Saccharin und Co. ersetzen Haushaltszucker

Der Kuchen, das Dessert, die Konfitüre oder der Tee soll süß sein und sich zugleich möglichst nicht auf den Hüften niederschlagen. In solchen Fällen können synthetisch hergestellte oder natürliche Süßstoffe wie Saccharin, Cyclamat, Acesulfam K oder Steviolglycoside den Haushaltszucker ersetzen. Sie haben eine 30- bis 13.000mal höhere Süßkraft als Haushaltszucker, bringen jedoch kaum oder nur vernachlässigenswert wenige Kalorien mit.

Beim Abnehmen helfen Süßstoffe zwar nicht, wohl aber bei der Gewichtsstabilisierung. Anders als Haushaltszucker verursachen sie auch keine Karies. Hemmungslos zugreifen sollte man dennoch nicht. „Wenn man ständig übermäßig süße Nahrung zu sich nimmt, wird die Reizschwelle für süßen Geschmack erhöht. Das Verlangen nach Süßem steigt und man verlernt zu schmecken“, erklärt Harald Seitz, Ernährungswissenschaftler beim aid.

Süßstoffe gelten als Lebensmittelzusatzstoffe. Daher sind ihnen E-Nummern zugeordnet. Im Rahmen des Zulassungsverfahrens werden sie unter anderem auf ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit geprüft. In der Lebensmittelindustrie ist der Einsatz von Süßstoffen auf bestimmte Lebensmittel begrenzt und beispielsweise in Säuglingsnahrung verboten. Für jeden zugelassenen Süßstoff ist ein sogenannter ADI-Wert definiert (Acceptable Daily Intake – akzeptable tägliche Aufnahmemenge). Er gibt die Menge eines bestimmten Süßstoffes pro Kilogramm Körpergewicht an, die eine Person ohne gesundheitliches Risiko täglich ein Leben lang zu sich nehmen kann.

Die ADI-Werte der Süßstoffe unterscheiden sich zum Teil erheblich. „Es ist völlig unrealistisch anzunehmen, dass ein Verbraucher am Ende des Tages die ADI-Werte diverser Nahrungsmittel verrechnet“, sagt Harald Seitz. Er empfiehlt deshalb, Süßstoffe mit Augenmaß zu verwenden. Beispielsweise dürfen Menschen, die unter der Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie leiden, kein Aspartam zu sich nehmen. Sie können die darin enthaltene Aminosäure Phenylalanin nicht verarbeiten.

Für den Privatgebrauch sind die diversen Süßstoffe in unterschiedlichen Darreichungsformen erhältlich. Tabletten lösen sich in heißen Flüssigkeiten auf. Flüssigsüßen eignen sich gut für kalte Getränke, Desserts und Konfitüre. Allrounder sind pulverförmige Streusüßen. Aufgrund ihrer hohen und noch dazu deutlich unterschiedlichen Süßkraft können Süßstoffe in einem vorhandenen Rezept nicht im Verhältnis 1:1 den Haushaltszucker ersetzen. Auf vielen Verpackungen finden sich Umrechnungshilfen. Trocken und kühl lassen sich Süßstoffe rund drei Jahre lagern. Angebrochene Flüssigsüßen kommen am besten in den Kühlschrank.
Eva Neumann, www.aid.de

Alles über Süßstoff

Die ganze Wahrheit über künstlichen und natürlichen Zuckerersatz
Mythos Süßstoff: Was ist von Zuckerersatz zu halten?

Eine Milliarde Menschen verwendet täglich Süßstoff. Aber um keinen Zusatzstoff ranken mehr Mythen als um Süßstoffe. Ist Süßstoff besser als sein Ruf oder tatsächlich gefährlich?
Mit „Mythos Süßstoff“ stellt Sven-David Müller, erster Vorsitzender des Deutschen Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und Diätetik e. V., das erste umfassende Werk über Süßstoffe, Stevia und andere künstliche und natürliche Zuckerersatzmittel vor. Zusammen mit anderen Wissenschaftlern hat er dafür die wissenschaftliche Literatur der vergangenen Jahrzehnte durchforstet und ein allgemein verständliches Buch herausgegeben. Seit Jahrzehnten wird behauptet, dass Süßstoff gefährlich sei oder dick mache. Sogar in der Kälbermast soll Süßstoff angeblich eingesetzt werden. Die Zuckerlobby kämpft mit allen Mitteln gegen Süßstoffe, und neuerdings macht sich die Stevialobby besonders stark. Ist Stevia wirklich das beste Süßungsmittel?

Süßstoffe schmecken süß, haben aber nichts mit Zucker zu tun
Seit mehr als 120 Jahren sind Substanzen bekannt, die süß schmecken, aber nichts mit Zucker oder Honig zu tun haben. Ende des 19. Jahrhunderts hat der Wissenschaftler Konstantin Fahlberg den Süßstoff Sacharin entdeckt; inzwischen verwenden täglich mehr als eine Milliarde Menschen Süßstoff. Der Medizinjournalist, ernährungsmedizinische Wissenschaftler, Diätassistent und Diabetesberater Sven-David Müller beschäftigt sich seit 20 Jahren wissenschaftlich und publizistisch mit Süßstoffen. Er klärt den Mythos Süßstoff auf und zeigt, ob Süßstoffe gefährlich sind, ob sie die heimlichen Dickmacher darstellen und ob Kälber und Ferkel Süßstoff als Mastmittel bekommen. Plus: Das Süßungsmittel Stevia steht kurz vor der Zulassung: Alles über den Süßstoff der Zukunft!

Stevia: Das ist vom Süßkraut Stevia zu halten

Das Buch widmet sich ausführlich der Stevia-Problematik und klärt über das Süßkraut Stevia auf. Stevia ist eine tropische Pflanze, deren Blätter süßlich schmecken. Die Blätter dürfen in Deutschland nicht als Süßungsmittel vertrieben werden, da sie zuvor als Novel Food zugelassen werden müssten. Die von der chemischen Industrie aus Stevia-Blättern gewonnenen Stevioside sind künstliche Süßstoffe, die ebenfalls in Deutschland nicht zugelassen sind. Problematisch ist, dass weder Stevia-Blätter noch Stevia-Süßstoffe rein süß schmecken, sondern mehr oder weniger bitter. Viele Stevia-Erstverwender sind enttäuscht, denn Stevia ist Süßstoffen wie Aspartam geschmacklich unterlegen. Die Industrie löst das Problem, indem sie Stevia-Süßungsmittel mit Süßstoffen oder Zuckeraustauschstoffen mischt.

Süßstoffe machen nicht schlank

Süßstoffe machen nicht automatisch schlank, helfen aber beim Abnehmen. Selbstverständlich werden Süßstoffe nicht als Mastmittel in der Ferkelmast oder Kälbermast eingesetzt, da sie keinen Hunger oder Appetit auslösen und daher keinen Masteffekt haben. Stevia ist in Deutschland weder als Süßungsmittel noch als Süßstoff zugelassen. Stevia hat keine Vorteile gegenüber anderen Süßstoffen und ist geschmacklich vielen anderen Süßungsmitteln unterlegen. Außerdem wird Stevia in Monokulturen angebaut, was schließlich die Umwelt schädigt. Widerlegt ist scheinbar, dass Stevia eine Wirkung als Fruchtbarkeitshemmer für den Mann hat. Süßstoffe können Bestandteil der Ernährungstherapie verschiedener Erkrankungen sein. Besonders bei der Ernährungsumstellung von Übergewichtigen, Diabetikern und Menschen, die Fruchtzucker schlecht vertragen, spielen Süßstoffe ein wichtige Rolle, so Sven-David Müller vom Deutschen Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und Diätetik. Die Organisation macht sich für die ganzheitliche Gesundheitsförderung stark. Diese muss wissenschaftlich begründet sein und im interdisziplinären Team durchgeführt werden.

Sven-David Müller ist Medizinjournalist und Wissenschaftler
Medizinjournalist Sven-David Müller hat seine Ausbildung zum staatlich anerkannten Diätassistenten 1989 abgeschlossen, sich an der Universitätsklinik Jena zum Diabetesberater fortgebildet und an der Donau-Universität-Krems nutritive Medizin studiert. Er ist Master of Science (M. Sc.) in Applied Nutritional Medicine (angewandte Ernährungsmedizin). Sven-David Müller war ein Jahrzehnt an der Uniklinik Aachen unter Universitätsprofessor Dr. med. Dipl. Biochem. Siegfried Matern tätig. Sven-David Müller gehört zu den bekanntesten Diät- und Ernährungsexperten im deutschsprachigen Raum. Er ist ein gern gesehener Gast in Radio- und Fernsehsendungen und hat für seine Verdienste um die Ernährungsaufklärung das Bundesverdienstkreuz erhalten. Die Deutsche Bibliothek verzeichnet von ihm 115 Bücher in neun Sprachen. Mythos Süßstoff ist im Buchhandel erhältlich .

