beeren, Chia-Samen oder die Acai-Beere. Aber bedeutend mehr Nährstoffe und Vitamine als bekanntes Obst und Gemüse weisen sie meist nicht auf, berichtet das Tablet-Magazin „Apotheken Umschau elixier“.

Wissenschaftlich belegt sind die Effekte nicht. „Superfoods“ sind damit genauso gesund wie die gute alte Karotte. Zudem hat der Verzehr der Trend-Produkte häufig einen bedenklichen Nebeneffekt: „Viele Menschen glauben, sie könnten sich so ungesund ernähren, wie sie wollen, und das dann mit teuren, sogenannten Wundermahlzeiten ausgleichen“, sagt der Lebensmittelchemiker Volker Böhm von der Universität Jena. Doch das ist ein Trugschluss. Statt teurem „Superfood“ tut’s auch ein Apfel. Und der ist auch noch deutlich günstiger.

Superfoods für Superblöde?

Superfoods sind buchstäblich in aller Munde. Die Medien sind voll mit Berichten über die trendigen Lebensmittel. Im Bekanntenkreis werden eifrig neue Chiasamen-Rezepturen ausgetauscht. Kollegen tunen ihr Müsli mit Acai- und Aroniabeeren. Und der Lebensmitteleinzelhandel stockt zügig die Regale mit Granatäpfeln und Algen, Amaranth-, Quinoa- und Hirseprodukten auf. Superfoods haben längst den Sprung vom staubigen Reformhausregal in den heimischen Supermarkt und den Discounter geschafft.

Doch was ist ein Superfood? Das „Oxford English Dictionary“ beschreibt den Begriff Superfood als „ein nährstoffreiches Lebensmittel, das als für Gesundheit und Wohlbefinden besonders förderlich erachtet wird“. Eine klare, fachliche Definition aber fehlt. Das wiederum erweist sich als Glücksfall für die Industrie, die stetig neue vermeintlich ultragesunde Produkte auf den Markt bringt. Laut „Die Welt“ ist die Verkaufsmenge von Chiasamen in den letzten beiden Jahren rapide angestiegen. Verkaufte der deutsche Lebensmittelhandel zu Beginn des Imports im Jahr 2013 gerade einmal 20 Kilogramm des wertvollen Samens, waren es 2015 bereits knapp 664 Tonnen. Es scheint, als greife der gesundheitsbewusste Verbraucher tief in die Tasche, um sein Verlangen nach mehr Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Energie mit exotischen Produkten aus aller Welt zu stillen.

Doch wissenschaftliche Untersuchungen zu den Lebensmitteln selbst sind selten. Die postulierten gesundheitsfördernden Eigenschaften einiger Inhaltsstoffe indes sind nicht neu. Und so geraten bei all dem Wirbel um die neuartigen, exotischen Superfoods aus Asien und Südamerika die Vorzüge der heimischen Nährstoffwunder in Vergessenheit. Hinsichtlich der Nährstoffzusammensetzung, des Preises und der Verfügbarkeit sind diese den regionalen Vertretern aber nur selten überlegen. Den heimischen Nährstoffwundern allein fehlt das übertriebene Marketing. Auch Heidel-, Johannis- und Holunderbeeren, Hagebutten, Karotten und Kürbis liefern jede Menge Ballaststoffe, Vitamine, Mineralstoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe. Wurzel- und Knollengemüse wie Topinambur, Rote Beete, Pastinaken und verschiedene Kohlsorten wie Grünkohl, Rosenkohl, Rotkohl oder Kohlrabi sind ebenso wichtige Nährstofflieferanten, die unseren Speiseplan bereichern. Im Vergleich zu den enorm gehypten Chiasamen sind Leinsamen als Omega-3-Fettsäuren- und Ballaststoffquelle eine günstige, nicht weniger wirkungsvolle Alternative.