Linktipps:
www.dkgd.de
www.dge.de
www.svendavidmueller.de

Stevia als Verhütungsmittel für Männer

Immer mehr Menschen nutzen Süßkraut Stevia zum Süßen

Obwohl Stevia nicht als Lebensmittel oder Süßstoff zugelassen ist, blüht der
Verkauf im Internet

Viele Menschen suchen nach kalorienfreien
Alternativen zum Zucker. Das Honigkraut Stevia ist für viele Verbraucher das
Mittel der Wahl zum Süßen, wie Medizinjournalist Sven-David Müller vom
Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de berichtet. Stevia ist auch als
Süßkraut, Süßblatt oder Honigkraut bekannt. Der botanische Name der Stevia
Pflanze, die zur Gattung der Stevien gehört, ist Stevia rebaudiana. Das
Süßkraut Stevia stammt ursprünglich aus Südamerika, und die süßen
Inhaltsstoffe der Pflanze finden vor allem in Asien als Zuckerersatz
(Süßstoff) Verwendung. In den Ländern, in denen Stevia zugelassen ist, kommt
vor allem Steviosid als Süßstoff zum Einsatz. Steviosid ist der wichtigste
süß schmeckende Anteil der Blätter der Stevia-Pflanze. Inzwischen gewinnt
die chemische Industrie Steviosid im großen Maßstab. In der Europäischen
Union (EU) und damit auch in Deutschland dürfen Stevia und Steviosid in
keiner zum Verzehr bestimmten Form in den Handel gelangen, da sie nicht als
Lebensmittel oder Lebensmittelzusatzstoff zugelassen sind.

Stevia als Verhütungsmittel für Männer
In Brasilien und Paraguay hat Stevia auch eine Tradition als Heilmittel. Die
paraguayischen Indianer verwenden Stevia seit Jahrtausenden als
Verhütungsmittel für Männer. In einigen Studien zeigt sich auch bei der
Ratte eine sterilisierende Wirkung des süßen Krautes Stevia. Dieser Effekt
zeigt sich aber nur bei extrem hohen Dosen. Damit ist Stevia wahrscheinlich
nur unwesentlich oder überhaupt nicht gefährlich. Die mittlere letale (=
tödliche) Dosis von Steviosid für Nagetiere liegt bei mehr als 15 Gramm pro
Kilogramm Körpergewicht. Es ist fraglich, ob die im Tierversuch gefundenen
negativen Wirkungen von Stevia und Steviosid überhaupt auf den Menschen zu
übertragen sind. Die vorliegenden Daten reichen zur Zulassung von Stevia und
Steviosid in der Europäischen Union noch nicht aus. Im Gegensatz dazu sind
die acht in der EU zugelassenen Süßstoffe gesundheitlich bei Unterschreitung
der Höchst-Aufnahme-Werte (ADI-Werte) unbedenklich:

1.Acesulfam-Kalium (E-950), 130 – 200 x süßer als Zucker, entdeckt von Karl
Clauß (1967)
2.Aspartam (E-951), 200 x süßer als Zucker, entdeckt von James M. Schlatter
(1965)
3.Aspartam-Acesulfam-Salz (E-962), 350 x süßer als Zucker
4.Cyclamat (E-952), 30 – 50 x süßer als Zucker
5.Saccharin (E-954), 300 – 500 x süßer als Zucker, entdeckt von Constantin
Fahlberg / Ira Remsen (1878)
6.Sucralose (E-955), 600 x süßer als Zucker, entdeckt von Shashikant Phadnis
(1975)
7.Thaumatin (E-957), 2.000 – 3.000 x süßer als Zucker, Erstbeschreibung 1855
8.Neohesperidin-Dihydrochalcon (E-95), 400 – 600 x süßer als Zucker,
entdeckt von Horowitz und Gentili (1963)

Schnell abnehmen mit Süßstoff?
Grundsätzlich gilt aus ernährungsphysiologischer Sicht, dass der süße
Geschmack nicht zu übertreiben ist. Die Gewöhnung an den süßen Geschmack
sollte weder durch Zucker noch durch andere Süßungsmittel oder Süßstoffe
geschehen. Viel besser ist es, weniger Süßungsmittel zu verwenden.

Die
meisten Menschen verwenden Süßstoffe, um nicht zuzunehmen oder leichter
abzunehmen. Diätfrei abnehmen ist auch mit kalorienfreien Süßungsmitteln wie
Stevia ein Traum. Aber im Gegensatz zu Zucker sind Stevia und Süßstoffe
kalorienfrei und machen somit das gesunde Abnehmen leichter.

Süßstoffe industriell hergestellt
Der Glaube, dass Stevia im Gegensatz zu anderen Süßstoffen nicht den Labors
der Chemiefabriken entstammt, ist aber falsch. Industriell hergestellte
Stevia-Produkte haben mit süß schmeckenden Blättern einer Pflanze nicht
wirklich viel zu tun. Inzwischen gibt es eine große Stevia- und
Steviosid-Industrie. Diese hat eine Lobby, die zur Verunsicherung der
Bevölkerung beitragen kann. Auch andere Süßungsmittel, in diesem Falle
amtlich zugelassene Süßstoffe, sind natürlichen Ursprungs. Der zugelassene
Süßstoff Thaumatin wird aus der Katamfefrucht gewonnen,
Neohesperidin-Dihydrochalcon aus den Schalen von Bitterorangen und Aspartam
aus zwei natürlichen Eiweißbausteinen.

Stevia bald legal erhältlich?
Die Zucker- und Süßstoffindustrie kann die Zulassung von Stevia kaum noch
erwarten, da sie sich mit Süßkraut neue Marktchancen erhofft. Stevia hat ein
so positives Image, dass die „süßen Lobbyisten“ sehnsüchtig auf die
Zulassung und Vermarktung von Stevia warten – insbesondere die
Zuckerindustrie. Die multinationalen Konzerne würden neben den bereits
zugelassenen Süßstoffen, dem Zucker und den Zuckeraustauschstoffen auch
gerne Stevia und Steviosid anbauen, verarbeiten und vermarkten.

Momentan ist
es zwar verboten, Stevia als Lebensmittel oder Süßstoff in den Handel zu
bringen, aber als Kosmetikum kann es für die Händler gefahrlos an Kunden
abgegeben werden. Süßstoffe und Stevia können jedoch Zucker (Saccharose)
nicht ersetzen, da sie keine konservierenden Eigenschaften (beispielsweise
wichtig für das Einkochen von Konfitüre) haben und auch die
Backeigenschaften von Teigen nicht positiv beeinflussen.

Süßstoffe, Zucker und Zuckeraustauschstoffe aus einer Hand
Einige große Zuckerfirmen vermarkten gleichzeitig Zucker,
Zuckeraustauschstoffe und Süßstoffe. Nur so können sie praktisch alle
Konsumenten erreichen. Wer glaubt, dass sich die Zucker- und Süßstofflobbys
bekämpfen, der reibt sich oftmals die Augen, denn beide lecken sich die
Finger nach der Zulassung von Stevia: Der Zuckerabsatz geht immer weiter
zurück und Fruchtzucker hat durch verschiedene Studien an positivem Image
verloren. Da kommt das Süßkraut Stevia gerade recht, den Umsatz der
„Süßindustrie“ zu retten. Es gibt sogar schon Versuchsanbaufelder in
Deutschland. Die Industrie und die Süßlobby brauchen endlich wieder
Süßungsmittel mit positivem Image, um sich die Bilanz zu versüßen.

Pflanzlich aus dem Urwald heißt nicht immer gesund
Allein aus dem Ursprung eines Lebensmittels oder Süßstoffes auf die
Ungefährlichkeit oder die Gesundheit schließen zu wollen, ist nicht möglich:
Auch Tiger kommen wie Stevia aus dem Urwald und Schlafmohn ist wie Stevia
rebaudiana eine Pflanze. Aber ein Tiger ist gefährlich und Opium aus
Klatschmohn macht abhängig – da ist es kaum nachvollziehbar, dass manche
Verbraucher Stevia automatisch als gesund einschätzen. Die Akten über Stevia
sind noch nicht geschlossen. Es ist erstaunlich, dass Menschen freiwillig
Produkte wie Stevia verwenden, die nicht zugelassen sind und dadurch
gegebenenfalls sogar die Gesundheit gefährden könnten. Die Experten des
Gesundheitsportals imedo.de raten zum sparsamen Süßen, denn wer zu viel
süßt, versalzt sich das Leben.

In den imedo-Gesundheitsnews erfahren Sie alles über den Süßstoff Aspartam:
„Süßstoff Aspartam besteht aus natürlichen Eiweißbausteinen“
www.gesundheitsnews.imedo.de/news/1013173-susstoff-aspartam-besteht-aus-naturlichen-eiweisbausteinen

Ein anderer süßer Mythos, über den die imedo-Gesundheitsredaktion
informiert, ist der Mythos Cola:
www.gesundheitsnews.imedo.de/news/1011994-mythos-cola

Im Medizinlexikon von imedo finden Sie unter „Süßstoffe“ ausführliche
Erklärungen und weitere Links zum Thema:
www.imedo.de/medizinlexikon/suessstoffe

Aspartam

Der Süßstoff Aspartam besteht aus natürlichen Eiweißbausteinen

Freispruch für den Süßstoff Aspartam: Eine Krebsgefahr ist nicht gegeben

Der Süßstoff Aspartam steht ständig in der Kritik.
Praktisch alle Vorwürfe gegen Aspartam sind aus der Luft gegriffen und für
mich nicht nachvollziehbar, betont der Sven-David Müller, erster
Vorsitzender des Deutschen Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und
Diätetik e.V. (DKGD). Der Diätexperte und Nahrungswissenschaftler hat die
Vorurteile und Behauptungen über den Süßstoff Aspartam unter die Lupe
genommen und bewertet. Der aus den natürlichen Eiweißbausteinen
(Aminosäuren) gewonnene Süßstoff Aspartam wird ständig kritisiert, obwohl
wissenschaftliche Studien eindeutig die Unbedenklichkeit des 1965 zufällig
vom Chemiker James M. Schlatter entdeckten, praktisch kalorienfreien
Süßstoffes nachweisen. Der Süßstoff ist weltweit zugelassen und in der
Europäischen Union als Lebensmittelzusatzstoff mit der E-Nummer 951
deklariert, wie das DKGD informiert.

Zusatzstoffe E in Lebensmitteln
Viele Menschen haben Angst vor Zusatzstoffen, da diese auf den
Lebensmittelverpackungen mit einem E gekennzeichnet sind. Sie denken sofort
an E 605. Hinter dem Begriff „E-Nummer“ verbergen sich Zusatzstoffe für
Lebensmittel nach europäischer Vorschrift. Das „E“ steht also schlicht und
ergreifend für „Europa“. Seit 1983 ist Aspartam durch die US-amerikanische
Food and Drug Administration (FDA) zugelassen, nachdem die Ungefährlichkeit
des Süßstoffs bestätigt wurde. Wissenschaftlich bewiesen ist, dass Aspartam
keine Tumore auslöst, also nicht kanzerogen ist. 1990 erfolgte die Zulassung
von Aspartam in Deutschland.

Tägliche Zufuhr von E-Zusatzstoffen
Bei Lebensmittelzusatzstoffen ist die Aufnahme durch den ADI-Wert geregelt.
Der ADI-Wert gibt an, wie viel des Zusatzstoffes der Mensch jeden Tag
gefahrlos aufnehmen kann. Die Abkürzung ADI steht für Acceptable Dialy
Intake. Der Wert für Aspartam beträgt 0 bis 40 Milligramm pro
Körperkilogramm. Um diesen Wert zu überschreiten, müsste ein Erwachsener mit
70 Kilogramm Körpergewicht lebenslang mehr als 26,5 Liter Cola Light täglich
trinken. Süßstoffe sind Zusatzstoffe und diese unterliegen der
Süßungsmittelrichtlinie der Europäischen Union. Die Süßstoffe Thaumatin und
Aspartam-Acesulfam-Salz werden als völlig unbedenklich eingestuft und haben
die Bewertung: „Keine Beschränkung“. Eine Überschreitung der ADI-Werte ist
bei normaler Ernährungsweise dauerhaft praktisch nicht möglich. Die FDA
erlaubt sogar eine tägliche maximale Aufnahmemenge von 50 Milligramm
Aspartam, was einer täglichen Aufnahmemenge von 358
Aspartam-Süßstofftabletten entspräche.

Insgesamt sind momentan in der Europäischen Union acht Süßstoffe zugelassen:

1.Acesulfam-Kalium (E-950), 130 – 200 x süßer als Zucker, entdeckt von Karl
Clauß (1967)
2.Aspartam (E-951), 200 x süßer als Zucker, entdeckt von James M. Schlatter
(1965)
3.Aspartam-Acesulfam-Salz (E-962), 350 x süßer als Zucker
4.Cyclamat (E-952), 30 – 50 x süßer als Zucker
5.Saccharin (E-954), 300 – 500 x süßer als Zucker, entdeckt von Constantin
Fahlberg / Ira Remsen (1878)
6.Sucralose (E-955), 600 x süßer als Zucker, entdeckt von Shashikant Phadnis
(1975
7.Thaumatin (E-957), 2.000 – 3.000 x süßer als Zucker, Erstbeschreibung 1855
8.Neohesperidin-Dihydrochalcon (E-95), 400 – 600 x süßer als Zucker,
entdeckt von Horowitz und Gentili (1963)

Aspartam besteht aus den Aminosäuren Phenylalanin und Asparaginsäure
Bei der Verwendung von Aspartam muss der Verbraucher beachten, dass der
Süßstoff durch deutliche Erhitzung und lange Lagerung minimal an Süßkraft
verliert. Trotzdem ist Aspartam zum Süßen von Kuchenteigen, Heißgetränken
oder gekochten Speisen geeignet, da die Süßkraft nur minimal abnimmt. Der
Geschmack von Aspartam ist Zucker (Saccharose) sehr ähnlich. Eine
Kombination der Süßstoffe Aspartam und Acsulfam-Kalium führt zur Synergie:
Die Süßkraft der Mischung ist also höher als die bloße Addierung der
Einzelsüßkraft der Süßstoffe. Dadurch können die Süßstoffe geringer dosiert
werden und zusätzlich ist das geschmackliche Ergebnis besser, da die
Kombination aus Aspartam und Acesulfam-Kalium ein besonders zuckerähnliches
Süßerlebnis ergibt. Immer wieder tauchen für den Süßstoff Bezeichnungen wie
Aspartame oder Aspartan auf. Der synthetisch aus der proteinogenen
Aminosäure Asparaginsäure und der aromatischen Aminosäure Phenylalanin
hergestellte Süßstoff heißt jedoch Aspartam und hat die Markennamen
Nutrasweet und Canderel. Durch die Verknüpfung der beiden Aminosäuren zu
einem Dipeptid entsteht der Süßstoff Aspartam. Aus chemischer Sicht ist
Aspartam der Methylester des Dipeptids L-Aspartyl-L-Phenylalanin. Die
Aminosäuren Asparaginsäure und Phenylalanin kommen bereits in der
Muttermilch vor und sind ein normaler Bestandteil der menschlichen
Ernährung. Sie kommen praktisch in allen proteinreichen Lebensmitteln in
großer Menge vor. Während des Verdauungsvorganges von Aspartam entsteht
Methanol. Diese geringe Menge ist aber zu vernachlässigen. Ein Glas
Tomatensaft enthält fünf- bis sechsmal mehr Methanol, als bei der Verdauung
eines Glases mit Aspartam gesüßten Erfrischungsgetränkes entstehen. Vor
diesem Hintergrund ist eine Schädigung des Organismus ausgeschlossen. Die
Aminosäuren, die von einigen Aspartamgegnern als gefährlich bewertet werden,
sind vollständig und nachgewiesen völlig ungefährlich.

Süßstoff Aspartam für Diabetiker gut geeignet
Aspartam ist im Gegensatz zu den meisten anderen Süßstoffen nicht
vollständig kalorienfrei. Es enthält rund 4 Kilokalorien pro Gramm. Aufgrund
der hohen Süßkraft, die Haushaltszucker um das 180- bis 200fache übertrifft,
können Verbraucher den Kaloriengehalt jedoch vernachlässigen. Aspartam
eignet sich bestens im Rahmen einer diabetesgerechten Ernährungsweise, da es
keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel hat und damit auch keinen
Insulinbedarf hervorruft.
Viele Menschen leiten fälschlicherweise aus dem Hinweis „enthält
Phenylalanin“, der auf allen mit Aspartam gesüßten Lebensmitteln angegeben
sein muss, eine Gefährlichkeit ab. Dieser Hinweis ist aber kein Warnhinweis
für alle Verbraucher, sondern vielmehr für Patienten, die unter der extrem
seltenen, angeborenen Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie (PKU) leiden. In
Deutschland leben rund 2.500 Patienten, die unter PKU leiden. Jährlich gibt
es rund 60 Neuerkrankungen. Für alle anderen Menschen ist die Aufnahme von
Phenylalanin unbedenklich. Zudem ist die Aufnahme der Aminosäure über die
normale Ernährungsweise deutlich höher, als über den Süßstoff Aspartam.