Die Quintessenz: gesundheitsfördernde Effekte lassen sich durch den Verzehr einzelner, zum Teil überteuerter Produkte nicht erzielen. Exotische Superfoods erweitern die Palette unserer täglichen Lebensmittelauswahl, sind aber kein Allheilmittel. Die grundlegende Empfehlung, möglichst frische und unverarbeitete Lebensmittel zu konsumieren und auf Abwechslung und Vielfalt zu achten, bleibt also. Wer weiß, vielleicht entpuppt sich ja die ein oder andere längst vergessene heimische Gemüsesorte als kleines Geschmackswunder für den eigenen Speiseplan.

Vegane Superfoods

Vegane Superfoods

Die Rezepte sind in fünf Kapitel unterteilt:

Frühstück
Drinks
Vorspeisen, Snacks, Sandwiches
Hauptspeisen
Desserts und Kuchen

Surdham Göbs neues Buch steckt wirklich voller Leben. Es mag daran liegen, dass es in seiner zweiten Heimat, der traumhaften Insel Bali entstanden ist. Fotos von bunten Obstmärkten, lachende balinesische Kinder und wundervolle schwarze Sandstrände – wer bekommt da keine gute Laune?
Allerdings kann der Titel etwas irreführend sein, denn nur ein Teil der Rezepte verwenden tatsächlich Superfoods. Doch das macht nichts, denn die Bilder lassen einem das Wasser in den Mund laufen.

Plus
+ wunderschöne Bilder zu jedem Rezept
+ interessante Geschichten zu jedem Rezept
+ das Buch steckt insgesamt voller Leben und man merkt, dass es mit sehr viel Liebe gemacht wurde

Minus
– Rezepte teilweise sehr aufwendig (zumindest wenn man sie im vollen Umfang zubereiten würde)
– viele Obstsorten sind in Deutschland nur schwer und teuer zu finden (z.B. Tamarillos, Mangostan, Rambutans)

Für wen ist das Buch?
Wer gerne mal neues probiert, auf exotische Früchte und asiatische Küche steht, wer gerne mit Superfoods experimentiert und sich auf seinen kulinarischen Exkursionen auch mal etwas mehr Zeit nimmt, der wird Surdham Göbs Buch lieben. Nach deutscher Hausmannskost und Fleischersatz sucht man hier allerdings vergebens 😉 Gioia A. Romanowski

Autor: Surdham Göb
ISBN: 978-3-03800-762-3 (Bestellink portofrei)
Wie viele Rezepte: ca. 70
Preis: 19,90€

Vegan in Topform – Das Kochbuch

Im März 2014 erschien nun auch das Kochbuch zu Braziers Buch ‚Vegan in Topform‘. Der erfolgreiche Ironman-Triathlet – Brendan Brazier hat darin über 200 rein pflanzliche Rezepte geschrieben und gesammelt.

In Braziers neuem Kochbuch sind allerdings nicht nur Kochrezepte und Informationen über vegane Sportlerernährung enthalten. Ausführlich recherchierte Themen wie z.B. die ökologischen Vorteile der veganen Ernährung werden auf verschiedenen Ebenen detailliert erklärt. So gibt es Informationen über Probleme wie Landwirtschaftliche Nutzflächen, Fossile Brennstoffe, Wasser und Luftqualität, jedoch werden direkt Lösungsvorschläge im Bezug auf die Ernährungsweise angesprochen. So stellt Brazier vegane und nicht vegane Lebensweise unter verschiedenen Gesichtspunkten in den direkten Vergleich: Kosten, Nährstoffdichte und Emissionen werden in anschaulichen Diagrammen verglichen.

Aber natürlich gibt es auch in diesem Buch ein (zumindest kurzangeschnittenes) Kapitel über die Ernährungsweise des bekannten Sportler – seine sogenannte Thrive-Diät (Thrive=Aufblühen/Gedeihen), dessen Richtlinien wie folgt lauten:

  1. Vermeiden Sie biologische Anleihen: Beziehen Sie Energie aus der Nahrung, nicht durch Stimulanzen.

  2. Ernähren Sie sich von Nahrung mit einer hohen Nettoenergie: Die Investition macht sich vielfach bezahlt.

  3. Bestreiten Sie einen hohen Anteil Ihrer Ernährung aus Rohkost oder durch Nahrungsmitteln die bei niedrigen Temperaturen gegart wurden.