Süßstoffe helfen beim Abnehmen
Die Diskussion um Süßstoffe ist grundsätzlich von Problematik und nicht von
wissenschaftlichen Fakten geprägt. Paradoxe Behauptungen wie die, dass
Süßstoff Hunger und Appetit auslöse oder als Mastmittel genutzt würde,
bestimmen die Berichterstattung und die Meinung der Verbraucher.
Wissenschaftlich ist in einer Vielzahl von Studien belegt, dass Süßstoffe –
auch Aspartam – keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel und den
Insulinspiegel haben. Der häufig angeführte cephalische Insulinreflex nach
der Aufnahme von Süßstoff existiert nachweislich nicht. Süßstoffe haben
keinen Einfluss auf die Hunger-Sättigungsregulation des Körpers. Auch führen
Süßstoffe sicher nicht zur Gewichtszunahme, sondern können vielmehr beim
Abnehmen helfen. Diesen Effekt konnten Forscher mehrfach bestätigen.
Insbesondere der Austausch von zuckergesüßten Softdrinks durch
süßstoffgesüßte Alternativen – sogenannte Lightgetränke – führt nicht nur
bei Kindern und Jugendlichen zu einer Gewichtsreduktion. Andererseits dürfen
Übergewichtige aber auch nicht übersehen, dass Süßstoffe keine
Schlankheitsmittel sind: Süßstoffe machen nicht automatisch schlank, da sie
zwar kalorienfrei sind, aber keine pharmakologische Wirkung eines
Schlankheitsmittels besitzen. Für den Süßstoff Aspartam liegen Studien vor,
die beweisen, dass eine Gewichtsabnahme durch Einsatz des Süßstoffes im
Austausch gegen Zucker positiv beeinflusst wird. Gegenteilige Studien
existieren nicht.

Aspartam verursacht keinen Krebs
Eine Vielzahl von Studien zeigt, dass der Konsum von Aspartam keine
Krebsgefahr darstellt. Im Vergleich zum Süßkraut Stevia liegen zur
Sicherheit von Aspartam keine kritischen Daten vor. Vor dem Hintergrund der
wissenschaftlichen Datenlage und dem Einsatz von Stevia als Verhütungsmittel
beim Mann, stellt sich die Frage, warum dieses Süßungsmittel von der
Bevölkerung befürwortet und Aspartam häufig abgelehnt wird. Die Wissenschaft
zeigt praktisch keinen Grund für Zweifel an der Unbedenklichkeit von
Aspartam: Aktuelle Studien, die sich mit der Sicherheit beschäftigen, können
alle Bedenken ausräumen. Beim Süßstoff Aspartam erscheint es so, als würden
die Animositäten, die gegen den Nutrasweet-Produzenten Monsanto herrschen,
auf den Süßstoff übertragen. Über keinen Süßstoff gibt es mehr falsche
Behauptungen und Fehleinschätzungen als über Aspartam. Eine Angst vor
Aspartam ist aber nicht gerechtfertigt. Aspartam löst keine
Befindlichkeitsstörungen insbesondere Kopfschmerzen aus, wie eine Studie
nachweist. Auch 2009 publizierte Studien zeigen, dass Aspartam keine
krebsauslösenden Eigenschaften oder Nebenwirkungen hat. Der Süßstoff ist wie
die anderen sieben in der Europäischen Union zugelassenen Süßstoffe im
Rahmen der ADI-Werte unbedenklich und ein sinnvoller Zuckerersatz für
Menschen, die ihr Körpergewicht reduzieren oder das Gewicht stabil halten
möchten, unter Diabetes mellitus leiden, erhöhte Blutfettwerte
(Triglyzeride) aufweisen oder andere Süßungsmittel ablehnen beziehungsweise
meiden müssen. Lediglich PKU-Patienten dürfen Aspartam nicht verwenden.

Stevia

Stevia: Eine süße Pflanze in der Diskussion

Das pflanzliche Süßungsmittel Stevia ist noch nicht als Süßstoff zugelassen

„Pflanzlich“ heißt nicht in jedem Falle
„gesund“. Viele Menschen glauben, dass das Süßkraut Stevia schon allein
deswegen gesund im Vergleich zu anderen Süßstoffen sei, weil es aus einer
Pflanze gewonnen wird. Aber Pflanzen wie beispielsweise das Alpenveilchen
sind giftig oder lösen wie Schlafmohn Sucht aus. Und die Giftigkeit von
Pilzen und vielen anderen Pflanzen ist zweifellos. Die Assoziation
„pflanzlich heißt gesund“ ist also nicht grundsätzlich richtig. In diesem
Zusammenhang bewertet Sven-David Müller, Diätassistent und
Medizinjournalist, vom Deutschen Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und
Diätetik (DKGD e.V.) das Süßungsmittel Stevia. Die Ansicht ist verbreitet,
dass Stevia der einzige natürliche Süßstoff sei und dass das Süßkraut
risikoarmes Süßen ermögliche. Das DKGD informiert heute darüber, dass Stevia
mit Vorsicht zu genießen ist, da die süßen Blätter und der daraus gewonnene
Süßstoff möglicherweise nicht unschädlich sind.

Stevia ist die allgemein übliche Kurzbezeichnung für Stevia rebaudiana
bertoni. Neben Stevia sind auch die Bezeichnungen Süßkraut, Süßblatt und
Honigkraut bekannt. Bei Stevia rebaudiana handelt es sich um eine Pflanze
aus der Gattung der Stevien, die zur Familie der Korbblütler gehört. Auch
die Bezeichnung Steviosid ist üblich für das Glycosid des Diterpens Steviol,
das einen stark süßen Geschmack hat. Es stammt aus den Blättern der
Stevia-Pflanze. Das aus den Stevia-Blättern gewonnene Süß-Extrakt enthält
vorwiegend Steviosid. Die Pflanze ist seit Jahrhunderten bekannt und wird in
den Ländern, in denen Stevia vorkommt, auch als natürlicher Süßstoff und
Mittel zur Verminderung der männlichen Fruchtbarkeit verwendet. Zu diesen
Ländern gehören die südamerikanischen Länder Brasilien und Paraguay.
Zur
Süßung können die getrockneten Blätter oder die industriell gewonnenen
Konzentrate verwendet werden.

Stevia als Zuckerersatz
Die wissenschaftlichen Akten über Stevia sind noch längst nicht geschlossen.
Die bisher vorliegenden Untersuchungsergebnisse sind weit weniger positiv
als viele Stevia-Verwender glauben. In Asien wird Stevia trotz der
wissenschaftlichen Studien und Veröffentlichungen noch als Zuckerersatz
verwendet.

Stevia ist noch nicht zugelassen
Momentan ist Stevia in der Europäischen Union weder als Lebensmittel noch
als Süßungsmittel (Süßstoff) zugelassen. Studien zeigen, dass Steviol
möglicherweise mutagen und genotoxisch sein könnte und die Sicherheit durch
weitere Studien nachzuweisen ist. Sicher dagegen ist eine minimale toxische
Wirkung von Stevia, die durch Tierversuche an Ratten, Hamstern und Mäusen
belegt ist. Daraus lassen sich aber nicht in jedem Falle Empfehlungen für
den Menschen ableiten. Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der
Welternährungsorganisation Food and Agriculture Organization of the United
Nations (FAO) wurde ein ADI-Wert für Stevia von bis zu 4 Milligramm je
Körperkilogramm festgelegt. Der ADI-Wert gibt an, wie viel des Zusatzstoffes
der Mensch jeden Tag gefahrlos aufnehmen kann. Die Abkürzung ADI steht für
Acceptable Dialy Intake. Daraus ist zu schließen, dass Stevia nicht
grundsätzlich unbedenklich ist. Andernfalls hätte Stevia den GRAS-Status
erhalten. Die Abkürzung GRAS steht für Generally Recognized As Safe. Diesen
Status vergibt die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) für
Substanzen wie beispielsweise Lebensmittelzusatzstoffe, die allgemein als
sicher angesehen werden. Die Süßstoffe Thaumatin und Aspartam-Acesulfam-Salz
werden von der WHO und der FAO im Gegensatz zu Stevia als völlig
unbedenklich eingestuft und haben die ADI-Bewertung: „Keine Beschränkung“.

Seit Jahrhunderten wird Stevia in südamerikanischen Ländern als
Verhütungsmittel eingesetzt. Stevia hat scheinbar Einfluss auf das männliche
Reproduktionssystem, und in Tierversuchen führt Stevia zur vorübergehenden
Unfruchtbarkeit der männlichen Ratte. Studien, die Stevia negative Wirkungen
zuschreiben, müssen kritisch betrachtet werden. Eindeutige Aussagen zu
Stevia lassen sich vor dem momentanen Kenntnisstand nicht machen.
Allerdings
lässt sich die Aussage, dass Stevia sicher und ungefährlich sei, noch
weniger belegen. Vorsichtshalber sollte Stevia kein Bestandteil der
menschlichen Ernährung sein. Dies gilt bis zu dem Zeitpunkt, an dem die
Sicherheit und Ungefährlichkeit eindeutig belegt sind. Erst dann ist Stevia
den anderen Süßstoffen gleichzustellen und hat eine ähnliche Sicherheit, wie
die zugelassenen.

Stevia als Novel Food
Rechtlich bewertet ist Stevia in der Europäischen Union ein neuartiges
Lebensmittel (Novel Food) und unterliegt daher der Novel Food Verordnung.
Stevia kann in der EU erst nach Zulassung in den Handel gelangen. Ein
Zulassungsantrag wurde bereits abgelehnt: Steviosid ist in der Europäischen
Union nicht als Süßstoff (Lebensmittel-Zusatzstoff) zugelassen, da die
Sicherheitsstudien zu Steviosid nicht ausreichen, die Unbedenklichkeit zu
belegen. Die Pflanze und ihre Blätter selbst wurden von der EU-Kommission
aus diesem Grunde nicht als Novel Food zugelassen. In vielen Ländern der
Welt (außer Israel, Brasilien, Neuseeland, Australien, China, Südkorea,
Thailand und Japan) darf Stevia nicht eingesetzt werden. In den USA ist
Stevia als Süßstoff durch die FDA verboten. Es darf dort nur als
Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden. In der EU und damit auch in
Deutschland ist es untersagt, Stevia in welcher Form auch immer als Süßstoff
in den Verkehr zu bringen. Momentan befindet sich die EU-Kommission in der
weiteren Entscheidungsphase zu Stevia. Mit einer Zulassung oder einem Verbot
von Stevia sollte nicht vor 2010 gerechnet werden.

Stevia: Ein süßes Pulver
Stevia ist 70- bis 450mal so süß wie Haushaltszucker und liegt damit im
Bereich der Süßkraft anderer Süßstoffe. Lediglich die Süßstoffe Sucralose,
Thaumatin und Neohesperidin-Dihydrochalcon weisen eine höhere Süßkraft als
Stevia auf. In Ländern, in denen Stevia erlaubt ist, ist das Süßungsmittel
in Pulverform erhältlich. Die in Deutschland eingeführten und meist
widerrechtlich verkauften Produkte entsprechen häufig nicht den für
Lebensmittel grundsätzlich notwendigen Anforderungen an die Hygiene.

Stevia-Süßpulver aus dem Internet-Shop
Grundsätzlich ist Stevia ein praktisch kalorienfreier Süßstoff, der auch für
die diabetesgerechte Ernährungsweise geeignet ist. Das aus den Blättern der
Pflanze gewonnene Süßmittel ist nicht kariogen und hat einen Geschmack, der
dem des Haushaltszuckers (Saccharose) sehr nahe kommt. Für viele Menschen
sind andere Süßstoffe wie Aspartam keine Alternative, da sie
fälschlicherweise annehmen, dass diese gesundheitsschädlich seien.
Grundsätzlich kann festgehalten werden, dass es keine wissenschaftlichen
Beweise und noch nicht einmal Hinweise gibt, dass die acht bisher
zugelassenen Süßstoffe eine wie auch immer geartete Schädlichkeit aufweisen.
Stevia-Interessenten können momentan in Deutschland nur die Pflanze kaufen
oder Stevia-Süßpulver im Internet bestellen. Aus hygienischen und
rechtlichen Gründen sowie im Sinne des gesundheitlichen Schutzes sollten
Verbraucher aber darauf vorsichtshalber verzichten, um ihre Gesundheit nicht
zu gefährden.

In der Europäischen Union sind momentan acht Süßstoffe zugelassen:
1. Acesulfam-Kalium (E-950), 130 – 200x süßer als Zucker, entdeckt von Karl
Clauß (1967)
2. Aspartam (E-951), 200x süßer als Zucker, entdeckt von James M. Schlatter
(1965)
3. Aspartam-Acesulfam-Salz (E-962), 350x süßer als Zucker
4. Cyclamat (E-952), 30 – 50x süßer als Zucker
5. Saccharin (E-954), 300 – 500x süßer als Zucker, entdeckt von Constantin
Fahlberg / Ira Remsen (1878)
6. Sucralose (E-955), 600x süßer als Zucker, entdeckt von Shashikant Phadnis
(1975)
7. Thaumatin (E-957), 2.000 – 3.000x süßer als Zucker, Erstbeschreibung 1855
8. Neohesperidin-Dihydrochalcon (E-95), 400 – 600x süßer als Zucker,
entdeckt von Horowitz und Gentili (1963)

Süßstoffe lösen keinen Hunger aus und können beim Abnehmen helfen
Wissenschaftliche Studien beweisen eindeutig, dass die zugelassenen
Süßstoffe weder Hunger noch Appetit auslösen. Außerdem haben sie keine
Mastwirkung und finden keinen Einsatz als Mastmittel. Süßstoffe haben keinen
Einfluss auf den Blutzucker- und Insulinspiegel. Darüber hinaus nehmen
Süßstoffe keinen Einfluss auf die Hunger-Sättigungsregulation:
Wissenschaftliche Studien beweisen, dass Süßstoffe bei der Gewichtsreduktion
und der Gewichtsstabilisierung helfen können. Allein durch den Einsatz von
Süßstoff können Übergewichtige jedoch nicht abnehmen, da Süßstoffe nicht
automatisch schlank machen. Ob Stevia im Rahmen einer Gewichtsreduktion
positive Wirkungen hat, ist wissenschaftlich noch nicht nachgewiesen.

Stevia nicht oder nur mit Vorsicht genießen
Da es eine Reihe anderer natürlicher Süßstoffe gibt, die im Gegensatz zu
Stevia nachgewiesenermaßen nicht schädlich sind, können diese bis zur
Zulassung von Stevia problemlos verwendet werden. Wer Stevia über
Internet-Shops oder aus dem Gartenhandel erwirbt, muss sich darüber im
Klaren sein, dass es möglicherweise gefährlich ist. Es schädigt
wahrscheinlich die Fruchtbarkeit und könnte sogar krebserregend sein. Zudem
gibt es Hinweise, dass Stevia genotoxisch sein könnte. Vor diesem
Hintergrund sollte Stevia mit Vorsicht oder besser überhaupt nicht verzehrt
werden.

Wissenschaftliche Quellen:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8143647?dopt=Abstract
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12130868?dopt=Abstract
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3887402?dopt=Abstract

Lesen Sie auch den Gourmet Report Artikel über Süssstoff:
www.gourmet-report.de/artikel/31030/Suessstoff.html

Süßstoff

Das Gesundheitsportal imedo.de räumt auf mit dem Mythos Süßstoff

Süßstoffe helfen beim Abnehmen, sind aber keine Schlankheitsmittel

Über keinen Lebensmittelzusatzstoff gibt es so
viele haltlose Behauptungen wie über Süßstoff. Jeden Tag verwenden mehr als
eine Milliarde Menschen Süßstoff. Süßstoffe gehören zur Gruppe der
Süßungsmittel und der Zusatzstoffe. Sie schmecken „süßstoffsüß“ und nicht
„zuckersüß“ und haben in der Regel auch keine weiteren Zuckereigenschaften,
wie Medizinjournalist Sven-David Müller vom Internet-Gesundheitsportal
www.imedo.de berichtet. Die in Deutschland zugelassenen Süßstoffe sind
zwischen 30 und 3.000 mal so süß wie Zucker (Saccharose). Außerdem fördern
sie im Gegensatz zu Zucker nicht die Entstehung von Karies.