  4. Bevorzugen Sie basenbildende Nahrungsmittel

  5. Meiden Sie die üblichen Auslöser von Nahrungsmittelallergenen.

Nach den oben beschriebenen Einführungskapiteln gibt es dann noch einige Seiten Nahrungsmittelkunde oder wie der Autor es nennt eine Liste mit der „Basisaustattung an Vorräten“. Dabei werden auf die gesundheitlichen Nutzen verschiedener Lebensmittel wie einige Gemüsearten, Pseudogetreide, Öle oder Nüsse eingegangen. Außerdem werden zahlreiche Superfoods vorgestellt.

Die Rezepte sind in verschiedene Kategorien gegliedert:

  • Getränke

  • Frühstück

  • Salate

  • Suppen und Beilagen

  • Aufstriche, Dips, Saucen und Dressings

  • Hauptgerichte

  • Gemüse

  • Snacks zum Knabbern

  • Energieriegel und -gels

  • Desserts

Es gibt zwar sehr viele Bilder, jedoch nicht zu jedem Rezept. Trotzdem sind die Rezepte sehr anschaulich dargestellt. Arbeitszeit und Portionsgröße sind zu jedem Gericht angegeben.

Das Hauptaugenmerk der Rezepte liegt auf ihrem gesundheitlichen Nutzen. Folge davon ist allerdings, dass teilweise mit sehr teuren Zutaten (viele Superfoods oder z.B. Mesquite-Pulver, Dulse Algen, Hanföl), sehr speziellen Zutaten, die in Deutschland schwer zu erhalten sind (z.B. Sacha Inchi, Enoki-Pilze, Yacon-Wurzel) gekocht wird und aufwendige Zubereitungsmethoden (z.B. Dörren) gebraucht werden. Zu den meisten Gerichten gehören sehr lange Zutatenliste, 15 oder mehr Nahrungsmittel sind dabei kein Einzelfall.

Trotzdem bin ich sehr angetan von dem Buch. Die Rezepte sind wirklich interessant, gerade wegen ihres großen „Health-Factors“. Man lernt viele neue Zutaten und Zubereitungsmethoden kennen und von den nachgekochten Speisen war ich sehr positiv überrascht. Ausprobiert habe ich den Kombucha-Mojito, das Knuspermüsli mit geröstetem Chia, Ingwer und Birne, das Ahorn-Cayenne-Tahina-Dressing und die aktive Falafel. Dafür musste ich einige Zutaten besorgen (z.B. Hanföl, Hanfprotein, Stevia-Blätter, Chiasamen, Paranüsse), das Ergebnis konnte sich allerdings sehen lassen. Bis auf die Falafel, die mich nicht so überzeugt hat (vielleicht aber auch nur, weil ich sie mir anders vorgestellt hatte – der typische Geschmack von Kichererbsen hat gefehlt, da die Hauptzutat Paranüsse sind), waren alle Speisen sehr lecker. Das Knsupermüsli bei dem ich vor der Zubereitung schon befürchtet hatte, dass es bei mir schlecht werden würde (es soll zwei Wochen haltbar sein) weil ich es nicht aufessen würde, hielt gerade mal zwei Tage, bevor es alle war und ich machte direkt neues.

Jetzt bin ich schon sehr gespannt darauf weitere Rezepte nachzukochen. Gebackene Pastinaken mit Kokos-Fenchelsauce, Paprika-Grünkohlchips, die rohen Maca-Kekse und das Cantalope-Ingwer-Eis sind nur einige Besipiele.