Über keinen anderen Zusatzstoff gibt es so viele Mythen wie über Süßstoff.
Insbesondere paradoxe Behauptungen wie Süßstoff wäre für die Entstehung von
Hunger oder Appetit oder gar die Entstehung von Übergewicht verantwortlich,
halten sich beständig, auch wenn eine Vielzahl von Studien das Gegenteil
beweist. Bei Süßstoffen versagt scheinbar die Macht der Wissenschaft.
Lobbyisten und ausgewiesene Nichtexperten können mit ihrem Halbwissen in
Büchern, im Fernsehen, in Online-Foren sowie Zeitungen und Zeitschriften
landen. Aber andererseits gibt es auch Behauptungen, dass Süßstoffe schlank
machen.

Paradoxe Behauptungen halten sich besonders lange in den Köpfen und so ist
es nicht verwunderlich, dass noch heute viele Verbraucher und leider sogar
Mediziner und Ernährungsfachleute die Behauptung, dass Süßstoffe Hunger
auslösen oder den Appetit anregen, tatsächlich glauben. Es gibt keine
Studie, die diese Aussage belegt. Demgegenüber gibt es aber viele Studien,
die beweisen, dass der Konsum von Süßstoff keinen Hunger auslöst und auch
den Appetit nicht anregt. Der in diesem Zusammenhang postulierte cephalische
Insulinreflex ist in wissenschaftlichen Studien niemals belegt aber vielfach
widerlegt worden: Studien beweisen, dass der Geschmack süß nicht zur
Insulinfreisetzung führt – das Gegenteil konnte übrigens niemals bewiesen
werden.

Süßstoff – entdeckt und verboten
Der Deutsche Chemiker Prof. Dr. Constantin Fahlberg entdeckte in den Jahren
1878 und 1879 zusammen mit dem US-amerikanischen Chemiker Prof. Dr. Ira
Remsen an der Johns Hopkins University in Baltimore den Süßstoff Saccharin.
Das Wort Saccharin leitet sich vom griechischen Wort für Zucker (sakcharon)
ab. 1886 eröffnete Fahlberg in Salbke bei Magdeburg die erste
Saccharinfabrik der Welt. Bereits 1898 kam es durch Proteste der
Landwirtschaft und der Zuckerindustrie zum ersten Süßstoffgesetz
(Süßstoff-Prohibition), das die Produktion, den Import und die gewerbliche
Verwendung von Saccharin unter Strafe stellte. Der Lobbyismus hat also schon
sehr früh gegen Süßstoff agiert. Seit dieser Zeit blüht die Gerüchteküche
und trotzdem verwenden jeden Tag eine Milliarde Menschen Süßstoff und setzen
auf die süßende Kraft der Substanzen, die zwar schmecken, aber keine Energie
liefern. In der Europäischen Union sind momentan acht Süßstoffe zugelassen:

1. Acesulfam-Kalium (E-950), 130 – 200 x süßer als Zucker, endeckt von
Karl Clauß (1967)
2. Aspartam (E-951), 200 x süßer als Zucker, entdeckt von James M.
Schlatter (1965)
3. Aspartam-Acesulfam-Salz (E-962), 350 x süßer als Zucker
4. Cyclamat (E-952), 30 – 50 x süßer als Zucker
5. Saccharin (E-954), 300 – 500 x süßer als Zucker, entdeckt von
Constantin Fahlberg / Ira Remsen (1878)
6. Sucralose (E-955), 600 x süßer als Zucker, entdeckt von Shashikant
Phadnis (1975)
7. Thaumatin (E-957), 2.000 – 3.000 x süßer als Zucker, Erstbeschreibung
1855
8. Neohesperidin-Dihydrochalcon (E-95, 400 – 600 x süßer als Zucker,
entdeckt von Horowitz und Gentili (1963)

Durch Mischung werden Süßstoffe noch süßer
Durch die Mischung von verschiedenen Süßstoffen verbessert sich die
Geschmackswirkung und es kommt zu einer Synergie: Eine Süßstoffmischung ist
süßer als die addierte Süßkraft der Einzelsüßstoffe in der Mischung.
Süßstoff ist als Tablette, in flüssiger Form und als Streusüße im Handel
erhältlich. Flüssige Süßstoffe eignen sich hervorragend zum süßen von kalten
und warmen Getränken, Milchprodukten oder Obstspeisen.
Süßstofftabletten
sind praktisch zum Süßen von warmen Getränken und Streusüße kann Zucker bei
vielen Speisen ersetzen. Da Süßstoff im Vergleich zu Zucker keine
konservierende Eigenschaft hat, sind süßstoffgesüßte Konfitüren nicht so gut
haltbar. Außerdem gibt Süßstoff im Vergleich zu Zucker bei Teigen kaum Masse
und hat keine guten Backeigenschaften. Daher sollte bei Kuchenteigen maximal
die Hälfte der angegebenen Zuckermenge durch Süßstoff ersetzt werden. Die
Süßkraft einer Süßstoff-Tablette entspricht einem Stück Würfelzucker oder
einem Teelöffel Zucker. Ein Löffel Streusüße süßt so stark wie ein Teelöffel
Zucker. Die Süßkraft von Flüssigsüßstoffen entspricht durchschnittlich einem
Teelöffel Zucker pro Tropfen – die Dosierungsangaben auf der Verpackung
sollten beachtet werden.

Süßstoffe sind Zusatzstoffe und diese unterliegen der
Süßungsmittelrichtlinie der Europäischen Union. Bei
Lebensmittelzusatzstoffen ist die Aufnahme durch den ADI-Wert geregelt. Der
ADI-Wert gibt an, wie viel des Zusatzstoffes der Mensch jeden Tag gefahrlos
aufnehmen kann. Die Abkürzung ADI steht für Accetable Dialy Intake. Die
Süßstoffe Thaumatin und Aspartam-Acesulfam-Salz werden als völlig
unbedenklich eingestuft und tragen die ADI-Bewertung: „Keine Beschränkung“.
Eine Überschreitung der ADI-Werte ist bei normaler Ernährungsweise dauerhaft
praktisch nicht möglich.

Aspartam ist ungefährlich
In den letzten Jahren ist immer wieder der Süßstoff Aspartam in der
Diskussion. Die immer wieder von Nichtwissenschaftlern postulierten
Nebenwirkungen konnte jedoch niemals wissenschaftlich bestätigt werden.
Aktuelle Studien beweisen, dass Aspartam sicher ist und alle anderen
Aussagen wissenschaftlich unbegründet sind. Der Süßstoff Aspartam ist nicht
so hitzestabil und sollte daher eher kalten oder warmen – aber nicht
heißen – Speisen und Getränken zugefügt werden. Beim Kochen oder Backen
verliert Aspartam einen Teil seiner Süßkraft. Der Hinweis „enthält eine
Phenylalaninquelle“, der bei Produkten, die Aspartam enthalten, angegeben
sein muss, ist nur für Verbraucher wichtig, die unter der
Stoffwechselerkrankung Phenylketonurie leiden.
Der Süßstoff Saccharin ist nach wissenschaftlicher Einschätzung wie alle
anderen Süßstoffe nicht krebserregend oder in irgendeiner anderen Weise
gesundheitsschädigend. Die unter Maximaldosis bei der Ratte in den siebziger
Jahren erhobenen Befunde sind nachweislich nicht auf den Menschen
übertragbar. Aber gesundheitsförderlich sind Süßstoffe damit noch lange
nicht: Wer gesund leben möchte, sollte auch den Geschmack Süß nicht
übertreiben.

Blähungen und Durchfall durch Süßstoff
Die Behauptung, dass Süßstoffe Blähungen und Durchfall auslösen ist
ebenfalls falsch. Dafür sind vielmehr Zuckeraustauschstoffe und nicht
Süßstoffe verantwortlich. Zu den Zuckeraustauschstoffen, die
Verdauungsprobleme auslösen, gehören insbesondere Isomalt, Sorbit, Xylit und Mannit. Laktoseintolerante Menschen müssen beachten, dass Süßstoff-Tabletten
Milchzucker (Laktose) als Trägersubstanz haben. Flüssige Süßstoffe sind frei
von Laktose.

Süßstoffe sind nicht in Mastmitteln
Falsch ist auch die Aussage, dass Süßstoffe Mastmittel sind. Der
Agrarexperte Prof. Dr. Edgar Schulz von der Bundesforschungsanstalt für
Landwirtschaft in Braunschweig betont, dass Süßstoffe zum Süßen und
Aromatisieren von Kälber- und Ferkelfutter eingesetzt wird, um es nach dem
Absetzen von Kuh- oder Sauenmilch für die Jungtiere akzeptabler zu machen.
In der Mastphase ist das Futter frei von Süßstoff.

Süßstoff ist kein Fatburner
Durch Süßstoffe erhöht sich nachweislich auch nicht das Verlangen nach süßen
Speisen. Übergewichtige, die zur Buttercremetorte Kaffee mit Süßstoff
bestellen, können nicht erwarten, dass sie abnehmen. Süßstoffe haben keine
pharmakologische Wirkung, die das Körpergewicht senkt. Vielmehr sind
Süßstoffe kalorienfrei. Wer grundsätzlich Zucker durch Süßstoff ersetzt,
führt dem Körper dadurch weniger Kalorien zu. Dieses Kaloriendefizit kann im
Rahmen einer Ernährungsumstellung, Bewegungsintensivierung und Umstellung
des Verhaltens zu einer Gewichtsreduktion führen. Verschiedene Studien
belegen, dass der Ersatz von zuckerhaltigen Softdrinks durch süßstoffgesüßte
Alternativen zur Reduktion des Körpergewichts führt. Dieser Effekt scheint
insbesondere bei Kindern und Jugendlichen deutlich zu sein und negative
Wirkungen sind bisher nicht aufgetaucht. Süßstoff kann demzufolge ein
sinnvoller aber nicht notwendiger Bestandteil einer Reduktionskost sein.

Mit Süßstoff abnehmen
Durch den konsequenten Ersatz von Zucker durch Süßstoff ließen sich bei der
Durchschnittsernährung täglich rund 400 Kilokalorien einsparen. Das
entspricht einer jährlichen Einsparung von fast 150.000 Kilokalorien.
Theoretisch ließe sich durch eine solche Kalorieneinsparung das
Körpergewicht um 20 Kilogramm senken. Wer Süßstoff als Alibi für die
Kalorienvergiftung durch eine Überernährung missbraucht, muss sich nicht
wundern, dass sein Körpergewicht ansteigt. Dafür ist dann allerdings nicht
der Süßstoff verantwortlich.

Natürliche Bestandteile entgegen dem Mythos
Wer glaubt, dass alle Süßstoffe synthetisch sind und grundsätzlich der
chemischen oder pharmazeutischen Industrie entstammen, irrt, denn der
Süßstoff Thaumatin wird aus der Katemfe-Frucht und
Neohesperidin-Dihydrochalcon aus den Schalen von Bitterorangen gewonnen. Es
muss also niemand mehr auf die Zulassung von Stevia als Süßstoff warten.
Süßstoffe natürlichen Ursprungs gibt es bereits. Und der Süßstoff Aspartam
wird aus zwei natürlichen Eiweißbausteinen hergestellt. Aber auch die
Natürlichkeit einiger Süßstoffe lässt die Kritiker nicht verstummen.

Der Süßstoff Stevia
An den Haaren herbeigeholt ist auch, dass sich die Süßstofflobby und die
Süßstoffproduzenten gegen die Zulassung von Stevia in Europa richten. Gerade
die Süßstoffindustrie sucht nach neuen Süßungsmitteln und wäre glücklich,
wenn Stevia endlich zugelassen würde.

Studien zeigen, dass Stevia eine krebserregende Wirkung haben könnte und
auch nicht ungiftig ist. Allein dadurch, dass Stevia in asiatischen Ländern
beliebt ist, lässt sich keine Unbedenklichkeit ableiten. Das beweist auch
der Geschmacksverstärker Natrium-Glutamat, der in diesen Ländern sozusagen
zu den Grundnahrungsmitteln gehört. Zudem scheint Stevia die
Zeugungsfähigkeit des Mannes zu beeinflussen und wird in Südamerika sogar
als Empfängnisverhütungsmittel von Männern verwendet. Auch eine
fruchtschädigende Wirkung kann im Tierversuch durch Stevia nachgewiesen
werden. Die negativen Wirkungen betreffen aber nicht Stevia selbst, sondern
das Abbauprodukt Steviosid. Die von internationalen Organisationen wie der
FAO sowie WHO festgelegten Höchstaufnahmemengen weisen deutlich darauf hin,
dass Stevia keinesfalls vollständig unbedenklich ist. Andernfalls hätte
Stevia den GRAS-Status erhalten und würde als gänzlich sicher bezeichnet.
Die Abkürzung GRAS steht für Generally Recognized As Safe. Diesen Status
vergibt die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) für
Substanzen wie beispielsweise Lebensmittelzusatzstoffe, die allgemein als
sicher angesehen werden. Die Stevia Befürworter sollten im Sinne ihrer
eigenen Gesundheit abwarten, was die Wissenschaft ergibt und auf andere
Süßstoffe natürlicher Quelle zurückgreifen.

Viel hilft nicht
Grundsätzlich gilt, dass es aus ernährungsphysiologischer Sicht sinnvoll
ist, Zusatzstoffe maßvoll einzusetzen. Das trifft auch für Süßstoffe zu.
Übermäßigen Zuckerkonsum durch Süßstoff zu ersetzen ist wenig sinnvoll.
Demgegenüber ist es zweckmäßig, den süßen Geschmack nicht zu übertreiben.
Übergewichtige Menschen können zur Gewichtsreduktion und in der
nachfolgenden Phase der Gewichtsstabilisierung auf Süßstoffe zurückgreifen,
wenn sie den süßen Geschmack kalorienfrei genießen möchten. Diabetiker und
Menschen die unter Fettleber sowie erhöhten Blutfettwerten
(Hypertriglyzeridämie) leiden, profitieren ebenfalls von Süßstoffen.

Die 17 wichtigsten Süßstoffmythen

1.Süßstoff ist krebserregend: Falsch
2.Süßstoffe sind gesundheitsschädlich: Falsch – bei Einhaltung der täglichen
Höchstaufnahmemenge
3.Süßstoffe beeinflussen die Insulinproduktion: Falsch
4.Süßstoffe nehmen Einfluss auf die Hunger-Sättigungs-Regulation und lösen
Hunger oder Appetit aus: Falsch
5.Süßstoffe machen schlank: Falsch – Übergewichtige werden nicht durch aber
gegebenenfalls mit Süßstoffen schlanker
6.Süßstoffe sind chemische Kunstprodukte: Falsch – die Süßstoffe Aspartam,
Thaumatin und Neohesperidin-Dihydrochalcon haben einen natürlichen Ursprung
(Pflanzenteile) oder werden aus Eiweißbausteinen (Aminosäuren) hergestellt
7.Süßstoffe sind Mastmittel für Tiere oder in solchen enthalten: Falsch
8.Süßstoffe lösen den cephalischen Insulinreflex aus: Falsch
9.Süßstoffe erhöhen das Verlangen nach Süßem und Süßigkeiten: Falsch
10.Süßstoff ist teuer: Im Vergleich zu Zucker ist Süßstoff unglaublich
preiswert und wird daher reichlich von der Industrie eingesetzt
11.Süßstoff eignet sich nicht zum Backen – Falsch, aber im Gegensatz zu
Zucker liefern Süßstoffe keine Masse und unterstützen nicht die
Backeigenschaften von Teigen
12.Saccharin löst Blasenkrebs beim Menschen aus: Falsch – aber
möglicherweise in Maximaldosis bei der Ratte
13.Stevia ist ungefährlich und sicher: Wahrscheinlich nicht
14.Süßstoffe sind gesund: Süßstoffe sind bei Einhaltung der ADI-Werte sicher
unschädlich, aber gesundheitsförderlich eher nicht – auch wenn sie beim
Abnehmen helfen und die Diabetestherapie erleichtern können
15.Süßstoffe lösen Blähungen und Durchfall aus: Falsch – dafür sind
Zuckeraustauschstoffe wie Isomalt, Sorbit, Xylit oder Mannit verantwortlich
16.Die Süßstoffindustrie ist gegen Stevia: Falsch – sie würde Stevia gerne
als Süßstoff einsetzen
17.Der Hinweis „enthält eine Phenylalaninquelle“ bedeutet eine Gefahr:
Falsch – der Süßstoff Aspartam enthält den natürlichen Eiweißbaustein (die
Aminosäure) Phenylalanin – der Hinweis ist nur für Patienten, die unter der
Stoffwechselerkrankung Phenylketonurie leiden, relevant

Wie Sie mit Hilfe von Süßstoffen oder auf andere Art und Weise abnehmen
können, erfahren Sie von den Mitgliedern der imedo-Gesundheitscommunity in
der Gruppe „Abnehmen“
http://www.imedo.de/group/overview/index/16-abnehmen

Osteuropäische Soft-Drinks und Fruchtsäfte

Landeslabor Hessen hat 87 Erzeugnisse auf Konservierungs- und Süßstoffe überprüft

„Nichtalkoholische aromatisierte Erfrischungsgetränke auf Wasserbasis können mit den
Konservierungsstoffen Sorbinsäure und Benzoesäure versetzt werden“, sagte heute der Direktor
des Landesbetriebes Hessisches Landeslabor in Gießen, Prof. Dr. Hubertus Brunn. „Allerdings
muss das auf der Verpackung stehen“. Außerdem sei, so der Direktor, der Zusatz von
verschiedenen künstlichen Süßstoffen zulässig. Auch hier gelte, dass dies entsprechend kenntlich
gemacht werden müsse. „Wir haben im Rahmen des bundesweiten Überwachungsplanes 65
Erfrischungsgetränke verschiedener Geschmacksrichtungen und 22 Fruchtsäfte auf
Konservierungsstoffe und Süßstoffe geprüft. Es handelte sich dabei überwiegend um Erzeugnisse
aus Osteuropa, die bei Einzelhändlern, Importeuren und Dienstleistungsbetrieben entnommen
worden waren. Zum Teil wurden die Produkte im speziellen Einzelhandel für Einwanderer aus
Osteuropa in Verkehr gebracht“, so Brunn.