Ein weiterer Vorteil für Allergiker und allgemein sensible oder gesundheitsbewusste Menschen ist, dass in den Rezepten vollkommen auf mögliche Allergene wie Gluten, Mais, Weizen und Soja verzichtet wird. Ich finde es sehr inspirierend ein ganzes Buch zu sehen, dass ohne diese vermutlich schädlichen Nahrungsmittel auskommt. Jedoch gibt es einen kleinen Wiederspruch: Auf dem Buchrücken wird Hefe mit bei diesen „potenziell allergieauslösenden“ Lebensmitteln aufgeführt, Hefeflocken werden jedoch dann in einigen Rezepten verwendet. Vielleicht war mit Hefe ja nur die zum Backen gemeint 😉

Wer schnelle, einfache vegane Rezepte sucht, die ohne großes Tam Tam zubereitet werden können, hat bei Vegan in Topform vermutlich das falsche Buch vor sich liegen. Diejenigen, die sich allerdings gerne mit dem Thema Ernährung, mit spannenden exotischen Lebensmitteln und Superfoods und mit ihrem Körper auseinandersetzten, die dabei keine Kosten und Mühen scheuen, werden mit dem Buch sehr gut zurechtkommen. Brendan Brazier scheint kein Lebensmittel zu sich zu nehmen, was nicht auch einen Nutzen für seinen Körper hat, was natürlich auch der Idealfall sein sollte. Nach einfach nur leckeren, aber nicht unbedingt gesunden Rezepten sucht man hier also vergebens. Die Gerichte haben eine extrem hohe Nährstoffdichte und mit der riesigen Auswahl an Rezepten wird nicht nur auf die Bedürfnisse von Leistungssportlern eingegangen. Doch schon allein wegen der Anfangskapitel mit den gelungenen Erklärungen und anschaulichen Vergleichen ist das Buch zu empfehlen. Gioia Romanowski

440 Seiten, ISBN: 978-3-944125-17-6 – 29,00 € Bestellink portofrei

 

Weitere Buchbesprechungen von Gioia Romanowski unter www.gourmet-report.de/archiv/gioia/

The Ayurvedic Vegan Kitchen

Das Buch hat 13 Kapitel, alles auf englisch:

What is Ayurveda?
The Doshas
The Six Tastes of Ayurveda
Foods for Your Dosha
Before You Begin
Drinks, Tees, and Tonics
Breakfast
Salads and Salad Dressings
Sauces, Spreads and Condiments
Main Meal Dishes
Side Dishes
Snacks
Desserts

Als erstes sei gesagt: Es ist das erste und einzige Buch über ayurvedisches und veganes Kochen. Dafür finde ich ist es gut gelungen. Nette, vielfältige Rezepte, wenn auch teilweise etwas kompliziert, die Seiten sind übersichtlich gestaltet, vor jedem Kapitel gibt es noch weitere Informationen und auf den ersten Seiten ein paar Infos zur ayurvedischen Ernährung an sich.

Plus
+ Nette Erklärung zu Ayurveda, auch speziell veganes Ayurveda
+ viele anschauliche Informationen zu den Doshas und der Theorie des Ayurveda
+ Am Anfang jeden Kapitels stehen nochmal Ernährungshinweise zu dem Doshas dem Kapitel entsprechend
+ interessante, vielseitige Rezepte
+ Glossar am Ende des Buches mit Erklärung vieler ayurvedischer Begriffe, Zutaten, usw.
+ Zu jeden Rezept steht wie es auf die Doshas wirkt

Minus
– es gibt nur wenige Bilder
– Gerichte teilweise sehr sehr aufwendig oder mit vielen komplizierten Zutaten (z.B. Jerusalem artichoke syrup, dehydrated cane juice, lecithin powder)

Für wen ist das Buch?
Wer Ayurveda interessiert und nicht gewillt ist Rezepte mit Ghee, Sahne, Milch und Co umzuschreiben, für den mag dieses Buch das Richtige sein. Dafür muss man allerdings eventuell die ein oder andere vegane Zutat austauschen oder weglassen, da einige Zutaten in Deutschland nicht so einfach erhältlich sind. Auch sollte man natürlich indisches Essen mögen, zumindest indische Gewürze, da sie für fast jedes Rezept benötigt werden. Was das Buch meiner Meinung nach aber wirklich besonders macht, sind jedoch die vielen Rezepte mit Superfoods und vor allem auch die doschaspezifische Auflistung der Superfoods. Gioia A. Romanowski

Autor: Talya Lutzker
ISBN: 978-1-57067-286-6 (Bestellink portofrei)
Wie viele Rezepte: über 120
Preis: 14,50€