Bei keinem der Fruchtsäfte waren Konservierungsstoffe oder Süßstoffe nachweisbar. Damit
entsprachen sie den Bestimmungen der Zusatzstoff-Zulassungsverordnung. Bei drei Säften
ergaben sich Mängel hinsichtlich der Kennzeichnung, bei einem Granatapfelsaft wurde der Zusatz
eines Fremdsaftes beanstandet. Beim Großteil der untersuchten Erfrischungsgetränke hätten sich
keine Mängel hinsichtlich der analysierten Zusatzstoffe ergeben. Die deklarierten
Konservierungsstoffe und Süßstoffe wurden in Mengen analysiert, die unterhalb der zugelassenen
Höchstmengen lagen. Bei einem Erzeugnis war der analysierte Konservierungsstoff Benzoesäure
nicht angegeben, bei einer anderen Probe war der Konservierungsstoff im Zutatenverzeichnis
zwar deklariert, jedoch nicht nachweisbar. Bei 10 weiteren Proben entsprach die allgemeine Kennzeichnung nicht den Anforderungen der Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung.

Süßstoff

Süßstoff hat keine Kalorien, Zuckeraustauschstoffe sind nahrhaft

Diabetiker und Abnehmwillige sollen Zucker meiden. Zwei sehr unterschiedliche Alternativen gibt es: Zuckeraustauschstoffe und Süßstoffe. Die ersteren enthalten etwa halb so viele Kalorien wie Zucker, sind aber auch nur halb so süß, erklärt der Diabetologe Professor Andreas Pfeiffer vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DifE), Potsdam-Rehbrücke, in der „Apotheken Umschau“. Süßstoffe dagegen sind praktisch kalorienfrei. Ihre Süßkraft übersteigt die von Zucker um ein Vielfaches. Aus diesem Grund sind die acht Süßstoffe, die derzeit in Deutschland zugelassen sind, für Diabetiker und für Menschen, die Kalorien einsparen möchten, geeigneter. Die Zuckeraustauschstoffe dagegen sind Kohlenhydrate, die den Blutzuckerspiegel beeinflussen – allerdings deutlich weniger als Zucker. „Für Diabetiker sind sie nur bedingt geeignet“, betont Pfeiffer, „zumal wir noch gar nicht genau wissen, wie sie in den Stoffwechsel eingreifen.“ Besonders der Zuckeraustauschstoff Fructose steht in der Kritik. Er hat ebenso viele Kalorien wie Zucker und soll mit Schuld an der wachsenden Zahl übergewichtiger Menschen sein. Vermutlich begünstigt Fructose die Anreicherung von Körperfett.

Süßstoffe – süß und sicher

DGE erklärt, was hinter der Alternative für Zucker steckt

In Light-Produkten, im Kaugummi, als Süße zum Kaffee oder
im Konservenglas mit Roter Bete: Der Einsatz von Süßstoffen ist
vielfältig. Viele nutzen sie täglich, andere sind skeptisch,
wieder andere lehnen sie konsequent ab.

Zucker oder Süßstoff?
Diese Frage verunsichert so manchen. Ob man bei einem süßen
Lebensmittel auf die zuckerhaltige oder auf die mit Süßstoff
gesüßte Variante zurückgreift, diese Entscheidung muss jeder
selbst treffen und ist Geschmackssache. Wichtig ist, dass beim
üblichen Gebrauch von Süßstoffen keine gesundheitlichen Gefahren
lauern. „Für Personen, die abnehmen oder Übergewicht vermeiden
möchten, sind Süßstoffe im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung
eine gute Alternative“, erklärt Antje Gahl, Pressesprecherin der
Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE).

Süßstoffe werden bei der Herstellung brennwertverminderter
Lebensmittel, diätetischer Produkte oder als Tafelsüßstoff
(Tabletten, Streusüße, Flüssigsüße) verwendet. Sie dürfen bei
nichtalkoholischen Getränken, Konfitüren, Marmeladen, Gelees,
Dessertspeisen, Süßwaren, Obstkonserven, süß-sauren Konserven,
Senf, Saucen und Nahrungsergänzungsmitteln zugegeben werden.

Ihr Vorteil: Sie sind praktisch kalorienfrei und haben eine
vielfach höhere Süßkraft als Haushaltszucker, so dass nur Mengen
im Milligrammbereich benötigt werden. Auch ohne Zucker kann so
ein süßer Geschmack erzielt werden. Süßstoffe werden entweder
synthetisch hergestellt oder sind natürliche Verbindungen und
zählen zu den Lebensmittelzusatzstoffen. Zurzeit sind acht
Süßstoffe in der Europäischen Union zugelassen.

AK Test: Gib der Limo Zucker!

Wenn Zucker, dann ordentlich! Ein AK Test vom April bei 64 Erfrischungslimonaden, Eistees und Wellnessgetränken zeigt: Sie enthalten viel Zucker und sind kalorienreich. Kalorienärmere oder Light Produkte haben neben Zucker eine Reihe von künstlichen Süßstoffen, manchmal bestehen sie sogar nur mehr aus künstlichen Süßstoffen! „Die besten Durstlöscher bleiben immer noch Leitungs-, Mineralwasser und ungesüßte Tees“, sagt AK Konsumentenschützer Heinz Schöffl.

Erfrischungsgetränke, Eistees oder Wellnessgetränke werden gerade im Sommer gerne als Durstlöscher getrunken. Aber Vorsicht: In Erfrischungsgetränken kann der Zuckergehalt bis zu 35 Stück Würfelzucker pro Liter entsprechen. Auch bei Eistees geht’s oft süß her: Hier können es bis zu 24 Stück Würfelzucker je Liter sein. Bei den kalorienreduzierten Produkten ist zwar weniger Zucker drinnen, aber dafür können mehrere künstliche Süßstoffe enthalten sein. Kalorienfreie Produkte bestehen im Wesentlichen überhaupt nur aus Wasser, Aroma und künstlichen Süßstoffen.

„Künstliche Süßstoffe sollten nicht übermäßig verzehrt werden“, rät Schöffl. Vor allem bei Kindern sollte darauf geachtet werden: So könnte ein Kind mit einem Körpergewicht von 20 Kilogramm, wenn es einen Liter Erfrischungsgetränke mit Süßstoffen mit dem zulässigen Höchstgehalt an Saccharin trinkt, bereit die maximale tägliche Aufnahme an Saccharin erreichen. Die meist verwendeten künstlichen Süßstoffe in den Getränken sind Acesulfam K (E 950), Aspartam (E 951), Cyclamat (E 952), Saccharin (E 954).

Der Zuckeranteil der Erfrischungsgetränke und Eistees kann als Saccharose, Fructose, Glucose oder Invertzuckersirup oder als fruchteigener Zucker enthalten sein, um die gewünschte Süße zu erreichen. „Gerade als Durstlöscher sollten Produkte mit Zucker nicht allzu oft getrunken werden, Erfrischungsgetränke tragen für viele Konsumenten aber häufig unbemerkt dazu bei“, erklärt Schöffl.

Der AK Test zeigt auch, dass sich bei Limos und Eistess als Zusatzstoff das Säuerungsmittel Zitronensäure, oft auch Zitronensaft befindet. Zitronensäure kann in den alkoholfreien Erfrischungsgetränken oder Eistees befindlichen Mengen (z.B. etwa 0,25 Prozent) laut Bundesinstitut für Risikobewertung in Deutschland bei häufigem Konsum den Zahnschmelz angreifen. Das gilt für Zitronensäure genauso wie auch grundsätzlich für andere Fruchtsäuren oder zugesetzte Säuren, etwa Phosphorsäure in Cola-Getränken.